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Diskutiere im Thema Wie wurden Erwachsene ADS'ler früher behandelt? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #71
    Gibt´s Kaffee ?

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 1.610

    AW: Wie wurden Erwachsene ADS'ler früher behandelt?

    pero schreibt:
    Arterhaltung würde ich es nicht nennen, ich sehe es aber tatsächlich so das es bei uns tatsächlich nur noch um Geld geht.
    Und das ohne Skrupel solange die Folgen unsichtbar bleiben.
    Vergleiche den Menschen mit den anderen Säugetieren, bei den meisten steht der Erhalt der eigenen Art im Vordergrund des Handelns (Instinkt), im Vordergrund menschlichen Handelns steht aber nicht der Mensch (der ist heutzutage austauschbar), sondern der Profit/die Macht (also "übersetzt" Geld)

    Unsere Kinder bekomme jede Förderung, aber die Kleidung kaufen wir bei XXX zu einem Preis das jeder denkende Mensch wissen muss das das nur durch unmenschliche Arbeitsbedingungen so möglich ist. Aber He, ist uns doch egal, uns geht's doch gut und Hauptsache billig.
    Da hast Du sicherlich Recht, aber wer kann heutzutage 20€ für ein Kinder T-Shirt ausgeben, dass in einem halben Jahr nicht mehr passt? Dafür sind die Löhne im Verhältnis zu den Lebenshaltungskosten einfach zu niedrig. (man denke an die "versteckte Inflation", als der Euro die D-Mark abgelöst hat)


    Fest steht das WIR sehr viel länger Leben, also ist die Gesundheitsversorgung bei UNS sehr gut. Das gilt aber nicht für die armen Schlucker die unsere Kleidung in China, Nordkorea oder Pakistan nähen.
    Klar, global gesehen gibt es heute noch genügend "Plätze auf der Erde", wo aus unserer Sicht "mittelalterliche" Bedingungen herrschen. Es wäre sicherlich mal spannend, z.B. bei den noch traditionell lebenden Maori oder Aborigines zu forschen, wie hoch die Rate an AD(H)S'lern ist.... Ob es sie gibt, und welche Form von Leidensdruck sie haben...

    Ich bin dennoch der Meinung das die extreme Beschleunigung und Verdichtung unseres Lebens die Probleme von allen Aussenseitern verstärkt. Das ein nicht kleiner Teil davon mit den Arbeitsbedingungen von vor 40 Jahren auch ohne Behandlung leben könnte.
    na ja, ich bin vor 40 Jahren geboren, aber ich weiß, dass mein Vater (von dem ich überzeugt bin, dass er auch ADHS hat) immer schon seine Probleme in der beruflichen Laufbahn hatte, ebenso häufige Wechsel wie es heute auch oft ist, lange Phasen der Arbeitslosigkeit und schließlich Selbständigkeit in Form einer ein-Mann-Firma....
    Leben können schon, ich habe ja auch schon vor meiner Diagnose leben können (und auch was erreicht), aber die psychischen Probleme, die sich daraus entwickelt haben, können heute vermieden werden....
    Existieren schon, aber zu welchem Preis?

    Ich will jetzt nicht damit sagen, dass früher alles schlechter war, sondern, dass jede Zeit gute und schlechte Seiten hat(te), ob nun mit oder ohne AD(H)S, und dass auch AD(H)S'ler in jeder Zeit einen ähnlichen Kampf gekämpft haben, wie heute, eben nur auf anderen Ebenen..

    LG Tanja

  2. #72
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 61
    Forum-Beiträge: 2.091

    AW: Wie wurden Erwachsene ADS'ler früher behandelt?

