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Diskutiere im Thema ADHS & Buddhismus & Trauma im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #31
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 33
    Forum-Beiträge: 84

    AW: ADHS & Buddhismus & Trauma

    jup, es klingt etwas verwirrend, wenn jemand schreibt "die Bewertung bitte nicht bewerten..."
    aber, ich weis was du meinst

    lediglich wahrnehmen, dass man es gerade bewertet...?

  2. #32
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 26

    AW: ADHS & Buddhismus & Trauma

    Nicht zu bewerten waere Bewerten zu bewerten, wenn man bewerten wuerde. Was aussieht nach einem Widerspruch IST keiner, denn man muss lediglich vor dem Aufhoeren des Bewertens bewerten.


  3. #33
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 33
    Forum-Beiträge: 84

    AW: ADHS & Buddhismus & Trauma

    teevorian schreibt:
    Nicht zu bewerten waere Bewerten zu bewerten, wenn man bewerten wuerde. Was aussieht nach einem Widerspruch IST keiner, denn man muss lediglich vor dem Aufhoeren des Bewertens bewerten.
    Also dass versteh ich jetzt nicht^^
    ich versuche nach/während dem bewerten, die Bewertung nicht als ausschlaggebend-maasgeblich zu betrachten...sie ist lediglich da, mehr nicht

    Aber dass kann ja jeder ausformulieren, wie er mag


    lg, p

  4. #34
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 2.633

    AW: ADHS & Buddhismus & Trauma

    the-p schreibt:
    Hallo liebe Chaoten

    hat Jemand ähnliche Erfahrungen, oder hab ich jetzt den totalen hau weg?
    Genau genommen beides.

    Wenn wir einmal davon ausgehen, dass motorische Unruhe eng verwandt mit der Angst ist, und Günther Anders recht hat, dass die Angst der Motor der Erkenntnis ist, so führt das Erkenntnisleben eines ADHSlers, konsequent bedacht, automatisch zum Buddhismus.

    Denn der ADHSler ist wie keiner sonst dafür prädistiniert, die Sinnlosigkeit aller Bestrebungen und jeglichen Wollens einzusehen. Weil er das, was er will, meistens nicht bekommt und das, was er anstrebt, nicht erreicht.

    Diese Grunderkenntnis ist die schwerste Hürde beim Verständnis des Buddhismus. Und diese Hürde kann vom ADHSler leichter genommen werden als von anderen.

    Der erste Schritt dürfte also leichter fallen. Bis man wirlich den Zustand des Erleuchtetseins erreicht hat, dürfte es allerdings ein langer Weg sein.

  5. #35
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 33
    Forum-Beiträge: 84

    AW: ADHS & Buddhismus & Trauma

    Eiselein schreibt:
    Wenn wir einmal davon ausgehen, dass motorische Unruhe eng verwandt mit der Angst ist, und Günther Anders recht hat, dass die Angst der Motor der Erkenntnis ist, so führt das Erkenntnisleben eines ADHSlers, konsequent bedacht, automatisch zum Buddhismus.Denn der ADHSler ist wie keiner sonst dafür prädistiniert, die Sinnlosigkeit aller Bestrebungen und jeglichen Wollens einzusehen. Weil er das, was er will, meistens nicht bekommt und das, was er anstrebt, nicht erreicht.Diese Grunderkenntnis ist die schwerste Hürde beim Verständnis des Buddhismus. Und diese Hürde kann vom ADHSler leichter genommen werden als von anderen.Der erste Schritt dürfte also leichter fallen. Bis man wirlich den Zustand des Erleuchtetseins erreicht hat, dürfte es allerdings ein langer Weg sein.
    Dass mit dem "erleuchtet" ist eine...naja...nicht so einleuchtende Angelegenheit. Zum Einen denke, wurde in Das Wort, ähnlich wie bei "Liebe" über die Jahrhunderte
    etwas reindefiniert, was gar niemals so gemeint war.

    Ist man nicht auch ab dem Moment erleuchtet, in dem man erkennt, dass leben, leiden ist?
    Leid ensteht durch Begierde. Schaffe ich es meine Begierde zu überwinden, schaffe ich es mein Leid zu überwinden.
    Oder das Verständnis für Karma durch Ursache-Wirkung?


