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Diskutiere im Thema Bin Zwiegespalten mit dieser Diagnose!? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #11
    pero

    Gast

    AW: Bin Zwiegespalten mit dieser Diagnose!?

    Die einen bleiben liegen, weil die einen sich als Opfer fühlen (so wie ich), die anderen sehen ihre Möglichkeiten stehen auf und gehen weiter (die von hier leicht abschätzig genannten Stinos). Ich meine, hat das tatsächlich was mit ADS zu tun?
    Jeder läuft mal an die Wand, jedem wird mal der Boden unter den Füssen weggezogen. Die Frage ist warum man hinfällt.
    Bei normalen Menschen sind die Gründe meist Unwissen, Selbstüberschätzung, Dummheit oder Pech. Diese Gründe gibt es auch bei AD(H)Slern.
    Dazu kommt dann aber die Unfähigkeit sich länger zu Konzentrieren, die Unfähigkeit sich wichtiges zu merken, schlagartig nachlassendes Interesse, häufige Flüchtigkeitsfehler, unangepasstes Sozialverhalten, fehlendes Zeitgefühl, stark erhöhte Implushaftigkeit usw... Und die letzten Gründe nicht weil sie nicht wollen, bei AD(H)Sler springt die Aufmerksamkeit unkontrolliert. Das ist so als würde man fernsehen schauen und jemand im Nebenraum hat die Fernbedienung und wechselt ständig den Kanal.

    Daher ist für mich AD(H)S keine Entschuldigung, es ist eine Erklärung für das häufige Fallen. Dabei merkt der Betroffene schon das er mehr Probleme hat als die anderen, aber weil er den Grund nicht kennt bezieht er jedes Scheiten auf die eigene Unfähigkeit und demontiert so, sehr effektiv, sein Selbstwertgefühl.
    Und irgendwann ist dann kein Selbstwert mehr da und er bleibt liegen...

    Im "Zwanghaft zerstreut" wird immer wieder beton das AD(H)Sler unglaublich zäh sind und sich immer wieder aufrappeln und weitermachen, aber irgendwann ist jede Batterie leer.
    Ich denke das ist auch der Grund warum viele Erwachsene erst nach einem Zusammenbruch die ADHS Diagnose bekommen, jedenfalls passt das auf mich.

    Aus dem Grund ist für mich ADHS keine Ausrede, es ist die Ursache meiner Probleme. Und diese objektiv vorhandenen und belegbaren Probleme hätte ein normaler Mensch auch nicht weggesteckt.
    Im Gegenteil, ich denke der hätte schon viel früher aufgegeben. (Wobei das natürlich nicht zu überprüfen und vielleicht auch etwas überheblich ist).

    Dauernd jammere ich, aber wenn mir jemand hilfestellung gibt, finde ich sofort eine Erklärung dafür, warum dies auch garantiert nicht hilft - ich nehme mir sozusagen dauernd die Chance und sthe mir selbst dabei im Wege. Nur, meine Frage, hilft mir dann so eine Diagnose tatsächlich weiter?
    Das nennt das Fachmann "depressive Verstimmung" oder "Depression". Da hilft Psychotherapie meist recht gut, dauert aber seine Zeit.
    Das ist oft eine Folge von AD(H)S Problemen, aber solange man diese Ursache nicht kennt, ist eine Therapie zumindest sehr schwer, wenn nicht unmöglich.
    Daher hilft es durchaus wenn man eine ADHS Diagnose bekommen hat, man weiss dann besser in welche Bereiche man genauer schauen sollte.

    Schon in "Zwanghaft zerstreut" steht das die AD(H)S Diagnose oft schon der erste Schritt der Therapie ist weil der Betroffene plötzlich versteht woher die Probleme kommen...

    LG
    pero

  2. #12
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.422

    AW: Bin Zwiegespalten mit dieser Diagnose!?

