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Diskutiere im Thema Fragen zu Behandlung im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 8

    Fragen zu Behandlung

    Hallo

    Ich habe meine ADHS-Diagnose bereits im Kindesalter bekommen und wurde dann auch bis zu meinem ca. 15 Lebensjahr mit MPH behandelt. Dabei wurde die Dosierung immer weiter erhöht, so dass ich dann irgendwann bei 40mg tgl. angelangt bin. Irgendwann habe ich jedoch keinen Sinn mehr in der Behandlung gesehen und habe das MPH problemlos abgesetzt.

    Da sich das Problem, bzw die Symptome nicht einstellten bin ich vor zwei Monaten (obwohl ich es schon seit über einem Jahr vor hatte) zu einem Psychiater gegangen, welche mir sofort wieder MPH (Medikinet adult, 20mg) verschrieben hat. Als ich ihn auf eine Therapie ansprach (auch wegen sozialer Unsicherheit/Isolation) meinte er nur, dass man sehr lange auf einen Platz warten müsste und ich sowieso erst mal schauen solle, inwieweit mir das MPH hilft. Falls ich wirklich eine Therapie machen wolle, könne man ja beim nächsten mal darüber reden. (Klang fast so als ob er mich mit dem Ritalin abspeisen wollte)

    Nachdem ich nun zwei Monate mehr oder weniger regelmäßig MPH genommen habe, kann ich sagen, dass es mir auf jeden Fall hilft, aber kein Wundermittel ist. Ein sehr großes Problem daran scheint auch zu sein, dass mein ADHS eher unregelmäßig auftritt. An manchen Tagen/Stunden komme ich ganz gut ohne MPH zurechet, an Anderen habe ich das Gefühl, dass mir der Kopf platzt (da ist das MPH dann eine Erlösung). Wenn ich trotz guter Verfassung (Symptome wenig ausgeprägt) eine ganze Medikinet nehme fühle ich mich dann manchmal (!) überdosiert (stimuliert). Öfters werde ich auch müde und bin dann eher schlecht gelaunt und gereizt. Scheint wirklich sehr von der Tagesform abzuhängen.

    Was mich noch am MPH stört ist, dass es zwar gegen die innere Unruhe und das Chaos hilft, aber der Bewegungsdrang noch bleibt. Vor allem in den Beinen spüre ich dann häufig ein heftiges Ziehen. Ich bin mir nicht sicher ob es mir nur so vorkommt (villeicht weil die geistigen Symptome gemildert sind), aber ich habe das Gefühl, dass das Ziehen und Drücken in den Beinen mit MPH sogar ausgeprägter ist als ohne (Kann dies evtl. durch Gefäßverengung verursacht sein?).

    Auch scheint Ritalin meine Konzentrationsfähigkeit nicht wirklich zu verbessern. Es fühlt sich eher so an als ob einfach die 1000 Gedanken/Impulse "außenrum" vermindert sind. Teilweise fühle ich mich geistig dann auch zu träge um mich zu konzentrieren und fokussiert zu denken (in gewisser Weise fühle ich mich dann dümmer als sonst). Allerdings bin ich mir nicht sicher inwieweit das normal ist.

    Es geht es mir z.B. öfters so, wenn ich in der Uni sitze und MPH genommen habe. Ich sitze dann da und bin müde/träge und kann dem Dozenten dann ähnlich wenig folgen, wie wenn ich kein Ritalin genommen hätte. Dabei spanne ich meine Beine dann dauernd an und versuche sie möglichst stark gegen die Reihe vor mir zu drücken, ohne diese umzuwerfen.


    Nun habe ich am Montag wieder einen Termin bei meinem Psychiater. Nun bleibt für mich die Frage wie ich vorgehen soll. In meiner Stadt gibt es einen Arzt, der auf AD(H)S spezialisiert ist, aber in einem Krankenhaus arbeitet. Ich weiß nicht ob ich versuchen sollte, bei diesem einen Termin zu bekommen.

    Am Montage werde ich dann meinen Arzt nochmals auf eine Psychotherapie ansprechen. Aber ich weiß selbst nicht was ich mir da eigentlich vorstelle. Kann er mich auch zu einem Psychologen schicken, welcher mir dann Autogenes Training o.ä. beibringt?
    Ich habe das Gefühl, dass das MPH den Druck des ADHS teilweise wegnimmt, aber mein Verhalten (damit meine ich nicht nur äußerlich sondern hauptsächlich psychisch) nicht so ist, wie es sein könnte (teilweise einfach aus Gewohnheit, vielleicht auch einfach weil ich nicht weiß wie, auch wenn sich das wahrscheinlich blöd anhört). Eine Gruppentherapie habe ich als Jugendlicher schon einmal gemacht, welche aber absolut sinnlos war (in Anwesenheit von fremden Leuten kann ich mich nicht öffnen).

    In Sachen medikamentöser Behandlung ist sicher auch noch nicht das Optimum erreicht, Ich würde jedenfalls gerne mal einen Versuch mit unretadiertem MPH starten und Amphetamin würde ich auch gerne probieren. V.A. Sachen Bewegungsdrang und Müdigkeit würde mich letzteres interessieren.

