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Diskutiere im Thema Diagnostik selbst bezahlen, sonst Gefährdung des Arbeitsplatzes im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #11
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 328

    AW: Diagnostik selbst bezahlen, sonst Gefährdung des Arbeitsplatzes

    Hallo!

    Da ja kürzlich schonmal irgendwo die gleiche Frage hier im Forum aufgetaucht ist (weiß leider nicht mehr, an welcher Stelle... ich glaube, der Fragensteller war Manuel...), hatte ich das Thema mal mit meiner Freundin (Nicht-AD(H)S-lerin), die selbst verbeamtet (nicht als Lehrerin, sondern bei der Stadt) ist, besprochen.

    Sie meinte dazu, eine Verbeamtung unter "falschen Voraussetzungen", sprich, unehrliche Angaben über den Gesundheitsstand, könnte die Verbeamtung jederzeit auch im Nachhinein gefährden; d.h. sie kann einfach rückgängig gemacht werden.
    Allerdings scheint die Frage, ob eine AD(H)S-Diagnose eine Verbeamtung überhaupt gefährden kann, immer noch ungeklärt zu sein. Sie meinte, eher nein.

    Und wenn man später bei der Verbeamtung auf Lebenszeit keinen einzigen Fehltag hat, muss man sogar tatsächlich noch nicht mal mehr zum Amtsarzt (ansonsten wohl aber immer).

    Hoffe, Du findest den für Dich geeignetsten Weg!!
    isteddu

  2. #12
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4.257

    AW: Diagnostik selbst bezahlen, sonst Gefährdung des Arbeitsplatzes

    Sie meinte dazu, eine Verbeamtung unter "falschen Voraussetzungen", sprich, unehrliche Angaben über den Gesundheitsstand, könnte die Verbeamtung jederzeit auch im Nachhinein gefährden; d.h. sie kann einfach rückgängig gemacht werden.
    So ist es. Und es ist tatsächlich so dass es wohl vom Dienstherren abhängt ob ADHS die Verbeamtung gefährdet. Deswegen eine rat: Wenn nicht unbedingt nötig willst du es vorerst nicht wirklich wissen. Es bringt dir im Moment mehr NAchteuile als Vorteiele.

    Und den Lehrerjob kannst du noch immer schmeissen wenn er wirklich nicht passt.

    Mein in den 60ern verstorbener Grossvater war übrigens Lehrer. Und im Nachhinein, soweit möglich, wenn man alle Erzählungen und Dokumente zusammenfasst wohl 200% ADHS ... sehr individuell, sehr schräg, Impulsiv, mit vielen Kanten, Krach mit dem Schulamt, aber bei den Schülern beliebt weil sehr menschlich und sehr gerecht.

  3. #13
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 416

    AW: Diagnostik selbst bezahlen, sonst Gefährdung des Arbeitsplatzes

    Also mein Psychotherapeut hat mir, bevor wir den Antrag für die Therapie bei der KK eingereicht haben, gesagt, dass ich mir darüber im Klaren sein muss, dass die Aufnahme einer Psychotherapie eine Verbeamtung schwierig bzw. im schlechtesten Fall unmöglich macht. Gleiches gilt für den Abschluss von privaten Krankenversicherungen oder Berufsunfähigkeitsversicherun gen. Dies allerdings nur innerhalb einer bestimmten Zeit nach der letzten Behandlung. Wie lang die ist, kann ich gerade leider nicht mehr mit Sicherheit sagen.
    Gleiches wird vermutlich für jegliche psychiatrische Diagnose und Behandlung gelten. Allerdings besteht hier noch die Frage, ob ADHS nicht eher als neurologisches Problem zu bewerten ist und man sich durchmogeln kann, wenn man mit dem Arzt darüber spricht, dass man keine Begleiterkrankung wie Depression o.ä. vermerkt haben möchte.

