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Diskutiere im Thema Wie kann ich eine Diagnose bekommen, ohne dass es offiziell wird? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 19

    Wie kann ich eine Diagnose bekommen, ohne dass es offiziell wird?

    ...bzw. geht das überhaupt?


    Ich schildere euch mal mein momentanes Dilemma:
    Lasse ich mich untersuchen und ziehe die Krankenkasse hinzu, muss ich meine Unterlagen in 1,5 Jahren beim Amtsarzt einreichen und kann meine berufliche Zukunft als Beamtin damit vergessen.
    Lasse ich mich nicht untersuchen, muss ich noch 1,5 Jahre mit dem bloßen Verdacht leben, an ADHS erkrankt zu sein, und kann nicht auf Medikamente zugreifen, lebe außerdem weiter mit der Unsicherheit, was mit mir los sein könnte.

    Und darf ich überhaupt Medikamente verschrieben bekommen, ohne dass die Krankenkasse eingeschaltet wird? [bitte diese Frage nicht als Unverschämtheit oder irgendwas missverstehen, sie ist ernst gemeint]

    Ich bin bisher einigermaßen mit meinem Leben klargekommen, alles ohne Diagnose und ohne medikamentöse Unterstützung. Die Betonung liegt auf einigermaßen, denn ein richtiges Leben habe ich schon seit Jahren nicht mehr. Alle Energie geht für die Aufrechterhaltung des Minimalzustandes drauf.

    Ich kann sehr konzentriert arbeiten, wenn um mich vollkommene Ruhe herrscht, habe aber eine sehr lange Anlaufzeit und bin meist nach ca. einer Stunde so erschöpft, dass ich mich erholen muss. Mein Gedächtnis ist noch nie das beste gewesen. Ich habe eine unleserliche Schrift und vergesse ständig irgendwas. Termine, meinen Schlüssel, Geburtstage...die Liste ist unendlich. Andere müssen sehr viel Rücksicht darauf nehmen, um es damit auszuhalten.
    Beispiel Lärm: Ich reagiere sehr empfindlich darauf, und habe mich schon oft dabei ertappt, dass ich meinen Freund aus unserem Arbeitszimmer hinauskomplimentiere (naja, ehrlich gesagt, eher hinauswerfe), weil mich das Klickern auf seiner Tastatur vom Denken ablenkt. Dass das gar nicht geht, weiß ich selbst. Aber sonst könnte ich tatsächlich keinen einzigen klaren Gedanken fassen. Oropax hilft da auch nichts, weil ich alles durchhöre.

    Trotzdem habe ich einen Uniabschluss, einen Führerschein (hat viel Zeit, Geld und Mühe gekostet, den zu erwerben) und lebe weitestgehend unauffällig.
    Mein aufbrausendes Verhalten habe ich selbst nie ganz verstehen können. Meine Umgebung hält mich für egozentrisch und selbstbezogen. Ich habe schon viele Freunde verloren, dadurch, dass ich bei äußeren Belastungen so stark überreagiere.Dann heißt es: Aha, in Wirklichkeit ist sie also so. Menschen können damit nicht umgehen. Deshalb fühle ich mich immer einsamer und aus der normalen Gesellschaft ausgeschlossen. Ich merke, dass andere mich meiden, weil ich zu anstrengend bin. Dass ich versuche, anderen Gutes zu tun und für sie dazusein, zählt in dem Moment nichts mehr, in dem ich mich "so" verhalte. Manchmal frage ich mich, warum ich überhaupt noch den Kontakt zu anderen suche, wo doch alles nach einer Weile sowieso wie ein Kartenhaus in sich zusammenbricht. Ich habe zwei Freundinnen, die es mit mir "auch so" aushalten, und lebe in der ständigen Sorge, auch diese beiden Menschen zu verjagen.

    Oft habe ich mich gefragt, warum es anderen scheinbar mühelos gelingt, äußere Anforderungen zu erfüllen, und dabei noch für andere dazusein, ein Leben zu führen, früh aufzustehen...und ich habe mir immer massive Vorwürfe gemacht, dass ich das nicht schaffe, nicht ruhig und gelassen bleiben kann, mich aufrege, und diese Stimmungen unfreiwillig an anderen auslasse.
    Ich stehe verzweifelt daneben und weiß nicht, ob ich mir nur etwas vormache, und in Wirklichkeit tatsächlich der Egomane bin, für den mich alle halten, und es gar nicht anders verdiene, als dass andere mich meiden und hinter meinem Rücken über mich herziehen.
    Einmal hatte ich in meinem Leben eine Phase, in der von außen wenig Druck auf mich ausgeübt wurde: die ersten beiden Studienjahre. Damals hatte ich ein schönes Leben, mit einem Schlag viele neue Kontakte. Ich hatte damals die Kraft, mich auf andere Menschen zu konzentrieren.

