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Diskutiere im Thema Seit heute ADS Diagnose, aber Psychiater hat mich nicht ernst genommen im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #11
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 161

    AW: Seit heute ADS Diagnose, aber Psychiater hat mich nicht ernst genommen

    Ach Hirnbeiß,

    Eine gute (!), saubere Testung und die Erfahrung des Arztes dürfte so ziemlich schnell jeden herausfiltern, der MPH haben möchte, um es zu missbrauchen. Dazu bedarf es keine Psychospielchen.

  2. #12
    hirnbeiß

    Gast

    AW: Seit heute ADS Diagnose, aber Psychiater hat mich nicht ernst genommen

    Trago schreibt:
    Ach Hirnbeiß,

    Eine gute (!), saubere Testung und die Erfahrung des Arztes dürfte so ziemlich schnell jeden herausfiltern, der MPH haben möchte, um es zu missbrauchen. Dazu bedarf es keine Psychospielchen.
    Da stimme ich dir vorbehaltlos zu. Aber es kann halt auch nerven, wenn es versucht wird. Und es wird versucht. Das kostet den Neurologen wertvolle Zeit,
    die dann den anderen Patienten abgeht.
    Ich stimme dir zu, daß eine fundierte Diagnose sehr wichtig ist.

    LG --hirnbeiß--

  3. #13
    OMMM-Beauftragte

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 5.742

    AW: Seit heute ADS Diagnose, aber Psychiater hat mich nicht ernst genommen

    Aber es kann halt auch nerven, wenn es versucht wird.
    jo - aber da bin ich als Patientin mal ganz egoistisch ... nicht, dass ich heute nicht auf Krawall gebürstet wäre oder so .... Was geht es mich an, bitteschön, wenn Blödleute versuchen, sich Medis zu ermogeln?! Das gibt's schließlich nicht nur im Fall von MPH ... da müsste - minimal übertrieben - jedem Schmerzpatienten, jedem Depressiven und sonstwie jedem Patienten mit BTM oder sonstwie leckerer Medikation erstmal mit einem offiziellen Misstrauensantrag begegnet werden ...

    ahh - jetzt verstehe ich ... die Beweispflicht obliegt dem Patienten ... solange nicht bewiesen ist, dass ich eine Kopfkirmes besitze, bin ich zunächst eine Lügnerin ... *hrmpf

    So genannte Stresstests gibt es in zig Bereichen ... meine CPU kann ich nach einem Overclockingversuch auch einem Stresstest unterziehen ... jeder kluge Rechnerfummler probiert das allerdings erst mal mit einem baugleichen Gerät, bei welchem es nicht so schlimm ist, wenn es hernach abraucht ...

    Finde mal bitte ein baugleiches Gerät zu einem menschlichen Individuum XY, für das es egal ist, wenn es diesen Stresstest nicht übersteht ... also von mir gibt es keinen Klon und ich kann auf solche Stresstests dankend verzichten ... woher soll man als Therapeut wissen, ob der gerade eingeleitete Stresstest nicht das letzte Tröpfchen ist, welches den Kanal des Patienten zum Überlaufen bringt?

    Nee, dat tut nich Not, sach ich ma ...

    Sind wir nicht alle ein bisschen empfindlich?
    Hm, nö, eines kann ich sagen: diese blöde "duuu bist aber empfindlich"-Kiste habe ich tatsächlich aus dem Fenster geschmissen! Ich denke, keiner von uns ist "empfindlich" - ich empfinde diesen Begriffe als degradierend (krawumm) und die eigenen Gefühle missachtend ... ich bin vielleicht so dann und wann eine Emorakete, aber in diesem Sinne verweise ich, auch für mich, ganz schmerzfrei auf meinen Impulsdefekt ...

    Wenn überhaupt mag ich lieber die Bezeichnung "Aufgrund einer Filterregulationsstörung sensorisch und in der emotionalen Wahrnehmung partiell hypersensitiv" - das bezeichnet für mich einfach Fakten, ohne dass ich mich einer wie auch immer gearteten Bewertung unterziehen muss.

