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Diskutiere im Thema "HeilpraktikerIn (Psychotherapie)" ?? (therapeuten.de) im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 31
    Forum-Beiträge: 122

    Daumen runter "HeilpraktikerIn (Psychotherapie)" ?? (therapeuten.de)

    Hallo ihr,

    gerade bin ich auf der Suche in meiner Region nach vernünftigen Ärzten und stoße aber auf der im Titel genannten Seite (bin iwi mal auf die gekommen, gibt sicher bessere...empfehlt mir was...) relativ oft auf diese bescheuerte "Berufsbezeichnung" gestoßen. Was hat denn "Heilpraktiker" mit Psychotherapie zu tun? (*edit* Ok ich weiß es, jetzt wo ich Wikipedia lese, versteht es also als rhetorische Frage.)

    Soweit ich weiß bzw. ja heute nachmittag schon im Telefongespräch hatte, haben viele von diesen Dödeln ja anscheinend keine richtige psychotherapeutische Ausbildung, das ist doch aber ein geschützter Begriff (?!), wieso dürfen die denn den dann in diesem Kontext verwenden? Ich will und brauche echt keinen teuren Coach, ich brauch nen Arzt! *edit* Ok, ich lese bei WP "Psychotherapie = Oberbegriff für alle Formen psychologischer Verfahren, die ohne Einsatz medikamentöser Mittel". Was ist dann der Fachbegriff für Experten mit Einsatz medikamentöser Mittel? Peinlich, hab die Basics wohl bisher verpeilt...

    Bei der einen steht z. B. auch "Integrative Psychotherapie HPG" und bei Methoden: "...Kognitive Verhaltenstherapie, Therapie bei Eßstörungen..." - braucht man für sowas keine vernünftige Ausbildung?? Ich dachte ja immer "kognitive Verhaltenstherapie" ist das Non-Plus-Ultra bzw. würde ich gerne mal machen, aber auch bei der Lady ist alles privat zu bezahlen und Medikamente gibt es nicht. Vielleicht werden ja Essstörungen ohne Medikamente behandelt, aber na ja kein Wunder wenn's dann nicht hilft. ^^

    Wie gesagt, wenn der Begriff anscheinend doch nicht so geschützt ist wie ich immer dachte bzw. so missbraucht wird, dann kann ich mich ja noch auf was einstellen. Was soll das nur? *grr*

    Grüße,


    Khaos_Prinz
    *edit* PS: "The requirements in Germany to practice as a Heilpraktiker requires an age of at least 25 years, attainment of a Haupt/Volkschule (High School level) education" (WP) - Na klasse, kann ich mich von jmd. "behandeln" lassen, der genauso alt wie ich und noch weniger erfolgreich in seiner Schulkarriere war! Klaro.
    Geändert von Khaos Prinz (30.06.2011 um 21:15 Uhr)

  2. #2
    ErichW

    Gast

    AW: "HeilpraktikerIn (Psychotherapie)" ?? (therapeuten.de)

    Ein Heilpraktiker Psychotherapie hat die oft auch kleine Heilpraktikerprüfung genannte Prüfung nach dem HPG abgelegt, die dann zum Ausüben von Psychotherapie ermächtigt. Die Leute können sich dann Psychotherapeuten HPG nennen, also nach dem Heilpraktiker-Gesetz.

    Diese Prüfung ist kein Nachweis, dass jemand bestimmte Methoden anwenden kann!

    Neben z.B. Hausfrauen und anderen Laien, gibt es auch viele nichtärztliche Fachleute, die die Prüfung ablegen legen, weil sie es ihnen ermöglicht, rechtlich abgesichert Psychotherapie zu betreiben. Das sind dann z.B. Sozialpädagogen, Theologen, Pädagogen. Also alles akademische Berufe, die aber selbst bei entsprechender therapeutischer Zusatzqualifikation nicht therapeutisch tätig werden dürften. Sogar Psychologen legen deswegen die Prüfung ab.

    Psychotherapeuten nach HPG müssen daher nicht schlecht sein. Der Haken ist allerdings, dass sie i.d.R. privat bezahlt werden müssen. Und die Wahrscheinlichkeit, jemanden mit echter Kompetenz zu erwischen, ist nicht überwältigend groß.

