Seite 2 von 4 Erste 1234 Letzte
Zeige Ergebnis 11 bis 20 von 38

Diskutiere im Thema Verzweifelt - Therapeut verweigert sich dem Thema AD(h)S im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #11
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 569

    AW: Verzweifelt - Therapeut verweigert sich dem Thema AD(h)S

    Pepps schreibt:
    Natürlich war die erste Frage "Was haben sie davon, wenn sie diese Diagnose erhalten" ... *uff* Was soll man darauf am Besten antworten?
    "Wenn ich diese Diagnose erhalten sollte, dann ist dabei auch der Verdacht auf Borderline abgeklärt worden. D.h. egal welches Ergebnis bei einer fundierten Diagnostik herauskäme, es würde Ihnen und mir dabei helfen, eine mögliche Fehlbehandlung aufzudecken und die tatsächlich vorhandene Störung angemessen zu therapieren."

    DAS wäre für mich die richtige Antwort.

    Aber tröste dich, natürlich hatte ich sowas auch nicht parat als mein Therapeut ähnlich wie deiner reagiert hat....

    Bei mir kam noch dazu, dass der Therapeut seine Fehldiagnose auf Borderline vor mir verschwiegen hatte, sich also ohne für mich erkennbare Begründung gegen den Verdacht auf Adhs und meinen Wunsch einer Diagnose durch Spezialisten gestellt hatte. Als die Diagnose ADHS dann gesichert war, kams zunehmend zu Problemen in der Therapie und durch den Therapeuten.

    Letztendlich stellte sich heraus, dass er meine Adhs-Diagnose für falsch hielt, mir unterstellte die bewusst herbei-manipuliert zu haben und das als Beweis für Borderline hielt. (Für ihn war ich als "Borderlinerin" von Grund auf manipulativ und anscheinend fähig ein Rudel von Spezialisten gekonnt zu täuschen....)

    Deshalb rate ich jedem der einen Eigenverdacht auf Adhs hat, sich nicht von behandelnden Ärzten und Therapeuten reinreden oder gar von einer Diagnostik bei Spezialisten abhalten zu lassen! Man geht ja auch nicht zum Zahnarzt um seine Meinung über möglichen Fußpilz zu erfragen oder gar nach dessen Meinung dazu dann mögliche Behandlung ausrichten zu wollen.

  2. #12
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Verzweifelt - Therapeut verweigert sich dem Thema AD(h)S

    Pepps schreibt:
    Begründung: Diagnose - also das Warum - sei nicht so wichtig, wichtiger sei die Therapie und man müsse ja in die Zukunft schauen. hmmm Es ginge ja nur darum,
    "unerwünschtes" Verhalten zu therapieren, die Gründe, warum dieses Verhalten da ist, seien hierfür irrelevant. Ich bin kein Psychologe, aber ist das tatsächlich so?
    Das ist so ein aaaaabsolut typischer Spruch von Verhaltenstherapeuten und im Grunde genommen liegen sie damit auch nicht so ganz falsch.

    Wenn ich einen Nagel in einem Autoreifen habe, dann ist es erstmal egal, wie der da reingekommen ist.
    Er muss da raus, der Reifen muss repariert werden, dann kann ich weiterfahren.
    Da muss ich nicht stundenlang rumsuchen und erklären, welche Ursachen das hat.
    Er ist drin und muss da raus.
    Ganz einfch.
    Aaaaber:
    Wenn ich immer wieder einen Nagel im Reifen habe, dann macht es sehr wohl Sinn, nach der Ursache zu forschen und vielleicht kommt man dabei darauf, dass es evl. nicht die beste Idee ist, auf dem Weg zur Arbeit die Abkürzung über die Baustelle zu nehmen.


    Und noch ein weiterer Punkt ist, gerade in Bezug auf ADHS, sehr wichtig:
    Ob man Diagnosen nun mag oder nicht, es macht in meinen Augen einen großen Unterschied, wenn ich weiß warum ich ein gewisses Verhalten zeige und ganz besonder dann, um erkennen und unterscheiden zu können, was ich tatsächlich kann und was ich anderweitig kompensieren muss.

