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Diskutiere im Thema ADHS & Buddhismus & Trauma im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #51
    Zotti

    Gast

    AW: ADHS & Buddhismus & Trauma

    Also das hatte nichts mit Buddhismus zu tun bei dem Seminar in Berlin, das ist ein Indianer aus Amerika gewesen.
    Das Problem ist, daß man nicht einfach alle Leute aufnehmen kann, es müßte bei solchen Seminaren natürlich schon
    unter psychologischer oder ähnlicher Aufsicht sein oder ein Ansprechpartner zur Verfügung stehen.

    Das hat nichts mit dieser Psycho-Sekte Scien.... zu tun. Wie das funktionierte weiß ich nicht, es war durch die vielen
    Leute auch so eine Energie und teilweise war es ja auch toll, doch nach den drei Tagen stehts du plötzlich wieder im normalen
    Leben und da kannst du ja nicht einfach so weitermachen. Das hat eigentlich wie eine Droge gewirkt.

    Es gab auch Leute die dann erfolgreich waren mit ihren privaten Dingen, die waren dann aber auch irgendwie knallhart drauf
    und nicht mehr menschlich. Wie gesagt diese schamanischen oder indianischen Seminare waren im Jahre 1990 und es waren
    dann auch mehrere Aufbauseminare. Das ging bis zu einem dritten Seminar, ich habe alle mitgemacht, wollte damals einfach
    erleuchtet werden oder sowas. Na ja die Erleuchtung hatte ich dann, als ich am Ende des Jahres, ich habe alle drei Seminar
    in einem Jahr mitgemacht mein Konto überzogen hatte und einen Mann kennengelernt hatte, der dann privat nicht so spirituell war.
    Das würde aber jetzt zu weit führen darüber zu schreiben.

    Beim ersten Seminar waren an die 100 Leute, das war dann auch wie eine Massenhysterie. Es durfte auch auf keinen Fall etwas
    nach draußen getragen werden, du mußtest unterschreiben, das du dich verpflichtest, niemandem etwas zu erzählen, was da passiert
    ist und welche Übungen gemacht wurden.

    Das andere Seminar in Düsseldorf war was anderes, es ging über drei Tage, doch die Übungen könnte ich auch mit ein paar Leuten machen.
    Wechselweise setzt sich jeder mal mit jedem zusammen und man fragt sich oder dich Wer bin ich. Heute würde ich mich weigern sowas mitzumachen.

    Doch ich war ja eine Suchende und brauchte immer irgendein Vorbild oder einen Meister oder Meisterin.

    Heute brauche ich das zum Glück nicht mehr, ich bin kritisch und hinterfrage alles, mein Meister war dann das Leben mit den Zwillingen die ich
    alleine in Berlin großgezogen habe und da war dann von all den spirituellen Freunden und Freundinnen nichts mehr zu hören und zu sehen, Babys
    schreien ja und machen Krach und die Mutter ist gestreßt, das paßt nicht in das Bild vieler spiritueller Menschen (vielleicht könnte man auch sagen Männer, die meisten Gurus und die Leiter der Seminare waren Männer).

    Der typische Satz war dann immer: Das hast du dir so ausgesucht oder das ist Karma was du von früher abarbeiten mußt.

    Jetzt wird mir das zuviel und ich höre mal auf. Gegen meditieren und spritituelle Heilungen usw. habe ich nichts, nur gegen faule Ausreden,
    Geldmacherei und gespielte Nächstenliebe.

    Gruß Zotti


    P.S. Ach ja, ich sehe jetzt das Thema heißt Buddhismus und Trauma, ich dachte es geht allgemein um Spiritualität usw. Bin ich dann überhaupt hier richtig mit meinem Geschreibsel?
    Geändert von Zotti (14.07.2012 um 01:10 Uhr)

  2. #52
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.149

    AW: ADHS & Buddhismus & Trauma

    Na hier geht es ja mittlerweile hoch her

    Der Buddhismus wird von vielen seiner Anhänger (vor allem von denen, die ich ernst nehme) nicht als Religion angesehen, sondern als eine Schule zur Lebensgestaltung und zur Selbsterziehung. Somit ist er jetzt nicht wirklich so wahnsinnig weit weg vom Christentum.

    Ob ich von der "Sangha der Buddhisten" rede oder von der "Gemeinschaft der Gläubigen", für mich macht das nicht wirklich nen Unterschied. Letztendlich geht es darum, gemeinsam diesen Weg der Lebensgestaltung hinzukriegen und sich auch dabei zu unterstützen!

    Das Konzept von John Kabat Zinn halte ich persönlich für ein sehr gutes. Seine Anleitungen zum Body-Scan und zur Meditation sind praxisnah, leicht zu erlernen und auch in einen westlichen Alltag integrierbar! Auch seine Bücher haben mir sehr viel besser gefallen, als so manch anderes Schriftstück! Insbesondere die Anleitungen zum Body-Scan auf CD sind eine wertvolle Hilfe, wenn man Schwierigkeiten mit der Aurechterhaltung der Konzentration hat. Seine Übungen sind vergleichsweise kurz gehalten und der ganze mystische Karma-Überbau fällt weg!

    In der ganzen Buddhismus-Szene hab ich bisher nur selten jemanden erlebt, der seine Traumata durch buddhistische Übungen losgeworden ist. Dafür traf ich in solchen Kreisen schon ne ganze Menge Menschen, die tatsächlich einfach nur hart, unnahbar und mitunter auch eiskalt waren. Fand ich manchmal nicht wirklich prickelnd.

    John Kabat Zinn gibt auch Beispiele seines eigenen Verhaltens, als ihm die Achtsamkeit weg gerutscht ist und er sich hinterher ziemlich geärgert hat, welche "Mini-Schäden" er damit in seiner Umgebung angerichtet hat z.B. auch im Umgang mit seinen Kindern. Das passiert natürlich jedem mal, ist alles nur ne Frage des Maßes bzw. des Ausmaßes und erkennen kann man es nur, wenn man zur Selbstreflektion fähig ist.

    Übersetzt: In dem Moment war er nicht wirklich im Hier und Jetzt, sondern hat sein Verhalten von Stressgefühlen, irgendwo aus dem limbischen System, steuern lassen.

    Es ist aber tatsächlich schwierig, die Wirkungen der Meditation einzuschätzen und den "Suchenden" einen Halt und eine Hilfe zu geben! Und leider passiert es sehr häufig, dass Neulinge in der Meditation gar nicht mitkriegen, wie sie abdriften. Einfachstes und nicht problematisches Beispiel sind die Meditierenden, die ihre Atemzüge bis zehn zählen wollen und auf einmal bei hundert zu sich kommen! Die sind total abgedriftet und haben es ziemlich spät gemerkt. In den gesteuerten und teilweise strengen Ritualen ist das auch kein Problem - der Gong holt sie schon wieder zurück und der geschützte Raum erlaubt natürlich auch solch ein Abdriften.

    Fragt sich allerdings nur, wo die Konzentration war, während sie sich auf den Atem konzentrieren wollten , Im Hier und Jetzt war sie bestimmt nicht! Dies sind aber gefährliche psychische Zustände, die in meinem Verständnis verdammt hart an der Dissoziation sind, wenn es sich dabei nicht sogar um echte dissoziative Zustände handelt.

