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Diskutiere im Thema Repetitive transkranielle Magnetstimulation (rTMS) im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
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    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
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    Repetitive transkranielle Magnetstimulation (rTMS)

    Hallo liebe Mitbetroffene,

    ich habe mich noch nicht vorgestellt, werde das in absehbarer Zeit aber nachholen.
    Ich leide seit meiner Kindheit unter Konzentrationsschwierigkeiten.
    Damals gab es diese Diagnose ADHS noch nicht.

    Ich merkte nur, dass nach einer Zeit der Konzentration ich nicht mehr bei der Sache war, meine Gedanken permanent abschweiften.

    Jedenfalls bekam ich dann vor einm Jahr die Diagnose, ich hatte das vorher schon vermutet, aber mir nicht eingestehen wollen.

    Jedenfalls bin ich auf eine neue Therapieform gestoßen, die vielversprechend klingt.

    rTMS.

    Dabei wird ein wechselndes Magnetfeld in einer Spule erzeugt und diese Spule über den Schädel, insbesondere den vorderen Teil des Gehirns gehalten.

    Durch das zeitlich wechselnde Magnetfeld werden schwache Wirbelströme im Gehirn erzeugt,
    an bestimmten Bereichen des Frontalhirns, wo zu wenig vom Neurotransmitter Dopamin produziert wird.

    Diese Methode existiert seit 1985.

    Es gibt schon einige klinische Studien über die Wirksamkeit, aber so richtig scheint diese Behandlungsmethode erst jetzt in den Fokus von Neurologen zu rücken.

    Genauer gesagt erfolgt die Stimulation im dorso-lateralen Präfrontalkortex (DLPFC) direkt hinter der Stirn.
    Aber auch im anterioren (vorderen) gyrus cinguli (ACC).

    Ich hoffe das ist jetzt nicht zuviel Anatomie auf einmal.
    Geändert von Quakfrosch (10.04.2013 um 02:18 Uhr)

  2. #2
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    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
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    AW: Repetitive transkranielle Magnetstimulation (rTMS)

    Ich werde demnächst an einer solchen Therapie selber teilnehmen.
    Noch ist das ganze experimentell.

    Da bekommt man eine Vergütung, wenn man da mitmacht.

    Ich komme aus Dresden, das ganze findet an der Universitätsklinik Carl-Gustav Carus statt.

    Die Methode sorgt dafür, dass Neuronen depolarisiert werden, und dann Dopamin ausschütten, bzw. ihr Rücktransport aus den Synapsen in die vorgeschalteten Neuronen unterbunden wird.

    Es soll wie Ritalin wirken, nur eben ohne Chemie, und damit hoffentlich ohne Nebenwirkungen.

  3. #3
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    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
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    AW: Repetitive transkranielle Magnetstimulation (rTMS)

    Es gibt im Internet auch einige wissenschaftliche Veröffentlichungen (papers) zu dem Thema.

    Also der DLPFC und der ACC, das sind die Hauptregionen des Hirns wo man vermutet, dass es dort bei ADHS "hakt".

    Im Prinzip liegt eine Störung der Reizweiterleitung vor,
    die zwischen den Neuronen, also den Gehirnzellen, chemisch über Moleküle = Neurotransmitter, erfolgt.

    Ein Dopaminmangel liegt auch bei Parkinson'scher Krankheit vor.
    Man weiß nur noch nicht ob das die Ursache oder die Folge ist.

    Und diese Leute haben dann Probleme mit der Motorik,
    sie können keine flüssigen Bewegungsabläufe mehr durchführen,
    sie verkrampfen und fallen bei der kleinsten Anlass um,
    machen keinen Ausfallschritt usw.

  4. #4
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    AW: Repetitive transkranielle Magnetstimulation (rTMS)

    Noch was zum Titel dieser Methode:

    repetitiv = wiederholt, in Pulsen
    transkraniell = durch den Schädel
    Stimulation = Erregung

  5. #5
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    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
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    AW: Repetitive transkranielle Magnetstimulation (rTMS)

    Gibt es hier niemanden, der schon einmal etwas von dieser Therapieform gehört oder gelesen hat ?

  6. #6
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    AW: Repetitive transkranielle Magnetstimulation (rTMS)

    Also die bei ADHS geschädigten Hirnregionen, die mit Impulskontrolle und Handlungsplanung zu tun haben, sind hier dargestellt.


    Präfrontalkortex (PFC):

    http://upload.wikimedia.org/wikipedi...tion_small.gif


    Anteriorer Gyrus/Cortex Cinguli (ACC):

    http://upload.wikimedia.org/wikipedi..._animation.gif


    "Gyrus" ist Latein und bedeutet Windung, weil der ACC wie eine C-förmige Windung bzw. wie ein Bogen geformt ist.
    "Cingulus" heißt Gürtel.

    Also der "Gyrus Cinguli" ist somit die "Gürtelwindung", wenn man so will.

    Das Frontalhirn ist für die Planung und Sortierung von Handlungsabläufen in der Zukunft, sowie für das Kurzzeitgedächtnis, d.h. das Arbeitsgedächtnis, zuständig.

    Und da liegt das Problem bei ADHSlern.
    Deswegen sind sie so konfus und im Wahrsten Sinne des Wortes "unsortiert".

