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Diskutiere im Thema Behandlungs- und Kompensationsstrategien im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 22

    Idee Behandlungs- und Kompensationsstrategien

    Moin Moin,

    mich interessiert, welche Strategien ihr entwickelt habt, um "zu überleben" oder gar gut zu leben.

    Was hilft euch? Was unterstützt? Sport? Ernährung? Tagesplanung? Genussmittel? Freunde? Familie? Wie?

    Mir ist nämlich aufgefallen, dass ich hier im Forum verhältnismäßig wenig über Sport und Ernährung lese, sind es doch die beiden Grundpfeiler meiner Kompensationsstrategien.

    Ich hol mal aus.

    Sport.
    Ich treibe inzwischen so gut wie täglich Sport.
    Wenn ich keinen Sport treibe, merke ich, dass ich wieder Schwierigkeiten mit dem Gleichgewicht und der Einschätzung meines Körpers im Verhältnis zur Umwelt bekomme. Ich trampel mehr, laufe mehr irgendwo gegen. Ich kann mich schlechter konzentrieren und stoße mit meinen Extremitäten andauernd irgendwo an. Teller setze ich lauter ab, Bewegungen sind hauptsächlich ausweichend statt geplant

    Zudem kann ich mein Bedürfnis nach Süßem nicht unter Kontrolle halten, wenn ich keinen Sport treibe.

    Ich bin ohne Sport schneller gereizt und nehme Dinge schneller persönlich.

    Also mache ich täglich Sport. Weil es mir gut tut. Weil es ein Teil meines Tagesablaufs ist. Weil ich dabei auch lerne, durchzuhalten und auszuhalten, alle Kraft zusammenzunehmen, den Hintern zusammenzukneifen und noch eine Wiederholung mehr zu machen oder alle Kraft zusammenzunehmen, den Hintern zusammenzukneifen und noch den letzten Kilometer zur Vollendung der geplanten Strecke durchzuhalten.

    Es ist unheimlich stärkend, ab und an das Gefühl zu haben, etwas GESCHAFFT zu haben ))

    Ernährung.
    Ich esse sehr wenig Kohlenhydrate (ca 100g am Tag), verzichte komplett auf Getreide und Knollen jedweder Art und Verarbeitung. Kein Brot, keine Körner oder Flocken, keine Nudeln oder Kartoffeln.
    Das hat sich so ergeben, weil ich gemerkt hab, dass es mir nach Nudeln/ Brötchen/ Kartoffeln immer schlecht ging. Schwummrig, antriebslos, gereizt und zickig.

    Aber ich esse 4-5 mal am Tag. Hauptsächlich Milchprodukte und grünes Gemüse/Salate, viel Obst, Nüsse, unterschiedliche Fette, kein Fleisch oder Fisch.
    Abends gönne ich mir auf der Couch Schokolade. Es ist ein Ritual auf das ich mich freue und das mir ein Gefühl von Sicherheit gibt.

    Diese Ernährung (in Kombination mit dem Sport) bewahrt mich davor, diese bescheuerten zusätzlichen Wehwehchen zu haben, mit denen ich schwer umgehen kann.
    Verdauungsprobleme (Oh mein Gott, was kann eine gestörte Verdauung für eine grausame Sache sein! Es kann einem den kompletten Tag vermiesen!!!), mein Asthma, schwaches Immunsystem, rapide Blutzuckerabfälle nach extremem Blutzuckeranstieg, Muskelschmerzen, Spannungskopfschmerzen, all dem beuge ich dadurch vor und es macht ja so unheimlich viel aus, eben so wenig "unnötige Probleme" zu haben, wenn man bereits genug damit zu tun hat, sein Leben auf die Reihe zu bekommen

    Meine Hündin.
    Ich habe eine sehr stressanfällige, ängstliche und hyperaktive Hündin, die mich täglich herausfordert, meine Fassung zu wahren und meine Reaktionen zu kontrollieren.
    Werde ich nur einmal etwas lauter oder genervt ihr gegenüber, kann ich wieder drei Wochen lang daran arbeiten, dass sie mir wieder vertraut.
    Kein Witz.
    Also nutze ich Atemübungen und Ablenkung, außerdem schule ich mich darin, Situationen zu verlassen, bevor meine Impulskontrolle aufgebraucht ist.
    Zudem helfe ich nicht nur meiner Hündin mit Entspannungsarbeit, sondern auch mir. Ich "zwinge" mich, mindestens einmal täglich ihr Entspannungswort ausgiebig aufzuladen, was natürlich auch zu einer Ausschüttung von Oxytocin bei mir bewirkt und mich entspannt.