    Ja und wie du schon sagst "geht man mal davon aus..."
    Doch deine Erklärung, warum wir es mit dem Grundverständniss "einfacher" haben, leuchtet durchaus ein. Aber das Thread zeigt glaub ich eher, dass ADHSler nicht mehr bzw. häufiger auf Buddhismus anspringen, als Andere.


    lg, p

  6. #36
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 26

    AW: ADHS & Buddhismus & Trauma

    Eiselein schreibt:
    Genau genommen beides.

    Wenn wir einmal davon ausgehen, dass motorische Unruhe eng verwandt mit der Angst ist, und Günther Anders recht hat, dass die Angst der Motor der Erkenntnis ist, so führt das Erkenntnisleben eines ADHSlers, konsequent bedacht, automatisch zum Buddhismus.
    Ey manchmal glaub ich, hier wird alles aus meinem Kopf abgeschrieben...

  7. #37
    Zotti

    Gast

    AW: ADHS & Buddhismus & Trauma

    Hallo, ich erinnere ich an frühere Zeiten in Düsseldorf, da habe ich komischerweise meditieren können,
    d. h. aber bei mir ich hatte geführte Meditationskassetten, das hat sehr gut geklappt.

    In Berlin habe ich mich mal in die Transzendentale Meditation einweihen lassen, d. h. damals 800 DM
    gekostet, viel Geld, hat aber zwei Jahre angehalten, ich konnte dann morgens und abends je 20 Minuten
    meditieren, man bekam so ein Mantra (später habe ich erfahren, das jeder zweite das gleiche bekommt)
    und auf das mußte man sich konzentrieren. Das hat dann bei mir geklappt, daß ich irgendwann ein paar
    Minuten ohne Gedanken war und das sollte ja dann das tolle daran sein.

    Damals war das so, daß ich immer was braucht, daß man mir vorgibt, also diese Mantra. Natürlich
    hätte ich mir selber auch ein Wort ausdenken können und darüber meditieren.

    Ganz früher erinnere ich mich, da war ja mal Osho dieser Bhagwhan-Opa aktuell, da gab es aber eine
    schöne Meditation und zwar waren das vier Übungen, es wurde erst getanzt und dann geschüttel und dann
    noch was anderes ich weiß nicht und zum Schluß dann hinlegen und entspannen, das klappt bei ADSlern
    dannn gut, wenn man sich vorher bewegt, dann kann man nachher auch mal ruhig liegen.

    Ich erinnere mich gerade, ich war mal in einer Tagesklinik und da machten wir immer Tai Chi, daß war mir auch
    viel zu langsam, doch das gute ist, ich bekam dann immer Lachkrämpfe, habe das aber zurückgehalten und mußte
    dann nachher lachen und da war noch so ein junger Mann, dem ging es auch so, ich glaube der hatte auch ADS.

    Ich kann da noch mehr zu schreiben zu dem Spirituellen Sachen, doch jetzt nicht, war jahrelang in dieser Szene,
    habe vieles ausprobiert, doch da gibt es zuviel Heuchelei und Vertuscheln usw. Da habe ich ganz schlechte Erfahrungen
    gemacht gerade in Berlin bei solchen Seminaren bei einem berühmten Indianer. Genau das war es, man durfte von
    diesen Seminaren nichts nach außen tragen und das war alles angeblich sehr spirituell, doch da sind Sachen passiert,
    die würde ich heute nicht mitmachen und auch melden. Aber da wußte ich noch nix vom ADS und fühlte mich in dieser
    Szene auch oft als Außenseiterin.

    Gruß Zotti

  8. #38
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 33
    Forum-Beiträge: 84

    AW: ADHS & Buddhismus & Trauma

    Zotti schreibt:
    Ich kann da noch mehr zu schreiben zu dem Spirituellen Sachen, doch jetzt nicht, war jahrelang in dieser Szene,
    habe vieles ausprobiert, doch da gibt es zuviel Heuchelei und Vertuscheln usw. Da habe ich ganz schlechte Erfahrungen
    gemacht gerade in Berlin bei solchen Seminaren bei einem berühmten Indianer. Genau das war es, man durfte von
    diesen Seminaren nichts nach außen tragen und das war alles angeblich sehr spirituell, doch da sind Sachen passiert,
    die würde ich heute nicht mitmachen und auch melden. Aber da wußte ich noch nix vom ADS und fühlte mich in dieser
    Szene auch oft als Außenseiterin.
    Lass dich nicht davon abhalten, gerade Beiträge, die hervorstechen. Eignen sich wunderbar dazu, um ein ganzheitliches Bild einer Thematik zu ermöglichen.

