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Diskutiere im Thema Selbstsabotage - Ursache ADHS? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 30

    Selbstsabotage - Ursache ADHS?

    Hi

    Ich habe jetzt schon mehrfach beobachtet, wie ich mich selbst total unbewusst zu sabotieren scheine.
    Was meine ich damit genau: Ich informiere mich wie vllt gerade einige von euch gesehen haben gerade intensiv
    wieder über die Thematik ADHS und ihre Behandlung und begebe mich erneut auf die Suche nach Ärzten und
    Psychiatern, die mir in Sachen ADHS weiterhelfen können. Im Moment steck ich echt in der Klemme, weil
    mir das BaföG-Amt im Nacken sitzt, da ich aufgrund durch ADHS verschuldeter zu geringer Leistungen nicht
    in der Regelstudienzeit bin. Doch obwohl das Problem nicht erst seit gestern besteht, hab ich mich seither der
    Ohnmacht hilflos allein da zu stehen mit dem Problem abgegeben und das obwohl ich sogar das Problem schon
    mal beinahe vor 2 Jahren gelöst hätte. Denn damals bin ich schon mal bei nem Arzt gewesen. Das heißt
    ich könnte im Grunde eigentlich heute problemlos und in der Regelstudienzeit sein. Bin es aber nicht.

    Stattdessen hat ich ein krasses Dejavue-Erlebnis, das mich ungehauen hat, weil ich mich erinnerte, das ich vor
    2 Jahren schon mal bei dem Arzt war. Es geht weiter: dasselbe ist mir passiert, als ich mich bzgl. Auslandssemester
    informierte. Ein Jahr später informierte ich mich erneut und wieder Dejavue, falle wie aus den Wolken und bin
    geschockt, warum ich damals so kurz vorm Ziel aufgehört habe. Ebenso mit der Bewerbung um ein Stipendium bei
    Arbeiterkind.de, da mir die anderen Stipendiaten persönlich nicht zusagten/gefielen. Ich stand kurz vor der Bewerbung
    und dann BÄÄÄM sitze ich hier ärger mich über das BaföG-Amt, das anscheinend trotz wissend, dass ich ADHS hab
    gegen mich arbeitet und da fällt mir das plötzlich wieder ein und ich find auf die Frage, WARUM einfach keine Antwort.
    (bei allen Studenten. z.B. Kommiltone, der eigentlich Regelstudi is und nur noch net Bsc.-Arbeit fertig hat, weil er
    von der Uni erst sau spät ne Freigabe bekam, muss jetzt deswegen n Sem mehr machen und Studiendarlehen aufnehmen)

    Kennt ihr das Problem und hat es was mit ADHS zu tun?

    Ich könnt mir deswegen echt in den Arsch beißen, weil es für mich, der immer bemüht ist alles perfekt oder zumindest s
    ehr gut zu machen, einfach nur totalen Zeitverlust bedeutet. Ich mein alle Probleme, die ich jetzt habe, könnten schon
    längst erledigt sein. Ich würd vllt Stipendium bekommen, in der Regelstudi sein und in Sachen ADHS mich wieder in Behandlung
    befinden. Damals hieß es zwar noch dass die Krankenkassen, das nicht übernehmen, aber das hat sich ja anscheinend auch
    neuerdings geändert.

    Seit wann eigentlich übernehmen die Krankenkassen die Medikamentation wieder und welche tuen das?

    Viele Grüße
    Garrett

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 41
    Forum-Beiträge: 141

    AW: Selbstsabotage - Ursache ADHS?

    Solche Gedanken kenn ich sehr gut, steck grad im augenblick wieder mittendrin, in solchen Überlegungen. Aber im Gegensatz zu früher, dräng sich mir die Erkenntnis auf, daß es weniger mit Selbst-Sabotage zu tun hat, (was ja bedeuten würde, daß ich mich absichtlich behindere) sondern einfach bloß mit Unaufmerksamkeit, Ablenkbarkeit und Vergesslichkeit!

    Jede weitere Interpretation irgendeiner kontrolliert geplanten Absicht dahinter, scheint mir mehr ein hilfloser Versuch, dieser Verwirrung irgendeinen Sinn zu geben.

    Wenn ich mir vorstelle, ich würde mich selbst sabotieren, erhalte ich mir damit wenigstens die Illusion einer Kontrolle. Wenn auch unbewußt, steckte dann ja doch eine verborgene, perfide Absicht dahinter, hoho Irgendein geheimer Zauberplan, mit dem ich mir zwar schade, aber es wäre irgendwie ja doch eigentlich gewollt. Wenn auch unbewußt... Gratulation!

