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Diskutiere im Thema ADHS wenig Neigung zur Depression? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 266

    ADHS wenig Neigung zur Depression?

    Mir kam die Idee, weil ich hier viel gelesen habe und mich in ganz vielem, wie immer, erkenne. Aber eine verstärkte Neigung zu Depression habe ich so gar nicht. Eher im Gegenteil - natürlich bin ich mal traurig oder wütend und ich kenne auch eine Art depressiver Verstimmung. Das sind aber in keiner Hinsicht Depresisonen.

    Meine Gedanken wechseln auch viel zu schnell um lange in einer depressiven Verstimmung zu verharren. Ich kann mich ganz gut darauf verlassen, dass es dann morgen schon so ist, dass sich neue Ideen eingenistet haben, und Hoffungslosigkeit kenne ich daher kaum.

    Ich habe und hatte auch schon chronische körperliche Erkrankungen - und es gibt nur eine Ausnahem die bei mir eine depressive Verstimmung hervorruft - Bandscheibenvorfälle die mich lahm legen. Die meine Bewegungsfährigkeit einschränken.

    Depressionen sind ja oft von einer Art Hoffungslosigkeit, Ideenlosigkeit und Antriebslosigkeit gekennzeichnet.

    Ich kenne da ganz andere Zustände - eher gibt es Kurzschluss in meinem Hirn und es funkt unkontrolliert zwischen den Synapsen und ich bin deshalb nicht in der Lage einen klaren Gedanken zu fassen. Auch nicht schön - dann hilft Ritalin bei mir.

    Falls ihr unter Depressionen leidet (eine sehr ernstzunehmende Erkrankung wie ich finde) - findet ihr euch denn wieder in den gängigen Diagnosen? Oder fühlt sich das für euch "anders" an?

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 187

    AW: ADHS wenig Neigung zur Depression?

    Hi,

    freu dich doch, dass es so ist

    ich bin in Therapie gegangen weil ich Depressionen hatte, aber die Therapeutin kennt sich mit ADS etwas aus und hat ne Verdachtsdiagnose auf ADS gestellt und mich zur Diagnose an eineN facharzt verwiesen. Dieser hat mein ADS dann bestätigt und mich medikamentös eingestellt. Seit ich MPH nehme, sind die Depressionen auch weg, also der allergrößte Teil davon. Depression ist eine häufige Komorbidität von ADS. In vielen Ausprägungen von ADS kommt es eben auch zu Antriebslosigkeit etc., was eine Depression auslösen kann, da man sich gerne selbst die Schuld gibt an der eigenen Faulheit und Verplantheit und sowas und dadurch in eine depressive Spirale gerät. Aber es ist eben nur eine häufige Nebenerscheinung, keine, die symptomatisch für ADS ist.

    Meine Therapeutin hat mir das so erklärt: Die Depression ist in einer Therapie behandelbar. Wenn sie aber durch ADS ausgelöst wurde, ADS also der Grund dafür ist, dann ist die Depression die Spitze des Eisbergs, also das, was man über Wasser sehen kann. ADS ist der Klumpen der unter Wasser ist und das Sichtbare trägt. Wird das ADS behandelt, dann bricht das weg und, der Spitze ist quasi die Basis entzogen und die Depression verschwindet oder sie treibt halt im Meer und ist viel leichter zu bekämpfen als sie es noch mit dem Unterwasserklumpen wäre.

    Seit ich weiß, dass ADS die Depressionen bei mir ausgelöst hat und ich MPH bekomme und mein Potential endlich abrufen kann, sind meine Depressionen wie weggeblasen. MPH ist kein Antidepressivum, aber wenn die Depressionen körperlich ausgelöst werden, eben durch ADS, und das körperliche wieder geradegerückt wird... Ja dann ist alles wieder gut Manchmal hab ich noch Anflüge von Depressionen, also vielelicht sowas wie du es auch kennst, aber das was vorher ein Dauerzustand war, ist jetzt etwas, das alle paar Tage oder Wochen mal kurz eintritt, 95% meiner Zeit fühle ich mich normal und gesund. Auch sind die Schübe die hin und wieder mal auftauchen deutlich weniger intensiv als vorher allein der Normalzustand war, und damit meine ich nicht den schlimmen Zustand der totalen Depression, sondern die Alltagsstimmung.

