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Diskutiere im Thema Unterscheidung AD(H)S, Disso, Hochsensibilität, PTBS etc: Wie? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #21
    Allanon

    Gast

    AW: Unterscheidung AD(H)S, Disso, Hochsensibilität, PTBS etc: Wie?

    @Zotti

    LOL, afaik ist Eiselein nicht so der Fussballer, da gab mal so ein Thread ^^

    Huch, gibts ein Zusammenhang zwischen ADHS und Waermeregulierung ?
    Ich kann nur sagen, dass ich sehr sehr hitzeempfindlich bin und keine Jacken brauche ab 10°.
    Ziehe ich ziemlich duenn an, andere haben immer gestaunt..
    Sonst schwitze ich. Im Sommer fuehle ich mich unwohl, viel zu warm, muss dann oefters eiskalt duschen.
    Fuehle mich wohl im Winter wenns Minusgrad ist...

  2. #22
    Zotti

    Gast

    AW: Unterscheidung AD(H)S, Disso, Hochsensibilität, PTBS etc: Wie?

    Ich fühl mich am wohlsten bei so um die 20 bis 25 Grad. Braucht man nicht so viel Kleidung und
    keine dicken Jacken und die Scheißstrümpfe und einfach in die Latschen, so jetzt geh ich Comedey
    gucken, da sind ganz viele ADSler dabei, bis dann mal



    Ach ja ich wollte noch fragen, bei dir steht ja das Wort Matrix, die ist hier bei mir die Ecke rum
    Riesenbunkerteildisco, kennst du die oder warum steht da Matrix.

  3. #23
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 2.633

    AW: Unterscheidung AD(H)S, Disso, Hochsensibilität, PTBS etc: Wie?

    @ web4health


    Äh, web4health, wollt ich noch sagen: "There are no subtypes. ADHD is one thing. What we called subtypes is a variation in severity."

    Russell Barkley

  4. #24
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.149

    AW: Unterscheidung AD(H)S, Disso, Hochsensibilität, PTBS etc: Wie?

    Ich kann mich auch nur an wenige Einzelheiten erinnern, an die aber ganz genau!

    Bin froh, dass mir meine Mutter in ihren letzten Lebensmonaten noch das eine oder andere erzählt hat.

    In den letzten Lebensjahren meiner Eltern war ich viel bei ihnen und hab dadurch auch wieder mehr Kontakt zu der weiteren Familie bekommen.

    Da hab ich noch so einiges erfahren.

    Eine Cousine meines Vaters erzählte mir, dass ich immer in's Bett gesteckt wurde, obwohl ich bei Besuch ganz angeregt war und in Gesellschaft bleiben wollte. Ich muss so erbärmlich geschrieen haben, dass sich alle noch ganz genau daran erinnern. Die Geschichte erzählt die Frau immer, wenn ich mit ihr zu tun habe.

    Erinnert mich an das Konzept von der erlernten Hilflosigkeit von Seligmann - das Schreien hat nichts genutzt - ich werde einfach nicht gehört!

    Ich selbst kann mich allenfalls schemenhaft erinnern, dass diese Cousine und ihre Familie mal bei uns waren. Vermute mal, die wollten sich das Geschrei nicht mehr antun.

    Von meiner Mutter weiß ich, dass ich kaum laufen konnte, da war ich schon das erste Mal abgehauen - bin durchs halbe Dorf marschiert. Angeblich haben sie mich oft gesucht - ich war immer unterwegs.

    Während andere Kinder jeden Nachmittag noch geschlafen haben, war bei mir nichts mehr zu machen. Ich hab Theater gemacht bzw. bin einfach sofort wieder aufgestanden.

