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Diskutiere im Thema ADS, aber ich finde mich in den Symptomen nicht so ganz wieder... im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 3

    Frage ADS, aber ich finde mich in den Symptomen nicht so ganz wieder...

    Hallo zusammen,

    mir wurde diese Woche, nach mehrwöchigen Untersuchungen, ADS diagnostiziert. Ich habe das Gefühl, dass ich zu dieser Diagnose gekommen bin wie die Jungfrau zum Kind, sprich: mir ist im Vorfeld noch nie in den Sinn gekommen ich könnte betroffen sein.


    kurz zur Vorgeschichte: mein Hausarzt kennt mich und meine Familie schon länger und bei der letzten Routineuntersuchung kam kurz zur Sprache, dass mittlerweile einigen meiner Verwandten mütterlicherseits Demenzerkrankungen diagnostiziert wurden. Scherzend habe ich ihm erzählt, dass ich wahrscheinlich die nächste bin, da ich ständig Dinge verliere und verlege und ein mehr als löchriges Kurzzeitgedächtins habe. Obwohl ich erst 26 bin, hat er das ernstgenommen und nachgefragt und mich dann zum Neurologen zur Abklärung überwiesen.


    Der Neurologe hat dann den Verdacht geäußert, es könnte AD(H)S sein.

    Ich konnte damit erstmal gar nichts anfangen, habe mir aber brav bei einer Klink einen Termin besorgt, um das abklären zu lassen. Kurz und Gut: nach mehreren Gesprächen, Untersuchungen und Tests wurden mit dann ADS diagnostiziert.


    Nachdem ich mir nun aber die letzten paar Tage hier im Forum einige Threads durchgelesen habe, bin ich doch etwas verwirrt, da ich mich in den vielen Symptomen kaum wiederfinde.

    Zum Ersten habe ich noch nie den Leidensdruck erlebt, den hier scheinbar die Meisten haben. Ich hatte nie wirklich Probleme in der Schule und hab mich nicht "anders" als andre kinder gefühlt. Ich war ein eher ruhiges und zufriedenes kind, konnte früh lesen und schreiben, und später eine recht faule Schülerin, die nur gemacht hat was unbedingt nötig war und war trotzdem immer gut.

    ich bin selten nervös oder unruhig oder gar hyperaktiv und bin eher gelassen als impulsiv. Das hat sich auch alles so in den screenings, eigen- und fremdanamnese (Eltern und Grundschullehrerin) bestätigt.


    Was absolut auf mich zutrifft ist, dass ich eine sehr selektive Wahrnehmung habe, ich bekomme viel Dinge die mir unwichtig erscheinen, oder auf die ich keinen Fokus lege nicht mit, selbiges beim Kurzzeitgedächtnis (war auf dem MRT gut ersichtlich).

    Außerdem habe ich für alltägliche Sachen die mir "banal" erscheinen einfach keinen Kopf. Früher habe ich oft Rechnungen vergessen zu bezahlen oder meinen Steuerausgleich verlegt, aber seitdem ich einen guten Bank- und Steuerberater habe, hat sich das weitestgehend erledigt.

    Was mir die meisten Schwierigkeiten bereitet ist mein unfassbar schlechter Orientierungssinn. Ich habe ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen und kann mich ohne Probleme auf einer Landkarte zurechtfinden, aber in der "Realität" klappt dass überhaupt nicht. Ich hätte gerne die unzähligen Stunden zurück in denen ich in Flughäfen, Einkaufshäuseren und sogar meiner überschaubaren Heimatstadt umhergeirrt bin.

    Ich bin zwar auch recht chaotisch, aber da ich sehr puristisch eingerichtet bin und regelmäßig ausmiste, habe ich zuwenig Dinge um wirklich Chaos zu machen.

    Zusätzlich bin ich ein Aufschieber und Nicht-fertigmacher ("arbeite" seit 3 Jahren an meinem Uniabschluss *g*), da ich aber freiberuflich nach Lust und Laune arbeite und nur für mich selbst finanziell aufkommen muss, geht das meist auch irgendwie gut aus.


