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Diskutiere im Thema ADHS im PET erkennbar im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #31
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 2.435

    AW: ADHS im PET erkennbar

    tasseKaffee schreibt:
    @smile: ich widerspreche dir ja nicht

    Es ist mit sicherheit gut für manche, dass es MPH gibt, und dass man damit "funktioniert wie alle anderen".
    Aber es heißt einfach nicht, dass man unnormal ist.
    )
    Oh.... sorry, habe es nicht als Widerspruch aufgenommen.. ich möchte manchmal so viel in einem Satz schreiben.... :-)

    Nein, ich empfinde mich auch nicht als unormal - anders schon.
    Ich nehme im Moment auch kein mph mehr - doch es hat mir in einer schwierigen Zeit sehr geholfen - vor allem
    weil mein Hauptproblem meine extreme Emotionen waren - heute geht es wieder ohne. Ich bin froh, weiss ich was mit mir los ist.

    Lg

  2. #32
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 2.435

    AW: ADHS im PET erkennbar

    Sternhagel schreibt:
    Klar, im Idealfall wird man als ADHS'ler ein berühmter Künstler/Wissenschaftler oder so etwas, der sich voll und ganz auf seine Berufung konzentrieren kann und die nervigen Arbeiten an Assistenzkräfte deligieren kann. So jemand kann sich dann auch voll und ganz auf die Stärken konzentrieren. Aber im normalen Leben ergeben sich wohl wesentlich mehr Hürden durch die Schwächen eines ADS'lers als er durch eventuelle Stärken kompensieren könnte. Von dem her ist der Ansatz sich erstmals auf die Schwächen zu konzentrieren durchaus gerechtfertigt.

    Das heißt nicht, dass man nicht vesuchen muss das zu tun was einem liegt und was man mag. Aber ich denke im Regelfall sind die Schwächen eben stärker einschränkend als die Stärken befreiend!

    Ich will gar nicht sagen, dass ich keine Stärken habe. Ganz und gar nicht. Aber ich habe nicht das Gefühl, irgendeine ist eine direkte Folge von ADHS. Höchstens indirekt, als Folge von Kompensationsstrategien.
    Hallo Sternhagel

    Nur auf mich bezogen, ich empfinde meine Disposition nicht als Krank.... doch diese Eigenart kann Krank machen.... wenn ich der ständigen Unruhe, das spicken in die "Extreme",
    die Kraft- und Energie - raubenden Strategien - nicht auf den Grund gehe.... macht es mich mit der Zeit krank....

    Stärken und Schwächen - das sehe ich etwas anders. Klar haben wir Schwächen, doch ohne das Hintergrundwissen der ADHS - werden diese falsch angegangen.
    z.b. die Methoden, die bei Anderen wirken - bringen uns nichts. Also lernen durch imitieren - geht bei mir nicht. Vieles ist bei mir Paradox -

    Die Signalwirkung beim Kind, wenn man sich die Defizite isoliert herauspickt - kann Folgen haben. Positive Motivation - geht meiner Meinung nur mit Interesse / Belohunung -
    Ziel und Zweck bleiben ja häufig verborgen - warum muss ein erst Klass Schüler rechnen können? Zeigt man es, wie man es praktisch anwendet (Baumhütten-Bau) - wird es
    das so nebenbei lernen.

    Ich bin überzeugt, dass ein weniger mehr aus der "Resilienz-forschung" - mehr Widerstansfähigkeit fördern - mehr positives Feedback - den Kinder gut tun würde....

    Ein Mittelding - zwischen Stärken und Schwächen und die strickte Trennung, dass dies NICHTS mit der Persönlichkeit zu tun hat! (Kinder erstmal so wie sie sind RICHTIG)
    lg

  3. #33
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 384

    AW: ADHS im PET erkennbar

    Ich möchte eines klar zum Ausdruck bringen.
    Stinos sind für mich nicht automatisch alle NICHT-ADSler.
    Vieleicht ist der Begriff von mir falsch gewählt.

    Ich meine damit Leute, die den Ratio über alles stellen und den Rest als unwichtig unterdrücken, oder es verlernt haben sich selbst und andere voll zu nehmen, wenn die Ausführung nicht rationell begründet werden kann.

    Diese Bewertung ist aber auch nicht meine. Die Norm legt ein Gesellschaftsanteil vor, der darüber bestimmt, was zu fördern ist, der bestimmt was Erfolg ist. Und dies ist getrieben von Gewinnstreben.

