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Diskutiere im Thema Erste Schritte zur Normalität im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Alter: 36
    Forum-Beiträge: 23

    Unglücklich Erste Schritte zur Normalität

    Hallo liebe Chaoten da draußen, ich oute mich jetzt und hoffe, ihr könnt mir aufgrund eurer Erfahrung helfen:

    Ich bin unfähig in Allem. Bin irgendwie verzweifelt, sitze hier in meinem Chaos, tausend Dinge sind zu erledigen, das Studium steht olle auf der Kippe, die Gesundheit sowieso, Termine drängen, bei der Familie und Freunden sollte ich mich dringend melden, beim Job stapeln sich auch die Aufgaben und mein Freund (hab ne Fernbeziehung seit 3 Jahren?!) weiß auch nicht mehr weiter. Und ich sitze hier und leere ein Glas Nutella, lese, schreibe, rauche, hüpfe rum und weiß nicht, was Sinnvolles anzufangen. Gefühle? Undefinierbar. Aber dank Johanniskraut relativ leicht. Ein dicker Widerstand ist das alles, und ich tanz um ihn herum oder sitze heulend davor.


    Seit einiger Zeit vermutet mein Liebster und ich und andere ADS oder ADHS bei mir. Das Problem: Ich kann's nur schwer akzeptieren und mag keine Ärzte. Und falls ich's nicht hab - was dann?


    Früher sah ich meine Unaufmerksamkeit und Unrast als Ausgleich für meine hohe Intelligenz. Dann wurde es schlimmer und schlimmer, und jetzt behindert sie mich in meinem Wunschstudium immens. Und im Alltag. Und bei der Gesundheit. Und bei Familienfragen, der Arbeit etc…


    Und weil ich mir inzwischen doof vorkomme, und schrecklich schäme, und mir selbst fremd, kaum noch kreativ bin, produktiv schon gar nicht mehr, muss ich was machen - nur was?! Wie fange ich an? Wo fange ich an? All die wunderbaren Tipps wie: Machs einfach! Mach ne Liste! Priorisiere! etc. helfen nicht. Klappt nicht. Krieg da Bauchweh.


    Was auch nicht hilft: Mit meinem Freund darüber reden (bei meinem Hausarzt und Freunden und den Mitbewohnern krieg ich ja meinen Mund deswegen nicht auf), wenn-dann, Druck, Lob, Routine, Belohnung, Vorsätze, Vereinbarungen, Neurofeedback (daher weiß ich das mit dem ADS was sicherer)


    Was manchmal hilft: Die Nacht durchmachen, durchtanzen, betrunken sein, angeraucht, total verliebt, unter to-ta-lem Zeitdruck sein (inzwischen auch nicht mehr, dieses Jahr war ich erst drei Mal pünktlich…)


    Kann mir jemand sagen, was noch helfen kann, ohne das Selbstzerstörerische? Und was soll ich tun, an wen mich wenden, um irgendwie Normalität herzustellen? (Blöd nur: Ich will keine Maschine werden und bin leider sehr "meinungsstark" und ungeübt im "öffnen" und realistisch sein) Auch meinem Freund zuliebe, der wegen mir graue Haare bekommt und mir bald davonläuft…


    Hilfe!

    PS: Das alles ist leider schon seit Jahren so, hab's bisher gut überlebt, aber so langsam wird's Zeit, was zu ändern. Weiß halt nur nicht, wie.
    Geändert von Opinelle (20.03.2012 um 00:36 Uhr)

