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Diskutiere im Thema ADHS & Buddhismus & Trauma im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #61
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.149

    AW: ADHS & Buddhismus & Trauma

    Eiselein schreibt:
    Kleiner Zwischenruf:

    Einige hier (Teevorian, Waldsteine u.a.) scheinen das einfache Problem zu haben, Buddhismus mit dem zu verwechseln, was hierzulande unter diesem Namen alles geboten wird. Was zu 99,99 Prozent totaler Schwachsinn ist.
    Widerspruch Eiselein! Offenbar bin ich eine echte ADHSlerin! Ich habe ein ständiges Kommunikationsproblem . Leider hat mich genau dies so erschreckt an den Erfahrungen, die ich in solchen buddhistischen Kreisen gemacht habe. Zumindest erschien es mir immer so, dass ich zu den Sesshins gehe, um mich zu erleben bzw. mir zu begegnen. Schön an den Sesshins ist immer, dass ich alles andere abgeben kann und damit die Möglichkeit habe, mich etwas leichter auf mich selbst zu besinnen.

    Eiselein schreibt:
    Die meisten Leute, die in solche Sessions und Seminare einsteigen suchen nicht sich selber, sondern andere, meistens deshalb, weil sie sich einsam fühlen und sich in einer wie auch immer gearteten spirituellen Gemeinschaft weniger einsam vorkommen. Da darf dann ordentlich geschwubbelt werden. Auf diese Weise wird eine Weltreligion auf das Niveau einer Sektenkultur herabgestuft.
    Volle Zustimmung! Komisch, ich dachte, so hätte ich meine Kritik auch dargestellt. Genau dies war meine Erfahrung mit dem Inter-Sein-Orden bzw. den Schülern von Thich Nhât Hanh und leider auch mit anderen Linien des Buddhismus. Was ich übrigens immer sehr schade fand! Leider sind viele Sanghas durchdrungen von der Idee, sie könnten die Welt besser machen. Entspricht leider nicht meinen Wünschen, ich will eigentlich nur die eigene Welt besser machen - da grüßt mich auch Herr Watzlawick.

    Eiselein schreibt:
    Der wirkliche Buddhismus basiert auf der durch Meditation gewonnenen Selbsterkenntnis (oder Bewusstheit), also einer Konfrontation mit dem Selbst (nach Schopenhauer, der sich vom Buddhismus sehr inspirieren ließ, ist das Selbst, dasjenige was in uns WILL).
    Volle Zustimmung!

    Eiselein schreibt:
    Die meisten dieser Seminaristen und Sessionbesucher wollen sich aber nicht mit sich selbst konfrontieren, sondern im Gegenteil vor sich selber flüchten. Ihr Selbst sozusagen gleich loswerden.
    Zustimmung: Ich muss mein Selbst erst annehmen, um es loslassen zu können! Ich muss es erst erkennen! Solange es nebulös irgendwo in mir wabert, ist es mir nicht bewusst und kann deshalb auch nicht losgelassen werden. Na ja die Weisheitslehrer sprechen ja deshalb vom Ego, das es loszuwerden gilt.

    Eiselein schreibt:
    Selbstlosigkeit ist zwar auch das Ziel des Erleuchteten. Nur versteht er dieses Wort anders, als diese bloßen Konsumenten des Buddhismus. Also als Willenslosigkeit und nicht einer eher christlichen Tradition folgend als Agape. Selbstlosigkeit gibt es auch nicht sofort, sondern als Ergebnis jahrelanger, stufenweise fortschreitender Erkenntnis, gewonnen in langjähriger Übung und Meditation.
    Die einer ständigen und täglichen Erneuerung bedarf - vielleicht auch einer Bewusstheit, die immer wieder aufgerufen werden muss. Allzu leicht verschwindet sie wieder, geht im täglichen Rauschen unter! Dann schlägt das Karma heftig zu, weil wir nicht in der Gegenwart sind holt uns die Vergangenheit ein und schafft damit wieder Zukunft.

    Eiselein schreibt:
    Wer in die so genannte buddhistische Szene eintauchen will, damit er sich weniger einsam fühlen muss, hat schon die Grundbedingungen des Buddhismus missverstanden, der in seiner Konsequenz einer ERZIEHUNG ZUR EINSAMKEIT gleich kommt.
    Die andere Seite dieser Medaille ist die Freiheit - Freiheit wird immer auch mit einem Stück Einsamkeit bezahlt. Vgl. hierzu "Erich Fromm" und seine Auslassungen zur Furcht vor der Freiheit usw. Fromm war übrigens überzeugt, dass Meditation ein guter Weg zur Freiheit ist. Er praktizierte sie selbst ziemlich konsequent.

