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Diskutiere im Thema ADHS & Buddhismus & Trauma im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #81
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 382

    AW: ADHS & Buddhismus & Trauma

    Diese Rede kennen wohl viele und doch passt sie genau hierher als Nachtrag.


    Als ich mich selbst zu lieben begann…
    habe ich verstanden, dass ich immer und bei jeder Gelegenheit,
    zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin
    und dass alles, was geschieht, richtig ist – von da an konnte ich ruhig sein.
    Heute weiß ich: Das nennt man SELBST-BEWUSST-SEIN.

    Als ich mich selbst zu lieben begann,
    konnte ich erkennen, dass emotionaler Schmerz und Leid
    nur Warnungen für mich sind, gegen meine eigene Wahrheit zu leben.
    Heute weiß ich: Das nennt man AUTHENTISCH SEIN.

    Als ich mich selbst zu lieben begann,
    habe ich verstanden, wie sehr es jemand beleidigen kann,
    wenn ich versuche, diesem Menschen meine Wünsche aufzudrücken,
    obwohl ich wusste, dass die Zeit nicht reif war und der Mensch nicht bereit,
    und auch wenn ich selbst dieser Mensch war.
    Heute weiß ich: Das nennt man RESPEKT.

    Als ich mich selbst zu lieben begann,habe ich aufgehört, mich nach einem anderen Leben zu sehnen
    und konnte sehen, dass alles um mich herum eine Einladung zum Wachsen war.
    Heute weiß ich, das nennt man REIFE.

    Als ich mich selbst zu lieben begann,
    habe ich aufgehört, mich meiner freien Zeit zu berauben,
    und ich habe aufgehört, weiter grandiose Projekte für die Zukunft zu entwerfen.
    Heute mache ich nur das, was mir Freude und Glück bringt,
    was ich liebe und was mein Herz zum Lachen bringt,
    auf meine eigene Art und Weise und in meinem eigenen Rhythmus.
    Heute weiß ich, das nennt man EINFACHHEIT.

    Als ich mich selbst zu lieben begann,
    habe ich mich von allem befreit, was nicht gesund für mich war,
    von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen
    und von Allem, das mich immer wieder hinunterzog, weg von mir selbst.
    Anfangs nannte ich das „Gesunden Egoismus",
    aber heute weiß ich, das ist SELBSTLIEBE.

    Als ich mich selbst zu lieben begann,
    habe ich aufgehört, immer recht haben zu wollen, so habe ich mich weniger geirrt.
    Heute habe ich erkannt: das nennt man BESCHEIDENHEIT.

    Als ich mich selbst zu lieben begann,
    habe ich mich geweigert, weiter in der Vergangenheit zu leben
    und mich um meine Zukunft zu sorgen.
    Jetzt lebe ich nur noch in diesem Augenblick, wo ALLES stattfindet,
    so lebe ich heute jeden Tag, Tag für Tag, und nenne es BEWUSSTHEIT.

    Als ich mich zu lieben begann,
    da erkannte ich, dass mich mein Denken behindern und krank machen kann. Als ich mich
    jedoch mit meinem Herzen verband, bekam der Verstand einen wertvollen Verbündeten.
    Diese Verbindung nenne ich heute HERZENSWEISHEIT.

    Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen,
    Konflikten und Problemen mit uns selbst und anderen fürchten,
    denn sogar Sterne knallen manchmal aufeinander und es entstehen neue Welten.
    Heute weiß ich: DAS IST DAS LEBEN !

    Charlie Chaplin an seinem 70. Geburtstag am 16. April 1959

  2. #82
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 1.742

    AW: ADHS & Buddhismus & Trauma

    'Michi schreibt:
    Und doch ist da Weisheit in allen Religionen, sprirituellen Lehren....
    Wenn ich sie wie Blaupausen über einander lege,
    dann entsteht für mich der Kern der Wahrheit.
    Genau so sehe ich es auch..... Es ist kein entweder oder, sondern etwas, was für alle Menschen wichtig ist....

    'Michi schreibt:
    Anfangs habe ich geglaubt, Achtsamkeit wäre DIE Chance, Kontrolle zu gewinnen.
    Endlich etwas tun zu können..... gegen die Trigger....
    Ich denke, dass Achtsamkeit eine wichtige Rolle beim Verarbeiten der den Triggern zugrunde liegenden Traumata spielt. Wie Zotti weiter oben geschrieben hat, muss das nicht jeder - eben nur wenn es einen stört, man sich weiter entwickeln möchte....