    Dieser Anteil der Gesellschaft ist nicht viel größer als doppelt so viel wie der mit ADS ADHS.
    Das Zusammenspiel von Ratio, Gefühlen, Intuition - Im Einklang mit sich selbst und seiner Umwelt verlor seit dem Industriezeitalter immer mehr an Bedeutung.
    Heute ist nur noch wichtig was das Hirn im Rahmen von gewinnbringend erwirtschaften vorgibt.
    ADS ADHS passt nicht in diese Gesellschaft. Und das bekommen wir zu spüren.

    Ich habe den Fehler gemacht ein Feindbild zu entwickeln. Gegen Leute, die sich nicht die Bohne für die Bedürfnisse von Hilfesuchenden und Betroffenen interessieren.
    Ein Fehler deswegen, weil Hass Hass erzeugt.
    Wenn ich mit dem Herzen fühle und feststelle, dass mir etwas nicht behagt, dann muss ich nicht mehr dafür kämpfen dass es auch von anderen so gesehen wird. Schon gar nicht, wenn die anderen in mir dieses Gefühl ausgelöst haben.
    Gerade die werde ich nie überzeugen, da ich es nicht rational erklären kann.

    Was mich auf die Palme bringt, sind Leute, die mir ihre rein rationale Sichtweise aufzwingen wollen und ihre Rolle missbrauchen, ihre Macht, mich dann spüren zu lassen, dass sie sich behaupten können, nur weil sie am längeren Hebel sitzen.

    Denen möchte ich jedoch zu verstehen geben, dass sich das auch wieder ganz schnell ändern kann. Und ich hoffe, dass sie nicht in deb 'Genuss' ihresgleichen kommen. Denn die Erfahrung macht man besser nicht.
    Da können ganze Völker ein Lied davon singen.
    Was ich absolut nicht verstehen kann ist, dass die bei ihrem 'Spiel' neben der fragwürdigen Überlegenheit auch noch Freude am quälen haben können.

    SteveD

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  4. #34
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.451

    AW: ADHS im PET erkennbar

    Hallo SteveD,

    Ja diese menschen die du beschreibst treffe ich auch und rasch gehen sie mich aus der weg, weil ich nicht verstecken kann dass sie mich nerven...

    Aber die meistens leute die ich begegne, die grosse masse, hören zum teil auch auf ihre gefühlen, meinen mit mich auch gut und zeigen sie sich hilfbereit... Dabei gibt es eine teil von menschen die etwas ganz anders als was sie sind und kennen sich nicht vorstellen können und rasch urteilen, aus unwissen und es gibt auch ein teil menschen der offen ist und sich bewusst dass menschen sehr unterschiedlich sind.

    Viele stinos (damit meine ich diese mal menschen die unauffällig sind und klar kommen in diese welt) wollen uns verstehen, aber kommen rasch an ihre grenzen... Ich verstehe sie auch nur bis eine bestimmte punkt.

    Solche die wirklich untolerant sind, haben echt schon ein problem mit sich selber... Sie sind als erste, untolerant gegenüber sich selber, sehr streng mit sich selber und akkzeptieren auch ihre schwächen nicht, daher auch nicht von anderen... Wenn ich so was in hintergrund habe, kann ich auch abstand davon nehmen und etwa mitleid mit ihnen haben...

    lg

  5. #35
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 384

    AW: ADHS im PET erkennbar

    Stinos haben auch Probleme.
    Wer die größeren hat ist noch nicht entschieden.
    Willkommen in der Matrix.

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  6. #36
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 2.435

    AW: ADHS im PET erkennbar

    SteveD schreibt:
    Stinos haben auch Probleme.
    Wer die größeren hat ist noch nicht entschieden.
    Willkommen in der Matrix.

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    @SteveD
    - Erich Fromm über den angepaßten Menschen - YouTube

    Ich glaube, man darf nicht mit anderen vergleichen - nur mit sich selbst.
    Jeder läuft mit seinem "Rucksack" an Erfahrungen rum -
    was ich noch interessant finde.... das Erleben der Widrigkeiten, die auf einen
    zu kommen.... die einen erleben es als Herausforderung und die anderen als Probleme....

    Das Zusammenspiel von dem was man Denkt und den Gefühlen und die Frage nach dem Warum?
    Da ich manchmal von den meinen Gefühlen überrand werde - hilft es mir sehr es zu rationalisieren und
    zu analysieren.... die Frage, bin ich meinen Gefühlen ausgeliefert? Wieso überreagiere ich?
    Warum ziehe ich mich ganz zurück, wenn es mir zu viel wird?

