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Diskutiere im Thema Wie blind können Eltern sein? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 29
    Forum-Beiträge: 824

    Wie blind können Eltern sein?

    Heute hatte ich einen Termin, wo meine Mutter bei war. Eine neue Betreuerin. Sie ist über viele Grenzen getreten. Verdammt viele Grenzen! Hat die Abmachung, das sie nach den wichtigsten Anfangsthemen abzwitschert nicht eingehalten. Sie wünscht sich immer eine "Bedienungsanleitung für mein Kind". Ich gebe ihr immer wieder bedienerfrendliche Hinweise, doch umsetzen tut sie sie nicht.

    Naja, nun zur richtigen Sache:
    Bei dem Termin sagte sie dann "man hat ihr die Hyperaktivität halt nicht angemerkt".
    Ach nein?
    Wie denn auch!
    Wenn der Vater mit den Kindern nach der Schule direkt zum schwimmen fährt und die Mama zu Hause "Kaffekränzchen" macht. Wie soll sie das sehen? Außerdem ist schwimmen ja Bewegung pur. Ich war ja im Wasser und nicht auf der Decke.
    Wenn ich kaum was mit gleichaltrigen Kindern mache, weil die lieber ruhige Sachen vorm Fernseher machen und ich lieber raus in die Natur gehe.
    Dann ist das nicht auffällig?
    Wenn ich mich mit Kindern beschäftige, denen Einrad fahren beibringe, Jonglage, mit denen so oft wie Möglich Inline-Skaten fahre, oder mit dem Bike, oder auf dem Spielplatz flitze.
    Dann ist das unauffällig?
    Wenn ich drausen immer auf Rädern oder mit dem Fußball unterwegs bin, auch bei schlechten Wetter.
    Dann ist das unauffällig?
    Wenn ich ständig meine Hobbys wechsle, wärend andere sich in meinem Alter schon festgesetzt haben.
    Dann ist das "normal"?

    Wenn du mal diese vielen Feuerbälle in mir gesehen hättest! Da geht man normalerweise dran kaputt! Wenn Feuerball und Gedankentornado zusehr aufeinanderprallten, gab es scherben. Du glaubst nicht, wie sehr ich mich abgequält habe nicht aufzufallen, weil ich wusste es ist nicht normal! Weil ich nicht nochmehr im Mittelpunkt stehen wollte als eh schon!

    Das ich wenn ich zu Hause bin dann meist kreativ bin (lungere ich nicht im Garten rum) und mit meinem Malsachen mich vor dem Fernseher ausbreite, dem aber keinen Blick würdige, weil ich mit was anderem beschäftigt bin, so ist das "normal". Aber natürlich Mutter! TOtal normal! Das ich entweder am rumflitzen bin, oder das ich in kreative Dinge vertieft bin.

    Das ich ständig was zu tun brauche, das ist normal? Wärend andere vorm TV hocken oder am PC zocken, oder oder oder?
    Das ich ständig ins Telefonat oder in Gespräche platze stempelst du als "normal" ab. Oder besser als " ich bin halt schon immer so gewesen"? Mom, Hilfe! In der heutigen Norm ist das unerhört!
    Das ich mich verhaspel, zu schnell spreche, auf euer gebremse nicht eingehe, manchmal stottere, mir garnicht nach komme, findst du das nicht komisch? Andere Kinder machen des nicht so oft.

    Als wir immer mal sogenannte "Freunde" von mir mit in den Urlaub nahmen, waren die Seelenruhig und schliefen manchmal sogar. Aber ich? "Wann sind wir endlich da?" "Wie lange noch?" Ich kann nicht mehr sitzen!"

    Meine vielen Verletzungen gehören halt zu mir. " Ich bin halt so", jaja. Andere aber irgendwie nicht!

    Ich bin entsetzt! Immer wieder, wenn ich das von ihr höre!

    Warum hast du das alles "nicht gesehen"? Oder besser, warum nimmst du das alles nicht wahr? Warum "verleugnest" du es? Warum tust du mir so weh?
    Du sagtest neulich, du warst schon immer eine schlechte Boebachterin. Das merkt man. Und wie man das merkt. Mein Ergotherapeut hat mich in einem halben Jahr mit und ohne Medis kennengelernt. Er kennt mich in vielen Dingen besser und hat vieles wahrgenommen, was du zu übersehen scheinst.

