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Diskutiere im Thema Diagnose mittelschweres-/schweres ADS im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Stefanus

    Gast

    Diagnose mittelschweres-/schweres ADS

    Hallo liebe Leute
    Ich habe heute ein Mittelschweres-/schweres ADS diagnostiziert bekommen. Auch wenn ich weiss das es so ist, bin ich immer noch total verwirrt. Ich weiss nicht wie ich jetzt weiter vorgehen soll. Es gibt so viele Menschen von denen jeder etwas anderes behauptet. Die Mehrheit sagt, dass Ritalin zwar gut wirkt aber eben genau so schädlich ist. Aber genaue Aussagen warum es so schädlich ist habe ich nicht gefunden/gehört. Auf der anderen Seite gibt es nur die Möglichkeit das Problem über die Ernährungsseite zu bearbeiten... aber ich kann mir nicht wirklich vorstellen dass das dann besser geht. Zumal ich mich, bedingt durch den Kraftsport, schon sehr vorbildlich ernähre. Z.B. vk-produkte, hohe dosen omega 3 fettsäuren, magnesium, vit c usw...
    Wenn ich Ritalin nun nehmen würde, würde mein Elternhaus unglaublich heftig reagieren, zumal meine Mutter Heilpraktikerin ist und prinzipiell die Allgemein Medizin "hasst". Und evtl. hätte ich irgendwann Folgeschäden. Wobei mir jeder sagt dass es Folgeschäden hinzufügt, aber niemand es mir erklären kann und zudem niemand mir dazu Studien liefern kann.
    Vllt. könnt ihr mir ja ein bisschen aus meinem Gedankenwirrwar befreien. Bin grad echt ziemlich am Boden ....

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 416

    AW: Diagnose mittelschweres-/schweres ADS

    Stefanus schreibt:
    zumal meine Mutter Heilpraktikerin ist und prinzipiell die Allgemein Medizin "hasst"
    Sieh es mal so: Wenn sie dir mit ihren Methoden helfen könnte, hätte sie es schon getan. Deshalb wird ihr nichts anderes übrig bleiben, als sich damit abzufinden. Sprich mit deinem Arzt, probier es aus und entscheide selbst, ob es sich für dich lohnt!

    Stefanus schreibt:
    Wobei mir jeder sagt dass es Folgeschäden hinzufügt
    Und wer ist jeder? Niemand, der sich tatsächlich damit auskennt, wird sich in der Weise dazu äußern und das dann ohne nähere Erläuterung stehen lassen. Wenn die in Frage kommenden Medikamente tatsächlich massive Folgeschäden hätten, die in schlechtem Verhältnis zum Nutzen stehen, dann wären sie in Deutschland mit Sicherheit nicht zugelassen.
    Geändert von Käsebrot ( 6.09.2012 um 01:42 Uhr)

  3. #3
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 193

    AW: Diagnose mittelschweres-/schweres ADS

    Was haben dir denn die Ärzte bzw. der Arzt geraten die die Diagnose gestellt haben?
    Kannst Dir ja evtl. noch ne weiter Meinung einholen! Kann ja nie schaden.
    Mein Hausarzt hat mal gesagt das man keinem Arzt vertrauen soll! Deswegen hole ich mir persönlich bei wichtigen Entscheidungen immer eine 2te Meinung ein!

  4. #4
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 61
    Forum-Beiträge: 2.091

    AW: Diagnose mittelschweres-/schweres ADS

    Hallo Stefanus

    ich gehe mal davon aus, dass du das 18te Lebensjahr schon beendet hast und deine Entscheidungen selber treffen kannst.

    Nebenwirkungen sind bei einem Medikament nie zu 100% auszuschließen - bei Medikamenten frage ich auch nach den Nebenwirkungen aber vor allem nach den Wirkungen. Und nur du kannst für dich selber herausfinden, ob die Wirkung von MPH (das ist der Wirkstoff und Ritalin ist nur ein Markenname) für dich gut ist.

    Ich kenne Leute, die so begeistert sind von der Wirkung, dass sie evtl. Nebenwirkungen gerne in Kauf nehmen, dass aber muß du für dich selber herausfinden.

    Die unqualifizierten Aussagen von vielen Leuten (nix gegen deine Mutter, aber welche Ahnung von ADHS hat sie) nerven mich inzwischen so, dass ich mich gar nicht mehr damit auseinander setzen möchte.

    Wenn dich die Auswirkungen deiner ADHS stören und du einen Leidensdruck hast, dann probiere mit ärztlicher Unterstützung alle Möglichkeiten aus, damit es dir besser geht. Eine Möglichkeit ist MPH.


