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Diskutiere im Thema Leide ich unter AD(H)S und bemerkte dies erst im Studium? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 9

    Lächeln Leide ich unter AD(H)S und bemerkte dies erst im Studium?

    Hallo liebe Cummunity,

    ich habe schon seit längerer Zeit den Verdacht, dass ich unter AD(H)S leiden könnte. Aus Scham bzw. Angst habe ich mich nie getraut, dies bei einem Mediziner anzusprechen. Hinzu kommt noch, dass ich studiere und der Meinung bin, dass die Mediziner sagen werden: "Der ist Student und will sowieso nur Medikamente abgreifen, um sich einen Vorteil verschaffen zu können."

    In der Schule konnte ich mich nie so wirklich konzentrieren (Klassenclown) und jeder Blick auf die Uhr war eine Qual, da die Langeweile noch andauern würde und ich nicht bis zur Pause rumsitzen wollte. Meine Konzentrationsphasen waren schon immer recht bescheiden und ich hatte eine Vorliebe dazu, andere Menschen abzulenken und/oder mit Kugelschreibern zu spielen. Mich langweilten die meisten Themen nach spätestens 10-15 Minuten und ich begann irgendwelche Bilder zu malen. Hinzu kam, dass ich auch regelmäßig die Schule schwänzte und mich immer mal wieder mit anderen Dingen beschäftigte. Mein Fachabitur habe ich geschafft, aber wohl nur, weil alles strukturiert war und im Studium versage ich total.

    Ich studiere nun im 3. Semester Betriebswirtschaftslehre und habe unglaubliche 2 Prüfungen bestanden/absolviert.
    Ich setze mich immer 6-8 Wochen vor Prüfungsbeginn hin und versuche zu lernen. Ich fasse Skripte zusammen, lese diese halbwegs durch und fasse sie dann nochmal zusammen. Dieser Prozess wiederholt sich ständig! Wenn ich dann endlich ein einziges Skript zusammengefasst habe, kann ich mir die Texte einfach nicht merken. Wenn ich eine Seite gelesen habe, kann ich direkt wieder oben anfangen, da einfach nichts hängen bleibt. Meine Freunde sagten immer zu mir, dass ich ruhiger werden müsse und eine Art Lernblockade vor den Prüfungen aufbaue. Wenn ich dann in einer Prüfung sitze und mir die Fragen angucke, bin ich immer wieder der Meinung, dass ich davon noch nie etwas gehört habe.

    "ruhiger werden" aber wie? Mich zerreißt seit Jahren (seitdem ich denken kann) eine innere Unruhe. Ich glaube, dass ich noch nie richtig abgeschaltet habe. Ich muss ständig mit den Händen oder Füßen rumzappeln, damit ich einigermaßen ruhig werde. Meine Eltern hielten mich immer für etwas nervös. Dies glaube ich allerdings nicht.

    Ich möchte einfach mal anhand eine Stichwortliste meine "Symptome" darstellen, damit dies kein endlos langer Roman wird.

    - Schlafstörungen (ich brauche mindestens 2 Stunden zum Einschlafen)
    - Schlafdauer nie mehr als 7 Stunden
    - Konzentrationshöchstdauer etwa 5-10 Minuten
    - sehr schnell Langeweile
    - wechsle häufig Tätigkeiten, obwohl ich anfangs hochmotiviert bin
    - kann Professoren nicht zuhören, starre Löcher in die Luft
    - "lerne" für Prüfungen unstrukturiert (mal hier mal da, obwohl ich mir immer vornehme strukturiert zu lernen)
    - ich bin immer aufgekratzt und innerlich sehr unruhig
    - Angststörungen werden seitens meines Hausarztes vermutet (Antidepressiva habe ich bekommen)
    - ich bin leicht reizbar
    - länger als 90 Minuten in einer Vorlesung sitzen -> für mich kaum machbar
    - während ich diesen Text schreibe, habe ich ihn 4x durchgelesen und mind. 10 Veränderungen vorgenommen.
    - außerdem habe ich tierische Panik vor Vorträgen/Präsentationen, da ich mich so ausgeliefert fühle und deswegen meide ich solche Situationen (schlecht fürs Studium).
    - usw. (merke gerade, dass die Liste endlos erweiterbar wäre)

