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Diskutiere im Thema Mein Mann glaubt nicht an ADS im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #21
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 328

    AW: Mein Mann glaubt nicht an ADS

    Hm. Ich muss gestehen, ich war anfangs selbst sehr skeptisch, was AD(H)S als Diagnose angeht.
    Damals (um 2005 rum) war diese Diagnose grade in Mode gekommen, und alle Schüler, die etwas aus der Reihe fielen, wurden (in meiner Wahrnehmung) damit betitelt und mit Medikamenten "ruhiggestellt". Auch heute höre ich immer mal wieder von Ärzten, diese Diagnose werde tendenziell zu oft gestellt.

    Als mir dann nahegelegt wurde, ich sollte mich mal auf ADS untersuchen lassen, sträubte ich mich dementsprechend dagegen; zumal sich für mich ohnehin nie die Frage stellte, "was normal ist". In meinen Augen war eben das Spektrum der Normalität weitaus breiter, als dasjenige vieler meiner Mitmenschen. Und ich fühlte mich definitiv nicht "krank". Nur eben anders (und trotzdem "normal", da in meinen Augen jeder Mensch ein Recht darauf hat, als "normal" erachtet zu werden; das hat für mich was mit Achtung und Respekt zu tun).

    Trotzdem sage ich heute von mir, dass ich ADS'lerin bin. Das gibt mir einfach so viele Antworten auf so viele Fragen und ist daher eine Erleichterung.

    Und ich finde, Dein Mann sollte das genauso sehen und froh sein, dass er eine Antwort bekommt. (Oder hat er sich noch nie Gedanken um Dein Wesen gemacht??) Ob man ADS deswegen mit Medikamenten behandeln soll/muss, ist sicher von jedem einzelnen abhängig; wahrscheinlich sind auch die Effekte bei jedem einzelnen unterschiedlich.
    Auf jeden Fall sehe ich ADS auch nicht als "Krankheit", sondern als Eigenschaft; aber die Tatsache, dass neurochemische Prozesse anders ablaufen, ist sicher unumstößlich und kann eigentlich auch nicht von hochintelligenten Skeptikern geleugnet werden..?

    Aber wenn ich dich richtig verstanden habe, unterstützt er dich und sagt, du seist ganz normal und brauchst deswegen auch keine Medikamente? Irgendwo scheint er dich ja schon so zu akzeptieren, wie du bist, sonst wäre er ja nicht schon so lange mit dir zusammen...

    Jedenfalls wünsche ich euch, dass ihr einen gemeinsamen Weg findet, mit ADS umzugehen! Die Hauptsache ist ja nicht, wie man die Dinge bezeichnet (sprich, welche Diagnose man da draufstempelt), sondern wie man mit den Symptomen umgeht. Und da habt ihr euch ja sicher in einer so langen Beziehung seit langem "zusammengerauft"...

  2. #22
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.275

    AW: Mein Mann glaubt nicht an ADS

    isteddu - Ich sehe s genau wie du: ADHS ist weder Krankheit noch eine Störung, sondern eine Anomalie (nichts Abnormales, sondern von der Mehrheit Abweichendes). Dennoch hat jeder das Recht, sich Hilfe zu holen für etwas, wo er/sie Schwierigkeiten hat. Wenn es mit Medikamenten also tatsächlich besser wird, wieso eigentlich nicht?

  3. #23
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 2.435

    AW: Mein Mann glaubt nicht an ADS

    jetztaber schreibt:
    isteddu - Ich sehe s genau wie du: ADHS ist weder Krankheit noch eine Störung, sondern eine Anomalie (nichts Abnormales, sondern von der Mehrheit Abweichendes). Dennoch hat jeder das Recht, sich Hilfe zu holen für etwas, wo er/sie Schwierigkeiten hat. Wenn es mit Medikamenten also tatsächlich besser wird, wieso eigentlich nicht?
    sorry, das sehe ich etwas anders....

    .... das individium, der mensch in einer gewissen weise klassifizieren zu wollen, den massstab des "normalen" beim durchschnitt
    anzusetzen..... IST krank - im übrigen ist das streben nach diesem durchschnittsmasstab eben "nur" durchschnitt... :-)

    es nimmt mich wunder.... wie viel bessere leistungen menschen erbringen könnten.... würde man ihre Stärken fördern und ihre
    Schwächen zu kompensieren versuchen.... ohne sie dem "durchschnitt = norm" anpassen zu wollen.... dies geschieht jetzt in der gesellschaft...
    und DAS ist krank - und macht krank.

    Adhs eine andere Art - eine Disposition - die Krank machen kann.... die Krank werden lassen kann.... es ist nicht die Disposition - sondern
    der Umgang damit.... und das die Welt nun mal, rund um einen nicht zu verändern ist....