    ADHSler können nicht korrekt Handlungen planen und sie vergessen Zwischenergebnisse ihrer Planungen,
    auf die sie aber zurückgreifen können müssen,
    wenn sie komplexe Handlungen oder Probleme bewältigen wollen.

    Das ist keine "Schuld" von ADHSlern, sondern einfach physikalisch-neurologisch bedingt.
    Aber unsere Gesellschaft und die Menschen, die kein ADHS haben, verstehen das nicht.
    Und sie tolerieren das auch nicht.

    Für jeden Quatsch hat man in unserer Gesellschaft Toleranz.
    Nur für neurologische Störungen nicht.

    Es heißt dann immer, man sei einfach nur zu faul, oder unwillig, oder man würde simulieren.
    Auf jeden Fall wird das Ganze immer mit "Schuld" gleichgesetzt.
    Ich finde das einfach zutiefst ungerecht.

    Niemand ist freiwillig so, es ist eine Erkrankung !

    Daher kommen all die Flüchtigkeitsfehler.
    Für den Außenstehenden wirkt es, als seien ADHSler "besoffen",
    weil sie unerklärliche Fehler machen.
    Geändert von Quakfrosch (10.04.2013 um 13:35 Uhr)

  7. #7
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    AW: Repetitive transkranielle Magnetstimulation (rTMS)

    Vor kurzem hat man endlich mal 2 Leute mit ADHS bei Markus Lanz vorgestellt,
    einmal den Herrn Ponader, den ex-Geschäftsführer der Piratenpartei, die er in einem Zustand des Chaos hinterlassen hat (wen wundert's ),
    und den Herrn Benjamin von Stuckrad-Barre.

    Dann war noch die ehemalige SPD-Chefin von Bayern, die Frau Renate ******* dabei, die sich ganz rührend für die Belange der ADHSler eingesetzt hat.

    Ein ganz dickes Lob an diese Frau, die selbst ja nicht betroffen ist.
    Das kann ich nur der Güte ihres Herzens zuschreiben.

    Dieses Thema muss stärker thematisiert werden in der Öffentlichkeit.

    Viele Menschen die ADHS haben, und es oftmals nicht wissen,
    leiden darunter und flüchten sich in die Sucht, egal ob Glücksspiel oder Alkoholismus.

    Das heißt, hier liegt ein großes gesellschaftliches Problem vor, welches man beheben muss.

    Viele gescheiterte Karrieren und Lebensläufe könnten korrigiert werden, wenn man nur diese Ursache erkennen und behandeln könnte.
    Geändert von Quakfrosch (10.04.2013 um 19:16 Uhr)

  8. #8
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    AW: Repetitive transkranielle Magnetstimulation (rTMS)

    Ich kann nur beschreiben, wie es sich bei mir anfühlt.

    Es ist wie als würde eine Wand in meinem Kopf existieren, kurz hinter der Stirn.
    Das Denken verläuft sehr träge und zäh.

    Oftmals mache ich Dinge unnötig kompliziert und verzettele mich.
    Ich kann nicht das Wesentliche einer Sache erkennen.

    Freies Sprechen fällt mir schwer, da ich oft den Faden verliere.
    Dann gerate ich ins Stocken.

    Manchmal habe ich auch ein Gefühl der Leere im Vorderhirn.

    Und natürlich habe ich ein inneres Zittern.
    Ich verbrauche dadurch soviel Energie, dass egal wieviel ich esse, ich nie zunehme.

    Das kann kein außenstehender Mensch verstehen.

  9. #9
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    AW: Repetitive transkranielle Magnetstimulation (rTMS)

    Ach ja noch etwas.

    Nach dem Trinken von Kaffee werden die Symptome schlimmer.
    Dann laufe ich herum wie ein falscher Fünfziger, wie ein Zombie.

    Nach ca. 2h, wenn die Wirkung des Koffeins nachlässt, wird es wieder besser.

    Wie ist das bei Euch ?

  10. #10
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    AW: Repetitive transkranielle Magnetstimulation (rTMS)

    Wie ich sehe, wird die rTMS bei der Behandlung von ADHS derzeit intensiv erforscht.

    Hier ist eine Webseite einer Forschungsgruppe der Universität Rostock,
    Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Zentrum für Nervenheilkunde.

    TMS Forschungsgruppe Psychiatrie Rostock


    Hier die Forschungsgruppe an der TU-Dresden, Uni-Klinikum Carl-Gustav Carus:

    Ausbau der Dresdner Hirnforschung — Uniklinikum Dresden


    Hier eine Forschungsgruppe am Universitätsklinikum in Erlangen:

    http://www.kinderpsychiatrie.uk-erla...r.html#EPanker


    Vielleicht findet ihr an einer Universität in einer Stadt in eurer Nähe ja auch so eine Forschungsgruppe.
    Meistens an einem Universitätsklinikum der Fakultät Medizin, Institut für Psychiatrie oder an der Fakultät Psychologie.

    Diese Leute suchen meistens noch Probanden.
    Die Behandlung ist sicher und schmerzfrei und man bekommt Geld.

    Ihr könnt somit aktiv mitwirken,
    eine Lösung für dieses Problem zu finden und dabei selber herausfinden,
    ob rTMS bei der Behandlung von ADHS was bringt.

    Das scheint eine vielversprechende Sache zu sein.
    Geändert von Quakfrosch (10.04.2013 um 20:23 Uhr)

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