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Diskutiere im Thema Hyper oder Hypo...Ich denke, ein wesentlicher Unterschied! im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
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Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Ani


    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 34
    Forum-Beiträge: 33

    Hyper oder Hypo...Ich denke, ein wesentlicher Unterschied!

    Hi @ all,

    nach langem überlegen, suchen und viel lesen hab ich mir Gedacht daraus ein Thema zu machen. Es ist mir immer wieder aufgefallen, dass ich dazu neige den Versuch zu unternehmen nach Hypo und Hyper zu unterscheiden. Jemand der hyperaktiv ist, der hat wohl ehr selten die trägen Momente eines Hypos und somit ist die Gestaltung des Alltages sicherlich ein anderer als der eines Hypos. Vorallem arbeitstechnisch gibt es scheinbar gravierende Unterschiede, wie sich diese beiden Formen ausprägen.

    Eines haben zwar beide Formen oder aber auch der Mischtyp gemeinsam, nämlich die Unruhe im Kopf, aber die Auswirkungen auf einfach ALLES sind andere!!!

    Den einen lähmt das Chaos im Kopf schier und der andere springt verwirrt im Dreieck...


    Versuche ich einen Anfang zu finden:


    Ich wurde tendenziell in die Richtung des hypoaktiven eingestuft. Meine Begleiterscheinungen sind:

    ständige Erschöpfung,

    langsameres Verarbeiten von akustischen Informationen, vor allem unter Druck,

    bei eigenen Konflikten brauche ich immer etwas länger, um das Gesagte (ungeplante) zu verstehen, Gefühle sind dann meist schneller und bringen mich zu unkonstruktiven Reaktionen,

    sollte ich damals in der Schule einen Text lesen und ihn anschließend wiedergeben, hab ich meist während des lesens in ganz anderen Sphären geschwebt und war grundsätzlich unfähig dazu. (passiert heute in diversen anderen Bereichen auch)

    Wichtige Gespräche und Telefonate, vorallem im Job, müssen vorab super durchgeplant sein, Abweichung vom Plan, heißt totale Verwirrung, da schnelles Umdenken selten möglich ist.

    Bei größeren Aufräum- oder Umräumarbeiten weiß ich meist nicht wo ich anfangen soll, also beginne ich gar nicht. (die chronische Lähmung greift hier

    Morgens fühle ich mich geistig wie neugebohren, abends wie zerkaut und ausgespuckt, auch an einem völlig unstressigen Tag

    Dafür bin ich:

    in meiner Arbeitsweise meist arg kreativ. Lösungen basieren auf kreativen Neuheiten. --> Darin ist mein Durchhaltevermögen dann phänomenal.

    Visuelle Reize und Informationen speicher ich gut und fest ab. Meine Arbeitsweise ist daher auch immer visuell gestützt.

    Ich bin stark analysefähig in psychologischen Themen. Empathie und Intuition sind stark und mehr ausgeprägt.

    Perfekter Diplomat, wenn andere Konflikte haben, da hier der eigene Druck weg ist und das Denken sowie das Analysieren leicht fällt.


    Natürlich nehme ich auch Medis, die mir meinen Alltag erleichtern sollen. Das tun sie auch. In den Wirkungsphasen bin ich eindeutig weniger erschöpft und meine Gedanken rasen zwar immer noch aber wesentlich strukturierter. Den Rest muss ich dann leider erst noch herausfinden...


    Aber:

    Mich interessiert wie es euch geht...Welche markanten Merkmale treten bei euch auf? Seid ihr Hyper oder Hypo oder gar der Mischtyp?

    Let me know...


    VG die aNi


  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 78

    AW: Hyper oder Hypo...Ich denke, ein wesentlicher Unterschied!

    Ich denke auch, dass ich eher die hypo-Form bin. Wobei ich manchmal auch denke, es könnte eine Mischform sein. Ich glaube es ist Situationsabhängig. Vor allem merke ich das beim Autofahren. Manchmal bin ich eher der hypotyp, sehr vorsichtig und langsam, total von den Ampeln, Fußgängern und anderen Autos irritiert. Aber hin und wieder kann ich nicht scharf genug die Kurve schneiden und will harder faster scooter und bilde mir dann ein dass mein 60 PS starkes Spielzeugauto ein Lamborgini sei Das was ich dann nicht nachvollziehen kann ist, dass ich absolut konzentriert dabei bin und mir nichts entgeht, genau wie sonst auch, nur es stresst mich dann einfach nicht so.

