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Diskutiere im Thema Vermutung bei erster Sitzung äußern? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #31
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.439

    AW: Vermutung bei erster Sitzung äußern?

    Belleza schreibt:
    Hatte jetzt auch nicht das Gefühl, dass sie alle Fragebögen sofort verteufelt, aber, dass sie nicht alleine die Diagnose liefern.
    ich wollte sie auch gar nicht so kritisieren. aber solche aussagen so stehen zu lassen, fällt mir schwer. es ist ja richtig, dass sie sich nicht allein auf fragebögen verlässt und deutlich macht, dass "mal eben fragebogen ausfüllen" noch keine diagnose macht.

    lg
    mel

  2. #32
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 124

    AW: Vermutung bei erster Sitzung äußern?

    Ist ja alles kein Problem. Und ich bin auch für jeden Ratschlag dankbar!!

    Liebe Grüße

  3. #33
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 2.680

    AW: Vermutung bei erster Sitzung äußern?

    Das mit den Beispielen in den Fragebögen hat ja durchaus seinen Sinn.
    Bei den "Ausführlichen" Fragebögen werden halt mehrere Fragen zum selben Gebiet abgefragt, und selten hat mal ein ADHSler ALLE möglichen Hänger bei einem Grundproblem.
    Und auch Stinos haben eben die ein oder andere absonderlichkeit.
    Um das ein bisschen abgrenzen zu können, macht es ja auch Sinn mal verschiedene Beispiele aus verschiedenen Lebensbereichen abzufragen.
    Und wenn in Richtung Sachen verlegen mehrere "positive" Antworten kommen ist das ein Unterschied als wenn jemand halt nur ein spezielles Verhältnis zu Schlüsseln hat.

    Im übrigen kann man in den Fragebögen auch ein bisschen sehen, dass da gern versucht wird gegen Zwangshandlungen abzugrenzen: Muss mehrmals wieder zurück in die Wohnung, weil vieleicht die Herdplatte vergessen ...
    (Weil die traurige Erfahrung da ist, dass das wirklich gelegentlich vorkommt ?)
    => vielleicht doch zwangshandlung ?
    + zurücklaufen weil Geldbeutel vergessen,
    + nochmal zurück weil Handy vergessen,
    +nochmal zurück weil beim letzten mal zurücklaufen der Schlüssel in der Tür stecken blieb ...
    ist halt keine Zwangshandlung, sondern ADS

    Wird soo dann doch nicht von Fragebögen erfasst, aber es sind Fragen drin die in so ne Richtung gehen.

    An der Stelle find ich dann die "strukturierten Interviews" sehr sinnvoll:
    Der Therapeut hat den Fragebogen und kann an jeder Stelle nachhaken, wie die Antwort gemeint ist oder welchen Hintergrund man dabei sieht.

    Ich merke aus meiner eigenen Diagnostik, dass irgendwie die Therapeuten doch immer im "raten" bleiben müssen, weil sie nicht in mich reingucken können und auf meine Antworten (und das, was sie raushören) angewisen sind.
    Aber mich selbst hat der Verlauf und die Auseinandersetzung immer mehr bestärkt, dass das ADHS-typische da ist, auch an Stellen, wo ich ehrlicherweise nur ein verhaltenes "Ja" sagen kann. (Wie Dein Schlüsselbeispiel. Mir selber fällt grad spontan keins mehr ein )

  4. #34
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.439

    AW: Vermutung bei erster Sitzung äußern?

    das gehört zwar alles nicht mehr so ganz zum thema, aber ich mag trotzdem gern meine gedanken zu iontichys eintrag äußern.