    So, nach langem Ausholen zu meiner Frage an euch: in 2 Wochen hab ich nochmal eine Termin wegen Medikation und Therapie. Der Arzt in der Klink hat allerdings selber schon erwähnt, dass er nicht wirklich weiß, für was ich eigentlich genau Medikamente brauche, da ich ja nicht wirklich unter meinen Symptomen leide, sondern eher ab und an von ihnen genervt bin.
    Ich möchte auf keinen Fall Meds nehmen wenns nicht sein muss.

    Da ihr alle hier ja viel mehr Erfahrung habt als ich, findet ihr ich klinge wie "Eine von Euch"? Ich bin mir wie gesagt nicht ganz sicher. Würdert ihr mir zu einer Zweitdiagnose raten?

  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 56

    AW: ADS, aber ich finde mich in den Symptomen nicht so ganz wieder...

    Hallo,

    ob du AD(H)S hast oder nicht, kann ich schlecht beurteilen, wenn du mehrere Fragebögen ausgefüllt hast, Gespräche geführt und einen Intelligenztest etc. gemacht hast und das bei AD(H)S-Spezialisten, dann stimmt deine Diagnose wahrscheinlich.
    Das Problem ist, AD(H)S ist bei jedem verschieden stark ausgeprägt. Bei dir erkenne ich schon wenige Sachen, die es vermuten lassen, aber du hast wahrscheinlich nur eine schwache Form von AD(H)S.
    In unserer Familie (2 Erw. + 3 Kinder) sind alle stark betroffen, daher haben wir uns über die Störung schon gut informiert. Auch haben wir ein Elterntraining und ein Paarseminar besucht, dabei wurde uns klar gemacht, Medikation ist nur nötig, wenn man unter der Störung leidet. Ich und mein Mann leiden massiv unter unserer Störung, daher haben wir uns diagnostizieren lassen, um uns Medikamente verschreiben lassen zu können.
    Unsere Kinder dagegen leiden nur sehr wenig und selten unter ihrem AD(H)S, sodass wir und die Therapeuten zu dem Schluss gekommen sind, es geht auch gut ohne.
    Allerdings habe ich die beiden Großen (9 und 11 Jahre alt) zu einem Kurs für Kinder geschickt. Der nannte sich "Störungsbildteaching", da wurde ihnen erzählt, was bei ihnen anders ist und wie sie damit am besten umgehen können.

    Also bei deinem Fall sehe ich auch nicht, dass Medikation nötig ist, aber vielleicht besuchst du ja mal ein Seminar für Erwachsene mit AD(H)S, da kannst du lernen mit deinen Problemen auch ohne Medikamente umzugehen und weißt hinterher sicher, ob du dazugehörst oder nicht.
    Du kannst auch erst mal ein paar Bücher zum Thema lesen, die Bücher von Cordula Neuhaus kann ich ganz besonders empfehlen.

    Meinem Mann ist auch erst im Elterntraining ein Licht aufgegangen, dass er dazugehört (ich wusste es schon länger).

    Liebe Grüße
    Natalie

  3. #3
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 968

    AW: ADS, aber ich finde mich in den Symptomen nicht so ganz wieder...

    Hallo ugtdm,

    zu Deiner Frage muß man anmerken, dass ADS einem Probleme machen kann, aber nicht zwangläufig machen muss. Es handelt sich dabei um ein Spektrum von leichter bis starker Ausprägung mit mehreren Dimensionen (Hyperaktivität, Impulsivität, etc), die bei jedem ADSler komplett anders ausgeprägt sein kann. Und ADS kann auch Vorteile mitsichbringen. Sehr viel steht und fällt dami, wie unterstützend die unmittelbare Umgebung ist.
    Im günstiges Fall hast Du vielleicht trotz deutlich vorhandenen ADS Symptome keine Probleme. Auch kann man viel mit Kompensationsstrategien erreichen und in dem man sich ein Umfeld wählt, dass zu einem paßt.