    Zu mir bekannten Möglichkeiten im Raum Bielefeld:

    Psychiatrische Ambulanz Bethel: Wartezeit fürs Vorgespräch ca 2Wochen, für die Testung ca. 6 Monate
    LWL Klinik Gütersloh: Ich bin über Kontakte recht flott durch alles durchgekommen, zur Wartezeit könntest du mal die Userin "Hibbel39" anschreiben, die ist auf dem "normalen" Wege dort zur Diagnose gewesen.
    Psych./Neurol. Gemeinschaftspraxis in Bad Oeynhausen u. Minden: Wartezeit 7 Monate, außerdem waren die am Telefon sehr unfreundlich

    Ansonsten sind mir noch bekannt (wenn auch etwas weiter): LWL in Münster, EOS in Münster, Uniklinik in Münster. Wie das dort mit Wartezeiten aussieht kann ich allerdings nicht sagen.

    Grüße vom Käsebrot

  4. #14
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 55
    Forum-Beiträge: 457

    AW: Diagnostik selbst bezahlen, sonst Gefährdung des Arbeitsplatzes

    Taube,

    erstens: so lange Du keine ärztliche Diagnose gestellt bekommen hast, hast Du nichts. Du kannst bei Dir jede mögliche Störung oder Krankheit vermuten, aber ohne Attest eines Arztes bist Du erst einmal kerngesund. Woher sollst Du denn wissen, was Dir fehlt? Du bist Lehrerin und keine Ärztin.

    Deswegen kannst Du ruhigen Gewissens jegliche Fragen nach gesundheitlichen Beeinträchtigungen verneinen. Du machst damit keine falschen Angaben. Weder beim Dienstherrn noch bei der Versicherung.

    Zum Arzt würde ich daher in dieser Phase nicht gehen - weder als Versicherter noch als Selbstzahler. Denn sollte Deine künftige private Krankenversicherung irgendwann später - aus welchem Grund auch immer - eine Recherche anstellen, kann und wird sie diesen eigentlich nicht dokumentierten Arztbesuch rausfinden. Die sind da schon ziemlich gut in Sachen Detektivarbeit. Dann hast Du ein Problem.

    In der Sache tut sich jedenfalls etwas:
    Diskriminierungsverbot: Verbeamtet trotz Krankheit

    - und es ist gut so, sonst wären das Grundgesetz und das ach so tolle AGG nicht das Papier wert, auf dem sie gedruckt sind.

    Es sind rechtliche Finessen dabei, deswegen kann ich hier - bin kein Jurist - nur laienhafte Hinweise geben. Im Zweifelsfalle würde ich zu einem guten, auf das Beamtenrecht spezialisierten Rechtsanwalt gehen und mich ausführlich beraten lassen. Anwälte sind ja nicht nur zum Klagen da - sie betreiben auch Rechtsberatung.

    Rein logisch: wie ich es verstehe, kannst Du - wenn auch unter großer Anstrengung - Deinem Beruf nachgehen und keiner schmeißt Dich raus wegen Untauglichkeit. Das beweist, dass Du trotz Deiner - hypothetisch angenommenen - Störung für das Lehramt geeignet bist. Das ist schon mal ein gewichtiges Argument für Deine Laufbahn :-)

    Deshalb mein Rat: halte durch, ein Jahr ist schnell vorbei, dann bist Du a) Beamtin, b) privat krankenversichert (auch dies ist mit der Diagnose ADHS, na ja, ein bisschen schwierig). Was bei Dir danach diagnostiziert wird oder auch nicht, steht auf einem ganz anderen Blatt.

