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Diskutiere im Thema Diagnose ohne Gespräch??? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #11
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Fachperson
    Forum-Beiträge: 671

    AW: Diagnose ohne Gespräch???

    Ich kann gut verstehen, dass Du da frustriert bist. Vielleicht stimmt die "Diagnose" ja auch, denn du wirst ja nicht ohne Grund Hilfe bzw. Diagnostik gesucht haben. Es geht nur darum, dass man eben aus der Art der Diagnostik nur herleiten kann, dass der Arzt oder die Ärztin, die das gemacht hat schlampig arbeitet und sich nicht an die Diagnostikempfehlungen hält. Und man besser woanders zur Diagnostik und Therapie hingehen sollte, solange sich diese Miss-Stände nicht ändern.

    An einer anderen Uni in der Schweiz wird dafür dann in der Therapie Mist gebaut. Keine Ahnung, was da derzeit bei den Eidgenossen los ist. Es mögen Einzelfälle sein, aber derzeit höre ich eben wirklich von etlichen Stellen nur Berichte, die mir die Zornesröte ins Gesicht steigen lassen. Und die Fachgesellschaften SFG-ADHS in der Schweiz schweigt dazu, weil sie es sich mit den angeblichen "Experten" nicht verscherzen will.

  2. #12
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 2.632

    AW: Diagnose ohne Gespräch???

    web4health schreibt:
    Fragebögen und speziell neuropsychologische Testung sagen genau NICHTS über ADHS bei Erwachsenen aus.

    Weder gibt es auch nur annähernd einen oder mehrere Fragebögen, die mehr als ein Screening ermöglichen noch eine neuropsychologische Testung, die dies ermöglicht.

    Leider kannst du also die Diagnose in die Tonne kloppen.
    Endlich sagt`s mal einer.

    Ich fühlte mich hier schon als Totalversager, weil ich in diesem Forum immer und immer wieder lese: Ich habe 3 Fragebögen ausgefüllt, ich 5, ich 13, ich 23 usw.

    Mir kam die ganze Sache schon spanisch vor, weil ich noch nie einen Fragebogen zu dem Thema ausgefüllt habe.

    Dann liest man hier auch immer was von Testung, ich wurde getestet usw. als wäre eine ADHS-Diagnose eine Art Eigungstest, bei dem man auch durchfliegen könne.

    Ich hatte immer schon das Gefühl, dass diese Fragebögen Ärzten, die sich nicht mit ADHS auskennen, eigentlich auch nicht weiterhelfen, von Ärzten, die sich mit ADHS auskennen, weiss ich dagegen auch niemanden, der sich auf Fragebögen stützen würde. Das ist allein schon deshalb sinnlos, weil eines der Hauptprobleme von ADHS ja gerade in der mangelnden Fähigkeit, sich selber einschätzen zu können, besteht. Das heisst, das selbst der gewissenhaftest ausgefüllte Fragebogen letztlich für die Katz ist.

    Ausserdem sind ADHSler Störungschamäleons, d.h. wenn man sie einen Fragebogen zum Thema Schizophrenie ausfüllen ließe, käme heraus, dass sie schizophren sind, das gleiche gilt für Borderliner-, Manie- oder Asperger- oder für sämtliche Persönlichkeitsstörungs-Fragebögen überhaupt.

    Was das Ganze soll, hat sich mir also noch nie erschlossen. Außer vielleicht, dass ich als Psychiater vielleicht irgendeine Zusatzgebühr für diese Fragebögen verlangen könnte. Man muss bei diesen Menschen ja auf alles gefasst sein.

    Zur Abklärung einer Asperger-Verdachtsdiagnose habe ich mich allerdings neulich an eine berühmte Uni-Klinik gewandt. Das erste, was ich machen musste, war Fragebögen-Ausfüllen. Obwohl natürlich ein Asperger-Syndrom genauso wenig wie ein ADHS daraus zu lesen ist. Aber manche Leute scheinen irgendwie scharf auf ausgefüllte Fragebögen zu sein. Vielleicht sollte man ihnen ihren Spaß einfach lassen.

  3. #13
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 41
    Forum-Beiträge: 202

    AW: Diagnose ohne Gespräch???

    Ich bin auch kein Arzt oder Diagnostiker. Aber Fragebögen (hab ich auch mehrmals ausgefüllt) können schon hilfreich sein, auf besondere Aspekte einzugehen, die der Betroffene als besonders relevant ansieht. Gleichzeitig kann man so ja auch mal die Eigenwahrnehmung des Patienten abklopfen :-) Ich denke da besonders an den SKID, den sicher schon etliche von uns ausgefüllt.

