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    Meine Erfahrungen mit Neurofeedback

    Hallo zusammen,

    Anfang des Jahres (2012) habe ich das erste Mal von Neurofeedback gehört. Ich bin durch eine Studie
    der Universität Göttingen
    darauf gekommen. Und ich war sofort begeistert und habe mich gleich
    aufgemacht mir einen Therapeuten (Ergotherapeuten bieten z.B. NF an, aber auch Psychiater und
    Neurologen) gesucht. Hier möchte ich euch nun Teil haben lassen an meinen Erfahrungen.

    In der Neurofeedback-Therapie wird der Patient über Elektroden mit einem EEG-Gerät verbunden.
    Das EEG ist mit einem Computer verbunden auf dem Software installiert ist die die Hirnstrom-messungen
    auswertet. Diese Programme visualisieren z.B. wie konzentriert oder träumerisch der Patient gerade ist.

    Da man inzwischen einiges über die Funktionen des Gehirns und die Gehirnströme herausgefunden hat
    (aber höchstens an der Oberfläche kratzt), kann man einen Zusammenhang zwischen bestimmtem
    Frequenzen der Hirnströme und dem Geistigen Zustand herleiten. Z.B. wird davon ausgegangen das ein
    Verhältnis von 1/1 zischen Beta- und Thetawellen zeigt, dass man voll da ist und die Umwelt besonders
    aktiv wahrnimmt.

    Bei ADHS’lern ist der Bereich der langsamen Wellen, die besonders für Kreativität bedeutend sind, sehr
    ausgeprägt und die betroffenen (oder erleuchteten ) können in diesem Bereich kaum Veränderungen
    erreichen, während der Durchschnittsmensch, wenn er sich konzentriert, hier ein Abflachen der Wellen
    erreicht oder sie eh immer recht niedrig sind.

    In den Trainingssessions muss der Patient versuchen bestimmte Frequenzbereiche zu erhöhen oder
    andere abzuflachen. Das Ziel ist es dem Patient bei zu bringen wie man sich nach außen hin konzentriert,
    wie man sich auf sich selbst konzentriert und wie man zwischen diesen Zuständen wechselt.

    Meine Erfahrungen

    Das aktive Auseinandersetzen mit den verschiedenen Zuständen hat schon große Veränderungen in mir
    hervorgerufen. Ich kann mich bereits etwas besser konzentrieren, aber was für mich mindestens genauso
    wichtig, wenn nicht noch wichtiger ist, dass ich mich viel stärker selbst wahrnehme.

    Hier habe ich die Möglichkeit zu erfahren wie es ist mit beiden Beinen im Leben zu stehen und dafür gibt
    es auch ein Trainingsmodel kurz SMR (Sensomotorischer Rhythmus). In diesen Trainings-einheiten wird
    der Patient mit positiven Reizen (Musik, steigende Diagramme, Punktesystem) belohnt, wenn er es schafft
    in bestimmten Frequenzbereichen ein vordefiniertes Ergebnis zu erreichen.

    Hier ist besonders das Feingefühl des Therapeuten gefragt. Wenn die Messlatte etwas zu hoch liegt
    schaltet das Gehirn ab, weil es den Eindruck bekommt, dass es sich nicht lohnt sich damit zu beschäftigen,
    da es keine oder zu wenige Erfolge erzielt. Das gleiche gilt umgekehrt, wenn die Erwartungen der Software
    zu niedrig sind schaltet es ebenfalls ab.

    Dieses „mit beiden Beinen im Leben stehen“ ist ein wichtiger Grundstein für den Erfolg von Neurofeedback.
    Es hilft ihn zu stärken, um sich besser konzentrieren zu können genauso aber auch um Depressionen und
    Angstzustände zu behandeln. Auch Epileptiker können mit SMR Training unterstützt werden.

    Ein für mich sehr belastendes Problem ist, dass ich mich leicht verletzten lasse und Kritik für mich immer
    an die Substanz geht. Hier habe ich durch das SMR Training einen Ansatz gefunden wie ich trainieren kann
    Raum zwischen mir und anderen zu schaffen. Sprich, Dinge nicht gleich persönlich zu nehmen.

    Im Neurofeedback kann man diese Geisteszustände trainieren, aber was ebenfalls wichtig ist, ein gesundes
    Weltbild und Hoffnung und die damit verbundene Energie um Veränderung zu schaffen. Es kostet viel Energie
    und Vertrauen sich darauf einzulassen und es auszuprobieren. Hier kann man wahrlich von Gehrinjogging
    sprechen. Hätte nicht gedacht das es so anstrengend seien kann sich mit sich selbst auseinander zu setzen.

    Ich denke daher, wenn man wie ich, an sehr viel Angst gelitten und Depressionen hatte ist neben
    Neurofeedback eine Gesprächstherapie ebenfalls sehr wichtig für den Erfolg.

    Eine Therapie dauert etwa 50 Sitzungen a 45 – 60 Minuten. Die Veränderungen sind dauerhaft und stärker
    als die von Methylphenidat. Ich habe etwa 20 Sitzungen hinter mir. In den letzten Sitzungen zum Therapieende
    hin, kommen erfahrungsgemäß nochmal starke Veränderungen.

    Einige Krankenkassen übernehmen bereits freiwillig die Kosten, wenn eure sie nicht übernimmt kann euch ein
    Neurologe oder Psychiater NF verschreiben.

    Ich hoffe ich konnte euch Neurofeedback etwas näher bringen und beantworte gerne weitere Fragen und werde
    weiter berichten…
    Geändert von Friendly (17.06.2012 um 13:16 Uhr)

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