    Ich habe auch mehrere "Tests" im Internet gemacht und jeder weist auf ADHS hin (inwieweit man diese Tests ernstnehmen kann, weiß ich selbst nicht). Falls ihr euch damit auskennt,

    Was ich mittlerweile weiß, ist, dass ich aufgrund der Angststörungen eine Therapie machen soll. Um bis dahin über die Runden zu kommen, verschrieb mein Hausarzt mir ein leichtes Antidepressivum, das mich auch sehr entspannt und mir beim Einschlafen hilft.

    Natürlich habe ich jetzt Angst zu einem Psychologen/Psychiater/Neurologen zu gehen, da ich immer denke "der glaubt mir doch sowieso nicht...der will nur Medikamente zum Lernen..."

    Über eure Meinungen und Erfahrungen wäre ich sehr erfreut.

    Liebe Grüße

  2. #2
    Merħba

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 28
    Forum-Beiträge: 447

    AW: Leide ich unter AD(H)S und bemerkte dies erst im Studium?

    Hallo Chronicles

    Alles was du da schreibst könnte exakt so von mir sein!
    Habs ähnlich wie du auch erst durchs Studium so richtig gemerkt. Angst oder Scham vor dem Psychologen? Okay, kann ich verstehen irgendwie. Erkundige dich doch am besten erstmal nach einer Stelle in deiner Region, die explizit auf ADHS hin untersucht, damit musste schonmal nicht befürchten dass man dir nicht glaubt.

    Bist auf jeden Fall nicht alleine hier

    Gruß Thorsticek

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 9

    AW: Leide ich unter AD(H)S und bemerkte dies erst im Studium?

    Hallo Thorsticek,

    ich danke dir für deine Antwort. Ja, ich habe tatsächlich Angst, mich bei einem Psychologen vorzustellen. Ich kann ehrlich gesagt auch nicht erklären, woher diese Ängste kommen, aber es sind nicht gerade wenig.

    Für mich ist es unerträglich, wochenlang zu lernen, um in Prüfungen komplett zu versagen. Ich weiß, dass ich dieses Studium schaffen kann, aber so wie es jetzt läuft, geht es nicht weiter.

    Mir ist auch noch eingefallen, dass ich ein Mensch bin, der immer alles ausprobieren will und des dann doch wieder abbricht.
    Das war z.B. in meiner Ausbildung der Fall. Auch handle ich immer wieder unüberlegt. Mich hat nun die Verzweiflung gepackt und vollkommen unüberlegt habe ich mich auf unzählige Ausbildungsplätze beworben, da ich echt panik vor der Zukunft hatte.

    Ich bin jetzt 24 (nächsten Monat werde ich 25) und habe das Fachabitur auf dem 2. Bildungsweg nachgeholt. Ich zweifle immer wieder an mir und denke, dass ich in ein tiefes Loch fallen würde, wenn ich mein Studium nicht packe.

    Hat einer von euch vielleicht Erfahrungen mit einer Leistungssteigerug, was das Lernen angeht? Ich sperre mich während der Lernphasen in der Bibliothek ein, aber komme kein Stück voran.

    Ich danke im Voraus

    P.s. Kann jemand eine geeignete Stelle oder einen geeigneten Facharzt im Raum Lübeck und Umgebung empfehlen?