    Kaffee.
    Ich trinke 3-4 Tassen Kaffee am Tag (hab gestern gelesen, 3 Tassen täglich sollen Alzheimer vorbeugen *kicher*). Ich MUSS Kaffee trinken nach dem Aufwachen. Morgens meine zwei Tassen muss ich in RUHE trinken können, da sie mich nicht nur aus dem Bewusstseinsnebel herausholen, in dem ich mich nach dem Schlafen befinde (und schon als Kind immer befunden habe), sie kontrollieren auch meine Verdauung. Und so bescheuert das klingt, eine vorhersehbare und steuerbare Verdauung ist einfach ganz ganz wichtig bei mir.

    iPhone.
    Ich hatte das schon in einem anderen Thread geschrieben und auch schon häufiger gelesen. Mein iPhone ist meine heile Welt. Ohne mein iPhone würde ich alles vergessen. Unglücklicherweise hilft mir "aufschreiben" auch nicht, weil ich Notizblock und Stifte verliere und vergesse, aufzuschreiben. Mein iPhone ist immer bei mir. Das wird auch, wie Schlüssel, immer kontrolliert. Immerhin habe ich da Facebook drauf und meine Kunden erreichen mich hauptsächlich über das Handy. Ohne Handy geh ich nirgends hin, nichtmal laufen. Aus Angst, dass etwas passiert (Asthmaanfall, Unfall, weiß der Teufel), habe ich schon immer mein Handy mit dabei gehabt.

    Konzentrationsübungen ohne "Leistungsdruck".
    Seit einer kleinen Weile mache ich Kreuzworträtsel und male Mandalas aus.
    Hauptsächlich, wenn ich nicht weiß, was ich machen soll und daher essen würde oder wenn ich etwas tu, wo ich mich konzentrieren muss, die Tätigkeit aber an Spannung für mich verliert. Beim Filme schauen mit meinem Mann hab ich nun mein Kreuzworträtselbuch dabei. Wird mir der Film zu langatmig, mach ich ein paar Rätsel und kann mich dadurch erholen, sodass ich mich wieder auf nen Film konzentrieren kann (Denn ich halte keine 1,5-2 Stunden durch!!!!!!!).
    Auch Mandalas ausmalen kann man wunderbar nebenher, wenn einem mal die Konzentration auf eine "langweilige" Sache flöten geht.
    Hier greift das Belohnungs- Prinzip quasi. Das Belohnungszentrum wird aktiviert, wenn man Aufgaben lösen kann. Es ersetzt mir wirklich das Bedürfnis nach Zucker, wenn ich solche Aufgaben machen kann. Bin ich wieder ein Bisschen belohnt worden, kann ich mich wieder besser konzentrieren.

    So... da das alles ja noch ausbaufähig ist (Ich bin schon SEHR gespannt, was mir ein entsprechender Coach/Therapeut aufzeigen kann), würde ich mich darüber freuen, von euch zu lesen, was eure "Behandlungsstrategien" sind abseits von Medikamenten!

    Falls es so einen Thread schon gibt, bitte verzeiht mir. Dann habe ich nicht ausführlich genug danach gesucht (Aber, wer verübelt es mir, dass ich mich nicht dazu überwinden kann, 10 Seiten nach Themen abzusuchen?).

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 56

    AW: Behandlungs- und Kompensationsstrategien

    Ich habe schon vor meiner Diagnose lange nach Lösungswegen gesucht aber keinen gefunden der wirklich gut ist.
    Mit der Diagnose hatte das Meiste einen Namen und ich musste einsehen, dass die meisten Strategien für mich nicht funktionieren können.

    Also lasse ich die Versuche und es geht mir schon besser weil die vielen herben Rückschläge einfach nicht gut für mich waren.

    Es läuft jetzt auf folgendes hinaus:
    Erledigung nach Bockprinzip
    Ich mache wonach mir gerade ist oder wo ich erkenne, dass es wirklich mal fällig ist. Erst wenn mich der Dreck in der Wohnung nervt kommt der Staubsauger - vorher ist es nur verschwendete Zeit.