    Mir ist jedenfalls noch keine Weisheitslehre begegnet (dazu zähle ich auch die großen Religionen), die in der Quintessenz etwas Anderes lehrt. Es läuft immer darauf hinaus "Lieben was ist" oder in einem Wort "Agape".

    Eiselein schreibt:
    Ein Buddhist einer fortgeschritteneren Stufe würde den Begriff "Einsamkeit" niemals negativ bewerten, sondern die Fähigkeit hierzu als einen wesentlichen Grund der alltäglichen Religionsausübung voraussetzen, der Meditation, also der Konfrontation mit dem Selbst, die immer in Stille und Einsamkeit besteht und mit der Evozierung von irgendwelchen Gemeinschaftsgefühlen, mit dem diese so genannt buddhistischen Gruppen, Gemeinschaften, Grüppchen und Sekten arbeiten, nichts zu tun hat.
    Jepp, es geht darum, den Menschen einen Rahmen zu geben in dem sie ihrem Selbst begegnen können. Wer sich nicht um das Alltagsrauschen kümmern muss, der kann schlecht vor sich selbst fliehen und sich in Nebenaktivitäten verlieren!

    Aber. leider ist der Buddhismus in der westlichen Welt sehr stark in die Richtung Sektentum abgedriftet. Und leider verspricht er oft genug, dass eine Befreiung vom Trauma (als Sinnbild der Wiedergeburt) möglich ist. Da wird es mitunter schwierig - leider kommt es oft zu Zuständen, die nicht so leicht zu verarbeiten sind und die der Hilfe bedürfen. Deshalb erleben so manche der Übenden eine unglaubliche Ohnmacht, weil sie es nicht näherungsweise hinkriegen und sich selbst die Schuld daran geben.

    Das wäre das eigentliche Dilemma der ADHSler - die meisten haben ja diverse Übungsversuche hinter sich. Vergleiche die Bücher von "Simchen", sie zeigt sehr schön auf, dass mit wachsender Intelligenz die Übungen und die Selbsterziehungsversuche immer mehr intensiviert werden. Nur leider klappt es nicht und Frust und Resignation wachsen sich zu mächtigen Krisen aus.

    Eigentlich setzt meine Kritik nur an diesem Punkt an. Da sehe ich mich auch in guter Übereinstimmung mit dem Dalai Lama. Dieser betont es immer wieder, dass es besser ist, sein Bewusstsein (oder seine Spiritualität) im Rahmen der eigenen Kultur zu entwickeln.

    In der allgemeinen Lesart sind mittlerweile viele buddhistische Übungselemente in die Traumatherapie aufgenommen. Aber der buddhistische Übungsweg allein ist manchmal nicht ausreichend für eine Traumaverarbeitung bzw. Traumatherapie. Und dann kann ein "Zuviel" schnell in die gegenteilige Wirkung umschlagen!

    Hmmm, ich dachte bisher, dies wäre der Kernpunkt dieses Threads. Dass es um Buddhismus geht, war mir nicht so ganz klar.

    Waldsteinie

  2. #62
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 382

    AW: ADHS & Buddhismus & Trauma

    @ Eiselein

    Was du so über Frauen geschrieben hast, haben mir die Haare zu Berge stehen lassen.
    Deine Discourse über Dissoziation.... haben mich überfordert,
    aber ich danke dir sehr herzlich für die beiden Beiträge.

    Sie sind kurz und prägnant, wie ich es nicht zustande gebracht hätte.

    Und ja, ich empfinde es genauso!!!!!!

    Den "Normalos" musste der Zen - Lehrer es immer wieder auf andere Weise erklären,
    ich habe es sofort verstanden!!!!!
    Und ich habe nicht verstanden, was daran "so" schwer zu verstehen war.
    Jetzt schon. Danke.

    Für mich ist "Das Herz von Buddhas Lehre" von Thich Nhat Hanh eine Offenbarung.
    Dort habe ich mich nach C. Neuhaus nicht nur verstanden gefühlt. Sondern

    Angenommen.
    Ich darf so sein wie ich bin.
    Ich bin recht, nicht richtig oder falsch.
    Ich muss nicht erst etwas verändern, um richtig zu werden.
    Die buddhistische Psychologie ist voller Verständnis und hat eine Antwort für uns AD(H)Sler
    wie sonst keine westliche Psychologie.

