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Diskutiere im Thema ADHS und intrinsische Motivation? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
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  1. #1
    Chaosfee

    Gast

    ADHS und intrinsische Motivation?

    Hallo liebe Gemeinde

    Mir fehlt sie komplett. Werden wir wirklich nur von außen motiviert? Durch gutes Zureden oder strenge Disziplinierungsmaßnahmen??? Wer von euch hat Tipps zum aufraffen..?

    Scheitere und scheitere. Je lebensbedrohlicher die Herausforderung desto erfolgreicher das Hinausschieben.

    die unschlagbare Prokrastinierweltmeisterin Lischni

  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 806

    AW: ADHS und intrinsische Motivation?

    Hallo Chaosfee

    Werden wir wirklich nur von außen motiviert?
    genau darüber habe ich mir auch lange gedanken gemacht ... vor meiner adhs-diagnose bin ich für mich zum gegenteiligen schluss gekommen: ich funktioniere nur durch intrinsische motivation. anders geht es nicht. das mit den notwendigen äusseren anreizen in den adhs-beschreibungen habe ich deshalb nicht so ganz begriffen. inzwischen denke ich aber, dass die unterscheidung von intrinsisch/extrinsisch nicht so einfach ist.

    die intrinsische motivation kommt bei mir eigentlich nur, wenn ich hyperfokussiere, weil mich etwas z.b. speziell interessiert. dieses interesse kann aber u.U. auch durch äusseren "druck", z.b. notenschnitt oder ähnliches erweckt werden, der meinen ehrgeiz hervorruft ... leider nicht immer. der äussere anreiz muss stimmen, so gesehen kommt die motivation schon von aussen. aber als rein extrinsisch würde ich sie trotzdem nicht bezeichnen.

    gutes zureden oder disziplinierungsmassnahmen durch andere bewirken bei mir genau das gegenteil! dann kommt mein trotz zum vorschein, ich fühle mich bevormundet, mit kritik kann ich sowieso nicht umgehen und ich schalte auf verweigerung.

    "normale" menschen ohne adhs können ja besser regeln befolgen, heisst es. sicher haben die manchmal auch schwierigkeiten, sich zu motivieren, aber sie können sich eben besser anpassen, der extrinsische anreiz reicht daher meistens aus. wenn z.b. der lehrer sagt: "mach das so", dann denken die nicht weiter, wollen alles richtig machen und gehorchen. ich habe das nie gekonnt, "ja aber" ist einer meiner standardsprüche, mit denen ich die werten pädagogen auf die palme gebracht habe. ich will halt immer weiter denken, um es umfassend verstehen zu können ... nur dann klappt es auch mit der begeisterung.

    iwie glaube ich, dass die motivation bei uns stark vom belohnungssystem abhängig ist. bildlich gesprochen: wir müssen quasi sofort ein leckerli bekommen, sonst gehen wir nie bei fuss, können das auch nicht lernen - weil wir grundsätzlich nicht verstehen können, was das für einen sinn hat. der befehl "bei fuss" löst zumindest bei mir instinktiv den gedanken aus: wieso denn? da steckt sicher ein spannender grund dahinter, woooo? und ich bin weg

    das kann natürlich nicht funktionieren, wenn wir auf uns alleine gestellt sind, niemanden haben, der uns belohnt, ausser uns selber. da fehlt es aber eher an äusserer struktur, nicht unbedingt an extrinsischer motivation. wir müssten uns selber strukturieren können, und das ist ja eben sooo schwierig - oder wir enden in einer überstrukturierung mit nahezu zwanghaftem verhalten (gibt es scheinbar auch bei adhs).

    im moment versuche ich das belohnungsgefühl zu erhalten, indem ich mir täglich aufschreibe, was ich so alles gemacht habe, z.b. im haushalt (natürlich auch mit to-do listen). auch wenn ich denke, dass ich den ganzen tag nur rumgehangen habe, kommt doch so einiges zusammen. dann kann ich schon ein bisschen das gefühl von stolz haben, und das will ich ja gerne wiederholen. derzeit wirkt das, ich bin aber nicht sicher wie lange das anhält. vermutlich stellt sich irgendwann eine gewöhnung ein ... aber daran will ich jetzt noch gar nicht denken

    wichtig ist vor allen dingen, das KLEIN ANFANGEN, d.h. aufgaben unterteilen in kleinste teilaufgaben, die man in kurzer zeit erfolgreich beenden kann. das gibt schnellere erfolgserlebnisse, ein grünes häkchen auf der liste und damit eine "belohnung". natürlich sollte man prioritäten setzen, das wirklich wichtige zuerst angehen. auch dabei können to-do listen helfen. ich muss mich aber dann jeweils beherrschen, dass ich nicht den ganzen tag mit planen verschwende, und am ende gar nichts gemacht habe

    lg
    prokrastinations-(mindestens!) vizeweltmeisterin Lineli

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 87

    AW: ADHS und intrinsische Motivation?