    Wenn ich aufgrund einer neurobiologischen Störung ein schlechtes Arbeitsgedächtnis habe, dann kann ich Gedächtnistraining machen, bis der Arzt kommt ... das wird nix...
    Ich spreche aus eigener Erfahrung.
    Natürlich kann und sollte man das trainieren, wenn man da eh' schon auf der eher schwächlichen Seite ist, aber dann auch bitte immer mit dem Wissen um die Grenzen und dem Wissen darüber, was ich ändern und verbessern kann und was nicht.

    Dann kann ich gezielt daran gehen, meine Stärken zu stärken und muss nicht permanent versuchen, gegen meine Schwächen zu kämpfen in einem Kampf, den ich gar nicht gewinnen kann, weil er eine neurobiologische Disposition zur Grundlage hat.
    Das bedeutet mitnichten, dass ich mich auf der Diagnose ausruhen will und einfach nur sagen will "Das kann ich nicht, weil mir das neurobiologisch nicht gegeben ist".
    Es geht nicht darum, Ausreden zu finden.
    Vielmehr geht es darum, sagen zu können "Das kann ich so nicht, ich brauche alternative Lösungsmöglichkeiten.

    Ein querschnittsgelähmter Rollstuhlfahrer kann keine Treppen steigen ... nicht so wie ein Mensch ohne diese Lähmung und das wird auch keiner anzweifeln.
    Er kann aber Hilfsmittel nutzen, er kann die Treppen so nicht steigen, aber Aufzüge nutzen, spezielle Hilfen etc.
    Nur ist es bei ihm offensichtlicher als bei uns.

    Um so wichtiger ist es meiner meinung nach, um diese Disposition zu wissen und sich genau darüber zu informieren, damit ich ändern kann, was ich auch ändern kann.

    Durch das Wissen um die Disposition ändert sich einiges, was die Sichtweise und die Herangehensweise angeht.

    Wenn ich eine Dyskalkulie habe, kann man mich mit Mathenachhilfe dichtschütten ... das wird nichts bringen außer Frust und Verzweiflung, am Ende ein gescheitertes Selbstwertgefühl und Depression.
    Wenn ich aber Formelbücher bekomme, einen rechner benutzen darf, wird der mir angeborene Nachteil ausgeglichen.
    Und DAS ist es, was eine Diagnose für den Betroffenen ändert.
    Nicht mehr versuchen zu müssen, die eigenen Unzulänglichkeiten bekämpfen zu müssen, wo dies gar nicht möglich ist, sondern Alternativen finden zu können, über die man die Probleme anderweitig lösen kann und dabei alle Seiten auch zufrieden sein können.

    Und da ist meiner Meinung nach eine Diagnose nicht nur der erste Schritt auf dem richtigen Weg (sollte jedenfalls der erst sein), sondern in meiner Wahrnehmung sogar der wichtigste.


    Das ist natürlich nur meine ganz persönliche Meinung und na klar auf meinen eigenen Erfahrungen aufbauend.
    Mich würde schon auch interessieren, wie Fachleute das sehen.

    Liebe Grüße
    Fliegerlein
    Geändert von Fliegerlein (31.05.2013 um 13:55 Uhr) Grund: Fehlerkorrektur

  3. #13
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 116

    AW: Verzweifelt - Therapeut verweigert sich dem Thema AD(h)S

    Borderline heißt ja im Enddefekt "Grenzgänger" und diese Bezeichnung steht so ziemlich für alles was man an sogenannten Suchterkrankungen finden kann oder wo der Kick zum Lebensinhalt wird. Dafür wird wie bei ADS ein Befrager Test gemacht ähnlich wie der Vorstufentest zur ADS Diagnose. hat man 5 Punkte erreicht (ich hatte 4,5) wird man sehr schnell dazu degradiert daher ruhig skeptisch bleiben.

    In der Psychosomatik wurde bei mir extreme emotionale Instabilität reingeschrieben und Persönlichkeitsstörung. Das es eine Krankheit namens ADS gibt wurde nie in Erwägung gezogen. Bei normalintelligenten Menschen, die sogar das Pflegepersonal für sehr inkompetent halten und dies durch ihre ehrliche Art auch aussprechen (leider liegt mein Herz da sehr auf der Zunge), besteht die Gefahr glaub ich ganz schnell als unangenehm zu gelten und dann eben nicht entsprechend korrekt behandelt zu werden ( Ich habe zuviele Fragen gestellt und Medikamente haben keinerlei Wirkung bei mir gezeigt , nichtmal Schlaftabletten) so und erst vor kurzem und durch Zufall stieß ich auf ADS .