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 135

    AW: Erste Schritte zur Normalität

    hallo opinelle,
    ich kann deinen frust sehr gut verstehen und fühle mit dir. mein tipp: wende dich an einen psychiater der sich mit adhs erwachsenen auskennt. das kannst du ruhig am telefon fragen bevor du einen termin machst. das ist dann schon der erste schritt in die richtige richtung. der rest kommt dann von ganz allein. setz dich aber auch mit dem thema auseinander, frag ruhig hier im forum alles was du wissen möchtest. du wirst sehen, du bist nicht alleine mit deinen ängsten und sorgen. uns geht oder ging es allen mal ähnlich wie dir. leider wirst du nicht darum kommen einen arzt aufzusuchen und dich testen zu lassen. denn nur so kannst du was ändern und dich besser fühlen. hab keine angst, medikamente machen dich nciht zu einer maschine, im gegenteil sie helfen dir dir selbst zu helfen. medikamente sind nicht die einzige lösung aber schon ein gute unterstützung. ich drück dir von herzen die daumen das du den teufelskreislauf durchbrichst.

    liebe grüße nicole

    edith: es ist nicht schlimmes adhs zu haben. es kann eine erlösung sein endlich zu wissen was mit einem los ist.

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Alter: 36
    Forum-Beiträge: 23

    AW: Erste Schritte zur Normalität

    Hallo Nicole,

    danke für deine Antwort!
    Das klingt so verlockend, dass der Rest ganz von alleine kommen soll - das kenn ich so gar nicht. Jeder Schritt kostet so irre viel Überwindung.

    Ja, jedenfalls haste mich grad soweit motiviert, dass ich zwei E-Mails an Personen, die sich mit dem Thema beschäftigen/betroffen sind, geschrieben hab und die vor Ort leben. Mal schauen, wen sie mir raten bzw. ob sie ein Ohr für mich haben - schreiben und sprechen sind dann doch zwei paar Schuhe. Einen Arzt anrufen - oh je...

    Hier im Forum hab ich einiges über Medikamente gelesen/überflogen, unheimlich sind sie mir immer noch - aber was berichtet wird und allein schon die Struktur und die Formulierungen in dem Posts sind überraschend gut (Handschriftlich wären jetzt ca. 20 Sternchen und die Hälfte wäre durchgestrichen oder mit Pfeilen versetzt...).

    Ufz, trotzdem, der Alltag wartet nicht und der Kopf raucht vor lauter SachenTerminenWichtigkeiten... ahhh! Erst mal eine rauchen gehen... so.

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 114

    AW: Erste Schritte zur Normalität

    Hi Opinelle,

    Ich kann's nur schwer akzeptieren und mag keine Ärzte.
    Wer geht da schon gerne hin, da ist man doch nur wenn man ein problem hat.
    Es hilft aber nicht weiter, verschoben ist nicht aufgehoben. Blödes Sprichwort aber es stimmt.

    Und falls ich's nicht hab - was dann?
    Ändert das nichts an dem was du ändern willst.

    Krieg da Bauchweh.
    Hast du schon Stimmungschwankungen?
    Extreme tiefs. Heulst den eine eine halbe stunde oder länger?
    Tust dir selbst ganz arg leid?
    Dann kommt eine unangemessene gute Laune? Wie verknallt.
    Kannst die Welt umarmen, kannst jeden damit anstecken.
    Weist nicht warum das so ist.
    Das kann über tage gehen und von einer Sekunde auf die andere ins gegeteil Umschlagen?
    Aua, ging mir auch so. Ist nicht mehr so.

    ohne das Selbstzerstörerische?
    Wie meinst Du das? Verrletzt Du Dich selbst, Körperlich?

    Was manchmal hilft: ... durchtanzen ...
    Es ist die Bewegung die mir Hilft, in einem Wort - Sport -
    Am besten hilft mir Reaktionsport, das Regelmäsig, wöchentlich,
    minimum 20min richtig schwitzen. Sport hilft. Löst nicht Probleme,
    schaft aber Ausgeglichenheit.

    Weiß halt nur nicht, wie.
    Ein umsetzbarer Plan und Konsiquenz und selbsdisziplien wenn
    Du das hinbekommst dann wäre es so schön. Oder?