    Falls mir mein derzeitiger Psychiater keine Therapie verschreiben will, werde ich auf jeden Fall versuchen einen Termin beim Spezialisten zu bekommen. Oder würdet ihr mir raten von meinem derzeitigen Arzt nur noch MPH (zur Überbrückung) zu holen und dann grundsätzlich zum Spezialisten zu gehen. Ich frage mich in der Hinsicht auch ob mir dieser nicht auch eine bessere/sinnvollere Therapie empfehlen kann als mein jetztiger Arzt. Es ist nicht so, dass ich jenen für inkompetent halten würde, es schien jedoch so als ob er nicht allzu viel Ahnung von AD(H)S besitzen würde.

    Ob er mir unretadiertes MPH verschreiben würde bezweifle ich auch und dass ich von ihm Amphetamin erhalten würde erscheint mir schon sehr unwahrscheinlich.

    Gibt es unter Ärzten so etwas wie Konkurenz? Sollte ich meinen Arzt direkt fragen, ob ich mich beim Spezialisten behandeln lassen sollte oder lieber unabhängig einen Termin machen? Kann ich bei einem Arzt der im Krankenhaus tätig ist einfach so einen Termin machen?


    Der Text wurde doch länger als gedacht
    Danke fürs Lesen (und natürlich fürs Antworten)

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 8

    AW: Fragen zu Behandlung

    Hat keiner Tips/Ratschläge, was ich morgen sagen soll?

    Ich wäre wirklich dankbar für eure Hilfe

  3. #3
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 1.943

    AW: Fragen zu Behandlung

    Ich würde es so machen:

    Schreib dir stichpunktartig auf, was dich bedrückt, so wie du es hier geschrieben hast und sei auch offen, das du das Gefühl hast nicht die Einstellung, sondern das Präparat selbst sei nicht das richtige.

    Leider gibt es für Erwachsene ja nur wenig und die anderen Mittel verschreiben wohl vielleicht nur die mit ADHS erfahrenen.

    Und genau deshalb solltest du ihn auch danach fragen.

    Entweder habe ich es überlesen, oder du hast nicht gesagt, welcher Fachrichtung dein jetziger Arzt angehört.
    Vielleicht lässt du dich wirklich auch noch an einen Therapeuten überweisen, mach deinem Arzt deutlich, das du dich grad sehr stark mit der Situation ADHS zu habn auseinandersetzt und du auch deshalb und im speziellen wegen deiner Studiensituation Beratung brauchst, die ein Therapeut dir geben könnte.

    Dann wirst du sehen, ob er dir die Antworten gibt, die dir weiterhelfen und kannst dich danach neu entscheiden.

    Wenn Du nicht in irgendeinem Krankenkassenprojekt (Hausarztbetreuung z.b.) bist, hast du freie Arztwahl. Du kannst dich jederzeit bei einem ADHS Spezialisten anmelden. Und auch die Therapeutensuche sollte man beginnen, um eben der langen Wartezeit jetzt schon gerecht zu werden.

    Nur meine Meinung.

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztl. Diagnose seit Kindheit
    Alter: 30
    Forum-Beiträge: 81

    AW: Fragen zu Behandlung

    Hallo!

    Ganz schön viele Fragen auf einmal. Also ich würde das was du da geschrieben hast mal alles deinem Psychater erzählen. Das sind doch schon eine Menge Fragen und wichtige Informationen.
    Das mit den Tagesschwankungen habe ich auch. Manchmal habe ich das Gefühl ich schaffe es auch ohne und manchmal bin ich einfach nur froh meine Tabletten zu haben. Ich nehme zwei mal am tag MPH. Wenn ich das gefühl habe ich schaffe das auch ohne, dann lass ich die Dosis morgens weg und nehme nur mittags meine Tabletten. Am WE nehme ich garkeine und im Urlaub auch nicht.

    Das mit der Gruppentherapie geht mir genauso, darum beende ich meine jetzt auch. Was mir ganz gut tut ist Ergo. Dort mache ich Neurofeedback (schau doch mal in meinen Blog adschaot.wordpress.de oder hier im Forum unter Neurofeedback) und bekomme zusätzlich viele Tips für meinen Alltag. Dort habe ich aber auch einfach jemanden der sich mit ADS bei erwachsenen gut auskennt und dem ich meine Probleme erzählen kann.
    Ich würde dir ansosnten noch zum Ärztehobbing raten. Bleib bei deinem Ersten und hol dir einen Termin bei dem der Ahnung hat. Normalerweise kann man auch termine bei jemanden machen der in einem Krankenhaus arbeitet. Das der Psychodoc ahnung von ADS hat ist schon sehr hilfreich, da er deine Situation dann einfach besser einschätzen kann. Ich würde das dem andern aber nicht sagen. Wenn du einen Termin bekomst und der zweite besser ist als der erste, kannst du auch den ersten Doc lassen. Du musst dich vor keinem Doktor rechtfertigen, warum du jetzt nicht mehr zu ihm gehst. Einfach nicht mehr hingenen. Aber wiegesagt ich würde erstmal zweigleisig fahren und nichts überstürzen.

    So ich hoffe ich konnte dir helfen. Viel Kraft und Erfolg dir morgen!

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