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Diskutiere im Thema Wie hat sich eurer Leben verändert, seit der Diagnose? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 5

    Frage Wie hat sich eurer Leben verändert, seit der Diagnose?

    Hallo liebes Forum,

    ich hoffe es ist okay, wenn ich hier mal loslege ohne mich im Unterforum vorzustellen

    Ich bin 22, und Ende Oktober habe ich endlich einen Termin für eine Diagnose bekommen. Nach langer, langer Suche.
    Nun, ist es so, dass ich ziemlich große Hoffnungen darauf setze, dass es sich um ADS/ADHS handelt und ich endlich eine Erklärung für
    die ganzen Probleme bekomme, die mein Alltagsleben so belasten. - Und das tun sie wirklich sehr.
    -
    Andererseits denke ich mir 'Ach ist doch alles Quatsch, dein Leben wird sich nicht um 180° drehen, wie soll denn das gehen.'
    Bisher habe ich in Bezug auf Therapien auch nur negative Erfahrungen gemacht und kann mir gar nicht vorstellen, dass das viel bringt, aber klar nur Pillen einwerfen kanns ja nun auch nicht sein.

    Ich wäre euch sehr dankbar, wenn ihr mir beschreiben könntet, wie sich eurer Leben seit der Diagnose verändert hat, was ihr dafür alles tun musstet.
    Habt ihr das Gefühl es geht euch jetzt besser?


    Alles Gute
    normborm

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 54

    AW: Wie hat sich eurer Leben verändert, seit der Diagnose?

    Also, ich habe meine Diagnose izt seit zwei Monaten.
    Ich bin umdiagnostiziert worden von einer Borderline Persöhnlichkeitsstörung.

    Bei mir hat sich schon einiges verändert:

    -Seit 2 1/2Monaten habe ich nicht ein Gramm Drogen mehr angerührt und angefangen ernsthaft Medikamente zu nehmen statt unter "Selbstmedikamentation" zu stehen.
    Das is ganz schön hart wie ich sagen muss, weil ich wirklich allen Mist mitkriege der so bei mir läuft aber dahin zurück wie ich vor meinem TK Aufenthalt war will ich nicht.

    -Ich fange an viel mehr aus mir raus zu kommen.
    Vorher habe ich alles Mögliche für Menschen gemacht, nur damit diese keinen Grund finden mich zu verlassen, nun helfe ich immernoch vielen Menschen, aber das tue ich für mich und nur solange es mir gefält.

    -Ich gestalte mein Leben viel konsequenter was meine eigenen Belange angeht.

    -Ich drücke mich nun eher nach aussen aus, damit diese "Gefühlsbomben" garnicht erst entstehen können.

    -Ich mache sehr viele künstlerische Dinge und lasse meiner Kreativität absolut freien lauf, so wahnsinnig das auch wirken mag.

    -etc. etc. etc.

    Dazu sollte man sagen dasss ich ADS/ADHS eher Evolutionspsychologisch wahrnehme. Das Thema is auf jeden fall auch sehr interessant
    Du musst dich ja garned um 180° drehen aber wenn man weiß was man hat kann man sich einfahc besser selbst wahrnehmen.
    Is zumindest meine Meinung!

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 376

    AW: Wie hat sich eurer Leben verändert, seit der Diagnose?

    Von der ersten ärztlichen Vermutung in Richtung ADHS bis zur endgültigen Diagnose vergingen bei mir ca. eineinhalb Jahre.
    Ich zeigte ua. auch Anzeichen von ein paar PSen (leichte Tendenzen zu paranoid und Borderline) die jedoch nicht für eine Diagnose ausreichten und Bipolarität (Zyklothymie-Diagnose hab ich immer noch) war in der Auswertung positiv.
    Sogar Tests auf Psychosen ergaben bei mir Resultate, allerdings meistens mit Krankheitseinsicht, weswegen es auch nicht diagnostiziert wurde.

    Anfangs wurde ich dann auf eine Depri-Phase hin behandelt, weswegen ADHS wohl erstmals auf die lange Bank geschoben wurde.

