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Diskutiere im Thema adhs unheilbar? vs "wächst sich aus" im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
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  1. #1
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    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.250

    adhs unheilbar? vs "wächst sich aus"

    ich empfinde eine widerspruch zwischen der vorstellung dass adhs unheilbar ist, und der tatsache dass es wohl viel mehr kinder als erwachsene mit adhs gibt. welche erklärungen gibt es für die, es wächst sich aus, idee?fehlen dem erwachsenen adhsler vielleicht irgendwelche hormone, etc?

  2. #2
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 564

    AW: adhs unheilbar? vs "wächst sich aus"

    Das "auswachsen" ist meiner Meinung quatsch.
    Ich sehe es so das man als Erwachsener anders mit seinen Problemen die man durch das ADS hat, umgeht. Ein Erwachsener wird kaum im Büro über seinen Schreibtisch springen, weil er gerade so hyperaktiv ist. Zumal man als Kind auch sehr viel Ablehnung erfahren hat, da verhält man sich als Erwachsener auch anders, warscheinlich aus Angst im Erwachsenenalter nicht weiter ausgegrenzt zu werden. Ist einfach eine Sache des Gefühls, man ist kein Kind mehr, man "macht" einfach einige Dinge nicht mehr. Einiges wird man vielleicht auch besser steuern können als ein Kind.

    PS: ich sehe es auch eher als unheilbar an, wobei ich das Wort unheilbar nicht besonders mag....

  3. #3
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.250

    AW: adhs unheilbar? vs "wächst sich aus"

    Danke,dass klingt sinnvoll, mit dem besser kontrollieren. Ja Unheilbar, das erinnert mich an meinen psychodoc, der meinte, ich solle ads nicht als diagnose verstehen. erst wenn ich therapiebedürftige schwierigkeiten hätte, dann solle ich das auch als krankheit sehen. ich denke man man kann sich schon seine umwelt so gestalten, dass adhs als krankheit nicht ins gewicht fällt.

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 372

    AW: adhs unheilbar? vs "wächst sich aus"

    Unter günstigen Bedingungen kann man Kompensationsstrategien erlernen. Dann fällt AD(H)S im Erwachsenenalter nicht mehr so auf. Es ist aber wohl noch vorhanden und könnte unter ungünstigen Bedingungen wieder schlimmer werden.

    Außerdem wird die Diagnose von der Umgebung oft angezweifelt. Das passierte mir auch sehr oft, obwohl ich kein leichtes ADS habe.
    Viele denken erst darüber nach, ob bei ihnen ein AD(H)S vorliegen könnte, wenn bei ihren Kindern die Diagnose gestellt wurde und sie haben sich vorher nicht krank gefühlt.
    (ich habe hier nicht alles gelesen - vielleicht wurde das schon einmal geschrieben?)

    ... und so sehe ich das auch:
    ..........erst wenn ich therapiebedürftige schwierigkeiten hätte, dann solle ich das auch als krankheit sehen.ich denke man man kann sich schon seine umwelt so gestalten, dass adhs als krankheit nicht ins gewicht fällt.
    Geändert von Celine (17.01.2012 um 02:23 Uhr)

  5. #5
    ErichW

    Gast

    AW: adhs unheilbar? vs "wächst sich aus"

    Die Vorstellung mit dem Auswachsen kommt noch aus den Zeiten, als die Bezeichnungen ADHS und Hyperaktivität nahezu gleichbedeutend verwendet wurden. Tatsächlich ist es schon ziemlich altes Erfahrungswissen, dass die Hyperaktivität in bzw. nach der Pubertät zurückgeht bei etwa der Hälfte (Faustregel) aller vorwiegend Hyperaktiven. Insofern ist dieses Vorurteil verständlich und auch kein Widerspruch zur Annahme, ADHS sei eine genetische Disposition.

    Weiterhin könnte man ebenfalls ein, allerdings ganz langsames, Herauswachsen aus dem ADHS postulieren, wenn man davon ausgeht, dass ein hyperaktives dopaminerges Transportersystem wesentliche Ursache für die ADHS-Symptomatik ist. Dieses Transportersystem wiederum lässt mit zunehmenden Alter nach. So reduzieren sich dann alterungsbedingt die ADHS-Symptome.