    Also bitte Herr/Frau Neurologin - in jedem anderen Beruf heißt Professionalität, dass ich es nicht an Kunde B auslassen darf, wenn mir Kund A gerade in die Suppe gespuckt hat ...

    Noch kurz zur 100%igen Sicherheit - die gibt es bei unserer Diagnose nicht, iss mir klar, ... dennoch muss ich meinem Patienten weitestgehend ermöglichen, meiner Entscheidung zur Medikation zu vertrauen ... hier übertrage ich aus meiner eigenen Erfahrung:

    meine Ärztin und meine Psychologin waren sich schon über ein halbes Jahr zunehmend sicher, dass wir mit dem MPH alleine nicht bei mir weiterkommen. Ich selber hatte eine Heidenangst vor dem Einsatz eines Antidepressivums ... die beiden waren lieb und gut und verständnisvoll - wenn die auch nur einen dummen Spruch gebracht hätten oder mir nicht diese mögliche Zuversicht auf Erfolg vermittelt hätten, hätte ich davon bis heute nichts geschluckt ... tatsächlich war es aber (bisher jedenfalls) des Rätsels Lösung.

    Der Unterschied besteht natürlich darin, dass ich selber nicht nach Antidepressiva gebettelt habe - ich habe jetzt erst mal nur den Aspekt der zu übertragenden Zuversicht gemeint.

    Ich hatte in der Einstellungsphase aber auch einen Moment, da ich befürchtete, meine Ärztin könne auf schlechte Gedanken bezüglich meiner Dosis kommen - 10mg reichten nicht, 20mg auch nicht, zum Schluss war ich bei 2x30mg Medikinet adul und 20mg Methylpheni Tad ... ihr für mich wichtiges Argument war, dass sie besorgt um meine Gesundheit sei, weil das Verhältnis Körpergewicht/Medimenge nicht gut war ... sie hat mit keiner Silbe Misstrauen ob eines möglichen Abusus geäußert!
    Ich selber war mir nicht mehr sicher, ob das alles so gut war, aber mit weniger ging es mir faktisch schlecht ...

  4. #14
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 17

    AW: Seit heute ADS Diagnose, aber Psychiater hat mich nicht ernst genommen

    aehm ja, dass ist naemlich das naechste. Ich hab kein Ton von Ritalin gesagt. Ich bin hingekommen und habe lediglich gesagt, dass ich so dermassen Konzentrationsstoerungen habe, dass ich evtl. meinen Studienplatz verlieren koennte, weil ich ein Hoertest absolut nicht machen kann. Der ist Horror. 1,5 Std. zuhoeren auf NL und im Hintergrund sind noch Gerausche und dann noch so Piepser wenn eine Frage zu Ende war und ne neue beginnt. Ich war nach 10 min so gereizt, dass ich beinahe rausgerannt bin. Ich war fertig mit der Welt und konnte nicht mehr. Jedenfalls studiere ich Pedagogik und da sind auch viele Psychologen. Die sagen der Test ist absolut nich geeignet fuer Menschen mit ADS und es gibt da einen anderen. Es ging viel mehr darum. Und das es nicht an meinen Sprachfaehigkeiten liegt war mehr als deutlich, da ich die Sprache fliessend spreche. Mir ging es mehr darum, da eine Loesung zu finden und die hiess nicht primaer Ritalin, sondern das ich einen Test machen kann der fuer mich moeglich ist. Das waren das Hauptproblem in dem Moment, weil ich dann echt Angst hatte, wegen Studium etc. Aber da kamen ja noch etliche andere Dinge dazu. Z. b. das mein Zimmer ein Muelleimer ist und ich es nicht zu Ende aufrauemen kann.. Vergessen, verlegen bla bla bla