    Nicht MPH hat mein Leben verändert, sondern dass ich mich lieben lernen darf.
    MPH hilft mir, mich besser zu konzentrieren, aber das ändert nicht wirklich etwas...
    Es verbessert meine Voraussetzungen in dieser Gesellschaft, in dieser Zeit.

    Der Buddismus lehnt keine Ziele ab,
    oder sich zu engagieren für etwas
    oder Lösungen für Probleme zu suchen.

    Sondern es geht um das WIE !
    Wie ich mit den Herausforderungen umgehe.
    Wie ich mit Problemen umgehe.
    Vor allem wie ich in Beziehung trete zu allem und allen.

    Warum ist das eine eine Herausforderung und das andere nicht?
    Warum ist das eine ein Problem und das andere nicht?

    Die Antwort liegt in mir und wie ich in Beziehung trete
    Warum ist nicht jeder Tag mit MPH gleich?
    Warum komme ich an manchen Tagen so gar nicht klar,
    obwohl ich MPH eingenommen habe....
    und manchmal packe ich den Tag auch ohne MPH....

    Als ich Thich Nhat Hanhs Buch las, verstand ich wirklich, wo mein "Problem" ist meins bzgl. der Welt.
    Eiselein hat es in seinem ersten Beitrag hervorragend ausgedrückt.
    Was wir sehen und was die Normalos sehen und verstehen!!!!!

    Die Übung des offenen Gewahrseins ist mir am liebsten, denn das ist es, was ja bei mir so wie so da ist.
    Alles kommt zu mir, ich brauche nichts herbeizurufen, aber durch die Praxis, durch das Üben
    des Einsgerichtetseins, des Fokussierens und dann wieder Loslassens bin ich immer öfter in der Lage,
    das offene Gewahrsein zu praktizieren ohne zu sehr anzuhaften.....
    bzw. mir des Anhaftens bewusst zu werden.
    Ich glaube, dass unsere Wahrnehmungsstruktur recht ist!!!!
    Auch darum geht es,
    dass wir uns annehmen wie wir sind, uns nicht selbst verdammen,
    bzw. unser AD(H)S
    Wir sind unser AD(H)S!!!!!

    Wie auch immer.....
    Da ist ein Unterschied
    zwischen Lehre und Religion.

    Die christliche Lehre ist das eine, die Religion ist das andere.
    Die buddistische Lehre ist das eine, die Religion ist das andere.
    Das habe ich schon sehr früh mit dem Herzen gewusst, aber nicht verstanden.

    Was bedeutet mit dem Herzen verstehen?
    Wenn du keine intellektuellen Beweise mehr brauchst,
    wenn du es einfach weisst,
    es tief im Inneren spürst,
    dass es "so" recht ist.
    Wenn du keine Zweifel mehr hast.

    Ich weiß jetzt, dass ich recht bin!

    Keine Zweifel mehr haben, bedeutet aber nicht
    eine allgemeingültige, unumstößliche Antwort gefunden zu haben,
    sondern nur meine eigene.
    Und möglicherweise kann diese sich morgen wieder ändern.

    Ein Witz:
    Gott und der Teufel sitzen zusammen,
    als ein Mensch gerade eine spirituelle tiefe Erfahrung macht.
    Gott sagt: Schau, da ist einer. Der gehört mir.
    "Nein, nein," sagt da der Teufel, "warte erst mal ab, er macht sicher eine Religion draus."

    Es geht um die Konzepte, die Menschen immer wieder errichten,
    um Sicherheit und Kontrolle zu gewinnen,
    um das, was sich bewährt hat, jederzeit wiederholen zu können.
    Weil sie nicht wahrhaben wollen, dass das, was passiert ist, vorbei ist,
    nie mehr wiederholbar, nur immer wieder neu und auf diese Weise anders erlebbar ist.

    Ein Zen Lehrer hat gelehrt: "Wenn du Buddha findest, dann töte ihn."

    Damit ist genau diese Suche nach Konzepten, nach Widerholbarem, nach Sicherheit und Kontrolle,
    nach..... gemeint.
    Denn wenn du glaubst, den Pfad gefunden zu haben, hast du ihn verloren.