    Zwei Indizien sprechen für diese These. Mit zunehmendem Alter sinkt meist der MPH-Bedarf. Dies scheint also mit dem Nachlassen dieses Systems zu korrespondieren. Man muss aber geduldig sein, da geht es eher um Jahrzehnte als um Jahre. Als zweites Indiz sehe ich eine gewisse Jugendlichkeit bei älteren ADHSlern im Vergleich zu "normalen" Altersgenossen. Das muss nicht unbedingt körperlich sein. Es ist mehr eine Art kindlicher Frische bzw. Charme im Verhalten.

    FG Erich

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 85

    AW: adhs unheilbar? vs "wächst sich aus"

    hallo zusammen,

    ich gehöre zu dieser sorte ebenfalls die jünger aussieht, junger wirkt und ich fühl mich auch dementsprechend jünger.
    heißt aber nicht das ich im kopf nicht wie mitte 30 reagiere.

    und das mit dem hyperaktiven verhalten auf der arbeit kann ich nur bestätigen.
    ich versuche bei der arbeit nicht auffallen zu wollen, egal wie ich gerade innerlich "am rad am drehen bin", wegen dem genannten gründen.
    und zwar ablehnung die hatte ich schon zugenüge.

    und ob sich adhs auswächst mmmmhh gute frage!

    wenn ich darauf zurück greife das man adhs in die wiege gelegt bekommt, und es keine "modekrankheit ist".
    ERGO: hat man es oder man hat es nicht.
    dann ist es für mich schwer vorstellbar dases sich auswachsen kann.
    vielleicht verlagern sich einige symptome mit den jahren aber ganz weg für immer, ne das glaub ich nicht.
    Geändert von Grüne-Blume (17.01.2012 um 10:29 Uhr)

  7. #7
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4.257

    AW: adhs unheilbar? vs "wächst sich aus"

    Als zweites Indiz sehe ich eine gewisse Jugendlichkeit bei älteren ADHSlern im Vergleich zu "normalen" Altersgenossen. Das muss nicht unbedingt körperlich sein. Es ist mehr eine Art kindlicher Frische bzw. Charme im Verhalten.
    Das stimmt. Ich hab doch schon immer gesagt: Irgendwie bin ich ein bisschen Kind geblieben ... und meine Frau meint das auch gelegentlich

    Vielleicht komme ich deswegen mit Kindern so prima hin und zwar auch mit so genannten "Schwierigen"?

    Ich denke das stimmt alles - die meisten therapieren sich mehr oder weniger effizient selber und das Gehirn reift gewissermaßen nach.

    Wenn ich mir die Leiterbahnengrafiken angucke (Siemchen) die zeigen dass die Nervenbahnen bei ADHSlern viel verzweigter als bei neurotypischen Erwachsenen verschaltet sind - eben noch so aussehen wie vor der Pubertät - dann ist klar dass man wirklich im Gehirn ein bisschen Kind bleibt mit allen vor und Nachteilen. Und das ist nicht änderbar, das ist einfach so. Damit muss man leben - aber ich lebe glaub ich inzwischen ganz gerne damit. Is doch auch sympathisch oder?

    Auch meine Mutter bekam vor Jahrzehnten vom Psychologen zu hören: Warten Sie ab, das ist im Moment schwierig aber das gibt sich in der Pubertät ... rein äußerlich war das auch so, ich bin ruhiger geworden; aber ich hatte ab Mittelstufe nur Glück mit der Schule und danach hab mir meine Nische gesucht. Immer vorne dabei, nie nein sagen, viel verschiedenes machen aber auch schnell vergessen - irgendwie hab ich im Beruf auch noch "gespielt" und geprobt wie es Jugendliche machen, mit Begeisterung, ohne Rücksicht auf eigene und fremde Ressourcen, kreativ und Projektbezogen - erledigt? Vergessen. Gut, auch mal vergessen vor dem Erledigt aber da war schon wieder die nächste Aufgabe. Ich habe vor Jahren schon festgestellt dass einige Verhaltensweisen eher zu Jugendlich passen als zu einem erwachsenen Mann. Na und?

    Erst kürzlich hab ich wieder Probleme bekommen, bin aber ganz guter DInge dass ich die Probleme überwinde - die Diagnose ADHS hilft einfach ganz gezielt Methoden und Wege zu suchen. Es ist halt einfacher wenn an weiß wo man anders tickt als andere.