  5. #15
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 53

    AW: Seit heute ADS Diagnose, aber Psychiater hat mich nicht ernst genommen

    Hallo liebe Sunflower und werte Gemeinde,

    eine ähnliche Erfahrung möchte ich hier schildern und meinen Umgang damit

    in einer Phase absoluter Haltlosigkeit, schwerster Depression, totaler Leere und Antriebslosigkeit hab ich mich zu meinem damaligen Nervenarzt gequält, um mich krankschreiben zu lassen - die nagende Angst vor Jobverlust, Schuldgefühlen und eben Existenzangst war zwar enorm, aber die Unfähigkeit zu funktionieren war noch größer. Ich war zerrissen zwischen "Du musst sonst..." und "Ich kann nicht mehr" und einfach fertig.
    Seine Antwort war....."Ihre Hängematte gönne bzw. gewähre ich Ihnen nicht!" Ich bin heute noch auf Hass, wenn ich mich erinnere! Ein dekadenter, selbstgefälliger, narzistischer und ignoranter Katholikennazi.....mit seinem schönen Kruzefix im Büro...seinem 8 m² Eichenschreibtisch und dem Foto seiner Bilderbuchfamilie mit den Schratzen die sicher auch Schulmedizin studieren....diese Krankheit - Schulmedizin - vererbt sich ja sehr gerne.
    Ich hab mich dann in die Arbeit gequält, es ging dann doch. Trost, Mut oder Erleichterung geschweige denn Gewöhnung haben sich aber nicht eingestellt. Nur die Erfahrung das es eben doch geht, wenn die Angst bedrohlich wird, auch wenn ich mich dabei höchst unkompfortabel gefühlt habe.

    Zu einer anderen Zeit, als ich mein Leid und meine Zustände mit Cannabis zu therapieren versucht hatte - was alles noch verschlimmert hat - hat man mich von Seiten der BFA in eine "Wiederaufnormungsanstalt" gesteckt - eine sog. Langzeittherapie für psychisch Erkrankte(Depris, Schizos etc., die zusätzlich den Stempel "Sucht" auf der Stirn hatten - also Leute die ihr Leben durch die Einnahme illegaler Drogen erträglich machen wollten, ihre Zustande lindern wollten - sicher auch solche, die LMAA-mäsig nur drauf sein wollten und jede auseinandersetzung mit den Anforderungen des Lebens und dem eigenen Wesen scheuten - aber eben nicht nur solche.
    In diesem Kontext fiel niemals eine Diagnose wie Borderline, AD(H)S und Traumatisierung. Die Betreuung und Therapierung erfolgte nach rigider, katholischer, preusisch-militärischer Denke. "Du bist schuld an Deinem Zustand, Du bist verweichlicht, haltlos und disziplinlos, Du bist süchtig"; "wenn, dann bekommst Du bestenfalls Neuroleptika um Deine "Filme" in den Griff zu kriegen"; "Diagnosen wie Trauma oder ADHS sind Modediagnosen" "Drogen wie Sympathomimetika und ADs sind auch nur Drogen."
    Dann wurde da halt mit Zuckerbrot und Peitsche thearapiert, wie Grundausbildung beim Bund - nur schlimmer - kälter - menschenverachtender - bootcampmäsig. Der Tag bestand aus Putzen, Antreten, Sport und 6 Std. Arbeits"therapie". Ein Verhätscheln im Sinne von tiefenpsychologischer Anteilnahme, durch einen Blick in die Kindheit, auf die Traumata gab es nicht...

    aber es hat mich stabilisiert!

    ...und was soll ich im Nachhinein zu diesen Erfahrungen sagen....unmöglich? oder doch zielführend?

    Die andere Seite - "Du armes Opfer Deiner Krankheit, Deiner Kindheit, Deiner Eltern, des Systems!" "Du kannst Dich ja nicht disziplinieren oder zusammenreissen, weil das eben Deine Krankheit ist, Du musst deswegen nichts verantworten, weil Du ja nicht anders kannst" - "Wieso Dich quälen, nimm noch eine Pille, oder eben 2 oder 3 " ......ist vlt. auch nicht wirklich Der eine Weg zu charakterlicher Reife, zu ganzheitlicher Menschwerdung und eben langfristiger Heilung

    Die Auseinandersetzung kann nie bequem sein, leider. Und eine Pille deckt nur etwas zu, aber wie lange und was dann?
    Sicher kann ich etwas Anteilnahme und Wärme von meinem Gegenüber erwarten, aber was bringt es?