  4. #4
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.439

    AW: Leide ich unter AD(H)S und bemerkte dies erst im Studium?

    hallo chronicles,

    was du beschreibst, kennen so viele hier...für das lernen kann ich dir nicht wirklich gute ratschläge geben, da ich das selbst auch noch immer nicht so in den griff bekommen hab, wie ich das gerne hätte. aber die angst vor einem psychologen möchte ich dir gerne nehmen. so überdeutlich wurden meine adhs bedingten probleme auch erst im studium bzw. erreichten ein level, das nicht mehr tragbar war. hatte auch scheu von meinem adhs-verdacht zu berichten, da ich ebenfalls befürchtete, man würde denken "ach, überlastete studentin. die ist bloß überfordert und will bissle ritalin abgreifen". habe bei einem arzt einen termin gemacht, der sich mit adhs bei erwachsenen auskennt. zu dem termin dort musste ich auch meine alten zeugnisse mitbringen. werf mal einen blick in die deinigen, am interessantesten sind die grundschulzeugnisse. in der regel lassen sich da ganz typische sätze finden. (dazu gibt es hier auch einen thread) nach dem lesen dieser sagte mein arzt, dass sich das ja schon als ein roter faden durch die schullaufbahn zieht. dann kam die ganze diagnostik und damit auch die diagnose...und keine bösen unterstellungen.

    also mach dir ruhig mal einen termin bei einem entsprechendem arzt. der wird zumindest keinen spruch ablassen. falls sich der adhs-verdacht dann nicht bestätigen lässt, so ist dennoch irgendwas bei dir im argen, was man so ausfinding machen kann. und dann sicherlich auch helfen.

    lg
    mel

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 9

    AW: Leide ich unter AD(H)S und bemerkte dies erst im Studium?

    Vielen Dank für deine ermutigenden Worte

    Wenn ich etwas ändern will, dann muss ich da ja durch. Dies hat mein Hausarzt auch gesagt. Er sagte ebenfalls, dass das ein relativ langer Weg werden könnte mit "Aufs" und "Abs" (auch in Bezug auf Angststörungen). Ich bin ja einerseits bereit diesen Weg zu gehen, aber wenn ich keine Erfolge nachweisen könnte, dann wäre mein Studium gelaufen und das möchte ich keinesfalls.

    "ach, überlastete studentin. die ist bloß überfordert und will bissle ritalin abgreifen".
    "

    Vor diesem Satz bzw. Gedanken habe ich auch am meisten Angst. Mir geht es nicht darum, dass man mir Medikamente verabreicht, sondern um den Erfolg, endlich wieder lernen zu können. Ich habe mich auch lange mit diesen Medikamenten auseinandergesetzt und bin da schon ein bisschen vorsichtig. Aber wenn es helfen würde, dann würde ich mir damit auch helfen lassen.

    Hast du denn durch Medikamente eine bessere Aufmerksamkeitsspanne, bzw. kannst du intensiver (strukturierter) lernen?

    werf mal einen blick in die deinigen, am interessantesten sind die grundschulzeugnisse.
    Da steht auch, dass ich oft unkonzentriert und auffällig war. Andererseits steht dann im darauffolgenden Zeugnis, dass sich mein Verhalten gebessert hat. Aufs und Abs ?


    Nochmals vielen Dank für deine Antwort.

    Liebe Grüße

  6. #6
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.439

    AW: Leide ich unter AD(H)S und bemerkte dies erst im Studium?

    hehe, das verhalten gebessert. gebessert heißt ja nicht, dass alles plötzlich rosig ist. sondern nicht mehr ganz so schlimm. nach einem schulwechsel in der 5. klasse liest sich mein zeugnis auch plötzlich ganz anders. weil ich da eine super lehrerin hatte, die mit mir umzugehen wusste und nicht auf die dinge, die unerwünscht sind fokussiert hat. ein bisschen was vom typischen steht da zwar auch, aber wohlwollend formuliert und nicht in den fokus gerückt....das war wieder vorbei, als ich in die oberschule kam...besagte grundschullehrerin übrigens, hat sich später für "ihre hypies" stark eingesetzt. was da im zeugnis steht, hängt stark vom lehrer ab. wie stark der einfluss des lehrers auf mich ist, hab ich selbst als erwachsene gemerkt, als ich nochmals die schulbak drückte.