    Ey Mom! Die Freunde von meinem Bruder, die haben mich POWERLOCKE genannt! Als ich dir sagte sagtest du ja, da hast du recht und scheinst es dennoch immer noch nicht gerallt zu haben. Mom, man! Die haben das nicht aus lange weile gesagt!

    Die Liste ist noch long, sehr lang. Vieles auch was mich noch quälte, außerhalb der Hyperaktivität, wie die Konzentration. Aber gestochen hat heute diese Sache wieder, mit dem "man hat ihr die Hyperaktivität halt nicht angemerkt". Nein. Überhaupt nicht Mama!




    Sorry, ich musste es einfach mal los weden.
    Aber auch verbdunden mit einer Frage:

    Habt ihr das auch erlebt?
    Wie kann ich es Mama richtig bewusst machen, was sie da übersehen hat und auch heute noch übersieht?

    In den Zeugnissen steht zumindest von der Hyperaktivität nichts. In der Schule hab ich mich immer schlau versteckt, so konnte man die Kippelei mit dem Stihl nicht sehen. Die Pausen verstrich ich im stehen und gehen, aber sitzen, da war eine Sperre in den Gelenken. Alles Mögliche steht hatl nicht drin, egal. Jetzt geht es ja auch darum, wie ich Mama mal aus ihrer Wunsch- Traumwelt werfen kann und sie aufhört mich immer so zu verletzen.

    Grüße euch lieb
    Male

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 76

    AW: Wie blind können Eltern sein?

    Hi malemaus!

    Ich kann Dich gut verstehen! Und wie gut......

    Ich habe mir auch einen Termin zur Diagnostik geholt und auch mit meinen 41 Jahren überlege ich schon wenn ich einen Fragebogen für meine Eltern mitbekomme, ich denke die kennen mich besser als mein Mann.........oder vielleicht auch nicht???????

    Mein Sohn wird auch mittlerweile auf ADS getestet und ich habe es mal versucht meinen Eltern zu erklären warum er sich vielleicht GENAUSO verhält, da ja immer gedacht wird ich gehe halt zu lieb mit ihm um.

    Um ehrlich zu sein ich habe wenig Hoffnung das meine Eltern verstehen was im Gehirn nicht richtig läuft, da sie vor ein paar Jahren schon zu mir gesagt haben, dass unser Sohn genau wie ich bin.

    Schade nur, dass deine mutter wohl irgenswie die Augen zu hatte. Habe nämlich einen Neffen in Deinem Alter und meine Schwester hat sich damals schon die Hacken für ihn abgerannt, weil irgendwas vom Verhalten nicht stimmte. Diagnose ADS hat sie aber nie für ihn gehört. Sollte ihn aber Ritalin geben.

    Ich denke es war vor 15-20 Jahren noch nicht so bekannt mit ADS. Auch wenn es das schon immer gegeben hat.

    Aber die Reize waren noch nicht so extrem wie heute, wo es wohl mehr in Erscheinung tritt oder auffällt.

    Auch bei meinem Sohn wurde als er zwei, drei Jahre war gesgt er ist halt sehr aktiv aber die Gesellschaft ist heutzutage das Problem die mit "solchen Kindern" nicht zurecht kommt.

    Und ich denke einmal Deine Mutter ist nicht, oder noch nicht in der Lage das als Problem anzusehen, oder?

    LG
    Susanne

  3. #3
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 396

    AW: Wie blind können Eltern sein?

    Hallo Malemaus,

    Ich kenne deine Wut nur allzugut. Ich bin selbst von meinen Eltern sehr enttäuscht, waren doch meine Symptome schon im Kindergarten auffällig. So auch bei meinen anderen 2 Geschwistern. Noch enttäuschter bin ich jedoch von den Grundschullehrerinnen und von den Gymnasiallehrern, die hilflos gegenüber meinen Auffälligkeiten waren. Vorallem bei Grundschullehrerinnen nehme ich an dass diese nicht überfordert waren. Ich weiß das, habe ja auch ein Praktikum an der Grundschule gemacht. Ab 13 Uhr Mittagskränzchen und Schule aus...

    Naja, auf der anderen Seite lernen wir AD(H)Sler auch oft nur wenn WIR es wollen. So gab es bestimmt Situationen in denen deine Mutter dir einen Rat geben wollte, du aber auch stur geschaltet hast. Auch das ist Teil des AD(H)S.