    Mir kam auch schon das Eine oder Andere Mal zu Ohren, dass in den tiefen der esotherik&spiritualität schnell einen Hang zu Sektenähnlichen Elementen vorhanden ist.
    Ich dachte immer dass sieht nur so aus, weil sich "Geistliche" einfach mit Themen beschäftigen, die für einen Großteil der Industriebevölkerung gar nicht existent sind,
    und wenn, als "Humbug" o.Ä abgestempelt wird. Zudem dachte ich an "Gleich & Gleich gesellt sich gern", usw. Ich schob diesen "Sekteneindruck" auf solche Faktoren.

    Würde mich interessieren mehr darüber zu erfahren...


    lg, p

  9. #39
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.149

    AW: ADHS & Buddhismus & Trauma

    the-p schreibt:
    Mir kam auch schon das Eine oder Andere Mal zu Ohren, dass in den tiefen der esotherik&spiritualität schnell einen Hang zu Sektenähnlichen Elementen vorhanden ist.
    Ich dachte immer dass sieht nur so aus, weil sich "Geistliche" einfach mit Themen beschäftigen, die für einen Großteil der Industriebevölkerung gar nicht existent sind,
    und wenn, als "Humbug" o.Ä abgestempelt wird. Zudem dachte ich an "Gleich & Gleich gesellt sich gern", usw. Ich schob diesen "Sekteneindruck" auf solche Faktoren.

    Würde mich interessieren mehr darüber zu erfahren...lg, p
    Das sieht keineswegs nur so aus - aber es braucht mitunter schon eine gewisse Zeit, bis das durchschaut ist. Man muss auch ziemlich genau hinschauen, komme ja auch aus Berlin und kann nur sagen: Vorsicht, vorsicht!

    Und teilweise staunt man nicht schlecht, wie viele Gruppierungen es gibt und wer sich in der Szene mal bewegt, stellt schnell fest, dass jeder fast alles mal ausprobiert hat und fast jede Gruppe kennt.

    Dabei sind die Strukturen nicht so durchorganisiert, wie man sich das eben bei den Zeugen Jehovas vorstellt. Es ist ein völlig zersplittertes System, das im Wesentlichen nach den Grundlagen des Empfehlungsmarketings funktioniert. Sonst wäre das ganze auch längst zusammengebrochen bzw. ausgestorben!

    Aber ein paar grundlegende Gemeinsamkeiten haben einfach alle:
    - alle diese Heiler, Gurus usw. bekommen ihr Wissen aus intuitiven Quellen oder durch Hellsicht oder oder
    - alle versprechen eine ganzheitliche Behandlung bzw. Heilung, die im Wesentlichen aus dem Drehen an Symptomen besteht
    - jedes Jahr kommen neue Methoden und neue Ansätze dazu bzw. Methoden werden erweitert und verändert - weil es eben ein paar "Non-Responder" gibt
    - die Schulmedizin, unsere traditionellen Kirchen, Vereine usw. sind alle nicht so dolle, weil sie nicht den ganzen Menschen sehen und bla
    - alle diese Heiler fangen klein an mit einem Treffen in ihrem Wohnzimmer, dann wächst der Kreis so langsam an und für jedes Alltagsproblem gibt es eine Hilfe

    Besonders interessant finde ich immer, wenn sich ein Zen-Meister aufführt, als hätte er die Kompetenz zur Behandlung psychischer Probleme - am Ende steht dann immer die Aussage: Da musst Du mehr und regelmäßiger üben!

    Ein weiteres deutliches Merkmal ist die Aufforderung, jetzt mal radikal mit allem bisherigen Schluss zu machen - äußerst gefährlich. Möchte nicht wissen wie viele ADSler dort schon gelandet und doch nie angekommen sind.