    Und genau diese Menschen kommen dann nicht klar, die zucken beim Gongschlag zusammen und erleben damit, dass sie nicht im Hier und Jetzt sind! Viele halten den Schreck aber für ein Zeichen besonderer Konzentration (die sind schlichtweg in Trance) Wird dann einfach weiter gemacht, kann es tatsächlich zu kritischen psychischen Zuständen kommen! Und das ist bei manchen Lehrern nicht witzig! Für solche "Abdrifter" schon gar nicht. Die sind so überflutet, dass sie gar nicht mehr wissen wovon und können das alles nicht mehr steuern.

    Die Lehren von Thich Nhat Hanh unterscheiden sich auch nicht von den anderen Lehren, er benutzt nur andere Worte und für manche Leute ist der Zugang einfacher! Gleichwohl haben sich bei seinen Anhängern auch schon reichlich sektenartige Strukturen herausgebildet.

    Bin selbst mal in einer "Nebenstelle" seines Ordens zum Retreat gewesen. Ich war total ahnungslos, insgesamt ziemlich überfordert und wollte ein paar Tage zur Ruhe und wieder ein bisschen zu mir selbst kommen. Hab nicht schlecht gestaunt, als ich da diverse Einweihungsrituale für Interessierte mitmachen sollte.

    1. Konnte ich damit rein gar nichts anfangen - gehörte ja dem Intersein-Orden nicht an und war mit den ganzen Gepflogenheiten nicht vertraut!
    2. Wusste überhaupt nicht worum es ging und warum da plötzlich der Meditationsablauf unterbrochen wurde - hab mir einen gelacht und mir das Ganze wie nen Film angesehen (aber bitte nicht weitersagen - petzen gilt nicht). Na ja und irgendwann war ich so schlau, dass ich vorher rausgekriegt hab, was da gleich wieder abläuft und bin dann gar nicht mehr im Dojo-erschienen.
    3. Besonders geschluckt hab ich, als ich vor dem Essen beten sollte, dass wir die Umwelt achten und alles tun, um den Klimawandel umzukehren und so ein Geschwurbel (man, ich bin Naturwissenchaftler und komme aus der Umweltbranche - mir sind die ganzen Diskussionen vertraut - und da will mich jemand zum magischen Umgang mit Naturkräften erziehen?!)
    4. in den Gesprächsrunden - die erinnerten mich immer an die Softies der Alternativzeiten- ging es zu wie in ner Gruppenaufarbeitung des Geschehens. Ich bin mehrfach fast eingeschlafen. Da sind mir bizarre Sachen passiert, die eigentlich auch komisch waren. Die Situationskomik hat nur keiner gemerkt. Hab leider zu spät kapiert, dass die meisten Leute gekommen waren, um ihre Probleme mit ihrer eigenen Sangha aufzuarbeiten. Die wollten ne Lebenshilfe, ne Struktur von der Leiterin und ein Coaching oder Tipps, wie die eigene Sangha für sie besser laufen könnte. Dumm gelaufen: Ich war, gelinde gesagt, ein bisschen entnervt.

    Trotzdem, die Tiefenentspannung war für mich einfach ein Hit! Hab alle möglichen Nebenaktivitäten mitgekriegt und konnte die unbeteiligt vorbei ziehen lassen! Gefiel mir ziemlich gut! In der Meditation war ich erfahren genug, um damit klar zu kommen. Die ganzen Hausarbeiten machten mir keine Probleme, ich war guter Dinge und hab mich dabei sogar wohl gefühlt - immer ein Lächeln auf den Lippen, ob der Aufgeregtheiten wie das mit der ökologischen Correctness nun zu laufen hat. In dem Sinne hab ich das Ziel des Retreats erreicht.

    Richtig Spaß hatte ich an der Gartenarbeit ! Da war ich so achtsam, dass ich überall Pflanzen entdeckte, die ich schon immer in unserem Garten haben wollte! Und die andere Frau bei der Gartenarbeit war sehr interessiert bezüglich der ökologischen Zusammenhänge - wir haben dann ne kleine Runde gedreht und uns einiges angesehen . Versteht sich von selbst, dass wir bei der Arbeit nicht geschwiegen haben und beide auch noch unseren Verstand und unsere Beobachtungsgabe ein wenig trainieren konnten.
    .
    Ich hab den Retreat mit ner klaren Ansage verlassen - die mehrfachen, täglichen, Reflektionsrunden haben mich nur noch genervt und das Psychogeschwurbel und die Mediationsangebote der Leiterin erst recht! Da war nix mit Trauma loswerden durch Meditation und Achtsamkeit - das war Gruppentherapie zur Traumaaufarbeitung und Veränderung der Umgebung, gepaart mit ein bisschen Meditation und Achtsamkeitsübungen!

    Aber die Teilnehmer, denen es darum ging, endlich ne spirituelle Heimat zu finden und Anerkennung für ihre Bemühungen, waren begeistert. Und nachdem sie ihre Einweihung erfahren hatten und ihnen die besondere Aufgabe der Weltverbesserung anvertraut war, machten sie sich auch gleich mit Hingabe an die Arbeit zur Rettung aller Lebewesen. Da war eine schon mal zehn Minuten damit beschäftigt, ne Fliege im Zimmer einzufangen und behutsam zurück in die Natur zu begleiten!

    Sie war sogar so achtsam, dass sie eine Teilnehmerin, die etwas heftig schielt (tut sie ja immer noch), Ganz interessiert anstarrte und gar nicht mehr von dem Gesicht loskam. Zugehört hat sie ihr natürlich nicht, wollte sie dann aber mal drauf hinweisen, dass da in ihrem Gesicht etwas komisch ist! Die Schielerin hat es natürlich abgewehrt - was mit ständigem weiteren insistieren beantwortet wurde - soviel zur Achtsamkeit und zum respektvollen Umgang miteinander.

    Für den letzten Nachmittag war ne Nett-Sein-Runde geplant. Spielchen eben, jeder sollte sich jemanden raussuchen, dem er was Gutes tun wollte. Ein Gedicht für denjenigen verfassen, ein Liedchen singen oder Blumen holen und all so ein Zeugs! Bei mir war endgültig Schluss - ich wollte meditieren und keine gruppendynamischen Spielchen machen!

    Die Achtsamkeit der Leiterin meiner Person gegenüber mündete natürlich in einem spöttischen Getue. Hatte klar gesagt, dass ich nicht für Gesellschaftsspiele gekommen bin und jetzt die aufgetankte Kraft für meine Interessen einsetzen möchte! LoL

    Entweder war ich dafür zu alt (obwohl es waren auch Leute meines Alters da) oder ich war zu erfahren. Vielleicht fehlte mir auch das Interesse am Intersein-Orden. Vielleicht bin ich auch nicht mehr Kind genug, um mich von schönen bunten Ritualen beeindrucken zu lassen! Kann auch sein, dass ich keinerlei Ambitionen hab, die Welt zu verbessern - ich weiß eh nicht, wie sie gut laufen könnte! Vielleicht hat auch meine Achtsamkeit für das Außen ein Übermaß erreicht! Für mich war jedenfalls interessanter, wie ich die Achtsamkeit mir selbst gegenüber steigern könnte.

    Vielleicht fehlt mir auch nur jede Fähigkeit, eine Autoritätsperson anzuerkennen! Schließlich war die Leiterin Mitglied im Intersein-Orden und von Thich Nhat Hanh von Herz zu Herz ordiniert worden - was auch immer das sein mag.

    Es sind nicht die Lehren, die so ne Sache problematisch machen - es sind immer die Strukturen, die sich da nur allzu gern herausbilden und gegen die hab ich was! Und es ist die Art, wie die Lehren oft zum allumfassenden "Wir haben es gefunden" hochstilisiert werden!