    Ich hoffe du kannst darüber hinwegsehen und wirst deinen Eltern und dir selbst verzeihen. Es ist nunmal keine leichtidentifzierbare Krankheit und gerade deswegen muss man einiges "kompensieren". Liebe Grüße!

  4. #4
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 4.770

    AW: Wie blind können Eltern sein?

    Hallo Malemaus
    Da das für mich auch immer mehr zum "Problem" wird mal meine Meinung dazu.


    .....

    Eltern (wie ich auch) denken da warscheinlich nicht an ADHS sondern freuen sich eher das Ihre Kids nicht vor dem TV sitzen und lieber raus gehen,na und Hobbys wechseln ist ja durchaus auch normal,und wenns Kind dann vom spielen Heim kommt und jedesmal übersäht ist mit blauen Flecken ist es eben ein lebhaftes Kind welches viel neues ausprobiert und nicht feige ist...

    Wenn die Kids sich ungerecht behandelt fühlen und dann wegen einer Kleinigkeit gleich total durch die Decke gehen und ausrasten heißt es eben "schau mal was die/der schon für einen Gerechtigkeitssinn haben"

    Auch wenn die Kids viel reden und dabei immer abschweifen und sich überschlagen und verhaspeln heißt es oft "mei der ist ja an allem interessiert"

    Wenn die Kids dann im Zimmer oder sonstwo sind und total vertäumt malen oder basteln aber alles nur anfangen und es dann liegen bleibt weil schon wieder was anderes interessant ist,oder wenn der Junior mal PS zocken und alle Nase lang das Spiel wechseln will nur um dann nach 10 min eh wieder lieber raus geht zum toben.... das ist dann halt ein "lebendiges Kind"


    Meine vielen Verletzungen gehören halt zu mir. " Ich bin halt so", jaja. Andere aber irgendwie nicht!

    Ich bin entsetzt! Immer wieder, wenn ich das von ihr höre!
    Ganz ohne Wertung,ich glaube Eltern meinen das nicht böse wenn Sie sagen "du bist halt so",Eltern nemen Ihre Kinder wie sie sind,sie kennen Sie nicht anderst.

    Ich habe auch sehr viel über solche Fragen wie Du nachgedacht,
    warum haben die das nie gesehen?
    warum ist denen das nie aufgefallen?
    warum spielen die das jetzt so runter und wollen davon nix wissen?

    usw... usw...
    über all das habe ich auch oft versucht mit meiner Mutter zu reden... vergebens,mitlerweile bin ich der Meinung es bringt auch nix,ändern kann man eh nix mehr und Sie wollten/haben sicher Ihr bestes gegeben....
    was mich aber fast wütend macht und das ist glaube ich das was Du meinst ist selbst jetzt wo man denen alles erkärt mit Beispielen usw... das Sie das nicht einsehen/anerkennen wollen

    Nunja,ich habe mit dem Thema abgeschlossen und seit dem ich 500km von meinen Eltern weg wohne und wir uns nur noch selten sehen gehts auch.

    Aber jetzt wo ich selbst in der Elternrolle bin (2Kids) und bei meinem Sohn AD(H)S vermute sehe ich erstmal wie schwierig das ist zu unterscheiden "ist das jetzt noch "lebhaft" "ist ja schön das Er versucht sich durch zu setzen" "Blaue Flecken gehören dazu" "er redet halt gern viel" usw.... oder ist es alles "zuviel" "zu wechselhaft" "zu aufgedreht" "zu direkt" usw...

    es ist für mich gerade übelst schwer das in Worte zu fassen aber ich kann deine Mutter zum Teil schon verstehen (jedenfals von dem was ich hier gelesen habe),klar ich als selber Betroffener kann Dich auch sehr gut verstehen und mich da rein versetzen,aber ein nicht Betroffener wird das wohl nie ganz können,wenn dann noch wenig Intresse an dem Thema dazu kommt,wirst Dir da den Mund fusselig reden und es werden viele Tränen auf beiden Seiten vergossen ohne das was dabei raus kommt.

    So das war jetzt mal meine Persönliche Meinung dazu,diese kann und sollte man natürlich nicht auf andere übertragen da jeder Mensch anderst ist/Beziehungen anderst sind usw...