    Arbeit = Struktur und Erfolgserlebnisse
    Das ist wohl die größte Säule auf der mein Wohlbefinden steht. Auch wenn kein Tag wie der andere ist, so sind doch wenigstens die Zeiten immer gleich.
    Außerdem ist meine Arbeit etwas, was ich kann und was mir Spaß macht. Manchmal ist es schade, dass ich zwischendurch (Nacht, Wochenende) nach Hause muss. Ich habe mich im Urlaub schon ertappt, wenn ich zur Pausenzeit in der Nähe war, dass ich gerne hin gefahren wäre, nur zum gemeinsamen Mittagessen...

    Abgrenzung
    Es gibt Dinge die ich im Moment nicht ändern kann/will. Also sehe ich darüber hinweg. Würde ich mich jetzt damit beschäftigen, könnte mein Kartenhaus einstürzen und das will ich nicht.

    Nach zig Jahren wo ich immer allen gefallen wollte lasse ich das jetzt. Das hat mir nur eine schwere Depression eingebracht und darauf habe ich keinen Bock mehr. Ich bin halt so und wenn man mich lässt, dann laufe ich zu Höchstleistungen auf. Zwingt man mich aber zu etwas, dann schaffe ich immer weniger und breche irgendwann zusammen.
    Heute kenne ich die Warnzeichen meines Körpers und höre darauf.

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 22

    AW: Behandlungs- und Kompensationsstrategien

    Ohja, die Abgrenzung.

    Ich kann da so viele Parallelen aus meiner Arbeit ziehen.

    Im Hundetraining kommt es vornehmlich darauf an, zu schauen, unter welchen Bedingungen kann ein Hund welches Verhalten leisten und wie verstärke ich es angemessen, damit es in Zukunft häufiger gezeigt wird.

    So kann / muss man oftmals anfangs die ersten Glieder einer Verhaltenskette einfangen und verstärken. Es reicht nicht, einfach zu wollen, dass der Hund 5 Minuten an fremden Artgenossen im Fuß vorbeiläuft.
    Man beginnt mit dem angemessenen Verstärken der Momente, in denen der Hund in meiner direkten Nähe ist.

    Das tu ich inzwischen auch mit mir selbst.

    Ich schau mir nicht mehr an, was ich alles NICHT leisten kann, sondern richte meinen Fokus darauf, was ich KANN und das wird erstmal gemacht und belohnt.

    Beispiel Haushalt:
    Ich habe es nun schon einige Wochen fast durchgehend geschafft, JEDEN Tag Toilette und Waschbecken zu säubern.
    * Ich habe mit der Toilette begonnen und sie in meinen Tagesablauf als Ritual eingebaut.
    * Dann kam das Waschbecken dazu.
    * Nun, da das schon super klappt und ein Wohlgefühl als Belohnung in Aussicht stellt (weil man es schafft und weil es netter ist, in einem sauberen Bad zu sein), kommt der nächste Schritt, nämlich das Trocknen der Armaturen und Ränder der Badewanne direkt nach jedem Duschen.

    In der Küche gehe ich gerade genau so vor.

    * Ich habe erst einmal damit begonnen, morgens, während der Kaffee läuft, die Spülmaschine auszuräumen.
    Jeden Tag. Mehr nicht. Bis das automatisch ging.
    * Dann habe ich begonnen, anschließend dreckiges Geschirr, das vom Abend rumsteht, einzuräumen.
    *Inzwischen ritualisiere ich Spülmaschine ausräumen, einräumen, Oberflächen reinigen und Spüle trocknen nacheinander.
    Es ist ja durch die Ordnung, die sich nach und nach eingeschlichen hat, immer weniger Dreck geworden, der so morgens beseitigt werden muss.

    Mein nächstes Ziel ist, auch das Aufräumen des Wohnzimmers zu ritualisieren und wenn das irgendwann gut geht, möchte ich VIELLEICHT sogar mein Bett machen

    Ich mach mir keinen Kopf mehr, wenn Sachen nicht funktionieren und ich verzeihe mir Rückschritte.