    Sein oder Haben? Wie definiere ich mich?

    lg

    p.s. mich macht es machmal auch wahnsinnig - wenn für mich etwas total offensichtlich ist - und
    andere es nicht kapieren - mich nerven menschen, die versuchen aus ihrer sichtweise - andere zu beeinflussen...
    dieses schwarz/weiss denken, dieses kategorisieren in richtig und falsch..... ich muss mich auch in "respekt" üben...
    zu akzeptieren, dass es menschen gibt, die nur "beschränkt" verstehen - was mit meiner denkweise, mit mir los ist....
    Geändert von Smile (18.04.2013 um 09:29 Uhr)

  7. #37
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 384

    AW: ADHS im PET erkennbar

    Das triffts, wobei er meint dass das in einer Art Schizophrenie enden kann.
    Da bin ich anderer Ansicht.
    Der Mensch hat nicht eine Persönlichkeit. Jeder hat kontextabhängig viele Persönlichkeiten. Nur welche man reden lässt ist immer, ja immer davon abhängig, in welchem Kontext man sich selbst definiert.

    Ich hatte meon Leben lang Herausforderungen, die ich mit Enthusiasmus anging.
    Als ich spürte, dass ich in meiner Freiheit beschnitten wurde und meine Wege keine Wege waren, nur weil ich sie nicht rational begründen konnte, fingen die Probleme an.

    Strategien, die mich überaus erfolgreich zum Ziel kommen haben lassen waren plötzlich nicht erlaubt. Ich sollte gezwungen werden die rationalen Wege zu erlernen.
    Und das war bezogen auf mein Sein mehr als eine Vergewaltigung.
    Dabei rückte das Ziel aus dem Fokus und der Weg dahin hinein.

    Das ist mir aber schon mehrmals im Leben so passiert.
    Es hat ein Muster. Nun bin ich es Leid immer davor wegzulaufen und nun gehe ich die Ursache an. AD(H) S.

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  8. #38
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 384

    AW: ADHS im PET erkennbar

    Ach ja, fast hätte ich es vergessen, um nicht ganz Off Topic zu laufen.
    Ich gehe das mit meinen Strategien an, die auch zum Ziel führen (hoffentlich) und die nicht immer rational (z. B. Vergleich der Hirndurchblutung ADHS und nicht ADHS) zu begreifen sind.

    Sent with Tapatalk 2.

  9. #39
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 2.435

    AW: ADHS im PET erkennbar

    SteveD schreibt:
    Ach ja, fast hätte ich es vergessen, um nicht ganz Off Topic zu laufen.
    Ich gehe das mit meinen Strategien an, die auch zum Ziel führen (hoffentlich) und die nicht immer rational (z. B. Vergleich der Hirndurchblutung ADHS und nicht ADHS) zu begreifen sind.

    Sent with Tapatalk 2.
    Genau was du da beschreibst - hat mich in meiner Schulzeit verunsichert.
    Es gab LPs die es zu schätzen wussten - diese eigene "Lösungswege" nachvollziehen konnten - und es auch goutierten (zu meinem Glück)
    und andere die "sowas" nicht verstanden und es mir "abtrainieren" wollten - (das hatte zur Folge, dass ich rebellierte)

    Ich reagiere immer noch sehr ungehalten, wenn sich da jemand einmischt - ich muss alles alleine "herausfinden" mir meine
    Strategien zu recht legen - mir hilft das "rationalisieren" in dem Sinne - dass ich es "versachliche" - ich kann nicht so funktionieren wie andere,
    wenn ich von "Haus" aus anders eine andere Vernetzung (im Gehirn) habe.

    es gibt ja die Theorie, der linken und rechten gehirnhämisphäre und dass jeder eine präferenz hat.... die Tendez geht mehr in "unsere" Richtung -
    die Arbeitswelt verlangt eine flexibilität und ein selbstständiges Denken.... die Schule wird sich dem anpassen müssen - und hier sehe
    ich die Chance der Individualität und eben auch für Adhsler..... feste Strukturen, feste Sicherheit, feste Ordnung ... die gibt es in der Wirtschaft nicht mehr...
    ein Wandel -