    Schon deshalb zieh ich Kabat-Zinn jedem dieser Lehrer vor! Er beschränkt sich auf das Wesentliche, sucht nicht nach blumigen Erläuterungen schwurbelt nicht von Reinkarnation und weist dennoch darauf hin, dass wir uns, wenn auch oft unbewusst, unsere Umgebung maßgeblich mit gestalten.

    Nicht mehr und nicht weniger!

    Waldsteinie

    PS eine witzige Anekdote: War bei einer Zen-Sesshin. Wie üblich gehörte auch die Hausarbeit dazu. Die Besteck-Verantwortlichen schaffen es, das Besteck so dämlich in die Schublade einzuräumen, dass diese klemmt! Kommt der Küchenchef, schaut sich das Ganze an, verdreht die Augen. Hält natürlich nen Vortrag über die ganz alltägliche Dummheit und Verpeiltheit. Gipfel: Ihr redet hier alle von Achtsamkeit und kommt nichtmal mit den einfachsten Sachen klar! Ich steh grinsend im Hintergrund: Tja, deshalb müssen wir ja Achtsamkeitstraining machen! Wenn wir's könnten, wären wir nicht hier!

  3. #53
    Zotti

    Gast

    AW: ADHS & Buddhismus & Trauma

    Hallo,
    das ist ja interessant. Aber das mit der Fliege verstehe ich nicht. Also alle Fliegen hier in der Wohnung
    laße ich auch nicht leben, es waren mal vor zwei Jahren soviele, da mußte ich was hinhängen wo die dann
    kleben blieben. Doch ich konnte sie nicht mehr alle aus dem Fenster bekommen.

    Mein Freund der macht das immer so, wenn er in seiner Wohnung Fliegen hat, dann fängt er die und befördert
    sie raus. Auch Spinnen und diese Weberknechte befordern wir immer aus dem Fenster, auch meine Freundinnen
    und sogar die ältere Dame wo ich putze macht das. Also dafür braucht man doch kein Seminar um drauf zu kommen.

    Allerdings habe ich als Kind Fliegen getötet, doch das war wiederum so, daß wir zu Hause Pferde hatten und viele
    andere Tiere und im Pferdestall waren tausende Fliegen und haben die Pferde gequält, da haben wir die in Gläser
    gefangen und na ja, irgendwie ins Wasser getan oder ich weiß nicht mehr genau.

    Ja mit dem Beten, das kommt drauf an, wenn es zu heilig ist, mag ich das auch nicht, es ist fühlt sich so unecht an.
    Bei der Frau wo ich putze, mit der esse ich auch oft zusammen, da sagen wir vorher immer den Spruch, den kann
    ich jetzt auch auswendig: "Erde die uns dies gebracht, Sonne die es reif gemacht, liebe Sonne liebe Erde, Euer nie
    vergessen werde.
    "
    Das ist kurz und knapp und ok. Kommt von den Anthroposophen.

    Mit der Aufmerksamkeit habe ich immer ein Problem wenn ich das Wort höre, ich weiß nicht warum. Ich bin dagegen
    allergisch. Ich finde ich bin sehr aufmerksam, bin viel mit Bus und Bahn unterwegs und in Geschäften usw. Da sehe ichdoch, wenn jemandem was hinfällt, dann heb ich es auf oder wenn jemand beim Aus-oder Einsteigen Hilfe braucht
    ob alt oder jung oder behindert, das sehe ich, wo ich schon oft bemerkt habe, daß andere das gar nicht merken.

    Auch sogar wenn jemand ganz traurig und hilflos aussieht, spreche ich ihn schonmal an und frage ob ich helfen kann.
    Ich finde das ist doch Aufmerksam. Das andere kommt meiner Meinung nach dadurch, daß man nicht richtig
    zufrieden und ausgefüllt ist, z.B. körperlich.

    Für mich ist körperliche Arbeit auch gut, wir haben bei meinem Freund zu Hause einen kleinen Gemüsegarten (dieses Jahr ist leider noch nichts gekommen) und wenn ich da bin, dann bin ich auch voll aufmerksam und mir geht es gut wenn ich das was gemacht habe und ich glaube wenn man dann ausgeglichen ist, ist man automatisch aufmerksamer.

    Mir fällt auch ein, daß es mal ein Seminar gab, wo man erzählt bekam, wie man andere Menschen erfreut, z.B. mal zwischendurch Komplimente machen, Briefe und karten und Gedichte schreiben und so viele Kleinigkeiten.

    Also das mache ich schon mein Leben lang und wußte gar nicht, was ich damit anfangen sollte. Na ja, jetzt höre ich mal auf, muß noch in die Stadt, morgen wird meine Tante 77 und brauche noch eine Karte.

    Ja und dann werde ich, weil ich weiß, daß sie sich darüber sehr freut ein Kinderlied singen, den Text habe ich hier, nehme ihn mit und werde die anderen animieren, daß Lied mitzusingen. Das hat bisher auch jeden Erwachsenen erfreut, weil die das ja als Kind nicht vorgesungen bekommen haben.

    Vielleicht kennt das jemand, bestimmt die, die Kinder haben. Das geht so die erste Strophe:

    "Heute kann es regnen stürmen oder schneien, denn du strahlst ja selber wie der Sonnenschein, heut ist dein Geburtstag......
    Der Refrain: "Wie schön das du geboren bist, sonst hätten wir dich sehr vermißt, wie schön das wir beisammen sind.....
    (Klingt vielleicht kitschig, doch es haben sich schon sehr viele Erwachsene darüber gefreut).

    Ja und da weiß ich jetzt schon, daß der Tante dann das Herz warm wird und sie sich total freut.
    Sie leidet schon jahrelang, ihr lebenlang an schweren Depressionen, ich meine sie hat auch ADS.

    Also weißt du was gerade passiert ist, da kam eine kleine Meise in mein Wohnzimmer geflogen, hatte die Balkontüre auf, habe es geschafft, sie wieder zu fangen mit der Hand und jetzt rausgetan,sie hatte kaum Angst als ich sie fing.

    Bei mir brüten auch immer Amseln auf dem Balkon, und da bin ich auch sehr, sehr aufmerksam. Mit der ganzen Aufmerksamkeit, das kommt mir im Moment so wie eine Modewelle vor. Ist ja auch Ansichtssache wie man das sieht.

    Also dann tschüs jetzt,bis morgen mal oder so, Gruß Zotti
    Geändert von Zotti (14.07.2012 um 14:29 Uhr)

  4. #54
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 382

    AW: ADHS & Buddhismus & Trauma

    Denn sie wissen nicht, was sie tun.

    Auch ich habe manchmal in meinen Jahrestrainings "so" gedacht.
    Als ich diese absolvierte, besuchte ich gleichzeitig meine einjährige ambulante Therapie.
    Meiner Ansicht nach haben sie sich gut ergänzt.

    (Nebenbei: Viele ADHSler sind unzufrieden mit ihren Therapien,
    gerade weil es eigentlich noch keine Manuals gibt,
    die über Jahre hinweg evaluiert worden sind.
    Bis 2002 gab es keine "wissenschaftlichen" Arbeiten
    zu ADHS im Erwachsenenalter
    Ich habe 2010 an einer Studie zur Erarbeitung solcher Manulas teilgenommen!)