    Ein Doktor, eine Verhaltenstherapie, Medikamente.
    Die medikamente damit der Doktor mir hat es
    geholfen mich bei der Arbeit zu fokusiren.
    Ich bin nicht mehr so abgelenkt kann mich
    darauf konzentrieren was ich machen will.
    Therapie hab ich nicht, bemühe und mich um eine.
    Echt nicht einfach da das richtige zu fnden.
    Medikamente Hab aber auch bescheide Nebenwirkungen
    die ich nicht verschweigen will. Ich denke ich hab noch
    nicht die richtige stärke geffunden, ich denke das
    bekomme ich in den Griff, so das es keien
    Nebenwirkungen gibt.



    dieses Jahr war ich erst drei Mal pünktlich
    Bei mir läuft es besser seit ich mein neues telefon hab, da kommen die termiene rein.
    Das ding piept, eine stunde vorher, und ein tag vorher. Ich mag mein neues rotes Telefon
    Ich 'spiele' gerne damit. Ich schau da echt hoft drauf. Es hat auch eine ausklappbare Tastatur.
    Dann geht es mit der eingabe schneller. Ich weis von anderen - insbesonder Frauen - das sie
    ein Kalender aus Papier haben, da gugen sie oft rein, schleppen ihn immer mit.
    (Hab kein handtaschen) Dann gibt es welche mit verschieden
    Kalendern. Einen für die Jahrlichen Ereignisse, mit dem Papierkalender kenne ich mich
    nicht gut aus. Wie gesagt ich hab mein neues rotes Telefon mit QUERZ Tastatur.


    Plan und Umseztung.
    Fatal für mich ist, ich hab mir was vorgenommen was viel zu viel ist. Es ist aber auch so
    das ich nicht abschätzen kann wie lange etwas braucht. Dann schaffe ich nicht was
    ich mir vorgenommen habe. Es kommt der Frust danach die Resignation und letargie.
    Ein Teufelskreis.
    Um den zu durchbrechen, ich hab bei null angefangen. und habs immer noch nicht im
    Griff, die disziplien und konsiquenz darüber stolper ich immer wieder. Bei mir ist es
    der Haushalt. Ganz wenig mach ich nur, wichtig ist mir das es regelmässig geschieht.
    Wenn das sitzt dann kann will ich eine Kleinigkeit draufpacken. Dann hab ich so
    ernergieschübe ich mach was es kotzt mich einfach sowas von an. 2 h am Stück.
    danach dann ewigkeiten nichts mehr. Naja bin eben nicht perfekt. Arbeite daran.
    Und es wird besser.

    ... beim Job stapeln sich auch die Aufgaben ...
    ... das Studium steht olle auf der Kippe ...
    ... die Gesundheit sowieso ...
    ... und ich tanz um ihn herum oder sitze heulend davor ...
    ... doof vorkomme, und schrecklich schäme, und mir selbst fremd ..
    ... Fernbeziehung seit 3 Jahren? ...
    ... Klappt nicht. Krieg da Bauchweh ...
    ... produktiv schon gar nicht mehr ...
    Aber hallo,
    wie lange wird das noch gut gehen.
    Zusammengefasst sieht das aus als ob da so
    zimlich alles den Bach runter geht was man für ein
    leben braucht, existendsgefärdend und du zierst
    Dich externe Hilfe anzufordern weil du Doktoren
    nicht magst?
    Ich war auch in der Lage, ich hab mir einen
    Notfaltermien geben lassen
    (geduld ist nicht meine stärke) als ich das erkannt
    hatte. Wollte es nicht wahrhaben, es hilft nichts,
    willst du dann hin, wenn der Job weg ist, Studium gelaufen,
    und du in einer dicken fetten depresion hockst, weil du
    deine Wohnung nicht bezahlen kannst. Du hast ein
    Problem erkannt das du du zu bewältigen hast und
    anscheindend nicht alleine in den Griff bekommst.
    Hol dir Hilfe. Ruf an, mach einen Termin aus.
    Höchste Eisenban. Alarmstufe rot.
    Du hast da keine unbekannten Probleme. Als wir
    jung waren da wurde das nicht erkannt. Heute
    sind mittel und Wege bekannt um sie, zu Lösen.
    Ich bin älter als Du, bin auf dem Weg, und der
    führt über einen Doktor. So wie du das Beschreibst
    denkst du, das du es alleine lösen kannst?
    Wenn du beim Doktor bist, leg das gewicht auf
    Alltagsbewältigung, nicht zu viel von deinen Stimmungen.
    Es kann sein das du eine Manische Depresion als
    diagnose bekommst. Aber ich denke die Ursache
    wenn du eine haben solltest liegt im AD(H)S wenn du
    eine hast.
    Aber ich bin kein Psychologe und kenn Doc.