    Aber durch den achtsamen Umgang mit sich selbst können wir eine Basis schaffen, Stabilität erlangen um uns mit den Problemen aus der Vergangenheit zu befassen - sie zu umarmen.....

    LG
    Erika

    P.S. Das mit dem Retread wäre mal ne Idee.....

  3. #83
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 382

    AW: ADHS & Buddhismus & Trauma

    Liebe Erika,

    die Formulierung ver- arbeiten beinhaltet dieses TUN, dass einen irgendwie unter Druck setzt.
    Wenn ich also weiterhin getriggert werde, dann habe ich "es" nicht "richtig" verarbeitet ?

    Für mich "funktioniert" das mit der Achtsamkeit so:

    Bemerken, beobachten, innehalten......

    Dabei geht es zu Beginn der Achtsamkeitsübungen weniger um das Erkennen
    warum oder was mich triggert, sondern
    Wie zeigt es sich?
    Wie macht es sich bemerkbar?
    in meinem Körper, in meinen Gefühlen, in meinen Gedanken.

    Was entwickelt sich....
    welche Reaktionsmuster laufen ab

    und je mehr ich eins bin mit meinem Körper, meinen Gefühlen und Gedanken,
    desto weniger können sie sich verselbständigen.

    Der Blickwinkel des Beobachters und des gleichzeitig Erlebenden
    er-schafft die Distanz, um innehalten zu können.

    Das zugrunde liegende Trauma zu erkennen und zu verstehen
    ist nicht die "Lösung".....
    Das Erkennen und Beobachten, was geschieht,
    die Verbundenheit mit Körper, Gefühlen und Gedanken herstellen

    führt dazu wahrzunehmen, was geschieht bzw. geschehen iist.


    Wenn ich sitze oder gehe, zähle ich oft.
    Bis 10 und dann wieder rückwärts und wieder vorwärts und rüclwärts und.....
    Wenn meine Gedanken dann irgendwann spazieren gehen, bemerke ich das Abschweifen so besser.
    Die Zählerei ist ein Hilfsmittel, aber es führt nicht dazu, dass ich nicht mehr abschweife.

    Den Topf vom Herd holen, bevor er überkocht, ist für mich ein passendes Bild.

    Die Traumata lösen sich nur in der Hinsicht auf,
    dass die Reaktionsmuster nicht mehr getriggert werden,
    dass sie wie Thich es ausdrückt ins Speicherbewusstsein abtauchen.

    Aber sie verschwinden nicht.
    Nichts geht verloren.

    Michi

    p.s. Muss nicht bei ner Idee bleiben.
    Geändert von 'Michi (27.07.2012 um 00:48 Uhr)

  4. #84
    Zotti

    Gast

    AW: ADHS & Buddhismus & Trauma

    Hallo ihr Lieben alle, ich kann mir das nicht alles durchlesen, ist mir irgendwie zuviel, doch
    ich wollte euch fragen, ich habe sehr viele Bücher zu Hause, die habe ich mal von einem
    spirituellem Messie, dessen Keller ich mit entrümpelt habe, also eben aus diesem Keller
    gerettet. Es sind auch einige über Buddismus also echt, jetzt weiß ich nichtmal wie das
    geschrieben wird, genau so wie bei den Antrophoso..... Egal, also es sind bestimmt
    ein paar besonder Bücher dabei und die würde ich euch, wer Interesse hat, Michi
    oder Erika schicken. Doch das geht ja nicht so richtig. Außer ihr würdet mir antworten mit
    einer Persönlichen Nachricht, ich würde euch die Titel nennen, und dann auch zusenden,
    allerdings muß ich noch im Keller und die alle heraussuchen.

    Das ist jetzt nur so eine Idee, ich finde solche Bücher sollte man nicht wegwerfen,
    doch ich möchte sie auch nicht einfach irgendwem geben, der den Wert nicht zu schätzen
    weiß.