    Außer der Tatsache, dass ich früher jünger war, finde ich es heute besser

    und wenn schon älter, dann heut und nicht früher, denn heute kann man jünger sein, wenn man älter ist

  3. #73
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 2.680

    AW: Wie wurden Erwachsene ADS'ler früher behandelt?

    pero schreibt:
    Ich bin dennoch der Meinung das die extreme Beschleunigung und Verdichtung unseres Lebens die Probleme von allen Aussenseitern verstärkt. Das ein nicht kleiner Teil davon mit den Arbeitsbedingungen von vor 40 Jahren auch ohne Behandlung leben könnte.
    Ich bin der Meinung, dass mit den Sozialen Sicherungsmechanismen die Möglichkeiten von Außenseitern sehr viel besser sind und es einfacher ist, eine zweite Chance zu bekommen. Hartz IV ist zwar ein Rückschritt gegenüber der Zeit davor und geht in vielem in eine falsche Richtung, aber es ist besser als in Vorkriegszeiten.

    Ich konnte auch bis zu meiner Diagnose ohne Behandlung "leben" - aber es ging eben verdammt viel und v.a. immer mehr schief.
    Das Buch "zwanghaft zerstreut erschien in Deutschland 1999, amerikanische Erstausgabe ein ganzes Stück früher, die Fallgeschichten darin zeigen Lebensgeschichten die viele Jahrzehnte her sind und aus ziemlich ländlichen Gegenden. ADS hat denen trotzdem handfeste Probleme gemacht.
    Was davor war, das kann man wirklich nicht beurteilen. Ist halt immer auch eine Frage was man mit "früher" meint.
    Ich spreche von den letzten 40 Jahren, die Zeit habe ich selbst erlebt, dazu kann ich etwas sagen.

    Es ist ja aber auch nicht so das ADHSler überhaupt nicht arbeiten können, daher ist das Verhungern für mich nicht kein Argument. Wenn man (ganz früher) arbeitsunfähig wurde, dann hatte man Probleme, auch ohne ADHS. Die Frage ist doch war es früher mit ADHS einfacher und da würde ich eben sagen: Ja, weil die Arbeit psychisch einfacher und körperlicher war und es wesentlich weniger Ablenkungen gab.

    Die anderen Faktoren betrafen alle Menschen, auch die "ganz normalen".
    Das mit dem Arbeiten können ist so eine Sache.
    Auch als Tagelöhner spricht sich ein bisschen herum, welche interessanten Eigenschaften Du so mitbringst, dass Du z.B. sehr impulsiv bist und es deshalb öfter ärger gibt, Du zwar ackern kannst, aber halt auch viele Fehler machst.
    Ja, auch als Tagelöhner kann man Fehler machen: Unfälle durch Schusseligkeit, unvollständige oder "Eigenwillige" Ausführung, etc.

    Das führt dazu, dass Du halt einfach nicht genommen wirst.

    Außerdem haben auch oder grade ADSler viele Ideen und Vorstellungen für ihre Zukunft, können aber halt schlecht mit Geld umgehen. Mit einer Selbständigkeit an die Wand zu fahren und dabei alles - also wirklich ALLES - zu verlieren, ging früher eher schneller, und ohne Insolvenzrecht nur einmal im Leben.
    Danach endest Du als Leibeigener, versklavter, oder landest im Knast.

    Insgesamt fokussierst Du mir mit Deiner Darstellung
    1. zu sehr auf der Aufmerksamkeitsproblematik
    2. auf der beruflichen Ebene

    Wir haben aber sehr viel mehr Schwierigkeiten, und die sind durchaus alle geeignet, das Leben zur Hölle zu machen, oder eben auf die Arbeitsfähigkeit zurückzuwirken.
    Natürlich sind aufsässige Gerechtigkeitsfanatiker, die einfach nicht nachgeben wollen oder können, schon immer angeeckt. Ist ja auch ein ganz sympathischer Zug an uns, aber er macht eben Schwierigkeiten, die auf jeder Ebene auswirkungen haben können, bis zu Knast oder Tod.

    Ich bin eben genau nicht der Meinung, die bei Dir durchschimmert:
    Dass wir heute in einer Situation sind, in der wir ADSler es schwerer haben als andere, während es früher eher so war, dass schwierigkeiten halt alle gleich betrafen und ADSler davon lediglich "gleich" betroffen waren wie alle.

    Ich hab irgendwo gelesen, dass in irgendwelchen Entwicklungsländern die Häufigkeit von Erwachsenen-ADS tatsächlich deutlich geringer ist als bei uns, während die Kindes-und Jugend-ADS durchaus auf vergleichbarem Level steht.