    ja, therapie, aus welchem grund nun auch immer sie begonen wird, ist immer ein langer weg mit auf und ab. und kein zuckerschlecken. aber auf diesem weg ist wenigstens am ende des tunnels auch licht zu erwarten und zwischendurch sind luken, wo man davon schon mal was bekommt.
    angststörungen gehören übrigens zu den oft vorzufindenden komorbiditäten bei adhs.

    ich denke, dass zumindest bei mir die angst vor diesem satz auch daher kam, weil ich das selbst erst so dachte. bei den ersten verdachtsmomenten beim adhs dachte ich selbst, na so ein quatsch. ICH und adhs...der verdacht erhärtete sich und ich wurde mir immer sicherer, dass es so sei kann. aber wäre da nicht dieser ständige zweifel an sich selbst und das lebenslang eingetrichterte denken von "reiß dich zusammen und sei nicht so faul, motiviere dich halt"...dann wäre ich sicherlich entspannter zur diagnostik gegangen. wenn du dir einen suchst, der sich mit adhs auskennt, kennt er aber genau das.
    von dem gedanken an medikamente war ich übrigens nicht so erbaut. mit der verzweiflung wuchs dann auch die bereitschaft sie zu nehmen. na, hätte ich gewusst, was die alles bewirken, hätte ich nicht so lange gezögert. allerdings dennoch kein wundermittel. innerliches, seien es blockaden, ängste, erschöpfung....(lange palette), zaubern die nicht weg. und auch keine struktur plötzlich herbei. ich nehm sie noch nicht sooo lang. überraschenderweise helfen sie mir in erster linie für mich ganz persönlich, fern ab von allem, was mit der uni zu tun hat. für den unialltag helfen sie mir, zum lernen selbst. naja. haben sie vor- und nachteile. wenn jemand zugegen ist, der meine aufmerksamkeit auf das zu lernende lenkt, ist's gut. bin ich allein, eher nicht. bin ich zwar konzentrierter, mach aber dennoch nicht was ich soll

    aber jeder ist anders. auch wirken die medikamente nicht bei jedem gleich. das gilt es für dich dann auszuprobieren, wenn es so weit ist. und eben nicht nur medikamente zu schlucken, sondern auch eine therapie zu machen. eins nach dem anderen. such dir erstmal einen entsprechenden arzt und mach dir klar, was du außer mehr lernerfolg noch davon erwartest. in der wartezeit auf den termin, kannst du hier im forum ja stöbern. da gibt es viele hilfreich tipps.

    lg
    mel

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 9

    AW: Leide ich unter AD(H)S und bemerkte dies erst im Studium?

    ICH und adhs...der verdacht erhärtete sich und ich wurde mir immer sicherer, dass es so sei kann. aber wäre da nicht dieser ständige zweifel an sich selbst und das lebenslang eingetrichterte denken von "reiß dich zusammen und sei nicht so faul, motiviere dich halt"
    Du sprichst mir aus der Seele. Ich bekomme auch des öfteren in Lerngruppen zu hören, dass ich mich zusammenreißen soll und etwas mehr produktives beitragen könnte. Aber das ist ja im Allgemeinen ein großes Problem unserer Leistungsgesellschaft. Ich bin eher der Typ, der auf Medikamente verzichtet und lieber viel Sport treibt. Aber aufgrund der jetzigen Situation nehme ich ja nun Opipram (2x täglich) und es hilft mir tatsächlich ganz gut. Mittlerweile denke ich aber auch, dass ich bereit bin, Medikamente zu nehmen (falls Diagnose meinen Verdacht bestätigt), damit es im Leben wieder vorangeht.

