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Diskutiere im Thema Wie wurden Erwachsene ADS'ler früher behandelt? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #61
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 2.680

    AW: Wie wurden Erwachsene ADS'ler früher behandelt?

    Dass wir wegen ADS heute "mehr negativ auffallen" als früher gehört wieder zu den Sachen, die ich absolut nicht glaube.
    "Anders" zu sein war immer schon ein Anlass zu Ausgrenzung.

    wer glaubt, dass der "Normierungsdruck" gegenüber früher zugenommen habe, hat wohl noch nie in einem kleinen Dorf gelebt, wo jeder alles über jeden weiß, jede Missetat in Windeseile die Runde macht, und getuschelt und geredet wird.
    Wer da nicht reinpasst, wird gemobbt, auch wenn es das Wort noch nicht gab.

    Der Normierungsdruck in einer solchen Gesellschaft ist ganz enorm, und umfasst das ganze Leben vollständiger als irgendein Arbeitgeber das könnte.

    Wie Elwirrwar schon sagte: Für "Schwierige" Kinder gabs zu allen mögliche Zeiten Einrichtungen, da kanns einem Grausen davor.
    Also ratet mal, was da wohl zu großen Teilen reinkam?

  2. #62
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.455

    AW: Wie wurden Erwachsene ADS'ler früher behandelt?

    Hallo IonTichy,

    Wenn ich an die 2 generationen vor mich denke (ich habe nur dass als ausgangpunkt, weiter gehe ich nicht!), so wohl meine Oma als mein Vater waren schon als irgendwie "kommisch" gesehen. Aber ich hatte nie davon gehört dass meine Oma deswegen von ganze dorf gemobbt war! Eine ehemann hat sie doch gefunden und er war lieb mit ihr. Von mein vater hatte ich auch nie solche geschichten, so schlimm gehört. Als junge mann und auch später hat er immer seine freundekreis gehabt und er hat auch eine tolle ehefrau gefunden...
    Ich muss vielleicht nachfragen... Gemobbt war ich in mein leben und zwar lange und heftig. Und zwar an verschiedene orten, bei verschiedene arbeitgeber und heftig ist es nach eine umzug gekommen. Wie wenn der dorf der mich vorher schon kannte, mit mich doch netter war als der neue... Ob es heute weniger gemobbt wird als früher (früher war auch gemobbt) bin ich mich auch nicht so sicher...

    Wie war es in deine familie? Ich finde dort haben wir doch einige "beweisen" wie es war...

    lg

  3. #63
    Gibt´s Kaffee ?

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 1.610

    AW: Wie wurden Erwachsene ADS'ler früher behandelt?

    mj71 schreibt:

    Genau so denke ich, du hast es viel besser zu ausdruck gebracht!
    @mj71:Mais en francais ca serait (??) une autre chose...

    @pero: Früher heißt ja nicht nur weniger Reize und mehr Bewegung, sondern auch viel mehr Existenzängste als heutzutage, es gab z.B. kein soziales Netzwerk (wenn die Familie weggebrochen ist), keine Krankenversicherung, wer nicht zahlen konnte hatte eben Pech....etc...etc..
    Ich denke, das gerade Ängste für uns zu einem großen Problem werden können (erhöhte Aktivität in der Amygdala)..

    @Elwirrwarr: Da gebe ich Dir Recht, aber Du schreibst ja selbst, Angst erstickt, (kann auch lähmen, Kraft kosten... denke ich). Diese Angst vor Misshandlung gibt es heutzutage zwar leider auch noch, aber nicht mehr in dem Ausmaß und heutzutage haben mißhandelte Frauen mehr Möglichkeiten und Unterstützung von aussen....

    Im Grunde wieder ein Beispiel dafür, dass sich das mit den Belastungen von damals und heute schon irgendwie ausgleicht...

    @IonTichy: Genau, wer schonmal so einen Dorftratsch durchgemacht hat, kann davon ein Lied singen...

    LG Tanja

  4. #64
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 2.680

    AW: Wie wurden Erwachsene ADS'ler früher behandelt?