    Die Interpretation dazu ist durchaus nicht, dass sich die ADS öfter "auswächst" - sondern dass ADSler seltener so lange überleben.

    - - - Aktualisiert - - -

    Chaostanja schreibt:
    Es wäre sicherlich mal spannend, z.B. bei den noch traditionell lebenden Maori oder Aborigines zu forschen, wie hoch die Rate an AD(H)S'lern ist.... Ob es sie gibt, und welche Form von Leidensdruck sie haben...
    Ich weiß nicht wirklich viel darüber, aber es gibt sie.
    Es gibt Untersuchungen von ADS-Prävalenzen bei sogenannten "primitiven" urwaldvölkern, und sie sind in ähnlichen größenordnungen wie bei uns.
    Und sie sind für die Betroffenen offenbar hauptsächlich problematisch.

  4. #74
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 2.680

    AW: Wie wurden Erwachsene ADS'ler früher behandelt?

    mj71 schreibt:
    IonTichy schreibt:
    Wenn ich annehme, dass ich damit recht habe, finde ich das insofern wichtig, weil es völlig im Widerspruch steht zu dem allgegenwärtigen gelaber, dass ADS eine neumodische Erfindung sei, es das früher nicht gegeben habe und kein Problem gewesen sei.
    Wer hat es hier so was gesagt? Ich habe nur gesagt dass es ADSler in mein familie gab die irgendwie durchgekommen sind und eine etwa normale leben geführt hatte, was ich selber nicht schaffe. Also, es gibt mich der eindruck dass ich schwieriger habe als ihnen, wieso genau weiss ich nicht... Nun ich weiss dass ich vor allem mit der leistungsdruck und reizüberflutung von heute am meistens mühe habe.
    HIER hat das niemand gesagt.
    Aber es geistert als Vorstellung greifbar durch alle Medien, und ich denke, dass es nicht richtig ist und etwas dagegensetzen könnte und sollte.
    Nichts anderes hatte ich gemeint, also niemanden hier angegriffen.

  5. #75
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.445

    AW: Wie wurden Erwachsene ADS'ler früher behandelt?

    Hallo alle,

    Ich finde spannend zu sehen dass ganz verschiedene meinungen sind, weil wir wirklich ganz verschiedenes erlebt haben!

    @ Elwirrwarr: Ich bin in der CH geboren und wie es im 60' jahren haben meine eltern mich erzählt und wie es danach war, hatte ich selber erlebt. Klar, dort war das leben gasnz anders als BRD. Damals hatten wir hier auch davon geredet und eben, dass das leben sehr hart war.... Naja, und in der CH geht es heute auch besser als in andere länder europa... Wir haben immer noch etwa glück, obwohl ich seit meine kindheit ehe eine "verschlechterung" erlebe: mehr arbeitlosigkeit, mehr leistungdruck, mehr komplexität... Ich spüre auch wie die stimmung schlechter wird: mehr angst, mehr stress, weniger gelassenheit...Dabei schätze ich doch wieder die ganze technische entwicklung (obwohl sie auch ihre tücken haben) und auch die medizinischen vorschritten. Aber nicht nur technik und medizin machen menschen glücklich...

    Meine mutter hat ihre erste job um etwa im 1970 gesucht: sie konnte sich auswählen! Daher denke ich dass jemand der etwas auffällig ist, aber doch auch kompensieren kann, noch ein job gefunden hatte.

    @ pero: obwohl ich sicher jünger bin als du, nehme ich die veränderungen so wie du. Auch aus erzählungen und aussagen von älteren mitmenschen. Ich lese auch immer wieder und zwar nicht nur im ADS-bücher, dass die menge an reizen für immer mehr leute schwierig wird, so wie die leistungsdruck. Mein vater war vor einige jahren pensionniert und war froh, weil es eben auch immer mehr druck gab aber auch sicher, weil er auch spürte dass er nicht mehr der jüngste ist...