    ADS ist nunmal eine Mischdiagnose, daher ist es oft auch schwer zu erkennen. Sehr häufig ist es ja auch so, dass ADSler kein Zeitgefühl haben, also sich verspäten, den Zeitaufwand für eine tätigkeit nicht richtig einschätzen können und Termine vergessen und sowas. Das kann ich beispielsweise perfekt, auf den Fragebögen waren die einzigen Fragen die ich mit "nie" beantworten konnte die, die sich mit Zeitmanagement befassten. Ich kann auch keine Ordnung halten (ok, jetzt seit neuestem kann ich das dank VT, vorher war Ordnung halten unmöglich, einmal geputzt, 3 Tage später sah es wieder aus wie Sau), was auch typisch ADS ist. Aber es gibt eben auch viele ADSler, die immer eine perfekte Wohnung haben.

    Also ich weiß nicht genau, welche gängigen Diagnosen du meinst, die für ADS oder Depression? Ich finde mich in beidem wieder, bzw. fand mich wieder. Bei ADS total, vor der Diagnose und Behandlung passte die übliche Definition von Depressionen perfekt auf mich, ich hatte alle Symptome relativ stark, einzige Ausnahme war der Hang zum Suizid der ja bei Depressiven auch öfter mal da ist. Aber Antriebslosigkeit, Hoffnungslosigkeit, Schuldgefühle, Ideenlosigkeit, dauerndes traurig-sein... Ja das war sehr stark ausgeprägt und eben genau das, was man medizinisch als Depression beschreibt. Ob sich das "anders" anfühlt... ich weiß nicht ob das jemand überhaupt wird sagen können, denn man hat ja diese Art der Depression und keine andere, also es fehlt da vermutlich jedem an Vergleichsmöglichkeiten.

  3. #3
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.394

    AW: ADHS wenig Neigung zur Depression?

    Hallo Junie,

    ist doch prima, wenn Du keine Neigung zu Depressionen hast! Sei froh, dann hast Du Glück... Mir hat mal ein Oberarzt erklärt, dass ADHSler oft auch von sogenannten "Stimmungserkrankungen" als Komorbität betroffen sind, also z. B. zusätzlich zum ADHS Angsterkrankungen oder Depressionen haben. Ich kann das von mir bestätigen und auch von einem Onkel, der wahrscheinlich auch ADS hatte und dazu eine chronische Angststörung. Als ich in der Klinik war, hab ich mich in der dortigen Bibliothek etwas versucht in Forschungsliteratur einzulesen, und es hängt genetisch irgendwie zusammen, also dass man als ADSler schon mal zu ich weiß nicht wie viel Prozent mehr die Anlage auch zu anderen psychischen Krankheiten hat, das ist aber alles noch nicht richtig erforscht, die Ärzte dort arbeiteten da teilweise an der Grundlagenforschung - kommen dann erschwerte Lebensumstände dazu, massiver Stress etc wird man "psychisch" krank (eigentlich sind ja psychische Krankheiten aber auch körperliche Krankheiten, da sich das alles auch auf neuronaler Ebene abspielt).

    Ich hatte vor zwei Jahren eine schwere Depression, aber bei mir hat lange keiner richtig gemerkt, was wirklich los ist. Das lag u.a. auch daran, dass ich trotzdem noch Stimmungswechsel hatte und durchaus auch noch lachen konnte, vieles konnte ich so auch lange vor anderen kaschieren. Ich denke im Rückblick, dass ich schon lange Zeit mit der Krankheit Depression zu kämpfen hatte. Wann es genau angefangen hat, kann ich nicht genau sagen - ich denke, dass ich schon lange eine latente leichtere Depression hatte, das nennt man Dysthymie und ist wohl auch typisch für ADS. Dann wusste nichts von meinem ADS und warum das Leben oft so schwer für mich ist, das hat sicher auch dazu beigetragen. Aber vor allem private und berufliche Ereignisse und Wechsel, die mich über eine länegre Zeit massiv unter Stress gesetzt haben.