    FG Erich

  3. #3
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 92

    AW: "HeilpraktikerIn (Psychotherapie)" ?? (therapeuten.de)

    Ok, also erst mal an Khaos_Prinz

    Ich zitiere:

    Soweit ich weiß bzw. ja heute Nachmittag schon im Telefongespräch hatte, haben viele von diesen Dödeln ja anscheinend keine richtige psychotherapeutische Ausbildung, das ist doch aber ein geschützter Begriff (?!), wieso dürfen die denn den dann in diesem Kontext verwenden?

    Also:

    Bevor du hier so negativ darüber redest, erkundige Dich bitte erst mal vorher darüber! Ich möchte Dir gerne helfen, habe aber gerade das starke Bedürfnis mich erst mal zu verteidigen. Denn ich mache gerade diese Ausbildung. Und sorry, aber bei Deinem Angriff bleibt mir momentan erst mal die Luft weg.
    Alles nur Vorurteile. Daher kläre ich Dich jetzt mal auf:

    Der kleine HP ist spezialisiert nur für die Psychotherapie.
    Dauert 2-3 Jahre und kostet ca. 5000€. Man lernt in der Ausbildung alles was im ICD10 aufgelistet ist und noch mehr.
    Was man in der Tat nicht direkt lernt, ist die Methode, mit dem man dann später mit seinen Patienten arbeiten möchte.
    Daher muss man sich nach der HP -Prüfung spezialisieren und weitere Ausbildungen machen.

    Und da gibt es ein extrem großes Angebot an Therapiemöglichkeiten. Jede Richtung die man geht, hat zusätzlich eine Ausbildungsdauer von mehreren Jahren und kostet viel Geld.

    Hier mal die ganze Latte aus Wikepedia- wird alles nicht von der Kasse bezahlt und fällt alles in den Bereich von diesen "Dödeln":
    Kann mir nicht vorstellen, das alles davon Schwachsinn ist.


    [ ..................... ]


    usw....

    Nur um Dir einen Einblick zu geben:

    z.B. die Gestallttherapie = ca.3 Jahre -Kosten ca.10.000€
    Systemische Therapie = ca 3-4 Jahre -Kosten ca. 7000€
    VT- speziell nur ein Grundkurs in der kognitiven VT = ca. 2 Jahre -Kosten ca.2000€

    Darüberhinaus muss man nachweisen, dass man sich jedes Jahr weiterbildet, sonst kann man die Erlaubnis wieder entzogen bekommen. Es ist also ein Beruf, in dem man nie auslernt oder nie auslernen sollte.

    Diese Kurse sind nicht nur teuer und mit jeder Menge lernerei verbunden, sondern man macht auch bei den meisten am Ende eine Prüfung. Desweiteren kommen jede Menge Workshops mit sehr viel Selbsterfahrung dazu.

    Wenn man sich z.B. für die systemische Therapie entscheidet, muss man nachweisen, dass man selber mehrere Therapie-ähnliche Erfahrungen gemacht hat-sonst wird man nicht zur Prüfung zugelassen.

    Es ist also mit der eigentlichen HP Prüfung nicht möglich, eine Psychotherapie anbieten zu können. Da kommt noch viel mehr dazu.

    Der HP bescheinigt nur, dass man Diagnosen stellen darf, die nötigen Kenntnisse dazu hat und dass man keine Gefahr für die Bevölkerung da stellt.
    d.h. Laut Heilpraktiker – Gesetz erlaubt, das ein HP alle psychischen Krankheiten behandeln darf.
    Ob er das auch wirklich kann und ob der das auch macht und auf welche Störungen er sich spezialisiert, das sind Fragen der Eigenverantwortlichkeit, der Sorgfaltspflicht und der weiteren Ausbildungen.

    Für diesen HP Schein gibt es eine zu Recht, nicht ganz einfache "Überprüfung" am Gesundheitsamt, die jeder ablegen muss.
    Sonst könnte ja jeder kommen und ohne Studium einfach Therapie anbieten wollen.
    Die Durchfallquote liegt bei 70 % und man muss neben seinem Wissen auch beweisen, dass man ethisch und moralisch dazu geeignet ist + Zeugnis vom Arzt + Zeugnis von d. Polizei.