    @ Chaosstanja:
    Klar, global gesehen gibt es heute noch genügend "Plätze auf der Erde", wo aus unserer Sicht "mittelalterliche" Bedingungen herrschen. Es wäre sicherlich mal spannend, z.B. bei den noch traditionell lebenden Maori oder Aborigines zu forschen, wie hoch die Rate an AD(H)S'lern ist.... Ob es sie gibt, und welche Form von Leidensdruck sie haben...
    So was fände ich auch sehr spannend... Studien sind doch mögliche. Naja, habe ich hier schon mal diese link gegeben?: Hyperaktivität: Evolutionsvorteil ADHS - News - FOCUS Online - Nachrichten

    Für mich eine beweis dass ADS wenn die umwelt bedingungen wirklich passen, eine vorteil sein kann... Es gibt doch auch ADSler die ihre n ischen gefunden haben und dort leistungen bringen die besser sind als solche von stinos.

    na ja, ich bin vor 40 Jahren geboren, aber ich weiß, dass mein Vater (von dem ich überzeugt bin, dass er auch ADHS hat) immer schon seine Probleme in der beruflichen Laufbahn hatte, ebenso häufige Wechsel wie es heute auch oft ist, lange Phasen der Arbeitslosigkeit und schließlich Selbständigkeit in Form einer ein-Mann-Firma....
    Leben können schon, ich habe ja auch schon vor meiner Diagnose leben können (und auch was erreicht), aber die psychischen Probleme, die sich daraus entwickelt haben, können heute vermieden werden....
    Existieren schon, aber zu welchem Preis?
    Mein vater hatte ähnlichen schwierigkeiten... Ist auch angeeckt, war eine zeit selbständig... Es hat sich ab etwa 1990 noch zugespitzt... Aber mich ging es beruflich ehe noch viel schlimmer... Meinung meine Eltern: "Die welt hat sich geändert"

    Interessant wäre auch zu wissen wie es in Drittweltländer ist... Dort leben menschen wie unsere vorfahren vor etwa 100 jahren... Sonst war ich in manche arme länder schon im ferien und finde einiges interessant: sie sind zwar recht arm und kämpfen täglich um genug geld zu bekommen... Aber ich fand oft ihre arbeit nicht so hektik und komplex wie bei uns... Eigentlich sollte man dort nicht die gleiche ansprüchen haben als in der CH: die leute sind im laos, kambodja oder auch bali nicht nur weniger ausgebildet (und können wirklich nicht mal richtig rechnen!), sind rasch überfordert mit komplexen sachen (auch papierkram), eindeutig langsam... Selber denken, grosses planen müssen die meistens nicht... Auch wenn ich in ein restaurant war, herrschte da wirklich keine hetik, es war weit genug personnal... Dafür bekammen sie eine mikrige lohn und hatte lange tagen, aber in ihre lange tagen, viele pausen... Klar, vielleicht ist nicht nur dass nicht viel mehr von ihnen erwartet ist, aber vielleicht dass sie nicht viel besser können: schlechte ernährung ist für die hirnentwicklung auch nicht so gut und bei hitze mag auch kein mensch noch sich zu viel zu bewegen.

    Da bekam ich der eindruck dass in der CH von arbeiter eigentlich sehr viel verlangt wird an effizient und fähigkeiten, aber dafür gibt es auch eine anständige lohn.

    Wie es wirklich bei uns war, im sinn von arbeitempo früher war, weiss ich nur die zeit die ich erlebt hatte: die leute waren langsamer als heute und hatten mehr zeit für die gleich aufgaben. Da gab es eben auch mehr raum für eine ADSler zu kompensieren.

    Wenn ich in meine tempo arbeiten könnte, mit genug zeit um mein ADS zu kompensieren (notizmanagement und genug nachkontrolle) auch mit weniger lohn, wäre ich glücklich... Habe ich es schon, auf eine art...

    @ IonTichy: irgendwie irritiert mich ein bisschen deine sehr negative sicht von ADS... Aber ich denke, es hat viel damit zu tun was du selber erlebt hattest. Wäre etwas wenn du selber von deine eigene erfahrung von früher (kindheit, oder wie es bei deine eltern war), irgendwie fèr mich verdaulicher als allgemeinen aussagen.