    Da ist aber verdammtnochmal überhaupt keine Absicht, und kein Plan, und keine Kontrolle! Ich verliere einfach den Faden, werde abgelenkt, und vergesse was mir eben noch ganz wichtig war. Und mir immer noch genauso wichtig ist, selbst wenn´s mir erst 3 Jahre später wieder einfällt.

    Und auch wenn ich tausend-, millionen-mal zu hören gekriegt habe: Das kann ja nicht sein, sowas vergisst man doch nicht - dann war´s dir nicht wichtig, oder - eigentlich wolltest du´s doch garnicht wirklich - sind doch bloß Ausreden, blaBLABLAaaaah... Bullshit! Es gibt eben doch die phantastische Begabung, sich selbst davon ablenken zu lassen, was einem wichtig ist, und was man unbedingt will. Und je näher ich vorm Ziel gewesen zu sein schien, und je wichtiger es mir ist - desto mehr fällt es mir auf. Desto lauter schreit es in mir: Warum? Welchen Sinn hat das, welche Absicht verfolge ich damit? Die am schwersten zu begreifende: Keine. Ich bin einfach so vercheckt. Das hat sicher seeehr viel zu tun mit ADHS!

  3. #3
    Moritz

    Gast

    AW: Selbstsabotage - Ursache ADHS?

    Das Learned-Helplessness-Experiment [Bearbeiten]

    Den Versuchsaufbau bezeichnet man auch als triadisches Design, da die Versuchstiere in drei Gruppen eingeteilt werden. Das Learned-Helplessness-Experiment läuft in zwei Phasen ab.
    • Phase 1: Während dieser Phase wird

    a) Eine Gruppe von Hunden kurzen elektrischen Schocks ausgesetzt, welche sie durch eine bestimmte Reaktion verhindern können. Diese Reaktion ist in der Regel die Betätigung eines kleinen Hebels oder das Drehen eines Rades. Mit der Zeit lernen die Hunde, sofort nach Einsatz des Schocks die terminierende Reaktion zu zeigen – sie demonstrieren also Fluchtverhalten.b) Eine zweite Gruppe von Hunden befindet sich in einer sogenannten Yoked-Bedingung. Sie befinden sich zur gleichen Zeit wie die erste Gruppe in einer ähnlichen Umgebung und werden ebenfalls den Schocks ausgesetzt. Jedoch kann diese Gruppe nichts gegen die aversiven Reize unternehmen – ihr Verhalten hat keinerlei Einfluss auf die Schocks. Yoked bedeutet, dass diese Gruppe an die erste Gruppe „angebunden“ ist: Sie erhalten jedes mal, wenn die erste Gruppe geschockt wird, ebenfalls einen Schock. Somit wird sichergestellt, dass beide Gruppen die gleiche Anzahl von Schocks erfahren.c) Eine dritte Gruppe von Hunden wird als Kontrollgruppe eingesetzt. Während der ersten Phase befindet sie sich in einem ähnlichen Apparat wie die beiden anderen Gruppen, sie erfährt jedoch keinerlei Schocks.
    • Phase 2: Während dieser Phase werden alle drei Gruppen in einer Shuttle-Box trainiert. Eine Shuttle-Box besteht aus zwei identischen Boxen (compartments), die über einen Durchgang miteinander verbunden sind. Das Versuchstier wird in eine der beiden Boxen gesetzt und einem Schock ausgesetzt. Es kann diesem Schock nun einfach entgehen, indem es in die andere Box wechselt. Bei One-Way-Shuttle-Experimenten wird das Tier in jedem Durchgang in eine bestimmte Box gesetzt. Bei Two-Way-Shuttle-Experimenten wechselt das Tier stets von einer in die andere Box und die Schocks werden auf abwechselnden Seiten verabreicht.

    Im Learned-Helplessness-Design werden alle drei Versuchsgruppen dem Two-Way-Shuttle-Training unterzogen.
    • Ergebnis: Die erste Gruppe, welche in Phase 1 den Schock mit ihrem Verhalten beenden konnte, lernt sehr schnell, dem Schock im Shuttle-Box-Training zu entgehen. Mit der Zeit lernen die Tiere nicht nur, den Schock durch einen Wechsel in die andere Box zu terminieren, sondern diesen durch einen vorzeitigen Wechsel gänzlich zu vermeiden (Vermeidungslernen).