    Was anderes ist diese Idee, irgendwie müssen die ja durchs Leben gekommen sein, ohne daran zu zerbrechen, sonst wären wir ausgestorben.

    Wer sagt, dass man, wenn man Kinder hat , nicht ein gebrochener Mensch sein kann?

    Der Spruch "Ich hab doch auch meine Lücke gefunden" gehört in die Kategorie Unworte
    Das ist auf demselben Niveau wie "reiß dich halt einfach mal zusammen".
    Dass es Menschen gibt, die gut damit klarkommen, berechtigt nicht zu der Annahme, dass es deshalb für alle so sein kann. Wenn man diese Annahme überprüft, stellt man nämlich fest dass sie nicht stimmt - und dafür gibt es belastbares statistisches Material.

    Ich behaupte hier nicht, dass früher alle ADSler als Erwachsene gebrochene Menschen waren und außerdem schon lange tot, weil sie gar nicht so alt werden.

    Es gibt heute Menschen, die trotz ADS anständig durchs Leben kommen, und es gab sie früher wohl auch.

    Aber es gibt heute Menschen, die damit beliebig große und beliebig häufige Probleme haben, und solche ganz gewaschenen Probleme WEGEN ADS hatten ADSler meiner Meinung nach schon immer. Also ein gewichtiger zusätzlicher Packen an Problemen zusätzlich zu dem, mit dem durchschnittliche Menschen der jeweiligen Zeit auch zu kämpfen haben.

    Von dieser Vorstellung bin ich recht überzeugt, kann sie aber genau so schlecht "belegen" wie die Gegendarstellung. Sie hat lediglich den Vorteil, dass ich gar nicht behaupte, dass es auch ein paar entlastende Faktoren gab, sondern nur, dass man bitteschön nicht unterschlagen sollte, welche Schwierigkeiten denn typischerweise auftauchen dürften. Und da möge man doch bitte die ganze Palette an ADS-typischen Sonderbarkeiten hinzuziehen, mit denen wir zu kämpfen haben, und verfrachte die mit in die jeweils betrachtete Zeit.

    Wenn ich annehme, dass ich damit recht habe, finde ich das insofern wichtig, weil es völlig im Widerspruch steht zu dem allgegenwärtigen gelaber, dass ADS eine neumodische Erfindung sei, es das früher nicht gegeben habe und kein Problem gewesen sei.

    Das ist einfach nicht so.

    Biografien, in denen all das passiert, was ich da schwarz an die Wand gemalt habe, gibt es tatsächlich, und es gibt sie zuhauf.
    ADS ist auch ein Syndrom des Scheiterns, für sehr viele Betroffeme. Biografien des Scheiterns tragen sehr oft viel ADS-Charakteristik in sich.

    @ mj71: Ich sehe ziemlich gute Gründe dafür, solches mobbing, wenn es für Deine Großeltern oder Eltern stattgefunden hat, vor den eigenen Kindern zu verbergen. Und früher war vielleicht das Selbstverständnis noch mehr so, dass man über solche Peinlichkeiten lieber schweigt. Das müsstest Du schon tatsächlich direkt ansprechen, um dazu etwas zu erfahren.

    Tschuldigung, dass ich mich mal wieder nicht kurz fassen kann

  5. #65
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.455

    AW: Wie wurden Erwachsene ADS'ler früher behandelt?

    Hallo alle,

    @ IonTichy: um kinder zu bekommen, muss man nur genug lange leben um zu geschlechtsreife zu kommen und dann eine partner finden um ein kind zu zeugen... Also, so weit sind immer wieder ADSler gekommen, aber es heisst noch nicht wie schlecht es ihnen ging... Nun, ich weiss dass es wirklich sehr schweren zeiten gab und trotzdem gab es immer genug die ihre genen weitergegeben haben...

    Dass es Menschen gibt, die gut damit klarkommen, berechtigt nicht zu der Annahme, dass es deshalb für alle so sein kann. Wenn man diese Annahme überprüft, stellt man nämlich fest dass sie nicht stimmt - und dafür gibt es belastbares statistisches Material.
    Ja, klar! es gibt heute menschen die damit nicht klar kommen und daran echt zerbrechen und menschen die damit irgendwie klar kommen (mindenstens äusserlich) und ich vermute dass es immer so war, mit manchmal mehr gescheiterte leben, mal mit weniger... Je nach umständen.