    Darum es ist die Vielfalt - die den Menschen auch weiter gebracht hat - wir sind so Intelligent, dass wir vieles verstehen - doch immer noch
    so dumm, dass wir nie zu verstehen vermögen, wie unser Gehirn wirklich funktioniert und warum. (und das ist gut so und eigentlich auch logisch, da man
    gleich mit gleichem nicht zu verstehen braucht)

    Interessant finde ich auch, die Theorie, dass wir (da wir ja vom Affen abstammen) - dass wir auf Kosten unseres Photografischen Gedächnisses - das Sprechen erlernt haben....
    diesen Teil verkümmert - aber noch da ist - man kann nicht alles haben.... und wir, da wir in der Minderheit sind, wohl einen nicht gleichen Weg gewählt - es ist nicht Falsch...
    doch es ist manchmal Schwierig - vor allem in der Minderheit, das Beste daraus zu machen - so empfinde ich es.

    lg

  10. #40
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 34
    Forum-Beiträge: 433

    AW: ADHS im PET erkennbar

    SteveD schreibt:
    Strategien, die mich überaus erfolgreich zum Ziel kommen haben lassen waren plötzlich nicht erlaubt. Ich sollte gezwungen werden die rationalen Wege zu erlernen.
    Und das war bezogen auf mein Sein mehr als eine Vergewaltigung.
    Dabei rückte das Ziel aus dem Fokus und der Weg dahin hinein.
    Ich glaube fast, je nachdem was man später macht, wird man dann fast schon wieder gezwungen vom "rationalen Weg" abzukommen.
    Ich hab aktuell Probleme damit, wenn ich gewisse Sachen und Arbeitsschritte rational verstehen möchte, bevor ich sie ausübe, weil ich sonst das Gefühl habe direkt zu scheitern.

    Allerdings neige ich auch dazu eeher überangepasst zu sein, eher anderen als mir selbst zu trauen. Und eigentlich ist das das, was ich lernen muss: auf meine Wahrnehmung vertrauen und Fehler machen zu dürfen ohne dass eine Welt untergeht. Dass ich auch mal Fehler machen muss ist mir schon seit langem klar, nur hat man sich irgendwann an diese Scheinsicherheit so gewöhnt dass man sich nicht mehr traut.

    Scheinsicherheit -->Placeboeffekt: wenn ich mich sicher fühle, schaffe ich etwas. Fühle ich mich nicht mehr sicher, weil es halt "nur schein" ist, tritt der Placeboeffekt ein und ich werde vielleicht dennoch scheitern. Das ist dann quasi die typische selbsterfüllende Prophezeihung. Nur je mehr man grübelt und je mehr man rationalisiert und analysiert, desto mehr fällt einem auf wo "schein" und "sein" ist. Ich glaube der Stino ist nicht so viel mit analysieren beschäftigt, dem fallen nicht so viele Widersprüche auf sodass er ganz intuitiv an viele Dinge drangeht und auch nicht so detailiert vorrausdenkt um zu wissen, was er höchstwarscheinlich scheitern kann.

    Wobei: dieses "Vorrausdenken" und Analysieren bedeutet ja etwas anderes, ob man selbstbewusst ist oder nicht. Man denkt das PRoblem vorraus, die Arbeitsschritte, vergleicht es mit den eigenen Fähigkeiten. Traut man sich das zu, fasst man es an. Wenn nicht, dann sieht man das Scheitern vorraus. Und woher kommt das Selbstbewusstsein? Erfahrungswerte, Sicherheiten die einem die Eltern und das restliche Umfeld geben. Wer sich sicher und angenommen fühlt, der traut sich aus seinem Schneckenhaus heraus, der will auch mal die "Freiheit" auskosten, also die freiheit eigene Wege zu finden und auch mal zu scheitern. Denn wenn man scheitert, wird man aufgefangen.
    Aber wer für Fehler abgestraft wird, und weniger Erfahrungen macht "es richtig" zu machen (also genau so und in der Reihenfolge wie andere einem das vorgeben), der kann dieses Gefühl von Sicherheit nicht entwickeln.

