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Diskutiere im Thema Verhaltenstherapie noch sinnvoll? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 39

    Verhaltenstherapie noch sinnvoll?

    Ich bin seit letztem Sommer diagnostiziert (ADHS) und mein Arzt möchte eine Verhaltenstherapie für mich beantragen. Hab auch noch eine generalisierte Angststörung und neige zur Katastrophisierung. Beides ist sehr präsent seitdem ich 15 bin (also seit 5,6 Jahren) aber ich komme trotzdem im Studium und Beruf ganz gut zurecht, aber die Angst "killt" regelrecht den Spaß an allem, besonders Privatleben kommt mir alles mehr wie eine Pflicht als ein Vergnügen vor, was man sich als Betroffener gut vorstellen kann, denke ich.
    Das Problem ist, dass meine Angststörung/Katastrophsierung in mir so verfestigt sind, ich hab noch nie mit jemandem darüber gesprochen, weil ich dachte dass es halt nach ner Zeit einfach verschwindet und es einfach peinlich ist, was natürlich so ne dumme Illusion von mir war. Und jetzt les ich überall dass man sich bereits mehrere Wochen/Monaten in Behandlung geben sollte um gute Resultate zu erzielen, nur bei mir sind es schon fast 6 Jahre. Kann man mir nach so vielen Jahren überhaupt noch helfen? Ich will nicht mal vollständig "geheilt" werden, weil ich finde dass Angst ein ganz guter Motivator sein kann, aber es wäre schon toll ohne Befürchtungen gleich gekillt zu werden abends feiern zu gehen, oder ohne die Angst gekündigt zu werden auf der Arbeit einzutreffen.

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 217

    AW: Verhaltenstherapie noch sinnvoll?

    Bekommst du denn irgendeine Art der Therapie seit deiner ADHS Diagnose? (Medikamentös oder Ergo oder sonst ws?)

    Was tust du für Dich?

    Ich kann für mich sagen - ich hatte nie eine richtige globale Angststörung - ABER es gab bestimmte Angstauslöser, die sehr irrationale Panikattacken mit Atemproblemen etc. zur Folge hatten. Und ich kenne weitere ADHSler, die ähnliches hatten/ haben.

    Bei mir war es so, dass ich nicht mal mehr normal Atmen konnte, wenn ich an eine Spinne dachte (ja klar, alle Frauen haben angst vor Spinnen - aber das war es nicht - ich hätte nicht mal diesen Satz schreiben können...und als Kind hatte ich das nicht) Jetzt nach medikamentöser Einstellung (Medikinet Adult) kann ich das Wort aussprechen, kann mir Bilder anschauen im Internet, kann sogar Filme weiterschauen, auch wenn dort eine Spinne ist - und all das - OHNE irgendwelche weiteren Therapien. Einfach nur, weil mein Verstand nun über meinen emotionalen spontanen Reaktionen steht. Mir war vorher auch bewusst, dass die Spinne nicht aus dem Bildschirm krabbelt, oder dass der Biss einer heimischen Spinne mich nicht tötet.... Aber es war nicht machbar - nix.

    Geiches gilt fürs Autofahren als Beifahrer - wobei das nicht ganz weg ist, aber bei weitem Besser.

    Ich würde es nicht an der Dauer der Angststörung festmachen - eher daran, ob du selber etwas dagegen tun möchtest. Also klar, loswerden willst du es, aber bist du bereit, dich dem ganzen zu stellen? (Ich hätte NIEMALS auch nur darüber nachgedacht auch nur ansatzweise, mit welchen Hilfen auch immer, mir freiwillig ein Foto anzuschauen....) Nun hat mich diese Angst aber auch nicht wirklich im Alltag gestört - ja schon aber nicht extenziell ... diese Frage musst du dir für dich ganz alleine Beantworten...

  3. #3
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 968

    AW: Verhaltenstherapie noch sinnvoll?

    @ease
    es ist nie zu spät Je länger Du warstest, umso schwerer wird's nur fallen, aber tortzdem wird es Dir noch was bringen .. vor allem Du bist gerade mal Anfang 20 ..

    Ich habe auch Probleme mit Ängsten und Katastrophisierung ... nun, arbeite daran.. es wird auf jeden Fall besser, auch wenn es noch lange nicht weg ist.. und es hat sich bei mir auch über Jahrzehnte angestaut.

    Ebenso vermute ich auch, dass diese Ängste allerdings meine Kompensationsstrategien darstellen - erst die Angst, Panik... der
    gefürchte 'Weltuntergang' bringt die nötige Motivation mit dran zu bleiben..

    Alledings blockieren mich diese Ängste auch.. und die Blockierung wurde immer größere.. Deshalb - kümmere Dich drum.. auch wenn Du jetzt vielleicht noch so funktionierst, könnte das in 10 Jahren komplett anders aussehen.. Und es wird auch jeden Fall besser, wenn Du daran arbeitest!

  4. #4
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.418

    AW: Verhaltenstherapie noch sinnvoll?

    Hallo ease,

    Es kostet nicht viel einfach zu probieren! Du beschreibst selber dass deine ängsten anstregend sind. Wenn dann die therapie dich dabei hilft ist gut, sonst, kannst du jeden zeit abbrechen... Auch deine ängsten werden nie ganz verschwinden und eine vernünftige mass an angst kann auch vorteilen haben.

    Sonst fand ich interessant deine beitrag zu lesen, da ich an mein freund denken musste... es hat mich so stark an ihm errinnert! Aber therapie will er nicht und da kann ich dich sagen dass seine ängsten für der umfeld auch anstregend sind! Wenn ich mich an etwas freue, kann er sich nicht mit mich freuen, weil er angst hat dass die nöchste katastrophe kommt. Rede ich über ein projekt? Er sieht alles was schief gehen kann und verdirbt mich der spass...

