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Diskutiere im Thema Wurden eure (ADHS)-Symptome schon mal als "Psychose" missinterpretiert? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 157

    Wurden eure (ADHS)-Symptome schon mal als "Psychose" missinterpretiert?

    Hallo,

    Das ist eigentlich ein Thema, welches mich schon länger beschäftigt aber ich noch nie wirklich einem Bereich zuordnen konnte. Ich möchte zudem gerne wissen ob und welche "Gleichgesinnte" die selbe Wahrnehmung besitzen, dass es sein könnte, dass Ärzte eine Psychose zu voreilig diagnostizieren bzw. (medikamentös) behandeln. Auch hier wird schließlich oftmals über allmögliche merkwürdige Fehldiagnosen oder Diagnostiken geschrieben, wurde bei jemanden auch an eine Psychose gedacht?

    AD(H)S kann schließlich bei oberflächlichem Blick falsch erfasst werden:

    Sprunghafte Gedankengänge oder Stimmungen (fehlende Gedankenruhe)
    Reizfilterschwäche / Reizüberflutung
    "von der Norm abgewandtes" Auftreten oder Interessenfokussierungen

    sind auch Begriffe die in der Beschreibung und Diagnostik-Leitlinien von Psychosen bzw. psychotischen Störungen vorkommen. Daher erscheint es mir doch recht simpel, dass z.B. ein unaufgeklärter AD(H)Sler (vorallem mit weiteren damit erklärbaren Problemen wie Stresssymptome, Depressionen, Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen, etc.) durch die Bejahung der Beschreibung sprunghafter Gedankengänge bzw. einer Reizüberflutung der Verdacht auf eine beginnende Psychose gestellt wird.

    Bei mir könnte dieses Problem zu der langen Psychopharmaka- und Klinik/WG-Odysee geführt haben, welches natürlich mir noch "ziemlich in den Knochen" sitzt. Man könnte mir höchstens den Fehler "vorwerfen" überhaupt seine genauen Gedankengänge bzw. eine Reizoffenheit & -überflutung einem Arzt zu erwähnen. Wenn schließlich jeder Mensch seine Gedankengänge 1:1 ungefiltert jemanden erzählen würde, dann gelte jeder als "verrückt". Bei den Diagnostikern könnte man sich die Frage stellen warum (aus Zeitmangel, Mangel an Informationen, etc...?) überhaupt voreilig eine Diagnose gestellt und behandelt wird obwohl genügend Zeit für eine ausgiebige Diagnostik wäre. - Das Thema könnte man jetzt auf alle möglichen Bereiche ausweiten...

    Mich würde es aber interessiern ob es tasächlich so ist, dass AD(H)Sler schnell den Verdacht einer Psychose erhalten, wenn diese zum ersten Mal von ihren Problemen reden. Natürlich wäre beides zusammen möglich, aber wie sehr wird es ganz allgemein von Leuten verwechselt?

    Für die Definition: Mit "Psychose" meine ich jede Art von psychotischer oder schizophrener Störung wie Drogenpsychose, "Psychose-Risiko-Syndrom" / beginnende Psychose, Schizophrenie, Schizotype Störung, Schizoaffektive Störungen, usw.

  2. #2
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.149

    AW: Wurden eure (ADHS)-Symptome schon mal als "Psychose" missinterpretiert?

    Ich hatte das auch schon - vor rd. 26 Jahren erstmals beim Psychiater aufgeschlagen - war der pure Horror, was dann folgte. Diagnose damals: Depression.

    Ich hatte so lange prokastiniert, konnte nicht mehr schlafen und hab gerade noch die Sachen hingekriegt, die unbedingt sein mussten. Bekam ein AD und war angetrieben wie blöde, wurde aber immer konfuser im Kopf. Dann haben die Deppen noch ein Neuroleptikum drauf gesetzt und ich wurde noch blöder - bin mit dem Kopf auf mein Keyboard gefallen.

    Alles in der Endphase meines Studiums, als mich die totale Erschöpfung eingeholt hatte. Typisch für die ADHS-Depression: Ich war so am Ende, dass ich wie ferngesteuert alles gemacht hab, was die von mir wollten. Allein die vielen Arzttermine, in Verbindung mit dem ganzen Formalkram, um mein Prüfungsamt zur Ruhe zu bringen reichten aus, um immer tiefer in das Loch reinzukommen.