    Eine Therapeutin hat mich mal ins Fetz geschickt, um ein präpsychotisches Syndrom auszuschließen (hehe, 30 Jahre präpsychotisch) und meinte, als ich von Wahrnehmungsveränderungen sprach, dass dies durchs Kiffen hervorgerufen wurde (in meiner Jugend). Mein Psychiater darauf: Völliger Quatsch. Ich natürlich direkt sämtliche Forschungsbereiche von Unikliniken angeschrieben, ob es Forschunge gäbe, und ob soetwas bekannt sei :-) Im Fetz (Früherkennungs- und Therapiezentrum für psychische Krisen) erneut einen mindestens 150seitiges Sammelsurium aus Anamnese und Testbatterien druchgeeiert. Genau wie bei der Therapeutin. Dabei hatte ich den Eindruck, da wurden einfach irgendwelche Testchen aus Büchern kopiert (Copyright!), je nach Lust, Laune und gerde absolvierter Weiterbildung, die die Fachleute gerade hatten Wenigstens waren die Leute im Fetz ganz nett.

    Bevor ich damals diagnostiziert wurde, hatte ich keinen Schimmer, was da eigentlich bei mir los ist nach einer Odyssey von Psychiatern und Antidepressiva. Als ich dann (Gott sei dank) mehr als zufällig an eine Psychologin geraten bin, die mit dem Thema vertraut war, erstmal paar Stunden Gespräche. Bis dahin ist mir gar nicht aufgefallen, dass ich mich kaum konzentrieren konnte, als das Fenster auf war Wieder Fragebögen, diesmal jedoch andere und ich fragte sie beim Betrachten: Glauben Sie etwa, dass ich ADHS habe? Sie grinste (da ich sie sympathisch fand, ich natürlich auch trotz riesiger Krise und angeblicher schwerer depressiven Episode). Ich sollte mir also Zeit lassen beim Ausfüllen (hehe).

    Ich also die Tests (Wender, Connor, Checkliste komorb. Störung, bla, bla, bla) in nullkommanix durchgearbeitet, mit den kleinen, entsprechenden Kommentaren an diversen Stellen, so wie man es kennt. Als sie dann nach einer Weile zurückkam, sagte ich natürlich direkt, dass ich schon lange fertig sei und schon ewig warten würde. Sie grinste und sagte: das habe ich mir gedacht! Ich ging aus dieser Stunde heraus, nach Hause und musste mich natürlich erstmal richtig und umfassend (das heißt: mehrere Monate fortlaufend bis jetzt nahezu täglich über neueste Erkenntnisse und Studien) informieren. Und was soll ich sagen, ihr kennt es vermutlich alle: Aha. Endlich.

    Da meine damalige Partnerin auch bei ihr in Behandlung war, willigte ich gemeinsamen Gesprächen und einer Fremdeinschätzung ein. Da war die Sache erledigt :-)

    Auswertung der Gespräche, Tests, Beobachtungen, (Familien)-Anamnese, Vorbefunde (ja, es gibt mehr als eindeutige Anzeichen)=Diagnose.

    Ich mich natürlich nach etlichen Medikamentenversuchen in der Vergangenheit (mein Medischrank quoll schon über, den ich in der Verganheit mehrfahch ausmisten musste) um Ärzte mit Spezialisierungen bemüht. Wartezeiten von ca. 4-6 Monaten. Na toll. Dann endlich ein Termin: Warum glauben Sie, dass Sie ADHS haben? Äh, keine Ahnung, es passt einfach. Paar Fragebögen ausgefüllt, Gespräche, Unterschungen hatte ich in der Vergangenheit alle schon mehrfach gemacht, hehe. Außer EEG. Alles gut, BtM-Rezept. Der Anfang war die Hölle. Nach einer WEile hat es dann geklappt. Nochmals Arzt-Wechsel, weil ich nicht klargekommen bin mit der Ärztin, und Gott sei dank habe ich jetzt eine sehr nette, engagierte, verständnisvolle Ärztin gefunden, die mein Leben radikal veränderte.

    So viel zu meiner Geschichte ;-) Ach ja: Guten Morgen :-)

  4. #14
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 36
    Forum-Beiträge: 25

    AW: Diagnose ohne Gespräch???

    web4health schreibt:
    ADHS (im Erwachsenenalter) ist eine klinisch zu stellende Diagnose, die sich aus der Erhebung der ganzen Vorgeschichte bzw. eben auch den fremdanamnestischen Angaben einschliesslich Zeugnissen erschliesst. Dann eben auch der Verhaltensbeobachtung im Gespräch selber bzw. "Anekdoten" über die Besonderheiten der Exekutivfunktionsstörungen. Nicht zuletzt braucht man viel Zeit und Erfahrung um dann die Differentialdiagnosen und Begleitprobleme zu erörtern bzw. auszuschliessen.
    Genauso lief das bei mir auch ab. Ein paar fragebögen für mich und andere, Zeugnisse wurden begutachtet und drei Gesprächstermine á 45 min geführt. Erst dann gab es eine Diagnose und sehr langsames und behutsames vorgehen. Bin damit im nachhinein sehr zufrieden gewesen.

    Im Klinik in der nächstgrößeren Stadt läuft dsa auch nur per Fragebögen ab, 40 Seiten eun PC-Test, dann wars das. Die Frage nach dem Sinn lässt sich schnell beantworten.

  5. #15
    Zotti

    Gast

    AW: Diagnose ohne Gespräch???

