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Diskutiere im Thema Diagnose-Schock im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 40
    Forum-Beiträge: 40

    Diagnose-Schock

    Hey Leute,
    seit Freitagabend hab ich den Brief mit der Diagnose.
    Erst war ich soo froh!! Endlich ist klar, was falsch ist mit mir; endlich kann man was machen!!!
    Ich hatte Schuldgefühle weil ich Sachen nicht auf die Reihe bekommen hab; und jetzt weiß ich endlich warum und daß es nicht faulheit ist...
    Super!!
    Aber dann: gleich am Samstag Bücher ausgeliehen, alle youtube videos über ADHD angesehen, Buch glesen, und vor allem sehr viel hier im Forum unterwegs....
    Naja was soll ich euch sagen: aufeinmal gehen einem die Augen auf, was sonst noch alles nicht "normal" ist, wie viele defizite mit dieser Krankheit verbunden sind... ufff.... jajaja vorher hab ich das alles auch kurz überflogen und gaaaanz oft "ja!! Das bin ich!!" gedacht, aber erst jetzt wird mir krass klar wieviele Lebensbereiche betroffen sind!!! Aaahhh gaaanz schlimm ist, daß ich auch eine schlechte Partnerin bin mit meinem ADHS; das hatte ich noch gar nicht gesehen... ach und 1000 andere Dinge, haha zum Beispiel nicht das Wesentliche vom Unwesentlichen unterscheiden können; siehe jetzt...
    Also auf jeden Fall fährt gerade der "Diagnose-Schock" voll ein.
    Mein leben Lang eine Neuro-Krankheit... Und warum haben die blöden "Profis" bei denen ich vorher war das nicht erkannt???

    Ach ihr kennt das ja sicher....
    Vielleicht hilft das jemandem, dem´s auch so geht: das ist sicher "normal" haha... "normal" hört sich jetzt seeehr erstrebenswert an...
    Liebe Grüße
    Marie-Luise

  2. #2
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 31
    Forum-Beiträge: 311

    AW: Diagnose-Schock

    So gings mir ähnlich. Es ist einerseits ein tolles Gefühl endlich eine Erklärung für alle Eigenarten zu finden, allerdings muss ich vorwarnen. Bei mir kehrte sich die Euphorie ein wenig um als ich feststellen musste dass der Weg bis zur Behandlung immer noch in weiter ferne lag... Es sollte noch Monate dauern bis es endlich soweit ist und das hat mich so ziemlich runter gezogen :-(

    Aber ich denke dein Psychologe behandelt direkt weiter oder? Wenn du das überhaupt wolltest :-)

    Dieser Stelle schon mal "Glückwunsch" :-)

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 93

    AW: Diagnose-Schock

    Hallo Marie Louise!

    Mir geht es genauso. Natürlich erstmal tief durchgeatmet und gedacht: Ufffffff.....da isse jetzt endlich die Diagnose.

    Und zeitgleich an die letzte Psychologin gedacht, die mir gesagt hat, sie glaubt, ich suche nur nach einer Diagnose, um weiterhin arbeitsunfähig zu sein!
    Das Kopfkino rattert und am liebsten würde ich zu ihr hinfahren, damit sie den Diagnoseschein frisst, aber den brauche ich ja noch für die Reha.....wie die zu ihrer Zulassung kam, will ich gar nicht wissen.

    Es war nur ein kurzes verschnaufen, nach Erhalt der Diagnose. Denn was wird bleiben, wenn ich medikamentös eingestellt werde und alles läuft konstant? Jetzt habe ich noch Hochphasen, währenddessen ich "Berge versetzen" kann? Wenn das nicht mehr ist, komm ich mir dann nicht noch fauler vor? Werde ich mein Pensum im Kopf überhaupt noch schaffen können, wenn das jetzt schon schwierig ist?

    Was bleibt von mir übrig, oder wer bin ich denn danach?

    Ich freu mich auf die Reha, ich erhoffe mir, dass mir dort der Kopf gerade gerückt wird, das man mir beibringt, wie ich damit fertig werde und an mir arbeiten kann.

