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Diskutiere im Thema Äußerungen und Feedback von Freunden zu ADS im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 38

    Äußerungen und Feedback von Freunden zu ADS

    Hallo Zusammen,

    so der Termin in Tübingen zur Diagnostik rückt näher..... ich habe mit zwei Freunden darüber gesprochen. Nach deren Meinung ist ADS eine nichtexistente Modeerscheinung der letzten Jahre.

    Ich habe überlegt, ob ich das Thema hier aufgreifen soll, aber es hat mich so genervt.....


    Wie soll ich denn anderren erklären, wie stark mein Leidensdruck ist, was mein Leben anbelangt.

    Wieviel Kraft es kostet die Wohnung so aufgeräumt zu halten, dass andere vorbeikommen können ohne herzinfarkt zu bekommen.
    Das ich meine Finanzen nicht im Griff habe
    Das es mich aggressiv macht und ich mich nicht mehr konzentrieren kann, wenn zuviele Nebengeräusche auftauchen...

    Wie oft ich mich extrem zusammenreißen muss um nicht völlig zu überreagieren gerade im Hinblick auf meine Tochter.
    Wie oft ich schon plötzlich losgeschrien habe
    Wie hilflos ich mich beim EInkaufen fühle, weil vollig überfordert vom Angebot

    WIe häufig ich umgezogen bin und nun zwar Fuß fassen konnte , aber mit welchem Kraftaufwand
    Wie schwer es mir fällt Beziehungen zu pflegen
    Sich zusammenzureißen um den Mitmenschen nicht ständig ins Wort zu fallen (vor allem auf der Arbeit) privat ist das noch eher toleriert

    Das ich nicht mal das Laden einer Seite abwarten kann, ohne mich zu langweilen
    Das Entscheiden einfach nur die Hölle ist, weil ich alle Eventualitäten abwäge
    das ich völlig chaotisch bin und sogar meine Notizen verlege die das Chaos im Griff halten sollen......

    und und und und.

    was sind denn oben genannte Vorgänge denn sonst???? Ganz normales Leben?????

    Jetzt nochmal eine Frage an euch bereits diagnostiziert betroffenen, wie offen geht ihr mit der Diagnose oder gar Medikation von ADHS im Freundeskreis um?

    Danke, stellamaris

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 362

    AW: Äußerungen und Feedback von Freunden zu ADS

    Hallo stellamaris,

    Ich kann deine Wut gut verstehen. Wir werden alle mit solchen Reaktionen immer wieder konfrontiert.
    Was es natürlich nicht einfacher macht.
    Jeder geht damit glaube ich etwas anders um.
    Darum kann ich dir nur sagen wie ich mit solchen Sprüchen umgehe.
    ADS ist ein nicht ganz so alter Begriff für etwas das man schon seit über siebzig Jahren kennt. Nur gab es früher andere Bezeichnungen dafür. Es hieß lange Zeit " minimale cerebrale parese" und wurde dann als Teilleistungsstörung benannt. Wie vielem anderen hat sich die amerikanische Bezeichnung ADS, die auch im deutschen als Kürzel passt etabliert.
    Genauso kläre ich auf.
    Wie bei vielem glauben Menschen schnell mit Halbwissen zu glänzen.
    Nur durch viel besseres Fachwissen bekommt man diese Menschen leise.
    Gerne erwähne ich dann auch, dass sich die angebliche Mode soeben ändert, jetzt sind alle auffälligen Kinder hochsensibel.
    Dann fordere ich auf sich weiter zu informieren befor weiter diskutiert werden kann.
    Dann hänge ich noch gerne an dass es natürlich auch falsche Diagnosen gibt, aber die gibt es bei allem, auch zum Beispiel bei Krebs und Eileiterschwangerschaften.
    Komisch, aber die Menschen in meiner Umgebung diskutieren garnicht mehr mit mir darüber.
    Ob das an dem verteilten Infomaterial liegt?
    Inzwischen habe ich eher den Eindruck dass es akzeptiert wird, dass es auch als Teil meiner und der meiner Kinder toleriert wird.
    Ich habe aber auch aufgegeben von meinen Mitmenschen zu erwarten dass sie nachvollziehen können was es bedeutet damit zu leben.
    Genauso werde ich nie wirklich nachvollziehen können wie ein Mensch der von Geburt an blind ist seine Welt erlebt.
    Ich kann es vieleicht erahnen oder vermuten, mehr nicht.
    Von den Medis erzähle ich nicht jedem, mache ich bei anderen Medikamenten ja auch nicht.
    Die Menschen die mich kennen sehen zum einen dass ich unter Medis kein Zombie bin, sondern normal ( soweit das halt geht),
    zum anderen dass ich vieles besser auf Reihe bekomme als ohne.
    Bei meinem Kind habe ich mehr Vorwürfe zu Beginn erlebt.
    LG
    Lillemoor

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 38

    AW: Äußerungen und Feedback von Freunden zu ADS

    Hallo Lillemoor,

    vielen Dank für deine Antwort. Es tut einfach gut, hier im Forum tatsächlich einen Austausch zu finden. Und du hast recht, vielleicht sollte ich tatsächlich ein bisschen mehr wissenschaftlich fundiertes Material zur Hand geben.
    Ok klar, jetzt erstmal Diagnose abwarten

    Und dann mal schauen wie es weiter geht........

    Viele Grüße, stell

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 38

    AW: Äußerungen und Feedback von Freunden zu ADS

    @lillemoor: Ach und gute Besserung wollte ich noch sagen.

    BG

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 140

    AW: Äußerungen und Feedback von Freunden zu ADS

    Warte erstmal die Diagnose ab, und guck dann, wem du davon erzählen möchtest.
    Aber wie du jetzt schon festgestellt hast, sind die Reaktionen nicht immer positiv.

