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Diskutiere im Thema widersprüchliche Diagnosen - was nun? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 27

    widersprüchliche Diagnosen - was nun?

    Hallo,

    ich hab derzeit echt Leidensdruck, weiß dass ich was unternehmen muss, weiß aber nicht wie und wo ich anfangen soll.

    Mein langjähriger aber immer wieder verdrängter Verdacht auf ADHS wurde mir während einer REHA nach mehreren psychologischen Tests von den dortigen Psychologen und Psychiatern sehr deutlich bestätigt.

    Das war letztes Jahr im Februar.

    Schließlich war ich auch sehr erleichtert über die Diagnose, denn all meine Symtome, Verhaltensmuster, Biographie etc. passten zusammen, machten Sinn. Nun hatte das Kind doch endlich seinen Namen.

    REHA wurde verlängert und ich durfte mich in aller Ruhe mit der neuen Situation zurechtfinden, und mich in neue Bewältigungsstrategien einarbeiten. Es war wie eine Offenbarung, als sei ich endlich bei mir angekommen. Man bot mir auch Antidepressiva an, was ich ablehnte,- Medikamente- und grad diese Langzeitdinger- sind mir nicht geheuer. Und außerdem ging es mir seit dieser Diagnose richtig gut.
    Endlich mal einen roten Faden in der Hand.

    Soweit so gut, in der REHA ist das Leben ein Ponyhof. Zu Hause sollt ich mir dann Unterstützung bei der ADHS Ambulanz holen. Auf diesen Termin musste ich zu Hause ca 2,5 Monate warten. Na ja, auch nicht wirklich schlimm, fühlte ich mich doch nach der REHA frisch saniert.

    Nach greaumer Zeit, jedoch holte der Alltag mich wieder ein, und die Tage begannen wieder zu zerfranseln, und meine nicht erreichten Ziele veranlassten mich zu innerlichen geistigen Watschen! Sprich ich bekam mal wieder depressive Verstimmungen.

    Doch war ich auch frohen Mutes, erwartete ja Hilfe.

    In diesem Zustand kam ich in der ADHS Ambulanz an, wo ich dann interviewt wurde, Blut abgenommen, Kernspintomographie, diverse Konzentrationsaufgaben...

    Hab mich da nicht sehr wohl gefühlt, wirkte alles sehr unpersönlich, fiel mir schwer die ÄrzteInnen für voll zu nehmen, die waren noch sehr jung, teilweise Studenten, wirkten unsicher, schauten mir kaum ins Gesicht und hangelten sich an ihren Frägebögen entlang. Doch ich hab ganz brav mitgemacht. Zwei Wochen später kam die Auswertung: Ich habe zwar leichte Konzetrationsschierigkeiten, doch die Ergebnisse deuten klar auf eine Depression hin. Man empfahl mir einen kooperierenden Psychiater und wollte mir schon mal Antidepressiva mit auf den Weg geben.

    Ich bin nicht depressiv!!!

    Ich hatte mich seit 2008 zweil mal in einer "depressiven Episode" befunden, ich weiß sehr wohl wie sich das anfühlt. Das wünsch ich echt keinem! An diesem Tag war ich höchstens leicht deprimiert, weil das Wetter fies, die Parklätze rar, und die Atmosphäre in diesem riesen-futuristischem- tageslichtarmen- vollklimatisiertem Klinikum einfach muffig war.

    Ich hatte so gehofft in dieser Ambulanz Hilfe zu finden, eine Anlaufstelle für ChaotInnen, Trainingsmethoden, und zur Not auch Medikamente.

    Traurig,wütend, resigniert zog ich von dannen.

    Na ja, dann dacht ich, es wird schon irgendwie gehen, ich hatte ja in der REHA soviel neues gelernt, was helfen kann.

    Doch jetzt merk ich,dass ich mich total überschätzt habe.

    Kurzum: Ich krieg auf einmal gar nix mehr geregelt.
    Titsche durch die Gegend, verheddere mich in nicht Erledigtheiten, schlickere irgendwie durch den Alltag.

    Die innerliche Unruhe hat mich manchmal so fest im Griff, das ich regelrecht erstarre. Klingt irgendwie paradox, kann ich aber grad nicht anders erklären.