    Was meint ihr

  6. #16
    hirnbeiß

    Gast

    AW: Seit heute ADS Diagnose, aber Psychiater hat mich nicht ernst genommen

    Wow. Wat´n Beitrag.
    Jo Derrick, so ähnlich ist es mir auch ergangen. Nur, daß ich nach einem Versuch, dem Teufel persönlich zu begegnen
    die Wahl hatte, freiwillig..oder Zwangseinweisung. Wie nett. Der wohlriechende Psychiater, gedeckt durch einen Schreibtisch und beschützt durch
    zwei mich flankierende Polizisten, verlaberte sich in eine Art von seltsamer Rage, der ich schlussendlich nicht mehr folgen konnte.
    Ich wußte nur: ..Himmel, der kann nie und nimmer ganz normal sein.
    Also. Ab in die Klapse...freiwillig, natürlich;-ich bin doch nicht blöd.
    Naja. Geholfen hats auf jeden Fall. Auch, daß ich vergessen habe, was der alles gesagt hat.
    Aber so eine Ahnung hab ich noch, irgendwo im Hinterkopf.
    Anpassungsstörung und schwerste Suizidgefährdung war dann die Diagnose.
    Ich sollte mir ein Beispiel an meinem Zimmernachbar nehmen, meinten die dort.
    Naja. Der hat sich dann eine Woche später im Nebenzimmer aufgehängt, in der Nacht.
    Dann dachte ich so bei mir, daß ich den Ratschlag dann doch nicht annehmen würde.

    Nun gut. Es ist eine Zeit die vorbei ist.

    LG --hirnbeiß--

  7. #17
    OMMM-Beauftragte

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 5.742

    AW: Seit heute ADS Diagnose, aber Psychiater hat mich nicht ernst genommen

    @Maj.Derrik

    Was meint ihr
    zuerst mal hatte ich nach

    Seine Antwort war....."Ihre Hängematte gönne bzw. gewähre ich Ihnen nicht!"
    einen Würgereiz!

    Nach Aktionen der Missachtung und des Verletztwerdens hat sich bisher, bzw. bis zum Sommer diesen Jahres, auch mein Überlebenstrieb immer wieder hochgerappelt ... so etwas konnte ich bisher nur überstehen, indem ich das ebenso wie du "angenommen" habe ... wütend wurde und dachte "PA!! IHR kriegt mich NICHT KLEIN!!"

    ... im Sommer war schluss mit lustich ... mit schwersten Selbstzerfleischungsvorwürfen und Looserselbstbezichtigungen bat ich meine Ärztin, mich am Ende einer ehe horrent endenden Jobgeschichte, mich die letzten zwei Wochen krank zu schreiben ...

    Sie schaute mich ganz ernst an und sagte:"Soll ich Ihnen mal was sagen, Frau XY? Ich frage mich die ganze Zeit schon, wie sie das überhaupt noch durchstehen ... dass sie die ganze Zeit noch arbeiten ..." ... da musste ich das erste Mal heulen ... und ruhig und besonnen hat sich mich erst mal 4 Wochen aus dem Verkehr gezogen und ich habe dass noch nicht mal kapiert, habe gedacht, sie hätte mich lediglich die angefragten 2 Wochen krankgeschrieben ... ich habe erst nach der ersten Woche festgestellt, wie lange sie wirklich drauf geschrieben hat ...

    Und eine Pille deckt nur etwas zu, aber wie lange und was dann?
    hm, von welchen Pillen redest du? Nach deiner Schilderung zu urteilen nehme ich an, dass es sich um so "Leckerchen" wie diese großen dicken blauen handelt? Oder Haloperidol und so 'n Zeuch?