    Ich zapple ständig rum, kaue Stimmungsabhängig mal mehr oder weniger stark Fingernägel, bin sehr produktiv und kreativ allerdings nur wenn ein kleiner Funke da ist, an dem ich mich orientieren kann (Beispiel Kunsttherapie: "Malt etwas zum Thema Baum" Jo klappt super, sieht gut aus, bin zufrieden. ABER "malt was euch in den Sinn kommt" waaaas oh Gott Stress, was soll ich nur tun? Rumkritzeln? Nein oh Gott, hilfe hilfe).
    Wenn nicht die geringste Vorgabe da ist, verliere ich mich im Chaos und der fehlenden Struktur. Das habe ich gemerkt, als ich die Verantwortung für eine Abteilung zugesprochen bekam, die neu gegründet wurde. Es gab also nichts, an dem ich mich orientieren konnte und schaffte den Job nicht. Dann bekam ich eine bestehende Abeiltung und schaffte es, Arbeitsvorgänge zu optimieren, die Mitarbeiter unter mir zu motivieren und kam bestens klar.

    Je höher meine Grundanspannung, desto stärker zeigen sich die Symptome des ADS. Ich brauche lange zum Antworten weil ich die Worte verarbeite und mir dabei tausend Sachen einfallen. Ich antworte manchmal gar nicht weil ich glaube, ich habe schon geantwortet. Oder ich gebe eine für den Gesprächspartner nicht nachvollziehbare Antwort, weil ich mit meinen Gedanken schon viel weiter bin als er. Beispiel:
    - "Fahren wir nächste Woche auf den Christkindlesmarkt und danach auf ein Bier in die Kneipe?"
    Mein Kopf checkt ab, welche Kleidung im Kleiderschrank hängt, was ich am besten anziehe, dass es mir am Markt nicht zu kalt und in der Kneipe nicht zu heiß ist. Am besten also Zwiebelprinzip damit ich was ablegen kann. Da fällt mir ein, ich nehme am besten die braune Strickjacke mit. Oh Mist da ist mir ja der Reißverschluss kaputt gegangen. Mensch da wollte ich doch meine Mama fragen, ob sie mir das näht.
    Mein Mund antwortet auf die vorhin gestellte Frage: "Ich muss zu Mama wegen der Strickjacke."
    Mein Gesprächspartner verzieht das Gesicht und sagt: "Ist das irgend ein Geheimcode?"


    Eine gute Schlichterin bin ich auch sowie eine gute Zuhörerin. Freunde nennen mich immer die Hobbypsychologin weil ich oft wertvolle Sichtweisen aufzeige und mir gute Tipps einfallen. Mir selbst fällt es aber schwer diese umzusetzen...

    Meine Gefühle überholen auch gerne die Gedanken sodass ich sehr impusiv reagieren kann. Was nicht immer so toll ist. Wenn etwas passiert, mit dem ich nicht gerechnet habe, brauche ich auch sehr lange um es zu verarbeiten. Z.B. am McDonalds Schalter. Ich hatte geplant einen bestimmten Burger zu bestellen und der ist ausverkauft. Dann bin ich stark überfordert und es dauert bis ich entschieden habe, was ich stattdessen möchte.

    Das mit dem Aufräumen kenne ich. Macht mir im Haushalt die größten Probleme. Ich fange an und komme von einem zum anderen, ohne eins davon richtig fertig zu machen. Dann habe ich stundenlang aufgeräumt, bin total erschöpft aber man sieht überhaupt nicht, dass ich aufgeräumt habe. Ich neige dazu den Haushalt als einen riesigen Haufen Arbeit zu sehen, anstatt "Bügeln", "abspülen" usw als einzelne Posten zu erkennen, die einzeln betrachtet gar nicht so viel Zeit und Kraft brauchen. So geht es mir oft, dass ich schon erschöpft bin nur weil mir bewusst wird, WIEVIEL ich zu tun habe. So nach dem Motto "wie soll ich nur je damit fertig werden".