    Hatte nach der Reha meinen Job (Jugendhilfe,stationär) auch auf Anraten der Ärzte und Bundesversicheungsanstalt aus gesundheitlichen Gründen gekündigt. Hätte mich bei meinen Qualis echt entspannen können, doch alle Angebote danach waren mindestens genau so schädlich. (Psychiatrie, und andere Institutionen mit mangelhaftem oder gar keinem Leitbild), und weil mir dann doch die Muffe ging, hab ich mich selbständig gemacht.

    Klingt cool, ist für mich aber ne Katastrophe, krieg mich schlichtweg nicht organisiert.

    Jetzt hab ich auch noch zu allem Überfluß meinen eigentlich geliebten Partner in die Wüste geschickt.

    Wieso weshalb warum muss ich hoffentlich hier nicht erklären. Vertraue darauf, dass ihr versteht.

    Na so langsam wird das Eis dünn und das macht mir nur noch nervöser und verpeilter.

    Noch mal ne Runde Abwärts in der Lebensspirale?????

    Ich will nicht!!!!!!

    Ich möcht mir gerne doch Hilfe holen, doch ich hab Angst, dass ich wieder ausrangiert werde. Wie finde ich einen Arzt,dem ich vertrauen kann, der mich ernst nimmt, und der bereit ist sich mit der ADHS Thematik zu befassen?

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 36
    Forum-Beiträge: 22

    AW: widersprüchliche Diagnosen - was nun?

    Oh je, das klingt wirklich nicht gut.

    Ich kann total nachvollziehen wie es Dir geht. Habe meine Diagnose selber auch erst mit 30 (also jetzt) erhalten. Davor war ich schon: Borderlinerin, Bi-Polar-Gestört, Depressiv und Manisch. Also ne ganze Palette. Bin mit verschiedenen Antidepressiva's vollgestopft worden die überhaupt nicht geholfen haben. War in verschiedenen Kliniken, wo ich mich mehr verrückt als normal gefühlt habe nachdem die Ärzte mit mir fertig waren. Also kenne ich Deine entmutigende Stimmung nur zu gut. Irgendwann hab ich aufgegeben und dachte, dass ich wohl einfach "depressiv" bin, obwohl ich tief in mir drin wusste dass es eben nicht so ist. Bis ich Ende letzten Jahres meinem Partner gegenüber völlig ausgerastet bin. Das war für mich Anlass, das ganze mal wieder von vorne aufzurollen. Ich bin zu verschieden Psychiatern bis ich endlich einen gefunden hatte, mit dem ich reden kann. Habe auch zeitgleich eine Therapie angefangen. Nun habe ich endlich meine (richtige) Diagnose ADS. Und langsam aber sicher geht alles berg auf!

    Ich kann Dich nur virtuell umarmen, und dir den Rücken stärken es in Angriff zu nehmen. Es wird sich letztenendes auszahlen

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 33
    Forum-Beiträge: 86

    AW: widersprüchliche Diagnosen - was nun?

    Naja, gehst du zu verschiedenen Ärzten bekommst du verschiedene Diagnosen. Da ist man sich einig!

    Mein Therapeut meinte letztens ich hätte "Borderline"-Tendenzen, aufgrund meiner Stimmungsschwankungen und weil ich immer zu spät komme. Das Zuspätkommen wurde dann als selbstverletzendes Verhalten gedeutet, da die Therapie mir ja gut tut und ich mir dadurch selbst schaden würde. *lol*

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 330

    AW: widersprüchliche Diagnosen - was nun?

    Hi classy,
    ich hab auch schon fast alle ADs hinter mir, und komme nicht weiter. Ich hab seit ein paar Tagen auch ADS in meiner Vermutung, und will meinen Psy. überreden, dass wir es mal mit Ritalin versuchen.

    Nimmst du ein Medikament?

    lg

  5. #5
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 352

    AW: widersprüchliche Diagnosen - was nun?

    Hallo Gundelelfe,

    habe eine ähnliche Odysee hinter mir, ich kann Dir nur wünschen das Du es schafst ohne eine "Stufe tiefer zu rutschen". Das Spiel kommt mir sehr bekannt vor, häufiger Arbeitsplatzwechsel, danach weiter unten "mitgespielt", zweimal selbstständig, zweimal Scheidung (einmal ohne zutun der Krankheit und einmal wie Du vom Partner scheiden lassen den man eigentlich liebt, nur weil ich keine Nähe ertragen konnte).
    Ich habe hier von ähnliche Schicksale erfahren, das ist kein Trost, der Film ist größtenteils gelaufen aber man fühlt sich nicht so allein mit den Problemen. Leider kann ich Dir keinen Tipp geben, bin ja selber erst jetzt mit der Diagnose konfrontiert.