    Dann lernte ich jemanden kennen der auch ADHS bei Erwachsenen hatte und er empfahl mir seinen Doc. Zufällig wurde ich sogar zu diesem Doc geschickt als ich mal wieder einen Termin hatte (zu ihm werden wohl alle ambulanten Patienten irgendwann hingeschickt)

    Dort fasste ich meinen ganzen Mut zusammen und sprach das Thema vorsichtig noch mal an (wollte ja nicht als Hypochonder, Selbstdiagnostizierer oder als jemand der nur an mph rankommen will, gelten).
    Der Arzt reagierte daraufhin sogar überraschend positiv auf diese Vermutung und sagte mir dann, er dachte durch meine Vorgeschichte selbst dass ADHS wohl vorliegen würde aber eben nicht so eindeutig wegen der anderen Symptome.
    Dann wurde ich nochmals von einem anderen Doc befragt und bei meinem Psychiater durchlief ich dann nochmals die Tests (HASE, Fragen zum Verhalten als Kind und Erwachsener, Konzentrationstest).
    Beim nächsten Termin kam dann raus dass ich wohl ADHS hätte und es wurde vorsichtig über die Medikation gesprochen. Er erklärte mir die Wirkung von den verschiedenen Medis und ich entschied mich dann für Ritalin (was auch der Arzt gut fand da man es auch niedriger dosieren konnte und die Wirkung nicht dauerhaft da sei-ua, auch wegen vielleicht Beeinflussung von Zyklothymie und Co)

    Seit der Diagnose fühle ich mich eigentlich genauso wie vorher, der Vorteil den ich sehe ist dass man endlich einige Sachen aus der Vergangenheit und Gegenwart besser verstehen kann, dass man das richtige Medikament für seine Grundprobleme hat und mit der Diagnose auch bestimmte Unterstützung erhalten kann wenn gar nix mehr weitergehen sollte (zb wegen Probleme am Arbeitsmarkt spezielle Arbeitsverhältnisse für psychische und leiche Handicaps falls ich jetzt noch keine Ausbildung kriege)
    Denn das würde auch nicht so weitergehen wenn ich währenddessen keinen Job über 1. Arbeitsmarkt dauerhaft behalten kann..und irgendwas muss man ja auch tun in der Zwischenzeit wenn grade längere Zeit keine Ausbildung in Aussicht ist.

  4. #4
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 36
    Forum-Beiträge: 1.865

    AW: Wie hat sich eurer Leben verändert, seit der Diagnose?

    Ich hab meine Diagnose jetzt seit etwas über anderthalb Jahren. Seitdem ist es ein ständiges Auf - und Ab...

    Positiv war für mich auf alle Fälle erstmal, dass "das Kind jetzt einen Namen hatte" und ich mir das nicht alles bloss einbilde...

    Dadurch habe ich für mich gelernt, einfach manche Dinge so hinzunehmen wie sie sind und keine Energie mehr darauf zu verschwenden, mich darüber zu ärgern.
    Z.B. kann ich jetzt ruhigen Gewissens sagen, jaaaa ich kann nicht mit Geld umgehen und das wird auch nicht besser (trotz jahrelanger Versuche). Diesen Part habe ich fast vollständig an meinen Partner abgegeben und lebe damit jetzt wesentlich ruhiger. (er übrigens auch

    Positiv empfinde ich bis heute meine Einsichten aus einem ergotherapeutischen Coaching, dass ich jetzt wieder anlaufen lassen möchte. Es tat einfach gut, mich nicht für meine Schwächen rechtfertigen zu müssen sondern einfach nur Tipps zu bekommen, wie ich mir meinen Tagesablauf einfacher gestalten kann.

    Da es aber mitunter noch an der Umsetzung hapert, werde ich das Coaching wieder aufnehmen.

    Die Medis helfen mir dabei, bei einer Sache bleiben zu können und nicht ständig fünf Dinge gleichzeitig zu machen, ohne etwas fertig zu bekommen. Außerdem bin ich dann auch nicht so extrem geräuschempfindlich wie ohne. (bei einem Haushalt mit Kindern ist das viel wert...)

    Ein Auf und Ab entsteht aber einfach dadurch, dass ich nach wie vor starke Gefühlschwankungen habe. Ich kann sie aber mittlerweile besser auffangen (meistens zumindest)... Mitunter passiert es aber schon, dass ich wieder in eine depressive Episode reinrutsche... leider...
    Aber seit meiner Kur war das nie wieder so schlimm, dass ich alleine da nicht mehr rauskam. Und dafür bin ich dankbar.

    Ich bekomme es aber z.B. oft noch nicht hin, mich zeitnah um meinen Papierkram zu kümmern. Anträge auszufüllen etc. Da habe ich nach wie vor Schwierigkeiten (was ein weiterer Grund für das Coaching ist)
    Auch mein Gedächtnis lässt mich nach wie vor arg im Stich... dummerweise fällt mir das mit MPH auch immer mehr auf... Das ist teilweise echt frustrierend.