    Eingen von uns meinen, früher seien ADS irgendwie weniger aufgefallen, obwohl das leben für alles schwieriger war, andere meinen das gegenteil... Und wenn es beiden gab??? Ich denke, im manche bereichen geht es uns viel besser als früher, aber es sind auch neue problemen gekommen...

    Und wenn ich an eine "schöne frühere zeiten" denke und rede, meine ich ehe die 80' jahren die ich selber erlebt hatte (war kind) und noch vielleicht die 60'-70' wo es wirklich im europa, in viele bereicht uns recht gut ging! Was die wirtschaft war, es war wirklich viel besser als jetzt! Aber die 40' jahren finde ich sie sicher nicht schöner als jetzt, es war krieg... Also, wäre gut dass wir mal darüber reden von welche zeiten man genau redet!

    Aber es gibt heute Menschen, die damit beliebig große und beliebig häufige Probleme haben, und solche ganz gewaschenen Probleme WEGEN ADS hatten ADSler meiner Meinung nach schon immer. Also ein gewichtiger zusätzlicher Packen an Problemen zusätzlich zu dem, mit dem durchschnittliche Menschen der jeweiligen Zeit auch zu kämpfen haben.
    Ja klar! Nun, wenn es andere menschen gut ging (vor 30 jahren) ging es wahrscheinlich ADSler auch etwa gut, vielleicht besser als heute... Vielleicht war der unterschied zwischen wie es ADSler geht und wie es andere geht doch etwa variabel... Es gibt heute eben auch sehr unterschiedliche biographien und es ist bekannt dass der umfeld, bei ADSler eine rolle spielt... Also, wie stark einer negativ auffällt darf wirklich schwanken durch die zeit! Auffallen tuen sie ehe immer!

    Irgendetwas geht mich durch der kopf... Es macht schon eine weile dass es für viele verschieden psychische krankheiten irgend eine name gibt... Sicher auch weil es menschen gab die manche symptomen gezeigt hatten...

    Wenn ich annehme, dass ich damit recht habe, finde ich das insofern wichtig, weil es völlig im Widerspruch steht zu dem allgegenwärtigen gelaber, dass ADS eine neumodische Erfindung sei, es das früher nicht gegeben habe und kein Problem gewesen sei.
    Wer hat es hier so was gesagt? Ich habe nur gesagt dass es ADSler in mein familie gab die irgendwie durchgekommen sind und eine etwa normale leben geführt hatte, was ich selber nicht schaffe. Also, es gibt mich der eindruck dass ich schwieriger habe als ihnen, wieso genau weiss ich nicht... Nun ich weiss dass ich vor allem mit der leistungsdruck und reizüberflutung von heute am meistens mühe habe.

    @ mj71: Ich sehe ziemlich gute Gründe dafür, solches mobbing, wenn es für Deine Großeltern oder Eltern stattgefunden hat, vor den eigenen Kindern zu verbergen. Und früher war vielleicht das Selbstverständnis noch mehr so, dass man über solche Peinlichkeiten lieber schweigt. Das müsstest Du schon tatsächlich direkt ansprechen, um dazu etwas zu erfahren.
    Als ehemalige mobbingopfer, spüre ich von weit (ich konnte es immer wieder bestädigen!) menschen mit ähnliche schicksaal... Wenn ich nachdenke wie mein vater erzogen hatte, was mich zeigt wie er selber erzogen war, war er wirklich streng und es ging mit körperliche strafen. Aber ein grosse teil seine verhalten war auch einfach impulsiv. Also, dass er mit bekannte ADS-sprüche verlletzt war, kann ich schon denken, von ihm habe ich auch eine menge gehört... Aber von mobbing, habe ich weniger der eindruck. Aber ich kann mal nachfragen.