    Also bis dann, Gruß Zotti

  5. #85
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 39

    AW: ADHS & Buddhismus & Trauma

    ich bin vor 11 Jahren extra nach Thailand gefahren, um dort in einem Kloster das Meditieren zu lernen ...damals hatte ich noch keine Ahnung von ADS und so, nur das mein Leben auch damals schon chaotisch war ... ich war insgesamt 2 x 12 Tage dort und habe 2 Retreats mitgemacht... der Retreat-Alltag ist für unsere Lebensverhältisse recht hart, das ist aber notwendig, damit man alles richtig lernt...

    - tägliches Aufstehen um 4.30 Uhr
    - jeder wohnte in einer 6 qm großen Kammer ohne Bett, es gab nur eine Pritsche aus Stein mit deiner eigenen Isomatte und Moskitonetz
    - es gab keine Duschen, nur mehrere Brunnen zum Waschen, aber abends eine heiße Naturquelle zum Baden
    - es gab nur 2 richtige Mahlzeiten so wie einen Snack mit Obst und Tee am Tag, dafür gab es allerleckerstes vegetarisches Thai-Essen, täglich von den Frauen aus dem Dorf gekocht.... unter anderem mein Lieblingsessen "Nun-banana", gekochte Bananen mit Kokosomilch
    - das Meditationsprogramm startet um 5:00 und geht bis abends um 21:00: abwechselnde Meditationssessions im Liegen und Sitzen sowie im Gehen, dazu einmal Yoga am Tag sowie verschiedene Teaching Lessons, Vorträge von Mönchen oder Gästen sowie Chanting am Abend... und ein Extra-Kurs wie man Schlangen mit Eimer und Besen einfängt

    das ganze Programm ist super anstrengend für Körper und Geist aber ich fand es toll, da das Ergebnis überragend war ... als ich rauskam fühlte ich mich wie neugeboren und absolut sorgenfrei, mein Kopf war sternenklar, keinerlei Ängste und jede Menge Ernergie, stellenweise glaubte ich über dem Boden zu schweben und habe in den nächsten Tagen jede Menge verrückter und auch leichtsinniger Dinge gemacht, die ich sonst nie machen würde...u.a. bin ich mit einer 600er Honda Chopper ohne Helm über die Insel geheizt...
    das Ganze ging nicht nur einen Tag oder so, sondern mindestens noch die nächten 3 Monate, solange es mir gelang täglich mindestens 2 bis 3 Stunden weiter zu meditieren.... doch im schnöden Alltag zu Hause ist es superschwer diese Disziplin und den buddhistischen Spirit aufrecht zu erhalten und wenn man nicht täglich mindestens 5 bis 6 Stunden meditiert geht die Wirkung nach und nach verloren, wie bei Medikamenten die mannicht mehr nimmt..und irgendwann ist man wieder auf seinem alten Status quo


    naja, zumindest bleibt die schöne Erinnerung, aber irgendwann fahre ich dort wieder hin
    Geändert von tobilan ( 2.08.2012 um 15:40 Uhr)

  6. #86
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 382

    AW: ADHS & Buddhismus & Trauma

    Hallo Tobilan,

    dein Beitrag erinnert mich an die Einleitung von Jack Kornfields Buch
    "Frag den Buddha und geh den Weg des Herzens".
    Er allerdings war mehrere Jahre in einem Kloster gewesen.
    Und auch er hatte Schwierigkeiten, sich bzw. seine Meditationspraxis
    dem Alltag im Westen anzupassen.

    Mich fasziniert die MBSR Methode von Jon Kabat Zinn.
    Es geht gar nicht darum, auf Wolke sieben spazieren zu gehen,
    sondern seinen Alltag in Achtsamkeit zu (er)-leben.

    Ich versuche täglich eine Achtsamkeitsübung in meinen Alltag einzubauen,
    mich einfach daran zu erinnern, achtsam zu sein.
    Mich erinnern, um diese Fähigkeit zu stärken, ist es einfach notwendig
    regelmäßig, möglichst täglich zu üben,
    Achtsamkeit üben, sei es im Liegen, Sitzen, Gehen oder
    in Bewegungsübungen für 15-30 Minuten.

    Seit 11/11 übe ich, manchmal bin ich eingebrochen,
    aber ich beginne dann einfach wieder mit dem ersten Schritt.
    Denn darum geht es: Immer nur um diesen einen Schritt.

