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Diskutiere im Thema Therapieziele bei Mobbing/Bossing im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    werwiewas

    Gast

    Therapieziele bei Mobbing/Bossing

    Hallo liebe Leidensgenossen,

    ich wollte mal fragen, was ihr von eurem Therapeuten in der Situation Mobbing/Bossing an Therapiezielen erwartet?

    Ich würde sagen: Selbstbewusstsein stärken, Mut machen, sich dem Kampf zu stellen und sich nicht unterkriegen zu lassen,
    Erklärung, dass bei Mobbing oft vollkommen unberechtigte Kritik geäußert wird um das Opfer gezielt fertig zu machen,
    so dass es letzendlich wirklich irgendwann versagt.
    Erklärung, dass es nicht unbedingt heißen muss, dass man in seinem Beruf schlecht ist, nur weil man gemobbt wird.
    Aufdeckung der Hintergründe, warum man gemobbt werden könnte: Z.B. weil man eine andere Person auf dem Arbeitsplatz
    unterbringen will, weil die anderen neidisch sind auf manche Dinge, die man gut kann,
    weil der Vorgesetzte, der Mobbing betreibt, merkt, dass man innerlich nicht allzuviel Respekt vor ihm hat, nicht viel von ihm
    hält, auch wenn man ihm das nicht ins Gesicht sagt,
    dass bei Mobbing viel mit Lügen und Druck gearbeitet wird, um das Opfer psychisch fertig zu machen...

    Was meint ihr dazu?
    Wie sind eure Erfahrungen mit Therapeuten, wenn ihr in Mobbing-/Bossing-Situationen wart/seid?

  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 683

    AW: Therapieziele bei Mobbing/Bossing

    Selber bin ich von dem Thema zum Glück nicht betroffen, allerdings wird mein Sohn in der Schule stark gemobbt, was auch für mich ganz fürchterlich ist.

    Ist auch Thema bei seiner Therapeutin. Ist das ein Unterschied wie man damit umgehen sollte bei Kindern oder Erwachsenen?

  3. #3
    werwiewas

    Gast

    AW: Therapieziele bei Mobbing/Bossing

    Naja, ein Wechsel der Schule um aus der Mobbing-Situation rauszukommen ist für ein Kind mit AD(H)S wahrscheinlich nicht gerade leicht.

    Wird dein Sohn auch von den Lehrern gemobbt? Das dürfte ja nicht sein.

    Bei Erwachsenen wird halt oft empfohlen, die Arbeitsstelle zu wechseln. Das ist bei mir eher schwierig.

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 683

    AW: Therapieziele bei Mobbing/Bossing

    Also ähnliche Handhabung, wechsel.

    Naja, ich könnte jeztz nicht wechseln, da mein Lebenslauf unter aller Sau ist. Womit die Probleme ja auch nicht wirklich behoben sind.
    Mobbing kommt mE ja auch daher, das man "anders" ist als die Masse und die Masse damit Probleme hat.
    Anpassen find ich auch nicht so toll, hab ich immer versucht, geht nicht, bei meinen alten Nachbarn hatte ich das Problem.
    Selbstbewusstsein stärken denke ich ist da ganz super wichtig.

    Selbst wenn ein wechsel anstehen sollte, sonst bringt der u.U. gar nix

  5. #5
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.410

    AW: Therapieziele bei Mobbing/Bossing

    Ich weiss nicht, wie es im Staatsdienst ist, in der freien Wirtschaft gibt es mittlerweile Seminare für Führungskräfte, wie man teure Arbeitnehmer durch grenzwertige Mobbingaktionen in die Aufhebung/Kündigung des Arbeitsverhältnisses drängt.

    Psychisch kann der betroffene Mitarbeiter da nur verlieren. Dann ist der Kampf gegen die rechtlich zu beanstandende Situation ein Kampf gegen Windmühlen, verbunden mit langem Krankenstand, gerichtlicher Auseinandersetzung und gesundheitlich ist der Betroffene anschließend ganz unten.

    Als Betroffener ist man in dieser Situation total ausgeliefert, weil man keine Entscheidung mehr beeinflussen kann. Die Entscheidung wurde bereits im Vorfeld von höchster Instanz getroffen, ohne das der Betroffene davon weiss. Man kann lediglich versuchen, möglichst gesund aus der ganzen Situation hervor zu gehen. In der freien Wirtschaft bedeutet das, Alternativen suchen, Selbstbewusstsein stärken, Ressourcen erarbeiten und mit seinen Ohnmachtsgefühlen abzuschließen.

    Im Staatsdienst sollte man vielleicht in der Therapie nach Möglichkeiten suchen, sich versetzen zu lassen, je nach Ebene (kommunal, Land, Bund) andere ABteilung, andere Dienststelle, andere Stadt, anderes Bundesland und einen Neuanfang planen.