    Es gibt Ausnahmen die keine Prüfung abgelegt haben. Aber dabei müssen sehr viele Kriterien erfüllt werden. z.B. Studium in einen ähnlichen Bereich (Psychologie, Pädagogik), eine Bestimmte Anzahl von behandelten Patienten und Jahrelange Berufserfahrung +…usw.
    Den Schein bekommt man also nicht gerade geschenkt.

    Sicherlich gibt es in diesem Bereich (HP) auch Leute, die nur auf Profit aus sind und sich nicht um eine gute Ausbildung bemühen.
    Aber es bleibt ja jedem selber überlassen, ob er zu einem HP-psych. gehen möchte oder nicht. Außerdem würde ich mir vorher immer zeigen lassen, was dieser alles schon für Ausbildungen gemacht hat.

    Tatsache ist die, das die HP´s wesentlich mehr Möglichkeiten haben und auch anbieten können, als ein psychologischer oder medizinischer Psychotherapeut.

    Das ist durchaus nützlich.
    Denn, man stelle sich vor, es soll Leute geben, die mit der VT und mit den tiefenpsychologischen Methoden nicht therapiert werden können.

    So wären z.B. die Psychoanalyse und die VT bei Depressionen in erster Linie kontraindiziert. Nur vereinzelte Methoden von diesen beiden, dürfen hier angewendet werden.

    Und auch bei ADS/ADHS ist es schwierig die richtige Therapie zu finden.

    Es gibt nur sehr wenig studierte Therapeuten, so viel darüber wissen, dass sie Patienten mit ADS/ADHS richtig behandeln können.
    Daher wird doch in erster Linie das MPH verschrieben, weil man sonst nicht richtig weiß, was man machen soll.

    Das liegt
    1. daran, dass das ADS/ADHS bei Erwachsenen erst seit 2005 offiziell anerkannt ist und
    2.daran, das es nur wenige Leute gibt, (i.d.R. sind es die Betroffenen selber) die sich wirklich mit dem Mechanismus-es eines ADS-Hirns auskennen.

    Da diese betroffenen Leute aber häufig Probleme in der Schule haben / hatte, wie Du Dir mit Sicherheit vorstellen kannst,
    wird man sie eher seltener in den Berufen finden, die Abitur verlangen.

    Und wenn das ADS erst sehr spät erkannt wird, dann bleibt solch Leuten (z.B. bei mir) der HP meistens die einzige Alternative.
    Ich für meine Person, habe beschlossen, genau in diese Richtung zu gehen. Aber ich habe noch einen weiten Weg vor mir.

    Was die Therapiemethoden angeht, die von den Kassen bezahlt werden, so werden nur die Verhaltenstherapie und die tiefenpsychologischen Verfahren bezahlt. Das ist das einzige was sich von den Kosten her lohnt, wenn man zu einem Therapeuten und nicht zu einem HP psych. geht.

    Außerdem können die HP´s das sehr wohl mit den Kassen abrechnen, nur ist der Weg etwas komplizierter.

    Was alle anderen Therapieverfahren angeht, so können die normalen Therapeuten auch nicht mit der Kasse abrechnen und diese Methoden müssen ebenso in separaten Ausbildungen gelernt werden, so wies die HP´s das auch machen müssen.

    So ok, Frust erst mal weg.

    Wenn Du einen Arzt möchtest, der Dir Medikamente verschreibt, dann must Du entweder zu einem Psychiater, zu einem Neurologen oder zu einem medizinischem Psychotherapeuten gehen.

    Der medizinische Psychotherapeut kann zwar, wird Dir aber - wenn überhaupt, nur Privatrezepte ausstellen. Denn i.d.R. abreitet dieser mit einem Psychiater oder Neurologen zusammenarbeiten, der sich um die medikamentöse Therapie kümmert.

    Wenn Du eine Psychotherapie machen willst, dann darf das nur ein Arzt oder ein Psychologe, der auch den Titel Psychotherapeut hat oder ein Heilpraktiker. Sonst darf ausnahmslos niemand Psychotherapie anbieten. Weder Hausarzt, noch normaler Psychiater und auch kein studierter Psychologe.

    Die Leute, über die Du Dich zu Recht aufregen kannst, das sind alle diejenigen, die ohne Erlaubnis Therapie anbieten.

    Davon gibt es genug. z.B.