    Vielleicht ist man heute damit genauer als früher... Was mich wunder nimmt: kommt der name für was wir heute als ADS kennen so spät weil es vorher wirklich schlimmeres gab, oder weil es heute mehr auffällt oder einfach gab es früher andere erklärungen?

    Auch etwas dass ich der eindruck habe von heute: heute ist der anspruch glücklich zu sein scheinbar grösser als früher. Es hat der vorteil dass die leute mehr zu ihnen schauen. Aber es gibt auch eine gewisse druck an sich zu arbeiten... Vorher war schon gut wenn man sich angepasst hatte und seine pflichten erledigt hatte... Der druck glücklich zu sein kenne ich selber aus erfahrung.

    es kommt mich gerade im sinn... Einmal hatte ich ein buch der jetzt mehr als 100 jahre alt, sind doch viel tips für frauen gegeben, von eine ärtzin und es war schon um diese zeit ehe modern... Aber es gibt eine schöne einblick wie es früher war... Ich errine mich an eine text, es könnt von ADS reden (oder von depression) und so schlimm finde ich sie auch nicht... Es redet von leute die emotional labil sind, rasch verletzt werden und sagen dass körperkontakt im form von massage ihnen gut tut und dass man sie mich schlechte nachrichten schonen sollte... Eigentlich finde ich so was ehe positiv... Vielleicht lese ich mal wieder diese buch um mal hinweisen zu geben wie es mit ADS umgegangen war... Sonst ist mich dort vor allem die haltung gegenüber die sexualität aufgefallen: wirklich mehr verklemmt als heute.

    lg

  6. #66
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 39

    AW: Wie wurden Erwachsene ADS'ler früher behandelt?

    Halle mj71.

    Ich glaube, mit meinem Spitznamen habe ich für Verwirrung gesorgt.
    Ich habe diesen Spitznamen, obwohl ich Frau bin, von meinen Kollegen (nach dem Film mit Steven Seagal) verpasst bekommen. Auf Nachfrage wurde erklärt: Je mehr ich gereizt und geärgert werde, um so kälter werden meine Äußerungen und Handlungen.

    Tschuldigung für die Verwirrung.

    LG nico

  7. #67
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 61
    Forum-Beiträge: 2.091

    AW: Wie wurden Erwachsene ADS'ler früher behandelt?

    Und wenn ich an eine "schöne frühere zeiten" denke und rede, meine ich ehe die 80' jahren die ich selber erlebt hatte (war kind) und noch vielleicht die 60'-70' wo es wirklich im europa, in viele bereicht uns recht gut ging! Was die wirtschaft war, es war wirklich viel besser als jetzt! Aber die 40' jahren finde ich sie sicher nicht schöner als jetzt, es war krieg... Also, wäre gut dass wir mal darüber reden von welche zeiten man genau redet!
    in den 60' hatten wir in der BRD eine heftige WIrtschafts- und Strukturkrise, das halbe Ruhrgebiet wurde damals arbeitslos - mein Vater z. B. auch, ab dann war er 10 Jahre arbeitslos und es ging uns sehr schlecht, wir waren damit keine Ausnahme. In den Schulen gab es noch alte Nazilehrer, die Welt war miefig und nicht umsonst gab es die 68iger Revolten. Ich verstehen, dass jemand, der erst nach 1970 geboren ist und erst in den 80igern pubertierte es sich gar nicht vorstellen kann , wie miefig und piefig die Zeit vor ihm war.

    Nun, wenn es andere menschen gut ging (vor 30 jahren) ging es wahrscheinlich ADSler auch etwa gut, vielleicht besser als heute...
    meinem Sohn ging es vor 30 Jahren als ADHSler sehr schlecht, er sollte vor 25 Jahren in eine Sonderschule für Verhaltesgestörte. Mir als Mutter wurde versagen und Egoismus vorgeworfen - auch das war zu der Zeit Standart.

    Irgendetwas geht mich durch der kopf... Es macht schon eine weile dass es für viele verschieden psychische krankheiten irgend eine name gibt... Sicher auch weil es menschen gab die manche symptomen gezeigt hatten...
    ja, die waren verzogen, frech, labil, hyperaktiv, hatten eine lese-rechtschreibschwäche und alle möglichen anderen Komorbiditäten.