    Manchmal komme ich auf den Gedanken, dass ich nachts oft aufgewacht bin und mir ein Spiel oder einen Nervenkitzel draus gemacht hab, mir Albträume zu schaffen. Ich wusste genau, auf welchen Punkt ich schauen muss, damit langsam das Bild von Hasen auftaucht - vor denen hab ich mich immer gefürchtet (warum auch immer). Ich wusste genau, was passieren kann, wenn ich auf diesen Punkt schaue. Aber ich konnte es einfach nicht lassen - war ganz fasziniert von der Geschichte.

    Und ich galt immer als dumm - natürlich bei den Familienmitglieder, die selbst eher schwach in der Intelligenz waren.

    An Ostern suchte ich mal, zusammen mit meiner Cousine, nach den Osternestern. Meine Cousine war schneller und fand ein Nest hinter dem Vorhang. Ich dachte mir, meine Tante wird ja nicht so doof gewesen sein, das andere Nest hinter den zweiten Vorhang zu packen. Die Blöße wollte ich mir dann doch nicht geben und dort nachschauen.

    Was passiert? Meine Tante: "Mensch bist du blöd! Nun hat dir doch XXX schon vorgeführt, wo die Nester sind und du suchst immer noch rum! Stell dich nicht so dumm an!"

    Supi - solche Erfahrungen prägen fürs Leben! Da weisste genau, dass de falsch tickst.

    Tja und was ist aus uns geworden? Cousine hat die Ausbildung auf halber Strecke abgebrochen, sich dem Alkohol zugewandt, im Job Geld unterschlagen. War kaum in der Lage mal nen Brief zu schreiben usw. Bei der wurde alles noch ein bisschen schlimmer. Sie hat uns alle ständig vor den Kopf gestoßen - dabei war sie wohl eher verpeilt. Hat sie mir auch öfter mal erzählt, dass sie einfach immer zu spät dran ist oder an den falschen Ort kommt. Ich hab das manchmal einfach nicht kapiert - es hat mir allenfalls leid getan.

    Eigentlich hat sie als Erwachsene alle, aber auch wirklich alle (einschließlich mir), nur vor den Kopf gestoßen - die arme Frau war nur verpeilt!

    Meine Zähigkeit hat immerhin ausgereicht, meine Ausbildungen (einschließlich Studium) abzuschließen. Aber fertig bin ich jetzt auch! Zu meiner Cousine habe ich keinen Kontakt mehr, hab sie das letzte Mal 1993 gesehen. Sie hat auf nichts reagiert, nicht mal auf die Todesanzeigen, die ich ihr von meinen Eltern geschickt hab.

    Ich war erbärmlich altklug - und hab damit auch Erwachsene aus der affektiven Spur gehauen! Die reagierten dann auch ganz erwachsen und ich stand belämmert da.

    Und ich meinte immer, meine Mutter würde mich austricksen und anschwindeln. Die hat mich einfach überfordert, weil ich gelegentlich so einsichtig und selbstständig war!

    In meiner Verpeiltheit hab ich oft irgendeine Antwort gegeben und hinterher kam der Ärger, dass ich meine Mutter anlügen würde! Na klasse, da musste ich mir dann Sachen einfallen lassen, warum ich eben nicht gelogen hab.

    Die Feinmotorik war mein größtes Problem - ich hab es einfach nicht hingekriegt und immer geübt usw. Gab nur Ärger und als Mädchen auf dem Land ging das schon gar nicht. Ich war die größte Niete in Handarbeit - und der Ärger blieb nicht aus. Manchmal hab ich das Zeug regelrecht in die Ecke geschmissen oder vor Wut zerrissen.

    Die Grenzen sind fließend - die Hochsensibilität macht anfällig, die Dissoziationen bringen den Ärger. Das nicht Verstandenwerden macht hilflos und die Folgen der Verpeiltheit führen am Ende zur PTBS. Der Kreis schließt sich und alles beginnt von vorne!

    Mist, da grüßt mich schon wieder der Faust. Gibt's da nicht so ne Geschichte mit dem Pudel und dem Pentagramm - irgendwo ist ein Ausweg - auch wenn die Form geschlossen scheint?