  4. #4
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 2.680

    AW: Diagnose-Schock

    Marie-Luise schreibt:
    Hey Leute,
    seit Freitagabend hab ich den Brief mit der Diagnose.
    Erst war ich soo froh!! Endlich ist klar, was falsch ist mit mir; endlich kann man was machen!!!
    Ich hatte Schuldgefühle weil ich Sachen nicht auf die Reihe bekommen hab; und jetzt weiß ich endlich warum und daß es nicht faulheit ist...
    Super!!
    Aber dann: gleich am Samstag Bücher ausgeliehen, alle youtube videos über ADHD angesehen, Buch glesen, und vor allem sehr viel hier im Forum unterwegs....
    Naja was soll ich euch sagen: aufeinmal gehen einem die Augen auf, was sonst noch alles nicht "normal" ist, wie viele defizite mit dieser Krankheit verbunden sind... ufff.... jajaja vorher hab ich das alles auch kurz überflogen und gaaaanz oft "ja!! Das bin ich!!" gedacht, aber erst jetzt wird mir krass klar wieviele Lebensbereiche betroffen sind!!! Aaahhh gaaanz schlimm ist, daß ich auch eine schlechte Partnerin bin mit meinem ADHS; das hatte ich noch gar nicht gesehen... ach und 1000 andere Dinge, haha zum Beispiel nicht das Wesentliche vom Unwesentlichen unterscheiden können; siehe jetzt...
    Also auf jeden Fall fährt gerade der "Diagnose-Schock" voll ein.
    Mein leben Lang eine Neuro-Krankheit... Und warum haben die blöden "Profis" bei denen ich vorher war das nicht erkannt???

    Ach ihr kennt das ja sicher....
    Vielleicht hilft das jemandem, dem´s auch so geht: das ist sicher "normal" haha... "normal" hört sich jetzt seeehr erstrebenswert an...
    Liebe Grüße
    Marie-Luise
    Genau, das erkennen, wo das alles eine Rolle spielt und gespielt hat ist eine sehr heftige und intensive Erfahrung. Am Anfang hab ich dabei geheult wie ein Schlosshund.

    Es spielt halt überall eine Rolle.

    Aber einen Zahn will ich Dir trotzdem ziehen, das ist der Grund, warum ich hier unbedingt antworten musste, und an dem bestimmt noch mehr hier sich festhaken werden:

    Aaahhh gaaanz schlimm ist, daß ich auch eine schlechte Partnerin bin mit meinem ADHS; das hatte ich noch gar nicht gesehen

    Das stimmt jetzt mal rein gar nicht. Blödsinn. Da hast Du mit deinem (ADS-typischen) schlechten selbstwertgefühl in die falsche Richtung interpretiert.

    Das trau ich mich jetzt zu sagen, ohne von Deiner Beziehung irgendwas zu wissen.

    Du bist mit Deinem ADS möglicherweise
    • schwierig - in irgendeiner Weise bestimmt. Aber das ist dir gar nicht wirklich neu, Du verstehst eher besser, warum.
    • Anstrengend. Ist Dir möglicherweise weniger bewusst. Und ist nur vielleicht so.
    • Spannend. Jedenfalls nicht langweilig.
    • Ungewöhnlich. Wir sind vor allem verschieden. Auch untereinander. Und das immer ein bisschen mehr als andere Menschen. Kann einerseits ein problem sein/werden, macht Dich aber andererseits auch gerade
    • Interessant. dazu fällt Deinem Partner sicher eine Menge ein ...

    Nie im Leben bist Du so platt und pauschal " eine schlechte Partnerin". Schlag Dir das mal ganz schnell aus dem Kopf.

    Mit Deiner Erkenntnis von ADS hast Du eine neue Möglichkeit gefunden, Deine Beziehung anzuschauen und die Schwierigkeiten, die es darin vermutlich gibt. Dein Partner hat Dich mit Deinen Besonderheiten anzunehmen versucht, dabei muss er Schattenseiten in Kauf nehmen. Das ist umgekehrt aber genau so. Du bist an Schwierigkeiten nicht alleine Schuld. Niemals. Es sind immer zwei dabei. Ihr habt jetzt eine große Möglichkeit, Euch gegenseitig besser verstehen zu lernen (weil Du selbst viel mehr von Dir begreifst).
    ADS in einer Beziehung bringt besondere Schwierigkeiten mit sich, aber es macht Dich nicht zu einer schlechten Partnerin.

