Seite 1 von 2 12 Letzte
Zeige Ergebnis 1 bis 10 von 12

Diskutiere im Thema Gibt es austherapierte ADSler? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Lysander

    Gast

    Gibt es austherapierte ADSler?

    Hat eigentlich schon jemand einen medikamentös gut eingestellten, austherapierten ADSler getroffen, gesprochen oder von einem gehört? Ich lese hier und woanders so viel über die verschiedenen Medikamente, Dosierungen, Therapien, Selbsthilfegruppen und Coachings. Oder gibt es noch keine, die in einem Zustand des Gleichgewichtes sind, sich mittlerweile in der Gesellschaft zurecht finden, nicht mehr verpeilt sind, ein planbares Leben führen, keine mittelschweren Katastrophen haben und ihre dissoziativen Störungen überwunden haben?

    Mich würde nämlich interessieren, ob das überhaupt geht oder man sein Leben lang therapiert werden muss? Wie sieht der Zielzustand aus? Das Leben eines Stinos?
    Wenn man einen Beruf ausübt, der Kreativität verlangt und den offensichtlich sehr viele ADSler wählen, gerade weil sie immer wieder den Kick suchen, sich für Dinge sehr begeistern können, läuft man mit Therapie und MPH dann Gefahr, ihn nicht mehr so effektiv ausüben zu können? Oder hat das eine nichts mit dem anderen zu tun?

  2. #2
    Blackmamba

    Gast

    AW: Gibt es austherapierte ADSler?

    Jetzt hab ich deinen Text verstanden. Nein ich kenne niemanden.
    Geändert von Blackmamba (30.04.2012 um 00:26 Uhr)

  3. #3
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 2.632

    AW: Gibt es austherapierte ADSler?

    Lysander schreibt:
    Hat eigentlich schon jemand einen medikamentös gut eingestellten, austherapierten ADSler getroffen, gesprochen oder von einem gehört? Ich lese hier und woanders so viel über die verschiedenen Medikamente, Dosierungen, Therapien, Selbsthilfegruppen und Coachings. Oder gibt es noch keine, die in einem Zustand des Gleichgewichtes sind, sich mittlerweile in der Gesellschaft zurecht finden, nicht mehr verpeilt sind, ein planbares Leben führen, keine mittelschweren Katastrophen haben und ihre dissoziativen Störungen überwunden haben?
    Doch des gibt`s.

    Hier in diesem Forum wirst Du wenigen von ihnen begegnen, da die meisten Menschen, die mit ADHS gut zurechtkommen kein Bedürfnis verspüren, sich mit anderen Betroffenen darüber auszutauschen.

    Im Forum triffst Du eher Leute, deren ADHS ihnen erhebliche Probleme bereitet.

    Insofern könnte man sagen, dass dieses Forum sozusagen eine Verzerrung der Realität über ADHS bei Erwachsenen in Deutschland darstellt, da es in der Tat und naturgemäß die vielen Menschen nicht widerspiegelt, die mit ihrem ADHS sehr gut zurechtkommen.

  4. #4
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.422

    AW: Gibt es austherapierte ADSler?

    Hallo lysander,

    Ich kenne einige ADSler die man als "austherapiert" benenen kann. Diagnose seit 10 jahren, manchmal noch medis oder nicht, aber sie haben ihre ADS akkzeptiert, sich beruflich ein weg gefunden.

    Symptomen sind immer noch da und schwierigkeiten im leben auch, aber der umgang damit ist irgendwie gesund.

    Aber ich kenne keine ADSler, egal seit wie lange diagnostisiert der sich damit nicht mehr befasst. Es scheint mich ehe dass es eine thema ist der einfach bleibt, dass es immer wieder gibt zu tun damit...

    Ob jemand noch medis nimmt oder nicht nehme ich nicht als kriterium dafür. Ich finde die einstellung zu sich und die stabilitàt im leben wichtiger. Also, wenn jemand nach 10 jahren noch medis nimmt und dazu einfach steht weil er es nötig hat, aber sonst recht klar im leben kommt.

    Austherapiert in sinn dass keine änderungen möglich sind, da kenne ich keine der so weit ist... Es hat immer wieder themen, baustellen...

    Ich habe der diagnose seit mehr als 4 jahren und merke dass ich langsam meine stabilität gefunden hat, mein ADS in mein leben wirklich integriert habe. Beruflich bin ich stabil, aber verdienne zu wenig zu leben, medis nehme ich noch und vielleicht wird es so meine ganze leben bleiben.
    Mit chaos und ordnung gibt es bei mich nicht so viel neues, ich beschäftige mich mehr mit emotionalen themen. Im therapie bin ich auch noch und SHG auch, was mich sehr gut tut.

    Ja, wann genau ist man eigentlich austherapiert? Ich bin mit mein leben zufrieden und finde es schon dass es eine wichtig ziel ist zu erreichen.

    lg

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 70

    AW: Gibt es austherapierte ADSler?

    Also mein Vater hat wohl auch ADS, da er aber seit seinem 24.ten Lebensjahr durch mich und meine Schwester "gezwungen" war, einen Job zu erlangen, hat er sich zusammen gerissen und dann auch sehr schnell einen gefunden.

