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Diskutiere im Thema Unsicherheit ob die Diagnose wirklich richtig ist im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
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Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 71

    Frage Unsicherheit ob die Diagnose wirklich richtig ist

    Hallo

    ich bin neu hier und bin froh euch gefunden zu haben, ich hoffe ihr könnt mir vielleicht weiterhelfen.

    Ich habe seit Jahren einige Probleme, unter anderem leide ich unter Depressionen, Ängsten, Adipositas (Esstörungen) und zum Schluß wurde bei mir noch ADS festgestellt. Ich bin zur Zeit in Psychatrischer Behandlung und und habe auch eine Zeit lang Antidepressiva genommen. Erst Paroxat, dass mir zwar in sofern gut geholfen hat, dass ich nicht mehr so traurig war, allerdings habe ich dafür wieder an Gewicht zugenommen und war ständig müde und mein neuer Psychater meinte, dass diese Medikament die ADS fördert. Also probierte ich Elontril, dass ich aber nicht gut vertragen habe.


    Ab dem 19. Jan soll ich es mal mit Methylphenidat probieren. Ich bin mir aber unsicher, ob ich es nehmen soll. Nach dem ich schon einiges darüber gelesen habe. Stimmungsschwankungen beim Nachlassen der Wirkung - davor ist mir angst und bange.
    Vorallem die Langzeitwirkungen, wie ich gelesen habe gibt es keine richtigen Studien darüber. Vorallem beschäfitigt mich die Frage, was wäre wenn ich eigentlich gar keine ADS habe, sondern die Probleme eher von meinen Ängsten herrühren ? Wie wirkt dann das Medikament ?
    Meine Therapheutin vermutete das bei mir ADS vorliegt und ein Psychater hat das nach Tests bestätigt.
    Nach dem er meine Schulzeugnisse sich angeschaut hat (er meinte die Zeugnissköpfe lesen sich typisch für ADS)
    einem EEK, Blutabnahme, und ein paar Tests bei dem ich Fragen beantworten musste mit ankreuzen stand die Diagnose fest. Wird so ADS festgestellt ?

    Ich kann mir jemand von euch vielleicht weiterhelfen.

  2. #2
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 61
    Forum-Beiträge: 2.091

    AW: Unsicherheit ob die Diagnose wirklich richtig ist

    Hallo

    Es hört sich an, als ob eine gute und seriöse Diagnostik gemacht wurde.

    Die Stimmungsschwankungen beim Nachlassen der Wirkung sind gut in den Griff zu bekommen, wenn man für diese Zeit einen Spaziergang,eine Radrunde oder irgendwie Bewegung einplant - ich mache (wenns irgendwie geht dann meine Hunderunde). Bei mir haben die Stimmungsschwankungen aber mit der Zeit sehr nachgelassen.


    Vorallem beschäfitigt mich die Frage, was wäre wenn ich eigentlich gar keine ADS habe, sondern die Probleme eher von meinen Ängsten herrühren ? Wie wirkt dann das Medikament ?
    dann wirkt es nicht! Du wirst bestimmt langsam hochdosiert werden (in 5 mg Schritten), das minimiert evtl. Risiken enorm. Ja, bei Erwachsenen gibt es noch keine Langzeitstudien - es gibt sie aber bei Kindern und es ist bei Erwachsenen und Kinder der gleiche Wirkstoff.

    Übrigens, deine Ängste können auch von deiner ADS herrühren, Ängste und Depressionen sind oft Comorbiditäten einer unerkannten ADS.

    Alles Liebe Elvira

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 159

    AW: Unsicherheit ob die Diagnose wirklich richtig ist

    Hi!

    Hier nur meine Ergänzungen zur Antwort von Elwirrwarr! Ich stimme allem was sie schreibt zu!


    Elwirrwarr schreibt:

    Die Stimmungsschwankungen beim Nachlassen der Wirkung sind gut in den Griff zu bekommen, wenn man für diese Zeit einen Spaziergang,eine Radrunde oder irgendwie Bewegung einplant - ich mache (wenns irgendwie geht dann meine Hunderunde). Bei mir haben die Stimmungsschwankungen aber mit der Zeit sehr nachgelassen.
    Ich habe beim Nachlassen von MPH keine Stimmungsschwankungen und auch nie gehabt. Nur als Ergänzung, dass es diese Wirkung nicht geben muss, sondern "nur" kann.


    Elwirrwarr schreibt:

    Ja, bei Erwachsenen gibt es noch keine Langzeitstudien - es gibt sie aber bei Kindern und es ist bei Erwachsenen und Kinder der gleiche Wirkstoff.
    Auch hier nur als Ergänzung: MPH gibt es seit den 50er-Jahren auf dem deutschen Markt und ein paar Jahre länger in den USA. Insofern mag es für den Wirkstoff keine Langzeitstudien geben - es ist aber dennoch ein Medikament, das mit am längsten im Einsatz ist. Das ist natürlich kein Beweis, dass es keine Risiken bei einer langen Einnahme von MPH gibt. Aber ein Hinweis, dass es bisher auch noch nicht auffällig geworden ist.


    Elwirrwarr schreibt:

    Übrigens, deine Ängste können auch von deiner ADS herrühren, Ängste und Depressionen sind oft Comorbiditäten einer unerkannten ADS.