    Irgendwann ging dann gar nichts mehr, ich saß nur noch heulend vor dem Psychiater und der meinte, das Mediwechsel anstehe und außerdem solle ich ne Therapie machen! Ich marschierte auch zu der Dame, die er vorschlug und nun hatten wir wieder ein Problem. Die Dame war Analytikerin und ich halte davon gar nichts - ich weiß nicht wie lange ich damals dort abgehangen habe. In jedem Falle konnte ich ihr nichts wesentliches sagen. Sie hat zwar meine Dissoziationen erkannt, aber verstanden hat sie mich nicht.

    Die erste Psychiaterin hat mich sogar angemacht, dass sie aus meinem Lebenslauf und meiner schriftlichen Lebensdarstellung ja gar nicht entnehmen könne, weshalb ich Depressionen habe - die Kuh! Sie wollte mich sogar auf Lithium einstellen. Weiß heute nicht mehr, wieso ich dann gar nicht mehr hingegangen bin. Hab alles gepackt und gut war's.

    Vor über einem Jahr mächtige Krise mit totaler Erschöpfung - Therapie hatte ich schon vorher gemacht, hat aber nicht langfristig geholfen.

    Ehm, ich sagte dem Psychiater, dass es mich völlig kirre macht, dass ich in der einen Sekunde ganz wach und präsent bin und in der nächsten Sekunde kriege ich die einfachsten Sachen nicht mit. Ergebnis: Er meinte ich sei bipolar und hätte eine gemischte Episode - haha. Unter seiner Therapie wurde nichts, aber auch gar nichts besser!

    Wahn hatte ich auch keinen, allerdings profitierte er davon, mir den Wahn zu unterstellen! Dachte wohl, wenn ich mich bei der Ärztekammer über seine Rechnungen beschwere, dann verkündet er eben einfach, dass ich nen Wahn hätte ggg.

    Nächste Psychiaterin: Nein, sie haben definitiv keinen Wahn, sie können ja reflektieren. Sie haben eine schwere Depression, weil sie eine extrem anstrengende Lebensphase durchlaufen haben und jetzt kommt der Zusammenbruch. Idee war eher, dass ich ne reaktive Depression auf die vielen Schicksalsschläge der vergangenen Jahre hatte.

    Na ja, die Schicksalsschläge haben schon 2008 ein Ende gefunden. Mein Problem war eher, dass ich nicht wirklich auf die Beine kam, trotz aller erdenklicher Bemühungen.

    Ach ja, dann war da noch ne Schulteroperation, die wohl auch eben dann zuviel war. Ich hatte das anders in Erinnerung: Der Op stand ich sehr offen gegenüber. Aber es ist ziemlich bescheiden, wenn einem keiner die Schmerzen glaubt und man schon völlig zermürbt ist. Dann Rechnungen, die locker um 50 % zu kürzen waren usw. Und ich war so verpeilt, dass ich alles immer mit ner Verzögerung von Wochen geschnallt hab.

    Jetzt bin ich beim ADHS- Spezi und der schüttelt nur den Kopf. Weil: eigentlich hätte man es ganz einfach feststellen können. Mit einem strukturierten Interview und mit Zuhören! Ich hab meinen Shrinks die Diagnose auf dem goldenen Tablett präsentiert und die haben es einfach nicht geschnallt.

    Hab mir bei den guten Ratschlägen schon die Ohren zugehalten - hat alles nichts genützt.

    Gott sei Dank nimmt mich der Spezi ernst, hat jetzt gleich mal das Venlafaxin abgesetzt und durch Sertralin ersetzt. Mensch, bin ich froh. Ich werde jeden Tag ruhiger und strukturierter. Ist zwar noch nicht das Gelbe vom Ei. Aber Auswertung ist erst am 14.6.

    Übrigens: Meine Psychotherapeutin vor vier Jahren hat eigentlich alles richtig erkannt. Aber sie hat mehr oder weniger falsch interpretiert. Sie stellte damals schon fest, dass ich keine Gedankensprünge mache - aber ich würde eben alles so schnell auf den Punkt bringen, dass sie kaum mit dem Verstehen nachkommt. Sie meinte, dass sie mehrere Gedankenschritte benötigt, während ich nur einen mache!

    Bei den Psychiatern ist es etwas anderes. Zumindest nach meiner Erfahrung. Die sind ganz schnell dabei. Die setzen ihre eigenen Maßstäbe an und stellen dann fest: Pat. ist subjektiv verwirrt, objektiv nicht! Das ist Bullshit - die vermeintliche Objektivität des Psychiaters ist im allgemeinen seine Subjektivität. Der müsste schon richtig gezielt ein paar Tests machen, um zu wissen wie objektiv sein Urteil ist.