    Gruß Matze

  5. #5
    Burningdevil

    Gast

    AW: Wie blind können Eltern sein?

    so sehe ich das auch .....

    Eltern reagieren auch nur und leider auch mal falsch auch öfter ,
    ich kann meinen für das was in meinem kopf vor sich ging und geht keinen vorwurf machen auch über einmischungen nicht.

    nicht nur wir sind überfordert sondern auch die angehörigen und diese gehen ebenso auf dem zahnfleisch.
    Ganz zu schweigen davon das wir dieselben gene haben also nicht auszuschliessen ist das es unseren eltern nicht anders geht als uns.

    auch die brauchen verständnis und zeit sich mit dingen auseinander zu setzen


    Atze schreibt:
    Hallo Malemaus
    Da das für mich auch immer mehr zum "Problem" wird mal meine Meinung dazu.


    .....

    Eltern (wie ich auch) denken da warscheinlich nicht an ADHS sondern freuen sich eher das Ihre Kids nicht vor dem TV sitzen und lieber raus gehen,na und Hobbys wechseln ist ja durchaus auch normal,und wenns Kind dann vom spielen Heim kommt und jedesmal übersäht ist mit blauen Flecken ist es eben ein lebhaftes Kind welches viel neues ausprobiert und nicht feige ist...

    Wenn die Kids sich ungerecht behandelt fühlen und dann wegen einer Kleinigkeit gleich total durch die Decke gehen und ausrasten heißt es eben "schau mal was die/der schon für einen Gerechtigkeitssinn haben"

    Auch wenn die Kids viel reden und dabei immer abschweifen und sich überschlagen und verhaspeln heißt es oft "mei der ist ja an allem interessiert"

    Wenn die Kids dann im Zimmer oder sonstwo sind und total vertäumt malen oder basteln aber alles nur anfangen und es dann liegen bleibt weil schon wieder was anderes interessant ist,oder wenn der Junior mal PS zocken und alle Nase lang das Spiel wechseln will nur um dann nach 10 min eh wieder lieber raus geht zum toben.... das ist dann halt ein "lebendiges Kind"



    Ganz ohne Wertung,ich glaube Eltern meinen das nicht böse wenn Sie sagen "du bist halt so",Eltern nemen Ihre Kinder wie sie sind,sie kennen Sie nicht anderst.

    Ich habe auch sehr viel über solche Fragen wie Du nachgedacht,
    warum haben die das nie gesehen?
    warum ist denen das nie aufgefallen?
    warum spielen die das jetzt so runter und wollen davon nix wissen?

    usw... usw...
    über all das habe ich auch oft versucht mit meiner Mutter zu reden... vergebens,mitlerweile bin ich der Meinung es bringt auch nix,ändern kann man eh nix mehr und Sie wollten/haben sicher Ihr bestes gegeben....
    was mich aber fast wütend macht und das ist glaube ich das was Du meinst ist selbst jetzt wo man denen alles erkärt mit Beispielen usw... das Sie das nicht einsehen/anerkennen wollen

    Nunja,ich habe mit dem Thema abgeschlossen und seit dem ich 500km von meinen Eltern weg wohne und wir uns nur noch selten sehen gehts auch.

    Aber jetzt wo ich selbst in der Elternrolle bin (2Kids) und bei meinem Sohn AD(H)S vermute sehe ich erstmal wie schwierig das ist zu unterscheiden "ist das jetzt noch "lebhaft" "ist ja schön das Er versucht sich durch zu setzen" "Blaue Flecken gehören dazu" "er redet halt gern viel" usw.... oder ist es alles "zuviel" "zu wechselhaft" "zu aufgedreht" "zu direkt" usw...

    es ist für mich gerade übelst schwer das in Worte zu fassen aber ich kann deine Mutter zum Teil schon verstehen (jedenfals von dem was ich hier gelesen habe),klar ich als selber Betroffener kann Dich auch sehr gut verstehen und mich da rein versetzen,aber ein nicht Betroffener wird das wohl nie ganz können,wenn dann noch wenig Intresse an dem Thema dazu kommt,wirst Dir da den Mund fusselig reden und es werden viele Tränen auf beiden Seiten vergossen ohne das was dabei raus kommt.