    Ne, ich schau jetzt nicht nach. Die Bücherschränke sind zu unübersichtlich, außerdem hab ich noch ganz banalen Alltag zu bewältigen - der reicht mir voll aus!

  5. #25
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Unterscheidung AD(H)S, Disso, Hochsensibilität, PTBS etc: Wie?

    Eiselein schreibt:
    "There are no subtypes. ADHD is one thing. What we called subtypes is a variation in severity."
    Irgendwie weiß ich nicht so recht, was ich von Barkley halten soll, ...

    Er und seine "Schlagzeilensprüche"
    Was wir Subtypen nennen, ist ein unterschiedlicher Schweregrad?
    Kann man das tatsächlich so sehen?

    Wenn man berücksichtigt, dass AD(H)S auch den Spektrumserkrankungen zugeordnet ist (Quellenangabe müsste ich raussuchen), dann mag das, zumindest vordergründig, so Sinn machen.

    Natürlich ist AD(H)S EINE Grunderkrankung, aber sie zeigt sich unterschiedlich, aber ich bin mir nicht sicher, ob es dabei tatsächlich legitim ist, von unterschiedlichen Schweregraden auszugehen.
    Ist ein Mensch mit Hyperaktivität schwerer betroffen als ein Hypoaktiver oder umgekehrt?

    Fraglos ist ein leicht hyperaktiver weniger schwer ausgeprägt, als einer, der keine 2 Sekunden still sitzen kann.
    Aber wie steht es mit Hypoaktivität?
    Auch hier ist einer, der weniger verträumt ist nicht so schwer betroffen wie der, der gelegentlich mal nicht vor sich hin träumt.
    Aber wie ordnet man Hyper und Hypo in dem Spektrum ein?
    Dann bräuchte man schon ein kreisförmiges Spektrum, das z.B. von außen nach innen schwergradiger wird und im Umfang, also konzentrisch unterschiedliche Ausprägungen hätte.
    Dann würden also Hyper- und Hypoaktivität durchaus auf einer Linie, aber in einem anderen Teil des Spektrums liegen.

    Wenn die Unterschiede aber so gravierend deutlich sind, dann macht es dennoch Sinn und ich halte es für legitim, von Subtypen zu sprechen.
    Aus dem einfachen Grund, die Dominanz zu unterstreichen.
    Ich denke, es macht schon Sinn die dominante Komponente des Spektrums durch Subtypen hervorzuheben.

    Im Kern hat Barkley mit der Aussage also fachlich durchaus vollkommen recht.
    Die Frage ist doch aber, ist es nicht dennoch sinnvoll, von Subtypen zu reden um des allgemeinen Verständnisses willen?


    Genauso sein Spruch "Hyperfokus gibt es bei ADS'lern nicht, vielmehr ist es eine Unfähigkeit, Tätigkeiten zu unterbrechen, wenn es angezeigt ist"
    DAS ist mir entschieden zu einfach.
    Denn im Gegenzug zeichnet sich ADS ja dadurch aus, dass wir von allem möglichen, noch so unscheinbaren und unwichtigen abgelenkt und somit eben DOCH unterbrochen werden.
    Wenn genau dieser Prozess, der uns ansonsten so belastet und quält, bei wenigen, ganz bestimmten Tätigkeiten unterbunden wird, dann widerspricht das seiner Aussage.

    Ebenfalls sagte er in einem Vortrag, "AD(H)S ist keine Gabe, sondern eine Störung.
    Wenn ein Betroffener Erfolg im Leben hat, dann nicht wegen AD(H)S, sondern trotz AD(H)S
    ".