    Leider kommen die unstrukturierten Interviews immer mehr in Mode - die wollen nicht nachdenken und reflektieren. Geht dann alles viel schneller!

    Der Unterschied zum Psychotiker ist, dass in der Psychose wirkliche Gedankensprünge gemacht werden. Das geht tatsächlich von Hölzchen auf Stöcksken. "Wie kriege ich ne Kur?" Du bist am Antworten und es kommt auf einmal "Mein Mann will mich verlassen!" "Könnte ich nicht doch in eine Klinik gehen?" "Ich habe die e-mail auf einem anderen Rechner abgerufen, jetzt liegt sie dort noch, deshalb kann ich sie nicht beantworten." "Ich bin manisch, ich bin stinkwütend." Dann nimm Deine Bedarfsmedikamente! "Wie kommst Du darauf, dass ich manisch bin?" "Ich hab gute Gründe wütend zu sein!" Und so nimmt die Geschichte ihren Lauf.

    Der ADHSler: ich hab keine Familie.
    Antwort: Haben sie Geschwister? lol Mir fällt die Kinnlade runter, aber der Shrink muss erstmal alles abfragen, eben wie ein Roboter sein Schema abarbeiten.

    Wovon leben Sie?
    Ich bin gut versorgt, habe genug Geld und ne Hinterbliebenenversorgung.
    Wie sie sind berentet? Nein, verwitwet, wie das Wort Hinterbliebenenversorgung schon sagt! gggg

    Zwischen diesen Formen der Gedankensprünge besteht ein himmelweiter Unterschied - aber für die Muggels ist das alles richtig. Und der Andersweltler ist genervt - ein Muggel käme niemals auf den Gedanken zu fragen, ob ihm vielleicht ne verständliche Aggressivität entgegen schlägt.

    Am häufigsten ist die falsch positive "Bipolar-Diagnose", von der anderen Seite betrachtet dürfte diese die häufigste falsch negative ADS-Diagnose sein!

    An dem Dilemma mit den Ärzten werden wir wohl nichts ändern, es wird eher noch schlimmer. Solange die Kassen immer weiter nur an der Geldschraube drehen und die Qualität nicht endlich mal auf den Prüfstand kommt, ist da keine Änderung in Sicht.

    Bei den GKVlern muss es schnell gehen, weil es nur eine Fallpauschale gibt. Lässt sich fast schon nachvollziehen.

    Bei den Privaten geht es schnell, aber auf der Rechnung steht ne Behandlung von dreißig Minuten.

    Ergo: Es ist egal, wie der Patient versichert ist. Hauptsache es geht schnell! Vom System durchaus gewollt, wenn die alle gründlich arbeiten würden, hätten viele von uns deutlich kürzere Leidenswege hinter sich und einige Ärzte weniger kennen gelernt. Das System lebt eben auch von Fehldiagnosen! Ist/klingt traurig - aber leider auch wahr.

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 113

    AW: Wurden eure (ADHS)-Symptome schon mal als "Psychose" missinterpretiert?

    Am häufigsten ist die falsch positive "Bipolar-Diagnose"
    Das kann ich bestätigen. Und Borderline...

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 73

    AW: Wurden eure (ADHS)-Symptome schon mal als "Psychose" missinterpretiert?

    Ja, ich litt bis zur Medikation mit Strattera unter starken Depersonalisierung die ich schon fast als Chronisch bezeichnet hätte. Habe das auch lange Zeit nicht erwähnt, eben aus Angst davor in die Psychosenschublade gesteckt zu werden. Als ich das doch mal erwähnte, waren alle beteiligten erstaunt darüber das ich meine Umwelt so verzerrt erlebe (ist wohl sonst keinem aufgefallem). Jedenfalls wurde dann erst einmal die Neuroleptikakeule versucht (Seroquel, Risperdon), ohne nennenswerte positivie Wirkung (nur Nebenwirkungen, und das Gefühl lobotomiert zu sein).

    Danach hies es BL, und irgendwann kam der Verdacht auf das es ADHS sein könne...

  5. #5
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 24
    Forum-Beiträge: 217

    AW: Wurden eure (ADHS)-Symptome schon mal als "Psychose" missinterpretiert?

    Hi! :-)

    Ich bin wegen Konzentrationsschwierigkeiten und Stimmungsschwankungen in die Klinik gekommen, und bin nach vier Monaten mit der Verdachtsdiagnose bipolare Störung und der Diagnose beginnende Psychose entlassen worden. ;-) Inzwischen nehme ich neben Stimmungsstabiliserern (Lamotrigin) und Neuroleptika (Xeplion) allerdings auch wieder Medikinet.