  4. #4
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 216

    AW: Behandlungs- und Kompensationsstrategien

    irgendwie fühle ich mich mit LowCarb auch besser und im Sport sogar Leistungsfähiger. Im Kraftsport ohne zutun und im Ausdauersport nach 50min Trainings des Fettstoffwechsels (einfach langsamer laufen), hab ich auf weitere 5km sogar eine neue Bestzeit erlaufen, OHNE Kohlehydrate. Hatte nur 30g (120kcal) KHs pro Tag gegessen.


    Hab auch ordentlich mit abnehmen können, da eiweiß und fett mehr sättigen.


    Mittlerweile hau ich mir aber wieder die KHs rein, da es mir zu lange dauert bis ich den Fettstoffwechsel dauerhaft hochtrainiert habe, weil ich nun für meinen ersten Halbmarathon trainiere. ^^
    Außerdem find ichs recht stressig so zu essen... Denn Haferflocken. sind mir z.B. sehr wichtig wegen der hohen Mineralstoff- und Vitamindichte...


    Ansonsten mache ich auch fast täglich Sport. die letzten beiden Wochen 11x, aber normalerweise 7-8x.Meine Motorik und Trittsicherheit verbessert sich dadurch ebenfalls.


    Auch den Rest , was du als "Effekte" des Sports beschreibst, treffen bei mir zu 100% genauso zu und sind letztendlich meine Motivation für Ausdauer- und Kraftsport!

    Immer wieder erstaunlich, wie viele Menschen man hier findet, die einfach genau das gleiche beschreiben, was man selber denkt, fühlt und erlebt und einfach ähnliche Erfahrungen machen .


    Leider steht meine diagnose noch aus, ende diesen Jahres. Fragebögen sind schon abgeschickt.

    Gruß,
    Rager
    Geändert von Rager (12.06.2012 um 00:04 Uhr)

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 22

    AW: Behandlungs- und Kompensationsstrategien

    Einige Spurenelemente und Mineralstoffe und auch die für uns nicht unerhebliche Aminosäure Tryptophan sind zwar in großen Mengen im Getreide, werden aber aufgrund von "Gegenspielern" nur in geringer Menge vom Körper aufgenommen.

    Ich bin grad dabei, zu versuchen, die Fütterungstechniken, die ich hinsichtlich des Tryptophans bei meiner Hündin nutze, auch bei mir anzuwenden. Morgens viel Protein und gute Fette und 2-3 Std später Kohlenhydrate in Form von Obst für das Insulin, das das Tyrosin abzieht an der Blut-Hirn-Schranke.

  6. #6
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 1.943

    AW: Behandlungs- und Kompensationsstrategien

    Nur ich, das klingt ja nach Forschungslabor. hihi

    SEHR interessant!

  7. #7
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 216

    AW: Behandlungs- und Kompensationsstrategien

    Das ist mir zu wissenschaftlich, aber vom gefühl her habe ich reis, weizen, kartoffeln usw. nicht vermisst, aber obst schon.

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 22

    AW: Behandlungs- und Kompensationsstrategien

    Ist eigentlich ganz simpel.

    Serotonin ist ein "Glückshormon"

    Hormone bestehen aus Proteinen.
    Proteine sind Aminosäureketten.

    Um Serotonin herstellen zu können, braucht der Körper (unter anderem) die Aminosäure "Tryptophan".

    Diese Aminosäure muss, um verstoffwechselt werden zu können, durch die "Blut-Hirn-Schranke".
    -> Die Blut-Hirn-Schranke ist quasi wie eine Mauer mit Lauter Türen.

    Es gibt Türen, die nur für ganz bestimmte Stoffe zu öffnen sind und manche können von unterschiedlichen Stoffen einer Stoffgruppe geöffnet werden.

    Tryptophan teilt sich eine Tür mit einigen anderen Aminosäuren. Zum Beispiel Tyrosin, Phenylalanin und noch einige andere.

    Wenn nun sowohl Tryptophan, als auch Tyrsoin und Phenylalanin durch die Tür wollen, wird's eng!

    Es gelangt weniger Tryptophan ins Blut.

    Nahrungsmittel, die sowohl viel Tryptophan, als auch vielTyrsoin und Phenylalanin enthalten (Zum Beispiel enthält Fleisch viel Tyrosin und Getreide viel Phynelalanin) sorgen also demnach für keine optimale Tryptophan-Ausbeute

    ABER... jetzt kommt der Held der Geschichte: Insulin ist quasi der Türsteher an der Tür für Tryptophan.