    Wegen trittwelt:

    Ich hab irgendwo gelesen, dass in irgendwelchen Entwicklungsländern die Häufigkeit von Erwachsenen-ADS tatsächlich deutlich geringer ist als bei uns, während die Kindes-und Jugend-ADS durchaus auf vergleichbarem Level steht.
    Wie schaffen sie echt? ADS ist doch vererbt, also, diese kindern haben auch betroffene eltern... Also, sie leben immerhin genug lang um ihre genen zu weitergeben... Da ADSler ehe impulsiv sind mit familieplanung und ungeduldig sind, kann es auch ziemlich rasch gehen. Sonst würde ich so eine aussage noch relativieren und im kontext bringen: Dort haben vielleicht menschen kindern früher als bei uns und leben ehe weniger lang, und zwar alle! Bei uns, auf welche alterstufen haben wir der anteil ADSler gemessen? Auf der forum sehe ich sehr vielen bis etwa 50 bis 60 jahre alt, aber bei die senioren, sehr wenig... Wir leben wirklich länger und es würde mich wunder nehmen ob der anteil ADSler von alte menschen gleich ist als bei junge erwachsene. Ich wäre auch nicht erstaunt wenn auch bei uns der lebenserwartung von ADSler kürzer ist als bei stinos. Nicht nur wegen unfall, aber weil dauerstress, überforderung und psychische stress auch an kraften zehrt... Naja, meine Oma ist doch 82 j geworden... Eine studie über ADS im seniorenheim, wäre spannend... Wie viele gibt es dort? Wie alt sind sie?

    https://adhs-chaoten.net/images/styl...quote_icon.png mj71 schreibt: https://adhs-chaoten.net/images/styl...post-right.png
    https://adhs-chaoten.net/images/styl...quote_icon.png IonTichy schreibt:
    Wenn ich annehme, dass ich damit recht habe, finde ich das insofern wichtig, weil es völlig im Widerspruch steht zu dem allgegenwärtigen gelaber, dass ADS eine neumodische Erfindung sei, es das früher nicht gegeben habe und kein Problem gewesen sei.



    Wer hat es hier so was gesagt? Ich habe nur gesagt dass es ADSler in mein familie gab die irgendwie durchgekommen sind und eine etwa normale leben geführt hatte, was ich selber nicht schaffe. Also, es gibt mich der eindruck dass ich schwieriger habe als ihnen, wieso genau weiss ich nicht... Nun ich weiss dass ich vor allem mit der leistungsdruck und reizüberflutung von heute am meistens mühe habe.



    HIER hat das niemand gesagt.
    Aber es geistert als Vorstellung greifbar durch alle Medien, und ich denke, dass es nicht richtig ist und etwas dagegensetzen könnte und sollte.
    Nichts anderes hatte ich gemeint, also niemanden hier angegriffen.
    Es würde mich freuen wenn du konkreter wird, vielleicht persönlicher (aus eigene erleben und erfahrung reden, oder von deine eltern) statt vermutungen und allgemeinheiten. Irgendwie reagiere ich gereizter auf "es war so..." als "Ich habe so erlebt..." Ich habe es einfach sehr gerne konkret! Es muss keine studie sein (aber darf auch), nun sind mich erlebnissen viel interessanter als vermutungen... Aus diese grund hatte ich nur davon geredet was ich selber erlebt hatte oder von meine eltern erfahren habe. Darüber kann man sich auch weniger streiten.

    Ja, und gestern war ich etwa gereizt, aus andere gründen als diese thread oder du...

    Weil wenn ich lese wie jeden wirklich erlebt hat, finde ich es auch einfacher zu einordnen was vielleicht einfacher war oder was schwieriger war.

    lg

  6. #76
    Gibt´s Kaffee ?

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 1.610

    AW: Wie wurden Erwachsene ADS'ler früher behandelt?