    Und natürlich gabe es Mobbing, es gab nur nicht den Namen dafür, ich könnte hier seitenweise von Mobbing aus dem 30', 40' (da hieß Mobbing Gestapo),den 50', den 60' und so weiter füllen.

    Ich habe jahrelang in einem Obdach für Männer gearbeitet - da kann man auch viele gescheiterte Menschen kennenlernen, von denen wohl viele ADHSler sind.



    mj 72 bestimmt gibt es sie auch immer, die AD(H)Sler, die gut durchs Leben kommen, die gab es früher und die gibt es auch heute (und die sind wahrscheinlich gar nicht hier im Forum, weil sie gar kenen Leidensdruck haben) - aber es ging ihnen nicht per se früher besser,

    elwirrwarr

  8. #68
    pero

    Gast

    AW: Wie wurden Erwachsene ADS'ler früher behandelt?

    Früher heißt ja nicht nur weniger Reize und mehr Bewegung, sondern auch viel mehr Existenzängste als heutzutage, es gab z.B. kein soziales Netzwerk (wenn die Familie weggebrochen ist), keine Krankenversicherung, wer nicht zahlen konnte hatte eben Pech....etc...etc..
    Früher war nicht alles besser, das meinte ich nicht. Ich glaube aber auch nicht das es mehr Existenzängste gab. Ja, man konnte tiefer fallen, aber die Angst davor wird heute die Massenmedien auch permanent befeuert. Und das ist auch belegbar. Die Menschen haben heute sehr viel mehr Angst Opfer von Gewaltverbrechen zu werden und obwohl das Risiko permanent (und belegbar) abnimmt.
    Ängste habe wenig mit der Realität zu tun. Ich glaube sogar das ein echter Existenzkampf viele Probleme überdeckt. Wenn das Hirn auf "überleben" schaltet, geht sehr viel mehr als im Normalbetrieb.

    Dazu kommt das es früher sehr viel Arbeit gab die man ohne Ausbildung machen konnte. Und diese Jobs gibt es heute nicht mehr.
    Ich glaube ich könnte durchaus ohne Medis und ohne Behandlung als Tagelöhner auf einem Bauernhof mein (dann sehr geringes) Einkommen erwirtschaften. Vielleicht hätte ich auch Probleme mit anderen Menschen, aber mein Einkommen könnte ich verdienen. Aber diese Art von Arbeit gibt es nicht mehr, also muss ich meinen Job machen oder Falle in Hartz 4 und bekomme dann richtig Druck von der ARGE.

    Ich habe meine Diagnose erst wenige Wochen, habe vorher 32 Jahre im Berufsleben gestanden und war darin durchaus sehr erfolgreich. Warum habe ich dann auf einmal so massive Probleme?
    Für mich ist eine Erklärung das mein Leben und mein Berufsaltag in den letzten Jahren immer komplexer und anspruchsvoller wurde und ich auf der anderen Seite, auch durch mein Alter, mehr Energie für die gleiche Leistung aufwenden musste.
    Früher war Bildbearbeitung eine Tätigkeit von mehreren Tagen, heute ist das eine Frage von Minuten. Dabei wird das gleiche gemacht, aber mit anderen Werkzeugen. Es hatte fast etwas meditatives ein Negativ auszuflecken, heute ist das ein Stressjob am Monitor während man permanent von eingehenden Mail und Telefonaten unterbrochen wird.
    Früher gab es ein Telefon im Raum, für 12 Leute, heute hat jeder eins am Arbeitsplatz, plus sein eigenes Handy....
    Früher musste ich wissen wie ich einen Film Entwickle, heute muss ich einen Computer verstehen und bedienen. Das ist ein vielfaches an Komplexität.

    Ich glaube heute ist es für ALLE Menschen schwerer geworden, auch für Stinos. Vielleicht kommen die damit noch gerade so zurecht. Aber alle "anderen" scheitern heute sehr viel Schneller und Härter. Die glücklichsten Menschen sind nicht die mit dem größten Wohlstand.