    Kuck dich mal auf den ADS für Erwachsenen oder hier um, nach Adressen für spezialisierte Neurologen/Psychologen und mach da einen Termin aus, Wartezeit bis zu 6 Wochen sind normal. Was dir die Diagnose bringt. Also mir bringt sie, das ich mir selbst leichter tue mir zu verzeihen. Ich lerne sehr mühselig mich nicht ständig zu rechtfertigen (auch mein Problem) . Mein Therapeut hat mir die selbe Frage gestellt und mir erklärt wenn ich immer Gründe und Ausreden finde, helfen mir weder Therapeut, noch medikamente noch Bücher - mag schon stimmen, nur ich will ja, aber es gelingt mir nicht - d.h. ich will ne Lösung aber ich erkenne nicht den Weg, den er mir zeigt d.h. ich tapse im dunkeln und solche Antworten finde ich naja - machen mich wütend, weil ich mich auch nicht ernstgenommen fühle vielleicht weil ich eigentlich normal zu wirken scheine - ach was weiß ich (bin auch frustriert deswegen)

    Für mich bedeutet das, das ich jetzt nächste Woche meinen 2. Termin beim Neurologen habe und dann werde ich mich nach einem neuen Therapeuten umkucken das wäre dann Therapeut Nr. 5 oder so ....

    Nicht so leicht alles, aber trotzdem ich bin sehr dankbar für dieses forum alles sehr unkompliziert und man kann auch mal seinen Frust ablassen! Verständnis von außen aber habe ich aufgegeben zu erwarten, bringt nix und ich versuche für mich selber zu handeln nur Geduld is noch ein ziemlich großer Feind von mir! Aber hier kuck dich echt mal um, da hier nur Betroffene drin sind, sind die Empfehlungen wirkich was wert - bin mir auch sicher dass ich hier vertrauen kann

  4. #14
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 227

    AW: Verzweifelt - Therapeut verweigert sich dem Thema AD(h)S

    Ich kann das, was Fliegerlein hier angesprochen hat, auch noch aus meiner Sicht erläutern.

    Ich halte es teilweise sogar für, sagen wir mal vollständig kontraproduktiv, sich einer umfassenden Diagnostik zu verweigern und einfach drauf loszutherapieren.

    Kontraproduktiv, u.U. sogar gefährlich für den Betroffenen, der sich in einer therapeutischen Situation an eine Vertrauensperson, den Therapeuten wendet, weil dieser ihm helfen soll, gefährlich, weil
    durch eine falsch angewendete Therapie nicht nur Ressourcen verschwendet werden, sondern möglicherweise sogar falsche Verhaltensweisen antraininiert werden, gerade in dieser sensiblen Phase der eigenen Verletzlichkeit.

    Ein angeschwollenes Bein wird geröngt, wenn der Bruch im Röntgenbild erkennbar ist, wird ein Gips angelegt, kein Arzt käme auf die Idee, einen Gips anzulegen ohne vorherige Abklärung. Ohne Gips wächst das Bein schief zusammen und mit falsch angelegtem Gips auch.

    Bei neuologischen (und psychischen) Erkrankungen wird leider oft noch nach Schema F behandelt oder aus der Sicht der jeweiligen "Fachleute", wenn der halt kein ADHS kennt und das für eine Erfindung hält, wird halt schnell eine Persönlichkeitsstörung draus gemacht. Die Erfahrung habe ich nicht allein gemacht, viele erzählen ähnliche Geschichten aus ihrem Leben.

    Und dann wird versucht zu erklären, man müsse nur eine Sache anders sehen, beurteilen, sozusagen sich selber verändern, um klar zu kommen, das führt dann zu erheblichen psychischen Verrenkungen über die Ressourcenverschwendung hinaus.