    IonTichy schreibt:
    Ich bin der Meinung, dass mit den Sozialen Sicherungsmechanismen die Möglichkeiten von Außenseitern sehr viel besser sind und es einfacher ist, eine zweite Chance zu bekommen. Hartz IV ist zwar ein Rückschritt gegenüber der Zeit davor und geht in vielem in eine falsche Richtung, aber es ist besser als in Vorkriegszeiten.
    So sehe ich das auch

    Ich konnte auch bis zu meiner Diagnose ohne Behandlung "leben" - aber es ging eben verdammt viel und v.a. immer mehr schief.
    Das Buch "zwanghaft zerstreut erschien in Deutschland 1999, amerikanische Erstausgabe ein ganzes Stück früher, die Fallgeschichten darin zeigen Lebensgeschichten die viele Jahrzehnte her sind und aus ziemlich ländlichen Gegenden. ADS hat denen trotzdem handfeste Probleme gemacht.
    Das Buch scheint wirklich sehr interessant zu sein, schade dass ich zu spät auf das "Wanderbuch" aufmerksam wurde...


    Das mit dem Arbeiten können ist so eine Sache.
    Auch als Tagelöhner spricht sich ein bisschen herum, welche interessanten Eigenschaften Du so mitbringst, dass Du z.B. sehr impulsiv bist und es deshalb öfter ärger gibt, Du zwar ackern kannst, aber halt auch viele Fehler machst.
    Ja, auch als Tagelöhner kann man Fehler machen: Unfälle durch Schusseligkeit, unvollständige oder "Eigenwillige" Ausführung, etc.


    Das führt dazu, dass Du halt einfach nicht genommen wirst.
    Ich kann mir auch gut vorstellen: je niederer die Arbeit, desto höherer Anspruch an die Funktionalität, also gegensätzlich zu "unseren" Schwächen und Stärken...


    Wir haben aber sehr viel mehr Schwierigkeiten, und die sind durchaus alle geeignet, das Leben zur Hölle zu machen, oder eben auf die Arbeitsfähigkeit zurückzuwirken.
    Natürlich sind aufsässige Gerechtigkeitsfanatiker, die einfach nicht nachgeben wollen oder können, schon immer angeeckt. Ist ja auch ein ganz sympathischer Zug an uns, aber er macht eben Schwierigkeiten, die auf jeder Ebene auswirkungen haben können, bis zu Knast oder Tod.
    Eben sehr viele verschiedene Ebenen und je nach "Zeitalter" waren unterschiedliche Ebenen "betroffen"

    Ich hab irgendwo gelesen, dass in irgendwelchen Entwicklungsländern die Häufigkeit von Erwachsenen-ADS tatsächlich deutlich geringer ist als bei uns, während die Kindes-und Jugend-ADS durchaus auf vergleichbarem Level steht.

    Die Interpretation dazu ist durchaus nicht, dass sich die ADS öfter "auswächst" - sondern dass ADSler seltener so lange überleben.
    Interesssant.... würde ich gerne genauer nachlesen

    LG Tanja

  7. #77
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 384

    AW: Wie wurden Erwachsene ADS'ler früher behandelt?

    Was heute gravierend anders ist im Vergleich zu früher ist
    Früher lebte man in Großfamilien (zumindest am Land), zu Zeiten sozialen Notstandes fing einen die FAMILIE auf.
    Heute kann eine Familie einzelne Mitglieder nicht mehr unterstützen (warum eigentlich nicht), sondern es ist Aufgabe des Staates.

    Es war definitiv leichter sich mit Kompensationsstrategien durchzumogeln, weil der Großteil der Bevölkerung eher ungebildet war.
    Heute weist man Dir Unvermögen nach und setzt Dich auf die Straße, wo Du ziemlich allein mit Deinen Problemen bist.
    Oder wer füttert mich von uns hier durch?

    Ob unsereins mehr Entfaltungsspielraum hatte ist fraglich. Jedoch boten sich gerade für unsere Fähigkeiten mannigfaltig Perspektiven, sich immer wieder neu zu orientieren.
    Heute Erntehelfer, morgen Schusterknappe und übermorgen Schafhirte. Was man vorher gemacht hatte spielte KEINE Rollex.
    Ich beziehe mich auf die Zeit um 1910. Berichte meiner Oma, die von Ihrer Art schon auch auffiel. Sie hat's zur Hofdame am Schloß geschafft.