    ich glaube, ich bin nur sehr stark von extrinsicher motivation abhängig,
    wenn die intrinsiche nicht da ist.
    dann brauche ich mit der zeit immer mehr und immer mehr anerkennung und belohnung und herausforderung usw. usf.
    wenn ich aber intrinsich motiviert bin, interessiert mich das extrinsiche überhaupt nicht.
    frauen, geld, ruhm?
    lass mich in ruhe, ich arbeite!
    das problem ist, glaube ich, dass man sich zuerst eine bestimmte tätigkeit sucht und
    dann hofft, dass man sich die intrinsiche motivation dazu herbeireden kann.
    das kann nicht funktionieren, denke ich.
    und wenn man mal intrinsisch motiviert ist, dann natürlich bei einer sache,
    die einem niemals geld einbringt.
    so sehe ich das ganze thema momentan.
    aber ich denke, dass man an der sache schon ne menge schrauben kann
    und nicht nur opfer der eigenen impulse ist.
    mache jetzt eine ergotherapie.
    der therapeut muss mir das beibringen.
    Geändert von Max Foyer (14.10.2011 um 13:45 Uhr) Grund: boah was fürn deutsch...

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 15

    AW: ADHS und intrinsische Motivation?

    Hallo,

    mit meiner intrinsischen Motivation klappt das auch nur, wenn mich ein Thema total interessiert un dann gleite ich ab in den Hyperfokus.

    Während der Schulzeit und als Kind/Jugendlicher wird einem ja noch gesagt, was man zu tun hat, ggf verbunden mit den entsprechenden Konsequenzen, wenn es nicht erledigt wurde. Man unterliegt der extrinsischen Motivation, ob man nun will oder nicht.

    Richtig schwierig wurde es für mich zur Abi-Zeit. Ich war bereits 21 als ich die Oberstufe begann (hab´ zuerst eine kaufmännische Ausbildung gemacht). Ich konnte also meine Entschuldigungnen selber schreiben, dem Schwänzen stand Nichts im Weg. Einer Erwachsenen schaut auch niemand über die Schultern, ob die Hausaufgaben erledigt wurden oder dergleichen.

    Da ich meine Persönlichkeitsstruktur kannte und wegen der mangelnden intrinsischen Motivation, gepaart mit Desorganisation und chronischem Null-Bock niemals das ABI hätte bestehen können erzeugte ich selbst den fehlenden äußeren Druck, indem ich mir ein sehr anspruchsvolles Ziel setzte: Ich wollte in den USA studieren. Aufgrund der hohen Studiengebühren, war das nur mit Stipendium realisierbar und für dieses Stipendium brauchte ich einen ABI-Schnitt von mindestens 1,5.

    Nun: ich habe in den USA studiert, mein Schnitt war 1,2.
    Ich war oft versucht, mal blau zu machen, oder die Hausaufgaben, naja, mal schnell noch abschreiben in der Früh, aber ich redete mir ein, dass auch nur ein einziger Fehltritt mir den ABI-Schnitt versaut. Denn wenn ich erst einmal geschwänzt habe, dann tut ein 2. oder 3. oder 20. mal auch nichts mehr zur Sache.

    Was ich damit sagen will, ich überliste mich selbst, in dem ich mir Ziele setze, die manchmal auch unsinnig sind, wie z.B. die Beantwortung folgender Frage: Ist es möglich, 3 Machinen Wäsche, eine zu 30, eine zu 60 und eine zu 95 Grad, innerhalb von 120 Minuten zu waschen, zu trocknen und zusammen zu legen und in den Schrank zu räumen? Das macht die langweilige Wascherei dann interessant. Man muss jetzt eine effektive Vorgehensweise finden, unter Berücksichtigung verschiedener Waschgangzeiten, die Trocknerzeiten sind dann wieder mehr von der Menge abhängig; was wasche ich zuerst, was trockne ich wann, um die Zeit optimal zu nutzen.

    Ist wahrscheinlich total bescheuert, aber bei mir funktioniert´s :-)

    LG
    Chaos_Queen

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 30
    Forum-Beiträge: 89

    AW: ADHS und intrinsische Motivation?

    Wenn mich ein Thema interessiert, dann klappt es super und wenn nicht dann bin ich auch eher schwierig zu motivieren oder gar mich zu motivieren und dann muss ich mich richtig unter Druck setzen und selbst austricksen.

    Wenn mich etwas interessiert, Gott sei dank ist das nicht selten, dann setze ich sehr viel daran einen Fortschritt zu erzielen und bin sehr perfektionistisch. ich lerne oder entwickele mich dann, in dem gewissen Bereich, schnell weiter und habe oft einen Hyperfocus.

    Wenn dir die Motivation fehlt dann erinnere dich daran, warum du es machen musst/willst und was es für Konsequenzen hat, wenn du es nicht machst und dann überlege dir ob du mit dem Konsequenzen leben kannst.

    LG

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