    Ich wünsch Dir viel Glück und viele neue Erkenntnisse.
    Kopf hoch, auch wenn der Hals dreckig ist.

  5. #5
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 344

    AW: Diagnose-Schock

    Oh ja ich kann dich gut verstehen, obwohl ich noch warten muss. Aber ich denke auch x Übungen bei der psychologin haette ich mir sparen können und den Frust dazu auch
    Aber lausige Parterinnen sind wir bestimmt nicht. Klar falle ich phasenweise aus, aber wenn ich den Turbo kriege dann ist es hier auch spannender, bunter, unterhaltsamer, unkonventioneller und aufregender als bei anderen.
    Ich muss mich jeden Tag austricksen... na und? Klar würde ich mir auch Normalität wünschen... Bloß wenn ich mir das genau vorstelle, dann merke ich das täglich leider auch alltäglich wäre .... mhmmm das bin doch dann nicht mehr ich oder?

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 40
    Forum-Beiträge: 40

    AW: Diagnose-Schock

    Vielen Dank für Eure Reaktionen!!!
    @strader Wow, Monate zwischen Diagnose und Behandlung… das muss schlimm gewesen sein!!! Hoffe die Behandlung war das warten Wert!!!!!!!!

    @Chaotenkopf Ja, man fragt sich wirklich wie diese Psychologen teilweise ihre Zulassung kriegen!!! Ich war bei zwei Psychologen von diesem Dienst der Uni, und hab beiden erzählt wie´s mir geht; im Nachhinein ist das, was ich ihnen damals erzählt hab wie die „Lehrbuchbeschreibung“ von ADS… naja…
    Jetzt hoff ich auf die Medis!!! Hoffenlich krieg ich die bald.
    Hey, super dass du eine Reha machst, das ist sicher ideal!!! Und arbeitsfähig zu sein ist sooo super wichtig!!! Ohne Arbeit mit dem Kopfkino den ganzen Tag zu Hause zu sitzen ist die Hölle!!! Die Reha wird sicher super, da kannst du dich ganz ausm Alltag raunehmen.
    Ich werde zu Freunden fahren für 3 Wochen; die wollen mich „coachen“ hab die um Hilfe gebeten, weil ich absolut nichts mehr geschafft habe bei gleichzeitig immer größerem Druck fertig zu werden und ansteigender Panik. Da bin ich auch 3 Wochen raus ausm Alltag. Und ich fang (hoffenlich!!!) auch mit den Medis an…. Ob ich dann noch „ich“ bin mit den Medis?? Ja, darüber mach ich mir auch Sorgen. Ob ich dann überhaupt noch existiere, wenn ich so lange weggehe und Medis also sooo viel verändere… aber: es gibt keine Alternative!! Nichts zu tun würde alles schlimmer machen. Und: die Medis kann man jederzeit absetzen, also wenn man sich anders wahrnimmt oder das konzentrierte Ich nicht mag ist es ganz einfach zurück zu gehen.
    Was ich den Menschen in meiner Umgebung zumute, wenn ich jetzt so plötzlich so anders werde ist eine meine größten Sorgen.

    @IonTichy Hey, vielen Dank!!!!!! Das hat mich sehr aufgebaut!!! Vor allem, dass der Partner ja schließlich schon jetzt mich mit den „Besonderheiten“ annimmt. Und was du geschrieben hast, dass es wieder so eine Sache mit dem Selbstwertgefühl ist!! Spannend Ungewöhlich und Interssant… ja da kannst du recht haben… das ist die schöne Seite. Gleichzeitig hab ich große Hochachtung vor Partnern von ADSlern… das muss unglaublich schwer sein!!! Und überall steht, dass der Partner in eine Therapie mit einbezogen werden muss, wenn man als Erwachsener eine anfängt… ja: das glaub ich auch!! Danke noch mal für die Aufmunterung!!!

    @Jofine Ja, man sollte die schönen Seiten sehen! Aufregend ist das Leben dadurch sicher!!

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