    Und das eigentliche Problem: dieses ganze Rationalisieren und Analysieren ist nur Hirnakrobatik, das Großhirn hat seinen Spaß, aber der Körper funktioniert anders.
    Also ich sage nicht dass es komplett nutzlos ist, aber dazu gehört auch dass man merkt, dass der Körper nicht der Großhirnakrobatik "folgt", sondern nach einer eigenen Logik funktioniert, die etwas anders gestrickt ist.
    So als Beispiel der Satz: "Denk jetzt nicht an einen Eisbär"
    Was passiert? Auch wenn das kleine wörtchen "nicht" im Satz steht, stellt man sich einen Eisbär vor. Nach "Großhirnlogik" dürfte das nicht passiere, denn er wurde ja verneint.
    Ein Roboter oder Computerprogramm würde auf einen Wert, der "verneint" oder "mit Null befiniert wird" nicht reagieren (ausser man hat ihn anders Programmiert).
    Aber der Rest des Hirns funktioniert etwas "simpler", er liest oder hört das Wort "Eisbär" und um den Satz zu verstehen stellt er sich dazu irgendwas vor, ganz automatisch.

    (Wer mehr davon will suche nach Watzlawick Bekannt und am einfachsten zu lesen ist "Die Anleitung zum Unglücklichsein", aber anderes von oder über ihn ist auch nicht schlecht)

    Das andere Problem bei der Selbstanalyse ist, dass ich nur meinen eigenen Standpunkt habe. Also man darf sich das wortwörtlich vorstellen:
    Ich stehe irgendwo auf freiem Feld und betrachte einen Gegenstand, ich kann aber nicht den Standpunkt wechseln, ich habe nur eine einzige Perspektive auf den Gegenstand.
    Wenn ich den GEgenstand von einem anderen Standpunkt aus betrachten will, muss ich andere fragen. Die haben aber genau so ihren "subjektiven" Standpunkt, können mir hinweise liefern wie es aus ihrer Sicht aussieht, sie sehen aber auch nicht das Ganze und können nicht alles berücksichtigen, evtl erkennen sie manches wegen "perspektivischer Verzerrung" auch garnicht oder ganz anders und verurteilen mich für meine Sichtweise. Von meinem Standpunkt aus könnte ich ihnen erklären (es sei denn sie beharren darauf dass ich ja wohl einen an der Klatsche hab das Ganze so zu betrachten, denn sie hätten ja wohl eindeutig recht. Man darf ihnen nur nicht zu sehr glauben, ebenso nicht ihren Standpunkt total absprechen, denn dann würde ich genau das selbe machen was mich an ihnen so nervt.)

    Ich kann in meinem Hirn verschiedene Standpunkte "simulieren": wie sähe der GEgenstand aus, wenn ich dahinten stehen würde. Sowas kann das Großhirn sehr gut, aber der schein trügt, manchmal führt das zu Gedankenspiralen die nie enden, weil eigentlich kein "neues" Wissen dazu kommt, auch wenn man das manchmal glaubt.
    Diese Empathiefähigkeit bzw der Standpunktwechsel ist ein tolles Werkzeug, hat aber auch seine Grenzen, die man manchmal nicht sieht.

    Und das macht es so schwierig, man sollte seiner eigenen Wahrnehmung trauen lernen, aber vielleicht nicht zu sehr.
    Man sollte die Sichtweise anderer anhören, sie aber nicht zu schnell zu sehr übernehmen, denn andere wissen nicht immer mehr als ich. Und doch haben sie manchmal genau das Wissen das mir fehlt, um irgend ein Problem mit einem Fingerschnipp zu lösen, das ich mit wochenlangem Grübeln nicht gelöst kriege.
    (Das ist quasi der Parameter der fehlt, um eine Gleichung aufzulösen. Wenn man es mathematisch formulieren wollte. Nicht dass ich eine Leuchte im Mathe wär )