    Damit gehe ich zwar konform und bin der gleichen Meinung, sachlich aber müsste man auch diese Aussage hinterfragen, denn so ganz kann sie nicht stimmen.
    Das ist so ein gaaaanz bisschen wie bei den Savants:
    Diese Menschen haben besondere Fähigkeiten, die sie nicht hätten, gäbe es diese Störung nicht.
    Das sagt ja schon der Begriff als solcher aus: "Wissender"
    Ich weiß nicht, ob es nicht ein bisschen zu einfach ist, zu sagen, dass die Betroffenen all diese Fähigkeiten haben obwohl sie betroffen sind.
    Es ist nicht auszuschließen, dass sie sie nicht hätten, gäbe es diese Störung nicht.
    EDIT: (Ich für mich persönlich stimme dem aber zu, ... ich wüsste nicht eine Stärke, die ich der ADS zu verdanken hätte, ... ich sehe nur das Gegenteil.
    Was nützt einem eine angeblich hohe Intelligenz, wenn sie nicht nutzbar ist, weil so etwas sie blockert?)

    Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich mich mit Barkley nicht sonderlich beschäftigt habe, keines seiner Bücher gelesen habe und auch sonst über keine Artikel von ihm oder über ihn gestolpert bin, jedenfalls nicht bewusst.
    Lediglich durch einige seiner Vorträge, sofern im Web verfügbar (YT), welche meist hier im Forum gepostet wurden, ist er mir bekannt.
    Meine Gedanken sind also auch entsprechend relativerend zu bewerten.

    Wiederum allerdings muss ich feststellen, dass von ihm immer wieder diese einzelnen, doch eher an Schlagzeilen erinnernden Zitate auftauchen und da weiß ich einfach nicht, was ich davon halten soll.

    Mir persönlich ist es lieber, von Subtypen zu reden, auch wenn mir klar ist, dass die ineinander übergehen, also ein Spektrum bilden.
    Es macht es einfach "klarer", "anfassbarer".
    Geändert von Fliegerlein (30.06.2012 um 13:15 Uhr) Grund: Nachtrag (EDIT) zugefügt/ Fehler korrigiert

  6. #26
    Zotti

    Gast

    AW: Unterscheidung AD(H)S, Disso, Hochsensibilität, PTBS etc: Wie?

    Liebe Waldsteinie, ich kann jetzt schon wieder nicht den langen Text von dir lesen. Das tut mir echt leid, weil es so schön geschrieben ist.
    Ich komme gerade vom Nachtflohmarkt, der war bei uns an der Waldorfschule und ich habe sogar etwas verdient und 1 Los für ein Euro
    gekauft und eine große Bratpfanne gewonnen. Jetzt mache ich gerade noch Essen mit meinen Freund und dann muß ich ins Bett,
    weil ich mich morgen in Essen mit andern ADS-Chaoten treffe und hoffe daß ich nicht zu große Erwartungen habe und enttäuscht werde.
    Ich lese aber deine Sachen noch. Bis dann mal, Zotti

  7. #27
    mit Nebenwirkung

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 48
    Forum-Beiträge: 4.672

    AW: Unterscheidung AD(H)S, Disso, Hochsensibilität, PTBS etc: Wie?

    Hallo,

    zu Barkley:
    Ich habe das Gefühl, er ist es leid, dass AD(H)S "schön geredet" wird. Man kann auch den Autismus, mit seinen für Aussenstehende faszinierenden "Auswirkungen", wie die, der Inselbegabung "schönreden"

    Aber im Endeffekt sind es mehr oder weniger dramatische Beeinträchtigungen, die den Betroffenen mehr oder weniger heftig das Leben schwer machen!

    Nur wenn man das Glück hat, dass schwerwiegende Beeinträchtigungen kaum vorliegen und die anderen Beeinträchtigungen zufällig positiv genutz werden können, weil zB das Umfeld und die Lebensbedingungen stimmen, kann man sagen, die Störung wirkt sich auch positiv aus!

    Letzten Endes kann man ja auch gar nicht wirklich beurteilen, ob man das Positive, dass man an sich vllt sogar schätzt, nicht auch an sich hätte, wenn man nicht Betroffen wäre (kreativität, Hilfsbereitschaft etc.)


