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Diskutiere im Thema DBT (Dialektisch Behaviorale Therapie) im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 40

    DBT (Dialektisch Behaviorale Therapie)

    Hallo,

    mir wurde vor kurzem empfohlen, ein paar Wochen stationär in einer Klinik zu verbringen, damit ich lernen kann, besser mit dem ADS klarzukommen. Und zwar wurde mir DBT empfohlen - eine Therapieform, von der ich noch nie was gehört hatte. Wer hat sowas mitgemacht und kann mir von seiner Erfahrung erzählen? Natürlich habe ich zuerst Google bemüht, aber persönliche Erzählungen wären ja auch nett, und außerdem muss ich konkret herausfinden, wo sowas angeboten wird...

    Außerdem muss ich zugeben, dass ich ein bisschen Angst vor einem erneuten stationären Aufenthalt habe, weil sowas bei mir bis jetzt nicht besonders gut gelaufen ist. Klar, es waren keine Kliniken, die auf ADS spezialisiert waren, aber ob es in einer ADS-Klinik soviel besser wird, bin ich nicht so sicher... U.a. scheine ich sehr schnell Probleme mit starren Behandlungsplänen und Regeln zu haben (z.B. durfte ich in der letzten Klinik, in der ich war, nicht in die Stadt, um Sportschuhe kaufen zu gehen, und Medis gab es abends so spät, dass ich von Tag zu Tag immer müder wurde... Dort habe ich's nur 10 Tage ausgehalten und dann um Entlassung gegen ärtzlichen Rat gebeten - wobei man auch sagen muss, dass die Oberärtzin dort auch nichts von ADS wissen wollte). Das ist zwar ein typisches Problem bei uns ADSlern, aber können deswegen ADS-Kliniken besser damit umgehen??? Vielleicht könnt ihr mir helfen, meine Angst abzubauen... ;-)

    Viele liebe Grüße!

  2. #2
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 3.524

    AW: DBT (Dialektisch Behaviorale Therapie)

    Huhu,

    ich habe 2011/2012 9 Wochen stationär und danach nochmal 12 Wochen ambulant eine DBT Verhaltenstherapie gemacht und es hat mir sehr viel gebracht!
    Du kannst in meinem Tagebuch http://adhs-chaoten.net/tagebuecher/...ung-skill.html
    vor allem in den Anfängen (da war ich halt noch in der Klinik) einiges über DBT lesen, ansonsten kann ich Dir auch gerne was dazu schreiben, wenn Du spezielle Fragen hast kannst Du Dich auch gerne via PN an mich wenden!

    LG

    Rose

    PS: Ich bin von dem Konzept DBT übrigens sehr überzeugt

  3. #3
    Octoroo

    Gast

    AW: DBT (Dialektisch Behaviorale Therapie)

    @Rose

    Habe ein paar Fragen dazu, wenns ok ist ?

    Ist DBT tauglich, wenns darum geht, mit Aerger/Wut (in ganz spezielle typische Situation wo ich echt abgehe ! MUSTER -.-) umzugehen ?

    Es gibt ganz spezielle Dinge, die mich sehr aergern, worauf meine antwort die Impulsivitaet ist.
    Dazu stehe ich sehr gerne, aber es geht mir ums Angst vor dem Eskalieren....wenn ich in diese ganz spezielle Situation gerate.

    Kann man sowas auch machen ohne in die Klinik zu gehen ?
    (Ambulant, Psychotherapeuten ...?)

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 40

    AW: DBT (Dialektisch Behaviorale Therapie)

    Hallo,

    ich wollte mich nochmal melden... Ich habe viel über DBT gelesen und viel in Deinem Tagebuch gelesen, Rose.

    Ich bin immer noch unsicher, ob DBT das richtige für mich ist. Einerseits kommt es mir fremd vor und andererseits bedeutet es wieder einen langen stationären Aufenthalt, vor dem ich Angst habe und der schwierig zu organisieren ist, weil ich eine Katze habe, und niemand, der sie hüten kann. Außerdem kennt mein Psychiater DBT nicht in Bezug auf ADHS, sondern nur in Bezug auf Borderline.

    Andererseits ist das die Bedingung, die gestellt wurde, bevor ich in das Programm zur beruflichen Reha aufgenommen werde, an dem ich gern teilgenommen hätte. Aber vielleicht brauche ich auch keine berufliche Reha und müsste ins kalte Wasser springen...

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 40

    AW: DBT (Dialektisch Behaviorale Therapie)

    @Octoroo:

    DBT gibt's inzwischen auch in Großstädten ambulant, ja. Zumindest habe ich hier für Hamburg einen Link gefunden.

  6. #6
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 59
    Forum-Beiträge: 53

    AW: DBT (Dialektisch Behaviorale Therapie)

    hallo m_regine,

    für mich war die online-Beschäftigung mit dieser Therapiemethode bei der Homepage blumenwiesen.org sehr interessant und hilfreich.

    liebe grüße von sofi.

  7. #7
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Fachperson
    Forum-Beiträge: 671

    AW: DBT (Dialektisch Behaviorale Therapie)

    Das Buch von Hesslinger und Philippsen zu ADHS im Erwachsenenalter ist ein DBT-Fertigkeiten-Training. Auch als Freiburger-Konzept bekannt.

    Es ist genauso gut oder schlecht wie eine allgemeine Gruppengesprächsrunde, aber immerhin ein Programm zum Aussuchen von eigenen Skills / Fertigkeiten.

    DBT würde zwar an und für sich darüber hinausgehen, weil es eigentlich eher eine Therapiehaltung als ein Therapieprogramm ist. Aber die meisten Therapeuten beschränken sich eben auf die Skills, die dann eben auch auf blumenwiesen.org oder ähnlichen Seiten angeboten werden.