    Michi
    Geändert von 'Michi ( 3.08.2012 um 18:15 Uhr)

  7. #87
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 39

    AW: ADHS & Buddhismus & Trauma

    ja sicher hast du Recht mit der Achtsamkeit.... meine zentrale Erkenntnis war aber, dass die meisten meiner psychischen Probleme zu einem größeren Teil physischer Natur sind... letztlich bewirkt intensive Meditation über einen längeren Zeitraum ja nichts anderes als dass die Gehirnwellen positiv beeinflusst werden und das natürliche Gleichgewicht zwischen linker und rechter Gehirnhälfte wieder hergestellt wird, quasi wie ein "Reboot" beim PC....(etwas vereinfacht ausgedrückt ) ... und sobald dies geschehen ist, fallen viele der typischen Probleme, die man so als ADSler hat weg oder treten viel schwächer auf...

    das heißt natürlich nicht, dass man dadurch geheilt wird, da die problematischen Verhaltensweisen immer noch aktiv sind und solange die nicht beseitigt sind, nähert man sich mit der Zeit wieder dem Chaos, nachdem die Wirkung nachgelassen hat
    Geändert von tobilan ( 3.08.2012 um 19:47 Uhr)

  8. #88
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 382

    AW: ADHS & Buddhismus & Trauma

    Ist mal wieder furchtbar lang geworden... seufz.
    Hyperfokus.....

    Hallo!

    Das mit den Gehirnwellen und/oder dass bei der Meditation bestimmte Regionen bei Meditierenden aktiver sind
    als bei nicht Meditierenden bezieht sich auf Mönche, die schon 30 Jahre und länger meditieren.... und Stunden täglich.

    Ein oder zwei Retreats über mehrere Tage haben da keinerlei Auswirkungen.

    Ich war nach meinen ersten Tantraseminaren auch irgendwie neben mir.....
    esoterisch gesprochen voller Energie, aber auch irgendwie auf Wolke sieben....
    Tage später hatte ich erst das Gefühl, wieder "normal" zu sein.
    Ich kann deinen "Zustand" ein wenig nachvollziehen.

    Jedoch!
    Die physischen und psychischen Belastungen haben dazu geführt, dass dein Körper körpereigene
    Endorphine ausgeschüttet hat, damit du mit dieser besonderen Situation klar kommst.
    Das zeigt auch dein Heizen über die Insel.....danach.
    Du warst eher high, denn in meditativer, achtsamer Grundstimmung.
    Dann hättest du das nämlich nicht gemacht!!!!!

    Heilung
    Was verstehst du darunter?
    Ich möchte nicht geheilt werden!!!!!
    Ich bin nicht krank, ich bin nur anders.

    Zu anderen Zeiten war die ADHS-Wahrnehmungsstruktur etwas Besonderes.
    Und unter gewissen Umständen ist sie das heute noch.
    Der Hyperfolkus z.B., richtig kanalisiert und eingesetzt, kann zu Höchstleistungen führen,
    aber auch direkt ins Burn-out.
    Die gesellschaftlichen Strukturen geben uns keinen Halt mehr und/ oder sorgen für "von oben" verordnetete Ruhepausen.

    Noch vor vierzig Jahren, als ich ein Kind war, war AD(H)S bei uns (Deutschland) nicht wirklich ein Thema.
    Meine Lese-Schreibschwäche wurde zwar wahrgenommen, aber sie war nicht so ausgeprägt,
    als dass sie hätte "behandelt" werden müssen.
    Die Methode meiner Mutter war üben, üben, üben
    Wir waren nicht auffällig genug bzw. es gab von uns Auffälligen nicht zu viele.....
    Aber auch die Stinokinder waren nicht durch Reizüberflutung nicht so unkonzentriert
    oder allgemein undiszipliniert so wie heute.
    Wenn ich während des Unterrichts aufstand und ans Fenster ging,
    um impulsiv einer Beobachtung nachzugehen, dann sind nicht mehrere andere Kinder auch aufgestanden, sondern alle blieben sitzen.
    Die Disziplin der Klasse gab mir Halt und Struktur..... und ließ mich wahrnehmen, was ist.
    Ich stehe am Fenster und alle anderen sitzen!!!!!!

    Und natürlich bin ich immer wieder angeeckt, habe meine Verletzungen gesammelt
    Meine Wahrnehmungsstruktur machte mich sensibler und verletztlicher,
    aber auch draufgängerischer, mutiger und auch nicht sehr ausdauernd,
    außer ich hyperfokussierte....