    Mach einen Termin aus.
    Schreib ihn in dein Telefon das Du ihn auch nicht
    vergisst.
    2x
    Ein mal für die arbeit zum bescheid geben das du zum Doktor gehst.
    Ein mal wenn er vor der Arbeit ist das du den Wecker umstellst.
    bzw
    Ein mal die Zeit wann du los must, und beim eingeben stell die Uhr 30min
    früher ein, dann bist du dein 4tes mal Punktlich.

    Ich denke wenn du dir helfen lässt kommt alles in Ordnung.
    Es ist nicht leicht aber zu schaffen.

    Viele Grüsse
    Pinocchio



    Das alles ist leider schon seit Jahren so, hab's bisher gut überlebt, aber so langsam wird's Zeit, was zu ändern. Weiß halt nur nicht, wie.
    PS
    Das kenne ich nur zu gut.

  5. #5
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.394

    AW: Erste Schritte zur Normalität

    Hallo liebe Opinelle,

    ich fühle auch mit Dir! SEHR!!!
    So wie Dir ging es mir auch mal... dieser tägliche Wahnwitz, total im Chaos lebend, selbst die Termine zur Therapeutin nur mit größter Mühe geschafft, alles stapelte sich, Studium sollte beendet werden - nur wie, extremste Gefühle in alle Richtungen, Geldprobleme - ich hab dann auch manchmal zu viel getrunken, bin ausgegangen und habe durchgetanzt - trotz Depression war da dieser Lebenshunger - nur war es dann alles am nächsten Tag noch schlimmer
    Diese Probleme und Gefühle sind auch schwer vermittelbar, weil man ja sieht, dass es anderen i. d. R. nicht so geht und die ihr Leben irgendwie doch besser auf die Reihe kriegen oder emotional stabiler sind... ich hatte die zweite Therapeutin und das gefühl, wir kommen einfach nicht an den Kern des Problems und ich hatte auch schon Hausärzte, Hömopathie, Schüssler-Salze und ich weiß nicht was alles durch - ich bin dann letztlich in einer Klinik gelandet und habe dort sehr gute Erfahrungen gemacht. Ich war auch einfach am Ende mit meinen Kräften - dort konnte ich auftanken, hatte Zeit für mich zum Nachdenken, liebe Menschen kennengelernt - und an gute Ärzte geraten (Uniklinik) - das hat mir gut getan. Dann wurde das ADS diagnostiziert und Schrittchen für Schrittchen ging es dann vorwärts....

    Keine Angst - ich glaube, das Schwerste ist wirklich, an den Punkt zu kommen, wo man merkt, es geht einfach GAR nicht mehr, und dann alles fallenzulassen, auszusteigen aus dieser Spirale, die sich immer schneller dreht - ich jedenfalls hab das gebraucht und hatte totale Angst vor diesem Punkt gehabt - aber seither hat sich so viel Positives ereignet, wirklich, dass ich dankbar bin...

    Wie hier schon gesagt wurde, es kann eine Erlösung bedeuten, zu wissen, was mit einem los ist... und wenn Du mit dem ersten Arzt nicht klar kommst, gehst Du zum nächsten - Termin ausmachen, hingehen, Schritt für Schritt...