    Hallo,

    Wegen sich als opfer fühlen. Einmal hatte ich eine erklärung gelesen der für mich und mein leben stimmig war: oft ist eine traumata dahinten... Eine traumata ist eine situation wo wir vor eine wichtige bedrohung, keine ausweg finden und totesangst spüren... Es ist eine heftige erlebnis der manchmal auch verdrängt wird, wenn wir eben damit überfordert sind, aber bleiben mit der neigung zu totstellreflex zu gehen, so bald uns etwas an der übel errinnert, auch wenn wir objektiv andere möglichkeit haben... Sich hilflos fühle, jammern, sich als opfer fühlen hat damit zu tun...

    Wichtig ist zu wissen, dass was als "lebenbedrohung" empfunden wird, sehr viel mit der selbstwirksamkeit der mensch zu tun hat... Kalt zu haben ist für ein säugling schlimm, weil er auf andere angewiesen ist... Eine älter kindern kann dagegen ehe etwas tun

    ADSler fühlen sie sich, wegen ihre schwierigkeiten mehr bedroht, an die ecke gedrängt...

    Mich als opfer fühlen,jammern kenne ich gut und nur wenn ich die verbindung mit eine traumata (vorher wusste ich nicht konkret welche erreignis es war) hat geholfen... Dann hatte ich mehr herausgefunden und tatsächlich mich an etwas errinert der für mich als lebensbedrohlich empfunden und wahrgenommen wahr. Dabei kommt die folgen wirklich ehe von empfinden, als von die wirklichkeit...

    lg

  3. #13
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 116

    AW: Bin Zwiegespalten mit dieser Diagnose!?

    ja, ich glaube auch, langsam gewöhne ich mich an den Gedanken und stell Dir vor, manche Dinge klappen jetzt sogar schon etwas besser, einfach weil ich mit mir nicht mehr so streng bin, ich sag mir einfach, beim nächstenmal kannst du es schon besser und Übung macht den Meister -

    Vielen Dank für die aufmunternden Worte...

  4. #14
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 116

    AW: Bin Zwiegespalten mit dieser Diagnose!?

    also ich mache mir gerade auch sehr viele Gedanken um meine Diagnose und ob es gut ist langfristig Medis zu nehmen...eigentich möchte ich mich lieber so nehmen wie ich bin. Aber ich war kurz vorm Burn Out...ich konnte nicht mehr. Meine permanenten Fehler bei der Arbeit haben zu extremen Stress geführt.
    Ich glaub, ich möchte mich so nehmen wie ich bin aber ohne Medis weiss ich gerade einfach nicht mehr weiter.
    Ich glaube, mein ADHS grenzt teilweise an eine Behinderung. Und wenn ich etwas tun kann, damit es mir besser geht, möchte ich das machen. Aber ich finde es schade, dass ich nicht ohne Medis auch gut beruflich integriert sein kann.

    Habe heute übrigens mal wieder mein Auto verloren daher es 4 Stunden lang gesucht und musste die Polizei zur Hilfe holen, so war das früher öfter, mit Medis ist es seltener. Ich bin in solchen Situationen oft verzweifelt. Klar komme ich wieder auf die Füße aber wenn es einen Weg gibt, mein Auto nicht ständig zu "verlegen" und außerdem etwas glücklicher und entspannter zu sein, dann tut mir das gut.

    Übrigens: es gibt spezielle Trauma Therapien. Wenn ihr der Meinung seit das euer ADHS daher kommt, dann würde ich eine machen. Ich habe selber eine gemacht und ich glaube nicht, das mein ADHS aktuell etwas mit einem Trauma zu tun hat. Es könnte höchstens sein, dass ich extrem gestresst als Kleinkind war und dadurch sich etwas in meine Gehirn nicht entwickeln konnte...so erkläre ich mir das.
    Geändert von kaori32 ( 6.06.2013 um 23:45 Uhr)

  5. #15
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 116

    AW: Bin Zwiegespalten mit dieser Diagnose!?