    Seitdem ich mich im Referendariat befinde (und auch schon während der Examenszeit) gehören diese schönen Erfahrungen der Vergangenheit an.
    Ich würde so gerne mehr für andere dasein und weniger selbstbezogen leben, und bin verzweifelt darüber, dass es mir nicht gelingt, und am Ende mein tägliches Chaos überwiegt. Alles geht dafür drauf. Ich fühle mich streckenweise regelrecht lebensunwert.

    Wie man sehen kann, bin ich einigermaßen verzweifelt. Kennt jemand eine Anlaufstelle, an die man sich wenden kann?

    Viele Grüße vom Fuchs

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 4

    AW: Wie kann ich eine Diagnose bekommen, ohne dass es offiziell wird?

    Hallo Fuchs,

    ich kann dir zwar keine sicheren fakten sagen aber bei mir war es so, dass ich keine Diagnose (schwarz auf weiß, schriftlich) vom Arzt bekommen hab sondern nur mündlich und meine Medikamente auf Rezept.
    Ich würde aber sagen, die Krankenkasse und auch der Arzt hat Schweigepflicht! Somit dürftest du nichts zu befürchten haben was sich negativ auf deinen Beruf auswirkt!
    Ich an deiner Stelle würde mir Medikamente verschreiben lassen, da dies deine Lebensqualität enorm steigern kann!

    Liebe Grüße vom Krokodil

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 19

    AW: Wie kann ich eine Diagnose bekommen, ohne dass es offiziell wird?

    Hallo Krokodil,


    interessante Informationen, danke dir! ..: - )

    Ich muss vielleicht noch etwas präziser auf meine besondere Situation eingehen: Um in ein Beamtenverhältnis einzutreten, muss ich die Krankenkasse und meine behandelnden Ärzte von der Schweigepflicht entbinden. Der Amtsarzt fällt dann auf der Basis meiner Arztberichte aus den letzten zehn Jahren ein entsprechendes Gutachten...und an der Stelle liegt der Hund begraben...


    Lg, Fuchs

  4. #4
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 1.650

    AW: Wie kann ich eine Diagnose bekommen, ohne dass es offiziell wird?

    Hallo Fuchs,

    wie lange dauert es denn noch bis du verbeamtet bist-dann hast du m.W. nichts mehr zu befürchten wenn du die Diagnose machen lässt-aber wenn es 1,5 Jahre sind ist es schon noch lang.

    Wir hatten das Thema schonmal hier im Forum,ich weiss leider nicht mehr so genau wo.

    Die Frage ist, ob du die Diagnose nicht privat machen lassen kannst, d.h. privat bezahlst und so dann auch Medikament verschrieben bekommen kannst-bin mir aber auch nicht sicher ob man das beim Amtsarzt verschweigen darf.

    Ich habe die Diagnose im KK machen lassen und so ist es offiziell auch wenn alle Schweigepflicht haben. Das muss man auch berücksichtigen wenn man noch eine Berufsunf.versicherung o.ä.abschließen will,dann muss man das angeben und hat da ggf.Nachteile durch.

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 19

    AW: Wie kann ich eine Diagnose bekommen, ohne dass es offiziell wird?

    Hallo hypie,

    das mit der BU kommt bei mir auch noch dazu...die kann ich frühestens im Mai abschließen, weil ich Pfeiffersches Drüsenfieber hatte, und dadurch auch Nachteile entstehen würden...
    Bis zu meiner Verbeamtung dauert es noch mindestens 1,5 Jahre. Wie ich das durchhalten soll, weiß ich ehrlich gesagt nicht.

    Lg und danke, Fuchs

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 19

    AW: Wie kann ich eine Diagnose bekommen, ohne dass es offiziell wird?