    Denn bei der kognitiven Verhaltenstherapie mit Achtsamkeitskomponente (Studie) war das Ziel,
    dass ich mit und in der Gesellschaft klar komme und vor allem mit der Erziehung meines Sohnes.
    In meinen Jahrestraings ging es aber um mehr....
    um Konfrontation und Auseinandersetzung mit mir selbst.
    Das Erkennen meiner Kompensations-, meiner Reaktions- und Verhaltensmuster...
    Diese Muster im Erleben wahrnehmen, z.B. auch durch den Erlebensspiegel der anderen und wenn möglich im Augenblick.
    Diese Augenblicke waren besondere Geschenke für meinen Entwicklungsprozeß.

    Bevor ich an den Trainings teilnahm, wusste ich, dass mir intellektuelles Wissen....
    Verstehen mit dem Verstand aus meinem Dilemma nicht heraushelfen würde.
    Meine Intuition sagte mir, dass Erleben DER Weg für mich sei.
    Und davon bin ich heute noch überzeugt.
    Reden verändert nichts, nicht wirklich,
    wenn das Gehörte, Verstandene nicht auch durch eigenes Erleben be-greifbar wird.

    Es gibt esoterische Seminare, da geht es um
    - piep piep piep,
    wir haben uns alle lieb -
    Aber Veränderung kann da nicht angestoßen werden,
    weil das Wellnessprogramme sind....

    Ich habe während meiner Jahrestrainings nie wirklich meinen kritischen Geist verloren.
    Aber wenn ich mich einlassen konnte, mir vertraute, losließ,
    dann geschah "Unglaubliches".

    Die Seminarleiter sind auch nur Menschen,
    und ADHSlern sind ja die Ecksteine in einer Gemeinschaft....
    Auf der anderen Seite wurde ich dort so angenommen wie ich war.
    Wenn ich mich zurückgewiesen, abgelehnt fühlte,
    dann war das mein Ding, mein Film.
    Ich wollte das lange Zeit nicht einsehen,
    denn ich hatte oft genug, auch und gerade in diesen Seminaren ,
    Rückzug mir gegenüber wahrgenommen und erlebt.
    Und dies war auch so gewesen,
    aber es ging nicht darum, ob es wahr war,
    dass ich abgelehnt oder Zurückweisung erfuhr.
    Es ging einzig und allein darum, wie ich damit umging, wie ich es bewertete,
    Das allein war und ist und kann nur meine Verantwortung sein!!!!
    Meine Vorstellungen, meine Wahrheiten, meine Bewertungen,
    meine Hoffnungen, meine Wünsche erschaffen
    meine Realität.

    Im letzten Seminar des ersten Jahres
    gabe es eine Struktur, in der wir anderen noch mal deutlich machen konnten/sollten,
    ja, zu Unangenehmen muss man auch (heraus)gefordert werden
    (Wir waren so wie so eine piep piep piep Gruppe.... )
    wo wir Probleme miteinander gehabt,
    aber auch wo wir uns verstanden, angenommen gefühlt hatten.
    Ich hatte so meine "Gewissheiten", was in dieser Struktur passieren würde.
    Und so konnte ich mich gut draufeinstellen. Und diese traten auch ein!
    Aber
    ich wurde auch überrascht.... sehr.
    Ein um viele Jahre jüngerer Mann hatte den Mut gefunden,
    mir deutlich zu machen, wie sehr er sich von mir zurückgewiesen gefühlt hatte.
    Und zwar nachdem ich ihm erst sehr offen begegnet wäre.
    Meine Wahrnehmung war eine völlig andere gewesen,
    ich hatte geglaubt, dass ein so junger Mann sicher kein Interesse an mir hätte,
    Ich hatte seinen Rückzug kurz wahrgenommen, aber ich hatte auch kein wirkliches Interesse an ihm
    und fand schnell diese Erklärung.
    Mein Fokus richtete sich auf Teilnehmer meines Alters.

    Seine starke emotionale Ansage überraschte mich total, und ich begriff plötzlich,
    dass ich anderen antun kann, von dem ich bisher geglaubt hatte,
    dass "man" nur mir dies antun könnte.
    Weil ich bin, wie ich bin.

    Die Geschichte von Zeus und Hera auf der Partnerschaftslink bei der shg münster
    beschreibt dieses Springen der Aufmerksamkeit von einem zum anderen.
    Immer gerade dorthin, wo es gerade interessant ist.
    Was ich mit diesem Verhalten diesem jungen Mann und seinem Selbstwertgefühl antat,
    dafür hatte ich keinerlei Aufmerksamkeit.
    Ich war nicht nur nicht achtsam, ich war achtlos gewesen.
    Das wurde mir schlagartig klar.
    Und
    welchen Stellenwert Achtsamkeit im Leben hat.
    Mein LEBEN hängt davon ab.
    WIE ich es LEBE.

    Zurück zu den Trainings...
    und sie wissen nicht, was sie tun.

    In erster Linie bin ich für mich selbst verantwortlich.

    Gegen Ende meines ersten Trainings, eine Woche nach dem vorletzten Step bin ich abgestürzt.
    Aber damals habe ich gerade sechs Wochen MPH genommen
    und es ist viel passiert, auch in diesem Seminar.
    Es war gut, dass ich damals noch den Halt in der Therapiegruppe hatte.
    Aber ich hätte die Möglichkeit gehabt, mich an meine Seminarleiter zu wenden.
    die auch psychotherapeutische Ausbildungen haben.
    Auch habe ich erlebt, dass sie einem Paar von Fortsetzung
    des Trainings abgeraten haben.
    Einem anderen Teilnehmer haben sie geraten, psychiatrische Hilfe zu suchen,
    da sie diese in dem Umfang, in der er Hilfe bräuchte, diese nicht leisten könnten.

    Die Beziehung zu den Teilnehmern war zum größten Teil achtsam und zugewandt.
    Bei diesen Trainings wird auch vorher danach gefragt,
    ob man in psychiatrischer Behandlung war oder ist.

    Als ich das Training begann hatte ich meine ADHS Diagnose noch nicht.
    Aber ich hatte eine Vermutung.
    Darüber hatte ich aber nichts in das Anmeldeformular geschrieben.

    In diesen Trainings bin ich mir selbst begegnet,
    und ja, es ist schmerzhaft, in den Spiegel zu sehen.
    Aber ich habe dort auch, Annahme und Zuwendung erfahren.
    Und ich habe verstanden durch Erleben,
    was genau es ist,
    und warum ich oft so anecke.
    Wo das "Problem" ist in der Interaktion.
    Es in Cordulas Buch zu lesen und mit dem Kopf zu verstehen.
    Es durch Erleben verstehen, sich bewusst damit auseinandersetzen,
    ist etwas völlig anderes.

    Als ich meine Diagnose bekam, outete ich mich in dieser Gruppe
    und bat um Spiegel im Augenblick. Um ein klares Stop.
    Ich bat um Achtsamkeit, Klarheit und Offenheit.
    Für mich schien das eine einfache Sache für die "anderen".

    Nach dem Outing kam eine Frau zu mir.
    Und gab mir zu verstehen, dass es für viele sehr schwer sei,
    in Kontakt zu gehen, jemandem zu sagen: Hey, das ist mir jetzt zuviel.
    Oder was auch immer.
    Sie sagte mir ganz deutlich, dass sie sich da überfordert fühle.

    Denn meine Bitte hatte die Mitglieder dazu aufgefordert,
    sich ständig mit sich selbst auseinanderzusetzen
    und nicht nur mir, sondern auch sich selbst
    klar, offen und achtsam Feedback zu geben.
    Ich hatte damals nicht verstanden, um wie viel ich gebeten hatte.
    Heute schon!