    Ganz liebe Grüße, W.

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 46

    AW: Erste Schritte zur Normalität

    Nimm eine Auszeit. Raus aus dem Rad der bisherigen Existenz. Wer ständig drumherum läuft findet nie die Mitte.
    Gerade wenn man noch im Studium ist oder "nur" Jobs hat und nicht unbedingt arbeiten muss.

    Wer kein Ziel im Leben hat läuft einfach nur sinnlos herum. "Wunschstudium" muss nicht zwangsläufig eine "Wunschkarriere" sein.

    Panik entsteht häufig aus Überforderung. Diese entsteht meist wegen einer nicht-angepassten Lebensführung an die "ADS"-Konfiguration.
    Das selbstzerstörerische kann viele Ursachen haben - eine Häufige ist der ewige Richter im Kopf, der einem ständig ermahnt irgendwas
    anders, "richtiger" zu machen, sich nicht so aufzuführen, sich besser zu konzentrieren etc. Diese Spannung kann man meiner Meinung
    nach nur durch eine Auszeit fundamental lösen. Und damit meine ich nicht Urlaub. Wenn man erst mal Geld zahlt, erwartet man häufig auch etwas.

    Ich habe selbst lange mich vor der Auszeit gedrückt. Das ist psychotherapeutisch ein bekanntes Phänomen. Wer ständig puscht, wer ständig
    irgendwelche Exzesse lebt, hat keine Pause. Ein paar Wochen stille Einkehr, vielleicht den Fernseher abstecken und spazieren gehen,
    komplexe Gedanken zu Ende denken, Selbstreflektion und eine neue Balance helfen meiner Meinung nach mehr, als die nächsten Jahre
    in dem Alltags-Chaos eine neue Richtung zu finden.

    Im Idealfall ergibt sich eine neue Fokussierung von ganz alleine. Da braucht es dann auch keine forcierten Todo-Listen oder den ständigen
    Richter im Kopf. Das Leben fließt dann einfach vor sich hin, mit weitaus weniger hohen Amplituden. Und vor allem: keiner Selbstzerfleischung.

  7. #7
    Immer eingeloggt

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 464

    AW: Erste Schritte zur Normalität

    Ich hab vielleicht noch was, was helfen könnte - nicht AD(H)S bezogen.

    Im Moment gibt es bei mir vorhersehbar auch ziemlich viel Chaos und ich weiß nicht wie ich alles bewältigen soll (das Gefühl Angst davor zu haben 'den Boden unter den Füßen zu verlieren' hatte ich schon einmal, nach dem Tod meiner Mutter und dafür wurde mir vom Pfarrer eine Frau aus der Beratungsstelle der Diakonie empfohlen - leider ist sie mittlerweile in Rente).

    Heute habe ich deswegen einen Termin bei einer psycho-sozialen Beratungsstelle - weltanschaulich neutral (da kanns nämlich bei Diakonie etc. zu Problemen kommen, wenn man nicht gläubig ist - hab da ne Story dazu). Es ist zunächst eine Stunde, danach wird an entsprechende Therapeuten aber bestimmt auch Ärzte weitervermittelt - so deren Konzept. Vielleicht wäre das ja ein Weg auch für Dich.

    Mir geht es dabei darum, dass ich Hilfe dabei bekomme die Situation zu ordnen, die nächsten Schritte zu überlegen, Schwierigkeiten dabei besprechen zu können, Anregungen zu bekommen, aber vorallem jemand der merken kann, was bei meinem geplanten Vorgehen nicht so passt, zu unstrukturiert gedacht war, wichtige Dinge übersehen wurden etc.. So als externalisierte Metaorganisationseinheit, die wie geschrieben, auch gerne an Ärzte vermitteln kann aber als Begleitung dabei bleiben sollte um auch über die Erfahrungen beim Arzt eine 'Kontrollfunktion' zu haben und notfalls Mut zuzusprechen den Arzt zu wechseln und zu einem anderen zu gehen.