    Alles Liebe Elwirrwarr

  5. #5
    Stefanus

    Gast

    AW: Diagnose mittelschweres-/schweres ADS

    Ja ihr habt ja irgendwo Recht, es ist meine Entscheidung.
    Dennoch will ich Wissen wo die Gefahren von Ritalin stecken. Im Internet findet man nie konkrete Argumente gegen Ritalin. Dennoch schreibt jeder dass es schädlich ist mit der Begründung dass es ein Betäubungsmittel ist. Klar dann sage ich mir, dass es nur ein Betäubungsmittel bei normalen Menschen, bei uns ja aber was ausgleicht (also einen Normalzustand wieder herstellt). Dann komm ich aber zum nächsten Punkt und frage mich warum es so viele Nebenwirkungen auch bei uns hat. Dann sehe ich dass es noch nicht weit genug erforscht ist um das alles abzuklären. Danach frage ich mich allerdings wie weit es denn nun erforscht ist und wo man da den aktuellen Stand der Dinge erfährt.

    Ich kann mir sehr gut vorstellen dass Methylphenidat mein Leben grundlegend verändern kann. Wenn ich das "ausprobiere" werde ich natürlich total begeistert von dem Medikament sein, vermute ich einfach mal. Aber ich kann zu diesem Zeitpunkt ja nicht erkennen was in 10-20 Jahren mit mir ist. Ich habe ja keine Ahnung wo die Folgeschäden sind. Ich habe ja auch keine Informationen.

    Mir fehlt es schlussendlich einfach an Informationen über Methylphenidat, die konkrete Wirkung und warum diese Wirkung auch diese Nebenwirkungen auslöst. Wenn ich das weiss kann ich zumindest mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit sagen ob es für mich sinnvoll ist oder nicht.

    Darum würde ich mich echt freuen wenn jemand von euch Studien/Artikel usw. über Ritalin hat die nicht nur die umläufigen Aussagen beinhalten.

  6. #6
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 61
    Forum-Beiträge: 2.091

    AW: Diagnose mittelschweres-/schweres ADS

    Dann komm ich aber zum nächsten Punkt und frage mich warum es so viele Nebenwirkungen auch bei uns hat
    ich kann ja nur von mir berichten. Ich nehme jetzt seit 7 Jahren MPH und ich habe keinerlei Nebenwirkungen. Es soll bei Herzproblemen evtl Nebenwirkungen haben. Mein Blutdruck ist aber nach 7 Jahren immer noch so niedrig, wie er immer war.

    Es gibt Untersuchungen über Langzeitfolgen bei Kindern - die seriösen Untersuchungen kannst du bei ADHS-Deutschland nachfragen.

    Es ist auch noch gar nicht gesagt, dass du die Medikamente die nächsten 50 Jahre nehmen wirst. Vielleicht, kannst du mit einer Therapie unter Medikamentierung ja so viel für dich erreichen, dass du die Medi's nicht mehr brauchst oder nur partiell brauchst.

    Ich kenne Leute, die die Medis nur ein paar Jahre genommen haben und in der Zeit einen Weg für sich gefunden haben ihr Leben besser in den Griff zubekommen.


    Alles Liebe Elwirrwarr

  7. #7
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 61
    Forum-Beiträge: 2.091

    AW: Diagnose mittelschweres-/schweres ADS

    Hallo,

    noch mal ich.

    Wenn du genauere Infos möchtest, dann wende dich an Professor Michael Rösler aus Homburg /Saar. Ich habe da auch mal angerufen und ein wissenschaftlicher Mitarbeiter von ihm hat sich tatsächlich über 30 Minuten Zeit genommen und mir meine Fragen zu Mph beantwortet. Er hat mir auch Info-Materialien zugesand. War wirklich sehr gut.

    Du kannst dir auch die Emma-Studie zu MPH besorgen, Das ist die erste Studie zu MPH bei Erwachsenen in der BRD.

    Zur Zeit laufen einige Großstudien zum Thema ADHS bei Erwachsenen.



    Alles Liebe Elwirrwarr

  8. #8
    Stefanus

    Gast

    AW: Diagnose mittelschweres-/schweres ADS

    Danke erstmal für deinen Beitrag
    Werde mir mal die Studien holen!