    klar haben die beispiele in den fragebögen einen sinn. der, der ihn ausfüllt, soll schließlich eine idee davon haben was mit der frage gemeint ist, damit er antworten kann. mein problem bei den dingen die so zur "zerstreutheit" gehören war, dass die sooo sehr alltagsbezogen sind (wie die schlüssel), dass ich die verneinen kann. weil ich mir da wohl schon als jugendliche unbewusst kompensationsstrategien angeeignet habe. weil das da nämlich so war. ich nehme an deshalb hab ich mir für diese wirklich alltäglichen dinge damals schon strategien zu eigen gemacht, unbewusst.
    so habe ich seit damals nie meine schlüssel, geldbörse, kalender, tasche, regenschirm irgendwo liegen lassen und muss die auch zu hause nicht suchen, wiel das zu den wenigen dingen gehört, die einen platz und keinen anderen haben. da werd ich dann auch grantelig, wenn das jemand durcheinander bringt. das sieht bei dingen, die zwar zum alltag gehören aber nicht jeden tag vorkommen/benötigt werden, schon ganz anders aus. die tauchen aber kaum bei diesen beispielen auf. oder ein beispiel, das ich weniger selsbt "kontrollieren" kann. für mich wäre eine gute frage, ob ich morgen noch spontan weiß, wo ich mein auto eben geparkt hab. da hab ich weniger steuerungsmöglichkeiten in form von angewohnheiten, sondern muss mir das merken oder eine notiz machen.
    nun hat nicht jeder ein auto, also kann man das für nen fragebogen nicht nehmen. nur zur veranschaulichung, was ich meine.
    bevor ich losgehe, prüfe ich, ob auch alles da ist. hab ich dazu aus welchen gründen auch immer nicht die gelegenheit, sieht's auch da anders aus. dann hab ich sozusagen noch glück, wenn mir im auto auffällt, dass was fehlt. da bin ich auch schon drei mal zurück gegangen, weil jedes mal noch was fehlte. passiert aber eher selten, weil ich in der regel prüfe, ob diese dinge in der tasche sind. da siehts aber auch wieder bei den weniger alltäglichen dingen wie schlüsseln anders aus....
    --> bei diesen strategien zur kompensation kann ich mir gut vorstellen, dass das relativ einfach in eine zwangsstörung führen kann. bei der von dir beschriebenen situatino lässt sich zwangsstörung zwar gut abgrenzen, ich kann mir aber vorstellen, dass die erfahrung, dass wirklich oft was vergessen wird und das kompensiert werden soll, ein guter boden für das entstehen einer zwangsstörung ist.

    beim diagnostischen interview gab es als eins von mehreren beispielen und vertiefend so ne frage, ob ich an roten ampeln stehen bleibe. als pendent zu warteschlangen an der kasse o.ä. das habe ich bejaht und mich hinterher mal beobachtet. hehe. das hängt von verschiedenen faktoren ab, ob ich wirklich stehen bleibe oder doch rüber gehe. was nicht gefragt wurde war, wie schwer es mir fällt. generell finde ich das interview auch besser, weil da mehr nachgehakt werden oder man auch selbst fragen kann, wie was gemeint ist. z.b. hab ich fragen nach bewegungsdrang auch immer verneint. weil ich nicht zu denen gehöre, die andauernd aufstehen und rumlaufen. aber: "ach so, zappelei usw. gehört zu verstärktem bewegungsdrang? ah, ok. dann eindeutig ja."

    naja, das ist jetzt auch sehr detailiert und es ist ja so, wie du es gesagt hast. es gibt einen summenscore und zu den einzelnen bereichen ja mehrere fragen. ein adhs-ler wird in der regel dann auch entsprechend viele bejahen. was ich da überlegt habe ist, ob jemand, der im alltag bereits sehr gut kompensiert hat, da aber nicht doch evtl. durchrutscht und in anderen bereichen dennoch große probleme hat. aber wie gesagt: eine gründliche diagnose basiert ja auch nicht nur auf einem fragebogen. und auch ich hab trotz meiner detailkritik auch bei diesen bögen immer noch mit meinem summenscore die diagnosegrenze überschritten.

    lg
    mel

  5. #35
    Gibt´s Kaffee ?