    Vielleicht bist du nicht so, dass du sagst, du redest mit niemand darüber...

    lg

  5. #5
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 284

    AW: Verhaltenstherapie noch sinnvoll?

    Es ist wichtig zu Therapie zu gehen. Auch ich leide seit meiner Kindheit unter einer Angststörung. Was ich aber auch festgestellt habe ist das Umfeld, Freunde, Familie und ja auch Kollegen die einen unterstützen sind wichtig und notwendig.
    Was mj71 schreibt, dass die Ängst das Umfeld belasten kann ich aus eigener Erfahrung nur bestätigen. Lass dir helfen es kann nur besser werden.

  6. #6
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 351

    AW: Verhaltenstherapie noch sinnvoll?

    meiner Meinung nach, es ist wichtig evtl. Ursachen für die Angststörung zu wissen und diese mitzutherapien oder in Rahmen der Psychotherapie diese rauszufinden. Manchmal sind die Ursachen ziemlich banal, manchmal aber nicht.

    Ich hatte auch generalisierte Angststörung und das hat mich in vielen Bereichen des Lebens stark eingeschränkt. Wegen der Angst habe ich eigentlich keine Therapie gemacht. Nur mal 10 VT-Gruppensitzungen, was mir damals nichts gebracht hat, weil ich mich dort nicht wirklich finden konnte. Ich habe auch ambulante VT wegen Depression gemacht, aber diese hat mich auch nicht wesentlich weiter gebracht. Später habe ich lange Traumetherapie gemacht und Ursachen für meine Ängste für mich rausgefunden. Einige Ursachen waren so banal, dass ich selbst nicht glauben wollte. Erst als ich das Ganze zusammen mit ADHS betrachtet habe, ergab sich ein Sinn. Und jetzt, nachträglich profitiere ich von den damals nicht erfolgreichen Therapien.
    Das war aber sehr langer Weg.


    LG
    Surre

  7. #7
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztl. Diagnose erst als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 213

    AW: Verhaltenstherapie noch sinnvoll?

    Also ich persönlich finde, dass so eine Verhaltenstherapie sehr hilfreich sein kann. Ich leide an totalen Selbstzweifel, Angstzuständen und an Sozialen Phobien. Und durch die Verhaltenstherapie habe ich aber gelernt/ erfahren, dass meine Probleme mit der ADHS zusammen hängen. Und schon alleine diese Feststellung hat viel geholfen.
    Klar sind die Ängste und Zweifel noch da und auch schwankend, je nach dem, wie ich psychisch drauf bin und wie der Stress auf Arbeit ist.
    Aber durch die Verhaltenstherapie und zu lernen, wie man mit seiner ADHS umgeht und vorallem seine vermeidlichen Schwächen als Stärken nutzt, hat wirklich viel geholfen.

    Jetzt fühl ich mich stark genug, mit dem Studium anzufangen. Auch wenn ich Angst vorm Versagen habe, so will ich das Studium einzig und alleine wegen mir und um beruflich vorran zukommen und nicht um vor irgendwas wegzurennen bzw. anderen zeigen zu wollen, dass man nicht so dumm ist, wie alle behaupten.

    Ich würde jeden diesen Schritt empfehlen, der mich fragt. Auch wenn es am Anfang schwer war, weil man sich auch mit sich selber auseinander setzen muss.

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 116

    AW: Verhaltenstherapie noch sinnvoll?

    Hallo,

    ich habe womöglich ADS, ist aber noch nicht 100%ig raus, aber ich mache seit einem Jahr eine Verhaltenstherapie und muss sagen, dank ihr bin ich erstmal auf ADS gekommen. Sie hat mir geholfen Gefühle zu deuten und richtig zu interpretieren also ich kann Dir nur empfehlen es auszuprobieren. Eine Verhaltenstherapie kann dir in vielen aktuellen Lebenslagen eine wesentliche Erleichterung verschaffen. Daher nur Mut !

    LG

    Gismo

  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 11

    AW: Verhaltenstherapie noch sinnvoll?

    Lieber ease,

    ich stimme den anderen Mitgliedern zu, die dich zu einer Verhaltenstherapie ermutigen!
    Ich selber kenne stark das Gefühl kompletter Verwirrtheit, Verpeiltheit und von Panikattacken. Ich schätze einfach mal, dass dies auch mit ADS zu tun hat, bin aber in noch keiner Therapie, hab mich aber dazu entschlossen und stehe auf der Warteliste einer Verhaltenstherapeutin. Leider geht so was ja nicht so schnell, wie man es sich wünschen würde... :-(

    Erst einmal finde ich es klasse, dass du trotz deiner Angststörung im Studium und Beruf gut zurecht kommst! Das zeugt von Stärke! Wie traurig, dass die Angst allen Spaß in deinem Leben "killt"!!
    Dieses Problem an sich kenne ich nicht, ich kann mir kaum vorstellen, wie das möglich sein kann, da es so wichtig ist Spaß im Privatleben als Ausgleich zum Stress im Beruf zu haben! Daher wünsch ich dir sehr, dass du lernen wirst wieder Spaß zu haben!! Der erste Schritt ist ja, dass du endlich, nach so vielen Jahren, deine Sorge ausgesprochen hast! Darauf kannst du stolz sein. Es ist natürlich überhaupt nicht peinlich.

    Niemand sollte unterwegs sein mit ständiger Angst im Rücken, da gibt es wirklich bessere Motivatoren. Die lernst du aber nicht alleine, sondern nur mithilfe einer Therapie. Ich wünsche dir allen Mut dazu!

    Liebe Grüße
    Impexus

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