    Hier biete ich mich mal als Beispiel an. Ich litt seit meinem 18. Lebensjahr unter Depressionen und seit Mitte meiner 20er unter extremen Agstzuständen. Und ich habe eine entsprechende therapeuthische und medikamentöse "Laufbahn" hinter mir. Und Ende 2010 bin ich dann endlich wegen meiner Angstzustände bei einem Arzt gelandet, der sie als Komorbidität von ADS erkannte. Und seitdem mein ADS behandelt wird hatte ich keine Depressionen und Angstzustände mehr. Weg. Einfach so.

    Wünsche Dir Alles Gute für die nächste Zeit! Hoffentlich kannst Du bald ein "normales" Leben leben. Oder - wie in meinem Fall - ein "freies" Leben. Frei von Ängsten.

    Liebe Grüße

    Grey

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 71

    AW: Unsicherheit ob die Diagnose wirklich richtig ist

    Hallo ihr beiden,

    vielen Dank für eure Antwort. Ihr habt mir sehr weitergeholfen jetzt blicke ich schon ein bissel besser durch. Vorallem das die Depression und die Ängste mit der ADS zu tun haben in diese Richtung habe ich nie gedacht.

    Vorallem beruflich habe ich sehr mit meinem Ängsten zu kämpfen, so das ich mir kaum was zu traue und auch sehr schnell überfordert bin und oft in bestimmten Situationen versage...meine beiden letzten Arbeitgeber verabschiedeten sich mit den gleichen Sätzen.."Frau x ich sehe das sie unbedingt wollen und sich bemühen, aber.......sie brauchen halt für alles etwas länger usw. ich habe oft unlogisch gearbeitet ...und brauchte meistens viel länger als andere Kollegen....sobald Druck aufgebaut wird und Schnelligkeit verlangt wird ist es bei mir aus.

    Ich habe eigentlich einen Büroberuf gelernt, aber der Gedenke in einem Büro zu arbeiten bringt mein Herz vor Angst zum rasen.....so bin ich mal wieder Arbeitlos...bis vor kurzen hatte ich noch einen 1,50 Euro in der Datenerfassung am PC....ohne Leistungsdruck, im geschützten Bereich...tat mir gut, aber das ist keine Dauerlösung. Naja habe bald einen Termin in der Rehabtelung vom Arbeitsamt viel können sie mir besser helfen...

  5. #5
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4.257

    AW: Unsicherheit ob die Diagnose wirklich richtig ist

    Na das klingt doch ziemlich nach sehr deutlichem ADHS.

    Vorallem das die Depression und die Ängste mit der ADS zu tun haben in diese Richtung habe ich nie gedacht.
    Das ist eines der Hauptprobleme von ADHS. 70% de ADHSler haben irgendeine Begleiterkrankungen; 40% (schwankende zahlen je nach Studie) haben Depressionen.

    Bei mir war es übrigens ähnlich wie bei Grey: ADHS behandelt - Depressionen weg.

    Anmerkungen zu den Langzeitfolgen: Bis in die 70'er gabs MPH rezeptfrei in der Apotheke, eine unbekannte aber große Zahl von Erwachsnen hat es über Jahre in ungleich höheren Dosen genommen als die meisten hier und zwar als Aufputschmittel - das ist zwar keine kontrollierte Studie aber ich denke mal da wären gravierende Spätfolgen inzwischen aufgefallen.

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 138

    AW: Unsicherheit ob die Diagnose wirklich richtig ist

    Hallo Bella34,

    ich bin auch erst vor einigen Monaten über meine Komorbitäten (Depressionen, soziale Phobie) auf das Thema ADS gestoßen. Desto mehr ich darüber laß, desto mehr Verknüpfungen zu meiner Vergangenheit und zum Entstehen dieser Ängste wurden mir bewußt.
    Seid letzter Woche steht meine Diagnose fest - ADS.
    Dennoch hatte/habe ich auch gelegentlich Zweifel (ist es wirklich ADS? nicht irgend etwas anderes? warum gibt es so unterschiedliche Ansichten dazu?) die plötzlich entstehen (Gespräch mit Hausarzt, falschdeuten der Symptome in der Familie) aber jedesmal, wenn ich mich ruhig mit dem Thema auseinandersetze dann setzt wieder diese bestätigende Gefühl ein, dass ich tatsächlich betroffen bin - ich fühle, dass es die Erklärung ist (bzw. zumindest ein wichtiger und großer Baustein ist), welche meinen Lebensweg zu großen Teilen so geformt hat wie er heute ist.

    Ich finde es auch ganz toll und ermutigend was Grey geschrieben hat.

    Grey schreibt:
    Hi!
    Hier biete ich mich mal als Beispiel an. Ich litt seit meinem 18. Lebensjahr unter Depressionen und seit Mitte meiner 20er unter extremen Agstzuständen. Und ich habe eine entsprechende therapeuthische und medikamentöse "Laufbahn" hinter mir. Und Ende 2010 bin ich dann endlich wegen meiner Angstzustände bei einem Arzt gelandet, der sie als Komorbidität von ADS erkannte. Und seitdem mein ADS behandelt wird hatte ich keine Depressionen und Angstzustände mehr. Weg. Einfach so.
    Grey
    Anbei möchte ich noch das Buch von Helga Simchen erwähnen: Die vielen Gesichter des ADS. In diesem geht die Autorin recht ausführlich und gut verständlich auf gängige Komorbitäten bei Betroffen ein (Kinder, Jugendliche und Erwachsene).

    MfG
    Chaoticus

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