    Deswegen find ich es wichtig bei den meisten Tätigkeiten für mich irgendwo meine "goldene Mitte" zu finden, also kein fester Punkt sondern irgend einen Mittelwert mit dem man Arbeiten kann. Es heißt ja AD(H)Sler pendeln meist zwischen den Extremen (und das vermutlich ohne es selbst zu wissen). Dazu hab ich auch eine Neigung, vermutlich weil viel Wissen fehlt um zu wissen, ob man sich irgendwo im mittleren Bereich findet, oder ob man bereits irgendwo an einem Extrempunkt steht.
    Vermutlich muss man die "Extreme" spielerisch mal auskosten, denn man muss erstmal wissen was "Extrem" ist und einem nicht gut tut, um dann ein wenig runterzuschrauben.
    Wenn man immer direkt auf einen "Mittelwert" hingeleitet wird, dann hat man selbst noch nicht am eigenen Leib erfahren was das "Extrem" mit einen macht.
    So als Beispiel: Essen
    Man muss mal "gehungert" haben um zu wissen, was hunger ist. Und sich auch mal überfressen haben um gemerkt zu haben, dass der Zustand doof ist.
    Dazu gehört dann auch dass man mal gemerkt hat, dass der Körper nicht mehr so gut funktioniert, und zwar bei beiden Varianten. Überfressen kann man nicht so gut Sport machen.
    (Macht man keinen Sport, merkt man das nicht so schnell, denn dann stört es nicht, ausser dass man dann vielleicht schläftig und faul wird. Kann man sich das erlauben spürt man die negativen Auswirkungen nicht so)
    Viele kriegen blos gesagt "mach dieses nicht, mach jenes nicht". Wenn man brav ist, hört man darauf, macht aber keine eigenen Erfahrungen. Manch einer würde das als den Vorgang der Sozialisation bezeichnen, und ich denke manches in der Schule braut genau darauf auf. Man profitiert zuallererst vom Fremdwissen, das andere gesammelt haben. Das ist nicht schlecht, nur nehme man mal an dass AD(H)Sler etwas anders lernen als Stinos, dann haben sie größere schwierigkeiten sich alleine auf so ein Wissen einzustellen, weil vieles davon nicht erfahrbar ist.
    Intuition ist etwas, das sich durch Erfahrung aufbaut, also etwas das viele Sinne und Reizpunkte anspricht. Fremdwissen ist meist abstrahiert, also vereinfacht und reduziert, um die "wichtigen Punkte" deutlich zu machen. Was ist, wenn das, was "Stinos" für wichtig halten um einen Sachverhalt zu verstehen etwas anderes ist, als was AD(H)Sler benötigen?
    Dann sind die minimal wichtigsten Bedürfnisse der Stinos erfüllt, und sie kommen damit klar und lernen recht gut damit.
    AD(H)Sler müssen dagegen Raten, gerade weil ihnen Werte/Parameter fehlen um aus den Dingen zu lernen.


    Ich hänge da immernoch in der Theorie von Elisabeth Dägler fest, weil ich die zumindestens stellenweise für logisch halte.
    Sie behauptet etwas ähnliches: dass es "prädikative" und "funktionelle" Hirne gibt, die jeweils anderes "Vorwissen" benötigen, um damit eigenes Wissen und Erkenntnis zu bilden. (Also logische Verknüpfungen im Hirn). Fehlt ein "Wert/Parameter" für die jeweilige Gruppe, kann man die Aufgabe nicht lösen und sie erscheint sinnlos.
    Dann guckt man "wie machen andere das" oder "was meint der Lehrer", und dann versucht man zu erraten was er Lehrer meint oder fragt sich bei anderen durch um die Aufgabe erklären zu lassen. So kann man durch kommen.
    (Ich will das hier nicht zu detailliert beschreiben, hatte dazu schon häufiger mal was erwähnt bzw. Im Netz findet man die wichtigsten Theorien dazu. Aber auch ohne Diagnose hab ich mich in dem Buch irgendwie wiedergefunden, zumindestens was die Probleme mit manchen Aufgabenstellungen angeht.)
    (Um dennoch kurz die Begriffe zu erklären: funktionelle Hirne lernen hauptsächlich, indem sie die Funktion einer Sache erkennen. Funktionen erkennt man meist durch einen zeitlichen Ablauf. Prädikative Hirne lernen in erster Linie durch das vergleichen von statischen Zuständen, zeitliches Eindordnen spielt da keine Rolle. Wenn "funktionelle Hirne" etwas durch Widerholung lernen, dann indem sie es jedes mal bewusst etwas anders machen, um etwas über die Funktion herauszufinden. Wenn Prädikative etwas durch Widerholung lernen, dann weil sie Wissen festigen wollen, das heißt sie machen es jedes mal absichtlich "gleich", damit es sich einprägt. Ein funktionell denkender/begreifender Mensch empfindet es als langweilig und eintönig, immer stumpf das gleiche zu machen, wenn er keinen Zweck darin sieht. Der braucht zuerst den Zweck des ganzen um die Handlung zu verstehen. Ein prädikativer Mensch handelt und weiß erst hinterher warum. Nach Elisabeth Dägler verhalten sich AD(H)Sler eher funktioniell (auch wenn sie sicher nicht die einzigen mit funktionellem Denken sind). Zudem kann man natürlich andere Denkweisen lernen, aber wenn es um intuitives/instinktives Verstehen geht ist man schneller und besser, wenn man so lernt wie das eigene Hirn strukturiert ist und es das am Besten versteht)

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