    Ein Besipiel aus der eigenen Geschichte, mir wurde immer wieder vorgeworfen, ich sei zu kopflastig und solle mehr Gefühle zulassen.Heute weiß ich von meiner Hochbegabung und meiner "Blindheit" für soziale Prozesse. Mit dem therapeutischen Hinweis, ich solle doch das Denken lassen, hat man mir quasi mein Werkzeug, mit dem ich versuche, mit meiner Umwelt zu interagieren, weil die Analyse meine Stärke ist, ohne eine Alternative wegzunehmen versucht. Ich habe dann die Schuld bei mir gesucht, immer wenn etwas schief gelaufen ist, weil ih mich ja nicht einfühlen kann in die Situationen.

    Das ist nicht nur kontraproduktiv sondern gefährlich. Wenn man weiß, woran man ist, kann man beruhtsam sein Verhalten ändern.

  5. #15
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 9

    AW: Verzweifelt - Therapeut verweigert sich dem Thema AD(h)S

    Guten Morgen,

    erstmal vielen vielen Dank für die tollen Antworten.

    Ein Besipiel aus der eigenen Geschichte, mir wurde immer wieder vorgeworfen, ich sei zu kopflastig und solle mehr Gefühle zulassen.Heute weiß ich von meiner Hochbegabung und meiner "Blindheit" für soziale Prozesse. Mit dem therapeutischen Hinweis, ich solle doch das Denken lassen, hat man mir quasi mein Werkzeug, mit dem ich versuche, mit meiner Umwelt zu interagieren, weil die Analyse meine Stärke ist, ohne eine Alternative wegzunehmen versucht. Ich habe dann die Schuld bei mir gesucht, immer wenn etwas schief gelaufen ist, weil ih mich ja nicht einfühlen kann in die Situationen.
    Genauso ist es bei mir auch
    Ich bin ein absoluter Denker, sehr oft auch ein Querdenker. Ich analysiere eigentlich alles und das meistens auch recht gut. Habe dies auch schonmal von einem meiner Ex-Cehfs bestätigt bekommen.
    Auch ich habe hier schon oft seitens der Therapeuten gesagt bekommen, ich soll nicht so viel denken, sondern einfach mal im hier und jetzt bleiben und Sachen so akzeptieren, wie sie nunmal sind.
    Aber verdammt noch eins: Das kann ich einfach nicht. Da sträubt sich selbst das kleineste Nackenhaar in mir dagegen.
    In einer Gestaltungstherapie jetzt die Tage sollten wir aus Ton etwas modellieren, was für etwas steht, was uns meisten ärgert und was wir viell. auch hassen.
    Ich habe ein Gesetzbuch modelliert.
    Es sollte dafür stehen, dass ich mit sehr vielen Regeln einfach nichts anfangen kann und es hasse, Dinge zu befolgen, deren Sinn ich nicht begreife. In der Rückmeldung kam dann eins zum anderen und irgendwann sagte ich dann, dass es für mich eine ganz schreckliche Vorstellung ist, Dinge nicht mehr zu hinterfragen sondern einfach das zu tun, was man mir aufträgt, ohne nachzudenken. Ich habe dies mit einem Schaf in einer Schafherde gleichgesetzt. Und ich möchte partou kein Schaf sein. Während ich dies beschrieb, sind dann auch bei mir Tränen gekullert, weil sowas für mich wirklich total schlimm wäre - also ein dummes Schaf zu werden. Daraufhin meinte die Therapeutin "ich stehe mir selbst im Weg" Sowas ähnliches hab ich von meiner Mutter auch immer zu hören bekommen:
    "Kind, Du bist so intelligent, Du kannst mit Deiner Intelligenz nur nichts anfangen. Das ist Dein Problem"