    Es klappt halt alles immer mal besser, mal schlechter... Da ich jetzt auch diverse Umstellungen von den Medis hinter mir habe, gab es auch da immer mal wieder Einbrüche. (Nebenwirkungen, Rebounds etc.)
    Jetzt, im Moment geht es mir soweit gut. Ich muss mich allerdings immer mal wieder selbst daran erinnern, Pausen zu machen (im Moment wirbel ich den ganzen Tag hin und her, arbeite zuviel, etc...)

    Auch etwas ganz bewusst zu machen fällt mir oft noch schwer. Aber ich arbeite daran...

    Gestern fragte mich mein Lebensgefährte ob ich meine Medis regelmäßig nehme. Als ich wissen wollte, warum er das fragt, meinte er dann nur: "Es wird momentan etwas besser..."

    Es wird also, manchmal dauert es halt nur länger. (und in Geduld haben, bin ich nun wahrlich kein Vorbild)

    Ich denke, man darf keine Wunder erwarten... weder von der Diagnose noch der Medikation, so ala´ "juchhuuu, es ist ADHS und jetzt ist alles gut". Es ist ein langer Prozess und man muss auch wirklich an sich selbst arbeiten. Und gerade weil viele auch an Komorbiditäten leiden, braucht man Geduld bis sich dauerhaft Veränderungen zeigen.

    Ich kann Dir nur an´s Herz legen alle Hilfsangebote anzunehmen und zu schauen ob das was für dich ist.
    Ich werde jetzt z.B. zusätzlich zum Coaching eine Verhaltenstherapie anfangen, da ich bei vielen Sachen in festgefahrenen Verhaltensmustern stecke. Mal schauen, wie das wird.

    Ganz ohne Zweifel, ist es aber auf alle Fälle erstmal eine riesen Erleichterung wenn sich der Verdacht bestätigt. Oft zweifelt man ja wirklich schon am eigenen Verstand, weil alle anderen so völlig normale Sachen, wie Haushaltsführung ohne Probleme hinbekommen.

    Ich wünsch Dir alles Gute!

  5. #5
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Wie hat sich eurer Leben verändert, seit der Diagnose?

    Hallo,

    ich habe vor etwa einem Jahr die Diagnose bekommen.

    Erst konnte und wollte ich das nicht glauben, aber es war nicht von der Hand zu weisen.

    Dann kam die große Erleichterung, denn plötzlich hatte das Kind einen Namen, alles passte zusammen, es gab eine Erklärung für alles, die mal nicht lautete "Du bist zu faul und Du bist zu dumm".

    Aber das wars auch schon.
    Es hat mich nicht davor geschützt, in einen Burnout zu laufen und bis jetzt hat es mir auch sonst nicht viel gebracht.
    Was nützt es einem Rollstuhlfahrer, wenn ihm jemand sagt, dass er im Rollstuhl sitzt weil er querschnittsgelämt ist?
    Im Rollstuhl sitzt er trotzdem.
    Aber ganz so ist es natürlich nicht.
    Ich fange langsam, ganz langsam an zu verstehen, dass es eben Dinge gibt, die ich nicht kann und die einfach nicht gehen, und wenn das Umfeld und auch ich es noch so sehr wollen.

    Eine Therapeutin in einer Klinik, in der ich Anfang des Jahres war, hat mir ganz zu Anfang gesagt:
    "Wissen Sie, was ich an dieser ADS-Diagnose so gar nicht mag?
    Sie erklärt alles für die Vergangenheit, aber nichts für die Zukunft"

    Leider hat sie damit nicht ganz Unrecht.
    Aber auch nicht ganz recht .

    Das Problem bei vielen ist, dass sie nach der Diagnose erstmal erleichtert sind, aber dann folgt das, was die amerkanische Buchautorin Sari Solden als Pseudoakzeptanz bezeichnet.
    Du weißt, dass Du ADS hast, glaubst es aber nicht wirklich, sondern versuchst mit Hilfe von Therapie und Medikamenten so zu sein oder zu werden wie die Anderen.
    Also ob man das ADS wegbekommen könnte.
    Kann man aber nicht.
    Dadurch fällt man in ein tiefes Loch, und genau das ist mir passiert und noch sehe ich keinen Weg da raus, .. doch einen, aber der steht nicht zu Debatte, ...

    Wenn man das durchlebt hat, so Sari Solden, dann gelangt man an den Punkt, an dem man das ADS als einen Teil von sich erkennt und wirklich akzeptiert und dann soll man auch damit zurecht kommen können und das Leben kann sich (zum Positiven) verändern.
    Noch kann ich nicht daran glauben.