    Die Kriegszeiten waren hart. Trotz dem hielt man im Dorf und auf dem Lande zusammen, unterstützte sich gegenseitig.
    Z.B. lieh man dem Nachbarn seinen Pflug, und bekam im Gegenzug den Zugochsen und den Wagen mit Holzrädern.
    Auf dem ich mit vier Jahren noch die Kartoffeln vom Feld einsammelte. 1970 nutzten wir den immer noch!

    Das fehlt heute komplett.
    Wer hilft schon wem?
    Ist doch so, dass jeder das schützt, was er erwirtschaftet hat und nichts mehr teilen kann, bzw. will.
    Man lässt andere gar nicht mal erkennen, was man teilen könnte. Am Schluss ist man doch selbst der Dumme

    Das lässt sich auch noch steigern, indem man wenn man kann sein Geld auf die Bahamas, Liechtenstein, Schweiz oder sonst wo hinbringt.
    Was das mit ADHS zu tun hat? Sorry, das frage ich mich auch gerade.

    Ach ja, richtig. Faden verloren. So wie ich erfahren habe, erkennen wir diese Ungerechtigkeiten meist sehr schnell. Und ich habe kein Blatt vor den Mund genommen.
    Das war so unangenehm, dass ich abgestempelt zum Geisteskranken meine Arbeit nicht mehr machen konnte.
    Heute. Das gab's früher auch? Wo?

    Früher wurden die Leute geschlagen? Das gibt's heute auch. Und glaubt einer, dass da jemand eingreift?
    Seit die Prügelstrafe abgeschafft wurde vielleicht? - Nicht wirklich.

    Ich sage nicht früher war es besser. Aber die Strukturen früher waren meiner Meinung nach schon ADHS freundlicher.

  8. #78
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 2.680

    AW: Wie wurden Erwachsene ADS'ler früher behandelt?

    mj71 schreibt:
    Vielleicht ist man heute damit genauer als früher... Was mich wunder nimmt: kommt der name für was wir heute als ADS kennen so spät weil es vorher wirklich schlimmeres gab, oder weil es heute mehr auffällt oder einfach gab es früher andere erklärungen?

    Auch etwas dass ich der eindruck habe von heute: heute ist der anspruch glücklich zu sein scheinbar grösser als früher. Es hat der vorteil dass die leute mehr zu ihnen schauen. Aber es gibt auch eine gewisse druck an sich zu arbeiten... Vorher war schon gut wenn man sich angepasst hatte und seine pflichten erledigt hatte... Der druck glücklich zu sein kenne ich selber aus erfahrung.
    "Weil es vorher wirklich schlimmeres gab" ist ein ganz schrecklicher Satz und bringt mich heftig zum reagieren, also, ist nicht persönlich gemeint, aber:

    Ich und z.B. ElWirrwar haben hier eine Menge an Beispielen gebracht, wie sich ADS auch früher negativ ausgewirkt haben dürfte.
    Für ein Kind, das wegen seiner Verhaltensauffälligkeiten in einer der erwähnten "erziehungsanstalten" gelandet ist: Was könnte fpr ein solches Kind WICHTIGER sein als grade die Frage, warum es dort gelandet ist, und was ihm hätte helfen können, nicht dort zu landen ?

    Wer mit Hochfliegenden Plänen gestartet ist und durch seine unbegreifliche unzuverläsigkeit in bestimmten Details Arbeit, Haus und Hof verliert, alles verliert, und deshalb haltlos in den Abgrund stürzt: was soll für den WICHTIGER sein, als begreifen zu können, warum das Versagen sein ständiger Begleiter bleibt?

    Die erhöhte Unfallgefahr in allen Bereichen habe ich schon erwähnt - egal ob aus Schusselikeit oder Impulsivität.
    Wer grade den Mann und Geldverdiener verloren hat wegen eines Unfals, den man irgendwie hat kommen sehen - irgendwann muss dem mal was passieren "so wie er ist" - was könnte wichtiger sein als zu verstehen, warum er "so ist", wie es hätte verhindert werden können, wie es hätte verstanden werden können ?