    Wenn du weisst, was richtig für dich ist, deine innere Führerin gefunden hast,
    dann ist das "rechte" Führung.... oder hebräisch ausgedrückt zadiq, was als gerecht übersetzt wird.

    Dann ist das diese spirituelle Erfahrung,
    aber wenn du alle Menschen auf der Welt daran misst,
    und versuchst sie von deinem Pfad zu überzeugen, zu überreden oder sie sogar zu zwingen,
    dann ist das nicht mehr recht.

    Zu wissen wie etwas richtig ist, macht es noch nicht zu einer rechten Sache oder zu einem rechten Handeln,
    erst wenn du dieses "RIchtig" auch lebst, dann wird es zu recht.

    Ich weiß wie vieles richtig wäre, aber ich kann es selbst nicht tun.
    Zu versuchen es z.B. meinem Sohn beizubringen, klappt nicht,
    er wird es nicht tun (wollen)....
    Zum Lehren braucht es einen rechten Lehrer, keinen richtigen.
    Und so gibt es sehr wohl
    Rechte Anschauung
    Rechtes Denken
    Rechte Achtsamkeit
    Rechte Rede
    Rechtes Handeln
    Rechte Anstrengung
    Rechte Sammlung
    Rechter Lebenserwerb

    Richtig wird zu recht, indem ich es selbst tue, selbst empfinde, wahrnehme,
    ob es heilsam ist oder nicht.
    Und dann stellt sich die Frage nach richtig oder falsch nicht mehr.

    Es ist nicht so, dass ich nicht auch Zottis Fragen und Zweifel und Argumente und.....
    gehabt hätte und immer noch habe....
    immer wieder
    immer wieder neu

    Auch an meine Religion,
    die ich lange Zeit mir der christlichen Lehre verwechselte.....
    Die buddhistische Lehre half mir den Unterschied zur Religion zu erkennen.

    Und unser Geist ist ein unterscheidender Geist.....
    unterscheiden, beurteilen, urteilen ist nicht falsch oder richtig.
    der Geist ist wie er ist,
    aber was ich daraus mache, welche Schlußfolgerungen ich daraus ziehe,
    wie ich ihn anwende oder es empfinde.
    Oder mit welcher inneren Haltung ich allem begegne,

    ist heilsam oder unheilsam.

    Einfaches Beispiel:
    Im Winter ist es kalt.
    Ist Kälte jetzt heilsam oder unheilsam?
    Kommt immer auf die Umstände an....
    Wenn ich etwas Warmes anzuziehe und einen Winterspaziergang mache ,
    kann Kälte sehr wohl heilsam sein für Körper und Geist, sehr erfrischend,
    aber wenn ich zu leicht bekleidet spazieren gehe,
    wird die Kälte mich krank machen,
    unheilsam sein

    Aber nichts ist an sich heilsam oder unheilsam,
    sondern vereint beides in sich.


    Schließlich:

    In Gemeinsschaft üben ist "einfacher" als allein.
    Auch wenn jeder für sich übt, wird er von der Gemeinsschaft getragen.

    (Gemeinsam) mit sich selbst allein sein.....und doch mit allen(m) verbunden sein.

    Das kann nicht beschrieben, das kann nur erlebt werden.

    Michi

  3. #63
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 382

    AW: ADHS & Buddhismus & Trauma

    ......eine Weltreligion auf das Niveau einer Sektenkultur herabgestuft.

    Volle Zustimmung! Komisch, ich dachte, so hätte ich meine Kritik auch dargestellt. Genau dies war meine Erfahrung mit dem Inter-Sein-Orden bzw. den Schülern von Thich Nhât Hanh und leider auch mit anderen Linien des Buddhismus.
    Was ich übrigens immer sehr schade fand! Leider sind viele Sanghas durchdrungen von der Idee, sie könnten die Welt besser machen. Entspricht leider nicht meinen Wünschen, ich will eigentlich nur die eigene Welt besser machen - da grüßt mich auch Herr Watzlawick.



    @ waldsteinie

    Die östliche Weisheit und meiner Meinung nach auch die christliche..... alle Weisheitslehren
    sprechen vom Verbundensein mit allem, was ist.

    Wenn du also deine eigene Welt "besser" machst, dann machst du auch die Welt "besser".
    Was auch immer besser machen bedeutet....

    Wenn ich mir meiner Selbst bewusst(er) werde/bin, tiefer schauen lerne, dann werde/bin ich mir auch der Welt bewusst(er)....
    Wenn ich mir mehr Verständnis entgegenbringen lerne, werde ich auch der Welt mehr Verständnis entgegenbringen...
    Usw.

