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Diskutiere im Thema Diagnose, soll ich oder soll ich nicht? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
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Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 8

    Diagnose, soll ich oder soll ich nicht?

    Hallo!
    Ich überleg jetzt bestimmt schon ein Jahr lang, ob ich mcih diagnostizieren lassen soll oder nicht. Ich bin Studentin und mein Studium kostet meine ganze Energie, so dass ich nebenbei überhaupt nichts auf die Reihe bekomme, von dem strukturiertem Tagesablauf ganz zu schweigen. In einem Monat schreib ich ne Klausur und hab ne mündlcihe Prüfung und wenn ich daran denke, könnte ich losheulen. Obwohl mir das Fach eigentlich Spaß macht und ich schon viel dafür getan hab, habe ich oft das Gefühl, als könnte ich gar nichts. Hab totale Prüfungsangst, grade wenns ums Mündliche geht. Mir ist klar, dass ich mich damit nur selbst blockiere. Was hinzukommt ist, dass ich ein Studium bereits abgebrochen habe, weil mir das Fach einfach gar nicht lag, aber dieser "Misserfolg" hat nicht grade zu meinem Selbstbewusstsein beigetragen, bin am Ende zu keiner Veranstaltung mehr gegangen und hab die Zeit zuhause mit heulen und schlafen verbracht. Hat mir viel Kraft gekostet einen Neustart zu wagen und mich macht diese Unsicherheit verrückt, wie es jetzt laufen wird. Selbst wenn alle gut wird (ich versuch mir ja schon mehr oder weniger erfolgreich einzureden, dass alles gut wird), weiß ich nicht, wie es weiter gehen soll. Is fraglich, ob ich noch ein paar Jahre weiter so mit voller Power alles durchziehen kann, vor allem weil meine Strategien mich zu motivieren und zu konzentrieren sicher alles andere als gesund sind. Außerdem krieg ich es einfach nicht hin mit Geld umzugehen und hab zum Teil auch gar keine Lust, mir darüber auch noch Gedanken zu machen. Nur wenn man dann Ende des Monats ohne Geld dasteht- egal wiviel man davon zur Verfügung hatte- ist man leider gezwungen darüber nachzudenken. Wenn ich einmal motiviert bin zu lernen und mir kommt eine Kleinigkeit dazwischen ist mein Tag sowieso schon gelaufen. Häng dann nur sinnlos rum und mach mir Gedanken.
    Na ja, denk halt in letzter Zeit immer öfter dran, dass ne Diagnose sinnvoll wäre, auch weil ich oft denke, dass ich mich nur anstelle. Andere Leute kriegen doch scheinbar auch alles ganz locker auf die Reihe.Andererseits frag ich mich auch, was eine Diagnose an meiner Situation ändern soll und ich zweifel auch daran, dass mit Medikamenten alles einfacher wird. Medis können doch auch nichts daran ändern, dass ich mit meinem Leben total unzufrieden bin. Mir ist auch klar, dass ich mir einen Ausgleich zum Studium schaffen sollte, find aber nichts, was mir Spaß macht; einen großen Freundeskreis hab ich auch nicht. Wie gesagt, macht mir das Fach eigentlich Spaß, aber wieso ist es dann so verdammt anstrengend? Außerdem hört man ja auch immer wieder von total schlechten Ärzten, die keine Ahnung von Ads haben. Weiß nciht, an wen ich mich wenden soll (komme aus NRW). Dachte vielleicht an die Uniklinik in Düsseldorf, hat vielleicht jemand von euch Erfahrungen, wie es da so abläuft? Trau mich ja nicht mal da anzurufen, komm mir so blöd vor, weil ich nicht weiß, was ich sagen soll. Vielleicht habt ihr ja nen Rat für mich, kann ja alles nciht so weiter gehen

  2. #2
    hirnbeiß

    Gast

    AW: Diagnose, soll ich oder soll ich nicht?

    Na Sweety. Das klingt schon einmal nicht so gut.
    Beim zweiten lesen allerdings fällt einem auf, daß du dir ja schon ganz viel Gedanken machst.
    Das ist etwas Positives.
    So wie du deine Lage beschreibst, ist es glaube ich, nicht verkehrt, dir Hilfe zu holen.
    Hilfe anzunehmen ist keine Schande. Es gibt sehr viele Menschen, die darauf geschult sind, dir Hilfe anzubieten.
    Hab also keine Angst vor dem ersten Schritt.
    Du wirst sehen,- du mußt nur anfangen zu laufen.
    Ich weiß, das ist nicht leicht-aber machbar.
    Wenn du dein Leben, deine Schule und Ausbildung gut hinter dich bringen willst, dann solltest du handeln.
    Such dir einen Neurologen in deiner Nähe, der mit ADHS umgehen kann und dann sieh weiter.
    Übrigens, meine Neurologin ist sehr kompetent und nett.
    Sie hat mich bis heute nicht gebissen,-niemals nicht.....ehrlich.

    Also. Morgen ist ein neuer Tag.

    LG --hirnbeiß--

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 8

    AW: Diagnose, soll ich oder soll ich nicht?

    Da gibt es allerdings noch was, was mir Sorgen macht. Studiere Psychologie und hab Angst, dass ich dann später Probleme kriege mit der Diagnose, was den Beruf angeht

  4. #4
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4.257
    Ich will nicht wissen wie viele Psychologen (und Psychiater) diese Diagnose haben - oder doch: mich interessiert es brennend ich kriegs aber nicht raus.


  5. #5
    Joe


    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 7

    AW: Diagnose, soll ich oder soll ich nicht?