    Also kurzurm - wenn Du starken Zweifel hast, dann besorg Dir ruhig nochmal eine Zweitdiagnose (aber von dem was Du berichtest, scheint die Diagnose schon sorgfältig erstellt worden zu sein). Ansonsten informiere Dich ruhig etwas zu ADS, falls später doch mal Probleme auftreten sollte(1) und Du sie dann gleich erkennst.

    Weitere Behandlungen ausser einem ADHS-Training (also wo Du lernst, wie Du als ADSler tickst und wie Du Probleme vermeiden bzw. umgehen kannst.. aber das kannst Du Dir auch selber aus Büchern ableiten) würde ich allerdings dann an Deiner Stelle nicht machen, wenn Du aktuell keine Probleme hast.


    (1)
    Es gibt auch viele ADSler, wo die ersten 'richtigen' Probleme erst spät auftreten z.B. bei Familiengründung, Karriere auf Arbeit oder so ca. ab 40 Jahren, wo die Energie allgemein nachläßt und dann eventuell zu wenig Energie für Kompensationstrategien vorhanden ist (viele ältere berichten, dass die ADS-Symptome sich im Alter auf einmal verstärken). Oder ein Burnourt, weil man für 100% Leistung immer 150% Energie aufbringen muss und das irgendwann nicht mehr kann.

    Wenn Du gerade jetzt so Dein Leben ausrichten kannst, dass es Deinen Naturell entspricht und deshalb keine Problem hast (also z.B. Du meinstest, Du schiebst den Studiumabschluß vor Dir her, aber Du könntest es Dir auch erlauben, weil Du Dir Deinen Unterhalt selber verdienst), dann könnte es sich immer noch in den Moment ändern, wo das nicht mehr möglich ist z.B. Du gründest Familie etc. Und auf einmal könnten Dir Sachen auf einmal große Schwierigkeiten bereiten die sonst, problemlos liefen.


  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 138

    AW: ADS, aber ich finde mich in den Symptomen nicht so ganz wieder...

    Hallo ugtdm,

    AD(H)S ist individuell und daher schwer zu kategorisieren - es gibt Richtlinien um festzustellen ob genügend "Beeinträchtigungen" zutreffen um dem Leiden diesen Namen zuzuschieben - aber das bedeutet nicht das diese Beurteilungen perfekt dafür ausgelegt sind. Es wird erweitert, verändert, angepasst, gestrichen.
    An sich gibt es nicht DAS AD(H)S - bzw. in jedem Menschen steckt etwas davon (einfach weil es so weit gefasst ist) - der Leidensdruck ist das entscheidende Kriterium. Man kann mitunter medizinisch einige Dinge feststellen die darauf deuten das es in diesen und jenen Bereichen Probleme geben könnte und diese dann entsprechend behandeln - wenn eben die Beeinträchtigungen zu groß sind und Probleme mit sich bringen. Nicht jeder Mensch mit der Diagnose AD(H)S leidet - auch ist die Intensität wie stark man von was genau betroffen ist sehr komplex wie vielschichtig.

    Wie geschrieben braucht es einen Leidensdruck. Bist du mit deinem Leben im großen und ganzen zufrieden und hast keinen Bereich der in irgend einer Form "gefährdet" ist (Beziehung, Arbeit, Selbstwert) dann ist an sich keine Behandlung notwendig.
    Du schreibst auch selbst, dass du unter deinem löchrigen Kurzzeitgedächtnis nicht leidest, sondern eher ab und an (also auch nicht permanent) genervt bist. Die Aussage des Klinikarztes kann ich subjektiv nachvollziehen - warum ein nicht vorhandenes Problem (gerade medikamentös) lösen wollen.
    Eine Therapie schadet an sich nicht, wenn sie die richtige für den Patienten ist.

