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Diskutiere im Thema Was "bringt" euch die Diagnose?? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
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Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
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    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 16

    Was "bringt" euch die Diagnose??

    Hallo!

    Ich frage mich schon länger, ob ich ADHS habe. Bei meinem Sohn wurde jetzt ADHS und Asper Syndrom festgestellt. Nun war dann auch immer die Rede von der genetischen Ursache...dh. er hat es wahrscheinlich von den Eltern. Ich war als Kind schon sehr auffällig.

    Aber nun, wie ist das: was nutzt es mir zu wissen, ob ich ADHS habe? Für Kinder gibt es ja einiges an Therapiemöglichkeiten. Für Erwachsene auch? Wie war das für euch??

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 187

    AW: Was "bringt" euch die Diagnose??

    Naja, es nutzt immer zu wissen ob man etwas hat oder nicht, so einfach ist das

    Dass dein Sohn ADHS hat heißt nicht, dass du das auch haben musst. das kann auch vom Vater kommen, es ist da wohl nicht klar wer es vererbt. Bei mir habe ich das eindeutig von meinem Vater, da bin ich mir sehr sicher, er hat das auch nur schwach. Der widerum hat das von seiner Mutter, die das ganz gut in der Familie verteilt hat. Sie hat auch keine Diagnose, aber meiner Meinung nach deutet alles darauf hin, dass sie der Ursprung ist, zumindest bei den Verwandten die ich kenne. Die Generationen vor ihr kenne ich nicht, aber da es da wohl auch schon ein paar Suizidfälle gegeben hat kann das auch gut sein, das ist auch ein Hinweis darauf. Die Zeiten waren halt anders.

    Bemerkst du denn Symptome bei dir die dir "nicht normal" vorkommen? Es gibt haufenweise Behandlungsmöglichkeiten für Erwachsene, das siehst du ja hier, wir sind ja alle Erwachsene mit ADS oder zumindest mit Verdacht darauf. Es gibt zahlreiche therapien und Medikamente die dabei helfen die negativen Symptome loszuwerden. ADS ist leider immer noch oft als Kinderkrankheit verschrien und wird oftmals auch als Ausredekrankheit oder Modeerscheinung betrachtet, was totaler Mist ist. Aber genau wegen sowas wird hier in Deutschland auch nur Medikinet Adult als Medikament für Erwachsene mit AD(H)S von der Kasse übernommen, alles andere musst du selbst zahlen. Außer du bist noch Kind

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 16

    AW: Was "bringt" euch die Diagnose??

    Ja ich bin mir ziemlich sicher, dass er es von mir hat. Ich erkenne mich sehr oft in seinem Verhalten wieder. Manche "Ticks" habe ich heute noch, andere wurden mir halt abgestellt. Das größte Probleme bei ihm ist die "gestörte Impulskontrolle" und das hatte ich auch als Kind, ich bin sehr oft verloren gegangen, weil ich jedem Reiz gefolgt bin..oder ich bin mit fremden Menschen einfach mitgegangen..meine Eltern sind fast umgekommen vor Sorge und ich hab genüsslich Kekse gemapft und mich mit den Fremden unterhalten...Mein Vater hatte das als Kind auch und er hat auch seine Ticks...

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 187

    AW: Was "bringt" euch die Diagnose??

    Naja, wenn es dich stört, lass dich doch testen So einfach ist das im grunde. Es gibt sicher auch eine sehr hohe Dunkelziffer bei ADSlern, die in ihrem Leben größtenteils ganz normal klar kommen. Mein Vater hatte auch nie Probleme und ich bin mir super sicher, dass ein Test bei ihm positiv wäre. Aber bei ihm ist das quasi egal. ist wie immer, wenn es dich stört, ändere es und hol dir Hilfe. Je nach Ausprägung kann es sich auch etwas verwachsen, also dass man so gelernt hat damit zu leben, dass ADS keine Behinderung im Alltag irgendwie darstellt.

