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Diskutiere im Thema Kann ich meine Diagnose nicht annehmen? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
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Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #21
    Simply me

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 37
    Forum-Beiträge: 2.266

    AW: Kann ich meine Diagnose nicht annehmen?

    Einen guten Hausarzt habe ich nicht, aber ich arbeite daran, einen zu finden.

  2. #22
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.410

    AW: Kann ich meine Diagnose nicht annehmen?

    Deine Zweifel kann ich gut verstehen.

    Der Unterschied zwischen ADHS und Charaktereigenschaften ist, dass man seinen Charakter in der Regel mag und der einen nicht mit Krankheitswert belastet. Sobald etwas Krankheitswert hat, ist es nicht eine bloße Charaktereigenschaft.

    Nehmen wir zum Beispiel Unpünktlichkeit. Kommst du gerne zu spät? Ich nicht. Bevor ich diagnostiziert war und Medis hatte, habe ich immer gerätselt, warum ich mit meiner Zeiteinteilung nicht klar komme. Ich kann morgens stunden lang auf dem Klo sitzen, ohne zu merken wie die Zeit vergeht, weil ich über andere Dinge nachdenke, als zur Arbeit zu fahren...Ich hab mir sagen lassen, "normale" Menschen wissen immer, dass die Zeit läuft, vor allem morgens und dass sie zur Arbeit müssen. Da mir das mit MPH genauso geht, glaube ich es den Stinos mittlerweile sogar.

    ADHS ist eine uralte Störung/Krankheit/Syndrom. 1845 hat der Nervenarzt Heinrich Hoffmann den Struwwelpeter veröffentlicht, in dem er die ADHS-Symptome dokumentierte. MPH ist ein super erforschtes Medikament und deutlich länger auf dem Merkt als die bei Depressionen verordneten ADs. Beispiel: Ritalin in den 1950er Jahren zugelassen, Trevilor/Venlafaxin 2007. Wäre MPH so böse, wie manche Presseberichte behaupten, wäre es auch als BTM nicht mehr zu verordnen, sondern verboten.

    Letztendlich finde ich es auch egal, wie etwas Belastendes heißt, Hauptsache irgendwo ist jemand oder etwas, das hilft, die Belastung zu nehmen. Es ist halt doof, dass man ADHS nicht sehen kann, wie ein gebrochenes Bein. Web4health hat irgendwo mal was davon geschrieben, dass die Krauses in München mal den Dopaminspiegel messen konnten, falls ich das richtig verstanden habe. Im Moment ist Stand der Wissenschaft, dass bei ADHS Dopamin von den Synapsen nicht hinreichend aufgenommen werden kann und somit die Reizweiterleitung nicht funktioniert.

    Und noch ein Punkt, warum ich überzeugt bin, dass es ADHS gibt: ich hatte erstmals in der psychoedukativen Gruppe und in der SHG das Gefühl, dass ich kein Alien bin, sondern es Menschen gibt, die genauso ticken wie ich und die ich sofort verstehe bzw. die mich sofort verstehen. Alle diese Menschen sind ebenso wie ich mit viel ärztlichem Aufwand diagnostiziert. Einige wenige sind sich im Klaren darüber, dass ADHS bleibt und sie mit den Tücken im Leben klarkommen müssen mit Dauermedikation, weil ansonsten kein Arbeitsalltag möglich ist. Viele haben die Hoffnung durch Willenskraft und Anstrengung das Syndrom zu überwinden und sind dadurch permanent überanstrengt. Ich finde es deutlich einfacher, nicht gegen WIndmühlen zu kämpfen und das beste aus der Situation zu machen.

    Auch wenn es schwer fällt es zu glauben: ADHS kann auch etwas Positives haben. ADHSler sind in Notsituationen zum Beispiel deutlich sicherer als andere, weil sie sich auf das Notwendige fokussieren können. Der Adrenalinkick läßt sie hervorragend agieren. Empathie, Humor, Kreativität, Vielseitigkeit gehören ebenfalls zu den positiven Sachen. mehr fällt mir jetzt nicht ein, ist ja schon spät...