    Ich wurde sehr krank - das hat sich vor allem in schweren Konzentrationsstörungen geäußert, ich dachte ich werde dement und wusste nicht, woran es liegt. Ich musste ständig weinen, hatte abgenommen und war ruhelos.Trotzdem musste man bei mir genauer hinsehen, weil ich nicht so gewirkt habe wie eine Person, bei der man sich die Diagnose einer schweren Depression vorstellt. Zum Beispiel hat eine Putzfrau in der Klinik mal zu mir gesagt, in zwei Wochen können sie bestimmt nach Hause gehen. Hängt aber vermutlich auch damit zusammen, dass ich noch relativ jung bin - aber anders als andere war ich eben nicht 'versteinert' und total antriebslos. Bzw. morgens sehr wohl, und gelitten hab ich genauso, aber abends zum Beispiel konnte ich auch Witze machen. Die ADSler waren unter den Depressiven die agileren und auch die lustigsten, was hab ich mit denen gelacht (wenn es grad nicht zum Weinen war)... und trotzdem haben wir alle auch der Krankheit zu kämpfen, aber sie hat sich z. T. anders geäußert. Es sieht auf den ersten Blick nicht danach aus. Ach ja, und ich kam natürlich immer irgendwie zu spät zu den Kursen, obwohl ich mich bemüht habe, während die danderen da nicht so die Probleme hatten. Manche anderen Leute waren regelrecht erstarrt, die sind dann ganz langsam wieder 'aufgetaut'...


    Ich überlege noch, wenn mir noch was einfällt, schreib ich nochmal... wie gesagt, es ist glaube ich einfach schwer zusammenzubringen das Bild, das man landläufig von depressiv Erkrankten hat mit jemandem, der noch lacht, sich aufhellen lassen kann von einem Witz etc - und dabei trotzdem eine schwere Erkrankung zu haben. Die "Grund-Stimmung" war bei mir schon lange massiv "gestört" und irgendwie dumpf. Und alles wurde schlimmer: Zu spät kommen, Zeitgefühl wurde zur totalen Zeit-Blindheit, Orientierungslosigkeit, Ängste... und als jemand neben mir lag, der es noch schlechter ging als mir und einen Selbstmordversuch hinter sich hatte, hab ich versucht, sie aufzumuntern... machen wahrscheinlich auch eher nicht Leute, die gerade ne schwere Depression haben und kein ADS....


    Ach ja, mir fällt noch etwas an: Weil du auch mal egschreiben hast, dass ADS eine sehr positive und schöne Seite hat - ja, das hat es! Und vor allem eine starke und kämpferische Seite, wenn man sich damit schon lange durchs Leben geschlagen hat - ich will da raus, ich bin stark, und hab jeden Strohhalm gegriffen, den man mir gereicht hat. Es sei denn, ich wollte wirklich niemanden sehen und sprechen - aber richtig schlimm war es vor allem die Zeit vorher, als ich nicht wusste, was mit mir los ist - in der Klinik war ich ja schon auf der Seite der Verbesserung und mit allen Helfern sozusagen... da hatte ich mich den Umständen entsprechend relativ schnell 'berappelt' und hab eben alles mitgemacht, um wieder gesund zu werden - Medis, Regeln einhalten, Sport, Kneippen um sieben Uhr morgens... dieses Kämpferische, sobald es wieder ein bisschen besser ging - ich denke, das ist auch ADS-spezifisch...

    Wenn ich das so lese, hört sich das nicht nach ernster Erkrankung an - war es aber. Definitiv.
    Geändert von Wühlmaus (21.07.2012 um 16:09 Uhr)

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 187

    AW: ADHS wenig Neigung zur Depression?