    Mein erstes Feedback ..... für die Entwicklung von mehr Verständnis.
    Heute würde ich vielleicht darum bitten, mich zu stoppen,
    wenn ich mal wieder zu viel rede.
    Aber auch damit wären sicher sehr viele überfordert.
    So trägt jeder sein Päckchen.....

    Ich war der Eckstein, an dem viele sich reiben, sich wahrnehmen konnten,
    wie das mit den "anderen" der Gruppe so nicht möglich war.
    Aber dafür habe ich auch viel über mich und über die Interaktion mit den "anderen" gelernt.

    Unsere Gruppe war über fast zwei jahre zusammen,
    Wir standen uns nahe und hatten doch Distanz zueinander,
    weil wir nicht den Alltag miteinander teilten.
    Das gab uns die Möglichkeit, Offenheit zu üben,
    uns einander zuzumuten und
    mit unseren Reaktions- und Verhaltensmustern konfrontiert zu werden
    und uns dabei doch immer wieder angenommen zu fühlen.

    Diese zwei Jahre haben mich erleben lassen,
    dass mein Verhalten für viele sehr anstrengend ist,
    aber auch dass mein Sein für andere okay ist
    und dass andere mich sogar bewundern ....
    je nach dem, welche Anteile ich bei ihnen triggere oder nicht.

    Ich weiß jetzt, dass ich immer Menschen in einer Gruppe finde,
    denen ich zugetan bin und die mir zugetan sind.
    Ich kann nicht everybody's Liebling sein.
    Das kann niemand.

    Ich darf so sein, wie ich bin.
    Und wenn ich mich mal wieder zurückgewiesen fühle,
    wenn ich mal wieder Ablehnung wahrnehme,
    dann frage ich mich immer öfter nicht mehr, was ich schon wieder falsch gemacht habe,
    sondern ich frage mich, für was ich wieder der Eckstein gewesen bin.

    Ich versuche für mich und für den anderen Verständnis zu entwickeln.
    Es sind meine Vorstellungen, die meine Realitäten erschaffen,
    und die anderen haben ihre Realitäten.


    Intersein und Trance

    Intersein

    Ich habe mir überlegt, ob ich mal nach Waldbröl gehe,
    aber irgendetwas hat mich abgehalten.
    Jetzt nach deinem Erfahrungsbericht bin ich noch zurückhaltender.

    Und doch.

    Wie ich Intersein verstanden habe, bedeutet es
    das Wahrnehmen der Verbundenheit mit allem, was ist.
    Für Thich Nhat Han, für alle Buddhisten
    ist das eine Wahrheit,
    die wir durch das Üben der Achtsamkeit erleben werden.

    Alles existiert nur in Beziehung zu etwas und wir nehmen unsere Existenz und
    die Existenz von was auch immer nur in Beziehung wahr.

    Die ganze Naturwissenschaft beruht darauf.
    Sie kann nur Beziehungsexistenzen beweisen.
    Die größten Wissenschaftler waren immer auch sehr demütig.
    Sie nahmen das Intersein alles Seienden wahr.
    Alles hängt zusammen.
    Nichts kann aus sich selbst heraus existieren.

    Und beim Intersein geht es nicht darum,

    diese Beziehungsexistenz intellektuell zu verstehen
    als philosophisches Gedankenkonstrukt oder naturwissenschafliches Phänomen
    sondern das Verbundensein zu erleben,
    sich dieser relativen Wahrheit der Beziehungsexistenz
    bewusst zu werden und zu sein.
    Das Eins-sein erleben!
    Durch die Praxis der Achtsamkeitsmeditation.

    Und darin besteht seine Hoffnung und die seiner Anhänger,
    dass durch die Zunahme des Erlebens von Intersein die Welt sich verändert....
    dass wahrgenommen wird,
    dass alles, was wir tun Konsequenzen hat,
    mit ALLEM, was existiert.

    In einer Reportage bei arte wurde dargestellt,
    was es für das Ökosystem Meer bedeutet,
    dass sich die Polarmeere auch nur um wenige Grad erwärmen.
    Die Existenz des Grills ist bedroht!
    und damit das ganze Ökosystem Meer.

    Es hilft nichts, dass die Wissenschaftler erklären und erklären und erklären,
    es wird nicht zugehört und wenn dann nicht verstanden,
    aber wer das Intersein mit dem Grill spirituell erlebt,
    das Einssein

    dann vielleicht......?

    Die Fabel vom Frosch und dem Skorpion,
    die beide über den Fluss wollten.....

    Muss der Skorpion wirklich immer zustechen?
    Ist das wirklich sein Sein?
    Das Verstehen, dass auch er untergeht,
    wenn er zusticht, hat ihn nicht davon abgehalten,
    es zu tun.
    Es ist sein Sein!!!!

    Jedoch.
    Vielleicht wenn er Achtsamkeit übte
    in der zweifachen Bedeutung des Wortes,
    dann bemerkte er möglicherweise
    den Impuls zum Zustechen
    und hätte dann die Freiheit zur Entscheidung,
    zuzustechen oder nicht.


    Trance

    Die Trance ist die Abwesenheit von Achtsamkeit.
    Sie wird nicht durch die Achtsamkeit ausgelöst.
    Achtsamkeit ist die Methode,
    die für mich bisher die einzig bekannte Möglichkeit ist,
    mir meines Getrenntseins, meiner Dissoziationen,
    meiner tranceartigen Zustände, meiner Automatismen,
    meiner Verhaltensmuster bewusst zu werden.

    Achtsamkeit bedeutet auch, sich zu erinnern,
    innezuhalten,
    sich im Augenblick bewusst zu werden,
    was jetzt da ist...
    an Gedanken
    an Gefühlen
    an Körperempfindungen.

    Und jetzt und jetzt und jetzt?

    Es gehört zum Sein des Geistes abzuschweifen,
    wie es zum Sein des Skorpions gehört zuzustechen.

    Und doch ging der Frosch das Risiko ein.
    Es blieb ihm ja nichts anderes übrig,
    wenn er über den Fluss gelangen wollte.

    Fragt sich natürlich, ob es wirklich so wichtig war,
    den Fluss zu überqueren.

    Ich wollte schon immer wissen, was jenseits des Flusses ist.



    Michi

  5. #55
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 382

    AW: ADHS & Buddhismus & Trauma

    @ Zotti

    Für dich bedeutet aufmerksam sein,
    anderen bei Bedarf ohne großes Trara
    oder lange zu überlegen
    Hilfe gewähren, etwas tun.

    Ich bin auch sehr fürsorglich.
    Ja! Ich merke sofort auf, wenn jemand Hilfe braucht bzw. zu brauchen scheint.
    Ist u.a. auch mein Job.
    Bin ich auch zu aufmerksam?

    Manchmal wird dies vorausschauend genannt.
    Manchmal aber auch zudringlich, wichtig tun, sich in fremde Angelegenheiten mischen.....

    Je nach dem....

    Achtsamkeit bedeutet hier,
    zwischen aufmerken und tun
    innehalten
    und eine bewusste Entscheidung treffen.

    Viele tun nichts,
    nicht weil sie nicht aufmerksam sind,
    sondern weil sie befürchten,
    die Autonomie des anderen zu verletzen.

    Die Freiheit des Individuums in unserer Gesellschaft
    hat wahrhaft zu einer Unaufmerksamkeit geführt,
    die unsereins kaum versteht.