    Diesen übt er seither aus, hat den Beamtenstatus, seine Frau, seine Hobbies...


    Wer also Struktur in seinem Leben hat, der wird wohl, zumindest solange das Gerüst nicht zusammenbricht, gar nicht bemerken, dass er AD(H)S hat, in welchem Ausmass auch immer.


    Aber er selbst und auch meine Mutter sehen viele Parallelen, hier in der Familie wird sich ja durch meine Wenigkeit seit ein paar Wochen mit diesem Thema beschäftigt.


    Als er seine Mitlivecrisis hatte und meine Mutter verließ, ist es beinahe zu so einem Zusammenbruch gekommen, bis er sich besann und zurück "nach Hause" kam.

  6. #6
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 3.524

    AW: Gibt es austherapierte ADSler?

    Hallo

    ich stoße mich etwas an dem Wort "austherapiert" , denn das sehen Betroffene meist GANZ anders als Ärzte oder Krankenkassen ! Austherapiert bist Du wenn man das wortwörtlich nimmt, wenn Du jegliche Therapie die in Frage kommt durchlaufen hast und medikamentös zufriedenstellend eingestellt bist.

    Ja ich kenne jemanden, den ich durch Zufall kennengelernt habe (nicht hier im Forum), der sogar so wie ich an ADHS und Borderline "leidet".
    Er hat genau wie ich eine stationäre und danach eine ambulante Therapie gemacht, ist bei ihm aber schon einige Jahre her und er hat einfach seinen Weg gefunden gut damit umzugehen und zurecht zukommen. Er sagte zu mir er habe sich aus den Dingen die er in den Therapien gelernt hat für sich die "Rosinen" rausgepickt hat und einfach versucht manche Dinge nicht mehr so eng zu sehen. Er lebt allein, das ist sein Fazit aus allem... er ist im großen und ganzen zufrieden......
    Ob er nun wirklich "austherapiert" ist... gute frage.... auch er hat Tiefpunkte, aber die haben die "normalos" ja nun auch ... generell gibt es mir Hoffnung wenn ich ihn sehe und mit ihm spreche, weil ich denke, dass ich vielleicht auch irgendwann an dem Punkt sein kann.
    Zufriedenheit ist ein wertvolles Gut...... das wir wohl alle anstreben......

    LG

    Rose

  7. #7
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 5.009

    AW: Gibt es austherapierte ADSler?

    mj71 schreibt:

    Ja, wann genau ist man eigentlich austherapiert? Ich bin mit mein leben zufrieden und finde es schon dass es eine wichtig ziel ist zu erreichen.

    lg

    Das finde ich auch !

  8. #8
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 5.009

    AW: Gibt es austherapierte ADSler?

    Bin auch der Meinung, dass es ein "Endziel" nicht gibt / nicht geben kann...denn Änderungen / Veränderungen gibt es immer im Leben.

    Das hat nicht immer mit ADHS zu tun, aber wie will man denn das ADHS abtrennen vom Betrachten des eigenen Leben?

    Es ist ein Teil von mir, auch wenn ich nicht ADHS BIN, was man bei manchen, die ich kenne, denken könnte, weil die kein anderes Thema zu kennen scheinen, bzw. es dermaßen "glorifizieren"

    Und eine Therapie kann unterstützen in jeder Phase des Lebens, weil ja stets neue Anforderungen auf uns zu kommen! (unabhängig vom ADHS)
    Wenn ich meine Krankenkasse fragen würde...jo, die würden mich gern als "austherapiert" bezeichnen, weil sie nun die 4. Therapie bezahlen müssen (inklusive teurer Psychoanalyse).....und ich bin erst 40 ...hi,hi

    Mit meinem ADHS komm ich inzwischen gut klar, hadere manches Mal damit, aber die Medikation greift und ich hab die gut im Griff, die Pillen stets dabei!

    Gut, die monatliche "Beschaffung" der Rezepte nervt etwas, aber ich will mich nicht zu sehr beklagen...andere müssen mehrmals in der Woche zur Dialyse etc. ...so what?

    Mich stören vielmehr die rezidivierenden Depressionen, aber auch die scheinen ein Teil von mir zu sein, bzw. ein doch recht gut funktionierendes Warnsystem, wenn ich mir zu viel zugemutet habe!!

    Also im Großen und ganzen bin ich ein Prototyp des "austherapierten, gut medikamentös eingestellten" ADHSlers!! ...ggg

  9. #9
    Lysander

    Gast

    AW: Gibt es austherapierte ADSler?

    austherapiert? Wer hat das hier nur zuerst geschrieben? Ach, das war ich. Ich gebe es ja zu: manchmal überspitze ich Formulierungen, um mich verständlicher zu machen. Ich bitte um Nachsicht. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass es gerade dieses Wort ist, auf das man sich in den Antworten stürzen würde. Mist, es steht sogar im Titel. Mir ging es ums Gleichgewicht. Klar daran wird man immer arbeiten müssen. Kaum ein Mensch wird in seinem Leben immer im Gleichgewicht bleiben.