    Leider ist es als Mobbing-Betroffener nicht möglich, diese Entscheidungen zu treffen, weil man erstmal so verletzt ist, so herabgewertet wurde und auch in einer Verteidigungsrolle steckt. Man will allen klar machen, dass man doch gar nciht so ist, wie die anderen meinen. Das System dahinter vermag man nicht zu erkennen, weil es einfach so unglaublich subtil ist. Das fängt zum Beispiel damit an, dass bei der Nachtschwester auf einmal die Vorgesetzte samt Lebensgefährten hinter der Schwester am Patientenbett steht, ohne Vorankündigung, ohne zu klopfen oder sich sonstwie bemerkbar zu machen, und dass, obwohl die Nachtschwester davon ausgehen muss, sie ist die einzige im ganzen Haus (Pflegeheim). Die Schwester erschrickt sich, der schwarze Peter wird ihr zugeschoben: Die Vorgesetzte hatte was vergessen und weil es ihr nachts so unheimlich ist, hat sie ihren Lebensgefährten mitgenommen und da sie schon mal da waren, wollte sie auch schauen, ob alles in Ordnung ist...das ist doch reine Fürsorge der Schwester gegenüber...ein Schelm, wer böses dabei denkt.

    DA bleibt dann nur, Mobbing-Tagebuch führen, neuen Job suchen und anschließend Schadenersatz geltend machen. Leider ist man selten in der Lage, gelassen genug dafür zu bleiben ohne Schaden zu nehmen. Das Mobbingtagebuch, dass von der Rechtsprechung gefordert wird, ist eine immense zusätzliche Belastung, die man sich gut überlegen sollte.

  6. #6
    werwiewas

    Gast

    AW: Therapieziele bei Mobbing/Bossing

    Hallo Trine,

    schön, dass Du das Mobbing-Tagebuch erwähnst...ja, dazu war ich auch irgendwie nicht mehr in der Lage....auch weil ich alle Kraft brauchte, um meine Arbeit zu verrichten und dann noch die Mobbing-Angriffe irgendwie zu bewältigen...

    Und wenn das mit der Versetzung so einfach wäre. Erstmal muss ich wieder soweit gesund werden, dass ich meine Arbeit wieder verrichten kann. In einen anderen Bereich wechseln ist in meinem Beruf ziemlich schwierig....Und die Wahrscheinlichkeit ist immens, dass der Vorgesetzte auf einer neuen Dienststelle gleich gegen mich "geimpft" wird.

    Ich überlege, ob ich am Montag mal bei der Mobbing-Zentrale anrufe und da um Rat bitte...Wie Du schon sagtest, bei Gerichtsverfahren hat man sehe wenig Aussicht auf Erfolg; selbst wenn man absolut im Recht ist.

    Das mit den speziellen Fortbildungen für Führungskräfte ist ja krass. Aber bei mir brauchen die Verantwortlichen diesbezüglich keine Fortbildungen mehr :-(.

    Ich hoffe aber noch, dass man ein, zwei Etagen höher merkt, was da läuft; und dass niemand etwas davon hat, dass ich wirklich förmlich "krank gemacht wurde" und trotz massiver Mobbing-Attacken noch sehr lange versucht habe, meine Arbeit zu verrichten....bis es dann einfach nicht mehr ging und ich aufgab.

    Heute kam ein Bericht im Radio, dass in Deutschland immer mehr Arbeitnehmer "innerlich kündigen" und auf der Arbeit nur noch das notwendigste machen, vor allem weil die Führungskräfte statt zu motivieren (z.B. durch Lob, Einsatz in Bereichen, die man gut kann...) nur runtermachen oder selbst gute Leistungen als Selbstverständlichkeit betrachten.

    Mir sagte mal jemand, dass in den großen Unternehmen der freien Wirtschaft eigentlich kaum gemobbt würde, da man dort erkannt hat, dass die finanziellen Schäden (durch Leistungsrückgang, viele Krankheitstage) zu groß seien. Aber sicher haben das noch nicht alle Unternehmer erkannt....Möglicherweise aber die Vorgesetzten in meinem "Unternehmen"; zumindest in den höheren Etagen.

    Von meinem VT kann ich bzgl. Beratung da leider keine Unterstützung erhalten. Ich muss mir da selbst helfen.
    Und wie gesagt, durch die massive Verschlimmerung meiner ADS in der letzten Zeit, glaubt ja anscheinend auch mein VT, dass ich schon als das Mobbing begann, sei ich wohl schon so chaotisch gewesen wie jetzt. Und dass man deshalb quasi "zu Recht" versucht hat, mich abzuservieren.

    Dein Beispiel aus dem Pflegedienst ist interessant....Ja, es ist wirklich sehr tragisch und nur schwer zu verstehen. Aber tatsächlich wird gerade in den sozialen Berufen am meisten gemobbt...besonders im Krankenhaus...

    Da bleibt wirklich bloß die Möglichkeit, die Arbeitsstelle zu wechseln.

    Erst vor kurzem ist mir auch klar geworden, dass AD(H)Sler unter Mobbing ja noch intensiver leiden als Stinos.
    Denn wir sind ja noch viel mehr als diese quasi "Den Gefühlen ausgeliefert", wie C. Neuhaus eines ihrer Bücher tituliert hat, dass ich schon seit über einem halben Jahr nicht zu Ende lesen kann.

  7. #7
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 683

    AW: Therapieziele bei Mobbing/Bossing

    ich drücke dir ganz feste die daumen, und hoffe das es gut für dich ausgehen wird.

    vor allem das es nicht so langwierig wird

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