    Methylphenidat kann's ja nicht sein ... ich nehme jetzt das erste Mal ein Antidepressivum ... das macht alles mögliche, aber garantiert nicht zudecken!! ... hm, jedenfalls mich nicht ... mich macht's endlich wieder ganz ...

    Also zusammengefasst meine Meinung: klar kann man sagen "Alles, was nicht tötet, härtet ab" ... aber Wohl sei doch dem, der diesen hohen Preis nicht zahlen muss!

  8. #18
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 17

    AW: Seit heute ADS Diagnose, aber Psychiater hat mich nicht ernst genommen

    Sie schaute mich ganz ernst an und sagte:"Soll ich Ihnen mal was sagen, Frau XY? Ich frage mich die ganze Zeit schon, wie sie das überhaupt noch durchstehen ... dass sie die ganze Zeit noch arbeiten ..." ... da musste ich das erste Mal heulen ... und ruhig und besonnen hat sich mich erst mal 4 Wochen aus dem Verkehr gezogen und ich habe dass noch nicht mal kapiert, habe gedacht, sie hätte mich lediglich die angefragten 2 Wochen krankgeschrieben ... ich habe erst nach der ersten Woche festgestellt, wie lange sie wirklich drauf geschrieben hat ...

    Das ist ja spannend. Der Psychiater hatte mich ja so dumm angemacht und meine ich waer ja nur faul und undiszipliniert. Ich hab dann auch irgendwann geheult, und darauf hin stellte er dann die Diagnose?

  9. #19
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 53

    AW: Seit heute ADS Diagnose, aber Psychiater hat mich nicht ernst genommen

    habitbreaker schreibt:
    @Maj.Derrik



    hm, von welchen Pillen redest du? Nach deiner Schilderung zu urteilen nehme ich an, dass es sich um so "Leckerchen" wie diese großen dicken blauen handelt? Oder Haloperidol und so 'n Zeuch?

    Methylphenidat kann's ja nicht sein ... ich nehme jetzt das erste Mal ein Antidepressivum ... das macht alles mögliche, aber garantiert nicht zudecken!! ... hm, jedenfalls mich nicht ... mich macht's endlich wieder ganz ...

    Also zusammengefasst meine Meinung: klar kann man sagen "Alles, was nicht tötet, härtet ab" ... aber Wohl sei doch dem, der diesen hohen Preis nicht zahlen muss!
    Hi,

    Ich meine eigentlich eine jede chem. Substanz, auch illegale, die irgendwie an der Gefühls- Bewusstseins, Verhaltens- u. Wahrnehmungsschraube dreht! Ich denke sagen zu dürfen, dass mich ADs, Beruhigungsmittel, aber auch illeg. Drogen noch tiefer reingeritten haben, mich korumpieren.....am Schluss gerät mir das, was ich als "Ich" "Selbst" oder Persönlichkeit bezeichne in Konfusion. Ich kann nicht mehr sagen, wer bin ich und was ist die Droge. Eine Abhängigkeit nach Medikation tritt immer ein, auch wenn nicht als Sucht im klassischen Sinn.

    By the way - ich nehme 40mg Medicinet adult und sehe es aber kritisch. Es ist und bleibt Ultimo Ratio, aber ich kann einfach nicht mehr. Ich wäre gerne so stark, den Anforderungen meines Lebens, der Auseinandersetzung mit mir und auch der Notwendigkeit mit den Zwängen unserer Gesellschaft umzugehen, unbeeinflusst gegenüberzutreten.