    Die Probleme mit dem Kurzzeitgedächtnis habe ich auch, ebenso die Orientierungsschwierigkeiten und das gute räumliche Vorstellungsvermögen. Von der Vergesslichkeit nicht zu sprechen (danke elektronische Terminplaner - ohne euch wäre ich verloren). Banale Dinge erdrücken mich, auch in der Schule war ich ruhig, unauffällig, durchschnittlich, oft abgelenkt und vergesslich. Viele Dinge werden hinausgeschoben. Klingt doch ähnlich, oder? Meine Diagnose war ADS - Tendenz hypoaktiv.
    Im Gegensatz zu dir verspüre ich aber einen erheblichen Leidensdruck, da ich seit nun ca. 15 Jahren wirklich nicht in meinem Leben klar komme.

    Auch musst du natürlich keine Medikamente nehmen wenn du nicht willst - du wirst durch die Nichteinnahme gegenwärtig keinen Schaden erleiden (womöglich wäre es sogar kontraproduktiv - wer weiß...).

    Ein schwaches Kurzzeitgedächtnis kann zudem noch viele andere Gründe haben, z.B. Mangelerscheinungen (B-Vitamine, Eisen, Zink... die Ausgewogenheit ist wichtig). Die Frage ist, ob es bei dir schon immer so war das du mit deinem Kurzzeitgedächtnis Probleme hattest.
    Ich lese z.B. gerade über Hochsensieble Menschen (nach Literatur ca. 15-20% Anteil), bei denen die Filterfunktion deutlich schwächer sein soll als bei den nicht so sensiblen und dadurch häufig zu vielen Informationen ausgesetzt sind. Diese Flut führt auch zu unzureichender Verarbeitung und dadurch kommt es den Personen so vor, als ob sie vieles nicht mitbekommen. Manche haben damit keine Probleme, andere führt es an den Rand der Belastbarkeit. Hier gibt es nach gegenwärtigen Beschreibungen sehr viele Überschneidungen zum AD(H)S. Es handelt sich bei der Hochsensibilität nach medizinischer Auffassung gegenwärtig nicht um eine Störung oder Krankheit. Ist jedenfalls sehr interessant - aber das Thema steckt noch in den Kinderschuhen.

    Das Demenz in deiner Familie gehäuft auftritt ist natürlich bedauerlich - Dopamin spielt dabei (soweit ich das als Laie aufgenommen habe) auch eine entscheidende Rolle - der Botenstoff der primär bei AD(H)S "manipuliert" wird um dem Gedächtnis auf die Sprünge zu helfen.

    In der Klinik wird man dir sicher nicht einfach so ein BTM-Rezept ausstellen wenn es nicht notwendig ist.

    Ach ja, ich weiß ja nicht ob durch die Diagnose nun andere "Komplikationen" auftreten könnten - keine Ahnung wie es in Österreich ist - im Forum gab es hin und wieder Mitchaoten/innen, die z.B. beruflich durch die Diagnose (glaube Beamtendienst, Armee...) in Schwierigkeiten geraten sind. Aber du bist gegenwärtig ja Freiberuflerin - da ist die Diagnose was persönliches.

    Hm, jetzt bin ich wieder etwas vom Weg abgekommen - viel Erfolg wünsch ich dir

    MfG
    Chaoticus

    PS: Du klingst möglicherweise schon wie "Eine von uns" aber das muss nicht zwingend was mit AD(H)S zu tun haben.

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 22

    AW: ADS, aber ich finde mich in den Symptomen nicht so ganz wieder...

    Also kurzgesagt kann ich mich erinnern, dass es Leitlinien für eine Medikation mit zB MPH gibt - die sinngemäß besagen, dass eine Medikation nur dann gerechtfertigt ist, wenn der Betroffene auch Leidensdruck in irgendwelchen Lebensbereichen hat. Also eigentlich prima wenn du die Diagnose hast, du kannst es dann ruhig ohne versuchen - und wenns schief geht -> Therapie.