    So das war jetzt mal meine Persönliche Meinung dazu,diese kann und sollte man natürlich nicht auf andere übertragen da jeder Mensch anderst ist/Beziehungen anderst sind usw...


    Gruß Matze

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 84

    AW: Wie blind können Eltern sein?

    Hallo Malemaus,
    ich kann deinen Ärger voll verstehen. Wenn ich versuche mit meinen Eltern über meine Verhaltensauffälligkeiten als Kind zu reden, kommt da auch immer nur Müll und Schöngerede.
    Wenn die bei meiner Diagnostik mitwirken sollen, verwirren die meine Ärzte vollkommen. Gottseidank gibt es noch Zeugnisse, und die sprechen eine eindeutige Sprache.
    Aber was solls, ich hatte noch nie einen guten Draht zu meinen Eltern und im Moment auch so gut wie keinen Kontakt. Auf der einen Seite bin ich für sie ein merkwürdiges etwas, auf der anderen Seite ist angeblich alles normal. Netter Versuch sich seiner Schuldgefühle zu entledigen. Ein wenig Ehrlichkeit wäre hilfreich.
    Du siehst, du bist nicht allein.
    Das einzige was ich fairerweise anerkennen muß, ist dass es zu meiner Kindheitszeit den Begriff ADS noch nicht gab (Hochbegabung allerdings schon).


    In diesem Sinne Kopf hoch und ich bin heilfroh, dass es dieses Forum gibt.....denn nichts ist schlimmer als alleine mit etwas klarkommen zu müssen...



    Liebe Grüße vom Joker

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 39

    AW: Wie blind können Eltern sein?

    Ach, ich kann dich da so gut verstehen, wie du unter deiner Mutter gelitten hast. "ich bin halt so ", daraus höre ich Verzweiflung und auch Resignation. Wahrscheinlich wußte deine Mutter nicht, wie sie dir helfen könnte, was sie anders machen könnte, dann schiebt sie das Problem wieder auf dich zurück. "Ja mei , die ist halt so. Punkt" Eine Änderung ist nicht möglcih, weil Mutter nicht will oder auch nicht kann.
    Dein Posting hätt ich auch schreiben können und in Vielem sehe ich mich auch...hatte auch so eine hilflose Mutter, die sich mit dem "die ist halt so" zufrieden gab, damit SIE ihre Ruhe vor mir hatte, Sie war regelrecht überfordert mit mir. Und ja, es fällt Müttern oft schwer, wahrzuhaben, dass ihr Kind anders ist...
    Inzwischen bin ich auch Mutter von 7 Kindern und weiß, welch langer und schmerzhafter Prozess es ist, sich einzugestehen, dass die eigenen Kinder anders sind und andere Schwierigkeiten haben. - und wieder und wieder höre ich von meiner Mutter "mei, deine Kinder sind halt so". Das Einzige, was mir hilt, ist sich ihr gegenüber abzugrenzen und sie klar und deutlich in ihre Schranken weisen. .

  8. #8
    Neues vorgestelltes Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Alter: 33
    Forum-Beiträge: 161

    AW: Wie blind können Eltern sein?

    Ach immer dieses "du bist halt so"... Seufz... das macht traurig, besonders wenn es einen die ganze Kindheit lang begleitet. Und man weiß einfach tief in sich drin: "Ja, ich bin so, aber irgendwie bin ich anders und ich will wissen wieso ich so bin und nicht anders" ...
    Und "du bist halt so" heißt auch, finde dich damit ab, dass du bist, wie du bist und da wird nichts dran geändert.