    Insulin wird ausgeschüttet, wenn (möglichst schnell verstoffwechselbare) Kohlenhydrate aufgenommen werden.

    Idealerweise lässt man Insulin erst dann seinen Job machen, wenn die Schlange Aminosäuren schon an der Tür bereit steht (Proteine gelangen langsamer ins Blut, als Zucker).

    Stehen also Tryptophan, Tyrosin und Phenylalanin an der Mauer und wollen rein, pfeift Insulin quasi sämtliche Aminosäuren außer Tryptohan ab, sie mögen sich doch bitte zu den Muskelzellen begeben.

    Nun hat Tryptophan freie Bahn und kann ungehindert durch die Tür in der Mauer spazieren.

    Dort wird es dann zur Herstellung von Serotonin verwendet.

    "Depressive Verstimmungen lassen sich neurochemisch häufig auf einen Mangel an Serotonin oder seiner Vorstufe, der Aminosäure Tryptophan, zurückführen. Auch Angstund impulsive Aggressionen können auf einen Serotoninmangel zurückgeführt werden.Serotonin führt über eine Stimulation bestimmter Regionen der Großhirnrinde, die für die emotionale Regulation verantwortlich sind, im Wesentlichen zu einer Hemmung der Impulsivität und des aggressiven Verhaltens."
    Quelle
    Das war nur zur Erklärung.

    Ich probiere einfach schon lange Zeit vieles aus, um mein Befinden und mein Leben zu optimieren.
    Auf die Beeinflussung der Serotoninherstellung durch die Ernährung bin ich über meinen Job gekommen.
    Ängstliche, impulsive, aggressive und stressanfällige Hunde profitieren unheimlich von einer entsprechend serotoninfreundlich angepassten Ernährung.

  9. #9
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 216

    AW: Behandlungs- und Kompensationsstrategien

    bringt ein erhöhter Serotoninwert auch was für die körperliche Gesundheit oder Leistung? Habe gelesen, dass es als Gegenspieler zu Dopamin fungiert. Von Dopamin hat man als ADHSler ja eh schon einen Mangel...
    Naja, vll gibts auch einfachere Wege, für mehr Serotonin zu sorgen: "Serotonin wird unter anderem zum Zeitpunkt der Ejakulation in den Hypothalamus ausgeschüttet" - wiki

  10. #10
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 22

    AW: Behandlungs- und Kompensationsstrategien

    Ich wüsste nicht, dass die beiden einander hemmen, find dazu auch nichts.

    Im Gegenteil wird beim Sport zum Beispiel beides ausgeschüttet und im Allgemeinen kann man sagen, dass ein Gleichgewicht aus Dopamin, Serotonin und Noradrenalin sich günstig auf Antrieb und Motivation auswirkt.

    Eine alleinige Fixierung auf Serotonin ist natürlich Quatsch, aber es macht ja Sinn, grundsätzlich zu schauen, was dazu führt, dass vermehrt diese Neurotransmitter ausgeschüttet werden.

    AD(H)S ist ja nicht einfach eine gut eingrenzbare Krankheit. Es ist eine Stoffwechselabweichung, die nicht selten dazu beiträgt, dass entsprechende Betroffene auch Depressionen, Angstzustände, Zwänge, Süchte, etc entwickeln.

    Daher kann es nur von Vorteil sein, und ich erinnere mich auch an eine sehr erfolgreiche Einnahme von Serotoninwiederaufnahmehemmern in meiner späten Jugend, damals allerdings gegen die Depressionen und ja, ich konnte Gutes besser wahrnehmen und länger genießen, wodurch ich mehr Chancen hatte, Ziele zu erreichen... wenn das kein Dopamin ausschütten lässt, weiß ich auch nicht ^^, sich eben grundsätzlich mit allen die Motivation, den Antrieb und die "Guten Gefühle" betreffenden Mechanismen auseinander zu setzen.

    Mir persönlich hilft es ungemein.

    Und da ich eben auf Medikamente verzichten möchte (und in der Situation bin, dies auch zu KÖNNEN), schau ich, dass ich viel Sport mache, die Serotoninherstellung nicht durch unbedachte Ernährung unnötig behindere, meinen Blutzuckerspiegel kontrolliere, Erfolgserlebnisse und niemals eintönig werdende Struktur habe, etc.

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