    ADS ist eben ein Syndrom des Scheiterns - für sehr viele Betroffene.
    WAS BITTESCHÖN sollte GRUNDLEGEND WICHTIGER sein können, als das grundlegende Problem des andauernden Scheiterns zu verstehen ?

    Was ich versuche hier zu sagen, ist nicht weniger, als dass ADS existenzbedrohend ist.
    Und das schon immer war.
    Und als solches nicht ernst genommen wird, auch hier offenbar nicht.

    Es gibt viele typische Eigenschaften von ADS, und einige sind durchaus sympathisch. Aber auch die machen das Leben für Betroffene nicht leichter. Die allermeisten Eigenschaften führen potentiell vor allem zu Problemen.

    Diese kleinen Aussagen, gegen die ich hier stellenweise sehr drastische Gegenpositionen anführe, sprechen eine Verharmlosung von ADS aus, die ich nicht für gut halten kann.

    ADS ist keine Kleinigkeit, und führt in allen Lebensbereichen zu Beeinträchtigungen. Nicht bei jedem in gleichem Maße, aber insgesamt ist das eben ein bestens untersuchter Fakt.

  9. #79
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 284

    AW: Wie wurden Erwachsene ADS'ler früher behandelt?

    Es mag sein, dass die Strukturen früher ADHS freundlicher waren dennoch ganz so einfach ist das nicht.

    Von meinem Großvater weiß ich das es bei 7 Kindern viele schläge gab. Er selbst hat die Tradition fortgesetzt war Alkoholiker und sehr Impulsiv. Hat Frau und Kinder geschlagen weil Zucht und Ordnung muß sein. Mein. Vater hat dieses verinnerlicht und weitergeführt.

    Ich gehe davon aus dass sich der größte Teil der ADHS`ler früher selbst mit viel Alkohol behandelt hat.
    Persönlichkeits Störungen inklusive.

    In dem Dorf wo ich wohne gibt es ein paar solcher Exemplare und die älteren Leute sagen dazu die muss man so nehmen wie sie sind.

    Ach ja die Frauen wurden früher gerne in fremde Haushalte geschickt, ob mit oder ohne ADHS, was auch vielen geschadet hat.
    Meine Mutter war so ein Fall, bis zu ihrem Lebensende hat sie einige Jahre ihres Lebens einfach weggesperrt, ich glaub Dissoziation ist der richtige Begriff dafür.

  10. #80
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 2.680

    AW: Wie wurden Erwachsene ADS'ler früher behandelt?

    @SteveD
    Ich nehme Deine Argumentation zur Kenntnis, aber ich teile sie in keiner Weise.

    Meine Argumentation habe ich in mehreren Beiträgen schon ausgeführt.
    Ich könnte erneut Deine Argumentation auseinandernehmen, aber damit drehen wir uns im Kreis.

    Du bringst Beispiele, nach denen Du glaubst, frühere Zeit sei ADS-freundlicher gewesen, ich bringe welche, die ganz typische Problemzonen für ADS-Betroffene waren.

    Ich bin nicht der Meinung, dass frühere Zeiten ADS-freundlciher waren, ganz im Gegenteil.
    Und ich finde Deine Betrachtungen verharmlosend.
    Sie liefern eine Darstellung, die die ADS-Eigenschaften meiner Meinung nach nur sehr oberflächlich in Betracht ziehen.
    Zu einer weiteren Annäherung werden wir in unseren Meinungen vermutlich nicht kommen.

    Was ich aber nicht als persönliche Differenz sehe
    sondern auschließlich eine Sachliche.
    Bezieht sich auch auf alle in dieser Diskussion.
    Der Meinungsaustausch war hart, aber fair, und die positionen sind in der nächsten Diskussion vielleicht ja wieder ganz anders verteilt.
    Ich klinke mich hier aus, aber man sieht sich in anderen "heißen" Diskussionen ja (hoffentlich) wieder

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