    Auch die Kontrollgruppe, die die erste Phase ohne Schocks erfuhr, demonstriert Vermeidungslernen und unterscheidet sich darin nur in der langsameren Lerngeschwindigkeit von der ersten Gruppe.Die zweite Gruppe jedoch, welche in Phase 1 Schocks unabhängig von ihrem Verhalten erfahren hatte, lernt (wenn überhaupt) nur sehr langsames Flucht-Vermeidungsverhalten. Die Hunde bleiben oft lethargisch in einer Box liegen und lassen die Schocks über sich ergehen.

    Edit Alex: Quelle:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Erlernte_Hilflosigkeit


    Siehe http://wikimediafoundation.org/wiki/Nutzungsbedingungen



    und so war das bei den hunden..
    Geändert von Alex ( 7.11.2011 um 15:21 Uhr) Grund: Quellverweis eingefügt (Urheberrecht)

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 30

    AW: Selbstsabotage - Ursache ADHS?

    Nettes Beispiel. Und zum Vorredner genau das meine ich.

    1. Wer kann vllt noch anders bestätigen, dass es was mit ADHS zu tun hat oder worum es sich vllt wirklich handelt?
    Der solle mal seine Meinungen dazu schildern.

    2. Was kann man dagegen tun?

    3. Nebenbei seit wann verschreiben die Krankenkasse wieder Medikamente für ADHS oder anders gesagt seit wann auch
    für Leute über 18 Jahre?

    Gruß

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 41
    Forum-Beiträge: 141

    AW: Selbstsabotage - Ursache ADHS?

    Moritz, würde mich freuen, wenn du etwas genauer erläutern würdest, wie du die Zusammenhänge dieses Konditionierungs-Beispiels interpretierst, speziell in Bezug auf ADHS bzw. diesen Threat. Bringt mich zwar auf viele Ideen, aber so richtig "klick" machts nicht... Was willst du konkret damit aussagen?

  6. #6
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 1.742

    AW: Selbstsabotage - Ursache ADHS?

    Hallo Garret,

    dass manche Dinge nicht ins Langzeitgedächtnis übergehen und du dich somit nicht an sie (abrufbar) erinnern kannst, kann tatsächlich eine Folge der ADHS sein.

    Eine mögliche Erklärung wäre diese:

    Durch permanente Reizüberflutung ist der "Arbeitsspeicher" manchmal so oft voll, dass (wichtige) Informationen einfach "rausfallen". Dadurch bilden sich keine Synapsen, die dann eine Erinnerung ermöglichen.

    Zur erlernten Hilflosigkeit: Sicher kann auch das passieren, dass man durch permanente Misserfolge keine Handlungsmöglichkeiten mehr sieht. Aber so wie ich dich verstanden habe, tust du ja was, "nur" vergisst du, dass du das Gleiche oder etwas in der Art bereits schon mal versucht hast.
    Letztlich sehe ich es aber als richtig an, dass du diese "Erscheinungsbilder" von einem Facharzt abklären lässt. Es gibt nämlich noch einige andere Möglichkeiten, die gleiche bzw. ähnliche Symptome aufweisen.

    Zu deiner Frage mit dem Mph.
    Da gibt es viele Threads mittlerweile dazu, der Anfang ist so viel ich weiß da: http://adhs-chaoten.net/ads-adhs-akt...zulassung.html

    LG
    Erika

  7. #7
    Moritz

    Gast

    AW: Selbstsabotage - Ursache ADHS?

    Ganz sicher bin ich mir da nicht. Aber hier scheinen sich dieselben Problemtypen zu sammeln, Hauptmerkmal: Prokrastination.

    Das hier die Ursache stets ADHS ist, ist teilweise evtl. anzuzweifeln. Manchmal verstärkt ADHS evtl. die Auswirkung sich hilflos zu fühlen, egal welche Anläufe, wie viel Kraft, Energie man auch unternimmt/hervorholt = Versagen. (in unterschiedlichen Bereichen - von unterschiedlichen Beziehungsversagen bis zur beruflichen Laufbahn)

    Wir probieren dies, probieren das.. ständig kommt man atemlos an, ohne das erträumte Ziel erreicht zu haben. Mit kombinierter Hochsensiblität fühlt sich das immer heftiger und vernichtender an. Jedes Mal tut es mehr weh und immer weniger scheint ein Gelingen möglich.

