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Diskutiere im Thema Wie wurden Erwachsene ADS'ler früher behandelt? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #81
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 61
    Forum-Beiträge: 2.091

    AW: Wie wurden Erwachsene ADS'ler früher behandelt?

    Hallo

    Mein Onkel (sehr, sehr sicher ADHSler) kam mit 7 Jahren (1947) in ein katholische Kinderheim - Er hatte Mitschüler verhauen und seinen Lehrer getreten. Meine Oma war allein erziehende Kriegswitwe und mein Vater war anfang 20 und Bergmann. Mein Onkel wurde in dem Heim geschlagen, er wurde in dunkele Keller gesperrt und er berichtet davon, dass andere Jungen in dem Heim mißbraucht wurden.

    Mein Cousin war schwul und sehr wahrscheinlich ADSler er wurde von seinen Lehrern vor der ganzen Klasse geschlagen und mußte ganze Tage in der Ecke stehn.

    Meine Mutter (ADSlerin) hätte locker mit einer entsprechenden Förderung ein ABI hinbekommen - sie wurde Putzfrau.


    Ich kann hier Fälle von Männern (Obdach und sehr wahrscheinlich ADHSler) erzählen, die als Krimminelle und Alkoholiger, Drogenabhängige oder bei der Fremdenlegion und sonst was endeten. Klar, es gab immer Leute, die mit ihrer ADHS klar kamen. Aber diese Menschen machten doch eine "Zeit" nicht aus.

    Meine Tante (wahrscheinlich auch ADSlerin) hat bei Stress immer ein Likörchen getrunken, sie hat viele Likörchen getrunken - natürlich wurde sie nicht als Alkoholikerin bewertet, sie hat eben nur gerne ein Likörchen getrunken - das taten viele gerne ein Likörchen zu trinken.

    Mein Urgroßmutter (sie ist gestorben, da war ich 14 und sie war Jahrgang 1872) war Tochter aus "gutem Haus" - ihr Vater war Professor - sie war sehr wild (so erzahlte sie), sie hatte einen Hauslehrer und sie mußte oft am Stuhl festgebunden bei Tisch sitzen, damit sie lernt sich zu benehmen. Als sie dann mit 19 einen Schlosser heiraten wollte wurde sie verstoßen und enterbt. Nach ihren Erzählungen sind einige ihrer vielen Geschwister auch sehr wild gewesen, die Jungen kamen ins Internat - die Mädchen wurden fast alle depressiv und bekamen trotzdem viele Kinder. Meine Großmutter bekam 18 Kinder und arbeite als Waschfrau.

    Mal ganz ehrlich, zum Kinderkriegen muß man nicht gut leben können, erzwungener ehelicher Pflichtsex reicht um schwanger zu werden.



    Ich muß ganz ehrlich sagen, ich bin erstaunt, mit wieviel verklärte Romantik hier die Vergangenheit betrachtet wird.


    Liebe Grüße Elwirrwarr

  2. #82
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.456

    AW: Wie wurden Erwachsene ADS'ler früher behandelt?

    Hallo alle,

    Müssen wir da alle streiten weil wir andere sicht und andere erfahrungen gemacht haben?

    Also, ich habe sonst eine Opa, (diese mal mutterseite) könnte auch ADSler sein (sicher bin ich mich nicht) und diese hatte im leben gar nicht so schön... Er war alkooliker, beruflich ehe im handwerkliche bereich (hatte immer irgendein job gefunden) und eine grosse teil sein lohn im bier oder bar und war sonst untreu... Auch in der liebe war nicht alles schön: vor meine Oma, eine freundin die ihm verlassen hatte, die andere selbstmord begangen und war froh dass er eine frau gefunden hatte die zu ihm gestanden hatte, obwohl die ehe alles anders als einfach war.

    Ja, und sonst, denke ich dass es heute auch einige (viele) undiagnostisierte ADSler die keine schönen leben haben... Ich habe zwar eine diagnose, bin im behandlung, kann auch irgendwie damit klar kommen, aber ich bin in mein leben viel gescheitert, deutlich mehr als andere menschen...

    Ich denke, viel schlimmer, oder viel besser war früher nicht. Nur anders... Manchmal war es für alle schwer, sowieso...

    lg

  3. #83
    Gibt´s Kaffee ?

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 1.610

    AW: Wie wurden Erwachsene ADS'ler früher behandelt?

    Wieso wird hier immer wieder von Streit gesprochen?
    Das war mal eine richtig schön kontroverse und spannende Diskussion, danke an alle, die dazu beigetragen haben

  4. #84
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 2.680

    AW: Wie wurden Erwachsene ADS'ler früher behandelt?

    (jetzt kann ich mir doch nicht verkneifen)
    Nur dass noch nicht alle verstanden haben, dass ich recht habe und sie nicht





  5. #85
    Gibt´s Kaffee ?

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 1.610

    AW: Wie wurden Erwachsene ADS'ler früher behandelt?

    IonTichy schreibt:
    (jetzt kann ich mir doch nicht verkneifen)
    Nur dass noch nicht alle verstanden haben, dass ich recht habe und sie nicht





    Geht es um Recht haben? Haben wir so unterschiedliche Positionen?Oder bin ich schon wieder zu verpeilt? (Ich sollte abends im rebound nicht mehr lesen oder schreiben..)

  6. #86
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 384

    AW: Wie wurden Erwachsene ADS'ler früher behandelt?