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 1.610

    AW: Vermutung bei erster Sitzung äußern?

    mel. schreibt:
    (...) was ich da überlegt habe ist, ob jemand, der im alltag bereits sehr gut kompensiert hat, da aber nicht doch evtl. durchrutscht und in anderen bereichen dennoch große probleme hat.
    ich denke, das ist gerade für die "Hypos" (ich mag eigentlich diese strikte Trennung hypo-hyper nicht, also vielleicht genauer "motorisch unauffällige ADS'ler") ein großes Problem...

    Wie oft kommen von den Diagnostikern Sprüche wie:

    "Sie sind doch ganz ruhig"

    "Sie haben doch ihr Leben bislang gut gemeistert"

    "Sie können doch ein Buch lesen"

    "Sie lösen doch Rätsel"

    Wer in seinem Leben zu gut kompensiert und dann "einfach" irgendwann keine Kraft mehr für all die "Strategien" hat und dann zusammenbricht, der wird dann eher "mit burn-out ettikettiert", "Das wird schon wieder, sie brauchen einfach mal eine Auszeit", als dass jemand an AD(H)S denken würde, weil ja der lebenslange Leidensdruck nicht vorhanden ist...

    LG Tanja
    Geändert von Chaostanja (17.05.2013 um 15:46 Uhr) Grund: Ergänzung

  6. #36
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.439

    AW: Vermutung bei erster Sitzung äußern?

    ja, tanja. so in der art denke ich mir auch, dass ich erst so spät so starke probleme bekommen hab, die mich veranlasst haben da mal nachzuhaken. in einem alter, wo andere dies für mich hätten tun müssen, wurde das nicht gemacht. und später hatte ich für die meisten dinge halt strategien angeeignet und andere als gegeben hingenommen oder sonstwie versucht mir zu helfen/damit umzugehen. und sowas wie die zappelei gehörte irgendwie einfach zu meiner person. bis dann eben irgendwann ein level erreicht war, wo meine strategien nicht mehr ausreichten bzw. versagt haben bzw. vorhandene strategien nicht mehr anwendbar waren. oder ich manche auch gar nicht mehr anwenden wollte, weil die dann selbst auch auf kosten der lebensqualität gingen oder ich nicht mehr die zeitlichen ressourcen hatte. ist ja nicht alles so einfach kompensiert wie die schlüsselfrage. wenn ich mich einschließe, kann ich den schlüssel beim gehen nicht vergessen und das zu tun macht keinen aufwand.

    mein arzt hat auch sowas geäußert wie dass ich doch gar nicht zappel da bei ihm. stimmte auch. weil das eine situation war in der zappeln total unangebracht ist und zeitlich ja auch begrenzt. (mal abgesehen davon, dass ich sonst ja auch nicht rund um die uhr rumzappel). derlei anpassung bekomme ich für eine gewisse zeit schon hin. dafür aber sind in solchen situationen meine muskeln von kiefer bis sprunggelenk alle angespannt, selbst wenn meine körperhaltung nicht danach aussieht. das sieht man eben von außen nicht so klar. und man selbst ist es auch so gewohnt, dass man erst wieder lernen muss das überhaupt wahrzunehmen. das kippeln hatten sie mir in der schule irgendwann ausgetrieben, dafür hab ich einen tadel "wegen ständigem kaugummikauens im unterricht" erhalten. heute würde ich schon auch sagen, dass ich früher mehr problemchen hatte, die mit adhs in zusammenhang stehen, als ich selbst wahrgenommen habe. wie diese muskuläre anspannung. das war halt immer so, das hab ich gar nicht als anormal empfunden bzw. als einen zustand, der auch anders und deutlich angenehmer sein kann. das musste ich erst lernen und durch dieses lernen kam erst die erkenntnis, dass da was "nicht stimmt". drum bin ich im nachgang dankbar für die unnanehmlichkeiten, die zu diesen lernprozessen geführt haben.