  6. #6
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: ADS, aber ich finde mich in den Symptomen nicht so ganz wieder...

    someDude84 schreibt:
    Also kurzgesagt kann ich mich erinnern, dass es Leitlinien für eine Medikation mit zB MPH gibt - die sinngemäß besagen, dass eine Medikation nur dann gerechtfertigt ist, wenn der Betroffene auch Leidensdruck in irgendwelchen Lebensbereichen hat. Also eigentlich prima wenn du die Diagnose hast, du kannst es dann ruhig ohne versuchen - und wenns schief geht -> Therapie.
    Ja, die gibt es:
    http://www.dgppn.de/fileadmin/user_u...senenalter.pdf

    Entweder ist man in einem Lebensbereich stark betroffen oder ist mindestens in zwei Lebensbereichen leicht betroffen. Nur dann sollte man eine medikamentöse Therapie machen.
    In deinem Fall würde ich es erstmal mit einer Verhaltenstherapie versuchen.
    Aber wenn du in deinem Leben bis jetzt gut klarkommst, dann würde ich einfach so weiter machen wie bisher. Wenn du merkst, dass was aus dem Ruder läuft, dann kannst du immer noch schnell reagieren und zum Arzt bzw. einen Therapeuten gehen.

    Ich frage mich, was bei dir therapiert werden soll, wenn du gut klarkommst.
    Und aus dem gleichen Grund frage ich mich, warum du eine zweite Diagnose möchtest? Oder habe ich was falsch verstanden?

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 3

    AW: ADS, aber ich finde mich in den Symptomen nicht so ganz wieder...

    danke für eure Antworten!

    Buch ist schon bestellt (danke Nathalie) und wegen eines Seminars oder eines Treffens in meiner Gegend werde ich mich auch mal umschauen.

    Chaoticus, du sagst ja, dass das mit dem Kurzeitgedächtnis und den Orientierungsschwierigenkeiten bei dir auch so ist. Hast du das Gefühl das wird mit der Zeit schlimmer? Das ist nämliche meine größte Angst.
    Wie gesagt, auf der Überweisung meines Hausarztes stand, dass diese beiden Dinge abgeklärt werden sollten, eben wegen der statistisch auffälligen Zahl von Demenzerkrankungen in meiner Familie (ist aber bis jetzt niemand unter ~45Jr betroffen).


    MRT, EEG und PET wurden in der Uniklink gemacht. Der Arzt hat dann in den Befund geschrieben, dass ich auf Meds eingestellt werden soll. Er kann zwar nicht genau sagen was los ist, aber dass sei (laut ihm) meistens nicht so einfach. Da meine Katecholamin-Werte außerhalb des Normalbereichs liegen, meinte er eben, dass ich MPH und nochwas (find den Zettel gerade nicht) nehmen soll um herauszufinden ob sich das dann normalisiert.

    Damit ging ich dann zum Psychotherapeuten, der sich zwar mit AD(H)S gut auskennt und auch sehr kompetent war, aber leider von der medizinischen Seite nicht soviel Ahnung hat. Der meinte dann eben, dass ich ohne Leidensdruck keine zu nehmen brauche.

    Mein Problem ist jetzt eben, dass ich nicht weiß ob ich die ganze Sache medizinisch angehen soll und auf den Neurologen hören, oder eher psychologisch/verhaltenstherapeutisch. Falls wirklich etwas mit meiner Biochemie nicht in Ordnung ist möchte ich das natürlich nicht auf die leichte Schulter nehmen.
    Darum überlege ich mir eben das mit der Zweitdiagnose...

    ist bei einem von euch während der Diagnose auch die Frage aufgekommen ob es eventuell auch eine (andere) Nerven- oder Gehirnerkrankung sein könnte?
    Geändert von ugtdm (23.06.2012 um 01:11 Uhr)

  8. #8
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 2.632

    AW: ADS, aber ich finde mich in den Symptomen nicht so ganz wieder...

    ugtdm schreibt:
    Hallo zusammen,

    mir wurde diese Woche, nach mehrwöchigen Untersuchungen, ADS diagnostiziert. Ich habe das Gefühl, dass ich zu dieser Diagnose gekommen bin wie die Jungfrau zum Kind, sprich: mir ist im Vorfeld noch nie in den Sinn gekommen ich könnte betroffen sein.