    Hallo RonDon, also als ich 2000 in Berlin zu einem Spezialisten ging also einen ADS-Arzt der dort sehr bekannt ist,
    gab es erstmal gar keine Fragebögen, sondern ein zwei bis drei stündiges Gespräch. Es kann sein, daß ich danach
    auch ein paar Fragebögen ausfüllen mußte, doch daran kann ich mich gar nicht mehr erinnern.

    Dann als ich hier nach Bochum zu und endlich nach einem Jahr einen Termin hatte bei einem Spezialisten hier in
    einer Klinik, ja da mußte ich ohne Ende Fragebögen ausfüllen, es gab aber auch ein Gespräch, doch ich weiß nicht
    mehr ob das nur so ein normales Gespräch war wie beim Arzt eben oder ob der aus der Vergangenheit was gefragt hat.

    Dann bekam ich immer wieder Fragebögen mit und manchmal kam es mir vor, als wenn die gleichen Fragen nur verdreht sind
    und irgendwie bin ich mir nicht sicher, ob ein ADSler dann überhaupt die richtige Antwort ankreuzt, wenn er ja die Frage schon
    nicht richtig begreift. So erging es mir mal, es war so eine lange Frage, ich habe sie dann dem Arzt gezeigt und er hat es mir
    dreimal erklärt, was die genau bedeutet bis ich es begriffen habe.

    Ich habe mich das schon öfter gefragt, ob die Fragebögen überhaupt ausschlaggebend sind. Vor allen Dingen, wenn man sie
    mit nach Hause bekommt, da könnte ich ja auch die Fragebögen für meinen Sohn z.B. ausfüllen oder für Freunde.

    Ich habe mir immer alle Fragebögen kopiert und zu Hause eine ganze Sammlung. Ich finde es gibt fragen, die vollkommen blöde sind,
    wie z.B. können sie im Kino ruhig sitzen. Natürlich kann ich ruhig sitzen wenn der Film sehr gut ist, langweilt mich der Film so werde ich
    unruhig und zappel rum.

    Dann die ständige Frage, werden sie ungeduldig wenn sie in einer Einkaufsschlange stehen? Nein, wenn ich bei REAL stehe, da gibt es soviel
    Ablenkung, ich quatsche mit den Leuten und wenn in der Matrix Konzert ist, gucke ich mir liebend gerne die Gothicleute usw. an, die dann da zum
    Glück noch ihr Bierchen oder so kaufen. Da werde ich nie ungeduldig.

    Aber wenn ich oben mal wieder an der S-BAhn stehe und die kommt zu spät oder ich muß länger warten, da renne ich immer auf und ab und wenn dann wieder die Ansage kommt "diese S-Bahn fällt heute aus oder hat 15 Minuten Verspätung", dann werde ich richtig sauer und ich würde am liebsten
    gegen die Papierkörbe oder was da so hängt treten, weil ich habe ja einen Termin und dann ist logisch, daß ich ungeduldig werden.

    Dann fällt mir noch ein, als ich in Münster mit meinem Sohn in einer Klinik war zur Diagnosestellung, da haben wir vorher auch Fragebögen bekommen, doch nicht so viele und dann wurde auch viel gesprochen und auch mit mir als Mutter, daß ist auch wichtig, das wenn vorhanden ein Angehöriger oder
    Freund einen beschreibt. Ich finde es muß beides sein, Fragebögen um gewisse Störungen auszuschließen und persönliche Gespräche und ein Gefühl für ADSler.

    Jetzt reicht es aber, versuche doch mal dich vorzustellen, ich habe dazu auch länger gebraucht, irgendwann hat es dann geklappt.

    Gruß Zotti

  6. #16
    Zotti

    Gast

    AW: Diagnose ohne Gespräch???

    Mir fällt da noch ein, ich liebe es Fragebögen jeglicher Art auszufüllen, dann beantwortet man wahrscheinlich die Fragen
    auch richtiger. Doch die meisten meiner Freundinnen sind kaum in der Lage die Fragebögen alleine auszufüllen, gerade
    weil sie ja ADS haben. Das müßte man doch wissen.

    Ich kenne auch einige, die haben dann die Fragebögen wochenlang liegen lassen, weil sie es einfach nicht geschafft
    haben, diese auszufüllen.

    Es gibt da auch so komische Fragen bei den Bögen die ich hatte, die mir viel zu intim waren, irgendwas mit magischen
    Dingen und wenn man dann da was falsches ausfüllt oder gerade in so einer Laune ist, Fragebögen alleine können keine
    ADS-Diagnose bestätigen.

    Mein Asperger-Sohn mußte keinen einzigen Fragebogen ausfüllen, er war ja auch erst 14, doch er war dann stationär unter-
    gebracht und wurde im Umgang mit den anderen und seinem Verhalten beobachtet und daran wurde dann die Diagnose fest-
    gestellt.

    So bis später mal, Gruß Zotti


    P.S. Ich habe noch eine Idee, schickt mir doch alle eure Fragebögen her, ich fülle sie dann aus und dann bekommt ihr alle die ADS-Diagnose. (man kann sich ja auch Doktorarbeiten schreiben lassen und Titel kaufen)
    Geändert von Zotti (11.07.2012 um 13:12 Uhr)

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