    ich denke, das ist gerade für die "Hypos" (ich mag eigentlich diese strikte Trennung hypo-hyper nicht, also vielleicht genauer "motorisch unauffällige ADS'ler") ein großes Problem...
    ja, das denke ich mir auch. in den köpfen ist noch so das h für hyperaktivität verankert. mein arzt hat das h auch nur für die hyperaktivität genommen und da zeige ich zwar auffälligkeiten, aber bleibe knapp unter der diagnosegrenze. wichtig ist an dieser stelle, dass er überhaupt differenzierungen vorgenommen hat und auch verschiedene fragebögen, die entsprechend differenzieren. die schulzeugnisse sprachen bzgl. aufmerksamkeit ja auch schon bände. *g* daher hab ich die diagnose ads, die ich auch als stimmig empfinde. ich selbst würde mich als mischtyp einordnen, aber was da auf dem blatt steht (mit oder ohne h, mischtyp) ist mir eigentlich egal. aber wenn ein motorisch unauffälliger ads-ler an einen arzt gerät, der sich in dem bereich eigentlich nicht so gut auskennt und für den die hyperaktivität auf jeden fall noch dazu gehört, der hat ein problem. der hat zwar aufmerksamkeitsstörungen etc, rutscht aber durchs raster weil "er doch ruhig ist". der hypoaktive dann erst recht. nicht umsonst liest man hier im forum so oft, dass diejenigen "diagnosekarrieren" hinter sich haben, dabei aber das ads nicht erkannt wurde.
    und so lange einer seine aufmerksamkeitsstörungen auch noch einigermaßen gut kompensiert bekommt, wird der auch durchs raster rutschen, nehme ich an. und bekommt dadurch dann für die bereiche, die eben doch massive probleme bereiten nicht die benötigte hilfe.

    lg
    mel

  7. #37
    pero

    Gast

    AW: Vermutung bei erster Sitzung äußern?

    Wer in seinem Leben zu gut kompensiert und dann "einfach" irgendwann keine Kraft mehr für all die "Strategien" hat und dann zusammenbricht, der wird dann eher "mit burn-out ettikettiert", "Das wird schon wieder, sie brauchen einfach mal eine Auszeit", als dass jemand an AD(H)S denken würde, weil ja der lebenslange Leidensdruck nicht vorhanden ist...
    Stimmt, ist aber auch absolut verständlich, woher soll ein Therapeut oder Arzt denn von den grundlegenden ADHS Problemen wissen? Die werden dann von Depressionen völlig überlagert.
    Ist mir genauso passiert. Erst der Umstand das ich nach Überwindung der depressiven Phase nicht wieder auf die Füsse gekommen bin führte dann später zur ADHS Diagnose.
    Das hat meinen behandelnden Arzt, wie auch meinen Therapeuten überrascht, aber auch das verstehe ich.
    In den Gesprächen konnte ich mich problemlos auf sie konzentrieren.
    Aus dem Grund finde ich es sehr wichtig auch die eigenen Gedanken beim Therapeuten ungefiltert zu äussern.


    LG
    pero

  8. #38
    Gibt´s Kaffee ?

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 1.610

    AW: Vermutung bei erster Sitzung äußern?

    pero schreibt:
    Stimmt, ist aber auch absolut verständlich, woher soll ein Therapeut oder Arzt denn von den grundlegenden ADHS Problemen wissen? Die werden dann von Depressionen völlig überlagert.
    Ich bin ja wegen meiner ständigen Depressionen zum Neurologen gegangen, weil mir die Psychologen nicht helfen konnten, und ohne Eigenverdacht auf ADHS, der Verdacht und die Diagnose kamen trotz manifester Depression recht schnell vom Arzt (glücklicher Zufall, dass ich zufällig bei einem AD(H)S-Spezialisten gelandet bin, das war die nächste neurologisch-psychiatrische Praxis)

    Ich denke schon, dass ein erfahrener Spezialist auch eine AD(H)S erkennen kann, wenn sie von anderen Komorbiditäten überlagert wird...