    Der Neurologe hat dann den Verdacht geäußert, es könnte AD(H)S sein.

    Ich konnte damit erstmal gar nichts anfangen, habe mir aber brav bei einer Klink einen Termin besorgt, um das abklären zu lassen. Kurz und Gut: nach mehreren Gesprächen, Untersuchungen und Tests wurden mit dann ADS diagnostiziert.

    Nachdem ich mir nun aber die letzten paar Tage hier im Forum einige Threads durchgelesen habe, bin ich doch etwas verwirrt, da ich mich in den vielen Symptomen kaum wiederfinde.

    Gemach, gemach. ADHS ist ein weites Feld, sozusagen ein ganz weites.

    Und lässt sich nicht nur auf die drei Kernsymptome:

    1. Unaufmerksamkeit

    2, Hyperaktivität

    3. Impulsivität

    reduzieren.

    Um ADHS zu haben, musst Du Dich nicht in allen Symptomen wiederfinden.

    Russell Barkley hat eine Liste von 91 ADHS-Symptomen aufgestellt.

    In einigen wirst Du Dich bestimmt wiederfinden.


    1. Finds it difficult to tolerate waiting;
    is impatient

    2. Makes decisions impulsively

    3. Is unable to inhibit reactions or responses
    to events or others

    4. Has difficulty stopping activities or
    behavior when necessary

    5. Has difficulty changing behavior
    when given feedback about mistakes

    6. Is easily distracted by irrelevant
    thoughts when he or she must concentrate
    on something

    7. Is prone to daydreaming when he or she
    should be concentrating on something

    8. Procrastinates or puts off doing
    things until the last minute

    9. Makes impulsive comments to others

    10. Is likely to take shortcuts in work
    and not do all that he or she is supposed
    to do

    11. Is likely to skip out on work early if it is
    boring or unpleasant to do

    12. Can’t seem to defer gratification or to
    put off doing things that are rewarding
    now so as to work for a later goal

    13. Is likely to do things without considering
    the consequences for doing them

    14. Changes plans at the last minute on
    a whim or last minute impulse

    15. Starts a project or task without reading
    or listening to directions carefully

    16. Has poor sense of time

    17. Wastes or mismanages time

    18. Fails to consider past relevant events or
    past personal experiences before responding
    to situations

    19. Does not think about the future as much
    as others of his or her age seem to do

    20. Is not prepared for work or assigned tasks

    21. Fails to meet deadlines for assignments

    22. Has trouble planning ahead or preparing
    for upcoming events

    23. Forgets to do things he or she is
    supposed to do

    24. Has difficulties with mental arithmetic

    25. Is not able to comprehend what he
    or she reads as well as he or she
    should be able to do; has to reread
    material to get its meaning

    26. Can’t seem to remember what he or
    she previously heard or read about

    27. Can’t seem to accomplish the goals he or
    she set for him- or herself

    28. Is late for work or scheduled appointments

    29. Has trouble organizing his or her
    thoughts or thinking clearly

    30. Is not aware of things he or she says or
    does

    31. Can’t seem to hold in mind things
    he or she needs to remember to do

    32. Has difficulty being objective about things
    that affect him or her

    33. Finds it hard to take other people’s perspectives
    about a problem or situation

    34. Has difficulty keeping in mind the purpose
    or goals of activities

    35. Forgets the point he or she was
    trying to make when talking to
    others

    36. When shown something complicated to
    do, cannot keep the information in mind
    so as to imitate or do it correctly