    Wenn es dir generell gut geht damit und mit den Ticks, dann gibts ja keinen Handlungsbedarf, wenn dich aber etwas stört, dann mach etwas dagegen. Eine Diagnose nur um der Diagnose Willen bringt ja eigentlich nicht viel. Ist jetzt meine bescheidene Meinung.

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 16

    AW: Was "bringt" euch die Diagnose??

    Ja da hast du recht. Naja ich hab das meiste im Griff. Was mich stört ist, dass ich mich nicht so gut Konzentrieren kann, die Vergesslichkeit etc. da ich sehr wissbegierig bin und immer am lernen bin. Und das ruhig sitzen in den Kursen führt dazu, dass ich dann auf keine spitzen Gegenstände (Bleistift, Lineal, Tischkante etc.) mehr schaun kann, und und und...das merkt keiner, ich kaschier das aber mich machts verrückt. Dachte bisher das ist halt so. Ich frag mich halt, ob man das ändern kann. Ich kenn mich ja auch nicht so gut aus mit ADHS bei Erwachsenen...

  6. #6
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 56

    AW: Was "bringt" euch die Diagnose??

    Hallo Toocrazy,

    ja, Therapie bei jemanden der sich mit AD(H)S auskennt, die verlangen meist eine Diagnose und dass ich mich medikamentös einstellen lassen kann und die Krankenkasse die Medikamente bezahlt.
    Medikamente brauchst du aber nur, wenn du so wie ich einen großen Leidensdruck durch dein AD(H)S hast.

    Ob du AD(H)S hast oder nicht kannst du auch anders feststellen, es gibt da Tests im Internet und in Büchern.

    Ich habe gelernt, für AD(H)S sind über 100 Gene verantwortlich, es wird vererbt und überspringt keine Generation.
    D.H. dein Sohn hat sein AD(H)S entweder von dir oder seinem Vater oder von beiden, was nicht unüblich ist, da AD(H)S AD(HS) sucht und findet. Du kannst auch sagen gleich und gleich gesellt sich gern.
    In meiner Familie haben alle AD(H)S auch Generationen zurück. Allerdings haben nur mein Mann und ich eine Diagnose, da wir uns medikamentös einstellen lassen wollen.
    Unsere drei Kinder haben auch AD(H)S, das ist sonnenklar, aber sie sind nicht diagnostiziert, da sie auch ohne Medikamente zurecht kommen.
    Allerdings haben die zwei Söhne (9 und 11 Jahre alt) bereits ein Störungsbildteaching besucht, dort haben sie erfahren was AD(H)S ist und wie sie damit umgehen können.

    Ich rate dir als Mutter, dass du zuerst ein Elterntraining besuchst, solch ein Training wird mittlerweile an verschiedenen Orten angeboten.

    Dort haben mein Mann und ich gelernt, wie wir besser mit unseren Kindern umgehen können und mein Mann hat festgestellt, das er auch AD(H)S hat (ich habe es schon vorher gewusst, das er dazugehört).

    So ich hoffe ich habe dir weitergeholfen, du kannst aber auch erst mal Bücher lesen, die von Cordula Neuhaus kann ich empfehlen, vielleicht erkennst du dich da ja wieder.

    Schöne Grüsse
    Natalie

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 16

    AW: Was "bringt" euch die Diagnose??

    Liebe Natalie!

    Vielen Dank für die Tipps - hab mir gleich die empfohlenen Bücher angesehn. Ja, wir bekommen Elternberatung bezüglich Umgang mit unserem Sohn und er bekommt Ergotherapie. Das mit dem vererben ist interessant, das es nicht einmal eine Generation auslässt...

  8. #8
    EvS


    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 97

    AW: Was "bringt" euch die Diagnose??

    ich dachte es kann auch ne generation springen.

    aber zum thema was die diagnose bringt. ich denke mal dass wenn man schon den verdacht hat zu mindest ein gewisses darüber bescheid wissen wollen in einem aufkommt. mir ging es zuerst auch eher darum es zu wissen um es zu wissen. obwohl dann auch langsam die einsicht kam das es so wie es jetzt ist es nicht bleiben kann...ich hatte das vorher immer irgendwie verdrängt und kann auch anderen wenn ich ihnen gegenüber sitze das nicht so einfach erzählen. eigen- und fremderwartungen können da schon etwas problematisch sein.

    wie dem auch sei, wenn du es nur wissen willst um die gewissheit zu haben aber ansonsten recht gut damit klar kommst ist das auch ein völlig legitimer grund sich testen zu lassen.