    Es gibt auch noch eine andere Möglichkeit: es kann sein, dass Du tatsächlich als Lehrerin ungeeignet bist. Das ist keine Wertung, es ist einfach so, dass lange nicht jede/r diesen Job machen kann. Sollte es dem so sein, wäre es nur sinnvoll, sich selbst das einzugestehen und nach Alternativen suchen. Ich spreche da aus persönlicher Erfahrung - habe den Traum vom Lehramt nach den ersten Praktika-Tage in der Schule aufgegeben, denn es ging einfach nicht. Damals wusste ich nicht, was mein Problem war, meine Diagnose bekam ich erst mit 50. Aber ich hab mich damals nach dem Studiom entschieden - auch den künftigen Schülern zu Liebe - für einen anderen Berufsweg. Ich habe diese Entscheidung keine 5 Minuten bedauert.

    Es gibt auch im Bildungsbereich andere Möglichkeiten, sich beruflich zu verwirklichen - wer's mit Kindern nicht auf die Reihe bekommt, ist oft top in der Erwachsenenbildung, nur als Beispiel. Wie gesagt: wünsche ich Dir überhaupt nicht, aber was bringt's Dir (und Deinen Schülern), wenn Du in ein paar Jahren zwar verbeamtet, aber zugleich im Dienst unglücklich, verbittert und vielleicht seelisch und körperlich kaputt bist? Die Lehrerzimmer sind voller solcher Schicksale.

    Wie gesagt: alles hier Erzählte sind nur Hinweise nach meinem persönlichen, nicht mit entsprechender Ausbildung begründeten, Verständnis von Recht und Unrecht und Erfahrung hiermit.

    Mein einziger konkreter Rat ist: lass Dich von einem Juristen beraten.

    Im Übrigen "durfte" ich auch als Kassenpatient meine Diagnose mit rund 200 € wenigstens mitbezahlen. Dafür bezahlt dieselbe Kasse nachweislich unwirksames Hokuspokus wie Homöopathie, Antroposophie und ähnlichen Stuss. Irgendwo muss das Geld der Versicherten ja hin.
    Geändert von Dalek (18.10.2012 um 16:40 Uhr)

  5. #15
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 55
    Forum-Beiträge: 457

    AW: Diagnostik selbst bezahlen, sonst Gefährdung des Arbeitsplatzes

    Wildfang schreibt:
    Mein in den 60ern verstorbener Grossvater war übrigens Lehrer. Und im Nachhinein, soweit möglich, wenn man alle Erzählungen und Dokumente zusammenfasst wohl 200% ADHS ... sehr individuell, sehr schräg, Impulsiv, mit vielen Kanten, Krach mit dem Schulamt, aber bei den Schülern beliebt weil sehr menschlich und sehr gerecht.
    Das war aber vor 1968… da durfte ein Lehrer noch so sein: mit Ecken und Kanten, hart, aber gerecht.

    Nach 1968 geht das alles nicht, "gerecht" vor allem nicht, wegen des Wortstammes…

  6. #16
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 8

    AW: Diagnostik selbst bezahlen, sonst Gefährdung des Arbeitsplatzes

    Hallo Taube,

    ich bin momentan in einer ähnlichen Situation. Ich habe erst seit kurzem einen Verdach auf ADS und versuche eine Diagnose zu bekommen. Auch mich macht meine Arbeit total fertig, zu Hause abschalten ist unmöglich für mich.

    Ich verstehe dein Dilemma, da wohl jeder Angst davor hat, seinen Job zu verlieren/aufzugeben und nicht zu wissen, wie es weitergeht. Auch ich weiss momentan nicht, was ich machen soll und wie es weitergeht. Aber ich bin mir bewusst, dass kein Geld der Welt es wert is, seine Gesundheit zu riskieren. Und shcon gar nicht für eine Gesellschaft, die sich nur noch über Geld und "Leistung" definiert. Glaub mir, es geht immer weiter und selbst wenn es mit der verbeamtung nicht klappt, gibt es ganz bestimmt noch andere Möglichkeiten. Die Welt sieht bestimmt viel besser aus, sobald Du Dich selbst ins Reine gebracht hast, das ist zumindest etwas, was ich auch für mich selbst erhoffe.