    Ich kann nicht gut heißen dass alle
    ADS'ler egal in welcher Epoche zum Scheitern verurteilt sind.
    Das war nie so und wenn es heute so sein soll, dann wehre ich mich dagegen.
    Jawohl, dann stehe ich auf und stelle mich vor alle unterdrückten.
    Und wenn es sein muss, dann sollen sie mich ans Kreuz schlagen.
    Dann ist das eben so!

    LG
    Steve

    Sent with Tapatalk 2.

  7. #87
    Gibt´s Kaffee ?

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 1.610

    AW: Wie wurden Erwachsene ADS'ler früher behandelt?

    SteveD schreibt:
    Ich kann nicht gut heißen dass alle
    ADS'ler egal in welcher Epoche zum Scheitern verurteilt sind.
    Das war nie so und wenn es heute so sein soll, dann wehre ich mich dagegen.
    Jawohl, dann stehe ich auf und stelle mich vor alle unterdrückten.
    Und wenn es sein muss, dann sollen sie mich ans Kreuz schlagen.
    Dann ist das eben so!

    LG
    Steve

    Sent with Tapatalk 2.
    Ich glaube nicht, das es darum geht, dass alle AD(H)S'ler zwangsläufig scheitern, sondern eher darum, dass die Quantität des Scheiterns nicht epochal bedingt ist...

  8. #88
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 2.680

    AW: Wie wurden Erwachsene ADS'ler früher behandelt?

    Huhu Tanja, Ironiemodus war an

    Nein, alles kein Problem.

  9. #89
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.456

    AW: Wie wurden Erwachsene ADS'ler früher behandelt?

    Für mich tönt es nach streit, weil ich der eindruck haben, einigen wollen recht haben... An eine ort hatte ich fast der eindruck gehabt, jemand meint, ich sage nur quatsch... Auf so was reagiere ich empfindlich.

    In jeden fall merke ich dass ich auf einiges hier gereizt reagiere (aber es hat nicht mit euch zu tun, es gibt anderes im leben) und versuche lieber mal eine schritt zurück zutreten um mich wieder zu beruhigen...

    lg

  10. #90
    pero

    Gast

    AW: Wie wurden Erwachsene ADS'ler früher behandelt?

    Die Interpretation dazu ist durchaus nicht, dass sich die ADS öfter "auswächst" - sondern dass ADSler seltener so lange überleben.
    Das ist eine rein willkürliche Erklärung für die ich keinerlei Grundlage sehe.

    Ich sage auch nicht das alle ADHSler früher besser leben konnte, ich behaupte das früher weniger vorbelastete tatsächlich später an ausgeprägten ADHS Problemen litten.

    Meine Mutter (ADSlerin) hätte locker mit einer entsprechenden Förderung ein ABI hinbekommen - sie wurde Putzfrau.
    Interessante These, aber glaubhaft? Habe so meine Zweifel. Ein Abi vor 70 Jahren ist mit den heutigen nicht vergleichbar. Mal ganz abgesehen davon das Abitur damals einem Arbeiterkind nicht wirklich offen stand. Arbeiterkinder = Hauptschule, Kaufmannskinder, Angestellte = Realschule, Beamte, Ärzte Anwälte = Abitur. DAS war damals die Regel, mit oder ohne ADHS.

    Es geht auch nicht um sozialkitsch oder Verherrlichung früherer Zeiten. Das Leben war früher anders, es war körperlicher, es gab weniger bis keine staatliche Absicherung. Das ist wohl eindeutig und das stellt auch niemand in Zweifel.

    Ich möchte auch davor warnen die individuellen ADHS-Probleme zu verallgemeinern. Ich habe z.b keine Probleme mit Geld, Terminen oder erhöhter Unfallneigung. Im Gegenteil, diese Bereiche sind bei mir besser ausgeprägt als bei vielen normalen. Sicherheit ist mein 2. Vorname, ADHS bedeutet auch mehr zu sehen und wahrzunehmen.

    Meine These ist das Menschen mit einer bestimmten ADHS-Veranlagung unter früheren Arbeits- und Sozialbedingungen eine höhere Chance hatten das die Probleme nicht so ausgeprägt wurden, das die gleichen Menschen heute sehr viel mehr Probleme bekommen würden.
    Das bedeutet nicht das ADHSler, die starke Probleme hatten, besser leben konnten, nur das es im Verhältnis weniger waren.

    Ich muß ganz ehrlich sagen, ich bin erstaunt, mit wieviel verklärte Romantik hier die Vergangenheit betrachtet wird.
    Das macht keiner, das ist Deine Interpretation.

    Ich persönlich finde es eher bedenklich wie unkritisch die aktuelle Situation bewertet wird. Wenn alle 9 Milliarden Menschen so leben wollte wie wir (in D) gerade leben, dann brauchten wir 9 Erden um alle zu ernähren. Mann könnte auch sagen, dann müssten ca. 5 Milliarden verhungern. Ich denke das ist schon ein sehr guter Grund warum man unsere Konsumwahnsinn und die damit verbundenen Arbeitsbedingungen überdenken sollte. Das hängt alles zusammen...

    Und natürlich gibt es auch ADHSler in Naturvölkern. Das sind da nicht die Aussenseiter, das sind die erfolgreichen Jäger, Entdecker oder Schamanen.


    Lg
    pero
    Geändert von pero ( 7.05.2013 um 23:20 Uhr)

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