    Es gibt auch die psychologischen Beratungen. Diese werden unter anderem von Psychologen, Erziehern, Pädagogen usw. angeboten. Oder sie nennen sich: Lebensberatern, Reiki Meister, Wunderheiler bla-bla-bla usw,... ..
    Das Problem dabei ist, das der Begriff "Psychologischer Berater" nicht geschützt ist und das sich wirklich jeder so nennen kann. Auch Du und ich,...usw.
    Hier wird niemand kontrollieren, was und ob diese Leute überhaupt etwas von Psychologie oder Psychotherapie verstehen.

    Das Problem ist, das diese Leute leider immer wieder Therapie anbieten oder mit Personen arbeiten, mit denen sie nicht arbeiten können und dürfen. Und keine interessiert es. Aber das ist strafbar und trotzdem tun es doch soooo viele.

    Beim HP-Schein muss man wenigstens eine schriftliche und mündliche Prüfung ablegen + die sonstigen Bedingungen, die erfüllt werden müssen.
    Die psych.- Berater brauchen nicht mal ein Buch gelesen zu haben, um eine Praxis eröffnen zu können.
    So, dass was ich dazu zu sagen hatte.

    LG Irrlicht
    Geändert von Alex ( 2.07.2011 um 22:02 Uhr) Grund: Abschnitt gelöscht (Urheberrecht. Text zu lang, Quellverweis fehlt)

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 31
    Forum-Beiträge: 122

    AW: "HeilpraktikerIn (Psychotherapie)" ?? (therapeuten.de)

    Hallo Irrlicht80,

    danke für deine ausführliche und definitorisch klar abgrenzende Erklärung.
    Ich verstehe dass du dich ärgerst, du musst aber auch verstehen, dass ich aus den - von Erich sachlicher formulierten Gründen - da eben Bedenken habe. Beziehungsweise auch als Externer - wie aus dem Beitrag klar werden sollte - wirklich schwer einen HP von einem sonstig Qualifizierten oder Unqualifizierten abgrenzen kann! Und auch nicht will. Mein Ärger ist ja gar nicht gegen die Sache an sich gerichtet, vielmehr diese Label-Vermischung, auch wenn das natürlich nicht an den HP's individuell, sondern am System liegt! Also sorry für die saloppe Wortwahl!...

    Ich schaue mich nun anderweitig und dank deines Beitrags gezielter um bzw. evtl. wird es helfen, besser zu selektieren. Trotzdem ist es doch komisch, dass sich die Leute dort so wenig klar und abgrenzungsschwach präsentieren oder?
    Aber ich möchte da auch keinen weiteren Unmut schaffen, ggf. bin ja nur ich allein verwirrt...

    Zum Thema Kosten kann ich nur sagen, fragt mich einer wie viel mein Studium und andere Weiterbildungen gekostet haben? Nein. Die waren aber sehr teurer. Das ist aber definitiv (leider?) auch kein Kriterium für Qualität!! Mag einem selbst zwar so vorkommen (in die Falle bin ich auch getippt), aber ist objektiv ja nur bedingt haltbar...aber das soll hier auch nicht Thema sein.

    Abschließend dann die Frage: Ich würde so einen Aufwand evtl. nicht machen, aber ich verstehe die internen Listen hier nicht.
    Wie komme ich denn jetzt an die entsprechenden Ärzte(-Empfehlungen)? Trotzdem ich mich im Forum bzw. über mein Profil ja geographisch geäußert habe, ist leider noch keiner an mich herangetreten...

    Danke für euer Verständnis,


    "Khaos_Prinz"

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 58

    AW: "HeilpraktikerIn (Psychotherapie)" ?? (therapeuten.de)

    Hallo Ihr Lieben,

    ein interessantes Buch zum Thema ist mir kürzlich in die Hände gefallen:

    Heike Dierbach: Die Seelenpfuscher. Pseudo-Therapien, die krank machen.

    Sie erklärt die Unterschiede und zeigt die Probleme wissenschaftlich umstittener Therapiemethoden auf. Ganz lesenswert.