    :-)

  4. #24
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 2.435

    AW: Mein Mann glaubt nicht an ADS

    @Füchsli

    ist doch egal was dein Mann "glaubt zu wissen".... es ist doch wichtig, das du für dich einen weg findest, der dich weiter bringt....
    du kannst ihm auch sagen, das du so bist wie du bist.

    und wenn du für dich, verstehen willst - so mach es für dich... ganz egal was andere meinen...

    die erste reaktion meiner familie... (also nicht meines mannes)... meine ursprungsfamilie... war, "suchst du nicht mehr nach einer
    entschuldigung"?...... das war beleidigend und entsprach nicht der wahrheit.... ich hatte viele fragen.... viele warum's... und
    so kann ich besser verstehen und besser akzeptiern und auch was konstruktives anfangen.... statt immer gegen wände zu laufen.

    gruss

  5. #25
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.275

    AW: Mein Mann glaubt nicht an ADS

    @smile: Hä, ich hab doch gar nichts anderes gesagt...????
    Verstehe ich jetzt gar nicht...........

    Oder meinst du, weil ich sagte, "von der Mehrheit abweichend"? Damit meine ich nur, dass die meisten Menschen ANDERS funktionieren - ich habe ja sogar noch EXPLIZIT gesagt, dass es NICHTS damit zu tun hat, NICHT NORMAL zu sein...

    Hm..

  6. #26
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 328

    AW: Mein Mann glaubt nicht an ADS

    jetztaber schreibt:
    isteddu - Ich sehe s genau wie du: ADHS ist weder Krankheit noch eine Störung, sondern eine Anomalie (nichts Abnormales, sondern von der Mehrheit Abweichendes). Dennoch hat jeder das Recht, sich Hilfe zu holen für etwas, wo er/sie Schwierigkeiten hat. Wenn es mit Medikamenten also tatsächlich besser wird, wieso eigentlich nicht?
    Ja, natürlich hat jeder selbst das Recht, seinen Umgang damit zu wählen. Und wenn es mit Medikamenten besser geht, dann freut mich das ja für denjenigen. Nur ich persönlich bin da halt für mich vorerst skeptisch. Ich glaub, ich hab da noch jede Menge Informationsbedarf. Werd mich mal im Forum zur medikamentösen Behandlung umschauen...

    Aber trotzdem sollte niemand das Gefühl haben, Medizin schlucken zu müssen, nur um seinen Mitmenschen "einen Gefallen zu tun" und ihnen damit zu helfen, besser mit einem klarzukommen. Das halte ich für gefährlich.

  7. #27
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 2.435

    AW: Mein Mann glaubt nicht an ADS

    jetztaber schreibt:
    @smile: Hä, ich hab doch gar nichts anderes gesagt...????
    Verstehe ich jetzt gar nicht...........

    Oder meinst du, weil ich sagte, "von der Mehrheit abweichend"? Damit meine ich nur, dass die meisten Menschen ANDERS funktionieren - ich habe ja sogar noch EXPLIZIT gesagt, dass es NICHTS damit zu tun hat, NICHT NORMAL zu sein...

    Hm..

    hallo jetzt aber

    ich habe das wort... abnorm.... anomalie.... in den falschen hals bekommen.... sorry.

    bei dem prozentanteil in der bevölkerung, bin ich der meinung, dass es eben keine anomalie ist....
    wer bestimmt was normal ist... woran wird sie gemessen... Ideal, (was vorstellungen sind).... gesellschaft (persönlichkeitstyp)
    wert- vorstellungen.... um gottes willen.... (religion?)..... an was. ist es nicht weit natürlicher zu akzeptieren, dass es keine norm gibt?

    erich fromm hat die soganannte normalität erforscht:

    Seine these hierzu: "Die Kranken, das sind die Gesunden. Un die Gesunden, das sind in Wirklichkeit die Kranken"

  8. #28
    Ist hier zuhause

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    Forum-Beiträge: 2.275

    AW: Mein Mann glaubt nicht an ADS

    Hm,

    aber dann hat Erich Fromm einfach nur den Spiess umgedreht und das finde ich genauso schlecht...
    Ich meine, nur weil etwas nicht weiss ist, muss es ja nicht schwarz sein?

    Beides ist genau gleich fragwürdig, weil bei beiden eine Norm angenommen wird.... - ob die Norm jetzt die "Kranken" oder "Gesunden" darstellen.

    eine Alternative dazu wäre, wie du ja schon sagtest, dass man GAR KEINE Norm annimmt.
    Oder aber: Dass man "Norm" nicht als "normativ" versteht - also nicht mit Emotionen belädt, sondern rein objektv betrachtet.
    Aber sie heisst wohl nicht von nirgendwoher "Norm".... weil es eben ganz schwierig ist, von dem Normativen loszukommen.


