Huhu,

also ich bin der Auffassung das es immer auf den Einzelfall ankommt. Wie viele Beziehungen scheitern an fehlender Kompromiss-Bereitschaft, Angst vor Nähe oder Distanz. etc. Und das alles OHNE Ad(h)s zu haben. Ich glaube nicht das man, wenn man von dem Fall Ad(h)s einfach mal ausgeht, dieses auch tatsächlich mit dem Ad(h)s zu tun. Sicherlich trägt alles irgendwo sein Teil bei aber im Endeffekt steht die Liebe ja über so etwas. Du schreibst z.b. das "lange aufeinander hocken" für dich nicht geht. Das z.b. würde ich gar nicht im Zusammenhang mit Ad(h)s betrachten.

Vielleicht sind es ja auch vielmehr die Begleiterkrankungen die einem Das "Beziehungsleben" ein wenig schwieriger gestaltet. Borderline ist z.b. auch ziemlich typisch wenn es um Nähe und Distanz geht, wie man das alles aber im Endeffekt nennt und welchen Namen man der ganzen Sache gibt, spielt am Ende aber nicht wirklich eine Rolle, in meinen Augen zumindest. Vielmehr würde ich mich fragen ( mal komplett davon abgesehen ob ich nun Ad(h)s habe oder nicht ) ob ich mich überhaupt BEREIT für eine Beziehung fühle. Und das ganze sollte man dann auch noch spezifizieren. Was erwarte ich von einer Beziehung, welche Bedürfnisse habe ich.. etc.. p.p

In meiner "Welt" betrachte ich die Dinge immer ziemlich nüchtern und schiebe nicht jenes und welches Verhalten auf m(ein) Ad(h)s Problem. Vielmehr mache ich mir klar, was ICH wirklich will und was eben nicht. Wünsche ich mir aus dem tiefsten Herzen NÄHE, kann diese dann aber nicht zulassen wenn ich sie dann bekomme, dann steht für mich fest: " Nein, du bist noch nicht bereit eine Beziehung einzugehen" und gehe meinen Weg weiter bis ich es geschafft habe. Es kommt natürlich auch immer ein wenig auf den Partner an wie dieser mit der ganzen "Sache" umgeht.

Für mich ist jedenfalls eindeutig klar: JA, es können ein "Normalo" und ein Ad(h)s-ler zusammen sein, und JA auch zwei Ad(h)s-ler. Dies steht ja in keinem Kontext. In einer Beziehung geht es doch auch immer ein Stück weit um das gegenseitige Ergänzen. Habe ich z.b. als Ad(h)s-ler Probleme Struktur in mein Leben zu bekommen, so kann dies der Part meines Partners werden, WENN dieser gewillt ist diese "Rolle" anzunehmen.

Ich finde es schwer den Beziehungs-Individualismus auf einen "Punkt" zu bringen. Ich bin eben der Meinung das die Ad(h)s-Symptomatik nur nebensächlich eine Rolle spielt.

Im Gegensatz dazu sieht das bei einer Borderline-Persönlichkeitsstörung schon wieder ganz anders aus..

Lieben Gruß

Apfeltee