    Meine Frustrationsgrenze ist sehr niedrig. Wobei ich gemerkt habe, seit ich regelmäßig die Achtsamkeitsübungen mache, fällt mir vieles leichter, weil ich es nicht mehr so stark bewerte und so nicht wieder in den Teufelskreis komme (etwas klappt nicht, ich rege mich auf, ich rege mich auf weil ich mich aufrege....)

    Meine Tollpatschigkeit (falsches Einsetzen von Kraft, mangelnde Impulskontrolle) zeigt sich auch stärker oder schwächer, je nachdem wieviel Stress schon in mir steckt. Da passiert es schon mal dass ich ein Glas Wasser vom Tisch nehme, zu schwungvoll so dass ich mir das halbe Glas über den Körper schütte. Oder ich durch eine offene Tür laufe die breit genug für zwei wäre, aber trotzdem am Türrahmen hängenbleibe... Hach ich finde so viele blaue Flecken die ich nicht erklären kann.

    Genau wie bei dir, ist es bei mir auch so dass ich mich bei interessanten Projekten absolut darauf hyperfokussieren kann. Da blühe ich dann richtig auf, stecke Power rein, bin nicht zu bremsen. Das Problem dabei war/ist, dass ich dann meine Grenzen vergesse, keinen Hunger verspüre und keine Müdigkeit, weil ich das ausblende. So kam es vor ein paar Monaten dazu, dass ich eine Panikattacke erlitt und seither einen Burnout und Erschöpfungsdepressionen kurriere. Ich lerne grade auf meine Grenzen zu achten und ich wünschte, ich hätte das früher schon gekonnt. Es gelingt mir mittlerweile besser, könnte aber noch besser sein :-) Bin auf dem richtigen Weg.

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 138

    AW: Hyper oder Hypo...Ich denke, ein wesentlicher Unterschied!

    hallo,

    vom eigenen Empfinden her ein reiner Hypoaktiver - vom Diagnosetest her Tendenz zum Mischtyp.

    Energie habe ich sogut wie nie, ich bin, solange ich mich zurück erinnern kann nie wirklich munter und energiestrotzend durch den Tag gegangen. Vom Gefühl her läuft bei mir alles sehr langsam und träge ab. Auch Sport (den ich mit Abständen) teilweise recht intensiv betrieben habe hat mich nicht mit dem Antrieb belohnt, den ich mir dadurch erhofft hatte. Alles in allem saft und kraftlos - in einigen lichten Momenten fühle ich mich wie ein Wesen das tatsächlich die Kraft hat den eigenen Körper ohne größere Mühe und Anstrengung zu bewegen. Mit meinem Geist ist es manchmal etwas besser - gelegentlich habe ich Blitzideen - leider verschwinden sie sehr schnell und kommen nur, wenn ich mich halbwegs wohl fühle. Häufig ist mein Denken auch träge und langsam - meine Gedanken sind hier und da und reißen kleine Fragmente von Gedankenstücken aus dem Wirrwar der Reize meines Außen- und Innenlebens.

    Wenn mich jemand unvorbereitet anspricht kommt es mir so vor, als brauche ich einige Minuten um zu verstehen was gesagt wurde, einige Minuten um dies zu verarbeiten und weitere Minuten um eine Antwort zu formulieren (die dennoch erstaunlich oft das Thema verfehlt oder mir im Hals stecken bleibt).

    Impulsiv kann ich nur in extrem angespannten Situationen sein bzw. Situationen die mich stimulieren (früher teils durch rasantes Autofahren kompensiert, danach waren es Computerspiele). Was ich aber in letzter Zeit immer merke ist, dass wenn ich unruhig bin anfange mit den Füßen zu Wippen, die Finger zu bewegen oder mit kleinen Gegenständen herum zu spielen - das war mir früher nie wirklich bewußt.

    Ich fühle auch eine permanente innere Anspannung die ich nicht abbauen kann und die nur etwas nachlässt wenn ich alleine bin bzw. sicher bin, dass mich niemand beobachtet.

    MfG
    Chaoticus

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