    Das genannte Bsp. von Fromm kommt mir vor wie (übertriebener) Feminismus:
    Wenn Frauen plötzlich 100% arbeiten gehen MüSSEN,
    in Vereinen bei den Präsidentschaftswahlen NUR FRAUEN in Frage kommen,
    Frauen plötzlich das Leben regieren können,
    usw.

    Was hat man davon, wenn man einfach den Spiess umdreht? schliesslich leben wir alle in einer Gesellschaft, wo es immer beides (und viele Zwischenformen) gibt:
    Kranke und Gesunde, Männer und Frauen, Schwarze und Weisse. Ohne MITEINANDER zu reden geht es nicht.

    Gute Nacht

  9. #29
    Ist hier zuhause

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    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 2.435

    AW: Mein Mann glaubt nicht an ADS

    @jetzt aber

    ne, gerade so einfach hat er es sich nicht gemacht.... :-)

    ich bin eben auch der meinung, dass sich die gesellschaft dahin bewegt, das perfekte zu suchen....
    das ideal.... wir sind aber viel besser als "maschinen".... weil wir eben keinem ideal folgen.... es fängt schon
    in der defiz orientierten - kindererziehung an.... es ist gesellschaftlich "in" - kinder in förder-/therapie nachhilfe zu schicken.

    bedeutet umgekehrt.... in wie weit ist die schule noch für da KIND da? - wenn mehr als die hälfte zusätzlich therapie
    brauchen?

    ist es noch normal "schwächen" zu haben?

    um diese nicht öffentlich zu zeigen - muss man sie "verstecken" - so spielt man was vor, was man nicht ist.... man verkauft
    sich.... als produkt..... man will ja dem ideal entsprechen.... welches nicht zu erreichen ist.

    was zwingt den menschen bis zur erschöpfung zu arbeiten - prestige? - für wen? - wem dient das?
    so muss man sich damit abfinden - dass viele hier raus fallen.

    die, die aber raus fallen - dass sind die, die zu SICH stehen - die das gefühl zu lassen...

    ******
    wieso mich das anspricht?

    die pupertät war für mich eigentlich ein realitäts-schock!.... die lieben erwachsenen, propagieren etwas.... was so nicht stimmt...
    alles verlogen und betrogen.... man zeigt den kindern in der schule was.... und das leben zeigt, was wirklich sache ist. :-)

    ich finde es ist krank..... die welt spinnt... :-)

    gruss
    http://www.youtube.com/watch?v=Dt09hfllNc8

    ich empfinde es nicht als gut/schlecht.... schwarz/weiss... denken.... eben etwas neutraler.... dass es eben
    immer ein sowohl als auch gibt.... nur die gesellschaft sucht das absolute. :-)

  10. #30
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 7

    AW: Mein Mann glaubt nicht an ADS

    @Füchsli

    Ich habe den Eindruck, Du hast ein ähnliches Problem wie ich. Meine Einstellung ist immer so, das ich meinen Gegenüber IMMER mit Argumenten von meiner Einstellung überzeugen möchte und mein Gegenüber seinen Fehler einsieht und einlenkt.

    Ehrlich gesagt gelingt es mir so rum NICHT sehr oft. (Bei mir ist es dann so, das ich diese Gespräche noch sehr oft im Kopf durchgehe, meinen Gegenüber negativ darüber argumentieren lasse, ich mich dort reinsteigere und es dann oft gewaltätige Ausmaße annimmt, vor denen ich dann Angst bekomme, das Sie irgendwann mal Realität werden.)

    Die Argumentation deines Mannes ist für mich absolut nicht verständlich und noch weniger nachvollziehbar. Jede Krankheit, jedes Wehwehchen, jedes Zipperlein ist eine Erfindung der Menschheit. Das Ändert aber nichts an der Tatsache, das es Sie gibt.

    Was Du jetzt vll. machen kannst um der Diskussion mit deinem Mann ein Ende zu setzen ist, mit Ihm zu reden und euch einzugestehen, das Ihr da absolut unterschiedlicher Meinung seit und Ihr dort auch keinen Kompromiss finden werdet, aber Du Ihn um seine Hilfe bittest, Dir bei deinem umgang mit ADS/ADHS zu helfen und Dich zu Unterstützen. Mach Ihm deutlich, das es für Dich ein Problem ist und auch, das es für Dich ein Problem ist, wie er auf dein Problem reagiert.
    Er soll ja seine Meinung darüber nicht ändern. Aber er sollte es zumindest erkennen, das Du ein Problem damit hast und das Du versuchst mit dem Problem umzugehen, es aber ohne seine Hilfe nicht schaffst.

    Ich denke, das wird es für euch beide einfacher machen. Versuch nicht ihn zu überzeugen, sondern bitte Ihn um Hilfe.

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