    Anfang der 80er Jahre wurden die Auswirkungen des Fersehkonsums auf die Konzentrationsfähigkeit
    von Schülern in den USA in einer Studie beschrieben. Der Konzentrationszeitraum entsprach dem Rhythmus der Werbeunterbrechungen.
    Damals steckte in Deutschland das Privatfernsehen und Werbeunterbrechungen noch in den Kinderschuhen.

    So sehr ich mich bemühte, konnte ich nicht verhindern, dass mein Sohn m.E. viel zu früh
    mit Fernsehen, Computerspielen usw. in Kontakt kam.
    Er war und ist dieser immensen Reizüberflutung ausgesetzt, die es in meiner Kindheit nicht gab.

    Ich kann die Gesellschaft nicht verändern, aber ich kann versuchen, meinen Weg darin zu finden,
    indem ich achtsam mit dem umgehe, was mir begegnet.

    MPH hilft mir, dass ich mich besser konzentrieren kann.
    Sozusagen habe ich jetzt funktionsfähigere Hardware, wenn auch nur für ein paar Stunden,
    aber die Programme laufen immer noch so ab, wie sie programmiert wurden.
    Und ich kenne diese Unterprogramme gar nicht....
    Diese wurden von meiner Software selbst geschrieben, da sie ja intelligent ist.

    Es gibt aber ein besonderes Programm, eine Art Revisionsprogramm, das um so häufiger es
    aktiviert wird, immer schneller abläuft und sich irgendwann sogar von selbst? aktiviert.
    Dieses Programm ist dazu da, die unbekannten Unterprogramme aufzuspüren und zu erkennen,
    die vom Securityprogramm geschrieben wurden, wenn sie sich wieder eingeschaltet haben oder
    irgendwann sogar, bevor sie sich einschalten.
    Dadurch können diese Unterprogramme identifiziert und auf weitere Verwendung untersucht werden.
    Und je nach dem in Quarantäne geschickt werden oder nicht.
    Oder eventuell umgeschrieben oder auch abgeändert werden.

    Dieses Programm heißt Achtsamkeitspraxis, durch Aktivierung schreibt es sich immer wieder neu
    und wird dadurch immer ausgefeilter und komplexer.....
    MPH macht die Installationspraxis erheblich einfacher....

    Ein Retrat ist mitnichten ein Reboot, gerade im Gegenteil!
    Ich würde es eher als Defragmentierungsprozeß bezeichnen.
    Hinterher ist der Arbeitsspeicher aufgeräumt.......
    Dabei geht aber auf keinen Fall etwas verloren.....

    In einem Retreat geht es aber auch um die Möglichkeit, die Essenz wahrzunehmen,
    was es bedeutet, wenn sich Software und Hardware miteinander verbinden....
    Diese Verbundenheit spüren, entdecken, wahrnehmen, er-leben!!!!!

    Dieses Erleben stärkt und untermauert mein alltägliches Achtsamkeit-üben.

    Und dieses Schreiben hier.... es erinnert mich an das, was ich weiß.
    Morgen setze ich mich wieder hin!!!!

    Achtsames schnelles Gehen mache ich am liebsten.
    Die letzten Tage war es einfach zu heiß und....
    Bin mal wieder mehrere Tage eingebrochen...
    und habe nicht geübt.


    Michi


    p.s.
    Was meinst du damit genau, dass der größte Teil deiner psychischen Probleme
    physischer Natur sind?
    Physisch..... physiologisch im Sinne von Neurotransmitterungleichgewich t?
    oder mangelnde Wahrnehmung des eigenen Körpers?

    Z.B. Hunger, der sich in einer leichten Gereiztheit zeigt...
    Gereiztheit würde als psychisch angesehen, aber die Ursache ist körperlicher Natur...Hunger
    Für mich liegt das "Problem" aber in der mangelnden Wahrnehmung des Hungers und/oder
    dass die Gereiztheit von der Nichterfüllung des Bedürfnisses nach Nahrungsaufnahme herrührt.