    Wenn ich ehrlich bin könnte ich auch mein Leben so wie es jetzt ist weiter leben aber es würde mich einfach unglaublich viel Kraft kosten. Das ist auch der Hauptpunkt warum ich überhaupt ADS diagnostizieren lassen habe. Nach dem Stand der Dinge habe ich ADS aber kann es durch meine Intelligenz sehr stark kompensieren. Dadurch konnte ich auch mein Abi machen und momentan auch noch relativ gut studieren. Von Außen betrachtet kann ich über Phasen wie ein normaler Mensch "leben". Aber nur leben und nicht denken. Sobald ich versuche so wie ein normaler Mensch zu sein: Strukturiertes vorgehen, mehr konzentrieren usw. verbrauche ich unglaubliche Energie. Ich bin dann meist, wenn ich von der Vorlesung oder momentan meinem Praxissemester zurück komme einfach nur unglaublich fertig. Es ist so als ob ich auf einer Folterbank liege und jedes mal wenn ich an dem Drehrad drehe bin ich zwar nach Außen ein normaler Mensch aber innerlich zerreißt es mich an Schmerzen. Deswegen bin ich auch der Ansicht dass eine Therapie bei mir nichts bringen wird. Ich habe unglaublich viele Kompensationsstrategien, Selbstexperimente, Verhaltenstherapien gemacht und konnte vieles ändern. Aber eins bleibt konstant: Die Folterbank auf der ich liege und an der ich jedes mal drehen muss wenn ich versuche etwas zu kompensieren.
    Hoffe das ist irgendwie verständlich was ich meine.

  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 416

    AW: Diagnose mittelschweres-/schweres ADS

    Stefanus schreibt:
    Aber ich kann zu diesem Zeitpunkt ja nicht erkennen was in 10-20 Jahren mit mir ist. Ich habe ja keine Ahnung wo die Folgeschäden sind. Ich habe ja auch keine Informationen.
    Dass Du im Internet nichts konkretes gefunden hast, kann ich kaum glauben. Alleine bei der Wikipedia sind ungefähr 10 seriöse Quellen zu Nebenwirkungen angegeben!
    Bitte klick mich!.
    Zudem sehe ich das so: In 20 Jahren physisch völlig unversehrt zu sein, bringt dir gar nichts, wenn es dir psychisch immernoch genauso geht, wie heute! Wenn du körperlich gesund bist, würde ich es darauf ankommen lassen!

    Edit: Okay, du schreibst, dass du im Moment kompensieren kannst, es dich aber unglaublich viel Kraft kostet. Denk mal darüber nach, was das für Langzeitfolgen haben könnte.
    Geändert von Käsebrot ( 6.09.2012 um 18:23 Uhr)

  10. #10
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 61
    Forum-Beiträge: 2.091

    AW: Diagnose mittelschweres-/schweres ADS

    es würde mich einfach unglaublich viel Kraft kosten. Das ist auch der Hauptpunkt warum ich überhaupt ADS diagnostizieren lassen habe. Nach dem Stand der Dinge habe ich ADS aber kann es durch meine Intelligenz sehr stark kompensieren.
    Hallo

    genau das ist es. Ich habe auch viel erreicht bevor ich überhaupt wuste, dass ich eine ADHS habe. Ich wurd erst mit 49 diagnostiziert. Wenn ich jetzt aber erlebe, wie einfach mache Sachen sein können und wie viel Energie ich vergeudet habe, dann wird mir ganz schwindelig. Ich selber bin auch hochbegabt und konnte diese aber nicht sonderlich nutzen. Sie hat mir dabei geholfen meine ADHS bedingten Probleme zu kompensieren - das wars. Ansonsten habe ich unter meinen Möglichkeiten gelebt und das wurmt auch und ist nicht gut für das Selbstbewustsein und die psychische Gesundheit.

    Und genau diese vergeudete Energie hat auch Nebenwirkungen. Wie oft war ich einfach nur erschöpft und total ausgelaugt. Habe eine Reha nach der anderen gemacht, weil ich nicht mehr konnte. Das alles hätte ich mir ersparen können. Ich sehe das bei meinem Sohn, wie hat er sich vor Mph gequält (er ist hochbegabt). Jetzt hat er gerade seine Masterarbeit abgegeben und es geht ihm gut.

    Ich denke, das ein Leben in dem man seine Kraft dafür nutzen muß´um seine Defizite mehr oder weniger schlecht zu kompensieren ein krankmachendes Leben ist. Die vorhandene Kraft und Energie ist viel sinnvoller bei schönen und befriedigenden Tätigkeiten eingesetzt.

    Ein Beispiel, ohne MPH habe ich nur mit viel Mühe geschaft (auf sehr niedrigem Niveau) die administrativen Tätigkeiten in meiner Arbeit zu bewältigen. Ich kam mir vor wie Hein-Blöd. Mit Mph ist es mir erstmals möglich diese Tätigkeiten ohne Qual und Mühe anzugehen. MPH räumt zwar nicht meinen Scheibtisch auf, aber mit MPH kann ich ihn nebenbei aufräumen.

    Ich hoffe, ich habe das verständlich rüber gebracht.

    Alles LIebe Elwirrwarr

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