    Aus dem Grund finde ich es sehr wichtig auch die eigenen Gedanken beim Therapeuten ungefiltert zu äussern.
    Das ist natürlich die Grundlage einer fundierten Diagnostik, weil sich die AD(H)S eben in mir abspielt und nach aussen "nur die Auswirkungen der Grundsymptomatik" erkennbar sind.


    @mel.: Ich glaube, dass viele "motorisch unauffällige ADS'ler" nicht als solche erkannt sind und sich mit "anderen (immer nur ansatzweise passenden) Diagnosen "'rumschlagen", bis sie irgendwann auf dieses Thema stoßen und selbst dann ist es für sie schwer, einen Arzt zu finden, der in der Lage ist, die ADS trotzdem zu erkennen.

    Selbst mein Neurologe, der durchaus als Spezialist für AD(H)S gilt, hat mir mal gesagt, dass die motorische Unruhe ein Kriterium sei, als ich erwähnte, dass ich das "nur" als eine Art der persönlichen Verarbeitung der verschiedenen Symptome sehe, manche kehren eben eher stark in sich, als dass sie sich erlauben würden, ihre Impulsivität auszuleben, manche schotten sich lieber komplett ab, ziehen sich in ihre ("Traum"-)Welten zurück, um so der permanenten Reizüberflutung zu entgehen...

    Ich glaube nicht daran, dass ein AD(H)S'ler zwingend "äußerlich sichtbar" motorisch auffällig sein muss, diese Unruhe kann sich m.E. auch nach innen kehren, wie z.B. bei Dir die muskuläre Anspannung ein Anzeichen gewesen sein könnte, Anspannung ist ja auch eine Form von Aktivität und führt zu mehr Selbstwahrnehmung, weil Du Deine Muskeln mehr spürst).

    Deshalb finde ich die Aussage von Pero, hinsichtlich der Offenheit gegenüber dem "Diagnostiker" sehr wichtig....

    Aber wie Du beschreibst, finde ich auch, dass das größte Problem darin besteht, selbst zu erkennen, dass man anders ist und was da anders ist.... Jeder nimmt ja nunmal sich selbst als "normal" wahr, dass die "Masse" ganz anders "tickt", verarbeitet, wahrnimmt, fühlt, kann ja keiner "sehen", sondern man kann sich vieles vom Verhalten "der anderen" gar nicht erklären....kommt zu der Erkenntnis, dass man irgendwie "anders" ist, weiß aber nicht wo, wie, warum....

    LG Tanja

  9. #39
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.439

    AW: Vermutung bei erster Sitzung äußern?

    Selbst mein Neurologe, der durchaus als Spezialist für AD(H)S gilt, hat mir mal gesagt, dass die motorische Unruhe ein Kriterium sei, als ich erwähnte, dass ich das "nur" als eine Art der persönlichen Verarbeitung der verschiedenen Symptome sehe, manche kehren eben eher stark in sich, als dass sie sich erlauben würden, ihre Impulsivität auszuleben, manche schotten sich lieber komplett ab, ziehen sich in ihre ("Traum"-)Welten zurück, um so der permanenten Reizüberflutung zu entgehen...