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 245

    AW: Erste Schritte zur Normalität

    Ihr wisst garnicht, was das für eine Erleichterung ist, dass es anderen auch so geht!!
    Jetzt weiß ich, ich bin nicht allein mit meiner Hilflosigkeit.

  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 29
    Forum-Beiträge: 144

    AW: Erste Schritte zur Normalität

    Die Hilflosigkeit haben / hatten wir alle mal!
    Wichtig ist, das man sich nicht von allem abschottet.
    Nicht nur für uns, sondern für den Mensch an sich ist es wichtig jemanden zu haben, mit dem man reden kann.
    Diese Person muss nicht mal umbedingt verstehen was genau man meint, aber alleine zu wissen das jmd zuhört (und sei es jmd der dafür bezahlt wird) erzeugt sicherheit.

    Ich selber fühle mich mit der nahenden Arbeitslosigkeit (keine ausbildung), mit dem Stress im Elternhaus (Ellis wissen nicht das ich bald Arbeitslos werde und ich wohne dort)
    und der fehlenden Perspektive...
    .....total hilflos.
    Aber so ein kleines Äffchen in meinem Kopf, schafft es ab und zu meinen Kopf zu ordnen (wenn es genug Bananen bekommt).
    Und für diese kurzen Phasen, lebe ich (derzeit).

  10. #10
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 46

    AW: Erste Schritte zur Normalität

    Lept0pp schreibt:
    Die Hilflosigkeit haben / hatten wir alle mal!
    Ich selber fühle mich mit der nahenden Arbeitslosigkeit (keine ausbildung), mit dem Stress im Elternhaus (Ellis wissen nicht das ich bald Arbeitslos werde und ich wohne dort)
    und der fehlenden Perspektive.......total hilflos.
    Aber so ein kleines Äffchen in meinem Kopf, schafft es ab und zu meinen Kopf zu ordnen (wenn es genug Bananen bekommt).
    Und für diese kurzen Phasen, lebe ich (derzeit).
    Die Frage ist, warum Du deine Probleme nicht mit deinen Eltern besprichst? Das eine mag vielleicht ADS oder Depression oder was anderes sein.
    Aber die andere Hälfte des Drucks, der Probleme sind doch die Geheimnisse, das Verschweigen, das nicht akzeptieren können oder akzeptiert werden.

    Man braucht doch für diese Dinge kein Geld oder irgendwelche Geräte. Nur etwas Mut und den willen, dass man aus dem Hamsterrad kommt.

    Ich habe in der Selbsthilfegruppen (in einem anderen Kontext gelernt), dass viele Ansichten und "mögliche Reaktionen" von anderen sehr häufig
    in allen negativen Varianten "ausgemalt" werden - die Annahme das man auf Verständnis und Unterstützung stößt doch eher als unwahrscheinlich
    gilt. Wieso eigentlich? Ich habe bei meiner Diagnose und meinen Erkenntnissen sofort die wichtigsten Leute informiert und ihnen von meiner
    Reise erzählt die ich jetzt machen muss. Negativ habe ich dabei wenig erlebt, eher genau die Mitte: "Na, dann hast Du eben was. Können wir jetzt
    ins Kino?"

    Die Negativität, die harten Amplituden, dass ist viel schlimmer als das was häufig wirklich ist. Deswegen ist der Rat sich eine Selbsthilfegruppe, oder
    wenigstens einen Supportmenschen zu finden wirklich wichtig. Man muss auch in den Rhythmus kommen seine "Annahmen" wie die Welt funktioniert
    immer wieder in Frage zu stellen. Weil der Teil der die Annahmen Produziert ja irgendwie...nicht richtig funktioniert. Deswegen kann man sich darauf
    ja gar nicht wirklich verlassen.

    Ich tue es schon länger nicht mehr, und das hat mich erst von vielen falschen Gedanken und Lebensführungen befreit.

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