    Aber das ADHS keine feste Größe ist, sondern Variationen aufweist, habe ich auch schon gelesen... und es scheint unter den "Wissenden" (nenne ich sie mal ) auch unumstritten. ZB. sagte dies auch C.Neuhaus in ihrem Vortrag in Mainz.

    Ich finde das auch eigentlich nicht verwunderlich, sondern logisch, wenn man bedenkt wieviele Gene und vor- und nachgeburtliche Faktoren eine Rolle spielen (könnten) bei der Ausprägung einer ADHS....

    Selbst das Down-Syndrom, das ja sehr eindeutig auf einen Fehler im Erbgut festgemacht werden kann, wirkt sich total unterschiedlich aus. Von "ein Leben lang auf Andere 100%ig angewiesen sein" bis " selbständig mit wenig Unterstützung leben können" gibt es da alle Variationen! (Auch diese Betroffenen sind über aus liebenswerte Menschen mit zig positiven Eigenschaften... gibt es also nicht nur bei ADHS! ... und wer sich aufregt, das ich das vergleiche, sollte erstmal gut darüber nachdenken, ob das wirklich so "unvergleichlich" ist... zumindest grundsätzlich!!... aber wir könnten zur Beruhigung auch Autisten oder von Panikstörungen Betroffene vergleichen... ist auch in vielen Variationen vorhanden, nur dass man da die Ursache nicht so eindeutig herausgefunden hat... deswegen der Vergleich mit dem Down-Syndrom)

    Ach herrje... jetzt verteidige ich mich schon wieder, ohne Angriff... den sollte ich vllt erstmal abwarten


    LG
    happy

  8. #28
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.149

    AW: Unterscheidung AD(H)S, Disso, Hochsensibilität, PTBS etc: Wie?

    happypill schreibt:
    Hallo,

    zu Barkley:
    Ich habe das Gefühl, er ist es leid, dass AD(H)S "schön geredet" wird. Man kann auch den Autismus, mit seinen für Aussenstehende faszinierenden "Auswirkungen", wie die, der Inselbegabung "schönreden"
    Die derzeitige Idealisierung von ADHS finde ich auch einfach nervig - sie ignoriert völlig den Leidendruck der Menschen, deren Kräfte irgendwann einfach ausgehen! Deshalb werde ich auch immer stinkiger, wenn ich solche Begriffe wie Indigo-Kinder oder Kristallkinder höre.

    Wer seine Aufmerksamkeit nicht auf einem gesunden Mittelmaß halten kann, der kommt einfach nicht klar. Und die Intelligenz hilft auch noch, die Fehler zu sehen - natürlich immer im Rückblick - und doch werden die Fehler ständig wiederholt.

    happypill schreibt:
    Nur wenn man das Glück hat, dass schwerwiegende Beeinträchtigungen kaum vorliegen und die anderen Beeinträchtigungen zufällig positiv genutz werden können, weil zB das Umfeld und die Lebensbedingungen stimmen, kann man sagen, die Störung wirkt sich auch positiv aus!
    Stimme ich zu - deshalb werden die Probleme mit zunehmender Freiheit bzw. der Auflösung fester Strukturen und Großfamilien immer häufiger Behandlungsbedürftig sein. Es gibt genügend Fallbeispiele, in denen alles gut lief bis zu dem Zeitpunkt, als die Menschen auf sich alleine gestellt waren. Solange der ADHSler ein günstiges Außenskelett hat funktioniert noch alles - fällt das Außenskelett weg, bricht auch der Rest zusammen.

    happypill schreibt:
    Letzten Endes kann man ja auch gar nicht wirklich beurteilen, ob man das Positive, dass man an sich vllt sogar schätzt, nicht auch an sich hätte, wenn man nicht Betroffen wäre (kreativität, Hilfsbereitschaft etc.)
    Die Fähigkeiten verschwinden doch nicht. Sie werden nur in einem adäquaten Maß eingesetzt - nicht übermäßig bis zum selbstschädigenden Verhalten! Ist ein Riesenunterschied. Ich will gern weiterhin hilfsbereit sein, aber bitte nicht mehr bis zur Selbstaufgabe!