    Dazu ein Zitat aus der Welt
    Wäre Wohlstand ein klarer Indikator für Glück, stünde Deutschland nicht nur auf Platz 30 des "Happiness Report" – hinter Italien und Kuwait.
    LG
    pero

    Ich glaube es wird wieder Zeit für eine Pille, habe mich wieder mal in Rage geschrieben.

  9. #69
    Gibt´s Kaffee ?

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 1.610

    AW: Wie wurden Erwachsene ADS'ler früher behandelt?

    Hallo Pero,

    Ich denke, dass jede Zeit ihre Tücken und Annehmlichkeiten hat, diese haben sich eben sehr verschoben und ob die Bequemlichkeit aufgrund des technischen Fortschritts so gut für die Menschheit ist..? Da spiele ich auf den heutigen Bewegungsmangel von vielen Menschen an (mich eingeschlossen)

    pero schreibt:
    Vielleicht hätte ich auch Probleme mit anderen Menschen, aber mein Einkommen könnte ich verdienen. Aber diese Art von Arbeit gibt es nicht mehr, also muss ich meinen Job machen oder Falle in Hartz 4 und bekomme dann richtig Druck von der ARGE.
    Und wenn Du damals kein Geld verdient hättest, wärst Du eben verhungert, das hätte niemanden interessiert, wärest Du als Tagelöhner krank geworden, hättest Du Dir eine Behandlung nicht leisten können, dann wärest Du eben vom Gutsherren ausgetauscht worden, das damalige Schicksal war dann wahrscheinlich oft, betteln zu müssen und ständig dafür beleidigt zu werden
    Wir waren selbst schonmal eine längere Zeit auf HartzIV angewiesen, hatten keine Probleme mit den Sachbearbeitern und je nach Proiritätensetzung kann man damit auch einigermaßen auskommen (unsere Tochter hatte in der Zeit trotzdem Reitstunden)

    Ich habe meine Diagnose erst wenige Wochen, habe vorher 32 Jahre im Berufsleben gestanden und war darin durchaus sehr erfolgreich. Warum habe ich dann auf einmal so massive Probleme?
    Vielleicht, weil Du Deine über Jahre funktionierenden Kompensationsstrategien heute nicht mehr so gut aufrecht erhalten kannst, irgendwann läßt mit zunehmendem Alter die Energie einfach nach, bei vielen wird deshalb oft erst spät die AD(H)S erkannt... Das ist ja kein Makel, ich merke ja an mir auch, dass ich früher (Jugend/junge Erwachsene) trotz undiagnostizierter ADHS viel besser zurechtgekommen bin, als mit 35 und das wird erfahrungsgemäß mit den Jahren nicht besser. Icvh stelle mir das bildlich so vor, dass es da einen Energietank gibt, in jungen Jahren kommt mehr 'rein, als 'raus und im Laufe der Jahre kommte es irgendwann zu einem "Gleichstand" und dann geht es in die andere Richtung, also mehr Energie 'raus, als 'rein, so dass die Reserven aus jungen Jahren dann irgendwann einfach aufgebraucht sind (im hohen Alter)


    Für mich ist eine Erklärung das mein Leben und mein Berufsaltag in den letzten Jahren immer komplexer und anspruchsvoller wurde und ich auf der anderen Seite, auch durch mein Alter, mehr Energie für die gleiche Leistung aufwenden musste.
    Früher war Bildbearbeitung eine Tätigkeit von mehreren Tagen, heute ist das eine Frage von Minuten. Dabei wird das gleiche gemacht, aber mit anderen Werkzeugen. Es hatte fast etwas meditatives ein Negativ auszuflecken, heute ist das ein Stressjob am Monitor während man permanent von eingehenden Mail und Telefonaten unterbrochen wird.
    Früher gab es ein Telefon im Raum, für 12 Leute, heute hat jeder eins am Arbeitsplatz, plus sein eigenes Handy....
    Früher musste ich wissen wie ich einen Film Entwickle, heute muss ich einen Computer verstehen und bedienen. Das ist ein vielfaches an Komplexität.
    Klar das stimmt sicherlich, aber dafür hat sich im Gegenzug auch die medizinische Versorgung (gerade bei AD(H)S) verbessert, es gibt Therapien o.ä. die es früher nicht gab, es gibt einen Nachteilsausgleich, Reha-Förderung etc..etc...