    Irrlicht80: Ich gebe Dir gern recht. Es gibt viele kompetente Psychotherapeuten (HPG). Z. B. kenne ich viele Kollegen, die eine systemische Ausbildung gemacht haben und mangels KV-Anerkennung (derzeit noch) sich nur über das Heilpraktikergesetz niederlassen können.
    Ich kenne aber auch Heilpraktiker (z. B. meine Nachbarin), die ausschließlich z. B. Familienstellen nach Hellinger gelernt haben, den kleinen Heilpraktikerschein gemacht haben und damit alles mögliche behandeln, was ihnen in den Weg kommt. Das denke ich, ist oft grob fahrlässig. Unter Deinen Therapiemethoden sind ja so einige darunter, die wirklich auch umstritten sind...

    Ich gebe Dir recht, erwischt man einen Heilpraktiker, der sich in vielen verschiedenen Therapiemethoden weitergebildet hat, dann kann er absolut kompetent sein. Aber es gibt auch viele schwarze Schafe darunter. Und wie soll ein Laie da durchsehen?

    Auf der Suche nach einem kassenanerkannten Arzt, der Psychotherapie anbietet, wäre in Meckenburg-Vorpommern eine Internetadresse hilfreich (Homepage der KVMV). Vielleicht gibt es für Deine Region auch eine Seite der Kassenärzlichen Vereinigung. Über die kann man die Adressen aller in Frage kommenden Ärzte erfahren (aber die wissen in der Regel nicht, wer sich auf ADHS spezialisiert hat...)

    Liebe Grüße von anica
    (Psychologin, Systemische Therapeutin, derzeit in Weiterbildung zur psychologischen Psychotherapeutin)

    (so jetzt ist es übrigens raus - Gruß an Happypill auch Psychotherapeuten können sich mit ADHS rumquälen...)
    Geändert von anica ( 1.07.2011 um 11:10 Uhr) Grund: geändert wegen etlicher Schreib- und Formulierungsfehler, das konnte ich mit meinem Perfektionismus nicht so stehen lassen LG

  6. #6
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 92

    AW: "HeilpraktikerIn (Psychotherapie)" ?? (therapeuten.de)

    Liebe Anica,



    also erst mal Handreich!
    So unter entfernten Kollegen.
    Wenn mein ADS schon im Kindesalter erkannt worden währe, dann währe ich auch in diese Richtung gegangen.
    Es war mein Wunsch mit 12 Jahern, später mal Diplopsychologin zu werden.

    Aber ich hatte nicht so viel Glück wie Du und es sollte bei mir erst mal anders kommen.
    Ich habe selber schon mehrere Therapien gemacht und eine lange Leidenszeit hinter mir.

    Aber ich habe es geschaft , ich habe sehr viel gelernt und jetzt, da ich mich als geheilt betrachte, versuche meinem Berufswunsch über diesen Weg etwas näher zu kommen.

    Ich könnte ja mein Fachabi nachmachen usw.
    Aber ich bin jetzt 31. Habe einen kleinen Sohn und Familie. Die Kinderplanung ist auch noch nicht abgeschlossen.
    Da ich aber gerne in diesem Leben nochmal eine Praxis eröffnen möchte, habe ich mich jetzt für diesen Weg entschieden.


    Ich möchte im Anschluß auch eine Ausbildung im systemischem Bereich machen.
    Aber zusätzlich möchte ich mich gerne in Richtung ADS/ADHS bei Erwachsenen spezialisieren.


    Soviel erst mal dazu. Nun wieder zum Thema.


    Was Deine Nachbarin angeht, also ich persönlich bin auch ein Fan vom Familienstellen nach Hellinger.
    Das ist eine sehr faszinierende Methode, aber ich bin auch der Meinung, dass diese Methode alleine ganz bestimmt nicht ausreicht, um alles behandeln zu können.



    Außerdem ist das Familienstellen eher eine Haltung als Methode.
    Kurze Erklärung für alle die damit nichts anfangen können:


    Es geht darum Beziehungen, Konflikte und Verstrickungen innerhalb eines Systems sichtbar zu machen und liebevolle Lösungen zu finden.
    Gibt es in einem Familiensystem Konflikte oder leidvolle Ereignisse, wie erlittenes oder zugefügtes Leid, schwere Krankheiten, Flucht und Vertreibung oder früher Tod eines Familienmitglieds, hat dies Auswirkungen auf alle nachfolgenden Generationen.
    Wird die Ordnung im System wieder hergestellt, erhält jeder wieder seinen ihm zustehenden Platz und wird gesehen und angenommen. Man sagt, die Liebe und die heilenden Kräfte können dann wieder fließen.
    Eine Aufstellung erfordert von den teilnehmenden Personen keine Vorkenntnisse.

