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Diskutiere im Thema ADHS oder nicht? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 2

    ADHS oder nicht?

    Ich frage mich ob ich eventuell AD(H)S habe. Auf die Idee gebracht hat mich jemand in einem anderen Forum bereits vor ein-zwei Jahren. Ich habe das abgehakt, weil es mir zu dem Zeitpunkt zu mühsam war mich durch viele Themen zu lesen und einiges nicht auf mich passte. Zudem war ich es gewohnt so zu sein wie ich bin.
    Mittlerweile leide ich unter meiner Situation. Ich habe eine starke emotionale Zeit in den letzten 2 Monaten gehabt, die mich dazu gebracht hat über vieles nachzudenken. Und dabei ist es hinderlich so zu sein. Im Laufe meines gesamten Lebens habe ich immer Probleme gehabt aktiv zu lernen. Hinsetzen, durcharbeiten geht nicht. Spätestens nach einer ¼-Stunde geht die ganze Konzentration weg. Ich bin fürchterlich ungeduldig und kann vieles kaum erwarten. Ich bin sehr sprunghaft und kann kaum etwas durchziehen, außer es hat mit Sport zu tun. (Mittlerweile treibe ich aber auch keinen Sport mehr)

    In der Schule habe ich eigentlich nie Hausaufgaben gemacht. Rückblickend weiß ich auch nicht wie das funktioniert hat. Bislang habe ich das einer Falschbehandlung zugeschrieben: Ich konnte bei meiner Einschulung bereits bis 50 rechnen und seit ich 4,5 Jahre alt bin lesen dank Sesamstrasse. Mitte der 70er war das mit der Förderung aber offenbar so eineSache. Die ersten zwei Jahre in der Schule waren verschenkt, danach habe ich nichts mehr für die Schule getan, wirklich nichts. Insgesamt bin ich 3 mal sitzen geblieben, habe in der 10.Klasse die Nachprüfung geschafft, habe meinAbitur auf Sport ausgerechnet und bestanden.
    In der Grundschule und bis ich ca. 13/14 war, war ich eingehänseltes Kind, habe immer den Schwanz eingezogen. Generell bin ich ein eher ängstlicher Typ und bis heute absolut introvertiert. Danach habe ich esgeschafft mich über Sport zu definieren. In jeder Mannschafts-Sportart war icheigentlich der Beste und mein ganzes Selbstbewusstsein zog ich daraus alserster gewählt zu werden, was ganz gut funktionierte
    Mich hat Geschichte immer interessiert, das Studium habe ichaber nach 5 Semestern schleppender Anwesenheit abgebrochen und eine Lehre angefangen,weil mir die Perspektive fehlte. Es lag mir mehr am Ende des Monats Geld aufdem Konto zu haben und ich gezwungen bin etwas zu tun. Für die Prüfung meinerAusbildung habe ich ebenfalls nichts getan.

    Süchte: Ich habe ewig geraucht und mir nie vorstellen zukönnen aufzuhören. Ich habe es vor 2,5 Jahren geschafft nur weil es mirpeinlich war anderen zu sagen, dass ich wieder angefangen habe. Anfang bisMitte 20 habe ich übermässig viel Alkohol getrunken. Anfang 30 habe ich eine Phase von fast 1,5Jahren gehabt, in denen meine Wohnung aussah wie die eines Messi. Ich wararbeiten, hatte null Sozialkontakte und habe mich direkt nach der Arbeit an denPC gesetzt bis Nachts um 1. Hätte ich damals mein jetzige Frau nicht kennengelernt, keine Ahnung wie mein Leben jetzt aussähe. Mir ist bewusst, dass ichzu Süchten neige. Zum Glück ist meine Angst vor der Sucht größer.

    Ich bin sofort Feuer und Flamme für verschiedene Dinge, mussvieles zwanghaft kaufen, was dann in der Ecke liegt. In den letzten 7 Jahrenhabe ich einige hundert Euro für Dinge ausgegeben, die ich schnell wiederaufgehört habe: Gitarre autodidaktisch lernen, Polnisch autodidaktisch lernen,Fernstudium, Poker um nur einige zu nennen. Ich habe mir lange jedesComputerspiel was mir annähernd gefallen hat kaufen müssen, durchgespielt habeich insgesamt 2 Stück in meinem ganzen Leben. Mittlerweile habe ich darinMethode erkannt: Ich mache unterbewusst Dinge, die ich schnell selber wiederbeenden kann.
    Oft höre ich anerkennend: Du weißt echt alles, Dich kann manalles fragen. Vordergründig habe ich eine hohe Allgemeinbildung. Eigentlich besitzeich lediglich ein sehr gesundes Halbwissen in vielen Richtungen. Ich habe nie in meinemLeben etwas richtig zu 100% gekonnt, was mir auch zu schaffen macht. Mittlerweile bin ich Teamleiter und stellvertretender Abteilungsleiter in einer LKW-Disposition und die einzige halbwegs private Konstante ist politisches Engagement.


    Kurz gesagt:

    Unaufmerksam, leicht ablenkbar: ja

    Hyperaktiv: nein, aber permanent am Fusswippen oder Kuliklicken

    Impulsiv: Bedingt. Rede sehr selten dazwischen und nie ungefragtlos, bin dafür zu introvertiert. Reagiere aber oft und schnell unwirsch,trotzig und stur.

    Gefühlsschwankungen: Ja, kann binnen Bruchteilen vonSekunden platzen

    Zerstreutheit : Ja,oft z.B.: „Hörst Du mir eigentlich zu?“ (Zitat Ehefrau)

    Vergesslichkeit: Ja, verlege Sachen und bin unorganisiert.