    Man muss allerdings sagen, dass immer noch nicht klar ist, welche der Diagnosen jetzt stimmen und welche nicht. Ich profitiere sowohl vom Xeplion (hilft gegen Träumerei und Gedankenabschweifen) als auch vom Medikinet (hilft gegen Motivationschwäche, Konzentrationsschwäche und schnelle kognitive Erschöpfung). Das Xeplion wird in ein paar Monaten abgesetzt und dann sehe ich ja, ob es auch ohne klappt.

    -> Scheint alles eine ganz schön verzwickte Sache zu sein, da die Symptome sich wirklich überschneiden. Im Moment resultiert das bei mir in einem Zuballern mit Medikamenten und Diagnosen.



    Liebe Grüße,

    Schneekind.

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Alter: 42
    Forum-Beiträge: 61

    AW: Wurden eure (ADHS)-Symptome schon mal als "Psychose" missinterpretiert?

    Bei mir diagnostizierte mein Therapeut eine Depression und eine abhängige narzistische Persönlichkeitsstörung und schickte mich auf eine psychosomatische Reha.

    Aus der Reha raus bin ich ohne Depression, ohne narzistische Persönlichkeitsstörung und mit der Verdachtsdiagnose auf ADHS.

    Und mit Scorewerten auf verschiedenen Fragebögen, jenseits derer "normaler" Menschen...

    Auf dem einen hab ich einen Wert von 121. Normale haben zwischen 0 und 70 und mein Arzt der nun die finale Diagnose stellen soll sagte das der Wert selbst für einen ADHS PAtienten schon beachtlich sei.

    An ADs zur Behandlung meiner "Störungen" hab ich so einiges durch. Mirtazapin, Citalopram, Cipralex und zuletzt Elontril. Was zwar das Zittern behoben hat, aber mein Schlaf auf maximal 5 Std. pro Nacht reduziert hat...
    Deshalb hab ich es eigenmächtig kalt abgesetzt...


    Neben dem Zittern der Beine sind es bei mir:

    - Konzentrationsschwäche
    - Stimmungs auf und ab
    - Vergesslichkeit
    - Hyperfokussierung
    - die fehlende Gedankenruhe
    - Bewegungsdrang

    etc...

    Ich warte jetzt auf meine endgültige Diagnose und die mögliche Einstellung auf ein ADHS Medikament... Ich bin sehr gespannt...

    Liebe Grüße

    Soul

  7. #7
    m-s


    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 296

    AW: Wurden eure (ADHS)-Symptome schon mal als "Psychose" missinterpretiert?

    In einem meisten letzten Leben war in bei einem Heilpraktiker in Behandlung, der mir viel halt gegeben hat.
    Als er im Urlaub war hatte ich eine heftige Krise und suchte den Rat eines Psychologen. Der diagnostizierte eine schizoide paranoide Störung oder sowas. Kann mich nicht mehr genau erinnern. Er gab mir ein paar Tabletten, um die Krise zu überstehen.

    Damals hatte ich sehr starke farbliche Eindrücke meiner Umwelt. Menschen hatte verschiedenfarbige "Ausstrahlung". Stellenweise war meine Reizfilterschwäche so extrem, dass ich fast die Gedanken der anderen hören konnte. Meine Wahrnehmung war endgradig aufgerissen und ich konnte mich der Eindrücke nicht erwehren. Keine Grenze zwischen Innen und Außen. Ich erinnere mich an unerträgliche Zustände.
    Na ja, jedenfalls nahm ich die Tabletten und meine Wahrnehmung wurde schwarz/weiß. Die Reizfilterschwäche veränderte sich sonderbar und die veränderte Wahrnehmung der Menschen löste erst recht einen paranoiden Schub aus.

    War eine schlimme Zeit und fast die Letzte . . .
    Rückwirkend scheint mir der Psychologe doch etwas zu gelassen mit dem verrückten jungen Mann umgegangen zu sein. Hätte nicht jemand auf mich aufgepasst, hätten wir einen verrückten weniger gehabt.

    Der erste Teil, der Beschreibung der Ursachen in der Wikipedia dürfte ja auffallend oft auf ADSler zutreffen.
    Nach vorherrschender Auffassung nimmt diese Persönlichkeitsstörung in der frühen Kindheit ihren Ausgang. Eine hochgradige angeborene Sensibilität und Irritierbarkeit . . .
    Insgesamt scheint es mir aber eher meine damaligen Probleme gar nicht zu beschreiben. Auch die Klassifikation traf nicht zu, bzw. nur in zwei Punkten.