    Wenn die Meditation nicht ausreicht, dann hilft nur noch mehr meditieren - und so mancher geht anschließend nach Hause und setzt den Alkohol ein, um mit den aufsteigenden diffusen Gefühlen klar und zur Ruhe zu kommen!

    Der Spruch ist auch immer gleich: "Kein Wunder, dass es nicht geholfen hat - Du hast auch die falsche Meditation praktiziert. Du musst eine andere Methode wählen"

    Oder der: "Ja, es gibt viele schlechte Homöopathen, aber ich war bei einem sehr guten - jetzt hab ich keinen Heuschnupfen mehr" Dort solltest Du unbedingt mal hingehen!

    Diese Sektenartigen Strukturen sind keine geschlossenen Zirkel, die sich abschotten. Man kann dem ganzen fast nicht mehr entkommen. Zumindest in Berlin kenne ich es schon so, dass praktisch jeder schon mal Kontakt zu der Szene hatte und irgendwer hat immer nen Tipp, wo man es doch mal versuchen sollte.

    Besonders perfide: Immer lautet die Aussage: Du hast es in der Hand, Du kannst Dein Leben durch Üben verändern. Wenn es nicht funktioniert, dann liegt es an Dir. Weil du z.B. die Ratschläge nicht befolgst, weil Du nicht der einen oder anderen Methode zugeneigt bist. Weil Du nicht genügend Buddhismus-Studien betrieben hast usw.

    Die Geschichte mit der Homöopathie nimmt dann ganz groteske Formen an - angelegt ist es auf eine endlose Behandlung. Wenn ein Mittel nicht hilft, dann muss man eben noch eines ausprobieren - immer nach dem Schema im Repetorium.

    Ich: Aber ich denke, es geht darum das Konstitutionsmittel zu finden. Dann bekommt man eine entsprechend höhere Potenz und es erfolgt die Heilung!
    XXX: Nein, so geht das gar nicht! Man muss das Konstitutionsmittel eventuell noch antidotieren und außerdem muss man sich ganz langsam rantasten und die ganzen Belastungen der Vergangenheit abarbeiten (natürlich aller Generationen vorher). Und manchmal muss erst ein anderes Mittel her, damit sich das Konstitutionsmittel zeigt usw.

    Monate später versteht der Homöopath gar nicht, weshalb der Durchbruch nicht stattgefunden hat. Dann kommt der Hinweis, doch mal noch zusätzlich eine energetische Methode anzuwenden und der Satz: Jetzt ist es eindeutig - in einer Woche wird es Dir besser gehen. Wird es nicht besser, heißt es, man hat sich nicht an die Anweisungen gehalten bzw das Schicksal will es nicht so! Noch besser: "Das ist eine Erstverschlimmerung, da musst Du durch. Dann wird alles besser!"
    Wochen später ist die Erstverschlimmerung immer noch nicht weg.

    "Ja wir wissen nicht, wie lange die andauert! Es kann natürlich auch Jahre dauern. Dann nimm jetzt mal ne niedrigere Potenz, dann geht es leichter!"

    Bezüglich ADHS. Die Ritalinkritiker schimpfen immer, dass die Medis nicht zu einer Heilung führen!

    Auch die Esoterikszene kennt keine Heilung! Sie kennt nur Therapie bis zum Abwinken! Und immer wieder von vorne und in Abwandlungen!

    Nicht zu vergessen die finanzielle Komponente. Die meisten aus der Szene lassen sich offiziell nur ne Spende geben. Später gibt es Richtwerte und irgendwann gepfefferte Preise, die in keinem Verhältnis zum Nutzen stehen! Selten gibt es Rechnungen, am liebsten ist Barzahlung!

    Und alle haben sich von der Schulmedizin abgewandt, weil die ja so böse ist und den Menschen keine Heilung bringt. Oder sie haben sich aus dem bösen System verabschiedet, das ja gar keine Qualitätskontrollen macht und sie alle nur knechtet.