    Aber nun, ich bin 46, da ist in all den Jahren schon viel mehr Schaden als nur ADS entstanden und die Komorbiditäten sind festgetreten.
    Aber Du hast in Deinem jungen Alter noch alle Chancen, damit wirklich eine gute Wende zu erreichen und dafür wünsche ich Dir allen nur erdenklichen Erfolg.

    Akzeptiere Deine Schwächen, aber suche, erkenne und stärke Deine Stärken und sorge dafür, dass Du in einem Umfeld bist, in dem Du Deine Stärken nutzen kannst und Du nicht zu sehr von Deinen Schwächen runtergezogen und behindert wirst.

    Und suche Dir Menschen, die Dir dabei helfen und Dir nicht ständig Deine Schwächen vorhalten und Dir ständig sagen, dass Du nichts kannst, bist Du es am Ende selber glaubst und einen Kampf beginnst, der gegen Dich selbst geht und den man nur verlieren kann.

    Liebe Grüße
    Fliegerlein

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 376

    AW: Wie hat sich eurer Leben verändert, seit der Diagnose?

    Ich hab ja mal gehört dass man ADHS mit einer Art "Diabetes im Hirn" vergleichen kann, dh statt Insulin gibts halt Ritalin was auch nur eine begrenzte Zeit anhält.
    Unsere Krankheit is zwar ohne mph nicht lebensbedrohlich wie das der unbehandelte Diabetes auf längere Hinsicht wäre, aber mit mph zeitweise auf "normal" eingestellt.

  7. #7
    Burningdevil

    Gast

    AW: Wie hat sich eurer Leben verändert, seit der Diagnose?

    Meine Diagnose ADHS bekam ich ende 2009

    Zu dem Zeitpunkt war ich in denkbar schlechter Psychischer Verfassung.
    Erst mal war ich erleichtert weil ich ja nun wußte was mit mir los war,
    doch es war ein sehr langer Weg und noch tiefere abstürze bis ich
    an eine Therapeutin geriet die wirklich etwas bewirkte.

    Unser Umfeld erwartet gerne Wunder - frei nach dem Motto
    jetzt hast du deine Diagnose und wirst behandelt.

    Der absturz ist vorprogrammiert wenn man zuviel Druck auf sich selbst ausübt
    und er zusätzlich von anderen ausgeübt wird.

    Jeder hat seine Geschwindigkeit und Kapazitäten und daran sollte man sich halten.

    Mittlerweile hat ein Umdenken stattgefunden ,ein verarbeiten und erkennen,
    und ich glaube das ist es was passieren muß um wieder in ein halbwegs normales Leben
    zu können.

    Ich bin froh das mich über die ganze Zeit dieses Forum begleitet hat denn so manchen Rat
    und wunderbaren Tipp gab es hier schon .

  8. #8
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Wie hat sich eurer Leben verändert, seit der Diagnose?

    crazyy1 schreibt:
    ... aber mit mph zeitweise auf "normal" eingestellt.
    Besagte Therapeutin in der Klinik sagte auf eine ähnliche Ausage/F rage von mir:
    "Haben Sie wirklich geglaubt, dass sie mit den Medikamenten und der Therapie Ihr ADS "wegbekommen" könnten?
    Sind Sie sich sicher, dass Sie die Krankheit wirklich verstanden haben?"

    Die Medi's machen uns nicht zu Normalos.
    Sie helfen uns Strukturen zu bilden, lindern, beruhigen.

    Im Idealfall bewirken sie dies alles, in meinem Fall schaffen sie mir "nur" eine innerliche Ruhe, aber sie nehmen mir nicht meine Zerstreutheit, meine Vergesslichkeit, meine Unstrukturiertheit etc.

    Kindern helfen insbesondere dadurch, dass sie die nötige Ruhe und Konzentrationsfähigkeit bekommen, um von außen die Strukturen zu lernen, die wir nicht von uns aus erwirken können.
    Wie kleine Trampelpfade zwischen den Nervenzellen, die am Ende gute, saubere Wege ergeben, auf denen man gezielt von einem Ort zum anderen kommen kann und mit einer brauchbaren landkarte versehen, über die wir die richtigen Wege finden können.

    Wird das versäumt, ist es, als ob jeder seinen eigenen Weg geht, kreuz und quer durch die Pampa, nirgends vernünftige Straßen, nur bestenfalls Trampelpfade, ohne System, ohne Struktur und erst recht ohne Karte.