    Was mich aber sehr stutzig macht: Ich lese immer wieder, dass vor allem Menschen mit niedrigerem Bildungsniveau (ist keinesfalls abwertend gemeint) unter AD(H)S leiden. Bei meinem Realschulabschluss hatte ich einen Schnitt von 3,4 und im Fachabitur einen Schnitt von 2,4 (war allerdings eine Privatschule und manche Vorurteile stimmen einfach). Mein Studium fällt mir aber besonders schwer, weil ich Termine nicht einhalten kann und meine Leistung nur alle sechs Monate gefragt ist. Könnte es daran liegen, dass AD(H)S'ler schlechter damit klar kommen, dass strukturierte Vorgaben fehlen?

    Das ist echt ein tolles Forum hier

    --> Kennt denn jemand einen erfahrenen Arzt aus Lübeck und Umgebung? Die Uni-Klinik ist wohl wieder ausgebucht <--

  8. #8
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.439

    AW: Leide ich unter AD(H)S und bemerkte dies erst im Studium?

    Joa, die Leistungsgesellschaft. Mit der bin ich auch gerade am hadern. Aber bei einer Lerngruppe kann ich schon verstehen, dass da erwartet wird, dass jeder was beisteuert. Wenn ich in einer Gruppenarbeit viel mache und merke, dass eine andere Person so gut wie nichts macht, finde ich das auch nicht so prickelnd. Das hat dann einfach was mit Ausgewogenheit zu tun.
    Hast du da jemanden, dem du dich anvertrauen kannst? Ich habe z.B. vorhin mit einem Kommilitonen den Deal geschlossen, dass er sich meine Belegarbeit (die Montag abgegeben sein muss) nur durchliest, wenn ich ihm bis morgen um spätestens 12 Uhr wenigstens die Einleitung schicke. Dass er die durchliest ist mir aber wichtig, weil meine Statistikkenntnisse sich in Grenzen halten. Falls da irgendein grober Fehler drin ist, entdeckt der den und ich gebe keinen Müll ab...Die Frist bis morgen soll vermeiden, dass ich die Arbeit erst am Montag in letzter Minute aus den Fingern sauge. Also, falls es da jemanden gibt dem du dich anvertrauen kannst, wäre das gut. Damit man wenigstens für die ganz großen Hürden Deals solcher Art schließen kann.

    Sport ist gut. Und wer weiß, wenn die jetzige Medikation schon was nutzt, reicht vielleicht Therapie dazu aus und brauchst du gar keine weiteren Medikamente.

    Ich war auch heilfroh, dieses Forum gefunden zu haben. Und bin es noch.

    Wer schreibt denn, dass besonders Menschen mit niedrigem Bildungsnievau leiden? Oder meinst du damit die Aussage, dass mehr Menschen mit niedrigem Bildungsniveau ADHS hätten? An anderen Stellen hab ich gelesen, dass mehr Intelligenz dazu führt, dass man besser kompensieren kann und so später auffällt...Na ich weiß ja nicht. Mit ADHS ist es halt schwerer sein Potenzial auszuschöpfen, worunter viele hier leiden. Das hiesige Schulsystem macht es einem auch nicht leicht und fördert Verweigerung. Ich hab damals die 10 Klasse mit einem Hauptschulabschluss verlassen und das wohl eher nicht deshalb, weil mehr nicht möglich gewesen wäre.
    In der Berufsausbildung hab ich gelernt was mich interessierte und/oder was ich für die Ausübung des Berufs als wichtig erachtete. Die Sachen die mir ganz schwer gefallen sind zu lernen, weil sie mich einfach gar nicht interessiert haben, hab ich weg gelassen und die Noten wurden dann eh verrechnet.
    Im Fachabi hatte ich einsen in den Fächern die mich interessierten und die Lehrer wussten, wie sie meine Aufmerksamkeit wieder in den Unterricht lenken ohne mir Desinteresse zu unterstellen und das übel zu nehmen. in anderen Fächern waren die Noten dann ok bis schlecht. In denen hätte ich halt richtig lernen müssen, was bekanntlich schwer fällt. Wieder haben die guten die schlechten Noten ausgeglichen. Schnitt von 2,3. Was heutzutage ja keine gute Note mehr ist. Somit sagt die Schulbildung meiner Meinung nach überhaupt nichts aus!