    Aber meinem Wissen nach ist dies sicher keine geeignete Methode um solche Dinge wie ADHS, Persönlichkeitsstörungen, Schizophrenie, Psychosen, Hirnorganische Psychosyndrome usw. zu behandeln.
    Diese Patienten müssen zum Fachmann, sie brauchen Medikamente und evtl. einen Klinikaufenthalt.
    Meiner Meinung nach ist es ein Verbrechen, wenn sich ein Laie daran wagt.


    Ich kenne Deine Nachbarin nicht, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass Deine Nachbarin wirklich in diese Bereiche rein geht.
    Aber rein rechtlich gesehen hat sie die Genehmigung dazu.

    Sie kann ja auch nebenbei ganz normale Gesprächstherapie nach Rogers anbieten. Weißt Du wirklich, ob sie mit jedem, der zu ihr kommt, eine Aufstellung macht?

    Jeder gute HP der fachlich korrekt arbeiten will, muss lernen sich ausreichend abzugrenzen. Dazu gehört auch, dass von ihm erwartet wird, dass er erkennt, wann ein Patient bei einem Fachmann besser aufgehoben ist und wann er ihn mit gutem Gewissen behandeln kann. Das ist zumindest das, worauf wir bei uns im Unterricht immer wieder gedrillt werden.
    Sonst macht man sich strafbar. Wenn man die HP Prüfung erfolgreich abgelegt hat, dann hat man laut Gesetz die Verpflichtung, sichauch HP zu nennen und nicht bloß eine Genehmigung.

    Das geht auch mit jeder Menge Regeln einher, an die man sich halten muss.


    Aber wie Du schon gesagt hast, es gibt auch Schwarze Schafe.
    Und das Leider mehr als genug. In so fern gebe ich Euch recht.

    Man kann leider keine Gedanken lesen.
    Aber Schwarze Schafe gibt es überall, auch unter den Ärzten und unter den studierten Psychotherapeuten.


    Ich habe schon öffter gehört, das mir Patienten berichtet haben, ihre Therapeuten hätten sie beleidigt und gesagt, ihnen währe nicht mehr zu helfen.


    Wiebitte! Das darf ich doch keinem labielen Patienten ist Gesicht sagen, auch wenn ich es denke.


    In einem anderen Fall, ging eine Bekannte von mir, wegen einer Panikatacke zum medizinischem Therapeuten.
    Er hat sie mit einem Rezept (Tavor) wieder nach hause geschick und gesagt, sie soll in einem halben Jahr wieder kommen.
    Klar war es verständlich, das er gerade keinen Platz hatte. Aber sie enfach mit einem extrem abhängig-machenden Medikament, ohne die nötige Aufklärung einfach wieder heim zu schicken, das war meiner Meinung nach echt grob fahrlässig.
    Er hätte ihr genau so gut gleich mehrere Heroinspritzen in die Hand geben können.


    Desweiteren habe ich selber mehrfach die Erfahrung gemacht, das selbst gut ausgebildete medizinische Psychotherapeuten nicht immer das richtige tun oder die richtigen Diagnosen stellen.


    z.B. Ich war mit 12 Jahren, wegen einer starken depresiven Episode (mit somatischem Syndrom) bei so einem Spezialisten.

    Was hat gemacht? Er hat mir Stangyl verschrieben, mir einen Buchtip gegeben und mich ohne einen neuen Termien wieder heim geschickt.


    Die Folge: Ich habe 3 Tage lang halb bewustlos im Bett gelegen. Das hätte leicht in einem Delir enden können.



    Das war ja wirklich echt ein Fachmann! Zumindest hatte ich keine Suizidgedanken mehr, während dieser Tage.



    Und auch in meinem weiterem Leben bin ich immer wieder auf solche Leute gestoßen.


    Das hätte mir Jahre meines Leidens ersparen können, wenn man mein ADS rechtzeitig erkannt hätte.
    Nicht mal in einer Fachklinik ist das erkannt oder berücksichtigt worden.
    Das hätte aber jedem auffallen können, wenn zumindest die Anamnesegespräche richtig abgelaufen währen.