  7. #17
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 14

    AW: Diagnostik selbst bezahlen, sonst Gefährdung des Arbeitsplatzes

    Hi,
    danke für deine Antwort. Es tut mir leid, dass es dir auch so übel geht. Hast du denn deine Arbeit jetzt aufgegeben? Ich kann es irgendwie noch nicht. Es stimmt, dass wir in einer Leistungsgesellschaft leben und Geld nicht das wichtigste ist. Die Verbeamtung war mir sowieso nie wichtig (bin da automatisch reingerutscht), aber wenn die Verbeamtung nicht klappt, dann klappt vielleicht das Angstelltenverhältnis auch nicht mehr. Und ich weiß durch die Förderschule, dass Lehrer kein völlig ungeigneter Job für mich ist. Daher möchte ich momentan nicht riskieren in diesem Job dann keinen Fuß mehr an den Boden zu kriegen. Es klingt vielleicht blöd, aber meine Disziplin und mein Leistungswille (verbunden mit endlos Heulen und Erschöpfung) haben mich immer vorm totalen Zusammenbruch gerettet. Und meine Hoffnung, dass es eines Tages besser wird. Und ich hatte manchmal großes Glück, auf Menschen zu treffen, die an mich geglaubt haben, auch wenn die momentan nicht vorhanden sind. Und ich habe noch immer den eisernen Willen, mir meine Zukunft positiv auszumalen. Manchmal helfen mir diese Gedanken enorm.
    Ich denke, ich habe mich oft für "verrückt" gehalten und mich daher auch immer kleiner gemacht. Eine Diagnose wäre für mich eine große Erleichterung. Und mir hat die Arbeit in einer Werkstatt mit Autisten und in der Schule mit geistig behinderten Schülern ganz viel verdeutlicht, dass diese Welt nicht nur für Normalos gemacht ist. Und das es nicht nur um Noten, Beruf und Geld geht. Ich denke, ohne diese Erfahrung wäre ich ein viel kühlerer Mensch.
    Ich bin mir sicher, dass jeder einen Weg für sich finden kann. Und du findest bestimmt auch einen. Und wenn man gar nicht mehr kann, dann muss man im Zweifelsfall auch den Job aufgeben. Find ich völlig in Ordnung. Aber man darf sich halt selbst damit nicht aufgeben und ich glaube Menschen mit ADHS haben eine ganze Menge Energie (trotz Erschöpfung), die muss nur in die richtige Richtung gehen. Ich wünsch dir ganz viel Kraft und positive Erfahrungen!

    LG

    Taube

  8. #18
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 8

    AW: Diagnostik selbst bezahlen, sonst Gefährdung des Arbeitsplatzes

    Hallo Taube,

    die Gefühle kenne ich alle, die Selbstzweifel, die Niedergeschlagenheit, das "keine Perspektive sehen"... Mir gehts da momentan nicht besser, auch ich hab noch keinen Plan, wo ich hin will/kann, aber ich versuche mich momentan durchzubeissen. Meine oberste Priorität ist momentan rauszufinden, was mit mir los ist. Ich denke, dann wird es mir etwas besser gehen und dir sicher auch, wenn Du eine Diagnose hast. Den Job aufgeben... da denke ich jeden Tag dran. Ich wäre dann der vierte der das Team innerhalb von 4 Jahren mit psychischen Problemen verlässt... Wir sind auf jeden Fall nicht allein mit unseren Problemen, das hilft mir momentan auch ein wenig.

    Kopf hoch, auch wenn es schwer fällt (das sollte ich mir mal sagen *seufz*). Ich habe mir den Glauben behalten, dass es irgendwann aufwärts geht. Und das wird es mit Sicherheit bei dir auch.