    Wir haben Defizite in unterschiedlicher Ausprägung. Manche haben Depressionen, manche haben andere dissoziative Störungen ausgebildet. Wir arbeiten alle an uns, haben Ängste, rutschen ab - in Süchte, in Selbstzweifel, in Wut auf die ganze Welt und auf uns selbst. So viele schreiben hier über ihre Panikattacken, die Furcht - haben so oft gehört, dass sie (wir) "anders" sind, mussten Antidepressiva schlucken, viele wurde fehldiagnostiziert, fühlten sich irre, missverstanden, wurden zu Außenseitern, gemieden, trauten sich sogar nicht mehr unter Menschen, wurden zu Dieben (wann immer an der Schule jemand etwas kaputt machte: "Der Dieb war es - der Andersartige, Verpeilte"), so viele Beziehungen gingen kaputt: Freundschaften, Ehen..... der Tod der Romantik, das erneute Aufflackern der Leidenschaft (aber hallo).... der Sturm der Gefühle nach außen oder die nach innen gerichtete Brandung, die einen mit unglaublicher Gewalt umreißt und kein Schwein da draußen bekommt es mit..... Reiße das Fenster auf und schreie Deinen Verzweiflungsschrei in die Nacht hinaus und immer wieder Enttäuschungen, ganz oft auch nur blöde Missverständnisse, weil wir uns zurückgesetzt fühlten, einen Blick vielleicht nicht deuten konnten... Die viele Liebe, die wir eigentlich zu geben haben und hierzu auch bereit sind..... ausgenutzte Hilfsbereitschaft: da reißt man sich ein Bein für einen anderen Menschen aus und der weiß es noch nicht einmal zu würdigen... die vielen Rollen, die man gelernt hat zu spielen, das unechte Lächeln, weil man eigentlich gerade weinen könnte, das Mitleid für andere, Fremdschämen und die wunderbare Begeisterung für die Sonnenstrahlen, die durch die gewittrige Wolkenmacht brechen oder einen Regentropfen, der an einem satt-grünen Blatt herabrinnt....

    Das könnte man unendlich weiterführen... oder nur ich? Vielleicht schreibe ich nur für mich. Gut möglich. Die vielen, vielen Brüche in den Biografien, die tollen Ideen, die man so hat und nicht umsetzen kann, weil man perfekt sein möchte oder andere die eigene Begeisterung nicht teilen können

    ........und der Wunsch nach Ruhe oder einfach nur, dass uns jemand mal in den Arm nimmt und sagt: "Hey, Du bist okay!"

    Weil man immer wieder umgefallen ist, so oft "Aua, verdammtnochmaltutdasweh" gerufen hat und "wohin ist denn jetzt mein Geld versickert" oder wieder einmal etwas vergessen hat und sich so hilflos dabei fühlt - ein Stehaufmännchen ist - versucht man an sich zu arbeiten, lässt sich diagnostizieren, nimmt Medikamente und macht Therapien....

    Mit "austherapiert" meinte ich eine relative Ruhe, Inseln des Gleichgewichts, Punkte auf der wankenden Erde, auf der man wandelt, von denen man weiß "wenn ich ungefähr hier lang gehe, halte ich meine schwankende Welt etwas ruhiger". Es wird immer mal einen wackelnden Horizont geben und Stellrädchen, an denen man drehen muss, aber bitte nur die Feinjustierung, dass man einigermaßen zurechtkommt. Das Leben ist immer eines der härtesten, aber das gilt sowieso für alle...

    Jetzt habe ich mich leer geschrieben *unsicher guck*

  10. #10
    m-s


    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 296
    Unter austherapiert wuerde ich eher verstehen, "alles versucht, aber es hat nicht geholfen". Aber vielleicht verstehe ich das Wort auch falsch.

    Ansonsten finde ich, sollte sich jeder das Recht nehmen sich so zu akzeptieren wie er ist. Nicht das ich nicht finde man sollte sich entwickeln und zum Besseren streben.
    Es ist eher, das man aus der eigenen Akzeptanz die Kraft ziehen sollte im Gleichgewicht zu sein. Zumindest, wenn gerade kein Sturm weht.

    Im Umkehrschluss bedeutet das dann auch, wenn es mal zu stuermisch wird und man das Gleichgewicht verliert, muss man eben stehen bleiben und sich festhalten. Abwarten bis es besser wird und wieder loslaufen

    Im Prinzip heisst das nichts anderes wie in anderen Posts oben schon steht. So ganz am Ziel kommt man nie an. "Das Leben ist Bewegung."

Seite 1 von 2 12 Letzte

Ähnliche Themen

  1. Wer hat Mühe mit der modernen Zeit? ADSler oder Nicht-ADSler?
    Von Selenia im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
    Antworten: 27
    Letzter Beitrag: 23.11.2011, 21:16
  2. Urlaub a la ADSler...
    Von Laska im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 1.11.2009, 13:15

Stichworte

Thema: Gibt es austherapierte ADSler? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
©2017 ADHS bei Erwachsenen Forum