    Wenn ich einen Nagel in einem Autoreifen habe, dann ist es erstmal egal, wie der da reingekommen ist.
    Er muss da raus, der Reifen muss repariert werden, dann kann ich weiterfahren.
    Da muss ich nicht stundenlang rumsuchen und erklären, welche Ursachen das hat.
    Er ist drin und muss da raus.
    Ganz einfch.
    Aaaaber:
    Wenn ich immer wieder einen Nagel im Reifen habe, dann macht es sehr wohl Sinn, nach der Ursache zu forschen und vielleicht kommt man dabei darauf, dass es evl. nicht die beste Idee ist, auf dem Weg zur Arbeit die Abkürzung über die Baustelle zu nehmen.
    Dieses Beispiel finde ich total toll
    Genau das werde ich am Montag zu meiner Therapeutin sagen, sollte die Frage wieder auftauchen. Und das wird sie garantiert *hrhr*
    Ich hatte jetzt am Freitag nochmals ein Gespräch, allerdings mit einer Vertretung, da meine Therapeutin die Woche im Urlaub war. Ich konnte nun endlich mal ein bischen über ADS sprechen, und warum ich denke, dass ich das habe. Sie hat auch zugegeben, dass man sich dort in der Klinik so gut wie gar nicht mit ADS bei Erwachsenen auskennt. Ich hab das dann für mich auch bestätigt bekommen, da sie ADS nur mit dem "Zappelphilip" in Verbindung brachte. Den "Hans guck in die Luft" kennt sie gar nicht
    Sie fragte mich dann auch, ob mir die Diagnose ADS viell. einfach nur besser gefallen würde als Borderline, und ich mich für Borderline einfach nur schämen würde. Ich habe dann geantwortet, dass ich mich mit ADS einfach besser identifizieren kann, dass ich mich darin einfach wiederfinde. Ich sehe mich eher als den witzig-sympatischen Chaoszwerg, den Schussel, die Zerstreute, die Sprunghafte ... halt als ein Wuselding, weniger als explosive Mischung

    Naja, ich harre der Dinge, die am Montag auf mich zukommen. Da ist dann meine Therapeutin wieder aus dem Urlaub zurück.
    Ich werde mich mal nach geeigneten Spezialisten hier umsehen. Könnte mir bei der Suche evtl. auch meine Krankenkasse helfen? Haben die solche Adressen?

    LG, Pepps
    Allen ein schönes Wochenende
    Geändert von Pepps ( 1.06.2013 um 13:39 Uhr)

  6. #16
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 116

    AW: Verzweifelt - Therapeut verweigert sich dem Thema AD(h)S

    ohhhhja und wieder einmal beschreibt jemand das, was ich auch die ganze Zeit zu hören bekomme ----- ich könnte explodieren!!! Und einige Argumente hier bzw. einige Beispiele, werde ich ebenfalls als Argumentation verwenden und bin mir sicher, dass es keine plausible Gegenargumentation gibt ....

    Ich wechsele definitiv meinen Therapeuten - mal sehen, vielleicht kann mir mein Neurologe eine empfehlen ansonsten schau ich mich erstmal im Netz um. Die Krankenkasse wird dir das Register der Psychotherapeuten schicken, da steht aber nicht unbedingt drin, wer auf ADS spezialisiert ist - für ne detailliertere Suche empfehl ich dir echt das Internet. Du kannst auch mal auf gutefrage.net nachfragen, da hab ich schon einige hilfreiche Tipps bekommen
    Willkommen bei den Zerstreuten Chaoten

  7. #17
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.449

    AW: Verzweifelt - Therapeut verweigert sich dem Thema AD(h)S

    Hallo Pepps,

    Zuerst finde ich die frage "was haben sie davon?" Echt blöd und sagt nichts anders als "du muss es halt nicht wissen was mit dich nicht stimmt". Keine diagnose zu stellen um der mensch so zu sehen wie er ist und auf ihm einzugehen ist auch nicht total verkehr... Aber... Eine diagnose kann dabei auch helfen jemand zu einordnen, eine therapie gezielter einzusetzten und wenn deine leiden eine name hat, ist auch für dich, einiges einfacher.

    Mein diagnose ADS habe ich seit mehr als 5 jahren und davon habe ich etwas: eine erklärung und dafür auch weiss ich wo suchen. Hilfe zu bekommen ist auch einfacher, wenn man seine problem benenen kann. Also: Es hilft mich die hilfe zu bekommen die ich brauche. Eine diagnose sollte dazu beitragen!

    Sonst tönt bei dich vieles nach ADS... Da du noch in diese klinik bist, kannst du mal schauen was dort dich etwas weiterbringt und was nicht... Nimm einfach war dich hilft! Es sieht auch so aus dass du einige coomorbiditäten hast und wenn sie dort dabei helfen können, immerhin! Da du auch zugang zu internet hast, kannst du dich dadurch auch informieren. Der erste schritt im behandlung von ADS ist eben die information. Daher, verlierst du dein zeit hier nicht!