    Das Problem im Studium benennst du bereits. Da fehlt die von außen vorgegebene Struktur. In der Schule waren die Intervalle von Klausur zu Klausur kürzer. Das war zwar nervig, aber der Stoff dadurch überschaubar. Wenn ich nun zum Semesterende diesen riesen Berg an Lernmaterial betrachte, hab ich schon keine Lust mehr. Obwohl die Inhalte eigentlich interessant sind. Außerdem will ich lieber Urlaub machen. Andere schaffen es, im Semester zwischendurch alles aufzubereiten und Häppchenweise zu lernen. Die organisieren und strukturieren sich. Erledigen, was sie sich für heute vorgenommen haben. Ich fange vor der Klausur erstmal an, lauter lose Blätter zu ordnen... Außerdem ist alles anonymer. Da interessiert niemanden, ob ich in der Vorlesung zuhöre oder träume, die Klausur schreibe oder nicht....usw.
    Sich zu organisieren und zu strukturieren, die Aufmerksamkeit da zu haben, wo sie gerade sein soll oder überhaupt zu konzentrieren, Verhaltenssteuerung...Alles Hauptprobleme von ADHS. Und spätestens, wenn solche Dinge gefragt sind, wie im Studium, fliegt's einem um die Ohren. Wir sind nicht die einzigen, denen das eigentliche Problem erst im Studium klar wird.

    Wenn du dich im Vorstellungsforum vorstellst und hier die Suchfunktion benutzt, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass du Hinweise zu Ärzten in deiner Gegend findest.

    lg
    mel

  9. #9
    werwiewas

    Gast

    AW: Leide ich unter AD(H)S und bemerkte dies erst im Studium?

    Hallo Chronicles,

    erstmal ein herzliches "Willkommen" hier.

    Ich denke, Du bist hier auf dem absolut richtigen Weg :-).

    Also das mit der Häufung von AD(H)S bei Menschen mit "niedrigerem Bildungsniveau" ist absoluter Quatsch.

    Es gibt sehr viele erfolgreiche Wissenschaftler und sogar Professoren mit AD(H)S.

    Ich selbst habe längere Zeit mit so einem Wunderkind zusammen gewohnt und oft Bauklötze gestaunt, wie extrem die mentale Leistungsfähigkeit und Fähigkeit zum Strukturieren schwankte.

    Menschen, die aus einigermaßen geordneten Familienverhältnissen kommen, oder sogar Akademiker als Eltern haben, können nur meistens viel leichter das AD(H)S vertuschen und kompensieren.

    In vielen Dingen sind AD(H)Sler sogar Menschen ohne AD(H)S überlegen. Z.B. im Bezug auf Empathie, Kreativität oder den sogenannten Hyperfocus, wenn sie sich mit einem Sachverhalt auseinandersetzen, der sie sehr interessiert.

    Nur hapert's dann wieder bei Aufgaben, gegen die sie eine Abneigung haben.

    Was Du bis jetzt geschildert hast, klingt schon sehr nach AD(H)S.

    Mir persönlich hat ein Antidepressivum mit Serotonin-Wiederaufnahmehemmer bei der Bekämpfung von Ängsten und Erschöpfungszuständen sehr geholfen.

    Google doch mal nach Dr. Wolf und ADHS. Der hat was sehr interessantes darüber geschrieben, warum Menschen mit AD(H)S in schwierigen Situationen förmlich zappeln oder sonstwie auffallen müssen: Nämlich um durch dieses Verhalten die Herstellung von Dopamin anzuregen, mit dessen ausreichender Produktion das Gehirn eines AD(H)Slers aufgrund von Stoffwechselstörungen anscheinend überfordert ist...zumindest oder besonders in Stresssituationen...und manchmal kann Langeweile ja auch schon Stress erzeugen....besonders, wenn man AD(H)S hat.