    ja, manchmal denke ich dass viele Menschen in der Arbeit auch permanent nach Fehlern bei anderen suchen, um vielleicht die eigenen Unzulänglichkeiten zu vertuschen....oder sich in Positionen zu schleichen etc...

    ich versuche mich gerade auf meine Stärken zu konzentrieren und weniger auf das Geplapper anderer von außen zu hören, hole mir Feedbacks positive wie negative von näherstehenden Personen, weil ich diese eher entspannter und leichter verarbeiten kann und dadurch einen besseren Blick auf mich selbst bekomme. Die Diagnose (ich hab sie noch nicht) aber die Tatsache, dass es einen Namen gibt, warum wir uns so verhalten wie wir uns verhalten, hat meine Empfindung mir selbst gegenüber wesentlich verbessert wenn nicht sogar komplett abgemildert - ich gehe mit mir und auch mit anderen nicht mehr so hart ins Gericht und damit fühl ich mich extrem gut!!!

    Medis würde ich im Notfall echt ausprobieren, weil ich selbst kann bestimmen ob ich welche nehme und ob ich diese benötige oder nicht.f.. Ich bin nicht süchtig und neige auch nicht dazu von daher trau ich mcih dies durchaus zu versuchen und wenn ich erfolg verspüre - ist dagegen sicherlich nichts einzuwenden! Ich selber lehnte bisher auch was das betrifft alles ab, nur ich höre von sovielen, dass es Ihnen sehr gut hilft und deshalb sollte man es ruhig probieren...

    Versuche dich nicht zu sehr zu verurteilen, weil mal etwas nicht klappt - kuck mal auf die dinge, die gut geklappt haben, wofür du evtl .auch Anerkennung bekommen hast - irgendetwas gibt es was ganz gut war, (dachte auch immer - bei mir gibt es das nicht - aber das ist nicht wahr) - frag mal bei deinen Freunden nach, was sie an dir schätzen, oder auch was sie nicht so gut finden. Seit dem ich das probiert habe, find ich mich richtig dufte

    LG und ich krieg jeden TAg ein Stück mehr das Gefühl, das ich auf dem richtigen Weg bin

  6. #16
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 116

    AW: Bin Zwiegespalten mit dieser Diagnose!?

    Ich glaub das mit der Sucht nach MPH kann jetzt nur bedingt für mich feststellen...ich bin sicherlich psychisch danach süchtig weil ich Angst habe, den nächsten Job zu verlieren. Aber an für sich vermindert MPH den Drang danach, Suchtmittel ein zu nehmen...hat mir der Arzt erzählt und stelle ich ganz deutlich bei mir selber fest. Ich hatte auch nie schwere Stoffgebundene Süchte wie Alkoholmissbrauch oder so. Ich habe ziemlich regide zu Stoffmittelabhängigen jeder Art Abstand gehalten-in einem Arbeitsklima in dem jeder 3. gewisse Pflanzen Anbaut. So habe ich es wohl geschafft, nie selber Drogenabhängig zu werden.
    Ich rauche allerdings 3-6 Zigaretten am Tag, kann ohne Schokolade nicht leben und sowas wie Arbeitssüchtig bin ich wohl auch-ohne MPH.
    Mit MPH ist der Drang nach Schoki (ich habe ne Lebensmittelunverträglichkeit auf Milch!) und Zigaretten viel weniger und ich habe bei der Arbeit weniger Angst etwas falsch zu machen.

    Gismo, du schreibst :"Ich bin nicht süchtig und neige auch nicht dazu"
    Ehrlich gesagt, wenn ich meinem Arzt glauben darf dann ist jemand mit ADHS nahezu prädestiniert für eine Sucht, weil ihm das Dopamin fehlt und man das eben mit Drogen ausgleichen kann (oder mit MPH). Ich will dir damit nicht sagen dass du doch Suchttendenzen hast oder kein ADHS hast und hoffe dass ich dich damit nicht ärgere, ich wollte das aber bemerkt haben da man von außen ja manchmal doch einen anderen Blick bekommt. Meine eigenen Suchtendezen sehe ich persönlich erst, seitdem ich MPH nehme. Und vielen Dank an dich für die aufmunternden Worte mit dem "sich nicht selber verurteilen", das mach ich in Sachen Arbeit viel zu oft.