    HI Wühlmaus,

    was du beschreibst kenne ich auch. Also das entweder todtraurig oder himmelhochjauchzend. Ich weiß auch nicht ob bei mir jemand von außen gesagt hätte "der ist depressiv", wenn er mich nicht genauer kennt. Die Depression äußert sich ja eher im Privaten, also ich konnte auch in schlechten Zeiten immer Witze machen und lachen und sonstwas. Ich hab auch damals gerne und viel gelacht und mit anderen Menschen meinen Spaß gehabt, konnte mich auch mit anderen Leuten treffen und rausgehen und alles. Aber halt auch nicht all zu oft, aber wenn ich den Antrieb dazu hatte, hab ich den gern genutzt und ich denke viele haben mich so auch als lebenslustigen und föhlichen Menschen beurteilt. Nur die, die ich besser kenne, bzw. die mich besser kennen wussten davon und habens dann auch gemerkt. Die Depression ist da eher im privaten Raum aufgefallen, zu Hause, im arbeitskontext (lernen und so, bin ja noch Student) oder bei Onlinegesprächen.

    Dass du beispielsweise abends lustiger drauf warst als morgens oder mittags, das ist ja auch total typisch für Depressionen, das ist sehr oft so, dass Depressive eher "abendmenschen" sind und sich die Stimmung gegen abend aufhellt, das war bei mir auch so. Meist war ich abends entspannter, vermutlich weil der Leistungsdruck des Tages und sowas dann nicht mehr so da ist, der sich ja durch die Depression noch stärker auf die Laune auswirkt als es bei nicht-depressiven ist.

    Das gleiche mit Panik- oder Angstzuständen, öffentlich konnte ich die meist gut verbergen, aber innerlich quält es einen halt. Depressionen haben ja auch ihre Phasen, die sind ja nicht immer jederzeit gleich stark. Die alltägliche Grundstimmung ist natürlich schlechter als die von "normalen" Menschen, aber es gibt halt eben auch immer Ausreißer nach oben oder weiter nach unten. Trotz Depression war ich im Aufmuntern und so weiter auch immer extrem gut

  5. #5
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 266

    AW: ADHS wenig Neigung zur Depression?

    hmmm...das heißt es gibt schon einen Zusammenhang zwischen ADHS als neurobiologischer Besonderheit und Depressionen. Aber sie scheinen sich etwas anders zu äußern?

    Meine Mutter leidet an starken Depressionen. Sie ist dann wie gelähmt, für viele Tage, manchmal Wochen. Sie kann nicht mehr gut fühlen, sich selbst und andere. Sie will sich nicht bewegen. Und vor allem ist in dieser Phase Hilfe nicht möglich. Erst danach wieder.

    Meine eigenen Zustände von Überspannung oder auch Traurigkeit wenn wirklich mal wieder etwas zu lange liegen bleibt, oder ich wg. meines ebenfalls fehlenden Zeitgefühlst wieder mal zu spät komme usw... sind anders als das was meine Mutter beschreibt.

    Es ist wie ein Bienenstock im Kopf. Und ich bin nicht gelähmt sondern so extrem in Bewegung, dass ich erstarre (ich hoffe das klingt plausibel). Und es ist bei mir auch so, wenn ich einen kritischen Punkt erreiche - und das tue ich auch ab und zu - kann ich mir sehr gut helfen lassen. Wie Wühmaus es auch beschreibt. Ich renne überall hin und mache brav alles was hilfreich ist nur um da raus zu kommen.

    Ich las irgendwann vor vielen Jahren mal, dass man Ritalin nun auch Erwachsenen verschreibt und fragte nach. Das hilft mir dann auch sehr gut. Der Antrieb wird besser - einfach weil die Gedanken klarer werden. Der Bienenstock löst sich auf und die Bienen schwirren wieder brav in Reih und Glied in eine bestimmte Richtung.

    Zeit und Information sind für mich hier auch super wichtig, wie bei allem in diesem Zusammhang. Ich befasse mich mit mir und ich habe gelernt, dass ich etwas mehr Auszeiten brauche und dass ich nicht alles kann, aber das ok ist - weil ich anderes dafür umso besser kann. Ich lasse mir helfen und bleibe so stabil. In meinem Rahmen.