    Ich erzähle nicht jedem einfach so von meiner Diagnose.
    Aber wenn ich z.B. auf manche Besonderheit angesprochen werde, dann verheimliche das auch nicht.

    Den Begriff ADHS nehme allerdings meist garnicht erst in den Mund.

    Ich sag meist, das ich eine neurobiologische Störung habe, und erkäre, wie sie sich auswirkt.
    Leute die es wirklich interessiert, die haken dann auch weiter nach, und irgendwann kommt dann auch der Begriff ADHS ins Spiel.
    Aber ich vermeide ihn halt zu Anfangs, weil man damit direkt in eine Schublade gesteckt wird.

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 38

    AW: Äußerungen und Feedback von Freunden zu ADS

    Hallo Tanisha,

    vielen Dank für dein Feedback. Jetzt warte ich mal die Diagnose ab (wer weiß und dann schau ich mal weiter, wie ich in Zukunft mit dem Thema umgehen möchte..... Mittlerweile bin ich auch nicht mehr so sauer auf meine zwei Spezialisten.

    Mit meiner Mutter habe ich über den Termin zum Test gesprochen, die fand es absolut nachvollziehbar. (Wobei ich glaube das ich genau von ihr die Geschichte mitbekam, sie ist selber die absolute Oberchaotin)

    Sonnige Grüße, stellamaris

  7. #7
    cp1


    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 38

    AW: Äußerungen und Feedback von Freunden zu ADS

    Hallo stellamaris,

    ich kann dich soooo gut verstehen :-) Bin gerade auch in der Situation, hab den Test hinter mir, aber noch kein endgültiges Ergebnis. Von den paar Freundinnen, denen ich davon erzählt hab, kann das alles auch keine nachvollziehen. Nach aussen hin funktioniert man eben "normal", geht einkaufen, arbeiten, putzt, versucht die Kinder zu erziehen. Aber was das alles für eine unheimliche Anstrengung ist, das weiß keiner!

    Und auf diese Sprüche wie "ach, dann hab ich das auch, vergess manchmal auch wo ich meine Schlüssel hingelegt hab", da hab ich keine Lust mehr drauf. Alles nicht so einfach. Einerseits möchte man darüber reden, andererseits nicht schief angeschaut und belächelt werden. Bei mir kommt das auch vor allem aus dem Familienkreis und Familie kann man sich ja bekanntlich nicht aussuchen und sie auch nicht austauschen, solche Sprüche tun ziemlich weh.

    Wünsch dir jedenfalls viel Kraft und überleg dir eben ganz genau, wem du davon erzählen möchtest.

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 38

    AW: Äußerungen und Feedback von Freunden zu ADS

    Hallo cp1,

    vielen Dank für deinen Beitrag... Wie sah denn der Verlauf des Tests aus. Und wie lange dauert es, bis die Auswertung voraussichtlich vorgenommen ist?

    Lieben Dank im Voraus, stellmell

  9. #9
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4.257
    Bei mir wissen es ganz wenige. Und das sind enge (!) Familie, Mediziner / Therapeuten und ein paar andere Beroffene und in einem Fall Freunde die ein ADHS - Kind haben - also auch Betroffene. Sonst niemand, auch keine Freunde.

  10. #10
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 362

    AW: Äußerungen und Feedback von Freunden zu ADS

    Noch ein paar Gedanken zum Thema

    Natürlich gehe ich nicht damit hausieren, wie oben beschrieben mache ich das ja auch mit anderen Erkrankungen oder Diagnosen ja auch nicht.
    Auf der anderen Seite denke ich, dass sich an dem Negativbild in der breiten Öffentlichkeit auch nie etwas ändern wird wenn nur die Leute an die öffentlichkeit gehen die ADS als Modeerscheinung und garnicht existent darstellen.

    Wer selber nicht betroffen ist und nur Fehlinformationen erfährt, dem kann man ja auch nicht seine negative Einstellung vorwerfen.
    Vieleicht hinkt jetzt der vergleich, aber die Einstellung der Menschen zum Beispiel zu Homosexuellen, oder Frauenrechten hat sich auch nur durch intensive Öffentlichkeitsarbeit verbessert. Wenn ich das so im Zusammenhang betrachte stelle ich für mich fest, dass sich durch ( jetzt bischen blöd ausgedrückt) Verstecken noch nie etwas zum positiven geändert hat.
    Ein weiteres Beispiel wäre der Bereich Mißbrauch zu nennen. Dadurch dass einige Mutige an die Öffentlichkeit gegangen sind und sich engagiert haben, hat sich in den letzten Jahrzehnten sehr viel getan. Als ich in der Situation war, da wurde über soetwas nicht gesprochen und an Hilfe zu kommen ohne Anzeige zu erstatten, weil man das als Kind auch nicht wirklich macht, man wurde alleine gelassen.
    Inzwischen sieht es ganz anders aus. Dank der aufklärung der Öffentlichkeit.

    Natürlich ist es jedem seine Sache wie offen man mit ADS umgeht, das kann auch nur jeder für sich entscheiden.
    Es braucht auch viel Energie um solche Auseinandersetzungen zu führen, und ob man diese entbehren kann ist ebenfalls sehr individuell.
    Nicht immer habe ich die Kraft dazu.
    Darum habe ich für mich entschieden, wenn ich merke dass jemand einfach nur wegen falscher oder fehlender Informationen eine negative Einstellung hat, dann lasse ich mich darauf ein. Ansonsten ist es wohl vergeudete Zeit.
    Es wäre jedoch schön zumindest für die heutigen ADSKinder, die ja auch irgendwann erwachsen werden, eine verständnissvollere Umwelt zu schaffen.
    Liebe Grüße
    Lillemoor

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