    Im allgemeinen Forum hier gibt es auch ein Verzeichnis von Kliniken und Selbsthilfegruppen nach Regionen gegliedert. Da solltest Du eigentlich fündig werden.

    Alles Gute für Dein Studium
    wünscht Dir
    werwiewas

  10. #10
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 9

    AW: Leide ich unter AD(H)S und bemerkte dies erst im Studium?

    Ich denke euch für eure schnellen Antworten. Top

    Das mit dem Bildungsniveau nannte mein Hausarzt. Er sagte (sinngemäß): Ich halte ADHS bei Ihnen nicht für ausgeschlossen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ADHS oftmals dazu führt, dass Grundschulkinder in eine Sonder- oder Hauptschule versetzt werden. Die Lehrer erkennen oftmals nicht die eigentliche Problematik dieser ... (er nannte es nie Krankheit oder Erkrankung) erkennen."

    In meinem Bekanntenkreis gibt es auch zwei Personen, die besonders auffällig waren und mit 'Ach und Krach' die Hauptschule geschafft haben. Natürlich lasse ich mich diesbezüglich eines besseren belehren und es sollte auch nur eine Frage sein. Vielen Dank für die Antworten .

    mel:
    Mein Problem ist es nicht, dass ich nichts produktives dazu beitrage möchte. Ganz im Gegenteil. Allerdings bin ich den meisten wohl zu langsam. Ich habe relativ kurze Konzentrationsphasen und nutze viele Möglichkeiten für kurze Pausen (z.B. Kaffee und Snacks aus der Cafeteria holen oder mal kurz die Beine vertreten). Dummerweise passiert es auch, dass ich total motiviert bin und alle Aufgaben an mich reiße, die Lust daran verliere und es einfach liegen lasse.

    Außerdem ist alles anonymer. Da interessiert niemanden, ob ich in der Vorlesung zuhöre oder träume, die Klausur schreibe oder nicht
    Das wäre ein Traum für mich! Bei uns ist es so, dass wir pro Studienfach mindestens 2-3 Vorträge/Präsentationen halten müssen.
    Wir werden dann meist in elf Gruppen zu je sieben Personen eingeteilt und sollen dann selbständig arbeiten und vortragen. Natürlich sind die Profs der Meinung, dass man die Personen immer fröhlich durchmixen muss --> soziale Kompetenzen,etc.

    Wir sind nicht die einzigen, denen das eigentliche Problem erst im Studium klar wird
    Das war mir bis jetzt wirklich nicht klar. Ich könnte aber explodieren, wenn ich 6-8 Wochen "intensiv" lerne und nichts dabei rumkommt. Andere lernen 2-3 Nächte vor den Prüfungen und bestehen mit super Noten...


    Hallo werwiewas,

    auch dir danke ich für deinen Beitrag.

    Nur hapert's dann wieder bei Aufgaben, gegen die sie eine Abneigung haben.
    Liegt es wirklich an einer Abneigung? Eigentlich war ich immer ganz glücklich mit meinem Studiengang. Klar, es gibt schon Fächer, die einen überhaupt nicht interessieren, aber das ist doch eigentlich normal. Aber auch bei Fächern die ich "liebe", habe ich große Aufmerksamkeits- und Konzentrationsprobleme.

    Das Verzeichnis habe ich schon eifrig durchforstet und leider nur die Uni-Klinik gefunden. Dort bekommt man mit Glück alle fünf Monate mal einen Termin. Ich habe auch gezielt nach Psychiatern gesucht, aber bis jetzt gab es nur Absagen, da sich niemand mit ADHS auskennt (sagen sie, aber ich gehe davon aus --> Student --> Medikamente --> Nein).

    Ich werde mir morgen den Bericht durchlesen und mich dann mal vorstellen :-)

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