    Stimmungschwankungen habe ich auch. Ich gabe aber meinen Schwankungen etwas mehr als früher nach. D.h. wenn ich heute enthusiastisch etwas plane und das morgen doof finde - dann höre ich auf meinen Bauch und sage es ab. Auf die Gefahr hin, dass andere denken ich sei merkwürdig. Sie haben ja recht

  6. #6
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 113

    AW: ADHS wenig Neigung zur Depression?

    Huhu

    Ja was Du beschreibst Junie kenne ich auch, wiederum nicht genauso. Ich habe, bis ich mich mit der ganzen Thematik auseinander gesetzt hatte, überhaupt nicht gewusst, dass Depressionen mit ADHS einhergehen können.

    Seit meinem Kindheitsalter hatte ich lange Phasen, wo ich sehr depressiv war. Diese Phasen habe ich heute immer noch. Natürlich habe ich das als normal empfunden und für mich war selbstverständlich, dass es anderen Menschen auch so geht. Schließlich tönen die ja immer, dass jeder mal verstimmt ist. Also immer mal oben und wieder unten, wie Ebbe und Flut.
    Bis vor einem Jahr, da kamen die 29 Jahre meiner Existenz in geballten 6 Monaten auf mich zurück. Tests und mein Arzt sagten mir, ich sei schwer depressiv. Dem habe ich innerlich einen Vogel gezeigt.
    Ich und Deprresiv, pah.

    Bis ich mch damit auseinander gesetzt hatte, auch mit meinem verdrängten langjährigen Verdacht auf ADHS. Da habe ich so einiges gelesen. Da ich überhaupt keine Rücksicht auf mich genommen hatte, ich kenne mich selbst am wenigsten (andere Geschichte) war es unangenehm mich einmal zu beobachten, wie ich denn zur Zeit so ticke. Erschreckend musste ich feststellen, dass ich völlg durch den Wind bin. Selbst meine Körperhaltung zeigte meine Depression

    Also habe ich gegen meinen Willen auf meine innere Stimme gehört und habe mich gefügt. Zum ersten mal habe ich wirklich bewusst auf dat Stimmchen in mir gehört. Und auf den Rat meiner Partnerin bin ich auch endlich eingegangen. Sie sagte vor 9 Jahren schon zu mir, dass ich total kaputt bin, ich sollte mal eine Therapie machen und mir Hilfe holen...

    ADHS Diagnose, Medikamente und Therapie sind jetzt endlich angegangen worden und ich habe es nicht bereut. ADHS, Neurotische Depression (Disthymie) und Borderline....aber mir gehts gut.

    Was mir eher auf den Magen schlägt und mich wirklich in den Abgrund zieht ist, dass ich mich so von mir entfremdet habe. Damit habe ich sogar meine Therapeutin schockiert. Sie kann nicht glauben, dass sich jemand selbst so fremd ist. Ich sollte das mal beschreiben und diesen 2 Stimmen in mir Namen geben. Dadurch ist Hirn und ich entstanden.

    Hirn: Glaubst Du das interessiert hier irgendjemanden, was Du für einen Schnulli schreibst?
    Ich: Sei ruhig, vielleicht findet sich darin ja auch jemand wieder und es hilft irgendwie?
    Hirn: Schwachsinn, ich würds löschen, gar nichts schreiben und weiter lesen. Weißt, manchmal einfach mal die Fresse halten!
    Ich: ....

    Was ich damit sagen wollte, manchmal merkt man es auch gar nicht. Die menschliche Einbildungskraft kann manchmal so groß sein, dass man nur glaubt, es sei alles in Ordnung. Der Scherbenhaufen hinter her ist dann riesig...

    Ich finde es nur super, dass es bei Dir so ist @ Junie, das hätte ich auch gerne, denn ich glaubte nur so zu sein.

