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Diskutiere im Thema Psychoanalyse als Therapie bei ADS? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #11


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 20.803
    Blog-Einträge: 40

    AW: Psychoanalyse als Therapie bei ADS?

    Naja,

    Mittel der Wahl bei Erwachsenen mit einer AD(H)S ist eigentlich in der Regel die kognitive Verhaltenstherapie.

    Unter Umständen und falls es ganz erhebliche Altlasten aus der Kindheit gibt, die anders nicht bewältigt werden können (die einem aber bewusst sind), auch noch eine tiefenpsychologische Therapie und im Anschluss daran eine kognitive Verhaltenstherapie.

    Die klassische Psychoanalyse nach Freud ist - wie schon gesagt wurde - langwierig (über Jahre) mit wenig spürbaren Erfolgserlebnissen und mit insgesamt fraglichem Nutzen.

    Was nicht nur für AD(H)S-Patienten gilt, sondern generell, weshalb diese Therapieform eigentlich auch mehr oder weniger ein aussterbendes Fossil ist.

    Was bei AD(H)S-Patienten noch hinzu kommt: man benötigt für diese Therapieform sehr detaillierte Erinnerungen an die Kindheit, die so aufgrund der AD(H)S nur bei wenigen Betroffenen überhaupt vorhanden sind.

    Insgesamt würde ich also generell (Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel) ziemlich davon abraten.

    Es ist heute nicht mehr so, dass sich tiefenpsychologische Therapie und Verhaltenstherapie derart widersprechen, wie das früher mal war bzw. dass die Form der Therapie derart konträr ist ("aufdeckend" gegen "zudeckend").

    Die kognitive Verhaltenstherapie ist in jedem Fall ein Modell, das bei AD(H)S insgesamt die beste Prognose hat.

    Es stellt sich meist ein schneller Anfangserfolg ein und die Einbrüche im Therapieverlauf sind milder und kürzer, als bei Tiefenpsychologie.



    LG,
    Alex

  2. #12
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 43

    AW: Psychoanalyse als Therapie bei ADS?

    Im Prinzip....

    Ich habe eine tiefenpsychologische Therapie wegen Depressionen gemacht - da wußte ich noch nichts von ADHS. Gegen Ende der Therpie habe ich dann die Diagnose von anderer Seite erhalten. Ich hatte gegen Ende immer noch das Gefühl, daß ein Baustein im Puzzle fehlt. Da meine Therapeutin jedoch nichts von der Diagnose hielt, haben wir die Therapie in gegenseitigem Einverständnis nach 2 Jahren nicht mehr verlängert.

    ABER: aus heutiger Sicht kann ich eindeutig sagen, dass es genau so gut war. Die Therapie war erfolgreich

    Unstreitbar arbeitet die tiefenpsychologische Therapie viel mit Kindheitserinnerungen. Ich habe in der Zeit quasi meine Kindheit noch einmal durchlebt. Das Ende der Therapie sehe ich heute sozusagen als das "Ausziehen aus dem Elternhaus" an. Es hat mich "Erwachsen" werden lassen.
    Damit meine ich, dass ich - nicht nur vom Kopf her, sondern auch vom Gefühl - verstanden habe, das nur ich für mein Wohlergehen verantwortlich bin. Egal ob mit oder ohne Adhs.

    Die Therapie hat es mir ermöglich, die Vergangenheit zu verarbeiten. Mir der verletzten Gefühle bewußt zu werden. Denn egal, ob man wegen des Verhaltens durch Adhs oder durch andere Umstände verletzt wurde, die Narben sind ja noch da und nicht verheilt.
    Natürlich ist jetzt nicht alles schön und gut. Das war ja auch nicht das Ziel. Aber ich habe gemerkt, das gute und "schlechte" Gefühle zusammen gehören, und dass man jeweils ohne beide nich existieren kann.

    Da ich die Vergangenheit bearbeiten und schließlich auch verarbeiten konnte, kann ich jetzt wieder in der Gegenwart und auch für die Zukunft leben.
    Für mich bedeutet das, mich AKTIV mit Adhs auseinander zu setzten. Ich frage nicht mehr "warum ich?" oder bedaure die Verletzungen, die mir dadurch entstanden sind. Ich such mir meine eigenen Wege, damit umzugehen.

    Erst jetzt, mit der Erkenntnis des eigenen Ichs bin ich auch in der Lage, die Ratschläge von Coaching und der Selbsthilfegruppe anzunehmen. Vor der tiefenpsychologischen Therapie hätte ich jeden, der mir einen Rat geben will, umgebracht. Jetzt habe ich endlich den Mut, neue Dinge auszuprobieren. Und kann auch damit leben, wenn es mal wieder daneben geht. Aber auch das gehört ja zu Adhs. Ich habe begriffen, dass Veränderungen zum Leben gehören. Dass man aber damit umgehen kann. Dass es "nur" mit Adhs doppelt so schwer ist.