    happypill schreibt:
    Aber das ADHS keine feste Größe ist, sondern Variationen aufweist, habe ich auch schon gelesen... und es scheint unter den "Wissenden" (nenne ich sie mal ) auch unumstritten. ZB. sagte dies auch C.Neuhaus in ihrem Vortrag in Mainz.
    Sehe ich nicht so. Wenn ich den Blick auf das Gemeinsame richte, dann ist es immer das Problem mit der Aufmerksamkeit, die nicht über eine längere Zeit gehalten werden kann. Die Auswirkungen sind dann unterschiedlich und auch die Symptome. Letztendlich ist es doch immer so, dass die Zustände Entspannung und Anspannung nicht in einem vernünftigen Maß da sind.

    Welche Gene oder Umwelteinflüsse verantwortlich sind, halte ich allenfalls für Forscher interessant. Für den Praktiker, der ADHs diagnostizieren und behandeln muss, geht es doch darum, dass er diese sprunghafte Aufmerksamkeit erkennt.


    happypill schreibt:
    Selbst das Down-Syndrom, das ja sehr eindeutig auf einen Fehler im Erbgut festgemacht werden kann, wirkt sich total unterschiedlich aus. Von "ein Leben lang auf Andere 100%ig angewiesen sein" bis " selbständig mit wenig Unterstützung leben können" gibt es da alle Variationen! (Auch diese Betroffenen sind über aus liebenswerte Menschen mit zig positiven Eigenschaften... gibt es also nicht nur bei ADHS! ... und wer sich aufregt, das ich das vergleiche, sollte erstmal gut darüber nachdenken, ob das wirklich so "unvergleichlich" ist... zumindest grundsätzlich!!... aber wir könnten zur Beruhigung auch Autisten oder von Panikstörungen Betroffene vergleichen... ist auch in vielen Variationen vorhanden, nur dass man da die Ursache nicht so eindeutig herausgefunden hat... deswegen der Vergleich mit dem Down-Syndrom)
    Vergleiche hinken immer, aber grundsätzlich stimme ich Dir zu! Ist doch eigentlich ein Grundprinzip - schließlich gibt es auch kurzsichtige Leute, die herausragende Leistungen auch in der Feinmotorik bringen können - die richtige Brille richtet es schon!

    Letztendlich geht es doch nur darum, die richtige Hilfe oder Unterstützung im Außen zu finden, um wenig ausgebildete Fähigkeiten zu kompensieren! Ob es harte und klare Strukturen und Rituale sind, die dabei helfen, ne Brille, ne Insulinspritze oder die besondere Förderung der schwächeren Fähigkeiten ist dabei sekundär!

    happypill schreibt:
    Ach herrje... jetzt verteidige ich mich schon wieder, ohne Angriff... den sollte ich vllt erstmal abwarten
    Hihi, gute Idee! Cool bleiben, dann klappts auch mit der Diskussion

  9. #29
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Fachperson
    Forum-Beiträge: 676

    AW: Unterscheidung AD(H)S, Disso, Hochsensibilität, PTBS etc: Wie?

    Für mich bleibt es so :

    ADHS und Dissoziation sind im Erwachsenenalter häufig wie Henne oder Ei. Was zuerst da war, ist eigentlich nicht entscheidend.

    In der Diagnostik einer Fachklinik wie Bad Bramstedt wird sehr gründlich auf ADHS geschaut. Aber es wird eben nicht auf Dissoziation geschaut. Daher auch nicht gefunden. Roy Murphy ist ein toller Psychologe und Experte. Aber auch er oder sein Team kann nur das finden, was man sucht.

    Die Behandlung wird dann teilweise helfen, teilweise aber eben auch nicht. Wie immer.