    37. Gives poor attention to details in work

    38. Finds it difficult to keep track of
    several activities at once

    39. Can’t seem to get things done unless
    there is an immediate deadline

    40. Dislikes work or school activities where
    one must think more than usual

    41. Has difficulty judging how much
    time it will take to do something or
    get somewhere

    42. Has trouble motivating self to start
    work

    43. Quick to get angry or become upset

    44. Easily frustrated

    45. Overreact emotionally

    46. Has difficulty motivating self to stick
    with work and get it done

    47. Can’t seem to persist at things he or
    she does not find interesting

    48. Does not put as much effort into my
    work as he or she should or that others
    are able to do

    49. Has trouble staying alert or awake in
    boring situations

    50. Easily excited by activities going on
    nearby

    51. Not motivated to prepare in advance
    for things that must be done

    52. Can’t seem to sustain concentration on
    reading, paperwork, lectures, or work

    53. Easily bored

    54. Others say he or she is lazy or unmotivated

    55. Has to depend on others to help get work
    done

    56. Things must have an immediate payoff
    or does not seem to get them done

    57. Has trouble completing one activity
    before starting a new one

    58. Has difficulty resisting the urge to do
    something fun or more interesting when
    he or she is supposed to be working

    59. Can’t seem to sustain friendships or close
    relationships as long as other people can

    60. Inconsistent in the quality or quantity
    of his or her work performance

    61. Does not seem to worry about future
    events as much as others

    62. Does not think about or review things
    before doing something

    63. Is unable to work as well as others without
    supervision or frequent instruction

    64. Has trouble doing what he or she
    intends to do

    65. Has poor follow through on promises
    or commitments made to others

    66. Lacks self-discipline

    67. Has difficulty using sound judgment in
    problem situations or when under stress

    68. Has trouble following the rules in a situation

    69. Is not very flexible in behavior or
    approach to a situation; overly rigid in
    how he or she likes things done

    70. Has trouble organizing his or her
    thoughts

    71. Has difficulties saying what he or she
    wants to say

    72. Unable to come up with or invent as
    many solutions to problems as others seem
    to do

    73. Often at a loss for words when he or she
    wants to explain something to others

    74. Has trouble putting thoughts down in
    writing as well or as quickly as others

    75. Feels he or she is not as creative or inventive
    as others of the same level of
    intelligence

    76. In trying to accomplish goals or assignments,
    finds that he or she is not able to
    think of as many ways of doing things as
    others

    77. Has trouble learning new or complex
    activities as well as others

    78. Has difficulty explaining things in
    their proper order or sequence

    79. Can’t seem to get to the point of his
    or her explanations as quickly as
    others

    80. Has trouble doing things in their
    proper order or sequence

    81. Is unable to “think on his or her feet” or
    respond as effectively as others to unexpected
    events

    82. Is clumsy; not as coordinated in movements
    as others

    83. Has poor or sloppy handwriting

    84. Has difficulty arranging or doing
    work by its priority or importance;
    can’t “prioritize” well

    85. Is slower to react to unexpected events

    86. Gets silly, clowns around, or acts foolishly
    when he or she should be serious

    87. Can’t seem to remember things he or she
    has done or places he or she has been as
    well as others seem to do

    88. Is accident prone

    89. Is more likely to drive a motor vehicle
    much faster than others
    (excessive speeding)

    90. Has difficulties managing money or
    credit cards

    91. Is less able than others to recall events
    from childhood


  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 569

    AW: ADS, aber ich finde mich in den Symptomen nicht so ganz wieder...

    ugtdm schreibt:
    ist bei einem von euch während der Diagnose auch die Frage aufgekommen ob es eventuell auch eine (andere) Nerven- oder Gehirnerkrankung sein könnte?
    Och, gut möglich, wenn ich mich noch an alle Fragen erinnern könnte, würd ich meine Diagnose aber evtl. ein bisschen anzweifeln.