    Ich kann Alex beipflichten, dass eine tiefenpsychologische Therapie lange dauert (min. 2 mal die Woche, über mind. 1 Jahr), sehr viele ups and downs hat und wenig konkrete Erfolge zeigt. Es ist mehr ein sehr langsamer Reifungsprozess (wie bei einem Käse ). Ich möchte trotzdem dazu ermutigen - insbesondere, wenn Traumatas oder Depressionen mit im Spiel sind.

    Im Idealfall kennt sich der Therapeut auch mit Adhs aus und kann es berücksichtigen.

    LG
    xnonex

  3. #13
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 168

    AW: Psychoanalyse als Therapie bei ADS?

    ja ich erinnere mich.Ich habe mehrere traumata erlebt und das problem ist das ich auch heute nicht schaffe es anders zu machen als damals.Mich zu wehren.Ich stell mich immer noch tot und bin wie gelähmt wenn ich mich bedroht fühle oder angst habe.Auch der Umgang mit Berührungen und Sexualität ist sehr gestört und ich glaube das das nicht weg geht wenn ich es nicht bearbeite und das bedeutet auch sich die Vergangenheit anzusehen.Wann kann man eine tiefenpsychologische therapie machen.Welche Vorrausetzungen muss man haben?Und macht man das nur ambulant?Ist das dann Traumatherapie?Muss man dafür wieder in die klinik.Dbt hat mir nicht so wirklich viel geholfen.Habe zu viel Angst vor veränderung und komme schwer ins handeln.Meine Therapeutin hat mir geraten eine andere therapeutin zu suchen die nicht dbt macht.Das probier ich jetzt.zufälligerweise ist diese auf adhs spezialisiert und depressionen.Muss man nicht mindestens 2jahre hinter einander stabil sein um traumatherapie zu machen?Ich bin 2jahre lang jede woche eine stunde nach meiner therapeutin gegangen:das hat mir sehr geholfen.Nur mit dem Skills für bordis komm ich nicht klar.Essen sit mein skill.Schaffe es aber auch mal mich mit anderen dingen abzulenken als mit essen.Jetzt bin ich erstmal ein jahr bei der neuen therapeutin und dann ggf verlängerung.

  4. #14
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 78

    AW: Psychoanalyse als Therapie bei ADS?

    Ab dem 26. März habe ich 5 Probatorische (ich hoffe das Wort stimmt) Sitzungen und dann beantragen wir die Psychoanalsye. Ich habe vorab schon eine Hausaufgabe bekommen. Ich sollte einen emotionalen Lebenslaufschreiben. Da ich durch meine Verhaltenstherapie (damals noch Verdacht auf Boderline) und durch meine Nachforschungen in Sachen ADS sehr viel über mich herausgefunden habe, fiel mir dieser Bericht nicht sonderlich schwer. Ich habe auch seit der Therapie viel mit meiner Mutter geredet. Außerdem hab ich mir zusätzlich meine alten Tagebücher angesehen, wo ich teilweise sehr schockiert war... Ist schon merkwürdig wenn eine 10 Jährige ins Tagebuch agressiv kritzelt sodass die Seiten fast durchgerissen sind "ich will ein anderes Leben"...

    Der Bericht umfasst nun 15 Seiten bei Schriftgröße 10 . Ich habe ihn gestern abgeschickt und am Abend dachte ich "hey ich weiß schon gar nicht mehr genau, was ich alles geschrieben habe, da alles so schnell aus meinem Hirn floss." Habe den Bericht ja an zwei Tagen in je 2 Stunden fertig geschrieben. Also machte ich es mir gestern Abend noch gemütlich und las "mein Leben" mal bewusst durch und ließ die Gedanken zu, die dabei auftraten. Ich war ziemlich unruhig und wahrscheinlich hab ich deshalb heute auch wieder kaum geschlafen und bin schon wieder seit 5 Uhr auf. Seit meiner Geburt an gingen grundlegende Dinge schief die ich aufgrund meiner ADS sensibler durchlebte und meiner Meinung nach wesentlich tiefere Narben hinterlassen haben, als wie wenn ich nicht schon durch das ADS geprägt gewesen wäre. Gerade das Thema "viel Anerkennung zu brauchen" kommt nicht nur von der ADS, sondern auch von meinen durchlebten Geschichten. Teilweise musste ich beim Lesen meines Berichts innehalte, als würde ich eine Schweigeminute für mich selbst veranstalten. Die Therapeutin bei der ich die Psychoanalyse machen werde, sagte nach einer Stunde Vorgespräch "Ich habe das Gefühl, bei Ihnen ging es schon ihr Leben lang darum, gesehen zu werden und sie mussten hart dafür kämpfen." Während ich meinen eigenen Bericht las, fehlten mir die Worte und ich erkannte, dass die Therapeutin absolut recht hatte. Mein Leben lief definitiv heftiger ab als bei anderen, die ich so kenne. Ich musste mit Problemen und Situationen klar kommen, die viele nicht mal im Ansatz nachvollziehen können. Nicht mal meine älteren Schwestern, die das aufgrund der Tatsache dass sie nicht mehr zuhause wohnten, natürlich nie so miterlebt hatten. Außerdem waren sie alle ein gutes Stück älter als ich und von daher auch stabiler. Sie glaubten mir meine Geschichten oft nur bedingt und dachten eher ich übertreibe und wolle mich in den Mittelpunkt drängen. Wie die Therapeutin schon sagte, wurde ich nie richtig gesehen. Ich riss mir schon immer den Arsch auf für einen kleinen Funken Anerkennung. Das zieht sich wie ein roter Faden durch Schule, Job und Beziehungen.