    Der einzelne steht für das Ganze.
    Das Ganze für den einzelnen.

    Und Intersein.... bedeutet für mich das Wahrnehmen und mit dem Herzen wissen und verstehen,
    dass wir alle miteinander verbunden sind, eins sind.

    Was wir uns selbst (an)tun, tun wir allen(m) an.
    Und was wir anderen (an)tun, das tun wir uns (an).

    Ich habe noch nie Kontakt gehabt zu Schülern oder SchülerInnen von Thich Nhath Hanh,
    aber als ich die Homepage besuchte von Waldbröl,
    hatte ich das Gefühl von Massenveranstaltung....
    da würde ich mich nicht wohl fühlen.... vielleicht.

    Ich weiss nicht
    und doch würde ich gerne mal dorthin gehen,
    weil da Sehnsucht ist in mir....
    nach einer Gemeinschaft ...

    Da gibt es den einen oder anderen Kurs, der mich interessiert hätte,
    aber wie schon gesagt....
    Irgendetwas hält mich ab

    und ich vertraue meiner inneren Führerin.

    Ich folge auf meine Weise dem achtsamen Pfad
    und nehme mein Kreuz auf mich ....

    Michi

  4. #64
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 266

    AW: ADHS & Buddhismus & Trauma

    the-p schreibt:
    Vorallem im Buddhismus bin ich fündig geworden, ohne dabei im Eck zu sitzen und "om" zu machen



    hat Jemand ähnliche Erfahrungen, oder hab ich jetzt den totalen hau weg?

    chaotischen gruß
    Ich habe dann auf jeden Fall auch einen Hau weg...ich bin seit vielen Jahren Buddhismus-Interessierte und praktiiziere seit ein paar Jahren regelmäßig.

    Für mich zählt schon der umfassende Ansatz, also die komplette buddhistische Philosophie und Meditation ein EIN möglicher Weg Achtsamkeit zu praktikzieren. Dass es - nebenbei - noch eine positive Auswirkung auf meine innere Ruhe hat, ist sehr positiv, aber nicht das was ich ursächlich anstrebe. Ich mache auch schon mal OMMMMM

    Gelassenheit durch Achtsamkeit finde ich für mich und alle mit denen ich in Kontakt komme schon sehr hilfreich. Also sich bewusst machen, dass man hier und jetzt lebt und dass man zwar seine Gedanken nicht zwanghaft beieinflussen kann, aber wenn man im jetzt bleibt, muss man sie auch nicht überbewerten. Solche Dinge. Leid ist auch Bewertung von Leid. Das Auf- und Ab kann ich nicht verhindert, wohl aber wie ich es bewerte, bzw. nicht bewerte. Zum Buddhismus gehört natürlich viel mehr.

    Es gibt eine Therapierichtung die sich daran orientiert, völlig ohne den spirituellen Ansatz: ACT - Azeptanz- und Commitment Therapie. Die auch gerade im ADHS Bereich eingesetzt wird (auch bei Borderline usw.. ). Eine interessanter wissenschaftlicher Ansazt - man kann im Netz viel darüber finden.

    Ein gutes Einsteigerbuch (wirklich nur Einstieg) ist: Wer dem Glück hinterherrennt, läuft daran vorbei. Der Mit- Autor, Russ Harris ist einer der führenden ACT Autoren /Therapeuten.

    Das ist, wie gesagt, eine Achtsamkeitsbasierende Therapie (sehr sehr vereinfacht ausgedrückt ) ohne spirituellen Ansatz, mit Anleihen aus der buddhistischen Philosophie.

  5. #65
    Zotti

    Gast

    AW: ADHS & Buddhismus & Trauma

    Also die Texte in diesm Thread sind mir zu lang, die schaffe ich nicht zu lesen und
    ich will sie im Moment auch nicht lesen. Mir geht es irgendwie dabei schlecht oder bekomme
    ein ungutes Gefühl oder was weiß ich. Ja ja, was hab ich da für Blockaden, doch die
    will ich jetzt nicht lösen.

    Ich kenne viele Atheisten, Heiden oder wie die sich so nennen, daß sind sehr nette
    Menschen, mir ist am wichtigsten die Wahrheit, die Ehrlichkeit und das Mitgefühl
    und Verständnis, das Verstehen können mir ist egal wer was für einen Glauben hat,
    Hauptsache etwas locker und keine strengen Regeln oder Verbote.