    Mein Sohn hat Fabeln in der Schule durchgenommen.
    Ich habe heute noch Proleme,
    die Moral dieser Geschichten zu verstehen und wenn
    dann zu akzeptieren.

    Meine innere Moral ist immer noch eine andere,
    weil ich anders bin.!!!!

    Aber jetzt bin ich mir der anderen Moral bewusster,
    auch wenn ich mit ihr immer noch oft in Auseinandersetzung gehe.

    Wenn ich also nicht mehr mit der "Gefahr" leben möchte,
    dass meine Aufmerksamkeit nicht so wahrgenommen wird,
    wie ich möchte, dass sie ankommt,
    dann ist es lebensnotwendig,
    zu erkennen, wann sie erwünscht ist und wann nicht.
    Und im nächsten Schritt
    ob ich auch bei unerwünschter Aufmerksamkeit aufmerksam sein will/muss oder nicht.

    Gerade in meinem Beruf ist das sehr wichtig.
    Das Innehalten, das Abwägen.
    Und dies dann auch zu kommunizieren.

    Je nach dem....

    Aus diesem Grund sind manche Kolleginnen unaufmerksam,
    weil sie nicht wissen, wie sie unerwünscht aufmerksam sein können,

    Wer von uns hat nicht schon mal mit einem vorwurfsvollem "Entschuldigung, ich wollte nur helfen."
    auf die Zurückweisung seines Hilfsangebots geantwortet?

  6. #56
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 26

    AW: ADHS & Buddhismus & Trauma

    Achtsamkeit ist TOLL: Man wird nicht dick wenn man achtsam isst, man regt sich nicht immer so krass auf,

    Das SEIN als solches zu sehen, ist TOLL.

    Meditation ist TOLL: sie fuehrt zu Konzentration, Disziplin, Weisheit und Entspannung

    Warum ich mich ABGRENZE vom Buddhismus JEDWEDER FORM und ich habe wirklich viele buddhistische Stroemungen untersucht, war auch auf nem Retreat von Intersein Orden und habe einige Buecher von Tich Nat Hanh gelesen:

    Der Buddhismus lehrt in den vier edlen Wahrheiten an sich nichts falsches, aber es wird suggeriert, dass Leiden etwas ausschlieslich schlechtes ist.

    Dem stelle ich entgegen:

    1. Leiden ist auch sehr hilfreich, um mehr Wohlstand und Glueck zu erlangen.

    Beispiel: bevor jemand eine Partnerin findet mit der er eine Familie gruenden kann, muss er sich erstmal darum kuemmern, also evt. Sport machen um besser auszusehen, einen guten Job finden, ein toller Kuenstler sein, etc... Das was diesen Menschen also in bestimmer Hinsicht entwickelt ist der Boden des Leidens, der Angst vor dem Alleinsein, der Nicht-Anerkennung usw.

    2. Anhaften ist KEIN PROBLEM, wenn das LOSLASSEN funktioniert: Wenn z.B. ein Partner stirbt, der Job floeten geht, etc.. ERST DANN greifen die wertvollen Techniken des Buddhismuses, dann ist das Leiden SINNLOS und muss weg-getrickst werden mit dieser speziellen, sehr wirksamen Self Brainwashing Technik, die z.B. im Intersein Orden gelehrt wird.


    Das Leben ist nun mal mit Krankheit Verlust und Tod versehen, da kann man einfach (noch) nichts gegen machen. Das man darunter mehr leidet als es hilfreich ist, dagegen kann man was machen, auch mit buddhistischen Methoden.

  7. #57
    Neues Forum-Mitglied

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    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 382

    AW: ADHS & Buddhismus & Trauma

    Sorry,

    aber ich kann das nicht unwidersprochen so stehen lassen!

    Im Buddhismus ist gar nichts schlecht oder gut.
    Die Dinge sind, wie sie sind.
    Das WIRKLICH mit dem Herzen verstehen.
    Darum geht es!!!!

    Das Leben ist nun mal mit Krankheit Verlust und Tod versehen, da kann man einfach (noch) nichts gegen machen.

    Der Buddhismus möchte dagegen nichts machen, sondern es geht darum anzunehmen, was ist.
    Und gerade die irrationale Hoffnung"noch" führt zu Leiden.

    Leiden und Kummer ist nicht dasselbe.
    Kummer führte Buddhas Schüler und Cousin Ananda nach der Legende zur Erleuchtung.

    Mit Leiden ist nicht der Kummer gemeint, der ja gerade das Gegenteil bewirkt.
    Wer Kummer hat, ist mit sich selbst und dem Leben zutiefst verbunden.

    Wer leidet, ist vom Leben getrennt, abgespalten!!!!!

    Leiden entsteht z.B. dadurch, dass ich Vorstellungen habe,
    Gedanken, die ganze Realitäten erschaffen:
    bzgl. der Zukunft, dem Charakter des Partners usw.
    über Dinge, Menschen wie sie sein sollten und nicht wie sie sind.

    Die Konfrontation mit unseren Irrtümern führt dann zu Leiden.

    Wenn ich wahrnehme, was wirklich ist, dann erkenne ich,
    dass da nur meine Gedanken sind oder mein Gefühle,
    aber dass dies nicht die Wahrheit, die Realität ist,
    sondern nur meine Gedanken- und Gefühlsrealitäten,
    die sich von Augenblick zu Augenblick verändern können.

    Leiden entsteht schon durch dieses Hineinsteigern/Anhaften
    dieses sinnlose Darübernachdenken....
    was wäre wenn.....

    Leiden entsteht dadurch, dass
    wir versuchen Kontrolle auszuüben über das,
    was wir nicht kontrollieren können:
    das Leben.
    die Zukunft.

    Und wir wollen nicht akzeptieren,
    dass das Leben endlich ist.


    Mit dem Verstand vielleicht:
    Jeder stimmt in einem Gespräch zu,
    dass er nicht wirklich Kontrolle haben kann über das, was geschehen wird.
    und dass das Leben endlich ist.
    Aber wenn es dann so weit ist, gehen wir in Widerstand, kämpfen dagegen an,
    wollen es nicht akzeptieren!!!!!
    Wollen nicht wahrhaben, was ist.
    wollen uns der Realität des Lebens nicht stellen.

    Dadurch leiden wir!!!!!!


    Wer dem achtsamen Pfad folgt,
    möchte sich nicht nur der Realität des Lebens stellen,
    sondern er möchte sie umarmen.
    das Leben lieben, wie es sich entwickelt.


    Christlich ausgedrückt:

    Wandelnde Pfade.
    Schatten und Licht.
    Alles ist Gnade.
    Fürchte dich nicht.
    Geändert von 'Michi (17.07.2012 um 02:29 Uhr)

  8. #58
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 26

    AW: ADHS & Buddhismus & Trauma

    Michi ... DANKE!!

    Ich finde ganz toll was du schreibst! Und sehr hilfreich.

    Doch ich kann mit dem Buddhismus nur zu 50% was anfangen, es gibt krasse "interessekonflikte" zwischen mir und dem Bhuddismus.

    mir gehts leider (!!!) auch so, dass ich immer auf der Suche war aber nix den Zweifeln erhaben war. Letzendlich muss ich glaub ich meine eigene Religion gruenden, sowie jeder Mensch(und dann wird die Welt ploetzlich interessant).