  7. #7
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.445

    AW: ADHS wenig Neigung zur Depression?

    Hallo junie,

    Depression in alle ausprägung ist mich vertraut... Seit ich kind bin, mehr oder weniger. Meine leben mit ADS war oft keine honigschlecker.

    Aber auch in schwere depris konnte ich gute momenten haben und wieder lachen, auch wenn ich sonst nicht leben wollte (aber zu glück doch leben wollte). So wie jeden ADSler, ob ich depressiv bin oder nicht, wechseln meine stimmung sehr schnell. Also, im gute phasen, wenn gerade mich etwas verletzt geht es richtig tief (mit wieder dumme gedanken), aber auch bei eine schwierige phase, kann ich zwischendurch wieder lachen und witz machen.

    Diagnose disthymie hatte ich nach der ADS-diagnose bekommen. Es hat mich nicht so gefallen, aber ich musste feststellen dass meine stimmung doch ehe oft schwerfällig war und dass leider richtigen tiefen mit "dumme gedanken" doch ab und zu kommen.

    Natürlich ist mit der zeit besser, aber es braucht bei mich mehr als nur medis (ADS-medis) da ich auch einiges übel verarbeiten muss.

    lg

  8. #8
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 266

    AW: ADHS wenig Neigung zur Depression?

    Awadea schreibt:
    Huhu



    Hirn: Glaubst Du das interessiert hier irgendjemanden, was Du für einen Schnulli schreibst?
    Ich: Sei ruhig, vielleicht findet sich darin ja auch jemand wieder und es hilft irgendwie?
    Hirn: Schwachsinn, ich würds löschen, gar nichts schreiben und weiter lesen. Weißt, manchmal einfach mal die Fresse halten!
    Ich: ....

    Was ich damit sagen wollte, manchmal merkt man es auch gar nicht. Die menschliche Einbildungskraft kann manchmal so groß sein, dass man nur glaubt, es sei alles in Ordnung. Der Scherbenhaufen hinter her ist dann riesig...

    Ich finde es nur super, dass es bei Dir so ist @ Junie, das hätte ich auch gerne, denn ich glaubte nur so zu sein.
    Nach Hirn und deinem ich schreibt noch Junie: das interessiert sehr wohl viele hier und mich auch Danke!

    Depressionen sind ja eh eine Volkskrankheit. Also ist es schon an sich nicht verwunderlich wenn es alle Arten vom Menschen trifft und treffen kann.

    Bei meiner Mutter, klassische endogene Depression, ist es eben so, dass sie das immer auch genau weiß und es da gar kein Vertun gibt. Jetzt ist wieder die Depression da.

    Das ist übrigens bei mir nicht einfach so - ich arbeite auch hart an mir. Ich mache eine Therapie, ich besuche eine Selbsthilfegruppe. Ich habe - auch ADHS Bedingt - eine Essstörung entwickelt und bin erst seit kurzem auf dem Wege der Genesung. Ich muss eindeutig sehr auf mich aufpassen und hätte an sich Ideen für 10 Leben aber durch meine ständige Hochspannung ist meine Energie auch schnell mal am Ende und ich brauche Rückzug. Ich muss mich bewegen, ich muss sportlich aktiv sein um im Lot zu bleiben.

    Und was bei mir wohl sehr eigenartig ist - ich darf auch meine motorische Unruhe nicht unterdrücken. Ich muss mich "austicken" können, um es mal in Tourette-Sprache zu schreiben, und ADHS ist hat genetische Verwandtschaft damit. Wenn ich das nicht tue und mich z.B. mit Essen sediere, DANN komme ich in schlechte Zustände und fühle mich unausgeglichen...dann bricht sich die aufgestaute Energie psychisch Bahn - so ist das Gefühl bei mir.

    Wenn ich zulasse mich auszuhibblen und motorisch unruhig zu sein, was ich immer öfter einfach tue - falle ich mehr auf, und ich bin auch schneller erschöpft...kein Wunder, wer so viel hibbelt Aber ich bin psychisch stabiler und viel fröhlicher. Sehr eigenartig...aber so beobachte ich das an mir.