    Das eigene Scheitern permanent selbst zu organisieren und zu beweisen, erweckt zumindest den Anschein von Souveränität.
    Wenn ich den Berg schnaufend hochkraxele, kann ich mir manchmal mich da oben auf dem Gipfel kaum noch vorstellen. Aber es ist für mich erträglicher, mein Seil langsam durchzukauen oder den Ast an dem ich häng durchzusäbeln, als darauf zu warten, dass kurz vorm Gipfel ein kleiner lockerer Felsvorsprung sitzt,der mich in meiner Vorfreude plötzlich in die Tiefe stürzen lässt. (.. und lachend keift: "Knapp daneben ist auch vorbei!")

    Das ist dann so ein Trotz in mir: "ich will doch gar nicht, haha, ich habs selbst nicht gewollt, siehst du felsvorsprung?!" (in meiner Paranoia existiert dieser lockere Felsvorsprung auf jeden Fall.)

    Dann irgendwann wird mir das ganze Dilemma zu anstrengend. Und ich mach gar nichts mehr. Weil ich scheinbar egal was ich tue, einfach scheitere. Auch wenn meine letzten Felsvorsprünge eingebildet waren, es existierten viel zu viele Reale. Zumindest gefühlt.

    Also kann ich auch einfach gar nichts mehr machen. Und mich und mein Gefühlsleben schonen. Resignation. Genug vom Scheitern.

    ps:Versuchs später noch mal anschaulicher. Geht grad nich

  8. #8
    mit Nebenwirkung

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 48
    Forum-Beiträge: 4.672

    AW: Selbstsabotage - Ursache ADHS?

    Hallo zusammen,

    also Moritz... ich finde du hast das sehr anschaulich erklärt. Ich hätte es nicht beschreiben können...
    "Bilder" passen ja selten zu 100% ... Aber das man lieber selbst den Absturtz verursacht, als es verursachen zu lassen und dass man irgendwann gar nicht mehr anfängt... dass ist was ich gerade selbst erlebe.
    Resignation und immer der Gedanke... Lass es, du schaffst es doch eh nicht...

    Und dieses Hin-und herdenken
    Oh mann, du müsstest doch ... du solltest doch...
    Und dann
    Du schaffst es eh nicht.

    Allein das empfinde ich zumindest als so anstrengend, als hätte ich sämtlich Aufgaben tatsächlich erledigt...

    Also ich habe das so noch nie vorher erlebt. Es geht einfach gar nichts.
    Ganz ehrlich: Da habe ich lieber Angst, denn die treibt mich ...und wenn sie mich nur dazu treibt mir schnell Hilfe zu holen... aber es passiert immer etwas.

    Das jetzt ist Stillstand... als ob man den fahrenden Zug auf sich zukommen sieht und selbst ein Zur- Seite-Springen schon zu viel ist...
    Schrecklich...

  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 210

    AW: Selbstsabotage - Ursache ADHS?

    wirrɟdoʞ schreibt:
    Moritz, würde mich freuen, wenn du etwas genauer erläutern würdest, wie du die Zusammenhänge dieses Konditionierungs-Beispiels interpretierst, speziell in Bezug auf ADHS bzw. diesen Threat. Bringt mich zwar auf viele Ideen, aber so richtig "klick" machts nicht... Was willst du konkret damit aussagen?
    Konkret bedeutet das, dass man nach einem längeren Leidensweg genau jenes Verhalten an den Tag legt wie die Hunde - man akzeptiert ein Leiden selbst dann, wenn der Ausweg daraus offensichtlich ist. Anstatt wie es sinnvoll wäre dem Leiden entfliehen zu wollen lässt man es einfach über sich schulterzuckend ergehen.

    Mit Menschen ist das die "Ich schaffe das eh nicht - wieso sollte ich es überhaupt versuchen?" Attitüde. Jedes Leiden das so "ertragen" wird verstärkt die Hilflosigkeit nur.

    Der Schlüssel daraus auszubrechen sind schrittweise Erfolgserlebnisse - wenn man zunehmend das Gefühl bekommt einen persönlichen Fortschritt zu machen so schwindet mit der Zeit das Gefühl der Machtlosigkeit. Das ist auch der ausschlaggebende Auslöser - der Eindruck, dass das eigene Verhalten nichts am Leidensdruck ändern kann, egal was man tut.
    Je nach Situation des Einzelnen ist es natürlich wichtig, dass die Erfolge dementsprechen überhaupt erreichbar sind und dass man in der Lage ist, sie auch zu schätzen (ansonsten werden auch das wieder nur verstärkende Misserfolge). Ich sag mal wenn man depressiv ist und sowieso alles grau ist, dann ist es schwer, überhaupt irgendetwas als Erfolg für sich selbst zu werten.