    Mein Psychiater ist der Meinung ich bin mittlerweile stabil genug um die Psychoanalye machen zu können und ich bin ehrlich gesagt auch froh darüber. Das letzte Jahr war ja nur Gesprächstherapie mit der nicht wirklich was voran ging. Ich hatte immer das Bedürfnis alte Geschichten aufzuarbeiten, weil ich viele davon nie richtig abgeschlossen habe und sie sich oft noch so anfühlen, als wären sie grade eben erst passiert. Aber die Gesprächstherapeutin wollte immer in der Gegenwart arbeiten, wodurch ich mich gebremst fühlte.

    Ich glaube ich bin auf dem Richtigen Weg. Die Therapeutin sagte, wir werden uns 3x wöchentlich sehen, zum Teil wird es für mich auf der Couch stattfinden ( ich liebe rumliegen hahaha) und es wird je nach zu bewältigenden Geschichten 1-3 Jahre dauern. Die Termine finden ambulant in der Praxis der Therapeutin statt.
    Vielen Dank schon mal für eure Beiträge und ich würde mich freuen, wenn wir hier weiter schreiben. Ich halte euch auf dem Laufenden.

  5. #15
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 168

    AW: Psychoanalyse als Therapie bei ADS?

    das hört sixch toll an.Genauso geht es mir seit 2003 mache ich verhaltenstherapie und nur reden.Was mir wirklich geholfen hat war die rollenspielgruppe in der klinik mit video.Da konnte sehen wie ich mich benehme um umgang mit andern und wie es anders geht,wir hatten ja auch immer hausaufgaben auf und die mussten wir machen zb ein tshirt kaufen und dann wieder umtauschen.Dbt bin auch borderliner leider obwohl ihc die hofnung hatte jetzt wo ihc adhs habe das das weg geht aber das ist nicht so hat nicht viel gebracht.Diese entspannungesübungen machten mich nur noch unrughiger.Die skills fand ich peinlich da mir sehr wichtig und die vor anderen machen oder immer dabei zu habne nicht meins.In der klinik gig das ja noch aber draußen.Wer steckt sich schon Steine im Schug und geht damit einkaufen.
    Naja und dann die ständigen wiederholungen war garnichts jetzt weiss ich auch warum.Ich hab viel über mich erfahren kann mich an vieles erinnern und verstehe die zusammenhänge aber ich kann die alten verahltensweisen die alten Erfahrungen nicht balegen weshalb ich morgen meine neue Therapeutin die verhaltenstherapie und psychotherapie macht frgaen ob das möglich ist psychotherapie zu machen.Bin siet Oktober 2010 stabil ohne selbstverletzung und erbrechen.Mein ziel ist es es zu versuchen um die Unterschiede zu sehen denn das immer nur über jetzt gerdet wird und nicht auhc mal über früher bringt mich nicht so wirklich weiter.Denke auch es gitb ja auch tiefenpsychologie das macht meine freundin seit 3jahren voher verhaltenstherapie und es hilft ihr gut,das man alles ausprobieren sollte bis man das richtige findet.Aber jetzt ist erst adhs dran.mal sehen wie es mit dem Medikamnet wird.Wäre schön wenn du über Deine erfahrungenberichten würdest interessiert mich kannst mir auch gerne eine persönliche Nachricht schicken.

  6. #16
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 168

    AW: Psychoanalyse als Therapie bei ADS?

    Ps hast du einen Pschiater und noch einen Therapeutne.Ich bin seit 2003 in der ambulanz da gibtes mehrere Psychiater und Ärzte.Da wird therapie gemacht und medikamnete gegebn.meine therapeutin hat mir angeraten mir nebenbei einen zusätzliche therapeutin zu suchen da sie dbt macht und es mir nichts geholfen hat.tabletten auch für adhs bekomme ich von ihr.

  7. #17
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 61
    Forum-Beiträge: 2.091

    AW: Psychoanalyse als Therapie bei ADS?

    Hallo

    ich habe 80 Std. eine Gespächsttherapie (psychoanalytisch) gemacht. War für den Po-Po. Während der Therapie habe ich Probleme bearbeitet, die ich nicht habe, von denen der Therapeut aber überzeugt war, dass ich sie haben müßte (wir alle sind mal zu heiß gebadet worden)und die Probleme, die wirklich habe, waren nach der Therapei immer noch da - obwohl sie sich ja auflösen sollten, weil ihre psychoanalytische Ursache ja so intensiv bearbeitet wurde.

    Diese ganz Sache war Zeitverschwendung und hat nur der Pflege des Narzissmus des Therapeuten genutzt.

    bis denne Elvira

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