    Im Buddhismus ist gar nichts schlecht oder gut.
    Die Dinge sind, wie sie sind.
    Das WIRKLICH mit dem Herzen verstehen.
    Darum geht es!!!!
    Also das nix gut oder schlecht im Bhuddismus ist, ist quatsch. Es gibt den 8-fachen Pfad, dort heisst es z.B. "Rechte Rede" hey vielleicht bin ich zu doof(trotz iq > 70) aber mir will die Haarspalterrei nicht einleuchten dass "Rechte Rede" irgendwie nicht auch ne Bewertung ist, die sich ganz klar in gut und schlecht unterteilen laesst...

    Dinge sehen wie sie sind, und mit dem Herzen verstehen. Ich weiss was du meinst. Ich habe es erlebt. Man kann Achtsamkeit nicht interlektuell begreifen, es ist so wie von Sonnenaufgang reden im Vergleich zu ihn sehen, aber trotzdem .... Ich mag die Aesthetik dieser Rhethorik nicht.

    Ausserdem "Darum geht es!!!!" - nein, also laut buddhistischer Lehre geht es doch eher darum dem achso schlimmen Lebenskreislauf zu entkommen, von Geburt, Leben und Tod.

    Und gerade die irrationale Hoffnung"noch" führt zu Leiden.
    Was soll das heissen? Das man gar nix mehr Hoffen darf? JA Im Buddhismus gilt: Hoffnung ist eine tolle Sache fuer die anfaengliche Motivation, aber letzendlich hinderlich (schlecht darf man nich sagen .. is ja nix gut oder schlecht im Bhuddismus)
    Und natuerlch ist die Hoffnung nicht irrational. Wir SIND HIER in einem Forum in dem sich Kranke austauschen, deren Hoffnung auf Besserung sich im Laufe der Geschichte erfuellt hat (MPH yeah!!) - eben weil Forscher bereit sind zu "Leiden" also daran zu arbeiten Medikamente und eine Therapien zu entwickeln - ohne das sicher ist, ob und wenn was dabei rauskommt.

    Mit Leiden ist nicht der Kummer gemeint, der ja gerade das Gegenteil bewirkt.
    Wer Kummer hat, ist mit sich selbst und dem Leben zutiefst verbunden.
    Aus dem Duden Online:

    Synonyme zu Kummer

    Bekümmerung, Elend, Leid, Qual[en], Schmerz; (gehoben) Betrübnis, Gram, Harm, Herzeleid, Herzweh, Pein, Seelenschmerz, Weh
    Synonyme zu Leid
    Elend, Jammer, Kreuz, Kummer, Last, Leiden, Qual, Schmerz; (gehoben) Drangsal, Gram, Harm, Herzeleid, Herzweh, Pein, Seelenschmerz, Weh; (dichterisch) Erdenjammer, Erdenleid
    Also ich komme mit dieser Unterscheidung nicht weit. Emotional (mit "dem Herzen" ) - Kummer und Leid sind Synonym und das finde nicht nur ich, sondern scheinbar auch der Duden.

    Wer leidet, ist vom Leben getrennt, abgespalten!!!!!
    1. ist jemand der Leidet denn nicht sehr mit dem Leben verbunden, noch viel mehr als einer der die Emotionen verdraengt, oder jedes Leid zu vermeiden versucht. Denn, 1. edle wahrheit sagt doch (dukkha) "Leben im Daseinskreislauf ist letzendlich leidvoll".

    2. Vom Leben getrennt und abgespalten zu sein ist letzendlich vom saṃsāra (Daseinskreislauf) befreit zu sein. Dies ist aber auch befreit zu sein vom Leid.
    Angedeutet in diesem Zitat aus Wikiartikel von Samsara:
    Der Ausbruch aus diesem unheilvollen Kreislauf geschieht auf dem Wege des Loslassens von allen Bindungen, Begierden und Wunschvorstellungen sowie durch Erkenntnis.
    Demnach waere also jemand der leidet vom Leiden befreit, und dies ist ein offensichtlicher Widerspruch. XD

    ...


    ich kann nicht mehr schreiben, das meiste musste ich eh loeschn, es ist zu viel, ich weiss gar nicht wo ich anfangen soll und ich kann nichts zuende schreiben weil ich dabei von Gedanken ueberhaeuft werde beim Bhuddismus bashen:
    - Das das Gesetz von Karma total unlogisch ist(entbehrt dem Falsifikationsanspruch), und letzendlich Widergeburt bedingt?
    - Das Leben leidvoll sein soll?
    - Das leiden was schlechtes ist?
    - Das es einen ominoesen Daseinskreislauf gibt? Und das das ziel ist, diesem zu entkommen?
    - Oder dieses "noself" nach dem alles was mit mir passiert nicht "zu mir" gehoert, und es nichts gibt, das mich definiert, also mein Beruf, mein Name, meine Emotionen, mein Wissen, mein ... und das sowieso die Idee von "mein" und "ich" die Wurzel allen uebels ist, was zur voelligen dissoziation von 1. meinem Charakter und dessen Konzeption/Konstruktion fuehrt, 2. zum Desinteresse.
    - oder die Tatsache, das laut Buddhismus Genuss nicht gluecklich macht
    - Das Ziel des nicht anhaften: Wenn ich im Buddhist-Geeks Podcast hoere, das Erleuchtete Menschen nicht mal mehr ihre eigenen Kinder lieben. Was soll das ganze??

    Apropos lieben... fuer mich ist lieben wie hassen, das potential zum lieben IST das potential zum hassen. nur das traut sich der Heilewelt Bhuddishmus nicht zu sagen, jedenfalls nicht im Klapptext, sieh dir mal auf youtube ein paar dhamma talks an...

    Nochmal zu "Leiden":
    Hey da bin ich einfach nich son Weichei und geb mir den Schmerz! Das Leiden soll ruhig kommen, ich will ein erfuelltes Leben - da macht es mir nix aus hier und da mal zu leiden. und ja ich will bitte gerne einfach immer wieder geboren werden - **** you Erleuchtung.

    Mir kommt es so vor als wenn der Bhuddismus nur Probleme loest, die er mir einredet. Ich mag auch diese "Verkaufstaktik" hinter den vier edlen Wahrheiten seltsam vor. Neulich hab ich Buddha beim Meditieren im Park getroffen, und da hat er versucht mir die vier edlen wahrheit zu verticken:

    1. edle Wahrheit:
    B: Hey du...
    T: Wer ich? ...
    B: psst genau, Willste nen E(erleuchtung) kaufen?
    T: Warum dat denn?
    B: hey dein Leben ist LEIDEN und das hilft

    2. edle Wahrheit:
    T: Haeh? Warum? Mir gehts eigentlich ganz gut
    B: Nee man, kann ja gar nich, denn du leidest, weil du ziele und wuensche hast, und weil du manchmal negative Emotionen hast, und weil du manchmal keine Ahnung hast!"
    "Und oft willst du doch was, was du dann nicht bekommst, oder? - und das ist dann doch leiden, oder?"
    T: Hmm das stimmt

    3. Edle wahrheit
    B: aber da kannste wat bei machen, einfach keine Ziele und Wuensche mehr haben, und dich nich mehr so aufregen
    T: das is ja voll nervig, wie soll dass denn gehen?