    Meine zentrale Erkenntnis ist/war, dass Körper und Geist eine Einheit bilden.
    Dass Getrenntheit das "Problem" ist.
    Der Geist ist ein großer Diktator....
    Wir hören dem Körper doch gar nicht mehr zu.
    Und darin liegt meist das Problem und nicht am Körper selbst.
    Geändert von 'Michi ( 4.08.2012 um 00:00 Uhr)

  9. #89
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 39

    AW: ADHS & Buddhismus & Trauma

    'Michi schreibt:




    Jedoch!
    Die physischen und psychischen Belastungen haben dazu geführt, dass dein Körper körpereigene
    Endorphine ausgeschüttet hat, damit du mit dieser besonderen Situation klar kommst.
    Das zeigt auch dein Heizen über die Insel.....danach.
    Du warst eher high, denn in meditativer, achtsamer Grundstimmung.
    Dann hättest du das nämlich nicht gemacht!!!!!
    nun, ich bin ja nicht 3 Monate durch die Gegend geheizt, die euphorische Phase ist ja relativ schnell wieder vorbei.... ich bin 1 Woche nach dem 2. Retreat wieder nach Hause gefahren und dort habe ich wie gesagt noch ca. 3 Monate täglich meditiert, einmal morgens und einmal abends vor dem Schlafen
    ...um positive Effekte des Meditierens zu erfahren, muss man dies ja nicht 30 Jahre lang machen, es sei denn man möchte ins Nirvana übertreten ... jeder positive Effekt kann aber nur aus einer physiologischen Veränderung im Gehirn resultieren, da man ja quasi die ganze Zeit weder denkt noch spricht

    Im Anapanasati-Sutta, welches ich dort gelernt habe, gibt es 10 Stufen der Meditation und bereits ab der 3. Stufe, die man nach 5 bis 6 Tagen intensiven Übens erreichen kann, profitiert man von den positiven Effekten der Meditation... dazu gehört vor allem das mühelose Halten der Konzentration und die Kontrolle über deinen Geist ...aus der Perspektive eines ADSlers ist das schon was Tolles... daneben habe ich eine allgemeine Schärfung der Sinne bemerkt, besonders des Geschmackssinns... mein plötzliches Interesse für vegetarisches Essen war wohl eher eine soziale Überreaktion... während dieser Zeit war es mir auch unmöglich mich über etwas zu ärgern... .... ich habe irgendwo noch Notizen von dieser Zeit, die muss ich mal rauskramen , wenn ich nur wüsste wo die sind

    ich habe noch nie MPH genommen, meine Diagnosetermin habe ich erst in 14 Tagen, daher kann ich es nicht vergleichen

    Defragementierung, Reboot oder Reset? da bin ich jetzt überfragt... fühlt sich mein PC nicht wie neugeboren, wenn er neu gestartet wird? ...
    Geändert von tobilan ( 4.08.2012 um 00:31 Uhr)

  10. #90
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 15

    AW: ADHS & Buddhismus & Trauma

    'Michi schreibt:
    Meine zentrale Erkenntnis ist/war, dass Körper und Geist eine Einheit bilden.
    Dass Getrenntheit das "Problem" ist.
    Der Geist ist ein großer Diktator....
    Wir hören dem Körper doch gar nicht mehr zu.
    Und darin liegt meist das Problem und nicht am Körper selbst.
    Hallo uns sorry wenn ich hier so rein platze. Ich habe hier gerade ein bisschen in den Thread rein gelesen, da ich genau die Erfahrung gemacht habe.

    Wenn ich meditiert habe, hatte ich das Gefühl der Geist ist wieder eine zeitlang bei meinem Körper. Ansonsten fühle ich mich die meiste Zeit eher frei flottierend :-(
    Das war ein sehr schönes Gefühl, fühlte sich "runder"an "mehr ganz".

    Ich habe ja über einen längeren Zeitraum Shine praktiziert und Achtsames Gehen. Ich war auch auf einem tollen Vortrag von Thich Nhat Hanh. Ich habe auch viel gelesen über Achsamkeit im Zusammenhang mit Depression/Trauma. Ich habe mir jetzt sogar das Buch von Mla & John Kabat Zinn geholt "Mit Kindern wachsen" :-) weil ich so etwas andere Vorstellungen habe wie man die Beziehung zu einem Kind gestaltet als andere, die ich kenne...

    Aber ich verfalle immer wieder in alte Verhaltensmuster und "leiden". Der Bauch hats begriffen, der Kopf wehrt sich noch???

    LG,
    tsunami01

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