    Aber nein, ich mußte mir nicht nur Jahrelang die falschen Medis. rein ziehen, sondern ich bin auch mit einer ganzen Latte Diagnosen abgestempelt worden, die allesamt falsch waren.
    Für mein damals eh schon niedriges Selbstwertgefühl, war das nicht unbedingt sehr gut.


    Also sind wir uns einig? Ganz egal ob HP, HP für psych., Psychotherapeut, Psychater oder wer auch immer.
    Es gibt im psychologischem, psychiatrischem und psychotherapeutischem Bereich überall kompetente und weniger kompetente Leute und auch viele Pechschwarze Schafe.




    Was die Wahl der eigenen Therapie angeht, so sollte jeder zuletzt für sich selber entscheiden, mit welcher Therapiemethode er arbeiten möchte.

    Wenn ein HP eine entsprechende Ausbildung in einem Bereich gemacht hat, dann spricht doch nichts dagegen, wenn er dieses Feld anbietet.
    Wie gesagt, ich würde mir immer zeigen, was er gelernt hat. Und außerdem kann man ja jederzeit entscheiden zu gehen, wenn man der Meinung ist, dass einem die Therapie nichts bringt oder der HP nicht kompetent genug erscheint.




    Und jetzt nochmal zu Khaos_Prinz.


    Entschuldigung angenommen!


    Also ich könnte Dir evtl ein paar Fachmänner empfehlen, aber das mach ich per pn.


    Was Deine Therapiewahl angeht, es kommt drauf an, was Du genau behandelt haben möchtest.


    Sind es eher die ADS/ADHS typischen Symptome?

    Möchtest Du Medikamente?

    Möchtest Du Aufklärung?
    Möchtest Du ein Coaching?

    Möchtest Du an anderen Komorbiditäten arbeiten wie z.B. Ängste, Depressionen, Essstörungen, usw...
    Sind es Probleme im zwischenmenschlichen Umgang, die Du ändern möchtest?
    Sind es Minderwertigkeitsprobleme die Dir zu schaffen machen?,... usw.


    Dann mußt Du Dir auch die Fragen stellen, wie bereit bist Du mitzuarbeiten?
    Wie lange möchtest Du Therapie machen,... usw....
    Was ist Dir eine gute Therapie wert?

    Möchtest Du dafür bezahlen oder soll es die Kasse übernehmen?

    Bist Du auch bereit für eine gute Therapie weiter weg zu fahren?
    evtl auch bereit einen Klinikaufenthalt in Betracht zu ziehen usw...
    Soll die Therapie möglichst schonend sein? (Dann kommen z.B. bestimmte Verfahren aus der VT nicht in Frage)




    Kannst ja mal schreiben, worauf es Dir besonders ankommt.


    LG Irrlicht

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 58

    AW: "HeilpraktikerIn (Psychotherapie)" ?? (therapeuten.de)

    Hallo Irrlicht,

    ja, wir sind uns einig! Keine Frage - schwarze Schafe gibt es überall! Und eine Diskussion über das Familienstellen wird ja an anderer Stelle geführt und ist hier auch nicht meine Absicht. Ich halte sehr viel von Aufstellungsarbeit und nutze in meiner Arbeit Einflüsse von Virgina Satir, M. Varga von Kibet und natürlich dem Vater des ganzen: Moreno!!! Das ist es auch, was mich an Hellinger stört, er nennt nicht die Quellen seiner Arbeit. Es wird immer so dargestellt, als wäre er der Erfinder der Methode... Sicherlich hat er auch wertvolle Impulse gegeben aber die Art und Weise der Ausbildung seiner "Jünger" und die unkritische Art und Weise der Verwendung finde ich bedenklich... Wenn das Familienstellen eingebettet ist in eine kompetente Beratung/Therapie - mit der entsprechenden Nachsorge eben habe ich keine Probleme damit. Mein größtes Problem sind aber diese Wochenendangebote, "Ein Samstag Famlienstellen" - einfach anmelden, bezahlen und mitmachen... Der Aufsteller hat keine Ahnung, mit welchen Teilnehmern er es zu tun hat (und ob z. B. psychotische Patienten darunter sind...) Ohne Vorgespräch - einfach Anmeldung per Fax/Internet etc... Ist das nicht grob fahrlässig?