    P.S.:

    Garrett,

    Hier besteht übrigens auch die Gefahr mit der ADHS Diagnose. Man liest heraus, dass du viel betonst, es sei "Schuld" des ADHS bzw. anderer, die das nicht akzeptieren. Das ist auch eine Form erlernter Hilflosigkeit - ich habe eine Krankheit an der ich nichts ändern kann, deswegen kann ich auch an meinem Leben nichts ändern. Ich kenne dieses Denken auch - das musst du (das müssen wir) unbedingt vermeiden. Der einzige, der eine Verantwortung für dein Leben trägt bist du selbst. Ganz egal wie unfair andere dich behandeln, ganz egal wie schwer deine Situation ist, es sollte nicht dein Problem sein, so lange du die Schuld nicht auf äußere Faktoren abschiebst. Die Welt ist halt so. Wenn du unter die Räder von anderen gerätst ist das einfach Pech - solange du dein Bestes gegeben hast. Sei gerecht zu dir - dann bist du es auch zu anderen und umgekehrt. Fordere nicht ein, dass sie das sein müssen. Denn dann bist du derjenige, der ungerecht ist - du verlangst, dass sie ausschließlich in deinem Interesse agieren, nicht in ihrem eigenen. Wie kannst du so in deinem eigenen Interesse gegenüber anderen gerecht sein?
    Geändert von hypocampus ( 9.11.2011 um 02:08 Uhr)

  10. #10
    Chaosfee

    Gast

    AW: Selbstsabotage - Ursache ADHS?

    Wenn du unter die Räder von anderen gerätst ist das einfach Pech - solange du dein Bestes gegeben hast. Sei gerecht zu dir - dann bist du es auch zu anderen und umgekehrt. Fordere nicht ein, dass sie das sein müssen. Denn dann bist du derjenige, der ungerecht ist - du verlangst, dass sie ausschließlich in deinem Interesse agieren, nicht in ihrem eigenen. Wie kannst du so in deinem eigenen Interesse gegenüber anderen gerecht sein?
    Sehr geil Jo..!!! .. es sei denn es sind so vereinbarte Vertrauens"regeln" hergestellt worden. "Du weißt, dass mich jenes verletzt? Kannst Du damit leben es dann so zu machen- oder eben nicht mehr so?" Wenn der andere damit nicht leben kann, ergibt sich nichts Weiteres und ansonsten bestehen diverse Beziehungen aus unterschiedlichen Charakteren, die jeweils manchmal Kompromisse aushandeln und einhalten müssten.

    Bist Du nicht auch neurobiologisch/medizinisch oder sogar pharmazeutisch ziemlich fit? Würd gern meine Synapsen etwas schneller neu verknüpfen... Was gibts da für Beschleuniger..?

    Aber hatte auch schon Bedenken bei Garrets Schuldgefühldosen. Erscheint irgendwie maßlos und einschnürend,was Du, G., Dir damit aufbürdest. Aber natürlich auch sehr tapfer und ja.. tatsächlich für mich.. beneidenswert.

    Und vielleicht auch gar nicht aus Dir heraus sondern in Dich tief eingepflanzt. Möglich, dass Du dann doch irgendwem, nur eben nicht Dir selbst gerecht wirst? Pass auf Dich auf, Du. Hab irgendwo so eine wissenschaftliche Arbeit über Prüfungsangst gefunden.. Und allgemeine Angst, das irgendwie abzuschließen.

    Dabei ging es speziell um einige Arbeiterkinder, die ihr Studium oft nicht abschließen konnten bzw. große Probleme mit dem Abschluss hatten, da sie sich schuldig fühlten ihre Eltern zu übertreffen. Na, sowas eingepflanztes halt. Nach Außen - außerhalb der Familie - oftmals Stolz, "das studierte Kind" und innerhalb Missgunst und Destabilisierung- Entwertung der Leistungen... ist alles auch irgendwie nachzuvollziehen, jede Seite. Leider ist das so.. manchmal wär einseitiges Verständnis eindeutig angenehmer und hielt dauerhaft bestimmt auch vitaler.. vor allem zielstrebiger. NUR EIN WEG! Und keine Horde double-binds, die man jeweils zufriedenstellen will.

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