    Ich hatte damals zwei, drei Kontakte mit Psychologen und die waren alle samt eher irritierend als hilfreich. Vermutlich dauert es einfach auch zu viel Zeit, einen so offensichtlich verrückten soweit zu durchschauen, als dass man die Ursache findet.

    Letztendlich in ein neues Leben geholfen hat mir (unter anderem, da auch das soziale Umfeld wichtig war) besagter Heilpraktiker, denn der hat mir Gelegenheit gegeben meine Gedanken zu ordnen, wichtiges von unwichtigem zu trennen, mich nie abgestempelt oder verurteilt und mit Akupunktur die heftigen mehr oder weniger krampfhaften Reaktionen meines Körpers gemindert und mich ausgeglichener gemacht.
    Die Reizfilterschwäche ließ nach und damit auch die permanente "Bedrohung". So konnte ich viele Jahre relativ normal in der Gesellschaft existieren. Habe mir vieles aufgebaut und vieles erreicht, ohne ADS Diagnose.

    Erst in den letzten Jahren wurde der Leidensdruck immer größer und glücklicher Weise half mir die ADS Diagnose meiner Tochter die richtige Richtung zu finden. Der Psychologe fand die Diagnose mehr als Eindeutig. Schade das 20, 30 Jahre vorher niemand dieses Fachwissen hatte.

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 569

    AW: Wurden eure (ADHS)-Symptome schon mal als "Psychose" missinterpretiert?

    Aleã schreibt:
    wurde bei jemandem auch an eine Psychose gedacht?
    Ja. Mehr als einmal, mit teils extrem negativen Folgen, Fehldiagnosen, Fehlbehandlungen usw.
    Und je öfter mir so etwas passiert, desto besser passe ich in das Profil dieser Diagnosen, weil ich natürlich genau dadurch noch heftiger reagiere wenns mal wieder passiert. Gruselig, wirklich sehr gruselig.

  9. #9
    Wohnt hier

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    Forum-Beiträge: 1.149

    AW: Wurden eure (ADHS)-Symptome schon mal als "Psychose" missinterpretiert?

    auri schreibt:
    Ja. Mehr als einmal, mit teils extrem negativen Folgen, Fehldiagnosen, Fehlbehandlungen usw.
    Und je öfter mir so etwas passiert, desto besser passe ich in das Profil dieser Diagnosen, weil ich natürlich genau dadurch noch heftiger reagiere wenns mal wieder passiert. Gruselig, wirklich sehr gruselig.
    Kann ich bestätigen. Meine Arzterfahrungen in den letzten Jahren waren so negativ, dass ich immer schneller angetriggert bin und auch schon mal in ner Praxis wütend werde.

    Und mein Misstrauen wächst jeden Tag ein bisschen mehr. Da muss einer schon was bieten, damit ich ruhig bleibe.

    Darf nicht dran denken, was mir vor Jahren passiert ist. Vollgepumpt mit Antidepressiva, die nicht geholfen haben und dann noch ein Neuroleptikum oben drauf - dann ging gar nichts mehr - aber die Angst im Oberstübchen war nicht mehr zu bremsen.

    Ist jetzt nicht so dolle in unserem Gesundheitswesen und in der Psychiatrie ist es schlicht skandalös.

    Waldsteinie

  10. #10
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 2.632

    AW: Wurden eure (ADHS)-Symptome schon mal als "Psychose" missinterpretiert?

    Jawohl. Eine Psychose wurde bei mir auch schon mal diagnostiziert. Werfen wir einmal einen Blick in die Akten. Und schauen nach, mit welcher Begründung dies geschah.

    - Formales Denken sprunghaft

    Soso.

    - Im Kontakt streckenweise freundlich zugewandt, dann bisweilen distanzlos, fast feindselig wirkend

    Aha.

    - Affektiv ständiger Wechsel zwischen Niedergestimmtheit und aggressiv-polterndem Verhalten

    Sehr verdächtig.

    - affektiv starr wirkend

    Na also.

    - Antrieb deutlich herabgesetzt, psychomotorisch eher unruhig

    .Soso. klassischer Fall. Eindeutiger Psychotiker.

    Ergebnis:

    - Bei Herrn Eiselein handelt es sich um einen Patienten mit V. a. eine Schizophrenia simplex. Differentialdiagnostisch ist auch eine schizotype Störung mit narzisstischen und selbstunsicheren Zügen in Erwägung zu ziehen.

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