  7. #17
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 116

    AW: Bin Zwiegespalten mit dieser Diagnose!?

    Hallo kaori,

    genau so is es und dass ich nicht süchtig bin im Sinne von... damit meine ich z.B. nicht Drogen, Tabletten,Alkohol oder Nikotinabhängig zu sein. Süchte haben selbstverständlich mehrere Gesichter wie du sagst z.B. leide ich an Dermatillomanie - das Wort "Manie" steht für Sucht - Ich kratze und drücke in meinem Gesicht ( früher gabs Verdacht auf Borderline), hab mich aber seit dem ich das weiß gebessert ich kontrolliere es etwas besser als früher, damals hab ich das einfach nicht bemerkt, wenn ich gekratzt habe . Ich habe vor ein paar Jahren SMS Weltmeisterschaften gewinnen können.... und und und achja und Kaffee is mein Lebensretter und wenn ich arbeite dann wie ein Tier Zeit vergesse ich dabei oft, wenn ich denn mal Arbeit hab , aber zur Zeit steckt da der Wurm drin oder wohl der Teufel im Detail...

    Am Dienstag is mein 2. Termin beim Neuro- mal sehen was rauskommt . Kann nur sagen, mir geht es im mom bis auf o.g. Sache ganz gut, weil ich die letzten Tage trotz Rückschläge und null Perspektiven nich mehr so einknicke und auch mir gegenüber eher milde gestimmt bin - das hilft echt super bzw. ich fühl mich besser damit ... mmmmmh kann doch nur besser werden oder?

    lg

  8. #18
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.422

    AW: Bin Zwiegespalten mit dieser Diagnose!?

    Hallo alle,

    @ Kaori: Ich habe bei mich etwas gemerkt: je mehr ich mein ADS akkzeptiere und annehme, je besser auch meine grenzen und dass ich deswegen medis nehme... Immer mehr sehe ich meine medis als hilfmittel um mein leben besser im griff zu haben und immer mehr bin ich überzeugt dass ich auch leben darf ohne mich zu quälen, was heisst, auch mit alle hilfe die mich weiterbringen und die nötig sind...

    Als langfristig ziel habe ich schon mal ohne medis zu leben... Aber ich lebe schon seit 5 jahren mit, es geht mich immer besser und die dosis ist stabil. Ich lasse mich auch zeit.

    Wegen traumata: viel ADSler haben dazu noch ein traumata und traumata können wirklich die ADS-symptomen verstärken... Im fall, wenn eine vermutung da ist dass es eine traumata gibt, finde ich immer sinnvoll dort etwas zu tun... Dort kann wirklich einiges an lebensqualität gewonnen werden... Es gab in mein leben auch einiges heftiges... Daran habe ich lange gearbeitet und ich merke wie es mich immer besser geht. ADS habe ich immer noch und zwar deutlich (vielleicht stark ausgepràgt), aber je mehr altlast verarbeitet werden, je besser kann ich mit mein ADS leben und es kompensieren.

    Job war lange auch ein problem für mich... Jetzt habe ich ein weg gefunden der für mich stimmt. Schwierigkeiten gibt es immer wieder, aber es ist nicht mehr schlimm wie früher. Dort hat mich auch geholfen meine grenzen so zu nehmen wie sie sind und sie zu respektieren. Dafür nehme ich auch grosse finanziellen einbüssen im kauf, aber sie sind zumutbar: In der CH lässt man ehe niemand verhungern... Wie mit wenig geld umzugehen, lasse ich mich manchmal auch einiges einfallen und es geht so gut...

    lg

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