    Hallo Zwölfdreissig,


    es gibt eine solche Regel nicht...alles liegt im Ermessen des jeweiligen Amtsarztes.
    Die Erfahrung bestätigt jedoch, dass Amtsärzte selten Empfehlungsschreiben für Menschen mit chronischen Krankheiten ausstellen.
    Da bei mir jedoch sowieso bereits eine psychologische Behandlung vorliegt, lautete die Auskunft meines Amtsarztes bei der Voruntersuchung im letzten Jahr folgendermaßen:
    Wenn ich das Referendariat ohne weitere Beschwerden überstehen könne, würde man ein Auge zudrücken können. Andernfalls jedoch keinesfalls, da ich sowieso an der Grenze herumoperiere.

    Es freut mich, dass du dich für das Thema interessierst. Weiteres gerne per PN, falls du Fragen hast!

    Lg, Fuchs

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 19

    AW: Wie kann ich eine Diagnose bekommen, ohne dass es offiziell wird?

    PS. Ich finde diese Vorgehensweise übrigens menschenunwürdig und heiße sie keinesfalls gut.

  8. #8
    hirnbeiß

    Gast

    AW: Wie kann ich eine Diagnose bekommen, ohne dass es offiziell wird?

    Fuchs schreibt:
    PS. Ich finde diese Vorgehensweise übrigens menschenunwürdig und heiße sie keinesfalls gut.
    Warum machst du diesen Mist dann mit? Warum kämpfst du einen Kampf, den du schon als verloren siehst?
    Warum quälst du dich dermaßen?
    Warum suchst du dir nicht Wege, die dir dein Leben leichter machen?
    Ich würde auf die Beamtenlaufbahn ohne wenn und aber verzichten, wenn solche Voraussetzungen bestünden.
    Man muß nicht alles mitmachen. Wirklich nicht.
    Such dir einen Weg im Leben, der dir hilft wieder einmal die Sonne zu sehen.
    Sonst wirds dunkel werden.
    Ich weiß, von was ich rede.

    LG --hirnbeiß--

  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 19

    AW: Wie kann ich eine Diagnose bekommen, ohne dass es offiziell wird?

    Gute Fragen, Hirnbeiß.

    Ich kann dir folgende Antwort geben: So lange habe ich immer und immer wieder gekämpft. Ich habe jahrelang studiert, trotz Prüfungsangst und weiteren Problemen, auch im Privatleben, alles gemeistert. Ich kann nicht einfach aufgeben. Vielleicht die Richtung wechseln, auch ein Leben ohne Verbeamtung wäre sicherlich "drin", aber in meinem Beruf ist dieser Weg der normale, und bei der momentanen Stellensituation eigentlich auch der einzig Vernünftige. Außerdem bietet das Leben als Beamter große Sicherheiten und finanzielle Vorteile, auf die auch ich nur ungern verzichten möchte. Wer als Lehrer gearbeitet hat, weiß, dass die Entlohnung wirklich angemessen ist. Der Arbeitsaufwand ist immens hoch.

    Warum ich diesen Beruf ergriffen habe?
    Als ich ein Kind war, habe ich mich oft für dumm gehalten, weil meine Fragen im Unterricht für Irritation bei meinen Lehrern geführt haben. Das sei doch alles eigentlich ganz leicht und simpel zu durchschauen, warum jeder außer mir das verstehen würde...
    Je älter ich wurde und je mehr ich begriffen habe, desto mehr konnte ich meine eigenen Fragen schätzen. Und im Laufe meines Studiums habe ich viele von ihnen mit Faszination wiederentdeckt und weiterverfolgt. Ich bin mit Leidenschaft Germanistin, und verspüre das Bedürfnis, dieses Wissen weiterzutragen. Kreativ und originell zu arbeiten, und Schüler in ihrem selbstständigen Denken zu ermutigen. In meinem Idealismus stoße ich leider nur allzuoft an Grenzen. Aber er gibt mir auch Kraft, weiterzumachen.


    Lg, Fuchs

  10. #10
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 19

    AW: Wie kann ich eine Diagnose bekommen, ohne dass es offiziell wird?

    Was mir gerade noch eingefallen ist, @ Hirnbeiß, du schreibst in einem anderen Thread, dass du für deine Diagnose vom Privatarzt nur 88 Euro gezahlt hast. Das heißt dann auch, dass du die Diagnose nicht bei der Krankenkasse melden musstest, oder? Sorry, wenn ich zu direkt und neugierig bin, aber das hörte sich sehr gut an, da wollt ich mal nachfragen : - )

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