    Wenn du raus bist, kannst du dann zu eine fachpersonn gehen für eine diagnose... Aber bis jetzt kannst du schon etwas für dich tun.

    Wegen borderline: darüber habe ich auch einiges gelesen... manches meinen, es braucht dazu eine veranlagung. Wàre ADS diese veranlagung? Aus meine sicht, wirkt borderline wie ADS+PTBS. Also, wenn ein ADSler viel übel erlebt, sieht es aus wie borderline... An was du erlebt hast, kann dich vielleicht die klinik auch mal weiterhelfen.

    Sonst auf etwas muss ich schmulzen, weil es mich gerade seit einige zeiten auch beschäftigt:

    Das Zweite ist das ständige hinterfragen. Ist dort auch schon aufgefallen. Ich hinterfrage alles und jeden. Ich muss immer genau wissen, warum etwas so gemacht werden muss, warum sich der Mensch gerade so verhält etc. Ansonsten bin ich nicht dazu in der Lage, etwas zu begreifen, umzusetzen und Dinge auch mal so hinzunehmen. Letzteres ist schier unmöglich bei mir. So kann ich mit dem vielfach genutzten Satz "Das ist/ war halt nunmal so" absolut nichts anfangen, ich hasse ihn geradezu. Weil meiner Meinung nach, "einfach so" nichts auf dieser Welt passiert
    Ich bekomme dort deswegen auch immer wieder zu hören, ich sollte aufhören, soviel zu denken. Haha .... Als wenn das so einfach wäre -.-
    So etwas ist typisch ADS und gar nicht "kanrkhafte". Es hat mit unsere art zu denken und er ist genau so gut wie der übliche... Lass dich nicht verunsichern: Mal einiges spannend darüber:

    Divergentes Denken

    Eigen-Sinn - Hochbegabung und ADS - Eine andere Sicht

    integrationstheorie

    So kannst du erfahren dass deine art zu denken auch gut ist...

    lg

  8. #18
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.449

    AW: Verzweifelt - Therapeut verweigert sich dem Thema AD(h)S

    Da habe ich wieder von dich gelesen wegen "querdenken", puh! Kommt mich so bekannt vor. Nein, wir stehen uns damit gar nicht im weg, wir ticken so! Es sind die andere die uns im weg stehen wenn sie es nicht wahrhaben wollen dass es einfach ein andere art zu denken gibt! Ich finde eben, unsere neigung zu hinterfragen, wissen wollen, verstehen wollen eine stärke. Wirt haben sonst genug einschränkungen... Da sollte uns der umfeld nicht noch dazu einschränken damit er uns vorgibt wie man zu ticken hat!

    Die geschichte mit der gesetztbuch spricht mich aus die seele...

    lg

  9. #19
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.907

    AW: Verzweifelt - Therapeut verweigert sich dem Thema AD(h)S

    Pepps schreibt:
    Könnte mir bei der Suche evtl. auch meine Krankenkasse helfen? Haben die solche Adressen?
    also mir haben sie erklärt, dass sie es nicht sagen können, weil Psychologen nicht ihre Spezialisierung angeben bei den kassenärztlichen Vereinigung

    Frag doch einfach mal hier im Forum, die Leute hier können meist weiter helfen - also wenn du schreibst, wo genau du suchst.
    l