    Planungs-/Organisationsprobleme: Privat ja, beruflich seltener. Es ist mein Job. Allerdings dokumentiere ich mir auch hier nichts, reine Kopfarbeit. Mein früherer Chef sprach immer von meinem „legendären Geheimwissen“

    Fehlendes Durchhaltevermögen: Ja, definitiv. Das ist das,was mich am meisten belastet, weil es mir unmöglich ist, meinem Privatlebeneine Richtung zu geben und mich eventuell privat fortzubilden.

    Problem Beziehungen zu führen und zu erhalten: Bedingt. Partnerschaftlich eigentlich nicht. Wirkliche Freunde außerhalb der Familie habe ich schon seit über 10 Jahren keine mehr.

    Psychische Probleme: Habe vor vielen Dingen Angst und stellemich Ihnen auch nicht immer

    Jähzorn: Ja gelegentlich, werde aber nicht gewalttätig. Habemich noch nie geprügelt beispielsweise. Aber Dinge die ich verabscheue bringen mich zur Weißglut, beispielsweise Ungerechtigkeit




    Wall of text, entschuldigung. Danke für jeden der sich bis hierhin durchgekämpft hat und danke für jedes Feedback. Sorry für die vielen Formatierungsfehler, ich habe den Text vorgeschrieben und surch copy/paste wurde einiges umformatiert.
    Geändert von Angelinus (25.02.2013 um 14:26 Uhr)

  2. #2
    Chaoten-Weib

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 53
    Forum-Beiträge: 2.544

    AW: ADHS oder nicht?

    Huhu du und willkommen

    verrätst du uns wie jung du bist? Muss ja dann über 30 sein ja?

    Und ansonsten....vieles was du schreibst ist den meisten hier bekannt, auch mir.

    Was versprichst du dir von einer Diagnose? Vieles wird dadurch auch schwerer. Man fühlt sich plötzlich "krank" und das über Nacht sozusagen. Auch damit muss man fertig werden.

    Medikamente auch schön und gut, aber meistens sind hier die Erwartungen viel zu hoch (siehe ich ). Man "leidet" jahrelang, manchmal Jahrzehnte und dann nimmt man ein kleines Pillchen und alles ist gut. Denkt man. Falsch gedacht. Medis schaffen es bei vielen hier, sich endlich mal aktiv um ihr Leben zu kümmern. Die Sichtweisen ändern. Ihr Leben aus einer anderen Perspektive zu sehen. Ein Allheilmittel ist es nicht (also ich möchte dir hier nicht unterstellen, dass du das so denkst. War nur allgemein gesprochen).

    Mit mir z. B. kamen vor den Medis die meisten nicht so gut klar. Die, die geblieben sind sozusagen, kommen JETZT mit mir nicht mehr klar, seit ich die Medis nehme (sind erst 10 Wochen). Bin sehr viel direkter geworden. Vorher hatte ich meistens Schiss, alles auszusprechen, weil ich Angst hatte vor Ablehnung. Das ist heute anders.

    Naja hast ja noch viel zu lesen hier. Ich hoffe, du hast einen Arzt in der Nähe bzw. eine Klinik, die sich mit ADHS bei Erwachsenen auskennt? Wenn du eine Diagnose möchtest, dann solltest du schon anfangen zu suchen. Unter Umständen dauert es bis zu einem 1/2 Jahr, bei einigen sogar noch länger.

    Freue mich auf weitere Beiträge von dir.

    lg Heike

  3. #3
    Comicus Divinius

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.200

    AW: ADHS oder nicht?

    Nein, ich fühle mich nicht krank. Ich habe sowas wie Frieden mit mir geschloßen, seit ich weiß, das Adhs habe, endlich habe ich eine Erklärung, für meine Schwächen. Ich bin keine aus der Art geschlagene Sackgasse, ich bin nicht allein.

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 2

    AW: ADHS oder nicht?

    Zuerst einmal danke ich herzlich für Eure Antworten.

    @Heike
    Ich bin 42 Jahre alt. Was mich umtreibt ist eigentlich nur der Wunsch mich selber zu verstehen und vielleicht etwas dagegen unternehmen zu können. Dabei kommen Pillen für mich nicht in Frage und ich sehe derzeit auch keine Veranlassung mich einem langen Untersuchungsprozedere zu unterziehen. Was in ein paar Jahren sein wird, keine Ahnung. Nur bin ich derzeit mit meiner privaten und beruflichen Situation so weit zufrieden, dass ich damit leben könnte wie es ist. Das bedeutet vor allem, dass ich mich beruflich nicht mehr fortbilden kann, weil ich das einfach nicht durchziehen könnte. Nie gelernt zu lernen, einige Wochen wäre ich Feuer und Flamme und dann... Einige Jahre zwischen 8-10 Stunden wöchentlich Disziplin scheinen mir unmöglich.

  5. #5
    Chaoten-Weib

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 53
    Forum-Beiträge: 2.544

    AW: ADHS oder nicht?

    Hi Angelinus,

    deine Einstellung finde ich sehr gut, dass du wissen möchtest, wieso und warum du so bist wie du bist. Vieles ist dann auch einfacher und man kann entweder mit Selbstdisziplin oder einer VT oder was auch immer an sich arbeiten.

    Ich drücke dir ganz fest die Daumen, dass du Fortschritte machen wirst. Und wenn irgend wann einmal das Gefühl kommt, du bist total in der Sackgasse, kannst du dich immer noch umentscheiden, Diagnose machen und evtl. Medis nehmen. DU hast die Wahl.

    lg Heike

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