    Nur was ich gar nicht mag sind die Nazis. Die machen nämlich morgen hier eine Kundgebung.

    Na ja, bis dann mal. Gruß Zotti

  6. #66
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 26

    AW: ADHS & Buddhismus & Trauma

    Smile schreibt:
    .. um dann den menschen mit diesen dingen alleine zu lassen.... ist gemeingefährlich!..... viele sind in ihrem "idiologie-ding" so drinn, dass sie die objektivität verlieren um das normale zu erkennen... daher glaube ist nicht wissen.... und wenn man nicht weiss, bleibt nur der glaube.... ich fühle mich beim bewiesenem wissen besser aufgehoben als im glaube (anderer)....
    Hey Smile

    In dem ganzen thread hier
    .. ist das die erste wirklich weise aussage. Ich finde du hast mit einer natuerlichkeit und intuitiven Sichtweise etwas gesagt, dass echt wichtig ist.

    Danke

  7. #67
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 26

    AW: ADHS & Buddhismus & Trauma

    Also ich finde wie gesagt all das loslassen keine ziele mehr haben und so total lebensfeindlich.

    Auch ich war einst schillernder anhaenger einer solchen Ideologie. Aber ich habe nun mal wuensche und ziele und ich will nicht einsam sein.
    Das will aber der Buddhismus von mir.

    Ich mein der Trick ist natürlich das der Buddhismus einfach sagt das man freier und gluecklicher ist wenn man nicht abhaengig von Genuss Geltung materiellem Wohlstand und gesellschaft ist.
    Dann wäre man frei. Dann findet man noch sich selbst und erkennt das an einfach nur Exemplar ist, eine verdinglichte Sammlung von mustern.

    So weit so gut. Was am b. nicht stimmt ist die Geschichte mit dem karma und dem daseinskreislauf, und die aussage das glueck (wahres glueck!) und leiden sich ausschliessen.

    Ausserdem habe ich zweifel an dem glücksbegriff:
    Es wird häufig wie folgt argumentiert:
    Wenn man eine Kugel von seinem lieblingseis isst hat man Genuss. Aber dieser Genuss sei kein Glück. Denn 1. geht der Genuss vorbei also ist nur von kurzer zeit und dann brauch ich wieder Nachschub.
    Und 2. wird der Genuss immer weniger und weniger je mehr ich von dem Eis esse.


    Diese Argumentation ist auf sehr vielen ebenen nicht schlüssig, ich glaube eine kette von genuss und genusdentzug macht gluecklicher als die askese

    Ausserdem glaube ich, das Genuss ein wichtiger Bestandteil des Lebens und des gluecks ist

    Ich habe dies in einem Kloster mal angesprochen und mir wurde gesagt das das an haften an Genuss zu Leid führt.

    Ich bin nicht bereit einem Pfad zu folgen der mir Genuss indirekt oder direkt mies macht.

    Und die Geschichte mit dem nicht an haften ist mir auch auf mehreren ebenen suspekt, z.B. ist fuer mich das entbehrliche beschreiten des buddhistischen Pfades ein klarer Ausdruck von Anhaftung.

    Eiselein schreibt:
    Kleiner Zwischenruf:

    Einige hier (Teevorian, Waldsteine u.a.) scheinen das einfache Problem zu haben, Buddhismus mit dem zu verwechseln, was hierzulande unter diesem Namen alles geboten wird. Was zu 99,99 Prozent totaler Schwachsinn ist.

    Falsch. Der hierzulande gelehrte B. Ist Nicht worauf ich mich beziehe. Das was ich an spreche ist nicht das weichgewaschene Esoterik Gelaber sondern echter Buddhismus und trifft auf viele buddhistische schulen zu.

  8. #68
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 266

    AW: ADHS & Buddhismus & Trauma

    Alle die hier am Buddhismus zweifeln sind vielleicht näher am Buddhismus als jene die alles sehr verteidigen

    Buddhismus ist keine Religion. Der Buddha war ein Mensch und hat nie etwas anderes behauptet. Er hat niemals seine Ideen und Inspirationen als reine und allein gültige Wahrheit dargestellt.

    Er sagte sogar - glaube nie einfach etwas auch nicht das was ich sage. Prüfe es immer wieder.