  8. #8
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 3.600

    AW: DBT (Dialektisch Behaviorale Therapie)

    Als DBT-Erfahrene melde ich mich doch auch mal zu Wort

    Dass Rose das so gut hinkriegt mit den sog. Skills, finde ich enorm!!! Für mich selbst konnte ich leider nur partiell was aus dieser Therapieform rausziehen. War stationär dabei, was ich nach 8 Wochen abgebrochen habe (ADHS wurde einfach als nichtig erklärt, was allerdings der behandelnde Arzt in der Nachbetreuung als Fehler eingestand). War danach in einem 1 1/2 jährigen ambulanten Programm drin, was ich nach einem Jahr abgebrochen hatte. Und mit dem Gedanken einen Sinn in der Fortsetzung der Thera, schlug ich mich zuvor schon 9 Monate rum.

    Was mir die DBT gebracht hat? Darauf gehe ich später ein.

    Ich sehe aus meiner Position die Problematik in der Lehre der Therapeuten. Die DBT ist für Borderliner gemacht. Das bedeutet, dass das zu korrigierende Verhalten angeeignet wurde. Durch schlechte Erfahrungen blablablubb… Und genau das ist die Sichtweise der Therapeuten. Das ADHS wird vielleicht toleriert, aber der Background nicht beachtet, der von Natur aus ein "anderes" Verhalten zeigt. Vielleicht hat man ja das Glück, die MPH nehmen zu dürfen. Das wäre m.Ea. von Vorteil um tatsächlich an den Part heranzukommen, der angeeignet (Verhalten) ist. Mir wurde das MPH verweigert, als ich stationär war und ich nur noch auf den Barrikaden hing, wegen einem Staubkorn in der Ecke. Vor lauter Reizüberflutung und keinerlei Rückzugmöglichkeit.

    Was mir in der Fortsetzung der DBT (so schnell gebe ich ja nicht auf, weil ich ja sowieso immer glaube was mir an Verhaltensdefiziten um die Ohren gehauen wird und ich eine Anhäufung an Fehlern bin), die übrigens MIT MPH war, aufgegangen ist, dass mir das nicht in meinem ganzen Spektrum nützt. Mit der DBT kriege ich meinen Haushalt trotzdem nicht auf die Reihe… Diese ganzen Skills und sonstigen Hintergründe usw. konnte ich mir nicht merken. 1000e Male in dem dicken Manual geblättert und es blieb einfach nicht hängen. Noch ein Problem gab es, nämlich, dass ich einzelne für mich passende Skills nicht dauerhaft abrufbereit hatte. In der Erinnerung. Das heißt, solange ich mich damit beschäftigte, war es mir möglich das anzuwenden. Wenn ich aber wo ganz anders rumgeeiert bin, eine Überreaktion kam, war gar nix mehr davon in meinem Gedächtnis. Und ich habe viele, viele Tricks angewendet um mich doch zu erinnern…

    Das mal grob umrissen.

    Sinnlos war das ganze allerdings nicht. Denn …

    @ Octoroo

    Die Wut, die habe ich noch immer. Dank der MPH nicht mehr so schnell und oft und so lange. Dabei haue ich auch noch oft genug Sachen zu Bruch. ABER einer richtigen Eskalation, die übelste Folgen haben kann, der kann ich mit knapper Not entgegensteuern. Das bedeutet, dass mir ein Minimum an Handlungsfähigkeit bleibt. Dank MPH und dem, was doch von der DBT hängen geblieben ist. Dieses frühzeitige runterregulieren der Anspannung und was ich in der DBT darüber gelernt habe, was ich bei mir beobachtet habe, woran ich immer wieder gescheitert bin… nun, ich teile diese DBT-Philosophie des langsamen Spannungsanstiegs nicht, die mir da eingeredet werden sollte. Dazu bin ich zu viel ADHS und eben kein Borderliner.

    Trotzdem, sehe ich darin einen Erfolg für mich. Wenn auch nicht allumfassend, so doch im Endresultat. Sonst säße ich heute bestimmt im Knast. Was stören mich da die paar Gläser, die sowieso eine Macke hatten und die ich dann an der Wand zerdeppere .

    Geholfen hat mir die DBT auch, was meine Angstsymptomatik betrifft. Und auch die Zwänge, die aus meinen Ängsten heraus entstanden sind. Vielleicht war das auch eine zentrale Einheit bei mir. Die Ängste konnte ich reduzieren durch das, was ich in der DBT dazu mitgekriegt habe. Automatisch verschwanden in gleichem Maß die Zwänge. Ich begegne meinen Ängsten anders, beschäftige mich mit ihnen, nehme sie als gegeben an und bin nach spätestens 2 Tagen mit etwas an Eingeschränkt-Sein auch wieder raus. Wo ich zuvor einige Wochen zu gar nichts mehr fähig war.

    Nochmal zur Wut… doch, ich glaube, die DBT hat schon auch ein Quentchen bewirkt, dass ich anders über meine Wut denke. Vielleicht hat das auch Auswirkungen darauf, wie ich mit ihr umgehe. Im Alltag meine ich und ohne Eskalation. Hmmm, vielleicht…

    Also:

    Ich bin der Ansicht, dass man die DBT zumindest ausprobieren kann. Sofern man mit ADHS-fernen Therapeutensichtweisen zurecht kommt. Wie viel und was man aus der DBT rauszieht… Austesten. Sie ist nicht schlecht (will ja nun nicht unbedingt gut sagen). Außerdem beweist Rose, dass diese Therapie auch mit einem ADHS, enorm wirken kann. Wunder würde ich im Vorfeld nicht prophezeien, genausowenig wie bei den MPH.

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