    Keine Frage, Meditation ist ne gute Sache - mir hilft sie oft - ich bau aber auch meditative Elemente einfach in meinen Tagesablauf ein. Aber der alleinige Weg zum Glück ist sie defintiv nicht! Da kannste auch beten - gibt auch Halt über den Tag. Der Unterschied zwischen endlosem Mantraleiern und dem Rosenkranzbeten hat sich mir ohnehin noch nicht erschlossen!

    Ich kann auch keinen Unterschied zwischen diversen buddhistischen Ritualen und den Events in der katholischen Kirche erkennen (wobei die ja immer offen ist z.B. auch für moderne Musik)! Bei den Buddhisten ist es immer gleich - na ja mit den lokalen Unterschieden eben.

    Eine weitere wichtige Aussage in diesen Sektenstrukturen ist immer die vom alles wissenden Guru und die Negation der Interessen oder Probleme des Schülers bzw. Klienten.
    Wehe, es kommt mal, dass man sich nicht konzentrieren kann. Die Antwort lautet dann: Du liest nur die falschen Bücher, die interessieren dich nicht. Ich hab da was viel besseres und bla!

    Hab mir mal die Frage gestellt, woher diese Anfälligkeit für solche Stukturen kommt. Klar ist da viel Frust über die Schulmedizin (besser über die psychiatrische Behandlung). Besonders bei ADSlern ist es ja auch oft die endlose Suche, bis überhaupt mal ne Diagnose da ist. Aber die Esoterik hat auch viele Bilder bei der Hand - gerade die Sprache, die so viele ADSler besonders gut verstehen. Wenn dann die Resignation kommt, weil eh nichts besser wird und man eh nicht verstanden wird, kommt der Versuch mit der Esoterik und dem ganzen DrumRum!

    Besser wird auch nichts, aber die Rituale geben eben ein bisschen Struktur - man täusche sich nicht, welchen Halt auch die Teezeremonie für den speziellen Kräutertee geben kann!

    Die Yoga-Szene ist längst bekannt dafür, dass sie reichlich Schäden angerichtet hat. Da wurden die Leute förmlich in die Positionen gebogen - teilweise mit nicht unerheblichen gesundheitlichen Schäden. So ganz langsam setzen sich da andere Methoden durch - gute Sache! Die Yoga-Leute zeigen an, dass sie lernfähig sind. Die Interessenten blieben weg und dann musste ein neues Konzept her!

    Es gibt auch noch ne ganz profane Erklärung für diese Szene: Wir haben ne Fülle gut ausgebildeter Leute, die einfach keinen Platz auf dem Arbeitsmarkt gefunden haben. Mit der Esoterik tut sich ne Nische auf, die ihnen noch einen Weg bietet. Und dann wird therapiert auf Teufel komm raus. Ein bisschen Gestalttherapie, ein bisschen Analyse, ein bisschen Autogenes Training oder biodynamische Massagen usw.

    Nichts gegen eine gute Massage, ich steh besonders auf die Triggerpunktmassagen - aber nicht hinterher das ganze Geschwurbel und die Empfehlungen, dass jetzt noch Schüssler-Salze und Globuli hermüssen!

    Mit dem Karriereknick kommt der Bewusstseinsknick und dann wird man Meditationslehrer oder Gestalttherapeut! Und die Sektenbeauftragten haben immer mehr zu tun. Da erscheinen dann Leute und berichten von Jahre langen Irrwegen und in der Zwischenzeit ist ihnen das eigene Leben abhanden gekommen! Dramatische Störungsverläufe zeigen sich da manchmal und nicht selten sind die Schäden kaum noch zu reparieren.

    Besonders bizarr: Menschen, die etliche Jahre in der Szene waren und dann ne Traumatherapie brauchen, damit sie den ganzen Dreck wieder loswerden!

    Ein Blick auf die Biographien der diversen Anbieter bewirkt manchmal durchgreifende Erkenntnissprozesse.