    - erscheint es dir schlüssig
    - wer sagt es dir, erscheint dir die Person vertrauenswürdig
    - wie verhält sich die Person
    - und dann : ERFAHRE es
    - es gibt einen Unterschied zwischen glauben und erfahren
    - Glaube ist Unkenntis
    - Erfahrung ist Wissen

    Der Buddha selbst sagte, - nimm dir etwas von dem was ich sage und wende es an, es KANN ein möglich Weg aus dem Leid sein. Oder lass es, wenn es sich nicht richtig anfühlt für dich.

    Niemand der die Lehren Buddhas ablehnt wird in die Hölle verdammt - der findet eben woanders seinen eigenen Weg und der kann genau so richtig sein.
    Geändert von Junie (21.07.2012 um 23:21 Uhr) Grund: Buchstarben gedreht

  9. #69
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 1.742

    AW: ADHS & Buddhismus & Trauma

    Eiselein schreibt:
    Ein Buddhist einer fortgeschritteneren Stufe würde den Begriff "Einsamkeit" niemals negativ bewerten, sondern die Fähigkeit hierzu als einen wesentlichen Grund der alltäglichen Religionsausübung voraussetzen, der Meditation, also der Konfrontation mit dem Selbst, die immer in Stille und Einsamkeit besteht und mit der Evozierung von irgendwelchen Gemeinschaftsgefühlen, mit dem diese so genannt buddhistischen Gruppen, Gemeinschaften, Grüppchen und Sekten arbeiten, nichts zu tun hat.


    Ohne die Fähigkeit allein zu leben, verarmen wir zusehens;
    Wir haben nicht genug, um uns selbst zu nähren, und wir können auch anderen nicht viel geben.
    Darum ist es so wichtig zu lernen, das Alleinsein zu leben.
    Jeden Tag sollten wir etwas Zeit dem Alleinsein zu widmen, denn dann ist es leichter, gut für sich zu sorgen und tief zu schauen
    Thich Nhat Hanh


    an sich ist dem nichts mehr hinzuzufügen....

    LG
    Erika

  10. #70
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 26

    AW: ADHS & Buddhismus & Trauma

    Ich habe z.B. "Der bessere Weg allein zu leben" gelesen und ich denke das alles was dort gelehrt wird in die falsche richtung zielt.

    Ich sage um sich selbst zu finden braucht man beides still Einsamkeit und rege Geselligkeit.
    Das ich entsteht unter anderem als soziales Konstrukt durch Abgrenzung zu anderen.

    Meine Religion: der stete wandel und der rhytmus mit dem sich die gegensaetze fast periodisch abwechseln. Dabei stehen Informationsfuelle und informationslehre an allgemeinster stelle. Dabei gilt, dass nie ein einziges extrem erreicht wird, z.b. Existenz und nichtexistenz sondern immer eine Mischung vorhanden ist. Allerdings sind auch diese mischverhaeltnisse dem periodischen Wandel unterworfen, mal halb halb mal fast nur das eine.
    Natürlich sind auch der rhytmus und der stete Wandel stetem Wandel unterzogen. Man daraus ableiten das alles mal mehr mal weniger vor sich hinwabert, und von urkall zu urknall mal weniger und mal mehr existiert.

    Warum schreib ich das? Ich habe versucht eine Art religiöse Mystik zu basteln, die eine glaubhafte Erklärung der Welt liefert und moralisches werten beguenstigt.

    Doch was ich konstruiert habe ist nicht widerlegbar, und stellenweise einfach tautologisch wahr.

    Solche konsttukte sind wenig hilfreich, aber bilden oft die Grundlage fuer Religion. Im B. z.B. das Gesetz vom bedingten Entstehen, oder das Gesetz der Kausalität/Karma.

    Der Buddhismus verspricht das man aus dem leidvollen Da dein mit eigene Kraft ausbrechen kann. Wie auch beim Christentum wird Erlösung versprochen wenn man sich an ein einfaches System hält.

    Es tut mir lrid fuer alle dir das jetzt von mir und an dieser Stelle hören und nicht wahrhaben wollen:
    Es gibt kein Entkommen.

    Wir werden leiden.

    Und wir müssen uns irgendwann damit abfinden wer und was wir sind und was wir wollen.

    Da hilft leider auch kein Buddhismus und kein Christentum.

    Die einzige Rettung ist das fliegrnde Spagghet Monster.

    Dicke lange Nudeln, und reiche Sauce,
    Teevorian

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