    Ich glaube heute ist es für ALLE Menschen schwerer geworden, auch für Stinos. Vielleicht kommen die damit noch gerade so zurecht. Aber alle "anderen" scheitern heute sehr viel Schneller und Härter. Die glücklichsten Menschen sind nicht die mit dem größten Wohlstand.
    Es ist anders geworden, aber härter? Das kann ich nicht abschließend beurteilen, weil ich damals nicht gelebt habe, aber ich hätte ehrlich gesagt nicht im Mittelalter oder zu Zeiten, wo "Geisteskranke" kaserniert wurden leben wollen..

    Was Du (nach meiner Interpretation) andeutest, ist die "Entrücktheit" unserer Gesellschaft, weil nicht mehr der Erhalt der eigenen Art im Vordergrund steht, sondern die Aufrechterhaltung eines künstlichen Konstruktes (Geld)
    Ich glaube es wird wieder Zeit für eine Pille, habe mich wieder mal in Rage geschrieben.
    Ich habe nix von Rage bemerkt, ganz im Gegenteil, eine Diskussion kann doch erst dadurch spannend werden, dass unterschiedliche Meinungen geäußert werden...

    "Hey lass uns diskutieren"
    "ok, ich habe zu dem Thema diese Meinung"
    "Ich auch"
    ???

    Das ist doch langweilig

    LG Tanja

  10. #70
    pero

    Gast

    AW: Wie wurden Erwachsene ADS'ler früher behandelt?

    Was Du (nach meiner Interpretation) andeutest, ist die "Entrücktheit" unserer Gesellschaft, weil nicht mehr der Erhalt der eigenen Art im Vordergrund steht, sondern die Aufrechterhaltung eines künstlichen Konstruktes (Geld)
    Arterhaltung würde ich es nicht nennen, ich sehe es aber tatsächlich so das es bei uns tatsächlich nur noch um Geld geht.
    Und das ohne Skrupel solange die Folgen unsichtbar bleiben.
    Unsere Kinder bekomme jede Förderung, aber die Kleidung kaufen wir bei XXX zu einem Preis das jeder denkende Mensch wissen muss das das nur durch unmenschliche Arbeitsbedingungen so möglich ist. Aber He, ist uns doch egal, uns geht's doch gut und Hauptsache billig.

    Fest steht das WIR sehr viel länger Leben, also ist die Gesundheitsversorgung bei UNS sehr gut. Das gilt aber nicht für die armen Schlucker die unsere Kleidung in China, Nordkorea oder Pakistan nähen.

    Aber das ist wirklich OT...

    Ich bin dennoch der Meinung das die extreme Beschleunigung und Verdichtung unseres Lebens die Probleme von allen Aussenseitern verstärkt. Das ein nicht kleiner Teil davon mit den Arbeitsbedingungen von vor 40 Jahren auch ohne Behandlung leben könnte.

    Was davor war, das kann man wirklich nicht beurteilen. Ist halt immer auch eine Frage was man mit "früher" meint.
    Ich spreche von den letzten 40 Jahren, die Zeit habe ich selbst erlebt, dazu kann ich etwas sagen.

    Es ist ja aber auch nicht so das ADHSler überhaupt nicht arbeiten können, daher ist das Verhungern für mich nicht kein Argument. Wenn man (ganz früher) arbeitsunfähig wurde, dann hatte man Probleme, auch ohne ADHS. Die Frage ist doch war es früher mit ADHS einfacher und da würde ich eben sagen: Ja, weil die Arbeit psychisch einfacher und körperlicher war und es wesentlich weniger Ablenkungen gab.

    Die anderen Faktoren betrafen alle Menschen, auch die "ganz normalen".

    LG
    pero

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