  9. #9
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 56

    AW: Was "bringt" euch die Diagnose??

    Hallo Toocrazy,

    das mit dem Vererben haben wir im Elterntraining bei Cordula Neuhaus gelernt und ich bin immer davon ausgegangen, das nur meine Mutter und Großmutter betroffen sind, weil bei meinem Vater und meiner Schwester die Symptome so unauffällig sind.
    Frau Neuhaus hat mir aber bei allen Familienmitgliedern genau die typischen Symptome aufgezeigt, AD(H)S heißt zum Beispiel nicht, das man chaotisch ist und nicht aufräumen kann, es gibt auch immer das genaue Gegenteil, z. B. das man einen Putzzwang hat. Es gibt bei AD(H)S so viele Facetten, es geht immer in beide Richtungen.

    Ich habe gelernt, die Veranlagung veerbt sich weiter, es haben also alle Familienmitglieder, nur das AD(H)S ist bei jedem anders ausgeprägt.

    Elternberatung hatten wir auch 6 Jahre, aber ich kann dir nur das Elterntraining für AD(H)S KInder ans Herz legen, das ist was ganz anderes und du lernst verschiedene Familien und deren Probleme und Lösungen kennen.
    Das ist so was von hilfreich und man knüpft auch tolle Freundschaften.

    Seit ihr auch bei einem AD(H)S-Spezialisten in der Beratung? Ich habe soviel Psychologen, Therapeuten, Heilpädagogen
    und Ärzte kennengelernt, die behauptet haben sie kennen sich aus.
    Wirklich auskennen tut sich nur der, der AD(H)S als Schwerpunkt hat und sich jährlich fortbilden lässt, da sich auf dem Gebiet
    zur Zeit soviel tut.
    Wenn man die AD(H)S-Behandlung wirklich ernst nimmt, kann man damit ausgelastet sein, wie ich bei den Spezialisten festgestellt habe und die gibt es leider nicht wie Sand am Meer.

    Liebe Grüsse
    Natalie

  10. #10
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 3.524

    AW: Was "bringt" euch die Diagnose??

    Die Diagnose hat mir persönlich vor allem endlich die Gewissheit gegeben, dass ich weder dumm noch minderwertig (zumindest in manchen Hinsichten ansonsten hat mir das erst die Therapie beigebracht) noch irgendwie "geisteskrank" bin.

    Ich habe endlich begriffen warum es mir manchmal möglich war meine Intelligenz aufzuschöpfen und manchmal so gar nicht, ich habe verstanden warum mein Leben an manchen Stellen so lief wie es lief obwohl ich das gar nicht so wollte....

    Dann hat mir die Diagnose gebracht, dass ich eine Verhaltenstherapie beginnen und daraus sehr viel gewinnen konnte und sich mein Leben sehr verändert hat. Ich habe mich verändert, zum positiven, ich habe einige Sachen abstellen können und andere endlich wieder tun können, ich habe angefangen zu begreifen, dass ich auf viele Dinge Einfluss habe und sie nicht hinnehmen muss.

    Zusätzlich habe ich Medikamente bekommen, die mir dabei eine Stütze waren/sind und es mir ein wenig leichter gemacht haben meinen wirren Kopf zusammen zu halten.

    Ich denke ich hätte mich damals nicht diagnostizieren lassen, wenn nicht ein gewisser Leidensdruck da gewesen wäre. Ich denke das muss jeder für sich selber wissen.
    Gewußt habe ich es im Endefekt schon als mein Sohn diagnostiziert wurde, weil wir beide uns mehr als ähnlich sind...
    Aber da ich gelitten habe wollte ich es schwarz auf weiß um was tun zu können.....

    Ich wünsch Dir viel Erfolg auf Deinem Weg!!!

    LG

    Rose

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