  10. #40
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 382

    AW: ADHS & Buddhismus & Trauma

    Ihr Lieben,

    ich möchte hier eigentlich nicht einsteigen, was die einen oder anderen Missverständnisse betrifft.
    Jedoch:
    Im Buddhismus ist es wie in allen anderen Religionen auch:
    die einen praktizieren sie, die anderen nicht.
    Es gibt Tempel, Klöster, Lehrer, Führer, Wiedergeborene, Hirarchien usw.
    Gläubige, die beten, Räucherstäbchen entzünden und Opfer darbringen
    und andere, die sich dem achtfachen Pfad verpflichtet fühlen,
    wieder andere, die täglich meditieren usw.
    Und es gibt unterschiedliche Richtungen,
    die einen akzepzieren einander,
    andere Richtungen werden als nicht buddhistisch erklärt.
    Auch hier gibt es wahre Lehren und nicht wahre Lehren.

    Das Herz von Buddhas Lehre" von Thich Nhat Hanh ist eine prägnante und doch umfassende
    Einführung in den achtfachen Pfad, in die buddhistische Psychologie und Ontologie.
    Und in die wesentlichen Lehrreden Buddhas.

    Thich Nhat Hanh, der für mich ein Lehrer geworden ist mit seinen Büchern und
    "seiner" Lehre vom Buddhismus als Methode und nicht als Religion,
    ist innerhalb des buddhistischen Lagers nicht unumstritten.
    Die Methode darf, soll nach ihm sogar offen sein für die Religion, der sie begegnet.
    Vielleicht entsteht ja ein buddhistisches Christentum?

    Die buddhistische Lehre, aber vor allem der achtsame Pfad
    hat mir einen anderen Blickwinkel auf meine Religion, ich bin Christin, geschenkt.
    Und dadurch habe ich das Gefühl, meine Religion jetzt erst richtig zu verstehen.
    Wo früher eine intellektuelle Kluft war, ist jezt eine Brücke.

    Jesus und Buddha zeigen denselben Weg.
    Es geht darum, wieder in Kontakt zu kommen mit dem Urgrund des Seins,
    dass das Sein selbst ist und dass wir dadurch alle miteinander verbunden sind
    und doch ist jeder von uns ein einzigartiges Lebewesen.

    Im Kontakt mit dem Urgrund des Seins liegt die "Er-Lösung"
    ob ich das nun Nirvana oder Gott nenne, bleibt sich gleich.

    "Seit ich dem achtsamen Weg folge, habe ich angefangen, mit dem Herzen zu verstehen:
    Es ist ein großer Unterschied, ob ich Fakten akzeptiere oder ob ich mit meinem Herzen
    mein Einverständnis dazu gebe.
    Nur wenn ich mit meinem Herzen verstehe, Ein-Verständnis entwickele,
    kann ich Veränderungen bewirken, nicht was mein Sein, sondern was meine Beziehung
    zu meinem Sein, zu mir selbst und meine Beziehung zur Welt angeht.

    Der achtsame Weg ist für mich der WEG,
    um mich kennenzulernen,
    mich besser verstehen zu lernen,
    mich mit mir zu versöhnen,
    mit mir einverstanden zu sein,
    letztlich mich lieben zu lernen.

    Es gibt unterschieldiche Arten von Meditationen,
    bzgl. der Art der Praxis,
    aber letztlich ist da kein Unterschied:

    Ob ich jetzt schnell gehe,
    dabei wahrnehme, beobachte,
    wie es sich anfühlt, wenn mein Fuß den Boden berührt,
    wie es sich anfühlt, wenn mein Atem in mich hinein-und wieder herausströmt.
    wie sich mein Atem verändert
    wie sich meine Körperempfindungen verändern.
    welche Geräusche an mein Ohr dringen
    und wieder verschwinden....
    welche Gedankenwelten entstehen....
    Vorstellungen, Planungen...usw.

    oder ob ich dabei nur auf einem Kissen sitze,
    mich völlig entspanne,
    das Gefühl habe, zu einem Berg zu werden
    oder zu einem Blatt auf der Wasseroberfläche eines Sees,
    dass auf den Wellen hin und her wogt
    oder Sand im aufgewühlten Wasser, der sich langsam senkt.

    Oder ob ich auf dem Boden liege
    darauf achte, wie sich meine einzelnen Körperteile anfühlen
    und wenn ich nichts fühle,
    dann ist das auch ok.

    oder wenn ich achtsame Bewegungsübungen mache (Yogaübungen)

    oder wenn ich mich daran erinnere, dass ich Achtsamkeit üben möchte
    in zweifacher Bedeutung des Wortes.