    Andererseits wird man auch in einer Traumafachklinik kaum eine Dissoziation "finden", wenn man nun ADHS und Dissoziation hat. Schlicht, weil dort Trauma bzw Dissoziation an andere Auslöser gekoppelt ist und man noch andere Vorstellungen von Dissoziation hat.

    Der Gutachter hat eigentlich einen verdammt guten Job gemacht. Er hat aufgezeigt, dass da was nicht stimmt und völlig richtig (soweit ich das aus der Ferne beurteilen kann) auf die Möglichkeit von Dissozativen Phänomenen hingewiesen.

    Ich beschreibe das immer wie eine Insel (z.B. Sylt). Wenn man von der Weststrandseite kommt, sieht man die Insel mit hohen Wellen und Sandstrand. Schön und gut. Vom Watt aus sieht die Insel ganz anderes aus. Es bleibt aber eine Insel. Einige Leute halten sich lieber am Wellenstrand auf, andere am Watt. Je nachdem, von wo man schaut sieht man unterschiedliche Facetten.

    Vermutlich gibt es bei ADHS und Trauma eben viele Facetten und Erklärungen. Kein entweder-oder.

  10. #30
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Unterscheidung AD(H)S, Disso, Hochsensibilität, PTBS etc: Wie?

    web4health schreibt:
    In der Diagnostik einer Fachklinik wie Bad Bramstedt wird sehr gründlich auf ADHS geschaut. Aber es wird eben nicht auf Dissoziation geschaut. Daher auch nicht gefunden.
    Dass ich dissoziiere haben sie schon herausgefunden.
    Bis dahin wusste ich es nicht.
    Mein Thera sagte später, dass er das auch wisse und bemerkte (und auch in seiner Kartei stehen hatte), aber mich damit zunächst mal nicht weiter auch noch belastet hat (ich denke, das war auch gut so, er wird sich dabei was gedacht haben)
    Aber in der Klinik war es zugegebenermaßen aufgrund der hohen Grundanspannung viel mehr als sonst und irgendwie, ... ja schon heftiger würde ich sagen.

    Weiter auf die Disso's eingegangen sind sie aber, soweit ich das erinnere, nicht.
    War auch sicherlich nicht das Haupthema, da haben sie sich wohl nicht ablenken lassen .


    Der Gutachter hat eigentlich einen verdammt guten Job gemacht. Er hat aufgezeigt, dass da was nicht stimmt und völlig richtig (soweit ich das aus der Ferne beurteilen kann) auf die Möglichkeit von Dissozativen Phänomenen hingewiesen.
    Ich komme wohl nicht ganz umhin, das zuzugeben, auch wenn ich viele Punkte sehe, die er da entweder falsch verstanden oder falsch interpretiert hat.
    Was mich allerdings sehr gestört hat war die Anmerkung, dass sich dadurch möglicherweise (immerhin eine kleine Einschränkung) die ADHS-ähnlichen Symptome erklären ließen.
    Und das passt eben einfach nicht und das hat mich auch aufgeregt.
    Naja und dass er z.B: "Hinweis auf selbstverletzendes Verhalten" eingetragen hat, weil ich ihm erzählt habe, dass ich das als Kind eine zeitlang gemacht habe ...

    Ich beschreibe das immer wie eine Insel (z.B. Sylt). Wenn man von der Weststrandseite kommt, sieht man die Insel mit hohen Wellen und Sandstrand. Schön und gut. Vom Watt aus sieht die Insel ganz anderes aus. Es bleibt aber eine Insel. Einige Leute halten sich lieber am Wellenstrand auf, andere am Watt. Je nachdem, von wo man schaut sieht man unterschiedliche Facetten.
    Schönes Bild, sehr verständlich.
    Weitaus besser zu verstehen als der Begriff Wahrnehmungsfilter ...

    Vermutlich gibt es bei ADHS und Trauma eben viele Facetten und Erklärungen. Kein entweder-oder.
    Ich wünschte so sehr, dass es ein entweder - oder gäbe ....

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