    Bei mir war das noch bissl anders. Ich habe einen jüngeren Bruder bei dem ADHS festgestellt wurde. Mamas Wellenlängenkind, wie sie immer sagte, aber sie hat natürlich alle gleich lieb. Mein Bruder ist aufgefallen, weil er extrem agressiv war. Ich war auch agressiv, habe aber niemanden böse weh getan, sondern mir selbst oder Gegenständen. Das war irgendwie nie krank genug. Mama hat immer gesagt: "du hast nichts". Die Lehrer haben gesagt: "sie ist eben so" zu meinen Mitschülern, die mich ständig gemobbt haben. Ich war meist still, mir war das in der Schule zu langweilig, nicht interessant genug. Manchmal habe ich auch einfach die Klasse verlassen und niemand hats gemerkt. Wenn mein Bruder sowas gemacht hat, ist das immer aufgefallen und ging sofort zur Rektorin...
    Mein Papa war immer der Meinung ich wäre eben faul und dumm und dachte mit Schlägen kriegt man das schon hin. Nur ordentlich drauf hauen, irgendwann funktioniert sie schon...
    Seufz... lange her. Jedenfalls hat mein Bruder als Kind eine Therapie gemacht und sich gut gefangen... und ich bin nebenher aufgewachsen... ohne das jemand gemerkt hat, dass ich auch ADHS habe...
    Als ich immer wieder wieder die Vermutung äußerte nahm mich niemand aus der Family ernst. "Du hast doch nichts. Du bist nur faul" Ich habe vieles angefangen und abgebrochen... mir fehlte einfach der Elan dazu... war sehr in mich gekehrt lange Zeit...
    Nun egal... so ist das manchmal mit den Eltern.
    Etwa 10Jahre später kam raus, dass meine Mama selbst ADHSlerin ist und seid dem an ist ihr vieles klar...
    Und Papa hält das ADHS wie viele bloß für eine Modeerscheinung und mit strammen Methoden müsste sowas alles nicht sein... wie gut, dass Mama geschieden ist und wir alle damit nichts großartig zu tun haben...

  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 32

    AW: Wie blind können Eltern sein?

    Hallo zusammen,

    habe mit Interesse eure Beiträge gelesen. Ich weiß, Mitleid hilft euch nicht, aber wenn ich eure Beiträge lese, fühle ich genau das.

    Mein Vater ist tot, meine Mutter kann durch mehrere Schlaganfälle keine Auskunft mehr geben. Die Zeugnisse aus der Schule haben bei der Diagnostik aber sehr geholfen. Außerdem mein heutiger Lebensgefährte, der Augen im Kopf hat.

    Ich muss vielleicht etwas weiter ausholen und vielleicht wird es auch ein bisschen durcheinander. Dann, Sorry!

    Ich war auch ein Kind, was ausschließlich seine Freizeit draußen verbracht hat, aber damals gab es noch nicht so viel TV, PC oder was sonst heut noch auf uns alle einwirkt.
    Eines habe ich aber schon immer gern gemacht, nämlich gelesen. Ansonsten hab ich noch nie ein Hobby gehabt und weiß bis heut nicht, wie sich das anfühlt, eine Sache anzufangen und zu beenden. Das habe ich bis heute nicht geschafft. Es fällt mir in meiner Ausbildung unglaublich schwer, meine Hausaufgaben anzufangen und auch zu Ende zu bringen.

    In meinem Abschlusszeugnis steht, ich hätte bessere Noten haben können, wenn ich mich mehr konzentriert und angestrengt hätte.

    Mir hat niemand geholfen, geschweige denn, jemand ADHS diagnostiziert. Ich musste 38 Jahre alt werden, dafür.
    Nun, die Verbitterung über mein Leben und die vielen verpassten Chancen usw. gehören hier nicht her.

    Um auf euer Thema zurückzukommen. Mein Lebensgefährte hat einen Sohn. Wir wohnen zusammen, auch noch der Große (16). Bei unserem Jüngsten ist ADHS diagnostiziert wurden. Erst danach kam meinem Lebensgefährten in den Sinn, dass ich eigentlich auch daran leide. Leiden ist bei mir der richtige Ausdruck. Ich weiß genau wie sich unser Jüngster fühlt. Das Vergessen, nichts zu Ende bringen. Die Unordnung, keine Konzentration, keine Aufmerksamkeit, jeden Tag aufs neue kämpfen und doch immer zu fühlen, du bist anders und kannst eigentlich nichts dafür, und trotzdem musst du dich anpassen. All das seh ich bei ihm und weiß wie sich das anfühlt und wie es ist, zum wiederholten mal was vergessen zu haben, wie man sich darüber ärgert, wie man in Tränen ausbricht, weil man wieder was verbockt hat. All das kann ich sehen und fühlen. Aber wie kann ich das Kind, was ich gern habe, vor allem da draußen schützen, wie kann ich es auf das Leben vorbereiten?

    Meine Eltern, mein Exmann hatten keine Augen im Kopf. Ich war halt schon immer ungeduldig, hippelig, temperamentvoll. Damit muss ich fertig werden.