  9. #9
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 113

    AW: ADHS wenig Neigung zur Depression?

    Danke @ Junie So kann ich meinem Hirn mal Parolie bieten.

    Ja das stimmt wohl, dass Depressionen mittlerweile eine Volkskrankheit sind.
    Ich habe es selbst nicht gemerkt, dass ich welche habe. Jetzt werde ich richtig gezwungen, dass ich mit mir auseinander setze.
    Dabei könnte ich schon wieder in irgendein Loch in mir selbst verschwinden, denn ich stelle jeden Tag aufs Neue fest wie gestört ich bin.

    Manchmal finde ich einen Weg und sehe als "neue Erfahrung" da ich "bewusster mit mir umgehe." Manchmal aber sitze ich im dunklen Loch und seh' die Tür nicht, mein Sturmfeuerzeug ist ins Dunkel gefallen und da die Taschenlampe ne Solarlampe ist....

    Oh rumhippeln, ja das ist mir auch bekannt. Zulange im Bett rumflötzen, muss nicht sein. BEWEGUNG, sonst fühl ich mich einfach nur träge. Ich habe das Gefühl, dass sich dann meine Muskeln verpulverisieren und sich auflösen.
    Bisher aber war der Sport für mich kontraproduktiv. Ich habe ihn bisher nur dazu verwendet, um irgendwas zu verdrängen und um mich quasi selbst so richtig schön fertig zu machen. Habe mal während meiner, jeden Tag 20 Km, Inlineskatingphase im Graben gelegen. Weiß bis heute nicht wie es dazu gekommen ist. So gings bei jeder Sportart. Wenn mein Kopf nicht knallrot ist und mir es vor den Augen flimmert, bin ich nicht zufrieden. Mittlerweile "wacht" meine Partnerin darüber und ich lerne langsam Sport zu machen ohne umzufallen. Das lerne ich während meiner Therapie gerade. Mir bewusst zu werden und mir Skills anzueignen, damit ich nicht

    Tjaja das ist schon bemerkenswert mit dem verrückten Ich sein. Irgendwie kann man nicht mit und auch nicht ohne.
    Geändert von Awadea (22.07.2012 um 05:11 Uhr)

  10. #10
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 100

    AW: ADHS wenig Neigung zur Depression?

    Hy,
    Meine frau hat mir das messer auf die brust gesetzt, dass ich was ändern soll,sie müsse sich sonst von mir trennen sagte sie, gerade im winter, wenn ich beruflich zwangspause habe , ,bin, oder war ich ein extremes ekel, lag aber nur rumm und weiß nicht, es war nur dunkel in mir, das ging manchmal über monate.
    ich wa immer der meinung, mit den anderen stimmt was nicht, das einzige was mich aus diesen zuständen , die über die Jahre immer schlimmer wurden wieder rauszog, war die arbeit, die verantwortung für meine Familie und mitarbeiter,wobie die immer echt in mitleidenschaft gezogen waren, denn eigentlich war ich dadurch permanent überfordert, und ich dsachte immer alle wären beser dran, wenn es mich nicht gäbe.inzwischen arbeite ich daran, hoffe, dass alles besser wird und jetzt nach über 40 Jahren Dunkelheit ein neuer abschnitt beginnt, was ihr da schreibt läßt mich hoffen
    Ich funktioniere eigentlich nur, weil ich mir die verantwortung gebe, eigentlich weiß ich gar nicht wie ich es so weit geschaft habe.
    Es ist der Motor, es den anderen trotzdem zu zeigen.
    es ist so anstrengend mich zu disziplinieren, projekte zu Planen und durchzuziehen, bei meiner Strukturlosigkeit, andauern Angst zu versagen, eine aufgabe nicht zu bewältigen, nicht zu genügen.
    und dann wieder der totale absturz, isolation und dunkelheit, gefühlskälte, ablehnung und abweisung.

    Starte gerade das ganze Programm, werden sehen wies weitergeht

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