    Ich glaube nicht daran, dass ein AD(H)S'ler zwingend "äußerlich sichtbar" motorisch auffällig sein muss, diese Unruhe kann sich m.E. auch nach innen kehren, wie z.B. bei Dir die muskuläre Anspannung ein Anzeichen gewesen sein könnte, Anspannung ist ja auch eine Form von Aktivität
    so ähnliche gedankengänge hatte ich auch schon. die sind aber so knotig, dass sie sich nicht so gut aufschreiben lassen und schon erst recht nicht in einer länge, die noch irgendwer lesen mag. aber selbst wenn es so sein sollte, dass sich alles auf einige wenige grundprobleme zurückführen lässt, die dann bei jedem anders wirken und bei dem einen mehr zu hyper-, beim anderen mehr zu hypoaktivität führen, machen solche unterscheidungen aus anderen gründen schon sinn.
    was die äußere sichtbarkeit des H anbelangt...kann ich mir auch vorstellen, dass das bei manchen halt anders sich äußert, als in zappeligkeit und somit nicht mehr so direkt gesehen werden kann. aber das ist ja nur eins von mehreren kriterien. deshalb würde ich selbst mich ja als mischtyp einordnen. da ich zwar einige kriterien erfülle, sogar nach außen sichtbare motorische unruhe, aber nicht alle von den typischen und auch nicht immer. das schwankt schon sehr. früher hab ich immer wieder überlegt, ob ich bipolar bin. dazu waren diese schwankungen aber wieder nicht ausgeprägt genug und zu schnell im wechsel. und in einer antriebsarmen phase haben da auch andere charakteristika einer depression gefehlt. das erklärt ad(h)s besser.

    wobei ich mal ne studie las, in der es genau darum ging, ob unterscheidung zwischen hyper, hypo, mischtyp angebracht und sinnvoll sind. da haben sie schon unterschiede gefunden, auch was die reaktion auf medikamente anbelangt. das würde wieder dagegen sprechen, dass ads bei allen gewisse grundsätzliche probleme macht und hypo/hyper sozusagen nur der rattenschwanz davon ist, der bei jedem eine andere farbe hat.

    mindestens für die diagnostik finde ich diese unterscheidungen aber doch sinnvoll. damit die hypos nicht als therapieresistente depressive durch's system rutschen.

    lg
    mel

  10. #40
    Gibt´s Kaffee ?

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 1.610

    AW: Vermutung bei erster Sitzung äußern?

    @mel.:
    Ich habe sicherlich kein umfangreiches Expertenwissen, aber ich finde schon, dass man die AD(H)S mit wenigen Grundsymptomen charakterisieren kann,

    vielleicht sogar ganz minimal als "Störung der Reizverarbeitung",

    eben weil aufgrund der mangelnden Reizfilter und der dadurch entstehenden Reizüberflutung, in nahezu allen Bereichen der Steuerung immer wieder Impulse fehlen oder in eine kontraproduktive Richtung gehen.

    Wenn das, weil es ja eine vererbte Auffälligkeit ist, schon von Geburt an so läuft, dann entwickeln sich die weiteren synaptischen Bahnen, eben weil die Reize "anders oder verquer laufen", auch analog zu der zugrunde liegenden Störung der Reizfilter in "unüblichen Bahnen", die sich dann oft sehr ähnlich, aber doch individuell ausprägen und im Verhalten zeigen.
    Für "Gemeinsamkeiten" halte ich neben der Reizfilter- und -überflutungsproblematik, "Auffälligkeiten" in der Selbst- und Fremdwahrnehmung, in der emotionalen Wahrnehmung, in der Impulssteuerung/Selbstregulierung (Stichwort: exekutive Funktionen)...

    Das würde ich für die Grundproblematik der AD(H)S halten.

    Aber ich glaube, wir bewegen uns schon sehr weit oot

    LG Tanja

    Ich wollte noch was zu hypo und hyper sagen, hätte ich fast vergessen...

    Die Unterscheidung an sich macht hinsichtlich der Behandlung sicherlich Sinn,
    allerdings finde ich das Diagnosekriterium "motorische Unruhe" nicht so charakteristisch, dass ich die hohe Gewichtung, die viele Ärzte diesem Kriterium beimessen, nachvollziehen kann.
    Ich denke, gerade diese Gewichtung führt zu vielen Fehldiagnosen..
    Geändert von Chaostanja (17.05.2013 um 20:19 Uhr) Grund: Themenergänzung

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