    Ich würd sagen: Die Diagnose ADHS ist kein Urteil sondern eine Hilfestellung; ADHS ist keine Krankheit im klassischen Sinne sondern eine krankheitsanfällige Disposition und als solche natürlich "unheilbar". Glücklicherweise sind die krankmachende Anteile mit einem wirksamen Medikament und Therapien beherrschbar und zwar in jedem Lebensalter. Denn mal ehrlich - die meisten hier leiden nicht direkt am ADHS sondern irgendwie an den Folgen. Bei einer saftigen Depression zb. ist das anders: Da leidet man an der Schwermut direkt. Oder denk an Panikattakken, Schizophrenie ... und so weiter.

    Ich hab mal den Begriff "Knoblauchfahnensyndrom" gelesen - ADHS stört die Umwelt meist mehr als die Betroffenen, zumindest für Kinder stimmt das absolut.

    In sofern - es kann einem wirklich schlimmeres passieren als ADHS. Wenn ich mich als Beispiel nehme - was stört mich an ADHS in optimaler "Urlaubsumgebung"? Nur mein Gehibbel - das einzige was ich nicht vermeiden bzw. ohne Medis in den Griff bekomme ist die ständige innere Anspannung. Die geht nur mit MPH ganz weg, mit Sport wird sie aber erträglicher.

    Ein Segen ist tatsächlich die Wirkung von MPH - jammerschade dass es das nicht zu meiner Schulzeit gab, es hätte mir viel erspart. Die Schulzeit war hart, danach ging's.

    Ups, das war jetzt ein bisschen OT ...

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 134

    AW: adhs unheilbar? vs "wächst sich aus"

    Hallo Leute,

    ihr sprecht viel von ADHS im Alter und das es besser werden könnte.......(ich hoffe ich habe es richtig verstanden)

    Ich bin jetzt fast 47 und noch genauso hyperaktiv wie früher. Meine Umwelt wird meist verrückt von meiner Hippelligkeit.

    was besser geworden ist, ist meine Vergesslichkeit. Aber nur, weil ich gelernt habe mir mir ALLES aufzuschreiben. Ich gehe nicht mehr ohne Notizbuch aus dem Haus.
    Schreibe mir auf, was ich am nächsten Tag alles erledigen will und hake ab.

    ABER: die Syntome haben sich keinen Deut verbessert.
    Ich versuche manchmal zu kompensieren, aber das Ergebnis ist dann, totale Erschöpfung.

    Das Jünger wirken als man ist, wird mir oft nachgesagt. Das kommt wohl daher, das man einfach aktiver ist.
    Ich muß sagen: je älter man wird, umso schöner ist dieser Gedanke

  9. #9
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4.257

    AW: adhs unheilbar? vs "wächst sich aus"

    Meine Umwelt wird meist verrückt von meiner Hippelligkeit.
    was besser geworden ist, ist meine Vergesslichkeit. Aber nur, weil ich gelernt habe mir mir ALLES aufzuschreiben. Ich gehe nicht mehr ohne Notizbuch aus dem Haus.
    *lol* das hab ich auch ... aber die Hektik ist trotzdem kein Vergleich zu meiner Hyperaktivität als Kind. Es gibt da einen Film - au Backe.

    Das Notizbuch, die Listen, all das sind eben Kompensationsstrategien - darunter leidet man aber irgendwie ncit direkt sondern indirekt weil man nicht mehr "funktioniert". Das Arbeitsgedächtnis ist bei mir durch die Behandlung übrigen besser geworden. Massiv. Aber noch immer nicht gut.
    Nein, auswachsen tut sich das nicht. Aber man kann lernen damit zu leben.
    Geändert von Wildfang (17.01.2012 um 14:18 Uhr) Grund: Etwas chaotische Eingabe sortiert ....

  10. #10
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 43

    AW: adhs unheilbar? vs "wächst sich aus"

    Spannende Frage!

    Mein Eindruck ist, dass es heute viel besser ist, als es als Kind war. Aber ob das daran liegt, dass es sich wirklich rausgewachsen hat, oder ob ich nur bessere Bewältigungsstrategien entwickelt habe, weis ich auch nicht. Denn viele Symptome meine ich, auch heute noch zu spüren...

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