    Aber mal etwas ernsthafter, bei mir hat es Monate gedauert und das nicht nur wegen weit auseinander liegender Termine. Ich denk mal das ist wirklich ein weites Gebiet und vieles liegt arg dicht beieinander und könnte gleichzeitig da sein oder auch nicht.

    Mit Medikamenten würde ich warten bis die Diagnose zumindest soweit auf sicheren Beinen steht, dass dir der Arzt deines Vertrauens sagen kann was genau er für angeraten hält. Dein aktueller Arzt kann das anscheinend nicht, also her mit einem der es kann und dir dabei nicht den Eindruck vermittelt 'auf gut Glück' auszuprobiern.
    Ein bisschen Ungewissheit besteht immer, einfach weil kein Medikament bei jedem gleich gut oder schlecht wirkt. Aber vor dem Probieren solltest du zumindest das Gefühl bekommen, dass der Versuch für dich selbst okay ist und du das nicht nur tust weil der im Kittel das sagt.

    Wiedergefunden habe ich mich anfangs in Adhs-Beschreibungen auch nicht, dass muss - denk ich - nicht unbedingt was besagen.
    Nur hat es mir nicht geholfen vorab etwas darüber lesen zu wollen. Als ich gesehen habe wie viele Störungen bzw. Krankheiten ähnliche Symptome hervorrufen können, habe ich das Lesen gleich wieder gelassen und nach einem Spezi gesucht, der Adhs gründlich durchcheckt und deshalb nebenbei auch die anderen Sachen drauf haben sollte. Je weniger der Arzt zweifelt, desto weniger wird der Patient verunsichert.

    War auch gut so, denn nach so einer Rudel-Testung war ich erstmal eine Weile der Meinung dass ich definitiv kein Adhs haben kann. Fünf Leute da und ich bin die die aufgefallen ist. Hätte ich da dann auch noch Zweifel am Arzt gehabt, hätte ich die Diagnose später glaub ich angezweifelt und mich bei der Sache mit den Medis unsicher gefühlt usw.

    Wenn du also skeptisch bist, dann such dir jemanden der entweder mit dir skeptisch genug ist, um genauer nachzugucken oder aber dir genügend Sicherheit darüber vermittelt, dass du seinem/ihrem Urteil trauen kannst.

  10. #10
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 56

    AW: ADS, aber ich finde mich in den Symptomen nicht so ganz wieder...

    Hallo ugtdm,

    also ich habe an meinen Diagnosen (habe seit Dienstag die zweite) nie gezweifelt, ich habe jetzt für alle Probleme eine Erklärung
    und es passt alles. Ich bin aber auch sehr stark betroffen.

    Eine zweite Diagnose habe ich nur gebraucht, weil in der ersten Diagnose der unmögliche Satz "Die Patientin ist nicht willig sich zu ändern." drin stand. Mit diesem Satz zahlt dir die Krankenkasse weder eine Therapie noch Medikamente.

    Die Vergesslichkeit steht bei mir auch an erster Stelle, aber ich komme da nicht auf Demenz oder ähnliches, ich kann alles mit meinem AD(H)S erklären und zwar nach Lehrbuch.
    Die Therapeuten bestätigen mir eh immer, dass ich ein AD(H)S Patient nach Lehrbuch bin.

    Was ich gelernt habe ist, dass sich AD(H)S im Alter verstärkt und das kann ich bestätigen, bei mir nimmt die Vergesslichkeit erheblich zu und auch die Motivation nimmt stark ab.

    Also bei mir ist der Leidensdruck gegeben, daher lass ich mich jetzt auch medikamentös einstellen.

    Ich denke mit einer leichten Vergesslichkeit, kann man auch gut ohne Medikamente leben, wenn man bestimmte Verhinderungsstrategien (findet man zuhauf in AD(H)S-Büchern)
    beherrscht.

    Gruss
    Natalie

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Thema: ADS, aber ich finde mich in den Symptomen nicht so ganz wieder... im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung bei ADHS bei Erwachsenen Forum
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