  3. #23
    Simply me

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 37
    Forum-Beiträge: 2.266

    AW: Kann ich meine Diagnose nicht annehmen?

    Und nochmals danke ich Euch allen für eure Beiträge. Der Austausch gibt mir sehr viel.

  4. #24
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 1.943

    AW: Kann ich meine Diagnose nicht annehmen?

    Und mir deine laut ausgesprochenen Zweifel.

    Nur weil ich den Weg sehe, heisst das nicht das ich schon an Punkt X bin.

    Danke.

  5. #25
    Wohnt hier

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    Alter: 34
    Forum-Beiträge: 1.388

    AW: Kann ich meine Diagnose nicht annehmen?

    Hallo Seraphim,

    ehrlich gesagt, stelle ich mir die gleiche Frage auch immer wieder. Ich finde sehr wohl auch, dass ADS bei mir passt aber es ist zudem nur eine Verdachtsdiagnose und die Zweifel kenne ich zu gut...

    Das mit der 2. Meinung kann dir helfen. Nur vorsicht: entweder, sie bestätigen die Diagnose oder sie widerlegen sie. Was dann? Dann ist das Chaos perfekt...

    Ich würde mir an deiner Stelle das ganze vielleicht anders angehen. Habe es selbst auch vor, aber noch nicht auf die Reihe gebracht...

    Nimm dir die Diagnosekriterien und gehe für dich Punkt für Punkt durch, ob und was wie ausgeprägt bei dir vorliegt und vorlag. Wenn du am Ende überall gedanklich einen Haken machen kannst, dann sagt das sicher sehr viel aus und gibt dir selbst auch mehr Sicherheit. Immerhin hast du dann selbst die Diagnose bestätigt. Ich bin absoluter Gegener von Eigendiagnostik anstelle von ärztlicher Diagnostik - nicht falsch verstehen. Das kann bös ins Auge gehen. Wenn aber die 1. Diagnose von einem erfahrenen Diagnostiker stammt, dann würde ich dir das so wie beschrieben vorschlagen.

    ... vielleicht auch kein guter Tip, das ist natürlich individuell. Nur eine Idee...

    Liebe Grüße

    Swidi

  6. #26
    Simply me

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    Alter: 37
    Forum-Beiträge: 2.266

    AW: Kann ich meine Diagnose nicht annehmen?

    Hallo swidi,
    und Danke für deinen Tip. Wenn ich wieder einen klaren Kopf habe, werde ich es damit versuchen.

    Seraphim

  7. #27
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.410

    AW: Kann ich meine Diagnose nicht annehmen?

    Aber hat das denn der diagnostizierende Arzt nicht gemacht?

    Mir sind alle Testergebnisse und Auswertungen genau erklärt worden. Hilfreich war es vor allem, weil es auch leichte positive Ergebnisse bei Zwanghaftigkeit gab und meine Ärztin ganz klar gesagt hat, dass die Zwanghaftigkeit im Rahmen der Strategien zum Ausgleich der AD(H)S entwickelt wurde und als Komorbidität nicht über zu bewerten ist.

  8. #28
    Simply me

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 37
    Forum-Beiträge: 2.266

    AW: Kann ich meine Diagnose nicht annehmen?

    Mir wurde nur gesagt, das ich ADHS habe, mehr nicht.

  9. #29
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 1.943

    AW: Kann ich meine Diagnose nicht annehmen?

    Dann mach einen Termin und sag das du Redebedarf hast. Manchmal ist ein Gespräch so viel mehr wert, als alleine irgendwo Fakten zu lesen. Begreifen erfordert vielleicht mehrere Wege.

  10. #30
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.410

    AW: Kann ich meine Diagnose nicht annehmen?

    stargazer schreibt:
    Dann mach einen Termin und sag das du Redebedarf hast. Manchmal ist ein Gespräch so viel mehr wert, als alleine irgendwo Fakten zu lesen. Begreifen erfordert vielleicht mehrere Wege.
    Gute Idee! Viel Erfolg!

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