    Wir Adhser sind vlt. eine Speerspitze von Bewusstseins- u. Persönlichkeitsevolution innerhalb der menschlichen Gesellschaft. Wir können althergebrachte authoritäre Strukturen und das System sich über Leistung, Angst, Zwang und Angst zu disziplinieren nicht länger annehmen. Wir sollten vielleicht tief in der Wunde des Zeitgeistes stecken und aufräumen mit dem herrschenden Bildungs-, Erziehungs, Wirtschafts- u. Kapital- Konsum- und *schnauf* Leistungssystem. Statt dessen suchen wir trotzdem dort Halt, Sicherheit und Bestätigung. Versuchen uns zu reintegrieren mit Hilfe von Methylphenidat u.ä. Wir sind doch korrekte Menschen mit einem tollen Gefühl für die Dinge, einer messerscharfen Wahrnehmung, einem brillianten Verstand und einer ausgeprägten Moral.... Wir sind doch nicht so krank...es fehlt uns die Möglichkeit der Anpassung an das Alte, eh schon Hinfällige. Drogen sind schlecht, mkay!

  10. #20
    OMMM-Beauftragte

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 5.742

    AW: Seit heute ADS Diagnose, aber Psychiater hat mich nicht ernst genommen

    Maj.Derrick schreibt:
    Ich wäre gerne so stark, den Anforderungen meines Lebens, der Auseinandersetzung mit mir und auch der Notwendigkeit mit den Zwängen unserer Gesellschaft umzugehen, unbeeinflusst gegenüberzutreten.
    Hm, ich denke ich weiß, was du meinst ... das blöde an der AD(H)S-Sache ist für mich die Tatsache, dass man dauernd im Verhaltens-/Rechtfertigung-/Glaubensnotstand ist, wenn es um die Medikation geht ... Niemand würde auf die Idee kommen, von einem Diabetiker eine meditative Unabhängigkeit vom Insulin einzufordern ...

    Vielleicht sehe ich das für mich persönlich deshalb etwas entspannter, weil MPH und in meinem Fall das Antidepressivum für mich ganz pragmatisch Werkzeuge und Ersatzteile meiner defekten Hardware sind ... anderer Leute Hardware ist da halt anders gebaut ...

    Hm, den Krankheitsbegriff nehme ich für mich auch nicht an - eine Krankheit kommt, geht mit Medikamenten weg oder auch nicht und wird immer schlimmer ... ich definiere AD(H)S für mich ganz pragmatisch als eine Behinderung, weil ich mich eindeutig von dem Sch*** behindert fühle!

    Die von dir angeführten Eigenschaften haben für mich auch immer zwei Seiten:

    ... meine ausgeprägte Moral hält mich beispielweise davon ab, meinen ausgeprägten Impulsen und Wutgefühlen zu folgen und Menschen zu verletzen. Manchmal engt sich mich aber auch massivst ein und hat teilweise zwanghafte Formen (Beispiel: in der Stadt sehe ich, wie jemandem eine Münze aus der Tasche fällt ... in der Hektik weise ich den Fremden nicht darauf hin ... drei Tage später kann ich mir darüber noch den Kopf zerbrechen, weil ich nichts gesagt habe ...)

    Meine messerscharfe Wahrnehmung in Kombination mit der ausgeprägten Emotionalität lässt gibt mir die Möglichkeit, ganz ohne chemische Substanzen ein Rauschgefühl durch gute Musik, wunderschöne Farben oder ein tolles Essen zu bekommen ... zur Bewältigung meines Alltags ist sie jedoch bisher hauptsächlich hinderlich gewesen ...

    Das du so furchtbar hin- und hergerissen bist, tut mir sehr leid!!! Du scheinst geradezu Schuldgefühle zu haben, weil du jetzt Medikinet nimmst ... dir und jedem wünschte ich, wenigstens in diesem Fall dieses Schuldmonster in den Keller oder zum Bügeln schicken zu können ... oder, wenn es über die Medikation wirklich nicht geht, einen anderen gesunden Weg zu finden ...

    Was ich noch sagen wollte: Ey, Schuld, du Dumpfbacke ... mach dich wech ... wir alle brauchen dich nicht, ... du Blödmann/-frau ... (weiß überhaupt jemand, ob Schuld nen Typ oder ne Frau ist?)

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