    Es geht darum, das Nichtstun zu lernen und zu üben,
    ins Fühlen zu kommen, ins "reine Empfinden"
    einfach nur zu sein:
    Keine Ziele mehr
    Keine Vorstellungen mehr,
    keine Urteile mehr
    keine Planungen mehr....

    Verbundenheit spüren mit dem, was ist.
    Das Sein, mein Sein wahrnehmen.


    Zum Abschluß wunderbare Beschreibungen von Achtsamkeit,
    der Basis jeder Meditation oder für ein glückliches Leben:

    Achtsamkeit ist das Zentrale Element allen Wachstums, absolute Voraussetzung
    für Veränderung und die wichtigste Haltung, um Heilung zu ermöglichen.

    Eine Wolke beobachten, mit all dem Licht der Welt darin.
    Einem Fluss folgen, der den Hügel hinabströmt.
    Einen Freund mit Empfindsamkeit ansehen.
    Sich selber sehen, wie man ist, ohne einen Schatten der Ablehnung.
    Sich selber als Teil des Ganzen sehen.
    Die Unermesslichkeit des Universums schauen.
    Das ist Achtsamkeit.



    HG
    Michaela

    p.s.
    @ zotti:
    Es tut mir leid, dass du keine guten Erfahrungen gemacht hast bzw. wegen deines
    ADS einen geschützten Raum gebraucht hättest und offensichtlich dort keiner war.
    Meine Erlebnisse fandem alle in einem geschützten und beschützenden Raum statt.

    Es handelt sich um die Kundalini Meditation:
    15 Minuten Schütteln
    15 Minuten sich im Tanz ausdrücken
    15 Minuten Sitzen
    15 Minuten Hinlegen
    Die letzten beiden Teile auch umgekehrt möglich oder nur liegen....

    Oshos Meditationen haben mir geholfen, ins Fühlen zu kommen, aufzuwachen.
    Gerade während des letzten Viertels einer "dynamischen Meditation" ist meine
    innere Beobachterin erwacht, als ich für einen Moment in einen Zustand
    vollkommenen Gewahrseins gelangte.
    Ich nahm nichts anderes mehr wahr als einen Schweißtropfen,
    der meinen Rücken hinunterrann
    und gleichzeitig war ich dieser Schweißtropfen.

    Das vajra sattva hat mich ein Jahr später wieder in einen Zustand vollkommenen
    Gewahrseins geführt, ich war mir aller Geräusche in mir und außerhalb von mir bewusst.
    Es war ein ganz besonderes Erleben, das mich dazu brachte,
    mich endgültig der Praxis der Achtsamkeit zu widmen....

    Jedoch gehe ich jetzt vor allem den Weg des Zen.
    Ich würde ihn auch den sanften und stillen Weg nennen!

    Anfangs waren die Bewegungsmeditationen, die gelenkten Atemübungen verbunden
    mit der Konzentration auf den Atem ein guter Einstieg; ebenso die Mantren.
    Beides beruhigt den Geist und mein Geist ist wirklich sehr unruhig.
    Heute versuche ich mehr zu beobachten und dann ins Empfinden zu kommen,
    Achtsamkeit ist für mich ein Verschmelzen von Beobachten und Empfinden,
    ein Erleben, was JETZT ist.

    Und doch nutze ich immer wieder Konzentrationsübungen, wie z.B. das Zählen der Atemzüge
    beim Sitzen oder das Zählen der Schritte beim schnellen Gehen, um meinen Geist zu beruhigen,
    aber vor allem bemerke ich auf diese Weise besser, wenn mein Geist mal wieder spazieren geht.
    Es fällt mir immer noch schwer, in dem Moment, wo ich bemerke, dass mein Geist wieder
    spazieren gegangen ist, innezuhalten und mir dieses Moments bewusst zu werden.
    Es geht so schnell und bevor ich mich erinnern kann, dass ich..... bin ich schon zum Zählen zurückgekehrt.




    Geändert von 'Michi (12.07.2012 um 01:22 Uhr) Grund: Ergänzung

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