Hallo alle,

So mal ein beitrag um es zu erzählen. Weil ich immer wieder merke dass es oft bei andere ähnlich geht und dass es für mich auch spannend ist von andere zu erfahren was sie gerade erleben, wo sie stehen. Natürlich bin ich dann auch gespannt von euch zu lesen, wo ihr jetzt steht und was ihre weg war...

Es gibt so eine ablauf vor und nach der diagnose die auch oft ähnlich verläuft... Ich bin oft verblüfft!

Ich habe 36 jahren erlebt ohne von meine diagnose zu wissen... Naja, schon hier und da etwas über ADS gelesen und mich zum teil wieder erkennt. Irgendwie zu wissen dass ich nun mal anders bin, aus grund auf, hat schon geholfen.

Da ich anders bin als andere, weiss ich es seit ich 5 jahre alt bin. Darunter hatte ich auch gelitten. Mobbing in der schule, aber doch gute noten, zwar deutlich unten meine potential.

Veträumt, impulsiv, sensibel, reizbar, intuitiv, kreativ...Auch sehr geschwätzig.

Berufleben ging es nicht, ich verliere 1 job nach der andere und so gelangt es zu ein arzt der auf ADS bei mich schnell kommt wenn ich von flüchtigkeitfehler, langsamkeit, vergesslichkeit rede. Meine reizbarkeit und impulsivität war auch ein problem bei der arbeit.

Vor der diagnose war meine leben eine quälerei, aber es war mich nicht so bewusst, da ich nicht anders kenne. Stress und überforderung gehören so zu alltag.

Am 25.8.2007 gehe ich zu testung. 3 stunden lang... Gespräch, fragenbogen, verschiedene testen. Es stellt sie heraus dass ich schlau bin, eine gute gedächnis habe und ADS mit unaufmerksamkeit und impulsivität habe, ohne hyperaktivität.

Auf eine forum war ich schon und ich suche mich auch eine SHG in meine region. Kontakt mit gleichgesinnte hat mich sofort gut getan. Ich musste oft heulen weil ich endlich auf leute treffe die mich so ähnlich sind, mich verstehen ohne dass ich viel erklären muss.

Dann versuche ich struktur zu bringen, bekam auch medis und aus der begeisterung und der lust so viel zu nachholen tue ich zu viel... Daher ist erschöpfung mit MPH auch bekannt...

Irgendwann hatte ich viel erreicht, aber bin zu keine stinos geworden... Ich bin noch unzufrieden mit was ich leiste. Da musste ich dran arbeiten und meine grenzen annehmen. Jetzt bleibe ich gelassen wenn ADS wieder zugeschlagen hat. Es gibt um mich oft chaos, aber ich finde fast immer meine sachen. Pünktlich kann ich auch sein, aber nütze dafür meine handyalarm.

Mit mich allein kann ich recht zufrieden sein.

Dann kommt der nächste thema, vor etwa 1-2 jahren: Beziehungen mit andere. Kommunikation mit stinos. Ich bin noch dran... Ich will nicht meine ADS jeden unten die nase reiben, auch nicht als ausreden bringen, aber so weit verstanden werden dass menschen die mit mich langfristig mit mich zu tun haben von meine stärken und schwächen etwas wissen und mit mich eine gute umgang finden. So was muss ich auch von andere menschen wissen um mit ihnen gut umgehen zu können. Ich schaffe zum beispiel noch nicht, ohne gereizt zu werden menschen darum zu bitten, eine nach der andere mit mich zu reden und nicht 2 gleichzeitig wenn es drum geht eine frage von mich zu beantworten. Oder finde ich auch schwierig um kurze redepause drum zu bitten wenn ich notizen nehmen möchte. Auch arbeitsanleitung so zu bekommen dass ich wirklich die aufgabe richtig erledigen kann ist auch manchmal so eine sache... Manche menschen fühlen mich meine kopf voll mit wörter ohne dass ich zeit habe es zu sortieren.

Job und beruf ist im moment immer noch das rote tuch... Ich habe zwar 2 stellen wo ich einige stundenchen arbeite und mich wohlfühle und etwas verdienne und nebenbei noch eine beschäftigung in eine geschützte werkstatt wo ich mich auch wohl fühle. Aber ich habe mit arbeit und auch mit unverständnis von andere menschen, so wie meine unvermögen einiges zu erklären einiges übel erlebt und nur wenn davon geredet wird, kommt es alles hoch.

Dabei bin ich auch...

Mein leben ist keine quälerei mehr, nur ziemlich anstregend. Ich nehme medis, kann gut kompensieren, arbeite 70% und habe keine kindern. Doch komme ich sehr oft an meine grenzen. Meine gefühlachterbahn und impulsivität macht mich am meistens zu schaffen. Aus meine reizbarkeit fühlen sich andere menschen oft auf kopf gestossen wenn ich etwas sage. Ich bin manchmal echt ungeschickt und tollpatschig wenn ich aufgewühlt bin und dabei kann ich sehr diplomatisch sein wenn ich ruhig bin und zeit habe. Dazu kommt auch fremdsprachigkeit als zusätliche hürde. In meine muttersprache kann ich mich doch viel besser durchsetzen und ausdrücken ohne mal laut zu werden und habe mit meine familie, mein freund und andere bekannte wenig problemen (ausser mit schwiegidrache, aber sie ist für mich eine riesige herausforderung).

Meine alte verletzungen melden sie sich immer wieder... Ich habe mal beobachtet: etwa 1 "trigger" pro woche, also eine erreignis wo ich mich dann schlecht fühle für einige tagen und auf dumme gedanken kommen kann wenn ich der zug sehe. Emoflex hilft mich seit einige monaten solches zu auffangen und so kann ich auf AD gut verzichten.

Es gibt auch momenten wo ich mich in meine wohnung zurückziehen möchte und mit niemand mehr zu tun haben, da ich der umgang mit andere menschen (vor allem stinos) so anstregend empfinde.

Aber diese schwierigkeiten werde ich auch überwinden, wie ich einiges anders schon geschaft habe. Ich lasse mich zeit, da ich sehe wie schwierig es ist. Ich übe es immer wieder.

So war es bei mich...

Bin neugierig auf antworten, wie es euch war, wie ihre weg war, egal ob der diagnose frisch ist oder seit langem.

lg