    Für Khaos Prinz: Ich glaube, die Fragen von Irrlicht für sich zu beantworten kann sehr hilfreich sein, den richtigen Helfer zu finden. Und wie gesagt, in meinem obigen Beitrag ging es vielleicht unter: Kassenzugelassene Psychotherapeuten und Fachärzte findet man über die Kassenärztliche Vereinigung. Schau doch mal bei Deiner nach: (Kassenärztliche Vereinigung Bayerns: Therapieplatz Psychotherapie)
    Aber wer nun gut über ADHS Bescheid weiß? Das erfährst Du wahrscheinlich wirklich nur von den ADHS-Chaoten hier im Forum. Deshalb finde ich diesen Austausch hier sehr wertvoll. an alle

    Liebe Grüße aus dem verregneten Norden
    anica

  8. #8
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 92

    AW: "HeilpraktikerIn (Psychotherapie)" ?? (therapeuten.de)

    Liebe Anica , ich wollte Dich nochmal kurz was zum Familienstellen fragen.
    Wollte jetzt nicht deswegen einen neuen Beitrag anfangen.
    Du sagtest Moreno hätte das erfunden? Ich hab gedacht, der hat das Psychodrama erfunden.
    Was man über Hellinger sagt, so heißt es, er hätte lange Zeit als Pfarrer oder so was gearbeitet. Hätte das dann abgebrochen und das, was er vom Familenstellen weiß, von irgendwelchen Indianern gelernt, die diese Technik schon seit hunderten von Jahren nutzen.
    Das ist zumindest das, was ich oft gehört habe.
    Ich hab aber auch gehört, das Helliger so seine Probleme gehabt haben soll und daher einige seiner Regeln etwas übertrieben und nicht für jeden nachvollziehbar, gemacht hat.

    Was bringt denn Deiner Meinung nach mehr-wenn man mit dem Morphogenetischem Feld arbeiten möchte? Das Familienstellen oder das Psychodrama?

    LG Irrlicht

  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 58

    AW: "HeilpraktikerIn (Psychotherapie)" ?? (therapeuten.de)

    Hi Irrlicht,

    jetzt nimmst Du es ja ganz genau. Natürlich ist Moreno der Vater des Psychodramas - aber ist Psychodrama nicht die erste Therapieform, bei der man sich von Stuhl und Couch erhoben hat und in Aktion gekommen ist - sprich Aufstellungen im Raum? Hinsichtlich der Morphogenetischen Felder - das erste Mal habe ich durch Sheldrake davon erfahren und er formulierte diese Theorie ja erst 1981 - also weit nach Moreno...

    Insofern wird sich das Psychodrama also nicht explizit darauf beziehen können und der Vergleich steht für mich so nicht - ich frage mich immer: Was (und damit auch welche Vorgehensweise) ist für den Klienten in seiner jeweiligen Situation zielführend...

    Hellinger hatte Pristerweihe... seine psychotherapeutische Ausbildung ist wohl nicht anerkannt worden, so ins Detail will ich aber jetzt nicht gehen - kann man in Ruhe bei Wikipedia nachlesen. Das mit den Indianern war mir neu, aber er hat ja lange in Afrika gearbeitet - warum also nicht. Bei den Hypnotherapeuten finde ich auch viel Schamanisches wieder... Von denen können wir viel lernen.

    LG
    anica

  10. #10
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 92

    AW: "HeilpraktikerIn (Psychotherapie)" ?? (therapeuten.de)

    Hi Anica,

    danke für Deine Antworten.
    Ich gehe davon aus, das Du Dich wesentlich besser auskennst als ich. Daher lege ich viel wert auf Deine Antwort.
    Das war halt etwas, was mich allgemein interessiert hat- und ich wusste nicht, ob das, was ich gehört / gelesen habe, auch wirklich stimmt.
    Daher wollte ich nochmal Deine Meinung dazu wissen.
    Hab sonst nur wenig Bekannte, die sich in diesem Bereich auskennen.
    Also Danke nochmal.

    LG Irrlicht

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Thema: "HeilpraktikerIn (Psychotherapie)" ?? (therapeuten.de) im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung bei ADHS bei Erwachsenen Forum
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