    Viele liebe Grüße

    Tom

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 36
    Forum-Beiträge: 22

    AW: widersprüchliche Diagnosen - was nun?

    Huhu Mustang68,

    ja, also zur zeit bekomme ich nur Concerta 36 mg retard. Wird bei mir gerade eingestellt. Alles andere ist abgesetzt (Trazodon und Perazin war das letzte das ich genommen habe). Vertrage es ganz gut soweit. Nehme es aber erst den zweiten Tag heute und kann daher über die Wirkung noch nicht wirklich viel sagen Davor waren es u.a. Amitripitylin, Mirtazapin, Lyrica, Sertralin, Paroxetin, Citalopram, Trazodon, Perazin, diverse Benzo's, Maprotilin und noch viele viele Andere deren Namen mir einfach mittlerweile entfallen sind. Und es war ne Katastrophe. Ich bin froh dass ich durchgehalten habe, auch wenn ich Ärzte wechseln musste um im Endeffekt beim Richtigen anzukommen der mir wirklich zugehört hat und nich alles gleich als Depression abgetan hat.
    Hab Mut und zieh es durch, auch wenn es Dich vielleicht viel Kraft kosten wird. Es lohnt sich wirklich, egal wie Deine Diagnose lauten mag

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 27

    AW: widersprüchliche Diagnosen - was nun?

    Hallo Tom, Hallo Classy one
    es tröstet mich sehr wohl, hier von ähnlichen Schicksalen zu hören. Ich bin auch schon 2xgeschieden und wurde auch schon mal 4 Jahre lang wegen Borderline behandelt. .
    Ja, der Film ist größten Teils gelaufen, aber ich will beim großen Finale selbst Regie führen, und ich will ein Happy End!!!! Wozu soll denn sonst die ganze Odyssee gut gewesen sein.

    Hab mir am Freitag ein Herz gefasst und ne Psychiaterin kontaktet,- rucki zucki Termin in zwei Wochen. ADHS ist auch kein Fremdwort für sie. Hoffe einfach, dass sie mich versteht und eine auch für mich nachvollziehbare Diagnose stellt.

    Bin jetzt erst mal guter DInge und voller Hoffnung. Derweil versuche ich einfach netter und geduldiger mit mir zu sein. Dabei sind mir eure Beiträge eine wertvolle Hilfe.

    Liebe Grüße Gundelelfe

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 27

    AW: widersprüchliche Diagnosen - was nun?

    Hey MmmBop,

    Wie hälst du denn so eine Therapie aus? " Borderline-"Tendenzen - Klingt ja total daneben. Häh? Die Therapie tut dir gut?? Hach , ich muss das nicht jetzt verstehen. Aber es beschäftigt mein Hirn doch sehr, obwohl ich grad sooo müüüde bin.

  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 36
    Forum-Beiträge: 22

    AW: widersprüchliche Diagnosen - was nun?

    Liebe Gundelelfe,
    super dass Du so schnell einen Termin bekommen hast! Ich drücke Dir die Daumen dass alles mehr oder weniger gut wird Du schaffst das!!! Fühl Dich umarmt

  10. #10
    Zissy Stardust

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.576

    AW: widersprüchliche Diagnosen - was nun?

    Hallo Gundelfe!

    Habe bei meinem ersten Besuch in der ADHS-Ambulanz aufgrund Ergebnissen der von mir dort bearbeiteten standardisierten Fragebögen eine (klare) AD(H)S-Diagnose bekommen, obwohl mir sogar noch viele "Punkte" im Bereich der "motorischen beziehungsweise inneren Unruhe" durch die Lappen gingen

    Die ganzen, wenig erfreulichen, Begleiterscheinungen DEINES Besuches in der Ambulanz mal beiseitegelassen: Gab es eigentlich Unterschiede bei der Art von psychologischen Tests während Deiner REHA und denen in der Ambulanz oder haben da die gleichen Anwendungen zu so unterschiedlichen Ergebnissen geführt?

    Liebe Grüße!

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