  9. #19
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 14

    AW: Diagnostik selbst bezahlen, sonst Gefährdung des Arbeitsplatzes

    danke Dalek,

    ich bin mir noch nicht sicher, ob ich ungeeignet bin. Im Laufe meiner Arbeitsjahre wurde mir das nie gesagt, außer von einem Fachleiter im Ref. Überfordert bin ich grad sicherlich, was aber auch immer wieder mit meinem Privatleben zu tun hat. Wenns immer so auf ganzer Linie sch... läuft.
    Im Übrigen bin ich nicht privat krankenversichert. Wollte ich nicht und bezahle daher den vollen Beitrag zur gesetlichen Versicherung, kriege keine Beihilfe und werde dort geführt als wäre ich selbstständig. Will auh garnicht in die Privatversicherung. das ich überhaupt verbeamtet werde, hätte ich auch nicht gedacht, da ich ja bereits Therapien gemacht habe. Danach hat aber die Ärztin nicht gefragt und dementsprechend hab ich auch nix gesagt.

    Das mit dem Juristen ist ne gute Idee.

    darf ich fragen, in welchem Berufszweig du jetzt untergekommen bist? Bin sehr an den Lebensläufen anderer interessiert. Besonders wenns mit der Berufswahl geklappt hat.

    LG

    Taube

  10. #20
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 222

    AW: Diagnostik selbst bezahlen, sonst Gefährdung des Arbeitsplatzes

    Ich würde dir auf jedenfall dazu raten, dich verbeamten zu lassen und dafür die Diagnose privat stellen zu lassen. (Psychiater, EEG und Blutbild kostet sicher nicht so viel, wie du an Gehaltsverlust auf dem freien Arbeitsmarkt einbüßen müsstest. Sehe es als Investition.)

    Immerhin hast du dich jahrelang ausbilden lassen und hast bewiesen, dass du in der richtigen Umgebung durchaus fähig bist als Lehrerin zu arbeiten. Mit Behandlung kann sich deine Lehrfähigkeit, angenommen du hast ADHS, eigentlich ja nur noch verbessern. Versetzungen sind auch möglich oder eine reduzierte Stundenanzahl d. h. du hast ja die Möglichkeit auch noch dadurch Einfluss auf deine berufliche Situation zu nehmen.

    Dir zur einer neuen Berufsfindung zu raten, halte ich für fatal. Sinnvoller ist es deine Situation zu verfestigen und auf dem aufzubauen, was du schon erreicht hast. Ich glaube eine beruflich Struktur wie "Schule" ist eine gute Voraussetzung, um ADHS zu behandeln. (Zumindest eine bessere als eine neue Selbstfindungsphase).

    Aus dem moralischen Aspekt heraus finde ich auch, dass es da mit dem Gleichstellungsgesetz ganz schön Reibungspunkte gibt.

    Außerdem: ein Lehrer mit gewissen Defiziten kann auch ein guter Pädagoge sein. Genauso gut kann ein Lehrer ohne Defizite später Erkrankungen haben. Ich möchte dich also zum "egoistischen" Handeln ermutigen. Wie egoistisch das ist, kann ja gar nicht so genau ermessen werden. Engagement + pädagogische Eignung sind ja stärker von persönlichen Eigenschaften und Einstellungen abhängig, als von den körperlichen Voraussetzungen.

    Es gehen auch so 50% der Lehrer (bei Verbeamtung "gesund) in Frührente. Immerhin besteht diese finanzielle Möglichkeit. Auf dem freien Arbeitsmarkt kann ich mir nicht vorstellen, dass sich so eine Option "erarbeiten" lässt. Berufsunfähigkeitsversicherun g, private Krankenversicherung ect. kannst du ebenfalls mit einer offiziellen Diagnose vergessen...

    Man hat halt nur das eine Leben und ich finde, das Recht dazu, sich so gut wie möglich zu positionieren. Wo kommen wir denn hin, wenn jemand, der Hilfe braucht, diese nur in Anspruch nehmen kann, wenn er dafür überproportional hohe Nachteile in Kauf nehmen muss?

    Go for it!

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