  10. #20
    S3a


    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 51

    AW: Verzweifelt - Therapeut verweigert sich dem Thema AD(h)S

    Ich würde einfach nach grösseren zentren oder spezialisten erstmal suchen, die eine Diagnostik anbieten.
    ADHS kst durch die diversen besonderen Therapiemöglichkeiten ausnahmsweise wirklich etwas, wo sich diagnose lohnt.
    Das ist je nach erkrankung halt nicht immer der fall - bei psychiatrischen erkrankungen ist eine solche trennung gar nicht immer drin und teils gar nicht möglich.
    du hast jetzt z.b. Psychosomatische symptome, durch die umwelt evtl. Sogar eine leicht ptbs/anpassungsstörung. Da ist es erstmal tatsächlich nicht per se akut, ob da nun ad(h)s oder borderline hintersteht
    - denn deine akutellen psychosomatischen probleme wurden ja nicht primär durch die ad(h)s ausgelöst, sondern durch die belastungen?
    natürlich ist es für die zukunft wichtig, die grundprobleme zu behandeln, wegen denen dann ja auch eine erhöhte vulnerabilität da ist.
    das ist ja auch ähnlich bei den depressionen: ad(h)s ler haben depressionen als komorbidität.
    bei schweren depressionen wird aber trotzdem oft erst oder auch gleichzeitig die depression behandelt.
    sprich: ungeachtet der grunderkrankung wird natürlich auch die auftretende symptomaik bearbeitet.
    Natürlich macht es sinn eine grunderkrankung anzugehen.
    aber ich finde es zu viel verlangt, das alle ärzte dies können sollen.
    es wäre zwar schön, aber doch gar nicht realistisch das ein psychosomatisch spezialisierter arzt eine adhs diagnostik macht?!
    vielleicht auch gar nicht möglich und wünschenswert.
    und ich denke das die behandlung von komorbiditäten in akutsymptomatik tatsächlich durchaus unabhängig erfolgen kann.
    und ich weiss aus eigener erfahrung das z.b. Eine praktische verhaltenstherapie viel bringen kann, nur anhand der symptomaik, ohne diagnose, wenn der therapeut entsprechend offen ist und zu haben für patientenorientierte lösungen...

    und natürlich gibt es da immer Faktoren, die für aussenstehende/nicht spezialisierte ärzte schwierig sind. Genauso wie das querdenken.
    obwohl beide - borderliner wie auch ad(h)s ler - probleme mit regeln haben, wird ad(h)s lern doch z.b. Eine ausgeprägte Empathie bescheinigt? Ich bin deshalb erstaunt pber die aussagen das soziale gefüge komplett nicht verstanden werden.
    ich ecke z.b. Oft an weil ich rede bevor ich denke
    - aber im wesentlichen nehme ich stimmungen und soziale vorgänge sehr gut wahr.
    leider zu gut. Mist genau in dem moment wo der neuste bock der mir entfleucht ist bei meinem umfeld ankommt...
    ich versuche auch z.b. Mir gerade zu erklären warum man die grundgesetze als *feindbild* hat
    - das erschliesst sich meinem eigentlich abstrusem denken dann doch nicht.
    und ich denke damit könnten insgesamt auch therapeuten probleme haben.
    ich dachte bis gerade adhs wäre eine erkrankung mit problemen im bereich der impulsivität, nicht des verständnisses der grundlegenden sozialen dinge? Vielleicht bin ich nicht informiert genug, aber das finde ich auch etwas strange
    - und widersprüchlich.
    Ich mach zwar oft bockmist, weiss aber seltsamerweise meist direkt das ich bockmist gebaut habe

    Ich habe damals erstmal geschaut ob adhs wirklich passt, denn es jst wirklich so das es erstmal ein subjektiv wahrgenommener symptomkomplex ist. Ich weiss von mir selbst das ich mich nicht immer richtig einschätze, Das ganze kostet zeit - aber ich denke man ist eh so lang damit rumgelaufen, die zeit hat man dann auch noch.
    Danach geht man auf die suche nach einem therapeuten, wenn der nicht eh direkt nach der diagnostik übernimmt.
    alles in allem würde ich meine energie nicht darauf verschwenden dem jetzigen therapeuten erzählen zu wollen was er diagnostizieren und sehen soll. Nimm dir aus der jetzigen therapie das was dir hilft: diese anteile gibt es ja eigentlich immer. Sie es wie ein buffet: was du willst nimmst du mit, den rest lässt du liegen, es kann einem eh nie alles schmecken.
    du hast ja anscheinend psychosomatische probleme(und depressionen?!) - egal welche grunderkrankungen du hast, es wird evtl. Nicht für dich optimiert sein, aber du kannst was für dich mitnehmen. Nimm das mit, und such dir dann ärzte/therapeuten, denen du mehr vertraust und von denen du glaubst sie bringen dich weiter.

Seite 2 von 4 Erste 1234 Letzte

Ähnliche Themen

  1. Bin verzweifelt
    Von Lissy im Forum ADS ADHS Erwachsene: Österreich
    Antworten: 7
    Letzter Beitrag: 12.03.2011, 11:22

Stichworte

Thema: Verzweifelt - Therapeut verweigert sich dem Thema AD(h)S im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
©2017 ADHS bei Erwachsenen Forum