    Die Medi's können uns die Pfade und Wege und Karten nicht erstellen, sie schaffen nur die Voraussetzungen, dass sie geschaffen werden können.
    Nur stelle ich mir das mit zunehmendem Alter immer schwerer vor.

    Wenn ich durch ein Kornfeld laufe, dann sehe ich eine Spur.
    Wenn ich diesen Weg immer und immer wieder gehe, und auch andere dies tun, dann wird daraus ein sichtbarer und deutlicher Weg, eine Straße gar.
    Laufen alle kreuz und quer, dann sieht man erstmal Tausende von einzelnen, kleinen und unübersichtlichen Spuren.
    Bis irgendwann alles niedergetrampelt ist und dann kann man erstmal sehen, wie man überhaupt noch Spuren und Wege hinkriegen will, wenn eh' schon alles platt ist.
    Dann kann ich gehen wie ich will, keiner wird mehr eine Spur hinterlassen.

    Die Medi's helfen uns nur dabei, diese Wege zu bilden; evl. um uns herum wieder Korn wachsen zu lassen, damit sich überhaupt Wege bilden können.

    Aber die Wege bilden, das können die Medi's IMHO nicht.
    Sie machen uns nicht zu Normalos, leider.

    EDIT:
    Und wieder schreibt Burning mir aus der Seele

  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 84

    AW: Wie hat sich eurer Leben verändert, seit der Diagnose?

    Burningdevil schreibt:
    Meine Diagnose ADHS bekam ich ende 2009

    Der absturz ist vorprogrammiert wenn man zuviel Druck auf sich selbst ausübt
    und er zusätzlich von anderen ausgeübt wird.

    Jeder hat seine Geschwindigkeit und Kapazitäten und daran sollte man sich halten.

    Mittlerweile hat ein Umdenken stattgefunden ,ein verarbeiten und erkennen,
    und ich glaube das ist es was passieren muß um wieder in ein halbwegs normales Leben
    zu können.

    Ich bin froh das mich über die ganze Zeit dieses Forum begleitet hat denn so manchen Rat
    und wunderbaren Tipp gab es hier schon .
    Das der Absturz vorprogrammiert ist, kann ich nur bestätigen. Das war schon zu der Zeit, wie ich noch nicht wußte, dass ich überhaupt ADHS habe.

    Immer wenn ich an einen Projekt arbeitete, ging ich mit sehr viel Begeisterung und vor allem Selbstdruck hinein. Bis zum überkochen und wenn jetzt noch ein Anderer auch noch Druck auf mich machte, bin ich regelrecht explodiert und das Projekt war dann eine Totgeburt.

    Seit ich es weiß, versuche ich vor allem mit mir ganz liebevoll umzugehen und nur so viel zu machen, dass ich mich wohl fühle.Mir entgeht dadurch das eine oder andere Geschäft, aber ist nicht ein entspannendes Sonnenbad schöner, als immer nur in einer Besprechung nach der anderen zu sein? Zum Glück habe ich keinen Chef, der mich nach Stunden bezahlt, ich werde nur nach Ergebnissen bezahlt und das würde vielen Menschen besser tun, weil dann wäre nicht dieser irre Druck immer wieder auf die Menschen da.

    Vor allem war mir immer wichtig unabhängig von Banken zu sein, so kam es nie zu einem Totalabsturz.

  10. #10
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 376

    AW: Wie hat sich eurer Leben verändert, seit der Diagnose?

    @Fliegerlein


    Es hört sich jetzt zwar blöd an aber ich bin froh dass ich nicht immer ein "Normalo" sein "muss", sondern dann wenn ich es "brauche" um besser zu "funktionieren".

    Ich finde mein ADHS zwar oft ziemlich nervig (besonders wenn ich Sachen verlege, verliere und vergesse oder total im Chaos versinke), andererseits kann ich mir dauerhaft ein Leben als "Normalo" (kein Hyperfokus, keine so große Begeisterung für Musik) auch nicht vorstellen, da ich in der Freizeit eigentlich oft "ganz gerne ADHS habe" und auch mal auf mph verzichte.
    Das liegt wohl daran dass ich es von Kind auf schon so gewöhnt bin.

    Soll jetzt keine Verharmlosung oder Schönrederei sein aber mich macht mph in der Freizeit eher depressiv (kommt aber glaub ich auch drauf an was man tut bzw zu tun hat)

    In der Arbeit und bei gewissen Aufgaben ist es aber sehr nützlich und ich bin froh dass ich dieses Medi habe.

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