    Aber zu sehen, wie es meinem Kleinen geht, und dann zu wissen, was ihn später im Erwachsenenleben erwartet, ist nicht leicht.

    Aber wie schützen wir unsere Kinder und wie bereiten wir sie auf das Leben vor? Ich habe Augen im Kopf.

    Ich versuche heute mein Leben auf die Reihe zu bringen, fühle aber oft, dass ich mich verbiege. Und eigentlich will ich das nicht, aber es ist so. Morgens schon daran denken, rede nicht soviel, lass die anderen ausreden, konzentrier dich, vergiss nichts, schreib alles auf. Und und und....

    Tja, ich weiß selbst wie es sich anfühlt und weiß auch wie es meinem Kleinen geht, aber wie ich ihm helfen kann, wo ich ir doch selbst schon nicht helfen kann, weiß ich nicht.

    Vielleicht habt ihr eine Idee.

    Wenn schon eure Eltern euch nicht helfen konnten oder wollten, tut es wenigstens für eure Kinder.

  10. #10
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 29
    Forum-Beiträge: 824

    AW: Wie blind können Eltern sein?

    Hallo ihr Lieben!

    Da habe ich jetzt aber eine Menge zu beantworten.:-)
    Bin den Tränen nah, weil ich garnicht damit gerechnet habe soviele Reaktionen zu bekommen. Nun gut, los gehts:


    superwoman schreibt:
    Ich denke es war vor 15-20 Jahren noch nicht so bekannt mit ADS. Auch wenn es das schon immer gegeben hat.

    Aber die Reize waren noch nicht so extrem wie heute, wo es wohl mehr in Erscheinung tritt oder auffällt.


    Das ist denke ich einer der Gründe, ja. Mom und ich hatten schonmal das Gespräch darüber, das sie es nicht so empfindet wie andere.
    Als Beispiel: Freunde von ihr sagten zu ihr schon "Das du immer so seelenruhig dasitzt, wärend deine Tochter auf dir rumklettert." Als ich das von irh hörte, da ging mir richtig der Teufel durch Mark und Bein!
    superwoman schreibt:

    Auch bei meinem Sohn wurde als er zwei, drei Jahre war gesgt er ist halt sehr aktiv aber die Gesellschaft ist heutzutage das Problem die mit "solchen Kindern" nicht zurecht kommt.

    Und ich denke einmal Deine Mutter ist nicht, oder noch nicht in der Lage das als Problem anzusehen, oder?

    LG
    Susanne
    Wie es scheint ist Mama wohl leider nicht dazu in der Lage, nein.:-(


    zlatan_klaus schreibt:
    Hallo Malemaus,

    Ich kenne deine Wut nur allzugut. Ich bin selbst von meinen Eltern sehr enttäuscht, waren doch meine Symptome schon im Kindergarten auffällig. So auch bei meinen anderen 2 Geschwistern. Noch enttäuschter bin ich jedoch von den Grundschullehrerinnen und von den Gymnasiallehrern, die hilflos gegenüber meinen Auffälligkeiten waren. Vorallem bei Grundschullehrerinnen nehme ich an dass diese nicht überfordert waren. Ich weiß das, habe ja auch ein Praktikum an der Grundschule gemacht. Ab 13 Uhr Mittagskränzchen und Schule aus...

    Naja, auf der anderen Seite lernen wir AD(H)Sler auch oft nur wenn WIR es wollen. So gab es bestimmt Situationen in denen deine Mutter dir einen Rat geben wollte, du aber auch stur geschaltet hast. Auch das ist Teil des AD(H)S.

    Ich hoffe du kannst darüber hinwegsehen und wirst deinen Eltern und dir selbst verzeihen. Es ist nunmal keine leichtidentifzierbare Krankheit und gerade deswegen muss man einiges "kompensieren". Liebe Grüße!
    Verstehe ich das richtig raus, das du meinst, das die nicht so recht auf die Auffällighkeiten acht geben? Ich hab so oft den Gedanken, das die Lehrer eben nichts böses über das arme Mädel loslassen wollten - auch nicht in den Zeugnissen- weil es ja eh schon immer die blöde ist.


    Für dieses blöde auf Stur schalten, krieg ich ja immer wieder ärger.:-(


    So, für den nächsten Teil mache ich einen neuen Block, weiß ja nicht wieviel hier rein passt;-)

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