    Hey Sweety,

    ich kenne diese Situation nur allzu gut. Befinde mich gerade selbst nach einjähriger Pause wieder im Studium und auch mir fällt es verdammt schwer, so etwas wie einen "geregelten" Tagesablauf hinzubkommen... Auch ich hab in gut einem Monat 'ne Klausur und 'ne mündliche Prüfung, vorher noch drei Referate.,. Am meisten graut's mir auch vor der mündl. Prüfung.
    Auch das von dir angesprochene Problem, dass am Ende des Monats kein Geld mehr da ist, ist bei mir gerade sehr präsent.

    Aber nun mal zum Thema ADHS und Diagnostik. Ich hab mir jetzt auch etliche Zeit (insg. ca. 2 Jahre) Gedanken darüber gemacht, ob ich es diagnostizieren lassen soll, oder nicht.
    Doch nachdem ich jetzt wieder so hart von der Notwendigkeit getroffen wurde, eine Struktur in meinen Tagesablauf, in mein Leben zu bringen, wollte ich es dieses Jahr unbedingt angehen.
    Nachdem ich dann hier von guten Ärzten in meiner Nähe erfahren habe, hab ich heute morgen auch direkt angerufen und einen Termin in 3 Monaten bekommen.

    Ich denke, es kann schon eine Erleichterung sein, sich Hilfe zu suchen. Zum einen hast du dann die Gewissheit, dass du AD(H)S hast, was denke ich einem helfen kann, wenn Gedanken kommen wie:
    Sweet Y. schreibt:
    Andere Leute kriegen doch scheinbar auch alles ganz locker auf die Reihe.
    Auch mir kommt dieser Gedanke öfter, und es bringt einen zum Verzweifeln, weil man die Schuld bei sich sucht und denkt, dass man einfach zu faul o.Ä. ist. Aber wenn man die Diagnose hat, kann man vielleicht eher akzeptieren, dass es Bereiche gibt, die einem halt etwas schwerer fallen, dafür hat man in anderen Bereichen wiederum Vorteile

    Zweitens denke ich, dass der Arztbesuch sich dann auch noch lohnt, da der Arzt oder die Ärztin dir helfen kann, Strategien zu entwickeln, damit es auch in den Bereichen, wo es nicht so gut klappt, wieder besser läuft.

    Also, ich denke es lohnt sich, die Sache anzugehen und kann dir sagen, dass ich mich nach meinem heutigen Anruf gut fühle, endlich etwas zu unternehmen.

    Viel Glück

    Liebe Grüße,
    Joe

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 43

    AW: Diagnose, soll ich oder soll ich nicht?

    Hi Sweety,

    toll, dass Du Dir so viele Gedanken machst. Leider hatte ich während meines Studiums keine Ahnung von ADHS - ich dachte halt, ich bin dumm, unfähig........ und natürlich, dachte ich, dass nur ich die Probleme habe. Ach ja, ich habe das Studium dann gar nicht so schlecht abgeschlossen

    Ich habe meine Diagnose jetzt seit einem dreiviertel Jahr. Erst dachte ich "prima, jetzt ist das die Lösung". Leider ändert sich das eigene Denken nicht automatisch. Auch jetzt noch habe ich oft das Gefühl nichts zu können, dumm zu sein, unfähig....... Um mich nicht in diesen Gedanken zu verlieren, beschäftige ich mich intensiv mit dem Thema ADHS. Ich glaube, dass je mehr ich darüber weiß und darüber höre, desto mehr wird es zu einem alltäglichen Teil meines Lebens. Und so langsam lerne ich dann auch, damit umzugehen. Ich versuche einfach mal einige Tips, die ich aus Bücher, Internet etc. erhalte. Und wenn sie dann funktionieren, habe ich die lang ersehnten Erfolgserlebnisse.

    Damit will ich Dich ermuntern, so schnell wie möglich Dir Gewissheit zu verschaffen. Wie Joe schon sagt, die Diagnose und die Gewissheit ermöglicht es Dir aktiv zu werden.

    Stell Dir vor, die Zeit, die Du jetzt mit den Fragen "hab ich oder hab ich nicht" verbringst, kannst Du dann mit Fragen "ok, wie gehe ich damit um" und dem damit verbundenen Handeln verbringen.

    Und in Bezug auf Deinen zukünftigen Beruf: mein Bezugstherapeut in der Reha hatte mit Sicherheit ADHS - für mich war dieser Mensch super glaubwürdig. Ich dachte die ganze Zeit:"prima, endlich jemand, der das Wissen nicht nur aus Büchern hat, sondern aus eigener Erfahrung." Und meine Diagnose bekam ich auch nur, weil meine Psychiaterin selber ein Kind mit ADHS hat und damit über reichlich Erfahrung verfügt.
    Also, nutze es für deinen Beruf - das macht Dich zu etwas Besonderem. Und wie Du hier im Forum sehen kannst, suchen hier viele händeringend nach Ärzten mit Erfahrung. (Solltest Du aber eine Berufsunfähigkeitsversicherun g abschließen wollen, dann mach es lieber vor der Diagnose )

    Ach, noch eins. Vielleicht ist der Zeitpunkt während der Prüfungen nicht gerade ideal für die Diagnosestellung. Versuch es doch bis zur Diagnose mal mit den Beratungsstellen der Unis - die haben mir wegen Prüfungsangst geholfen. Es gab sogar im Hochschulsport für kleines Geld einen extra Kurs.

    Und dann gibt es in den größeren Städten in NRW, z.B. hier in Bonn, noch wunderbare Selbsthilfegruppen. Du brauchst mit Sicherheit keine Diagnose, um die mal zu Besuchen.

    Viel Glück mit den Prüfungen!

    LG
    xnonex

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