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Diskutiere im Thema Therapie (tiefenpsychologisch) verlängern oder nicht? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 54

    Therapie (tiefenpsychologisch) verlängern oder nicht?

    Hallo ihr Lieben,

    ich benötige mal einen Blick von außen und etwas Entscheidungshilfe: Ich bin seit gut einem Jahr in psychotherapeutischer Behandlung wegen einer depressiven Phase Anfang des letzten Jahres. Die ADHS war da noch nicht diagnostiziert und kam während der Therapie als Verdacht nie auf. Der Therapeut arbeitet tiefenpsychologisch, was ich mir nicht bewusst ausgesucht habe, da es hier nur wenige freie Therapieplätze gibt und es mir damals nur wichtig war, überhaupt aufgefangen zu werden. Jetzt steht die Entscheidung an, ob ich die Therapie verlängern will.

    Dafür spricht für mich, dass ich mit dem Therapeuten menschlich gut zurechtkomme und er eine angenehme, unaufdringliche und dennoch hinterfragende Art hat. Ein paar Sachen, die so ans Licht kamen, sind wirklich interessant und haben mir Anregung zum Weiterdenken und teilweise auch zu Handlungsänderungen gegeben. So bin ich im Laufe der Therapie wieder sozial aktiver geworden, gehe mehr unter Leute, betreibe wieder ein Hobby und bin nicht mehr ganz so nah am Wasser gebaut.

    Gegen die Verlängerung spricht aus meiner Sicht, dass sich an der Prokrastination, die mein Hauptproblem im alltäglichen Leben darstellt und zu starkem Leidensdruck führt, fast nichts geändert hat. Zudem hält der Therapeut - eher von der alten Schule und offiziell auch schon in Rente - nichts von ADHS als Krankheitsbild. Ich habe ihm erst von meinem Verdacht erzählt, als die Diagnose stand. Er meinte nur, ich habe keine ADHS, und riet mir von der Einnahme von Medikamenten ab. Seitdem haben wir beide das Thema nicht mehr angesprochen.

    Nun stellen sich mir mehrere Fragen: Ist eine tiefenpsychologische Ausrichtung grundsätzlich nichts für mich oder kann sie bei einem anderen Therapeuten doch hilfreich sein? Oder sollte ich es mit einer Verhaltenstherapie versuchen? Dass sich etwas ändern muss, steht außer Frage, da ich Kompensationsstrategien entwickelt habe, mit denen ich mir viele Kräfte raube und die mich regelmäßig an den Rand meiner Kräfte bringen. Alleine gelingen mir die nötigen Veränderungen nicht bzw. kann ich die Auslöser/Ursachen oft nicht allein erkennen.

    Mein Bauchgefühl, dem ich meist trauen kann, sagt mir zwar schon, in welche Richtung meine Entscheidung gehen sollte, aber ich wäre euch dennoch sehr dankbar für ein paar Meinungen oder alternative Ideen. Denn - wie so einige - sehe ich häufig nur Weiß oder Schwarz.

    Viele Grüße!

  2. #2
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.445

    AW: Therapie (tiefenpsychologisch) verlängern oder nicht?

    Hallo EmilyErdbeer,

    Wenn es bereichen noch gibt wo er dich hilft, kannst du auch bei ihm noch eine weile bleiben, bis du ein andere therapeut findest oder deine andere problemen (wo er dich nicht helfen kann) wirklich im vordergrund drängen...

    So kannst du von eine therapie ohne gross unterbrüchen gehen... Oder du machst eine pause dazwischen?

    Ich habe verschiedenen therapien in mein leben gemacht und immer dann so weit gemacht bis ich gemerkt hatte, mehr kann der therapeut mich nicht helfen, oder es geht mich gut... Jeden hat mich etwas anders gebracht. Wirklich an die ADS-problematik, konnten die wenigstens damit etwas anfangen und darum sind solche therapeut um zu mehr wertvoll...

    So habe ich verschieden möglichkeiten geschrieben... Vielleicht ist da etwas zu brauchen?

    lg

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 27
    Forum-Beiträge: 27

    AW: Therapie (tiefenpsychologisch) verlängern oder nicht?

    Hi das du den Therapeut magst und er dir schon helfen konnte ist doch sehr positiv . Für mich persönlich sind Therapien zwar nichts , aber ich würde an deiner Stelle die Therapie schon fortführen .

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 54

    AW: Therapie (tiefenpsychologisch) verlängern oder nicht?

    Hallo ihr beiden,

    vielen Dank für eure Antworten. Es geschehen noch Zeichen und Wunder und ich habe einen Therapieplatz in Aussicht! Jetzt plagt mich mit meinem Harmoniebedürfnis natürlich das schlechte Gewissen, meinen jetzigen Therapeuten "im Stich" zu lassen, obwohl dieser Gedanke ja eigentlich Quatsch ist und ich ihm auch schon gesagt hatte, dass ich mich anderweitig umsehe.

    Ich finde schon, dass ein Therapeut zumindest die Diagnose AD(H)S erst einmal ernst nehmen sollte und seine Therapie ggf. daraus ausrichten sollte, solange nicht komorbide Störungen dringender behandelt werden müssen. Wie seht ihr das?

  5. #5
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.445

    AW: Therapie (tiefenpsychologisch) verlängern oder nicht?

    Hallo EmilyErdbeer,

    Schlechte gewissen gegenüber dein therapeut ist unötig! Er macht seine arbeit wie er nun kann, aber deine gesundheit ist wichtig und wenn was er dich gibt dich nicht passt, finde ich wichtig dass du anderswo suchst... Es gibt auch genug menschen in der gegend die seine dienst brauchen können...

    Ich finde auch wichtig dass ADS ernst genommen werden sollte, nun ist der fachwelt leider gar nicht so weit... Ich hoffe, es ändert sich rasch! So lange dass es noch nicht so ist, haben wir nur die möglichkeit wählerisch zu sein und selber passende therapeut zu suchen.

    Komorbide störung können zum teil auch ohne rücksicht auf ADS behandelt werden, aber oft ist der erfolg bescheiden... ADSler können vieles haben was nicht betroffenen haben, aber reagieren damit doch etwa anders und brauchen auch rücksicht auf ihre art zu ticken.

    lg

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