    4. Edle wahrheit:
    B: verzupzel dir einfach krass die Birne, indem du das "Default Mode Network" total ausm tritt bringst, und die emotionen systematisch von dir dissozierst. Ach und hoer einfach auf Muster zu erkennen und bekannt "Labels" auf die wahrgenommenen Dinge zu heften, dann kommt dir alles voellig neutral und interessant vor - bevor ichs vergess - diese Stimme in deinem Kopf die dir staendig assitiert und die umwelt bewertet, damit du z/B/ ueberlebst, die musst du ruhig stellen. Ich nenn das den 8-fachen Pfad, das klingt total spiessig und sittlich - kommt also gut an - aber mit der Meditation kannst du dich dann ausm samsara beamen.
    T: Cool krieg ich dann auch Hallus und voll die geilen Psychosen(Zenkrankheit)?
    B: Na das kann ich leider nicht garantieren, wenn du pech hast wirds bloss nen Kreis von gelangweilten Hausfrauen, Leuten mit Burnout und MBSR Trainern mit Birkenstock-Sandalen und irgendwelchen Esos.
    B: Aber wie dem auch sein, wenn du es dann zum Ziel bringst, dann kannst du total entspannt den rest deines lebens in ner hoehle vor dich hin vegetieren, Zack alle Probleme geloest. Toll oder?
    T: klar, dann kauf ich am besten gleich zwei.
    Geändert von teevorian (20.07.2012 um 03:16 Uhr)

  9. #59
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 2.632

    AW: ADHS & Buddhismus & Trauma

    Ich bin noch einmal der Frage nachgegangen, warum es für ADHSLer so leicht ist einen Zugang zum Buddhismus zu finden.

    Dabei bin ich im Buch der vier edlen Wahrheiten von Dalai Lama auf folgende Aussagen über das Bewusstsein gestoßen:

    "Wenn wir unseren Geist beobachten, stellen wir im allgemeinen fest, daß er entweder von abschweifenden, unzusammenhängenden Gedanken oder von Gefühlen und Empfindungen beherrscht wird."

    Einem ADHSler leuchtet das auf den ersten Blick ein. Ein normaler Mensch würde sagen: Meine Gedanken sind weder abschweifend noch unzusammenhängend, sondern konkret und zielführend.

    "Untersuchungen haben ergeben, dass einfach nur durch die Kraft eines einsgerichteten Geisteszustands eine Wirkung auf die physiologischen Abläufe einer Person entstehen kann."

    Ein ADHSler versteht das wieder auf Anhieb, da ihm psychosomatische Reaktionen sozusagen zur zweiten Natur geworden sind. Ein normaler Mensch würde hier nur herauslesen: Ja, logisch, im gesunden Körper steckt ein gesunder Geist.

    "Sinn der Meditation ist, den Geist von Gedanken an vergangene Erfahrungen und Beschäftigung mit Zukünftigen abzuziehen und statt dessen im Jetzt, im gegenwärtigen Augenblick zu verweilen."

    Ein normaler Mensch liest diese Aussage folgendermaßen: Klaro lebe ich im Jetzt, dazu brauche ich keine Meditation, carpe diem, logisch. Ein ADHSler, für den die Vergangenheit in der Erinnerung naturgemäß äußerst löcherich ist und der sich mit der Zukunft nur dann beschäftigt, wenn sie eminent wird, wenn also die Verschiebung der Steuererklärung partout nicht mehr möglich ist, liest diesen Satz einfach anders.

    Die erste Erkenntnisstufe des Buddhismus besteht in der Erkenntnis, dass das Leiden der Grundzustand des Menschen ist. Und der Erkenntnis, dass dieses Leiden durch den Geist des Einzelnen beeinflusst werden kann, nämlich wie er sich zu den Dingen verhält.

    Einem ADHSler leuchtet dieser Satz wieder auf Anhieb ein. Ein normaler Mensch würde sagen, das ist nicht wahr, es gibt genauso viel Glück auf der Welt wie Unglück. Es kommt eben darauf an, was man aus sich macht.

    Hält er sich an den Willen und das Äußere wird er nie Freiheit erlangen, sondern immer wieder enttäuscht werden. Erst wenn er die Vergeblichkeit aller menschlichen Bestrebungen einsieht, kommt er zur nächsten Bewusstseinsstufe.

    Einem ADHSler leuchtet das vollkommen ein. Ein normaler Mensch würde sagen: Es ist genau umgekehrt: Je mehr ich etwas will, desto mehr steigen die Chancen, dass ich es auch bekomme. Habe ich es bekommen, werde ich ein Stück weit freier. Wer natürlich faul ist, nichts aus sich machen will oder der Meinung ist, dass eh alles sinnlos ist, dem wird natürlich im Leben auch nichts gelingen, der wird unglücklich und unfrei leben. Im Leben bekommt man nichts geschenkt. Auch Glück und Freiheit muss man sich hart erarbeiten.

    Ich denke man versteht jetzt besser, warum der ADHSler für den Buddhismus empfänglicher ist als der Normalo, dessen ganzes Weltverständnis in allen wesentlichen Punkten geradezu vom Gegenteil der buddhistischen Lehre ausgeht.

  10. #60
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 2.632

    AW: ADHS & Buddhismus & Trauma

    Kleiner Zwischenruf:

    Einige hier (Teevorian, Waldsteine u.a.) scheinen das einfache Problem zu haben, Buddhismus mit dem zu verwechseln, was hierzulande unter diesem Namen alles geboten wird. Was zu 99,99 Prozent totaler Schwachsinn ist.

    Die meisten Leute, die in solche Sessions und Seminare einsteigen suchen nicht sich selber, sondern andere, meistens deshalb, weil sie sich einsam fühlen und sich in einer wie auch immer gearteten spirituellen Gemeinschaft weniger einsam vorkommen. Da darf dann ordentlich geschwubbelt werden. Auf diese Weise wird eine Weltreligion auf das Niveau einer Sektenkultur herabgestuft.

    Der wirkliche Buddhismus basiert auf der durch Meditation gewonnenen Selbsterkenntnis (oder Bewusstheit), also einer Konfrontation mit dem Selbst (nach Schopenhauer, der sich vom Buddhismus sehr inspirieren ließ, ist das Selbst, dasjenige was in uns WILL).

    Die meisten dieser Seminaristen und Sessionbesucher wollen sich aber nicht mit sich selbst konfrontieren, sondern im Gegenteil vor sich selber flüchten. Ihr Selbst sozusagen gleich loswerden.

    Selbstlosigkeit ist zwar auch das Ziel des Erleuchteten. Nur versteht er dieses Wort anders, als diese bloßen Konsumenten des Buddhismus. Also als Willenslosigkeit und nicht einer eher christlichen Tradition folgend als Agape. Selbstlosigkeit gibt es auch nicht sofort, sondern als Ergebnis jahrelanger, stufenweise fortschreitender Erkenntnis, gewonnen in langjähriger Übung und Meditation.

    Wer in die so genannte buddhistische Szene eintauchen will, damit er sich weniger einsam fühlen muss, hat schon die Grundbedingungen des Buddhismus missverstanden, der in seiner Konsequenz einer ERZIEHUNG ZUR EINSAMKEIT gleich kommt.

    Ein Buddhist einer fortgeschritteneren Stufe würde den Begriff "Einsamkeit" niemals negativ bewerten, sondern die Fähigkeit hierzu als einen wesentlichen Grund der alltäglichen Religionsausübung voraussetzen, der Meditation, also der Konfrontation mit dem Selbst, die immer in Stille und Einsamkeit besteht und mit der Evozierung von irgendwelchen Gemeinschaftsgefühlen, mit dem diese so genannt buddhistischen Gruppen, Gemeinschaften, Grüppchen und Sekten arbeiten, nichts zu tun hat.

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